(19)
(11) EP 2 746 167 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.06.2014  Patentblatt  2014/26

(21) Anmeldenummer: 12008459.5

(22) Anmeldetag:  19.12.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65B 31/02(2006.01)
B65B 65/02(2006.01)
B65B 61/06(2006.01)
B65B 7/16(2006.01)
B65B 47/00(2006.01)
B29C 65/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Multivac Sepp Haggenmüller GmbH & Co. KG
87787 Wolfertschwenden (DE)

(72) Erfinder:
  • Ehrmann, Elmar
    87730 Bad Grönenbach (DE)
  • Weiß, Klaus
    87730 Bad Grönenbach (DE)

(74) Vertreter: Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser 
Anwaltssozietät Leopoldstrasse 4
80802 München
80802 München (DE)

   


(54) Tiefziehverpackungsmaschine mit elektromotorischem Hubwerk


(57) Die Erfindung betrifft eine Tiefziehverpackungsmaschine (1) mit einem Hubwerk (30) für eine Form- Siegel- oder Schneidstation (2, 3, 4), wobei das Hubwerk (30) Führungen (33) und Hubspindeln (38) vorsieht, die außerhalb eines Kollisionsbereich (K) eines bewegbaren Werkzeuges (32) angeordnet sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Tiefziehverpackungsmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Es ist aus der DE 42 16 210 A1 ein pneumatisches Kniehebelhubwerk für eine Tiefziehverpackungsmaschine bekannt, bei dem alle Antriebskomponenten und die Kniehebelmechanik unterhalb des bewegbaren Werkzeugs angeordnet sind. Bei Tiefziehverpackungsmaschinen liegt die Arbeitshöhe bzw. die Unterfolientransportebene bei einer Höhe von ungefähr 900 mm über dem Boden. Bei einer solchen Arbeitshöhe und mit einem Kniehebelhubwerk sind Mulden mit einer maximalen Ziehtiefe von circa 200 mm herstellbar.

[0003] Aus der US 5,205,110 ist ein elektromotorisches Hubwerk für eine Tiefziehverpackungsmaschine bekannt, bei dem ein Elektromotor in Produktionsrichtung nachfolgend einer Formstation und außerhalb des Bewegungsbereiches eines Formwerkzeugunterteils angeordnet ist und das Formwerkzeugunterteil mittels des Hubwerks angehoben und abgesenkt wird. Mittels Antriebsriemen wird die Antriebsenergie des Elektromotors auf ein Pleuel übertragen, das wiederum seine Rotationsbewegung in eine vertikale Bewegung des Formwerkzeugunterteils mittels einer Kulissenführung umwandelt. Dabei wird das Pleuel in eine Totpunktstellung bewegt, bei der sich das Formwerkzeugunterteil in seiner Arbeitsposition befindet, um hohe Schließkräfte im Zusammenwirken mit dem Formwerkzeugoberteil aufnehmen zu können.

[0004] Aus der DE 10 2008 023 319 A1 ist ein Hubwerk für eine Schalenverschließmaschine bekannt, wobei das Hubwerk zwei Spindeln aufweist, die mittels eines Zahnriemens von einem Servomotor angetrieben sind. Alle Antriebs- und Getriebekomponenten sind unterhalb des Siegelwerkzeugunterteils angeordnet.

[0005] Hubwerke nach dem bekannten Stand der Technik weisen den Nachteil auf, dass durch eine Anordnung von Antriebskomponenten unterhalb eines vertikal zu bewegenden Werkzeuges dessen Hub stark begrenzt ist oder dass das zu bewegende Werkzeug nicht in jeder Stellung so gehalten werden kann, um mit dem zusammenwirkenden Oberwerkzeug auftretende Schließkräfte in Form von Haltekräfte aufnehmen zu können.

[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein elektromotorisches Hubwerk für eine Tiefziehverpackungsmaschine mit erweitertem Hub und flexibler Positionierung zur Verfügung zu stellen.

