(19)
(11) EP 1 807 223 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
23.09.2015  Patentblatt  2015/39

(21) Anmeldenummer: 05729093.4

(22) Anmeldetag:  05.04.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B07B 7/08(2006.01)
B07B 1/22(2006.01)
B07B 7/083(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2005/003570
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2006/048050 (11.05.2006 Gazette  2006/19)

(54)

SICHTER MIT SICHTERRAD ZUR TRENNUNG STAUBFÖRMIGER FASRIGER ODER KÖRNIGER GÜTER

SEPARATOR COMPRISING A SEPARATING ROTOR FOR THE SEPARATION OF DUST FIBROUS OR PARTICULATE MATERIAL

SEPARATEUR INCORPORANT UNE ROUE DE SEPARATION POUR TRIER LES PRODUITS PULVERULENTS FIBREUX OU GRANULEUX


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 05.11.2004 DE 102004053530

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.07.2007  Patentblatt  2007/29

(73) Patentinhaber: Noll, Ulf
86399 Bobingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Noll, Ulf
    86399 Bobingen (DE)

(74) Vertreter: Kruspig, Volkmar et al
Meissner, Bolte & Partner GbR Widenmayerstrasse 47
80538 München
80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 4 419 522
US-A- 5 593 043
US-A- 5 377 843
US-A- 5 667 075
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Sichter gemäß Patentanspruch 1.

    [0002] Windsichten stellt sich als ein Verfahren zur Trennung staubförmiger, körniger oder fasriger Güter dar, wobei das Trennen nach der Sinkgeschwindigkeit unter dem Einfluß von Kornform, Korngröße und Dichte erfolgt.

    [0003] Ein Qualitätskriterium eines Windsichters ist die Trennwirkung, wobei nach Möglichkeit alle Teilchen, die größer als die Trenngrenze sind, ins Grobgut und kleinere Teilchen ins Feingut befördert werden.

    [0004] Für Windsichter kommen sogenannte Sichterräder aus z.B. Stahl oder Keramik zum Einsatz, wobei auch die Möglichkeit besteht, mehrere Sichterräder in einem Gerät anzuordnen, um eine Steigerung der Leistungsfähigkeit zu erreichen.

    [0005] Durch den Einsatz von Sichterrädern aus Al2O3 oder SiC in Verbindung mit einer entsprechenden Auskleidung eines Sichters kann erreicht werden, daß eisenabriebfreie Pulver zur Verfügung stehen. Üblicherweise zur Anwendung kommende Sichterräder weisen eine im wesentlichen Zylinderform auf mit einer Boden- und einer Deckplatte, wobei im Regelfall in oder an der Bodenplatte eine Aufnahme für einen motorischen Antrieb, insbesondere für eine Antriebswelle vorgesehen ist, so z.B. aus der Dokument US-A-5 377 843.

    [0006] Zwischen den über Abstandshalter voneinander distanzierten Platten befindet sich eine Vielzahl von Förderschaufeln, welche für die notwendige Gutströmung in Verbindung mit dem vorerwähnten Antrieb sorgen. Die mit dem aufgegebenen Gut in Verbindung kommenden Schaufeln müssen insbesondere bei hohen Drehzahlen außerordentlich beständig und abriebfest sein, um eine technologisch sinnvolle Standzeit des jeweiligen Sichterrads zu erreichen.

    [0007] Bezüglich der Verwendung eines Sichterrads innerhalb eines Sichterkopfs mit Strömungskammer sei auf die multifunktionale Vorrichtung zum Mahlen, Sichten, Mischen und/oder Desagglomerieren gemäß DE 100 45 160 A1 aufmerksam gemacht. Auch bei der dortigen Vorrichtung findet ein Sichterrad Anwendung, welches eine Vielzahl radial orientierter Schaufeln zwischen zwei gegenüberliegenden kreisförmigen Flächen aufweist. Der vorbekannte Sichter besteht aus einem Sichtergehäuse mit einem Spiralaustritt für Feingut und weist eine durch eine Tür verschließbare Öffnung auf, wobei das Sichterrad einstellbar drehbar an der Tür gelagert ist und die Tür außenseitig mit einem elektromotorischen Antrieb in Verbindung steht. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß nur das Sichterrad selbst mit dem zu sichtenden Gut in Kontakt kommt und Beschädigungen der Achse oder der Aufnahme für das Sichterrad weitgehend ausgeschlossen werden können.

