[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum kontinuierlichen,
gleichmäßigen Auftragen wäßriger Imprägnierflotten enthaltend mindestens ein Behandlungsmittel
auf wassernasse, textile Warenbahnen, die von einer vorangegangenen Naßbehandlung
her auf einen bestimmten Restfeuchtigkeitsgehalt gleichmäßig teilentwässert worden
sind, wobei deren Feuchtigkeitsgehalt in Längs- und Querrichtung zum Warenlauf durch
eine apparative Anordnung aus mehr als. zwei Meßstellen über die Bahnbreite vor dem
Flottenauftrag und durch eine ebensolche weitere Meßanordnung nach dem Flottenauftrag
stetig sowie berührungslos ermittelt und in Übereinstimmung damit der Feuchtigkeitsgehalt
nach
ei
nem zweiten Entwässern derart eingestellt wird, daß derselbe höher ist als nach der ersten
Entwässerung. Im Falle des kontinuierlichen Färbens und/oder Veredelns von Textilgut
jeglicher Art ist die erfindungsgemäße Applikationstechnik von besonderer Bedeutung.
[0002] Nach den in der Praxis geläufigen Methoden wird die sogenannte Naß-in-Naß-Arbeitsweise
mit zwei hintereinander geschalteten Auftragsaggregaten für die Behandlungsflotten
durchgeführt. Zur Steuerung des Produktauftrags bedient man sich hierbei in der Regel
zunächst eines Hochleistungsquetschwerkes, z.B. des Foulards und anschließend eines
Walzenpaares mit geringerem Abquetscheffekt, wodurch infolge der Differenzen in der
Abquetschleistung ein bestimmter zusätzlicher Flüssigkeitsauftrag erzielt werden kann.
[0003] Andererseits ist es bereits auch bekannt, daß sich zum Aufbringen von flüssigen Mitteln
perforierte Trommeln einsetzen lassen, die in einem Tauchbad angeordnet sind und worüber
man die ausgebreitete Warenbahn während der Passage durch die Flotte führt. Aufgrund
von auf das Textilgut ausgeübtem Saugzug wird damit eine bessere Durchdringung des
Fasermaterials mit der Behandlungsflüssigkeit gewährleistet.
[0004] Diesen beiden Applikationsverfahren haftet jedoch der Nachteil an, daß es nicht gelingt,
die im zweiten Bad aufzubringende Flüssigkeit von Anfang bis Ende des Vorganges in
der gleichen Konzentration an dem Behandlungsmittel zu halten. Als Folge von eingeschleppter
Feuchtigkeit vom ersten Naßbehandlungschritt treten beim Naß-in-Naß-Auftrag Verdünnungseffekte
in unregelmäßiger Weise auf, die stark von der Warengeschwindigkeit des Textilgutes
abhängig sind. Ebenso ergeben sich Konzentrationsunterschiede über die Warenbreite
bei unregelmäßiger Abquetschwirkung im Anschluß an die erste Klotzoperation. Wegen
dieser Unzulänglichkeiten läßt sich ein kontinuierliches, gleichmäßiges Aufbringen
von Farbstoffzubereitungen auf nasse Warenbahnen bisher praktisch nicht realisieren.
Zwar ist es möglich, auf eine nasse Ware Ausrüstungsflotten aufzutragen, wobei sich
Abweichungen von einer mittleren Auftragsmenge im Bereich von 5 bis 20 Gew.-% kaum
nachteilig bemerkbar machen. Das kommt aber lediglich davon, daß man es hierbei meistens
mit im wesentlichen farblosen Substanzen zu tun hat, so daß entstandene Unegalitäten
im Warenbild mit dem Auge nicht sichtbar sind. Mit den bis jetzt zur Verfügung stehenden
Mitteln und Anlagen waren hingegen die für das Färben notwendigen Voraussetzungen,
sowohl bezüglich des Messens der Feuchtigkeitswerte als auch der Steuerung des Auftrages
der Flotte nicht zu meistern.
[0005] Erst die Entwicklung neuer Geräte erlaubt es, das System des Naß-in-Naß-Naß-Arbeitens
auch für das Färben, genauer den Farbstoffauftrag, wieder in Betracht zu ziehen. Aus
Gründen der Einsparung von Energie und Kosten ist es darüber hinaus ein schon lange
gehegter Wunsch der Textilveredler, auf eine Zwischentrocknung verzichten zu können.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nunmehr darin, das kontinuierliche
Färben eines gleichmäßig nassen Textilgutes im industriellen Maßstab sowie unter sicherer
Handhabung der verschiedenen Behandlungsphasen in den Griff zu bekommen, wobei sich
optimale Durchfärbung der Ware erzielen lassen soll, ohne daß dabei die Gefahr eines
Endenablaufs des gefärbten Textilgutes eine Rolle spielt. Ein derartiges Vorhaben
hat obendrein durch das Energiesparprogramm neue Impulse erhalten.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die kontinuierlich bewegte,
feuchte Warenbahn innerhalb eines Imprägniertroges beim Tauchen unterhalb des Flüssigkeitsspiegels
in ausgebreiteter Form über ein Flottenaustauschelement geleitet wird und man den
Flottenauftrag - fortlaufend sowie gleichmäßig über die Bahnbreite - durch teilweisen
oder vollständigen Austausch der bereits auf dem Textilgut vorhandenen Feuchtigkeit
mit Hilfe von Durchsaugen bzw. Durchpressen einer im Kreislauf strömenden Imprägnierflotte
bewirkt und zugleich die Aufnahme der jeweils vorgegebenen Flottenmenge herbeiführt,
worauf die an dem Behandlungsmittel reduzierte Konzentration derselben infolge Flottenverdünnung
wie auch die Abnahme des Flottenvolumens infolge überschüssiger Flottenaufnahme durch
das Textilgut - in Abhängigkeit von der aufgrund der Meßwerte ermittelten
Flottendifferenz nach dem ersten und zweiten Entwässern - durch Zudosierung frisch
zubereiteter Flottennachsätze zum Auf stärken bzw. Auffüllen von verbrauchter Zirkulationsflotte
kompensiert wird.