[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Tiefziehverpackungsmaschine, umfassend ein elektromotorisches Hubwerk mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0008] Die erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine umfasst ein elektromotorisches Hubwerk für eine Form-, Siegel- und/oder Schneidstation, wobei das Hubwerk zwei Schlitten und ein mit den Schlitten verbundenes Werkzeug aufweist und die Schlitten in vertikalen Führungen gelagert sind, und wobei ein Kollisionsbereich durch die Hubbewegung des Werkzeugs zwischen einer unteren und einer oberen Position definiert ist. Genauer definiert sich der Kollisionsbereich als das Integral sämtlicher Raumpositionen, die das Werkzeug bei einer Bewegung von der unteren zur oberen Position (oder umgekehrt) einnehmen kann oder überstreicht. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Hubwerk wenigstens zwei Hubspindeln umfasst, die parallel zu den Führungen und in Draufsicht außerhalb des Kollisionsbereichs des Werkzeugs angeordnet sind. Somit können die Getriebekomponenten wie ein Kniehebelhubwerk unterhalb des Werkzeugs entfallen und der Hub kann nach unten gegenüber der Bodenfläche erweitert werden, ohne die Arbeitshöhe der Tiefziehverpackungsmaschine dabei anzuheben.

[0009] Vorzugsweise sind die Hubspindeln Gewinderollspindeln oder Trapezgewindespindeln, beispielsweise mit einer Steigung von 10 mm pro Umdrehung, um einerseits eine hohe Verstellgeschwindigkeit zu erreichen und andererseits eine große Hubkraft bzw. Haltekraft zu ermöglichen.

[0010] Die Hubspindeln sind bevorzugt mittels Teleskopfedern abgedeckt, um hohen Hygieneanforderungen beispielsweise im Medizin- oder Lebensmittelbereich zu genügen, da zum Teil Maschinenteile mit Reinigungsmitteln gereinigt werden und somit diese Art der Vollabdeckung für bewegbare Maschinenteile den bestmöglichen Schutz bietet.

[0011] Bevorzugt umfasst das Hubwerk Bremsen, die die Hubspindeln verriegeln, um hohe Haltekräfte zu ermöglichen, die von einem Werkzeugoberteil auf das bewegbare Werkzeug durch die auftretenden und benötigten Schließkräfte wirken. Beispielsweise müssen an der Formstation das Formwerkzeugoberteil und das Formwerkzeugunterteil die Folie ringsum einklemmen und einem hohen Formdruck von bis zu 6 bar standhalten. Das große Eigengewicht des bewegbaren Formwerkzeugunterteils spielt eine zusätzliche Rolle.

[0012] In einer vorteilhaften Ausführung sind die Hubspindeln über ein Riemengetriebe mittels eines Elektromotors antreibbar. Dabei ist der Elektromotor bevorzugt ein Servomotor, um sowohl hohe Verstellgeschwindigkeiten, als auch eine hohe Positioniergenauigkeit des Werkzeugs zu ermöglichen. Diese Ausführung ermöglicht eine sehr flache Ausführung und somit einen geringen Platzbedarf unterhalb des bewegbaren Werkzeugs. Die hohe Positioniergenauigkeit ermöglicht auch die Verarbeitung unterschiedlicher Foliendicken, da das Drehmoment und damit die Haltekraft des bewegbaren Werkzeugs in jeder Position anpassbar ist, womit auch geringe Dickenunterschiede der Folie von unter 50 µm ausgeglichen werden können.

[0013] Vorzugsweise weist das Riemengetriebe einen Zahnriemen auf, um das Drehmoment des Elektromotors auf die Hubspindeln zu übertragen, wobei damit auch eine Synchronisation der Hubspindeln zueinander erfolgt.