    [0008] Es hat sich jedoch gezeigt, daß bekannte Sichterräder hinsichtlich der Trennschärfe, der Feingutausbeute und der Standzeiten noch nicht allen Anforderungen bei verschiedenen Applikationen genügen. Insbesondere tritt bei üblichen Sichterrädern insbesondere am Feingutaustritt ein sehr hoher, kaum vermeidbarer Verschleiß auf, mit der Folge, daß ein mehr oder weniger häufiges Wechseln des Sichterrads und damit eine Produktionsunterbrechung notwendig wird.

    [0009] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, einen Sichter anzugeben, welcher einen höheren Wirkungsgrad besitzt und der einen störungsfreien Betrieb ermöglicht.

    [0010] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einem Sichter nach Anspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen umfassen.

    [0011] Bei einem vorgeschlagenen Sichterrad wird von einem an sich bekannten, im wesentlichen zylindrischen Körper ausgegangen, wobei der zylindrische Körper einen konzentrischen Kern oder Zapfen zur Aufnahme einer Antriebswelle, bevorzugt für einen motorischen Antrieb aufweist und eine Vielzahl über den Zylinderumfang verteilte Strömungsöffnungen sowie einen Feingutaustritt besitzt.

    [0012] Der zylindrische Körper besteht aus einem monolithischen Block, wobei die Zylindermantelstärke im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich größer gewählt ist. Die Zylindermantelstärke liegt im Bereich des 0,1- bis 0,4-, bevorzugt 0,125- bis 0,3-fachen des Zylinderaußendurchmessers.

    [0013] Zwischen den, z.B. durch Fräsen eingebrachten Strömungsöffnungen verbleiben signifikante Stege im Zylindermantel, so daß für eine ausreichende Festigkeit gegenüber Verschleiß Sorge getragen wird. Die Strömungsöffnungen sind als in Zylinderlängsachsenrichtung verlaufende Schlitze und/oder eine Vielzahl radial orientierter Bohrungen ausgebildet.

    [0014] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Sichterrades ist die Breite der Schlitze kleiner als die Breite der verbleibenden Stege vorgegeben.

    [0015] Die Schlitze erstrecken sich, gegebenenfalls unterbrochen durch einen Abstützring, über die Länge des nahezu gesamten Zylinders.

    [0016] Im Falle der Ausbildung der Strömungsöffnungen als Bohrungen sind bei einer Ausführungsvariante die Bohrungslängsachsen jeweils zur Längsachse des Zylinders hin gerichtet.

    [0017] Alternativ besteht die Möglichkeit, die Bohrungslängsachsen unter einem Winkel schräg verlaufend anzuordnen, wobei sich die gedachten verlängerten Bohrungslängsachsen außerhalb der Zylinderlängsachse schneiden.

    [0018] Die Schräganordnung oder Schrägorientierung der Bohrungen verläuft bevorzugt in Drehrichtung des Sichterrads.

    [0019] Bezogen auf ein kartesisches Koordinatensystem mit Ursprung auf der Zylinderlängsachse liegt der Schrägstellungswinkel der Bohrungen im Bereich zwischen 30° und 60°, bevorzugt zwischen 40° und 50°.

    [0020] Die jeweiligen Bohrungen in Umfangsrichtung benachbarter Bohrungsreihen sind ausgestaltend versetzt angeordnet.

    [0021] Am antriebsseitigen Ende weist der zylindrische Körper eine Fase auf, welche üblicherweise schräg verlaufend oder als Kreisbogenabschnitt ausgeführt sein kann.