[0008] Das Prinzip der vorliegenden Erfindung beruht darauf, die auf dem nassen Substrat
in den Applikationsprozeß des Behandlungsmittels zwangsläufig eingeschleppte Feuchtigkeit
zu kontrollieren und daraufhin im Verlauf einer Passage von umgewälzter Imprägnierflotte
durch die unmittelbar am Austauschelement vorbeigeführte Warenbahn dort zu verdrängen
sowie zugleich durch das Behandlungsmittel enthaltende Imprägnierflüssigkeit zu ersetzen,
wobei die ausgetauschte Feuchtigkeit aus der Vorbehandlung in dem Kreislauf der Imprägnierflotte
aufgeht. Das Risiko einer fortschreitend zunehmenden Flottenverdünnung wird durch
die erfindungsgemäße Maßnahme der ständigen Zudosierung frisch zubereiteter Flottennachsätze
vermieden, welche für eine Konstanthaltung der Konzentration des Behandlungsmittels
Sorge tragen wie auch Flottenverluste infolge der in zweiter Stufe entsprechend höher
proportionierten Auftragsmenge ausgleichen. Durch die Verwendung von Hochfeuchtemeßgeräten
nach der Entwässerung sowie Steuerung derselben anhand der Meßwerte und ein ebensolches
Vorgehen beim erneuten Flottenauftrag gelingt es, die für die Gleichmäßigkeit der
beiden Vorgänge erforderlichen Toleranzen einzuhalten. Die neue Arbeitstechnik ermöglicht
es, die übliche Zwischentrocknung nach der Vorbehandlung einzusparen und entgegen
dem herkömmlichen Brauch Färbeflotten direkt auf die nassen Warenbahnen aufzutragen.
[0009] Eine zur Durchführung des neuartigen Naß-in-Naß-Applikationsverfahrens geeignete
Vorrichtung, auf die sich die vorliegende Erfindung ebenfalls bezieht, besteht im
wesentlichen aus zwei in Laufrichtung des Textilgutes (1) hintereinandei:liegcnden,
über die Bahnbreite wirksamen Entwässerungsorganen (2 a, 2 b), in beiden Fällen kombiniert
mit einer nachgeschalteten apparativen Anordnung aus mehr als zwei quer zum Warenlauf
verteilten Meßstellen (3 a, 3 b) zur berührungslos arbeitenden Ermittlung des mitgebrachten
Feuchtigkeitsgehaltes bzw. der bewirkten Flottenaufnahme in Längs- und Querrichtung
auf der gerade vorhergehend entwässerten, kontinuierlich bewegten Warenbahn (1), und
ist dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Entwässerungsorganen (2 a, 2 b)
im Fortbewegungssinn der Textilbahn (1) ein Imprägniertrog (4) mit einem darin unterhalb
des Flüssigkeitsspiegels angebrachten Flottenaustauschelement (5) zum Ersatz der auf
der in ausgebreiteter Form darüber geleiteten Warenbahn (1) befindlichen Feuchtigkeit
gegen die durchgesaugte bzw. durchgepreßte Imprägnierflotte sowie zugleich zum Auftrag
der jeweils vorgegebenen Flottenmenge vorgesehen ist, einer damit verbundenen Rohrleitung
(6) samt eingebauter Umwälzpumpe (7) zur Bildung eines Kreislaufes für die strömende
Imprägnierflotte, einer an diese Rohrleitung (6) angeschlossenen Dosierpumpe (8) mit
Zuleitungen für die Versorgung des Flottenkreislaufes mit frisch zubereiteten Flottennachsätzen
zum Aufstärken bzw. Auffüllen von verbrauchter Zirkulationsflotte, sowie in Strömungrichtung
unterhalb . des Anschlusses für die Dosierpumpe (8) in den Kreislauf einbezogenen
mechanischen Mitteln (9) zum Vermischen von verbrauchter Zirkulationsflotte mit den
zudosierten Flottennachsätzen.
[0010] Im Zuge der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Benutzung der zuvor
beschriebenen Vorrichtung wird das in einem ersten Entwässerungsorgan (2 a) auf eine
gleichmäßige Feuchtigkeit abgequetschte Textilgut (1) im Verlauf des weiteren Warentransportes
über ein Flotten- austauschelcir.ent (5), z.B. eine Siebtrommel oder einen Saugschlitz
geleitet, welches in die das Behandlungsmittel aufweisende Imprägnierflotte eintaucht.
An dieser Stelle wird die umgewälzte Imprägnierflotte unter der Wirkung einer Pumpe
(7) durch das ausgebreitete Textilgut gesaugt, wobei sie sich gegen die auf der Ware
befindliche Restfeuchtigkeit austauscht bzw. sich mit dieser verdünnt, und dann in
einer Art Kreislauf weiterbefördert ein dem eigentlichen Imprägniertrog (4) in Strömungsrichtung
vorgeschaltetes Verteilungschassis (10) erreicht, das mit mechanisch wirksamen Mitteln
(9) zur Flottenvermischung sowie deren gleichmäßigen Verteilung innerhalb dieser Einrichtung
unter besonderer Berücksichtigung der Breite der zu behandelnden Warenbahn ausgerüstet
ist. Aus diesem Chassis (10), dessen Ausmaße auf die Breite des Imprägniertroges (4)
abgestimmt sind, gelangt die umgewälzte Imprägnierflotte sodann mittels eines sich
über die gleiche Breite erstreckenden Überlaufes (11) gleichmäßig querverteilt schließlich
wieder in den nachfolgenden Imprägniertrog (4) und wird dort, wie schon zuvor bei
der Passage der Ware über (5), durch das offenliegende Textilmaterial hindurch von
der Pumpe (7) angesaugt, welche auch gleichzeitig die Zirkulation der Flotte besorgt.