[0014] Das Hubwerk umfasst in einer vorteilhaften Ausbildung eine feste und eine bewegbare Anschlusseinheit für externe Medien, beispielsweise für Vakuum oder Abluft. Der Vorteil liegt in einer stationären Zuleitung von Medien an die feste Anschlusseinheit, so dass diese Leitungen keiner Bewegung unterliegen. Die bewegbare Anschlusseinheit ist an der Hubschiene oder am Werkzeug angebracht und wirkt mit der festen Anschlusseinheit in einer oberen Arbeitsposition zusammen, in der auch das bewegliche Werkzeug mit einem stationären Werkzeugoberteil der jeweiligen Arbeitsstation zusammenwirkt. Sowohl die Werkzeuge, als auch die Anschlusseinheiten dichten dabei jeweils miteinander luftdicht ab.

[0015] Vorzugsweise ist die feste Anschlusseinheit derart am Hubwerk angebracht, dass sie mit der bewegbaren Anschlusseinheit in der Arbeitsposition des Werkzeuges zusammenwirkt, um ein Medium mittels beider Anschlusseinheiten mit dem Werkzeug zu verbinden. Somit unterliegt keine der Medienleitungen einer Bewegung, die die Lebensdauer der Leitung negativ beeinflussen würde.

[0016] Die Anschlusseinheiten weisen bevorzugt jeweils eine gegenüber der Bewegungsrichtung der Hubbewegung des Hubwerks geneigte Kontaktfläche auf, die eine in Produktionsrichtung kurze Bauform der Anschlusseinheiten mit einer gegenüber einer senkrecht zur Hubbewegung ausgerichteten Kontaktfläche ermöglicht.

[0017] Das Hubwerk weist bevorzugt einen Hub von mehr als 300 mm, im Besonderen mehr als 400 mm auf.

[0018] Zweckmäßig ist es, wenn das bewegliche Werkzeug nicht nur in einer oberen und einer unteren Position positionierbar ist, sondern zusätzlich in einer Werkzeugwechselposition. In dieser Position kann das Werkzeug besonders leicht zugänglich sein, was die Handhabung der Verpackungsmaschine insbesondere im Hinblick auf einen Werkzeugwechsel verbessert.

[0019] Vorzugsweise sind die Hubspindeln jeweils zwischen zwei in einer Produktionsrichtung benachbart angeordneten Führungen vorgesehen, um eine gleichmäßige Verteilung der Hubkräfte und Haltekräfte zu ermöglichen und um Querkräfte auf die Führungen zu minimieren.

[0020] Im Folgenden wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigen:
Fig. 1
eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Tiefziehverpackungsmaschine,
Fig. 2
eine Einzelansicht eines Hubwerkes der Formstation in offener Stellung,
Fig. 3
eine Einzelansicht des Hubwerkes der Formstation in geschlossener Stellung und
Fig. 4
eine Einzelansicht des Riemengetriebes des Hubwerkes von unten.


[0021] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.

[0022] Fig. 1 zeigt in schematischer Ansicht eine erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine 1. Die Tiefziehverpackungsmaschine 1 weist eine Formstation 2, eine Siegelstation 3, eine Querschneideeinrichtung 4 und eine Längsschneideeinrichtung 5 auf, die in dieser Reihenfolge in einer Produktionsrichtung R an einem Maschinengestell 6 angeordnet sind. Eingangsseitig befindet sich an dem Maschinengestell 6 eine Zufuhrrolle 7, von der eine Folie 8 abgezogen wird. Im Bereich der Siegelstation 3 ist ein Materialspeicher 9 vorgesehen, von dem eine Deckelfolie 10 abgezogen wird. Ausgangsseitig ist an der Tiefziehverpackungsmaschine eine Abfuhreinrichtung 13 in Form eines Transportbandes vorgesehen, mit der fertige, vereinzelte Verpackungen abtransportiert werden. Ferner weist die Tiefziehverpackungsmaschine 1 eine nicht dargestellte Vorschubeinrichtung auf, die die Folie 8 ergreift und diese pro Hauptarbeitstakt in der Produktionsrichtung R weitertransportiert. Die Vorschubeinrichtung kann zum Beispiel durch beidseitig angeordnete Transportketten ausgeführt sein.