    [0022] Der zylindrische Körper besteht in einer bevorzugten Ausführungsform aus Kunststoff, insbesondere einem Hartpolymer.

    [0023] Weiterhin umfaßt der zylindrische Körper einen Metallkerneinsatz, welcher wiederum der Aufnahme einer Antriebswelle dient.

    [0024] Selbstverständlich kann das Sichterrad auch aus einem metallischen oder keramischen Werkstoff gefertigt werden, ohne den Grundgedanken der Erfindung zu verlassen.

    [0025] Mit Einsatz des beschriebenen Sichterrads hat es sich gezeigt, daß durch die Vielzahl von Strömungsöffnungen, insbesondere Bohrungen, sich die strömende Luft bzw. das Produkt-Luft-Gemisch sehr gleichmäßig über den vollen Flächenumfang des Rades verteilt. Hierdurch resultiert eine sehr gleichmäßige und insgesamt geringe Belastung des Rades, d.h. der Radoberfläche, wobei in der Quintessenz sich längere Standzeiten ergeben.

    [0026] Durch die Anordnung von Bohrungen im monolithischen Körper in einem Flächenverhältnis Bohrung zu verbleibenden Stegen von im wesentlichen etwa 1:1 ergeben sich höhere Festigkeiten des Laufrads, wodurch höhere Umfangsgeschwindigkeiten von ≥ 60 m/sec möglich werden, d.h. es können noch feinere Fertiggüter bei Anwendung des Sichterrads in einem Windsichter erzielt werden.

    [0027] Insgesamt führt die Nutzung des vorgestellten Sichterrads zu einer besseren Trennschärfe, einer höheren Feingutausbeute, wodurch wiederum feingutarmes Grobgut zur Verfügung steht.

    [0028] Die Erfindung betrifft im Wesentlichen einen Sichter mit einem Sichterrad zur Trennung staubförmiger, fasriger oder körniger Güter nach der Sinkgeschwindigkeit unter dem Einfluß von Kornform, Korngröße und Dichte, wobei das Sichterrad aus einem im Wesentlichen zylindrischen Körper mit einem konzentrischen Kern oder Zapfen zur Aufnahme einer Antriebswelle besteht und eine Vielzahl über den Zylinderumfang verteilte Strömungsöffnungen sowie einen Feingutaustritt aufweist.

    [0029] Erfindungsgemäß ist das Sichterrad im Sichtraum nicht-zentrisch derart angeordnet, daß sich der Strömungsquerschnitt von der Materialaufgabeseite in Richtung Feingutaustritt verringert.

    [0030] Zurückgehend auf eine Erkenntnis der Anmelderin hat sich herausgestellt, daß bei einer zentrischen Anordnung die Verteilung der Luftströmung in der Umgebung des Sichterrads sehr inhomogen ist. Dies ist dadurch begründet, daß beim Umströmen des Sichterrads stetig Gas bzw. Luft aus der umlaufenden Strömung entnommen wird. Da bei bekannten Sichtern der Strömungsquerschnitt um das Rad konstant ist, verändert sich aufgrund der verringerten Strömungsmenge die Strömungsgeschwindigkeit.
    Wird der Strömungsquerschnitt von der Materialaufgabeseite in Richtung Feingutaustritt verringert, wird eine konstante Strömungsgeschwindigkeit erreicht. Hierdurch werden um nahezu den gesamten Radumfang konstante Konditionen und somit eine einheitliche Ausbringung der Feingutanteile erzielt. Aus der gleichbleibenden Umströmungsgeschwindigkeit resultiert eine konstante Fliehkraft der Teilchen, was zur Folge hat, daß die Grobanteile einen gleichbleibenden Abstand zum Sichterrad einnehmen. Dadurch geraten diese Grobanteile nicht mehr in Kontakt mit dem Sichterrad und können dort keinen Verschleiß verursachen.

    [0031] Weiterhin ist erfindungsgemäß das Anordnen der Ansaugstelle tangential zum Sichtraum, und zwar insbesondere mit der vorbeschriebenen nichtzentrischen Anordnung des Sichterrads. Diese technische Lösung gewährleistet, daß ein erhöhter Verschleiß bzw. die Zerstörung des Rades durch direkten Beschuß von Sichtgut, Mahlkugeln oder Fremdteile ausgeschlossen ist. Die eintretenden gröberen Partikel bzw. Fremdteile werden an der Innenseite des Sichters abgebremst. Derartig in der Geschwindigkeit verlangsamte Teilchen verursachen aufgrund ihrer geringeren kinetischen Energie nur einen geringen Verschleiß in der Grobgutzone.

    [0032] Die erfindungsgemäße Weiterentwicklung des Sichters schafft demnach eine homogene Strömungsverteilung rund um das Sichterrad, sichert einen höheren Wirkungsgrad, führt zu einem geringeren Verschleißt, wobei insbesondere Mahlkugeln oder sehr grobes Gut im Sichter nicht zu Störungen führen.

    [0033] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme von Figuren näher erläutert werden.

    [0034] Hierbei zeigen:
    Fig. 1
    eine Darstellung eines Sichterrads mit Längsschlitzen im Teilquerschnitt sowie Teillängsschnitt;
    Fig. 2
    eine Darstellung ähnlich der Fig. 1, jedoch mit einem Sichterrad mit innerem Verstärkungsring;
    Fig. 3
    eine Darstellung eines Loch-Sichterrads im Teilquerschnitt sowie Teillängsschnitt und
    Fig. 4
    eine Darstellung eines Sichters mit exzentrisch angeordnetem Sichterrad im Sichtraum.


    [0035] Die in den Ausführungsbeispielen gezeigten Sichterräder besitzen eine im wesentlichen zylindrische Form mit einem Bodenbereich, welcher flanschartig ausgeführt ist und der bezogen auf die Zylinderlängsachse 2 einen Stahlkerneinsatz 3 zur Aufnahme einer nicht gezeigten Antriebswelle aufweist.

    [0036] Am dem Bodenbereich gegenüberliegenden Ende des zylindrischen Sichterrads weist dieses einen Öffnungsabschnitt 4 auf, welcher dem Feingutaustritt dient.

    [0037] Aus den Darstellungen insbesondere nach den Fig. 1 bis 4 wird deutlich, daß abweichend zu anderem bekannten Stand der Technik die Stärke oder Dicke des Zylindermantels sehr groß gewählt wird und beispielsweise im Bereich bis 0,1- bis 0,4-, bevorzugt 0,125- bis 0,3-fachen des Zylinderaußendurchmessers liegt.

    [0038] In den Zylindermantel 5 sind, wie aus den Figuren ersichtlich, Strömungsöffnungen eingebracht.

    [0039] Gemäß den Fig. 1 und 2 sind die Strömungsöffnungen in Form von Schlitzen 6 realisiert. Zwischen den jeweils benachbarten Schlitzen verbleiben Stege 7, deren Stegbreite größer als die Schlitzbreite im gezeigten Ausführungsbeispiel ist.

    [0040] Die Schlitze sind bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 durch einen Abstützring 8 unterbrochen, so daß sich die notwendige Gesamtstabilität des Sichterrads auch bei größeren Längsabmessungen ergibt.

    [0041] Die Schlitze 6 erstrecken sich bevorzugt über die gesamte Länge des zylindrischen Körpers mit Ausnahme des Bodenbereichs 1.

    [0042] Die bevorzugte Drehrichtung des Sichterrads ist im jeweiligen linken Teil der Fig. 1 bis 3 durch eine Pfeildarstellung symbolisiert.

    [0043] Wie in der Fig. 1 erkennbar, besteht die Möglichkeit, die Schlitze 6 auch schräg verlaufend auszuführen. Dies bedeutet, daß im Gegensatz zur Ausführungsform nach Fig. 1 sich die gedachten Längsachsen der Schlitze 6 nicht auf der Zylinderachse 2 treffen bzw. dort schneiden.
    Bezüglich eines gedachten Koordinatensystems, welches seinen Ursprung auf der Zylinderlängsachse 2 hat, sind die Schlitze 6 gemäß Darstellung nach Fig. 1 um einen Winkel von beispielsweise 45° verlaufend orientiert.