Anstelle von Durchsaugen kann die Imprägnierflotte zwecks Flottenaustausch erfindungsgemäß
auch durch die Ware gepreßt werden, wenn das Flottenaustauschelement (5) aus einer
von außen unter Flottendruck gesetzten Siebtrommel besteht und der Imprägniertrog
(4) mit einem druckdichten Warenbahneinlaß und 1-Zarenbahnauslaß versehen ist. Zweckmäßig
wird mit überschüssigen Durchströmungen der Imprägnierflotte durch die Textilbahn
(Flottendurchsatz) gearbeitet. Das so behandelte Textilgut wird anschließend in einem
zweiten Entwässerungsorgan (2 b) gleichmäßig auf die gewünschte Flottenaufnahme abgequetscht,
abgesaugt oder abgestreift, jedoch unter Beibehaltung einer höheren Feuchtigkeit als
vor dem Eintritt in das
Imprägnierbad, und wird dann dem weiteren Fixierprozeß zugeleitet.
[0011] Die Vergleichmäßigung der bereits auf dem Textilgut befindlichen Feuchtigkeit kann
durch ein normales Hochleistungsquetschwerk, zweckmäßig einem Foulard, vorgenommen
werden. Unmittelbar nach Verlassen des hierfür benutzten Entwässerungsorgans (2 a)
wird sodann unter Einsatz der zugehörigen Meßanordnung (3 a), bestehend aus mehr als
zwei Meßstellen, die Gewebefeuchte längs und quer auf dem mit konstanter Geschwindigkeit
geführten Fasermaterial fortlaufend gemessen und die so erhaltenen Meßwerte werden
zur Steuerung der Entwässerungsleistung an den korrespondierenden Stellen der Warenbahn
verwendet. Die Feuchtigkeitsmessung selbst erfolgt berührungslos nach hinreichend
bekannten Methoden, z.B. mit Hilfe eines auf dem Prinzip der Mikrowellenabsorption
arbeitenden Feuchtemeßgerätes, wie es in dem DE-GM 76 38 683 beschrieben ist. Auf
diese Weise läßt sich die Wassermenge in g/m
2 bestimmen, die von der Ware in das Imprägnierbad eingebracht wird. Die Abquetschung
nach der Imprägnierung überwacht man mittels einer dem entsprechenden Entwässerungsorgan
(2 b) nachgeschalteten Meßanordnung (3 b) von gleicher apparativer Ausstattung wie
zuvor und ist dadurch in der Lage, die gewünschte Kontrollfunktion für den Flottenauftrag
kontinuierlich auszuüben. Aus der Differenz.der beiden Feuchtigkeitsmessungen leitet
sich dann der Verbrauch an Imprägnierflotte ab. Im Einklang mit den Bedürfnissen der
Erfindung wird hierbei die Feuchtigkeitsmenge in Bezug auf die zweite Messung (Flottenaufnahme)
bei (3 b) größer gehalten als im Falle der ersten Messung (Entwässerung) bei (3 a).
[0012] Zum Ausgleich des hieraus resultierenden Differenzbetragcs im Feuchtigkeitshaushalt
wird dem oben beschriebenen Kreislaufsystem vor Eintritt der verbrauchten Imprägnierflotte
in das dem Imprägniertrog (4) vorgeschaltete Verteilungschassis (10) soviel an frisch
zubereiteten Flottennachsätzen von entsprechend höherer Konzentration an dem Behandlungsmittel
zudosiert, wie der Flottendifferenz nach dem ersten und zweiten Entwässern entspricht.
Somit ist man imstande, der infolge von Flottenverdünnung erniedrigten Konzentration
der Imprägnierflotte an dem Behandlungsmittel, verursacht durch die ausgetauschte
sowie in den Kreislauf eingebrachte Feuchtigkeit, zu begegnen wie auch der infolge
von überschüssiger Flottenaufnahme durch die Ware sich ergebenden Verminderung des
Flottenvolumens abzuhelfen. Die hierfür erforderlichen Maßnahmen können so geschehen,
daß ein frisch zubereiteter Flottennachsatz oder auch mehrere von verschiedener Zusammensetzung
parallel sowie synchron der verbrauchten Zirkulationsflotte beigemischt werden oder
daß man derselben - je nach in Betracht zu ziehenden Erfordernissen - zunächst einen
frisch zubereiteten Flottennachsatz zufügt und sodann in Strömungsrichtung des Flottenkreislaufes
nach einer ausreichenden Mischstrecke diesem noch ein oder mehrere weitere solcher
Flottennachsätze von gleicher oder unterschiedlicher Zusammensetzung zudosiert werden.