[0023] In der dargestellten Ausführungsform ist die Formstation 2 als eine Tiefziehstation ausgebildet, bei der in die Folie 8 durch Tiefziehen Mulden 14 geformt werden. Dabei kann die Formstation 2 derart ausgebildet sein, dass in der Richtung senkrecht zur Produktionsrichtung R mehrere Mulden nebeneinander gebildet werden. Die Formstation 2 weist ein Hubwerk 30 auf, um ein Formwerkzeugunterteil bzw. ein Werkzeug 32 (siehe Fig. 2) nach oben gegen ein Formwerkzeugoberteil 47 in eine Arbeitsposition für den Formprozess zu bewegen. In Produktionsrichtung R hinter der Formstation 2 ist eine Einlegestrecke 15 vorgesehen, in der die in der Folie 8 geformten Mulden 14 mit Produkten 16 befüllt werden.

[0024] Die Siegelstation 3 verfügt ebenfalls über ein Hubwerk 30 und über eine verschließbare Kammer 17, in der die Atmosphäre in den Mulden 14 vor dem Versiegeln zum Beispiel durch Evakuieren oder Gasspülen mit einem Austauschgas oder mit einem Gasgemisch ersetzt werden kann.

[0025] Die Querschneideeinrichtung 4 umfasst auch ein Hubwerk 30 und ist als Stanze ausgebildet, die die Folie 8 und die Deckelfolie 10 in einer Richtung quer zur Produktionsrichtung R zwischen benachbarten Mulden 14 durchtrennt. Dabei arbeitet die Querschneideeinrichtung 4 derart, dass die Folie 8 nicht über die gesamte Breite aufgetrennt wird, sondern zumindest in einem Randbereich nicht durchtrennt wird. Dies ermöglicht einen kontrollierten Weitertransport durch die Vorschubeinrichtung. Die Querschneideeinrichtung 4 weist auch ein Hubwerk 30 auf.

[0026] Die Längsschneideeinrichtung 5 ist in der dargestellten Ausführungsform als eine Messeranordnung ausgebildet, mit der die Folie 8 und die Deckelfolie 10 zwischen benachbarten Mulden 14 und am seitlichen Rand der Folie 8 durchtrennt werden, so dass hinter der Längsschneideeinrichtung 5 vereinzelte Verpackungen vorliegen.

[0027] Die Tiefziehverpackungsmaschine 1 verfügt ferner über eine Steuerung 18. Sie hat die Aufgabe, die in der Tiefziehverpackungsmaschine 1 ablaufenden Prozesse zu steuern und zu überwachen. Eine Anzeigevorrichtung 19 mit Bedienelementen 20 dient zum Visualisieren bzw. Beeinflussen der Prozessabläufe in der Verpackungsmaschine 1 für bzw. durch einen Bediener.

[0028] Die generelle Arbeitsweise der Verpackungsmaschine 1 wird im Folgenden kurz beschrieben.

[0029] Die Folie 8 wird von der Zufuhrrolle 7 abgezogen und durch die Vorschubeinrichtung in die Formstation 2 transportiert. In der Formstation 2 werden durch Tiefziehen Mulden 14 in der Folie 8 gebildet. Die Mulden 14 werden zusammen mit dem umgebenden Bereich der Folie 8 in einem Hauptarbeitstakt zu der Einlegestrecke 15 weitertransportiert, in der sie mit Produkten 16 befüllt werden.

[0030] Anschließend werden die befüllten Mulden 14 zusammen mit dem sie umgebenden Bereich der Folie 8 in dem Hauptarbeitstakt durch die Vorschubeinrichtung in die Siegelstation 3 weitertransportiert. Die Deckelfolie 10 wird nach einem Ansiegelvorgang an die Folie 8 mit der Vorschubbewegung der Folie 8 weitertransportiert. Dabei wird die Deckelfolie 10 von dem Materialspeicher 9 abgezogen. Durch das Ansiegeln der Deckelfolie 10 auf die Mulden 14 entstehen verschlossene Verpackungen, die in den nachfolgenden Schneidungen 4 und 5 vereinzelt und mittels der Abfuhreinrichtung 13 aus der Tiefziehverpackungsmaschine 1 heraus transportiert werden.

[0031] Fig. 2 zeigt das Hubwerk 30 in einer offenen Stellung, bei der das bewegliche Werkzeug 32 in seiner untersten Position steht, mit einer Konsole 31, an der jeweils für beide Seiten des Werkzeugs 32 in Produktionsrichtung R gesehen rechts und links zwei Führungen 33 angebracht sind, wobei die Führungen 33 an ihren oberen Enden mit Trägern 34 verbunden sind. Mittels der Träger 34 ist das Hubwerk 30 am Maschinenrahmen 6 in der Tiefziehverpackungsmaschine 1 angebracht. Jeweils ein Schlitten 35 ist über die Führungen 33 vertikal bewegbar und beiden Schlitten 35 sind über eine Hubschiene 36, die quer zur Produktionsrichtung R ausgerichtet ist, miteinander verbunden. An den Schlitten 35 ist jeweils eine Spindelmutter 37 integriert, mittels derer eine Hubbewegung H der Hubschiene 36 vorgesehen ist. Jeweils eine Hubspindel 38 ist mittig zwischen den Führungen 33 vorgesehen. Die Drehung der Hubspindel 38 bedingt eine vertikale Hubbewegung H der Spindelmutter 37 und somit des Schlittens 35 bzw. der Hubschiene 36. Die Hubspindel 38 ist sowohl zwischen der Konsole 31 und dem Schlitten 35, als auch zwischen einer Querstrebe 40 und dem Schlitten 35 mittels einer Teleskopfeder 39 komplett abgedeckt. Die Hubspindel 38 ist mittels einer an der Querstrebe 40 vorgesehenen Bremse 41 verriegelbar.

[0032] Die Hubschiene 36 dient zur Aufnahme des Werkzeugs 32, das in dieser beispielhaften Ausführungsform dreiteilig ausgeführt ist und eine Ziehtiefe von 350 mm aufweist. An den Querstreben 40 ist eine feste Anschlusseinheit 42 und an der Hubschiene 36 ist eine bewegbare Anschlusseinheit 43 angebracht. Die bewegbare Anschlusseinheit 43 weist eine gegenüber der Hubbewegung H des Hubwerkes 30 um 30° bis 60° geneigte Kontaktfläche 44 mit einer Durchgangsöffnung 45 auf, wobei die Durchgangsöffnung 45 über nicht näher dargestellte Durchgänge in der Hubschiene 36 mit dem Werkzeug 32 verbunden ist. Die Neigung der Kontaktfläche 44 der festen Anschlusseinheit 42 ist entsprechend der Hubbewegung H an die Neigung der Kontaktfläche 44 der bewegbaren Anschlusseinheit 43 vorgesehen. An der festen Anschlusseinheit 42 sind Medienver- oder -entsorgungsleitungen 46, beispielsweise für Vakuum oder Abluft, angebracht.

[0033] Im oberen Bereich des Hubwerks 30 ist ein Werkzeugoberteil 47, hier im Speziellen ein Formwerkzeugoberteil, an den Trägern 34 angeordnet, und eine servomotorische Stempeleinrichtung 48 mit ein oder mehreren Stempeln unterstützt den Formprozess zum Formen der Mulden 14 in die Folie 8.

[0034] Fig. 3 zeigt das Hubwerk 30 in der geschlossenen Stellung, bei der sich das Werkzeug 32 in seiner obersten Stellung, die zugleich seine Arbeitsstellung ist, befindet. Hierbei wird die Folie 8 zwischen dem Werkzeug 32 und dem Werkzeugoberteil 47 eingeklemmt und die beiden Anschlusseinheiten 42, 43 wirken mit ihren Kontaktflächen abdichtend zusammen. Die Hubbewegung H des Werkzeugs 32 und der damit benötigte Raumbedarf für diese Bewegung definieren einen Kollisionsbereich K. Das Werkzeug 32 kann auch in andere Stellungen positioniert werden, bei denen die Werkzeuge 32, 47 oder die Anschlusseinheiten 42, 43 jeweils nicht zusammenwirken. Dies kann zum Beispiel eine Stellung sein, bei der ein Wechsel des Werkzeugs 32 in oder entgegen der Produktionsrichtung R oder nach oben erfolgen kann. In der Arbeitsposition des Werkzeugs 32 können die Bremsen 41 aktiviert werden, um die Hubspindeln 38 zu verriegeln. So kann das Werkzeug 32 sehr hohe Schließkräfte, die durch das Werkzeugoberteil 47 und Formdrücke innerhalb der Werkzeuge 32 erzeugt werden, aufnehmen, ohne dass die Klemmung der Folie 8 aufgehoben wird bzw. die Werkzeuge 32, 47 nicht mehr ausreichend abdichten.

[0035] Fig. 4 zeigt ein Riemengetriebe 49 des Hubwerks 30 von unten. Das Riemengetriebe 49 umfasst einen Antriebsriemen 50, der als Zahnriemen mit segmentierten Schlitzen zur Geräuschreduzierung ausgeführt sein kann, jeweils eine Riemenscheibe 51 an den unteren Enden der Hubspindeln 38, eine Umlenkrolle 52 und eine Antriebsscheibe 53. Ein parallel zu den Hubspindeln 38 ausgerichteter und an der Konsole 31 angebrachter Servomotor 54 treibt über die Antriebsscheibe 53 das Riemengetriebe 51 an und erzeugt somit die vertikale Hubbewegung H des Werkzeugs 32. Für eine hygienische Ausführung der Hubwerks 30 sorgt auch eine Abdeckung 55 über das Riemengetriebe 51, um es vor Verschmutzung von oben zu schützen. Ebenso ist eine Kette oder eine andere Riemenart alternativ einsetzbar.

[0036] Bei der erfindungsgemäßen Tiefziehverpackungsmaschine sind die Hubspindeln 38 des Hubwerks 30 in Draufsicht außerhalb des Kollisionsbereichs K des Werkzeugs 32 angeordnet. Damit ist gemeint, dass die Hubspindeln 38 nicht unterhalb des Werkzeugs 32 angeordnet sind, sondern, gemessen an der Produktionsrichtung R, vor oder hinter dem Werkzeug 32 und/oder seitlich neben dem Werkzeug 32. Die Draufsicht auf das Hubwerk 30 erfolgt dabei in derselben Richtung wie die Hubbewegung des Hubwerks 30, d. h. üblicherweise in vertikaler Richtung.

[0037] Wie bereits erläutert, kann das Hubwerk 30 für die Formstation 2, für die Siegelstation 3 oder für die Schneidstation 4 vorgesehen sein. An der Formstation 3 wäre das bewegliche Werkzeug 32 ein Formwerkzeug, üblicherweise ein Formwerkzeug-Unterteil. An der Siegelstation 3 wäre das bewegliche Werkzeug 32 ein Siegelwerkzeug, üblicherweise ein Siegelwerkzeug-Unterteil. Bei einer Verwendung des Hubwerks 30 für die Schneidstation 4 würde es sich beim Werkzeug 32 um ein Messer oder Gegenmesser handeln, das üblicherweise von einem Träger, beispielsweise der Hubschiene 36, getragen wird. Bei einer solchen Schneidstation 4 hat das Messer oder Gegenmesser, dem als Werkzeugoberteil 47 ein komplementäres Gegenmesser oder Messer zugeordnet ist, üblicherweise geringere räumliche Abmessungen als der Träger beziehungsweise die Hubschiene 36. Für die Zwecke der Festlegung des Kollisionsbereichs K können daher an einer Schneidstation das Messer und sein Träger (beispielsweise die Hubschiene 36) gemeinsam als "Werkzeug (32)" betrachtet werden. Damit ist der Kollisionsbereich K der gesamte Bereich, der bei der Bewegung durch das Hubwerk 30 vom Messer und vom Träger überstrichen wird.

[0038] An der Siegelstation 3 ist das Werkzeugoberteil 47 als Siegelwerkzeugoberteil ausgeführt und dort ist keine servomotorische Stempeleinheit vorgesehen.

[0039] Es sind auch Ausführungen des Hubwerks 30 denkbar, die sechs, acht oder mehr Führungen 33 und vier, sechs oder mehr Hubspindeln umfassen. Des Weiteren ist ein Riemengetriebe 49 denkbar, bei der der Antriebsriemen 50 außerhalb der Führungen 33 und über vier Umlenkrollen 52 an allen vier Ecken des Hubwerks 30 verläuft, um die Hubschiene 36 noch weiter nach unten anordnen zu können.

[0040] Um noch größere Hubbewegungen H zu ermöglichen, kann die Arbeitshöhe der Maschine 1 (d. h. die Ebene für den Transport der Folie 8) und damit der Maschinenrahmen 6 erhöht werden.


Ansprüche

1. Tiefziehverpackungsmaschine (1), umfassend ein elektromotorisches Hubwerk (30) für eine Form- (2), Siegel- (3) und/oder Schneidstation (4), wobei das Hubwerk (30) zwei Schlitten (35) und ein mit den Schlitten (35) verbundenes Werkzeug (32) aufweist und die Schlitten (35) in vertikalen Führungen (33) gelagert sind, und ein Kollisionsbereich (K) durch die Hubbewegung (H) des Werkzeugs (32) zwischen einer unteren und einer oberen Position definiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (30) wenigstens zwei Hubspindeln (38) umfasst, die parallel zu den Führungen (33) und außerhalb des Kollisionsbereichs (K) des Werkzeugs (32) angeordnet sind.
 
2. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hubschiene (36) vorgesehen ist, mittels derer das Werkzeug (32) mit den Schlitten (35) verbunden ist.
 
3. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubspindeln (38) Gewinderollspindeln sind.
 
4. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubspindeln (38) mittels Teleskopfedern (39) abgedeckt sind.
 
5. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (30) Bremsen (41) umfasst, die die Hubspindeln (38) verriegeln können.
 
6. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubspindeln (38) über ein Riemengetriebe (49) mittels eines Elektromotors (54) antreibbar sind.
 
7. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (54) ein Servomotor ist.
 
8. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Riemengetriebe (49) einen Zahnriemen (50) aufweist.
 
9. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (30) eine feste und eine bewegbare Anschlusseinheit (42, 43) für externe Medien umfasst.
 
10. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die bewegbare Anschlusseinheit (43) an der Hubschiene (36) oder am Werkzeug (32) angebracht ist.
 
11. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die feste Anschlusseinheit (42) derart am Hubwerk (30) angebracht ist, dass sie mit der bewegbaren Anschlusseinheit (43) in der Arbeitsposition des Werkzeuges (32) zusammenwirkt, um ein Medium mittels beider Anschlusseinheiten (42, 43) mit dem Werkzeug (32) zu verbinden.
 
12. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlusseinheiten (42, 43) jeweils eine gegenüber der Bewegungsrichtung der Hubbewegung (H) des Hubwerks (30) geneigte Kontaktfläche (44) aufweisen.
 
13. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (30) einen Hub von mehr als 300 mm aufweist.
 
14. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (32) zusätzlich zur oberen und unteren Position in einer Werkzeugwechselposition positionierbar ist.
 
15. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubspindeln (38) jeweils zwischen zwei in einer Produktionsrichtung (R) benachbart angeordneten Führungen (33) vorgesehen sind.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente