[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umwickeln von Packstücken oder Gebinden
in einer Stretch-Folie, bei der die Folie unter Zugspannung von wenigstens einer Vorratsrolle
abgezogen und mittels einer Vorratsrollen-Fuhrsinrichtung um einen Wickelquerschnitt
geführt wird, und bei der durch die Bahn der Vorratsrollen-Führeinrichtung hindurch
ein die Packstücke oder Gebinde tragender und die Wickelfolie führender Überbrückungsförderer
reicht, der von der Folie mit umwickelt wird, wobei der Überbrückungsförderer aus
wenigstens zwei zueinander parallelen, übereinanderliegenden Förderern besteht, von
denen der unten liegende als aktiv angetriebenes Förderband ausgebildet ist, dessen
Außentrum beim Durchgang durch den Wickelbereich von der Wickelfolie belegt wird und
diese aus dem Wickelbereich herausführt, und von denen der oben liegende als Transporteinrichtung
für die Packstücke oder Gebinde ausgebildet ist.
[0002] Vorgestreckte, nachschrumpfende Folien, sogenannte Stretch-Folien, haben in der Verpackungstechnik
in den letzten Jahren einen sehr umfassenden Eingang gefunden. Derartige Folien haben
die Eigenschaft, daß ein von ihnen umhüllter Gegenstand aufgrund der verbleibenden
Folienspannung zusammengedrückt wird, ohne daß die Folie reißt. Damit unterscheidet
sich die Verpackungstecknik mit derartigen vorstreckbaren, nachschrumpfenden Folien
erheblich von denen der wärmeschrumpfenden Folien.
[0003] Aus der US-PS 4 050 220 ist eine Vorrichtung zum Umwickeln von Packstücken bekannt,
bei der zwei V-förmig zueinander stehende Förder-Bänder zum Transport zur Wickelstation
hin und von dieser weg angeordnet sind. Zum Hindurchführen durch die Wickelstation
sind starre Leitschienen vorgesehen, die von der Wickelfolie eingewickelt werden,
wobei mit dem Vorgleiten der Packstücke die Wickelfolie auf der Außenseite der Leitschienen
weitergleitet und kontinuierlich am Ende der Leitschienen von diesen abrutscht. Aufgrund
der innewohnenden Spannung legt sie sich dann an die Oberfläche der Packstücke an.
Der Nachteil dieser starren Leitschienen ist, daß aufgrund von elektrostatischen und
Klebe-Effekten das Wickelfolienmaterial auf den Gleitschienen haftet, so daß es zu
Schwierigkeiten beim Abgleiten der Folie kommt.
[0004] Das Konzept gemäß US-PS 4 050 220 ist weiterentwickelt worden (vgl. DE-OS 31 19 657).
Bei der weiterentwickelten Vorrichtung ist ein durch die Bahn der Wickelband-Führeinrichtung
reichender Überbrückungsförderer vorgesehen, der unterbrechungslos durch die Führeinrichtung
hindurchreicht. Der Überbrückungsförderer besteht aus wenigstens zwei zueinander parallelen,
übereinanderliegenden Förderern, von denen der untenliegende als aktiv angetriebenes
Förderband ausgebildet ist, dessen Außentrum beim Durchgang durch den Wickelbereich
von der Wickelfolie belegt wird und diese aus dem Wickelbereich herausführt..Der obenliegende
Förderer ist als Transporteinrichtung für die Packstücke ausgebildet. Ein gleichmäßiges
Vorwärtslaufen von Packstücken und Folien wird damit ermöglicht. Gegen diese bekannte
Vorrichtung grenzt sich die vorliegende Erfindung ab.
[0005] Bei der bekannten Vorrichtung gemäß DE-OS 31 19 657 werden die Packstücke durch das
Wickeln in Wendeln immer in eine bestimmte Richtung gedrückt, so daß bei lose aufeinanderliegenden
Kartons, die zu einem größeren. Gebinde verbunden werden sollen, es zum Verschieben
des Aufbaues oder gar zum Herabstoßen einzelner Packungen kommen kann. Auch ein Packgut
kann in seinem Aufbau beeinträchtigt werden.
[0006] Es stellt sich demnach die Aufgabe, die letztgenannte Vorrichtung dahingehend zu
verbessern, daß auch lose geschichtete Gebinde oder Packstücke mit Hilfe einer Stretch-Folie
zuverlässig eingewickelt werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art, bei der
gemäß Erfindung ein zweiter Überbrückungsförderer mit gleichem Aufbau die Packstücke
oder Gebinde von oben her abstützt, wobei die innenliegenden Förderer als Gleit- oder
passiv angetriebene Rollfläche für die Packstücke oder Gebinde ausgebildet sind.
[0008] Die beiden Überbrückungsförderer liegen vorzugsweise waagerecht und parallel zueinander;
von der waagerechten Richtung kann jedoch bis zu einer gewissen Schrägstellung abgewichen
werden.
[0009] Das im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 als erfindungswesentlich bezeichnete
Prinzip weicht demnach sowohl von den starren Gleitschienen der US-PS 4 050 220 als
auch von.dem Prinzip des Doppel-Förderbandes gemäß DE-OS 31 19 657 in wesentlichen
Punkten ab. Insbesondere durch die Übertragung der Kraft von der Förderband-Oberfläche
auf die Packstücke und die damit überraschenderweise gleichmäßige Förderung und Belegung
der Packstücke mit Wickelfolie ist ein wesentlicher, die Vorrichtung - vereinfachender
und die Funktion verbessernder Schritt getan worden.
[0010] Die beiden zum Überbrücker gehörenden Überbrückungsförderer liegen oberhalb und unterhalb
der Packstücke, womit das Verrutschen und Verschieben lose aufeinandergestapelter
Teile in einem Gebinde zuverlässig verhindert wird.
[0011] Weiterhin wird durch eine Verstellbarkeit des Abstandes der Überbrückungsförderer
zueinander erreicht, daß verschiedene Gebindegrößen eingesetzt werden können.
[0012] Weiterhin ist es möglich, die Gleit- oder Rollfläche quer zur Bewegungsrichtung gesehen
breiter als das Förderband zu machen. In diesem Falle liegt die Wickelfolie beim eigentlichen
Wickelvorgang schon an den Seitenflanken des Packgutes an, während sie noch an der
Ober- und Unterseite mit dem Förderband in Verbindung steht.
[0013] Unter "Gleit- und Rollflächen" werden im allgemeinen sogenannte Rollförderflächen
verstanden, die mit gelagerten Kugeln oder parallelen Rollstäben bestückt sind, wie
diese aus der Fördertechnik an sich bekannt sind.
[0014] Insbesondere bei der Verwendung von Rollstäben, die verschiebbar in Schalen-Lagern
gehalten sind, ist es möglich, die Breite der Rollflächen zu verändern. Hierbei wird
beispielsweise eine sich zinkenartig überlappende Rollstabanordnung gewählt, bei der
die eine Hälfte der Rollstäbe zur einen Seite und die andere Hälfte zur anderen Seite
verschoben werden kann.
[0015] Darüber hinaus ist möglich, wenigstens zwei der nebeneinanderliegenden, in Schalen-Lagern
gehaltenen Rollenstäbe an ihrer Außenseite über eine Traverse zu verbinden und sie
außen fliegend zu lagern.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Die Figuren
zeigen im einzelnen:
Figur 1 in perspektivischer, etwas schematisierter Darstellung eine Vorrichtung zum
Umwickeln von Packstücken in einer Stretch-Folie;
Figur 2 die wesentliche Teile des Überbrückers in vergrößerter Darstellung;
Figur 3 einen Schnitt durch den oberen Teil des Überbrückers;
Figur 4 ein Detail der Lagerung der Rollstäbe.
[0017] In der Figur 1 ist in perspektivischer Darstellung eine Vorrichtung zum Umwickeln
von Packstücken 1 dargestellt. Die Vorrichtung weist eine Wickelfolien-Führeinrichtung
2 auf, mit der eine Wickelfolie 3, bestehend aus einem Stretch-Folienstreifen, mit
Hilfe einer um einen Kranz 4 geführten Laufkatze 5, die während des Umwickelns auf
der festen Bahn des Kranzes 4 um das Packstück l in . Abstand von diesem rotiert,
gewickelt wird. Zur Erhöhung der Wickelgeschwindigkeit ist eine zweite gleichsinnig
rotierende Laufkatze 5' vorgesehen, mit der ebenfalls eine Wickelfolie 3' gewickelt
werden kann.
[0018] Im Bereich der Wickelstation 6 (Wickelbereich) sind neben einem..Aufgabeförderband
8, einem Anschlußförderband 10 und einem Weiterführungsband 11 zwei Überbrückungsförderer
9 und 19 zu erkennen. Die beiden Überbrückungsförderer bilden zusammen den Überbrücker.
Wie erkennbar, ist der Überbrückungsförderer 9 unterhalb und der Überbrückungsförderer
19 oberhalb des Packstückes 1 angeordnet. Beide Überbrückungsförderer zusammen bilden
den die Packstücke stützenden Überbrücker, um den das unter Spannung stehende Folienband
3, 3' unter Bildung eines Schlauches gewickelt wird, dessen lichte Weite größer ist
als die axiale Projektion des zu umwickelnden Packstückes 1. Einzelheiten des Überbrückers
werden weiter unten dargestellt.
[0019] Die fortlaufend einlaufenden Packstücke 1 werden demnach in den fortlaufend entstehenden
Schlauch eingelegt, wobei sich der Haspelschlauch nach Überlaufen des Überbrückers
unter verbleibender Folienspannung an das Packstück anlegt, wie näherungsweise dargestellt
ist. Dabei sind zur genaueren Führung der Packstücke im Übergangsbereich vom Aufgabeförderband
8 zur Wickelstation 6 seitliche Begrenzungsförderbänder 20, 21 vorgesehen. Weiterhin
ist zwischen dem Anschlußförderband 10 und dem Weiterführungsförderband 11 eine Schneidstation
22 angeordnet, die mit einem Fallmesser ausgerüstet ist. Das Abschneiden des Folienschlauches
ist relativ problemlos, da dieser unter Spannung steht und sich sofort an das Packstück
anlegt und anschmiegt, wenn er geschnitten ist. Auf dem technischen Gebiet der Verpackungsvorrichtungen
sind aber auch andere Einklemm-, Schneid und Raff-Vorrichtungen bekannt, die mit Vorteil
eingesetzt werden können.
[0020] Die beiden Überbrückungsförderer 9 bzw. 19 entsprechen denen, die in den nachfolgend
beschriebenen Figuren 2 und 3 detailliert dargestellt sind. Sie sind an einem Rahmenteil
23 vorkragend aufgehangen.
[0021] Wie Figur 2 detailliert zeigt, besteht der Überbrücker aus zwei überbrückungsförderern
9, 19, von denen einer zwei zueinander parallele Förderteile aufweist, nämlich je
ein außenliegendes Förderband 14, das einen Außen-und einen Innentrum 15, 16 aufweist.
Die Förderbänder 14 der Uberbrückungsförderer sind aktiv angetrieben. Die Schnelligkeit
der Bewegung des Förderbandes bestimmt auch den Vorschub der Packstücke. Weiterhinbesteht
jeder überbrückungsförderer 9 bzw. 19 aus einer innenliegenden, passiv getriebenen
Gleit- oder Rollfläche 17, die im Ausführungsbeispiel mit Rollstäben 18, 18' bzw.
28, 28
1 bestückt ist. Bei den Rollstäben handelt es sich beispielsweise um Polypropylen-Walzen,
die in Schalen- lagern axial verschieblich gehalten sind.
[0022] Figur 4 zeigt in vergrößerter Darstellung ein derartiges Schalenlager 29, das mit
einer Haltelasche 30 an einem Rahmen gehaltert ist. Zwischen den von den Rollstäben
gebildeten Rollflächen wird das Packstück 1 im Wickelbereich gestützt und geführt.
Die Wickelfolie 3 legt sich auf den Außentrum 15 des Überbrückungsförderers 9 bzw.
19 an. Durch den gebildeten Schlauch, aber auch durch an den Seitenflanken der Packstücke
angelegte Wickelfolie wird die Kraft vom Förderband übertragen und damit das Packstück
über die rollflächen gezogen.
[0023] Wie weiterhin aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich ist, bilden die Rollstäbe kammartige
Anordnungen, deren Zinken jeweils die Rollstäbe und deren Kammrücken durch eine Traverse
31 gebildet ist. Innerhalb der Schalenlager 29 können dann die Rollstäbe quer zur
Förderrichtung überlappend verschoben werden, wobei die Breite der Rollenfläche veränderbar
ist.
[0024] Üblicherweise ist die Breite der Rollfläche größer als die Breite des Förderbandes.
An der Traverse 31 werden die Rollstäbe an ihrer Außenseite verbunden und sind an
dieser zusätzlich fliegend gelagert, wie aus der Figur 2 erkennbar ist.
[0025] Insgesamt ergibt sich damit eine Vorrichtung, mit der in sehr zuverlässiger Weise
lose Gebinde ohne Verschiebung des Gefüges verpackt werden kann. Ein Schlußf zwischen
dem geförderten Band und den zu fördernden Packstücken kann nicht auftreten, da die
Packstücke nur auf einem passiv angetriebenen Rollenband vorwärts laufen.
1. Vorrichtung zum Umwickeln von Packstücken oder Gebinden in einer Stretch-Folie,
bei der die Folie unter Zugspannung von wenigstens einer Vorratsrolle abgezogen und
mittels einer Vorratsrollen-Führeinrichtung um einen Wickelquerschnitt geführt wird,
und bei der durch die Bahn der Vorratsrollen-Führeinrichtung hindurch ein die Packstücke
oder Gebinde tragender und die Wickelfolie führender Überbrückungsförderer reicht,
der von der Folie mit umwickelt wird, wobei der Überbrückungsförderer aus wenigstens
zwei zueinander parallelen, übereinanderliegenden Förderern besteht, von denen der
unten liegende als aktiv angetriebenes Förderband ausgebildet ist, dessen Außentrum
beim Durchgang durch den Wickelbereich von der Wickelfolie belegt wird und diese aus
dem Wickelbereich herausführt, und von denen der oben liegende als Transporteinrichtung
für die Packstücke oder Gebinde ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter Überbrükkungsförderer (19) mit gleichem Aufbau
die Packstücke oder Gebinde von oben her abstützt, und daß die innenliegenden Förderer
als Gleit- oder passiv angetriebene Rollfläche (17) für die Packstücke oder Gebinde
ausgebildet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überbrückungsförderer
.(9, 19) waagerecht liegen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der
Überbrückungsförderer (9, 19) zueinander verstellbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleit- oder
Rollfläche (17) quer zur Bewegungsrichtung gesehen breiter als das Förderband (14)
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollstäbe (18, 18';
28, 28') verschiebbar in Schalenlagern (25) gehalten sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei nebeneinanderliegende
Rollstäbe (18, 18';28, 28') an ihrer Außenseite über eine Traverse (31) und an dieser
zusätzlich fliegend gelagert sind.