[0013] Wie schon erwähnt, dient das Verteilungschassis (10) einer innigen Vermischung der
aus den Flottennachsatz- bzw. Vorratsgefäßen (12) eingespeisten Behandlungsmittelzubereitungen,
insbesondere Farbstoffe und/oder Chemikalien, mit der verbrauchten Zirkulationsflotte
und alsdann einer über die Breite gleichmäßigen Zuführung der so aufgestärkten Flotte
zum Imprägniertrog (4). Durch die Feuchtigkcitsmengensteuerung aufgrund der Meßwerte
bei (3 a) und (3 b) wird ein gleichmäßiger Imprägnierflottenverbrauch und damit die
Applikation einer stets gleichbleibenden Farbstoff- und/oder Chemikalienmenge auf
der Ware während der gesamten Behandlungsphase sichergestellt. Diesem Verbrauch an
Imprägnierflotte durch das Textilgut wird durch die Tätigkeit der Dosierpumpe (8)
gegengesteuert und zwar dergestalt, daß durch die Proportionierung der Zuflußraten
andauernd eine konstante Konzentration der Imprägnierflotte an Farbstoff und/oder
Chemikalien aufrechterhalten wird und als Folge davon auch bei wechselnden warengeschwindigkeiten
eine über Länge und Breite gleichmäßig imprägnierte bzw. gefärbte Ware anfällt. Um
das zu erreichen, enthält die konzentrierte Nachsatzflotte genausoviel Farbstoff und/oder
Chemikalien wie von der Ware aus dem Imprägnierbad mitgenommen wird.
[0014] Der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens kann zweckmäßig über eine Regeleinrichtung
(13) wie einen Prozeßrechner gesteuert werden, indem man die bekannten bzw. gemessenen
Verfahrensparameter (Istwert) mit dem Sollwert (z.B. dem vorgegebenen Flottenauftrag)
in Relation bringt und in Steuersignale (Stellgröße) umsetzt. Aufgrund eines solchen
Vorganges lassen sich die durch die beiden Meßstellen (3 a) und (3 b) fortlaufend
ermittelten Flottendifferenzwerte vorteilhaft zur Steuerung der Leistung der Umwälzpumpe
(7), d.h. der Anzahl der Umwälzungen der Imprägnierflotte in der Zeiteinheit, und/oder
der Leistung der Dosierpumpe (8), d.h. der Zudosiermengen, benutzen. Die Steuerung
der Leistung der Dosierpumpe kann andererseits auch mittels eines im Imprägniertrog
(4) vorhandenen Niveaureglers (nicht abgebildet) für die Flotte erfolgen. Ebenso ist
mit Hilfe einer solchen Regeleinrichtung (13) die Steuerung der Warengeschwindigkeit
in Abhängigkeit vom Quetschdruck der beiden Entwässerungsorgane (2 a) und (2 b) vorgesehen.
[0015] Nach der vorliegenden Erfindung wird ein sehr guter Austausch der von der nassen
Ware eingeschleppten Feuchtigkeit gegen die das Behandlungsmittel enthaltende Imprägnierflotte
erzielt. Kraft der Umwälzung der Flotte steht für den Applikationsprozeß immer die
gleiche Konzentration an Imprägniermitteln zur Verfügung. Die Durchdringung der Ware
durch die Flotte sorgt für eine Gleichverteilung derselben über den Querschnitt der
Textilbahn und die Dosierung frischer Flottenzubereitungen in die Umwälzung trägt
Rechnung für eine endengleiche Behandlung des Fasermaterials.
[0016] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird an Hand einer Zeichnung näher erläutert. Die
abgebildete Figur zeigt als schematische Darstellung die Seitenansicht einer
Kontinuestraße, gemäß welcher für den
Flottenaustausch nach dem Saugprinzip eine Siebtrommel vorgesehen ist. Die hierbei
verwendeten Bezugszeichen sind mit den im obigen Text für diesen Zweck gebrauchten
Ziffern identisch.
[0017] Das neue Imprägnierverfahren eignet sich praktisch für alle Veredlungsprozesse, Wie
z.B. Mercerisieren, Färben, Auftragen aller Veredluhgschemikalien wie Avivagen, Antistatika
oder Hochveredlungsmittel u.a.
[0018] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können sämtliche Farbstoffklassen, aber auch
sonstige Ausrüstungsmittel auf textile Warenbahnen aller für eine Kontinueoperation
geeigneten Fasermaterialien aufgebracht werden. Hierbei kann das nasse Textilgut als
Webware, Maschenware, Filz, Vlies,parallel gerichtetes Garn, Kabel oder Kammzug vorliegen
und aus Textilfasern jeglicher Art bestehen. Die applizierten Behandlungsmittel werden
anschließend nach den für die betreffenden Produkte üblichen Arbeitsweisen fixiert
bzw. entwickelt, z.B. durch einfache Lagerung bei Raumtemperatur oder Dämpfen oder
Heißluftbehandlung und andere Methoden. Das beanspruchte Verfahren unterliegt somit
in dieser Hinsicht keinem Vorbehalt.
[0019] Im Falle der Auftragsflotten ist lediglich zu berücksichtigen, daß bezüglich der
Löslichkeit verschiedener Produkte Beschränkungen entstehen können. Eine solche Tatsache
ist bei der Bemessung der Auftragsdifferenz zu berücksichtigen.
[0020] Den Auftragsflotten können alle notwendigen Hilfsmittel wie z.B. Alkalien, Säuren,
Egalisierhilfsmittel, Löslichkeitsvermittler u.a. ebenfalls ohne Einschränkung - außer
gegebenenfalls deren Löslichkeit und Ionogenität - zugesetzt werden.
[0021] Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Die darin angegebenen
Prozentangaben sind Gewichtsprozente, sofern nichts anderes vermerkt ist, und beziehen
sich im Falle von Textilmaterial jeweils auf das Gewicht der trockenen Ware.
Beispiel 1
[0022] Laugieren von feuchtem Zellwollgewebe:
Auf einem ersten Foulard wird ein wassernasses Zellwoll- gewebe auf 70 % Restfeuchte abgequetscht. Sodann wird die Textilbahn auf
einer Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 12 bis 14 mit Natronlauge imprägniert, indem
man sie in ausgebreiteter Form über einen in die Behandlungsflüssigkeit getauchten,
unter Saugzug stehenden Siebzylinder führt und zugleich eine wäßrige Natronlauge mit
einem Litergehalt von 250 g Ätznatron durch die laufende Ware saugt. Danach wird das
Behandlungsgut auf einem zweiten Foulard auf 90 % Feuchtigkeitsgehalt entwässert.
Während dieser Behandlungsoperation hat sich die durchgesaugte Natronlauge mit der
auf der Ware vorhandenen Feuchte verdünnt und wird durch fortlaufendes Zudosieren
von Nachsatzflotte aus hochkonzentrierter Natronlauge immer wieder auf die Anwendungskonzentration
von 250 g/1 Ätznatron gebracht. Dieser Konzentrationsausgleich erfolgt automatisch
über eine Vorrichtung nach Anspruch 17. Das Zellwollgewebe ist nun mit 50 g/kg Ätznatron
gleichmäßig imprägniert, dadurch wird ein sehr gleichmäßiger Laugiereffekt des Zellwollgewebes
erreicht..
Beispiel 2
[0023] Mercerisieren von feuchtem Baumwollgewebe:
Die Behandlungsoperation erfolgt analog Beispiel 1. Auf dem ersten Foulard wird ein
wassernasser Baumwollpopeline auf 53 % Restfeuchte abgequetscht und im Verlauf der
nachfolgenden Passage durch ein Imprägnierbad mit wäßriger Natronlauge getränkt, wobei
man zur Aufrechterhaltung der Alkalikonzentration in der Flotte pro kg der Ware weitere
Lauge enthaltend 766 g NaOH fest je Liter Wasser zudosiert. Nach dem Abquetschen auf
dem zweiten Foulard auf 80 % Restfeuchte wird auf dem Behandlungsgut eine Flottenaufnahme
entsprechend 252 g/kg NaOH fest ermittelt. Unmittelbar nach dem zweiten Abquetschen
wird die Ware einer üblichen Mercerisiermaschine zugeführt. Es wird ein sehr gleichmäßiger
Mercerisiereffekt über Länge und Breite des Behandlungsgutes erreicht.
Beispiel 3
[0024] Färben mit Reaktiv-Farbstoffen nach Kurzverweil-Verfahren:
Auf einem ersten Foulard wird ein wassernasser Baumwollkaliko auf 55 % Restfeuchte
abgequetscht und analog Beispiel 1 der Imprägnierung unterworfen. Die Beschickung
des Imprägnierbades findet hier durch Zudosieren von 100 cm3 pro kg Ware einer Mischung aus 240 g/1 Kochsalz und 88 cm3/1 Natronlauge (32,5 %),
gelöst in Wasser, und 150 cm3 pro kg Ware einer wäßrigen Lösung, die 80 g/1 des Farbstoffes Reactive Blue 19 mit
der C.I.-Nr. 61200 enthält, statt. Auf dem Färbegut erzielt man dabei einen Flottenauftrag entsprechend 12 g/kg des Farbstoffes sowie der zum Fixieren erforderlichen
Menge (24 g/kg Kochsalz und 8,8 cm3/kg Natronlauge von 32,5 %)an Fixierchemikalien, wenn nachfolgend an den Imprägniervorgang die Ware mit 80 % Restfeuchte
abgequetscht wird. Anschließend wird das so behandelte Textilgut aufgedockt und während
6 Stunden bei Raumtemperatur verweilt. Nach dem Auswaschen des überschüssigen Alkalis
und von nicht fixiertem Farbstoff erhält man eine gleichmäßige Blaufärbung.
Beispiel 4
[0025] Färben mit Reaktiv-Farbstoffen nach Kurzverweil-Verfahren:
Zur Färbung verfährt man gemäß der Arbeitsweise von Beispiel 3. Auf dem ersten Foulard
wird ein wassernasser Baumwollkaliko auf 55 % Restfeuchte abgequetscht und man läßt
die Warenbahn sodann ein Imprägnierbad durchlaufen, das durch Zudosierung von 100
cm3 pro kg Ware einer Mischung aus 400 cm3/1 Wasserglas von 38°Bé und 280 cm3/1 Natronlauge (32,5 %) und 150 cm3 pro kg Ware einer wäßrigen Lösung, die 853 g/1 des Farbstoffes Reactive Black 5 mit
der C.I.-Nr. 20505 in einer 50-%igen flüssigen Form (= 25 % Reinfarbstoff) enthält,
auf gleichbleibende Behandlungsmittelkonzentration eingestellt ist. Im Rahmen dieser Maßnahmen erhält man
auf den Färbegut einen Flottenauftrag von 128 g/kg des Farbstoffes und der zum Fixieren
erforderlichen Menge Alkali, sofern nachfolgend an den Imprägniervorgang die Ware
mit 80 % Restfeuchte abgequetscht wird. Anschließend wird die so behandelte Textilbahn
aufgedockt und zur Farbstoff-Fixierung während 6 Stunden bei Raumtemperatur verweilt.
Nachfolgend werden das überschüssige Alkali und der nicht fixierte Farbstoff von der
gefärbten Ware ausgewaschen. Man erhält eine Schwarzfärbung.
Beispiel 5
[0026] Färben mit Reaktiv-Farbstoffen nach Kurzverweil-Verfahren:
Auf einem ersten Foulard wird ein wassernasser mercerisierter Baumwollkaliko auf 55
% Restfeuchte abgequetscht. Die anschließende Passage durch das Imprägnierbad erfolgt
wie in Beispiel 1, wobei man unter Zudosierung von 100 cm3 pro kg Ware einer wäßrigen Lösung von 80 g/l Natriumcarbonat kalz. und 150 cm3 je kg Ware einer wäßrigen Lösung, die 53,3 g/1 des Reaktivfarbstoffes mit der Formel

enthält, für gleichbleibende Konzentrationsverhältnisse an den Flottenbestandteilen
Sorge trägt. Durch die Imprägnierung und das nachfolgend durchgcführte zweite Abquetschen
auf 80 % Restfeuchte wird auf dem Färbegut ein Flottenauftrag entsprechend 8 g/kg
des Farbstoffes und der zur Fixierung erforderlichen Menge von 8 g/kg Natriumcarbonat
kalz. sichergestellt. Anschließend wird die Ware aufgedockt und zur Farbstoff-Fixierung
während 10 Stunden bei Raumtemperatur verweilt. Nach dem Auswaschen des überschüssigen
Alkalis und von nicht fixiertem Farbstoff erhält man eine Orangefärbung.
Beispiel 6
[0027] Färben mit Reaktiv-Farbstoffen nach Einbad-Naßdämpf-Ver
- fahren:
Zur Färbung verfährt man maschinenmäßig wie in Beispiel 1. Auf dem ersten Foulard
wird ein nasser mercerisicrtcr Baumwollkaliko auf 55 % Restfeuchte abgequetscht und
sodann unter Tränken durch ein Imprägnierbad geführt, in dem durch Zudosierung von
100 cm3 pro kg Ware einer Mischung aus 240 g/1 Kochsalz und 96 cm3/1 Natronlauge (32,5 %), gelöst in Wasser, und 150 cm3 je kg Ware einer wäßrigen Lösung, die 106,7 g/1 des Farbstoffes Reactive Violet 5
mit der C.I.-Nr. 18097 enthält, eine konstante Konzentration an den Behandungsmitteln
sichergestellt ist. Auf diese Weise wird auf dem Färbegut durch die Imprägnierung
und das nachfolgende Abquetschen auf 80 % Restfeuchte ein Flottenauftrag von 16 g/kg
des Farbstoffes und der zur Fixierung erforderlichen Menge von 24 g/kg NaCl und 9,6
cm3/kg Natronlauge (32,5 %) erreicht. Nach dem zweiten Abquetschen wird die Warenbahn
ohne Zwischentrocknung zur Farbstoff-Fixierung in einem Dämpfer während 60 Sekunden
bei 105°C gedämpft. Ab-schließend wird von der gefärbten Textilbahn der nicht fixierte
Farbstoff und die überschüssigen Chemikalien ausgewaschen. Man erhält eine lebhafte
violette Färbung.
Beispiel 7
[0028] Färben mit Reaktiv-Farbstoffen nach Pad-Roll-Verfahren:
Auf einem ersten Entwässerungsaggregat wird ein wassernasser Zellwollmusseline auf
63 % Restfeuchte abgesaugt. Den so entwässerten Zellwollmusseline läßt man nun ein
Imprägnierbad passieren, dem pro kg durchgeleiteten Farbgutes fortlaufend 100 cm3 einer wäßrigen Lösung von 80 g/1 Soda kalz. und 150 cm3 einer wäßrigen Lösung von 80 g/1 des Farbstoffes Reactive Orange 16 mit der C.I.-Nr.
17757 zudosiert werden. Hierbei wird die Flotte unter Zuhilfenahme einer Vorrichtung
gemäß Anspruch 15 durch das Zellwollgewebe gedrückt, entsprechend den obigen Angaben
durch den Nachsatz wieder aufgestärkt und erneut dem Imprägniertrog zugeführt. Die
imprägnierte Ware wird schließlich auf 88 % Restfeuchte abgesaugt und zur Farbstoff-Fixierung
in einer Pad-Roll-Anlage auf 70°C aufgeheizt, auf eine Docke aufgerollt und während
3 Stunden bei 70°C Naßtemperatur sowie 72°C Trockentemperatur verweilt. Danach werden
das überschüssige Alkali und der nicht fixierte Farbstoff aus dem gefärbten Textilgut
ausgewaschen. Man erhält eine Orangefärbung.
Beispiel 8
[0029] Färben mit Leukoküpenester-Farbstoffen:
Auf der ersten Entwässerungsmaschine wird ein wassernasser Baumwollpopeline auf 53
% Restfeuchte entwässert. Die Imprägnierung in einem 20°C warmen Imprägnierbad erfolgt
wie in Beispiel 7, das Bad wird in diesem Falle jedoch durch Zudosierung von 200 cm3 pro kg Ware einer wäßrigen Lösung kontinuierlich beschickt, die 4 g/1 des Farbstoffes
Solubilised Vat Blue 6 mit der C.I.-Nr. 69826, 28 g/1 Natriumnitrit und 3,5 g/1 Natriumcarbonat
enthält. Während dieser Maßnahme erzielt man auf dem Färbegut durch die Imprägnierung
und das nachfolgende Entwässern auf 73 % Restfeuchte einen Behandlungsmittelauftrag
von 0,8 g/kq der Leukoverbindung, 5,6 g/kg Natriumnitrit und 0,7 g/kg Natriumcarbonat
kalz. Nach dem Entwässern wird die imprägnierte Ware während 30 Sekunden einem Luftgang
bei Raumtemperatur ausgesetzt und anschließend zur Farbstoff-Entwicklung in ein 70°C
warmes, wäßriges Entwicklungsbad eingetaucht, das

enthält, sowie 2 Sekunden darin belassen, gefolgt von einem Abquetschen und einem
weiteren Luftgang von 30 Sekunden. Nach dem Luftgang wird das so gefärbte Textilgut
gespült, mit Natriumcarbonat neutralisiert und bei 98°C während 10 Minuten geseift.
Man erhält eine Hellblaufärbung.
Beispiel 9
[0030] Färben mit Küpenfarbstoffen:
Auf einem ersten Foulard wird ein wassernässes gebleichtes Baumwollfrottiergewebe
auf 60 % Restfeuchte abgequetscht und entsprechend Beispiel 1 der Imprägnierung unterzogen.
Die Beschickung des 20°C warmen Imprägnierbades erfolgt hier durch Zudosierung von
200 cm3 pro kg Ware einer wäßrigen Flotte, die 100 g/1 des Farbstoffes Vat Red 14 mit der
C.I.-Nr. 71110 enthält. Bei diesem Vorgehen wird auf das Färbegut durch die Imprägnierung
und das nachfolgende Abquetschen auf 80 % Restfeuchte eine Konzentration von 20 g/kg
des Farbstoffes aufgebracht. Nach Verlassen des zweiten Foulards passiert die Textilbahn
einen Tauchtrog, der zwecks Verküpung eine wäßrige Flotte von 20°C mit den folgenden
Chemikalienmengen

enthält, und nimmt von dieser Flotte so viel auf, daß letztlich insgesamt 110 % Restfeuchte
auf der Ware vorhanden sind, wenn diese sofort nach dem Tränken mit der Chemikalienflotte
in einen Dämpfer eingeführt wird. Während 60 Sekunden wird nun die Imprägnierung bei
102°C gedämpft, worauf man dieselbe 15 Sekunden lang ein kaltes Wasserbad zum Spülen
durchlaufen läßt. Danach wird auf dem Fasermaterial durch Oxidation bei 50°C mittels
6 cm3/l Wasserstoffperoxid (35 %) im natronalkalischen, wäßrigen Bad bei pH 9,5 während
30 Sekunden der Küpenfarbstoff entwickelt, gefolgt von einem kochenden Seifen der
so hergestellten Färbung. Man erhält einen Scharlachton auf dem Frottiergewebe.
Beispiel 10
[0031] Färben mit Direktfarbstoffen:
Auf dem ersten Foulard wird ein wassernasser gebleichter Baumwollrenforce auf 55 %
Restfeuchte abgequetscht und sodann wie in Beispiel 1 in einem 20°C warmen Imprägnierbad
getränkt, wobei man unter Zudosieren von 250 cm3 pro kg Ware einer wäßrigen Lösung, die 10 g/1 des Farbstoffes Direct Red 81 mit der
C.I.-Nr. 28160 enthält, für einen gleichbleibenden Farbstoffgehalt in der Flotte Sorge
trägt. Auf diese Weise wird auf dem Färbegut durch die Imprägnierung und das Abquetschen
auf 80 % Restfeuchte eine Konzentration von 2,5 g/kg des Farbstoffes erreicht. Nach
dem zweiten Abquetschen wird die imprägnierte Ware auf eine Docke gewickelt und verweilt
dort zur Farbstoff-Fixierung 2 Stunden bei Raumtemperatur. Nur oberflächlich auf der
Faser haftender Farbstoff wird sodann durch ein Spülen von 30 Sekunden mit Wasser
bei 30°C auf einer Kontinuewaschmaschine entfernt. Man erhält eine Rotfärbung.
1. Verfahren zum kontinuierlichen, gleichmäßigen Auftragen wäßriger Imprägnierflotten
enthaltend mindestens ein Behandlungsmittel auf wassernasse, textile Warenbahnen,
die von einer vorangegangenen Naßbehandlung her auf einen bestimmten Restfeuchtigkeitsgehalt
gleichmäßig teilentwässert worden sind, wobei deren Feuchtigkeitsgehalt in Längs-
und Querrichtung zum Warenlauf durch eine apparative Anordnung aus mehr als zwei Meßstellen
über die Bahnbreite vor dem Flottenauftrag und durch eine ebensolche weitere Meßanordnung
nach dem Flottenauftrag stetig sowie berührungslos ermittelt und in Übereinstimmung
damit der Feuchtigkeitsgehalt nach einem zweiten Entwässern derart eingestellt wird,
daß derselbe höher ist als nach der ersten Entwässerung, dadurch gekennzeichnet, daß
die kontinuierlich bewegte, feuchte Warenbahn innerhalb eines Imprägniertroges beim
Tauchen unterhalb des Flüssigkeitsspiegels in ausgebreiteter Form über ein Flottenaustauschelement
geleitet wird und man den Flottenauftrag - fortlaufend sowie gleichmäßig über die
Bahnbreite - durch teilweisen oder vollständigen Austausch der bereits auf dem Textilgut
vorhandenen Feuchtigkeit mit Hilfe von Durchsaugen bzw. Durchpressen einer im Kreislauf
strömenden Imprägnierflotte bewirkt und zugleich die Aufnahme der jeweils vorgegebenen
Flottenmenge herbeiführt, worauf die an dem Behandlungsmittel reduzierte Konzentration
derselben infolge Flottenverdünnung wie auch die Abnahme des Flottenvolumens infolge
überschüssiger Flottenaufnahme durch das Textilgut - in Abhängigkeit von der aufgrund
der Meßwerte ermittelten Flottendifferenz nach dem ersten und zweiten Entwässern -
durch Zudosierung frisch zubereiteter Flottennachsätze zum Aufstärken bzw. Auffüllen
von verbrauchter Zirkulationsflotte kompensiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zirkulierende Imprägnierflotte
nach Ergänzung durch die Nachsätze einem als Teil des Flottenkreislaufes dem Imprägniertrog
in Strömungsrichtung vorgeschalteten Verteilungschassis gleichmäßig über die Gerätebreite
verteilt zugefügt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zirkulierende
Imprägnierflotte nach Ergänzung durch die Nachsätze innerhalb des Verteilungschassis
unter Zuhilfenahme von über die Gerätebreite wirksamen mechanischen Mitteln innig
durchgemischt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zirkulierende
Imprägnierflotte nach Ergänzung durch die Nachsätze im Zuge des Flottenkreislaufes
von dem vorgeschalteten Verteilungschassis mittels eines überlaufes gleichmäßig über
die Gerätebreite verteilt in den Imprägniertrog gelangt.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Warengeschwindigkeit
unter Berücksichtigung von vorgegebenem Warengewicht innerhalb des Flottenkreislaufes
die Anzahl der Umwälzungen der Imprägnierflotte in der Zeiteinheit steuert.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Imprägnierflotte mit
überschüssigem Flottendurchsatz durch die Textilbahn umgewälzt wird.
7: Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der verbrauchten
Zirkulationsflotte zwei oder mehr Flottennachsätze von unterschiedlicher Zusammensetzung
zudosiert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der verbrauchten Zirkulationsflotte
zunächst ein Flottennachsatz zudosiert wird und sodann in Strömungsrichtung des. Flottenkreislaufes
nach einer ausreichenden Mischstrecke ein oder mehrere weitere Flottennachsätze von
gleicher oder unterschiedlicher Zusammensetzung zudosiert werden.
9. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß unter Berücksichtigung
von Warengeschwindigkeit und von vorgegebenem Warengewicht die bewirkte Flottenaufnahme
durch das Textilgut die Zudosiermengen an Flottennachsätzen zur Zirkulationsflotte
steuert.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Imprägnierflotten
mindestens ein permanent auf dem Textilgut verbleibendes Farbmittel und/oder Veredlungsmittel
enthalten.
11. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das nasse
Textilgut als Webware, Maschenware, Filz, Vlies,parallel gerichtetes Garn, Kabel oder
Kammzug vorliegen und aus Textilfasern jeglicher Art bestehen kann.
12. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum kontinuierlichen, gleichmäßigen
Auftragen wäßriger Imprägnierflotten enthaltend mindestens ein Behandlungsmittel auf
wassernasse, textile Warenbahnen nach den Ansprüchen 1 bis 11, bestehend aus zwei
in Laufrichtung des Textilgutes hintereinanderliegenden, über die Bahnbreite wirksamen
Entwässerungsorganen, in beiden Fällen kombiniert mit einer nachgeschalteten apparativen
Anordnung aus mehr als zwei quer zum Warenlauf verteilten Meßstellen zur berührungslos
arbeitenden Ermittlung des mitgebrachten Feuchtigkeitsgehaltes bzw. der bewirkten
Flottenaufnahme in Längs- und Querrichtung auf der gerade vorhergehend entwässerten,
kontinuierlich bewegten Warenbahn, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden
Entwässerungsorganen (2 a, 2 b) im Fortbewegungssinn der Textilbahn (1) ein Imprägniertrog
(4) mit einem darin unterhalb des Flüssigkeitsspiegels angebrachten Flottenaustauschelement
(5) zum Ersatz der auf der in ausgebreiteter Form darüber geleiteten Warenbahn (1)
befindlichen Feuchtigkeit gegen die durchgesaugte bzw. durchgepreßte Imprägnierflotte
sowie zugleich zum Auftrag der jeweils vorgegebenen Flottenmenge vorgesehen ist, einer
damit verbundenen Rohrleitung (6) samt eingebauter Umwälzpumpe (7) zur Bildung eines
Kreislaufes für die strömende Imprägnierflotte, _ einer an diese Rohrleitung (6) angeschlossenen
Dosierpumpe (8) mit Zuleitungen für die Versorgung des Flottenkreislaufes mit frisch
zubereiteten Flottennachsätzen zum Aufstärken bzw. Auffüllen von verbrauchter Zirkulationsflotte,
sowie in Strömungsrichtung unterhalb des Anschlusses für die Dosierpumpe (8) in den
Kreislauf einbezogenen mechanischen Mitteln (9) zum Vermischen von verbrauchter Zirkulationsflotte
mit den zudosierten Flottennachsätzen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (9) zur Flottenvermischung
aus einem sich über die Breite des Imprägniertroges erstreckenden, diesem als Teil
des Flottenkreislaufes in Strömungsrichtung vorgeschalteten Verteilungschassis (10)
bestehen, das mit einem ebenso breiten Uberlauf (11) in den Imprägniertrog (4) ausgerüstet
ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Flottenaustauschelement
(5) aus einer unter Saugzug versetzbaren Siebtrommel oder einem Saugschlitz besteht.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Flottenaustauschelement
(5) aus einer von außen unter Flottendruck versetzbaren Siebtrommel besteht und der
Imprägniertrog (4) mit einem druckdichten Warenbahneinlaß und Warenbahnauslaß versehen
ist.
16. Vorrichtung nach den Ansprüchen 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß im Imprägniertrog
(4) ein Niveauregler für die Flotte zur Steuerung der Leistung der Dosierpumpe (8)
vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach den Ansprüchen 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine Regeleinrichtung
(13) zur Steuerung der Leistung der Dosierpumpe und/oder der Leistung der Umwälzpumpe
(7) aufgrund der durch die beiden Meßstellen (3 a) und (3 b) zur Feuchtemessung ermittelten
Flottendifferenzwerte vorgesehen ist.
18. Vorrichtung nach den Ansprüchen 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine Regeleinrichtung
(13) zur Steuerung der Warengeschwindigkeit in Abhängigkeit vom Quetschdruck der beiden
Entwasserungsorgane (2 a) und (2 b) vorgesehen ist.