    [0044] Bei der Ausführungsform gemäß der zeichnerischen Darstellung nach Fig. 3 wird von einem Loch-Sichterrad ausgegangen, welches ebenfalls einen Bodenbereich 1, eine Zylinderlängsachse 2, einen Stahlkerneinsatz 3 sowie einen Öffnungsabschnitt 4 aufweist.

    [0045] Auch bei dieser Ausführungsform weist der Zylindermantel 5 eine relativ große Dicke bzw. Wandstärke auf.

    [0046] In den Zylindermantel 5 sind in Abwandlung zum ersten Ausführungsbeispiel lochartige Bohrungen 9 eingebracht.

    [0047] Die Längsachsen der Bohrungen 9 können jeweils zur Längsachse des Zylinders hin gerichtet sein (nicht dargestellt) oder aber unter einem vorgegebenen Winkel (siehe Fig. 3, linker Bildteil) verlaufen.

    [0048] Demnach sind die Bohrungslängsachsen der Bohrungen 9 unter einem Winkel schräg verlaufend angeordnet, wobei sich die gedachten verlängerten Bohrungslängsachsen außerhalb der Zylinderlängsachse 2 schneiden.

    [0049] Die Schrägorientierung der Bohrungen 9 verläuft bevorzugt in Drehrichtung des Sichterrads (siehe Pfeildarstellung).

    [0050] Bezogen auf ein kartesisches Koordinatensystem mit Ursprung auf der Zylinderlängsachse 2 liegt der Schrägstellungswinkel der Bohrungen 9 im Bereich zwischen 30° und 60°, bevorzugt zwischen 40° und 50°.

    [0051] Die jeweiligen Bohrungen 9 in Umfangsrichtung benachbarter Bohrungsreihen besitzen eine versetzte Anordnung, wie dies aus der Fig. 3, rechter Bildteil deutlich wird.

    [0052] Am antriebsseitigen Ende weisen die zylindrischen Körper gemäß den Ausführungsbeispielen eine Fase 10 auf.

    [0053] Im Vergleich zu Standard-Sichterrädern tritt bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen, insbesondere bei derjenigen mit einer Vielzahl von Löchern oder Bohrungen ein geringerer und umfangsseitig gleichmäßiger Verschleiß auf, so daß sich größere Standzeiten ergeben.

    [0054] Die Sichterräder können aus zerspanbaren Stählen sowie Keramiken wie Al2O3, Zirkonoxide, SiC oder Ähnliches, aber auch aus Polyurethanen oder Kunststoffen gefertigt werden.

    [0055] Die Geometrien der Bohrungen respektive der Schlitze im Rad sind im Bereich der Erfindungslehre frei wählbar und lassen sich entsprechend der gewählten Materialarten des Rades durch spanabhebende Verfahren realisieren.

    [0056] Versuche mit Kaolin unter Anwendung der Windsichter mit erfindungsgemäßem Sichterrad bei gleicher Sichterrad-Drehzahl haben gezeigt, daß die maximale Feingutfeinheit bei einem erfindungsgemäßen Lochrad D 95%, 5,7 µm beträgt. Die Feingutfeinheit bei einem Standard-Rad hingegen beträgt 8,0 µm.

    [0057] Der Fehlkornanteil bei einem Standard-Rad liegt im Bereich zwischen 33% und 34%; bei einem erfindungsgemäßen Lochrad hingegen nur im Bereich zwischen 30% und 32%. Trotz deutlich feinerer Trennung ergibt sich bei der Nutzung der Erfindungslehre ein besserer Fehlkornanteil.

    [0058] Bei weiteren Versuchen mit Sand wurde eine deutlich bessere Trennschärfe und somit Feingutausbeute nachgewiesen. Der Fehlkornanteil lag hier bei einem Standard-Rad im Bereich zwischen 15% und 16%, beim erfindungsgemäßen Lochrad bei ca. 5%.

    [0059] Der erfindungsgemäße Sichter gemäß der Darstellung nach Fig. 4 ist so ausgebildet, daß das Sichterrad 80 nicht zentrisch im Sichtraum 90 angeordnet wird.

    [0060] Diese Anordnung erfolgt derart, daß sich der Strömungsquerschnitt von der Seite 100, d.h. der Materialaufgabeseite, zur Seite 110, d.h. in Richtung Feingutaustritt verringert. Durch diese Verringerung des Strömungsquerschnitts von 100 in Richtung 110 wird eine konstante Strömungsgeschwindigkeit erreicht. Dies führt dazu, daß um den gesamten Umfang des Sichterrads 80 sich konstante Konditionen und eine einheitliche Ausbringung der Feingutanteile einstellen. Aus der gleichbleibenden Umströmungsgeschwindigkeit resultiert eine konstante Fliehkraft der Teilchen (Punktdarstellungen in der Fig. 4), was zur Folge hat, daß die Grobanteile einen gleichbleibenden Abstand zum Sichterrad 80 einnehmen. Diese Grobanteile gelangen dann nicht mehr in Kontakt mit dem Sichterrad 80 und können keinen Verschleiß verursachen.

    [0061] Die Ansaugstelle 120 ist bezogen auf den Sichtraum 90 tangential verlaufend orientiert. Diese Maßnahme gewährleistet, daß ein erhöhter Verschleiß bzw. die Zerstörung des Sichterrads 80 durch direkten Beschuß von Sichtgut, Mahlkugeln oder Fremdteile ausgeschlossen ist. Die eintretenden gröberen Partikel 130 werden an der Innenseite des Sichtraums 90 abgebremst, so daß deren kinetische Energie in sinnvoller Weise reduziert ist. In der Fig. 4 ist der Feingutaustritt mit dem Bezugszeichen 140 und der Grobgutaustritt mit dem Bezugszeichen 150 versehen.

    Bezugszeichenaufstellung



    [0062] 
    1
    Bodenbereich
    2
    Zylinderlängsachse
    3
    Stahlkerneinsatz
    4
    Öffnungsabschnitt
    5
    Zylindermantel
    6
    Schlitz
    7
    Steg
    8
    Abstützring
    9
    Bohrung
    10
    Fase
    80
    Sichterrad
    90
    Sichtraum
    100
    Materialaufgabeseite
    110
    Richtung Feingutaustritt
    120
    Ansaugstelle
    130
    Partikel
    140
    Feingutaustritt
    150
    Grobgutaustritt



    Ansprüche

    1. Sichter mit einem Sichterrad zur Trennung staubförmiger, fasriger oder körniger Güter nach der Sinkgeschwindigkeit unter dem Einfluß von Kornform, Korngröße und Dichte, das Sichterrad bestehend aus einem im Wesentlichen zylindrischen Körper (5) mit einem konzentrischen Kern oder Zapfen zur Aufnahme einer Antriebswelle, einer Vielzahl über den Zylinderumfang verteilten Strömungsöffnungen sowie einem Feingutaustritt (140),
    dadurch gekennzeichnet, daß
    das Sichterrad im Sichtraum (90) nicht-zentrisch derart angeordnet ist, daß sich der Strömungsquerschnitt von der Materialaufgabeseite in Richtung Feingutaustritt (110) verringert.
     
    2. Sichter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    der zylindrische Körper des Sichterrads aus einem monolithischen Block besteht, wobei die Zylindermantelwandstärke im Bereich des 0,1- bis 0,4-, bevorzugt 0,125- bis 0,3-fachen des Zylinderaußendurchmessers liegt, zwischen den Strömungsöffnungen Stege (7) im Zylindermantel verbleiben und die Strömungsöffnungen als in Zylinderlängsrichtung verlaufende Schlitze (6) und/oder eine Vielzahl radial orientierter Bohrungen ausgebildet sind.
     
    3. Sichter nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die Breite der Schlitze kleiner als die Breite der verbleibenden Stege ist.
     
    4. Sichter nach Anspruch 2 oder 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die Schlitze, gegebenenfalls unterbrochen durch einen Abstützring (8), über die Länge des Zylinders sich erstreckend angeordnet sind.
     
    5. Sichter nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die Längsachsen der Bohrungen (9) jeweils zur Längsachse des Zylinders hin gerichtet sind.
     
    6. Sichter nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die Bohrungslängsachsen unter einem Winkel schräg verlaufend angeordnet sind, wobei sich die gedachten verlängerten Bohrungslängsachsen außerhalb der Zylinderlängsachse schneiden.
     
    7. Sichter nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die Schrägorientierung der Bohrungen in Drehrichtung des Rades verläuft.
     
    8. Sichter nach Anspruch 6 oder 7,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    bezogen auf ein kartesisches Koordinatensystem mit Ursprung auf der Zylinderlängsachse der Schrägstellungswinkel im Bereich zwischen 30° und 60°, bevorzugt zwischen 40° und 50° liegt.
     
    9. Sichter nach Anspruch 2, 5, 6 oder 7,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die jeweiligen Bohrungen in Umfangsrichtung benachbarter Bohrungsreihen versetzt zueinander angeordnet sind.
     
    10. Sichter nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    am antriebsseitigen Ende der zylindrische Körper eine umlaufende Fase (10) aufweist.
     
    11. Sichter nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    der zylindrische Körper aus einem Kunststoff, insbesondere Hartpolymermaterial besteht.
     
    12. Sichter nach Anspruch 11,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    der zylindrische Körper einen Metallkerneinsatz umfaßt.
     
    13. Sichter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    die Ansaugstelle tangential zum Sichtraum verlaufend orientiert ist.
     


    Claims

    1. Separator having a separator wheel for separating dust-like, fibrous or granular materials according to sinking speed under the influence of grain shape, grain size and density, the separator wheel being comprised of an essentially cylindrical body (5) having a concentric core or pin for receiving a drive shaft, a plurality of flow openings distributed across the cylinder's circumference, as well as a fine material outlet (140),
    characterized in that
    the separator wheel is disposed within the separating chamber (90) to be non-centric such that the flow cross-section reduces from the material feeding side toward the fine material outlet (110).
     
    2. Separator according to claim 1,
    characterized in that
    the cylindrical body of the separator wheel is comprised of a monolithic block, wherein the cylinder wall thickness is in the range of 0.1 to 0.4, preferably 0.125 to 0.3 times the cylinder's outer diameter, webs (7) remain between the flow openings in the cylinder envelope, and the flow openings are formed as slots (6) running in the cylinder's longitudinal direction and/or as a plurality of radially oriented bores.
     
    3. Separator according to claim 2,
    characterized in that
    the width of the slots is less than the width of the remaining webs.
     
    4. Separator according to claim 2 or 3,
    characterized in that
    the slots are arranged, where appropriate, interrupted by a support ring (8), to extend over the length of the cylinder.
     
    5. Separator according to claim 2,
    characterized in that
    the longitudinal axes of the bores (9) are each directed toward the longitudinal axis of the cylinder.
     
    6. Separator according to claim 5,
    characterized in that
    the bores' longitudinal axes are arranged to be obliquely extending by an angle, wherein the imaginary prolonged bores' longitudinal axes intersect outside the cylinder's longitudinal axis.
     
    7. Separator according to claim 6,
    characterized in that
    the oblique orientation of the bores extends in the rotation direction of the wheel.
     
    8. Separator according to claim 6 or 7,
    characterized in that,
    with respect to a Cartesian coordinate system having the origin on the cylinder's longitudinal axis, the tilt angle is in the range between 30° and 60°, preferably between 40° and 50°.
     
    9. Separator according to claim 2, 5, 6 or 7,
    characterized in that
    the respective bores are arranged to be staggered from one another in the circumferential direction of adjacent bore rows.
     
    10. Separator according to any one of claims 2 to 9,
    characterized in that
    the drive-side end of the cylindrical body exhibits a surrounding chamfer (10).
     
    11. Separator according to any one of claims 2 to 10,
    characterized in that
    the cylindrical body is formed of a plastic, in particular a hard polymer material.
     
    12. Separator according to claim 11,
    characterized in that
    the cylindrical body comprises a metal core insert.
     
    13. Separator according to claim 1,
    characterized in that
    the intake position is oriented to be tangentially extending to the separating chamber.
     


    Revendications

    1. Séparateur avec une roue de séparation pour la séparation de produits pulvérulents, fibreux ou granuleux d'après la vitesse de chute sous l'influence de la forme, de la taille et de la densité des granulés, la roue de séparation étant constituée d'un corps sensiblement cylindrique (5) avec un noyau ou un tenon concentrique pour la réception d'un arbre d'entraînement, une pluralité d'ouvertures d'écoulement réparties sur la périphérie du cylindre, ainsi qu'une sortie de matières fines (140),
    caractérisé en ce que
    la roue de séparation est agencée dans la chambre de séparation (90) de manière non centrée, de telle façon que la section d'écoulement diminue depuis le côté de distribution des matières en direction de la sortie des matières fines (110).
     
    2. Séparateur selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que le corps cylindrique de la roue de séparation est constitué d'un bloc monolithique, dans lequel l'épaisseur de paroi de l'enveloppe du cylindre est dans la plage de 0,1 à 0,4 fois et de préférence 0,125 à 0,3 fois le diamètre extérieur du cylindre, des barrettes (7) demeurent dans l'enveloppe de cylindre entre les ouvertures d'écoulement, et les ouvertures d'écoulement sont réalisées sous forme de fentes (6) s'étendant dans la direction longitudinale du cylindre et/ou d'une pluralité de perçages orientés radialement.
     
    3. Séparateur selon la revendication 2,
    caractérisé en ce que la largeur des fentes est plus petite que la largeur des barrettes restantes.
     
    4. Séparateur selon la revendication 2 ou 3,
    caractérisé en ce que les fentes, interrompues le cas échéant par une bague de soutien (8), sont agencées de manière à s'étendre sur la longueur du cylindre.
     
    5. Séparateur selon la revendication 2,
    caractérisé en ce que les axes longitudinaux des perçages (9) sont dirigés respectivement vers l'axe longitudinal du cylindre.
     
    6. Séparateur selon la revendication 5,
    caractérisé en ce que les axes des perçages sont agencés de manière à s'étendre en oblique sous un angle, de sorte que les prolongements imaginaires des axes longitudinaux des perçages se recoupent à l'extérieur de l'axe longitudinal du cylindre.
     
    7. Séparateur selon la revendication 6,
    caractérisé en ce que l'orientation en oblique des perçages s'étend dans le sens de rotation de la roue.
     
    8. Séparateur selon la revendication 6 ou 7,
    caractérisé en ce que, par référence à un système de coordonnées cartésien ayant son origine sur l'axe longitudinal du cylindre, l'angle de positionnement oblique est dans la plage entre 30° et 60°, de préférence entre 40° et 50°.
     
    9. Séparateur selon la revendication 2, 5, 6 ou 7,
    caractérisé en ce que les perçages respectifs dans des rangées de perçages voisines en direction périphérique sont agencés de façon décalée les uns par rapport aux autres.
     
    10. Séparateur selon l'une des revendications 2 à 9,
    caractérisé en ce que le corps cylindrique composte, à l'extrémité côté entraînement, un chanfrein périphérique (10).
     
    11. Séparateur selon l'une des revendications 2 à 10,
    caractérisé en ce que le corps cylindrique est en matière plastique, en particulier en matériau à base de polymère dur.
     
    12. Séparateur selon la revendication 11,
    caractérisé en ce que le corps cylindrique inclut un insert central métallique.
     
    13. Séparateur selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que replacement d'aspiration est orienté de manière à s'étendre tangentiellement par rapport à la chambre de séparation.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente