| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 000 195 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.04.1982 Patentblatt 1982/16 |
| (22) |
Anmeldetag: 27.06.1978 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)3: C05F 7/00 |
|
| (54) |
Verfahren zur Behandlung von Schlämmen oder Aschen, insbesondere von Klärschlamm oder
Klärschlammaschen
Process for treating sludge or ashes, especially clarified sludge sewage or clarified
sewage ashes
Procédé pour le traitement des boues ou des cendres, en particulier des boues de clarification
ou des cendres de boues de clarification
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
BE CH FR LU NL |
| (30) |
Priorität: |
29.06.1977 DE 2729277
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.01.1979 Patentblatt 1979/01 |
| (71) |
Anmelder: |
|
- Saarberg-Fernwärme GmbH
D-6600 Saarbrücken (DE)
- Thomasphosphatfabriken GmbH
D-4000 Düsseldorf (DE)
|
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Huck, Horst, Dr.-Ing.
D-6600 Saarbrücken (DE)
- Munk, Harald, Dr.
Dipl. Landwirt
D-5268 Heiligenhaus-Giessenbügel (DE)
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufschließen von Schlämmen oder Aschen,
insbesondere von Klärschlämmen oder Klärschlammaschen mit einem Anteil an nicht aufgeschlossenen
mineralischen Düngemittelkomponenten, insbesondere an unlöslichen Phosphatverbindungen,
für Düngezwecke.
[0002] Industrielle oder kommunale Abwässer werden in Kläranlagen üblicherweise durch einen
Sandfang geleitet, welcher grobe Teile, Sand, Quarz und SiO
z-enthaltende Substanzen weitgehend abscheidet. Die Abwässer werden nach dem Belebtschlammverfahren
weiterbehandelt und enthalten dann nur noch geringe Mengen von Si0
2. Es fällt als Endprodukt ein ausgefaulter Klärschlamm an, der in der Regel entweder
verbrannt, eingedickt oder zusammen mit Hausmüll kompostiert wird. Die Wirksamkeit
dieser Klärschlämme oder Klärschlammaschen für Düngezwecke wird dadurch beeinträchtigt,
daß die in ihnen enthaltenen mineralischen Düngemittelkomponenten, insbesondere die
durch Fällungsmittel ausgefällten Phosphatverbindungen, wie Eisen-, Aluminium- oder
Kalziumphosphate, aufgrund ihrer Unlöslichkeit für die Pflanzen als Düngemittel nicht
voll verfügbar sind, d.h. die Pflanzenwurzeln sind nur unvollkommen in der Lage, diese
nicht aufgeschlossenen Phosphatsalze aufzunehmen.
[0003] Aus der FR - A - 2 237 127 ist es bekannt, aus Flüssen, Häfen und Sedimentationsteichen
gewonnenen, hauptsächlich aus Si0
2 bestehenden Schlamm zu trocknen, das getrocknete Schlammpulver zwecks Schmelzpunkterniedrigung
mit einem Natriumsalz oder Kalksalz zu mischen, die Mischung auf 1 200°C oder darüber
zu erhitzen und die geschmolzene Masse in Wasser zu einem nichtstaubenden, glasartigen,
wasserunlöslichen Granulat erstarren zu lassen. Dieses bekannte Verfahren wandelt
Schlämme durch Zumischung der genannten Zuschlagstoffe vor einem Schmelzprozeß in
eine wasser- und säureunlösliche Glas- oder Wasserglasmasse um, die sich in Granulat-
oder Blockform für den Straßenbau, nicht aber für Düngezwecke eignet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, welches es
ermöglicht, die in Klärschlämmen oder Klärschlammaschen vorhandenen unlöslichen Phosphatsalze
aufzuschließen und dadurch aus den genannten Produkten hochwertige Düngemittel zu
erzeugen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schlämme oder Aschen,
insbesondere die Klärschlämme oder Klärschlammaschen, in Gegenwart einer oder mehrerer
der Verbindungen Na
2C0
3, CaO, Ca(OH)
2, MgO und/oder MgS0
4 einer Hochtemperaturbehandlung bis zu 1 200°C unterzogen werden, wobei die schwerlöslichen
Phosphate in gut wasser- und/oder zitronensäurelösliche (= pflanzenverfügbare) Phosphatverbindungen
umgewandelt werden.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Behandlung des Klärschlammes oder der Klärschlammasche
mit einer Verbindung der vorgenannten Art, welche mit den für die Pflanzenwurzeln
night verfügbaren Düngemittelkomponenten im Zuge einer Hochtemperaturbehandlung chemisch
derart reagiert, daß wasser- und/oder zitronensäurelösliche Substanzen entstehen,
welche nunmehr für die Pflanzen als Düngemittel verfügbar sind, gelingt es, aus wenig
wertvollem Klärschlamm oder wenig wertvoller Klärschlammasche einen hochwertigen Dünger
zu erzeugen.
[0007] Im Hinblick auf die im Klärschlamm enthaltenen Phosphatverbindungen, wie z.B. die
Eisen-, Calcium- und Aluminiumphosphate, läßt sich bei der Verwendung von Na
2C0
3 als Aufschlußmittel aus den schlecht pflanzenverfügbaren Eisen-, Calcium- und Aluminiumphosphaten
das pflanzenverfügbare CaNaP0
4 gewinnen. Bei Verwendung von Magnesiumsalzen entsteht das gut pflanzenverfügbare
Mg
3(PO
4)
2, während bei Verwendung von CaO gut pflanzenverfügbare Calciumsilicophosphate entstehen,
da die Klärschlämme bzw. deren Aschen Restmengen an feinkörnigem Si0
2 enthalten können.
[0008] Die Menge der zuzusetzenden Aufschlußmittel schwankt stark in Abhängigkeit von der
Zusammensetzung des Klärschlammes bzw. der Klärschlammasche und liegt in der Regel
zwischen 5 und 40%, bezogen auf die Gesamtmenge der Mischung, wie die später angeführten
Beispiele zeigen.
[0009] Gemäß dem Verfahren nach der Erfindung kann sowohl Klärschlamm als auch Klärschlammasche
der Hochtemperaturbehandlung in Gegenwart von den Zuschlagstoffen Na
2C0
3, CaO, Ca(OH)
2, MgO und/oder MgS0
4 zugeführt werden. Hierbei ist unter Klärschlammasche sowohl der bei der Klärschlammverbrennung
als auch der bei Klärschlammvergasung zur Erzeugung eines Brenngases anfallende feste
Rückstand zu verstehen. Die Behandlung der Klärschlammasche kann in der Schmelze,
vorzugsweise in einem sogenannten Schmelzkammerofen erfolgen, wobei der Stoffaustausch
in der Schmelze höher ist als in der festen Phase, was zu einer Verkürzung der Reaktionszeiten
führt.
[0010] Es hat sich gezeigt, daß der Wirkungsgrad des Verfahrens nach der Erfindung am größten
ist bei Reaktionstemperaturen zwischen 600 und 1 200°C, vorzugsweise bei 900°C.
[0011] Die Hochtemperaturbehandlung des Klärschlammes oder der Klärschlammasche kann auch
in anderen Öfen, beispielsweise in Drehtrommelöfen, Drehrohröfen, Muffelöfen oder
Wirbelschichtöfen durchgeführt werden.
[0012] Als besonders wirkungsvoll erweist sich dabei die Behandlung des Klärschlammes oder
der Klärschlammasche in einem Wirbelschichtofen, in dem alle Reaktionspartner in einem
stark turbulenten Bewegungszust and gehalten werden. Sowohl der Stoff- als auch der
Wärmeübergang zwischen den Reaktionspartnern ist somit groß, so daß mit relativ kurzen
Verweilzeiten (etwa 2-20 sec.) gefahren werden kann.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens besteht darin, die zu behandelnde Klärschlammasche
unter Zumischung von Aufschlußmitteln zu brikettieren und die Briketts zur Hochtemperaturbehandlung
mit heißen Eisenhüttenschlacken zu vermengen. Dabei dient die heiße Schlacke als Wärmelieferant
für die chemische Umsetzung im Brikett zwischen Schlammasche und beispielsweise Soda.
Der Wärmeinhalt der Schlacke wird auf die Briketts übertragen, so daß in vorteilhafter
Weise auf die Zufuhr von Fremdwärme verzichtet werden kann. Je nach dem Wärmeverlust
der Schlakke, der zum Beispiel durch Abstrahlung bedingt ist, können mittels 1 t Schlacke
bis zu 0,7-0,8 t Aschebriketts auf eine Temperatur von etwa 800°C gebracht werden.
Das erkaltete Produkt wird anschließend vermahlen.
[0014] Durch diese Verfahrensvariante lassen sich somit zwei umweltrelevante Abfallstoffe
mit Hilfe von bisher ungenutzter und daher verlorener Wärmeenergie in hohem Maße zu
nutzbaren, für die Landwirtschaft wertvollen Düngemitteln vereinigen.
[0015] Für die Zugabe von den Aufschlußmittel Na
ZC0
3, CaO, Ca(OH)
2' MgO und/oder MgS0
4 zu dem zu behandelnden Klärschlamm bieten sich mehrere Möglichkeiten an:
Das Aufschlußmittel kann, falls es wasserunlöslich ist, bereits im Zuge der Reinigung
der Abwässer zugegeben werden; es kann aber auch erst später dem bereits eingedickten
bzw. ausgeflockten oder thermisch konditionierten Klärschlamm zugemischt werden, oder
es wird unmittelbar in die Hochtemperaturbehandlungszone eingeführt. Bei Kläranlagen,
die bereits mit einer Verbrennungsanlage für den anfallenden Klärschlamm ausgerüstet
sind, erweist es sich als zweckmäßig, das Aufschlußmittel zusätzlich in die Verbrennungsanlage
einzuführen und somit die Aufschließung der nicht pflanzenverfügbaren Phosphate an
Ort und Stelle durchzuführen. In diesem Falle ist der zusätzliche Investitionsaufwand
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders gering.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und einer Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen
- die Beispiele 1-6 mit verschiedenen Aufschlußmitteln durchgeführte Versuche. Dabei
ist die angegebene Löslichkeit sowohl der unbehandelten als auch der aufgeschlossenen
Klärschlammasche in 2%iger Zitronensäure (pH=3,4) ein Maß für die Pflanzenverfügbarkeit
der gewonnenen Düngemittel,
- die Tabelle 1 das Ergebnis zweier Vegetationsversuche,
- die Figur ein schematisch dargestelltes Ausführungsbeispiel einer bevorzugten Verfahrensvariante
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Beispiel 1
[0017] 85 Teile Klärschlammasche (Löslichkeit in 2%iger Zitronensäure=0,5%) werden mit 15
Teilen Kieserit (MgS0
4) innig vermischt und in einem Drehrohrofen bei 1 200°C behandelt. Es resultiert eine
Aufschlußmasse, die bei einem Gehalt von 21,5% P
2O
5 eine relative Löslichkeit in Zitronensäure von 71% aufweist.
Beispiel 2
[0018] 71 Teile Asche werden mit 29 Teilen CaO innig vermischt und in einem Muffelofen bei
1 200°C behandelt. Es resultiert eine Aufschlußmasse, die bei einem Gehalt von 16,1%
P
20, eine relative Löslichkeit in Zitronensäure von 87% aufweist.
Beispiel 3
[0019] 82 Teile Asche werden mit 18 Teilen Soda innig vermischt und in einem Drehrohrofen
bei 900°C behandelt. Es resultiert eine Aufschlußmasse, die bei einem Gehalt von 19,8%
P
20, eine relative Löslichkeit in Zitronensäure von 95% aufweist.
Beispiel 4
[0020] 80 Teile Asche werden mit 16 Teilen Soda und 4 Teilen CaO innig vermischt und bei
950°C behandelt. Es resultiert eine Aufschlußmasse, die bei einem Gehalt von 18,9%
P
2O
5 eine relative Löslichkeit in Zitronensäure von 92% aufweist.
Beispiel 5
[0021] 50 Teile Klärschlamm mit einem Wassergehalt von 50% und einem P
2O
5-Gehalt in der Trockenmasse von 7,3% werden mit 1,8 Teilen Soda innig vermischt und
bei steigender Temperatur bis 950°C verbrannt. Es resultiert eine chemisch aufgeschlossene
Masse, die bei einem Gehalt von 18,7% P
2O
5 eine relative Löslichkeit in Zitronensäure von 73% aufweist.
Beispiel 6
[0022] Eine Mischung aus 80 Teilen Asche und 20 Teilen Soda wird zu Briketts geformt und
im Verhältnis 25% Briketts + 75% LD-Schlacke in heißer LD-Schlacke eingebettet und
2 Stunden gelagert. Es resultiert eine aufgeschlossene Brikettmischung mit einem Gehalt
von 19,1% P
2O
5 bei 100% relativer Löslichkeit in Zitronensäure. Die gemeinsame Vermahlung von LD-Schlacke
und hochtemperaturbehandelten Briketts ergab einen Gehalt von 9,2% P
20, bei einer relativen Löslichkeit von 78%. Die LD-Schlacke allein zeigte einen Gehalt
von 3,7% P
20
5 bei einer relativen Löslichkeit von nur 46%.
[0023] In der Tabelle 1 ist als Beispiel für den Erfolg des erfindungsgemäßen Verfahrens
des Ergebnis zweier Vegetationsversuche dargestellt. Hieraus geht hervor, daß eine
mit Soda aufgeschlossene Klärschlammasche die gleiche Pflanzenwirksamkeit entfaltet
wie dans Standarddüngemittel Thomasphosphat.
[0024] In der Figur ist beispielhaft eine schematisch dargestellte Anlage zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Aufschlußverfahrens dargestellt. Hierbei wird Klärschlamm beliebiger
Herkunft, der mineralische, für Pflanzen nicht verfügbare Düngemittelkomponenten,
wie z.B. Eisen-, Aluminium- und Calciumphosphate enthält, über eine Leitung 1 der
Anlage zugeführt und in einer Mischanlage 2 intensiv mit geeigneten Aufschlußmittel,
wie z.B. Na
ZC0
3 oder MgO, welche über eine Leitung 3 und eine Dosiervorrichtung 4 dem Mischbehälter
zugeleitet werden, vermischt. Daraufhin wird die Mischung aus Klärschlamm und Aufschlußmittel
mittels einer Förderschnecke 5 in einen Wirbelschichtofen 6 gefördert und dort bei
einer Temperatur von etwa 900°C verbrannt. Die Verbrennungsluft wird dem Wirbelschichtofen
6 über eine Leitung 7 und einen Vorerhitzer 8 und der erforderliche Brennstoff, z.B.
Gas oder Öl, über eine Leitung 9 zugeleitet.
[0025] Durch die Zugabe der genannten Aufschlußmittel zu dem Klärschlamm findet im Zuge
der Verbrennung des Schlammes gleichzeitig eine chemische Umwandlung der im Klärschlamm
enthaltenen unlöslichen Phosphatverbindungen in wasser- und/oder zitronensäurelösliche
Phosphatverbindungen statt, die nunmehr für Pflanzenwurzeln aufnehmbar sind und sich
somit in besonderem Maße als Dungemittel eignen.
[0026] Die im Wirbelschichtofen 6 anfallenden Reaktionsprodukte wie Abgas, Sand und Asche
werden über eine Leitung 10 abgezogen, in einem Wärmetauscher 11 oder durch Luftzumischung
abgekühlt und dann in einem Zyklonabscheider 12 einer Grobzerlegung unterzogen. Die
hierbei abgetrennten Feststoffe, im wesentlichen Sand und Asche, werden über eine
Leitung 13 aus dem Zyklonabscheider 12 abgeleitet, während das noch geringfügig verunreinigte
Abgas über eine Leitung 14 einem Filter 15 zugeführt und in diesem einer Feinreinigung
unterzogen wird. Das gereinigte Abgas verläßt das Filter 15 über eine Leitung 16,
während die im Filter 15 abgetrennte Feinasche über eine Leitung 17 abgezogen wird.
[0027] Die im Zyklonabscheider 12 sowie im Filter 15 anfallenden Aschen können nach entsprechender
Aufmahlung als hochwertige Düngemittel weiterverwendet werden.

1. Verfahren zum Aufschließen von Schlämmen oder Aschen, insbesondere von Klärschlämmen
oder Klärschlammaschen mit einem Anteil an nicht aufgeschlossenen mineralischen Düngemittelkomponenten,
insbesondere an unlöslichen Phosphatverbindungen, für Düngezwecke, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlämme oder Aschen, insbesondere die Klärschlamme oder Klärschlammaschen,
in Gegenwart einer oder mehrerer der Verbindungen Na2CO3, CaO, Ca(OH)2, MgO und MgS04 einer Hochtemperaturbehandlung bis zu 1 200°C unterzogen werden, wobei die schwerlöslichen
Phosphate in gut wasser- und/oder zitronensäurelösliche (= pflanzenverfügbare) Phosphatverbindungen
umgewandelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochtemperaturbehandlung
bei Temperaturen zwischen 600 und 1 200°C, insbesondere bei einer Temperatur von 900°C,
durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schlechtlöslichen
Eisen-, Calcium- und Aluminiumphosphate durch die Hochtemperaturbehandlung und die
Zugabe von Kalk in pflanzenverfügbares CaNaPO4 umgewandelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch Zugabe von MgO
und/oder MgS04 die schwerlöslichen Phosphate bei der Hochtemperaturbehandlung in gut pflanzenverfügbares
Mg3(PO4)2 umgewandelt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch Zugabe von CaO
und/oder Ca(OH)z unter Mitwirkung von .im Schlamm bzw. Klärschlamm enthaltenen Sandresten gut pflanzenverfügbare
Calciumsilicophosphate entstehen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das NazC03, CaO, Ca(OH)2, MgO und/oder MgS04 dem Schlamm oder der Asche, insbesondere dem Klärschlamm oder der Klärschlammasche,
bereits vor oder während der Hochtemperaturbehandlung zugegeben werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochtemperaturbehandlung
in einem Drehtrommel-, Drehrohr- oder Etagenofen erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochtemperaturbehandlung
in einem Wirbelschichtofen erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochtemperaturbehandlung
in einem Muffel- oder Schmelzkammerofen erfolgt, daß die Klärschlammasche geschmolzen
wird und deren Behandlung mit den Natrium-, Calcium- und/oder Magnesiumverbindungen
in der Schmelze erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Klärschlammasche
und das Na2CO3, CaO, Ca(OH)2, MgO und/oder MgS04 brikettiert und die Briketts durch Einmischen in heiße Eisenhüttenschlacke der Hochtemperaturbehandlung
ausgesetzt werden.
1. A process for the decomposition of sludges or ashes, in particular clarifying sludges
or clarifying sludge ash having a proportion of undecomposed mineral fertilizer components,
in particular insoluble phosphate compounds, for fertilizer purposes, characterised
in that the sludges or ashes, in particular the clarifying sludges or clarifying sludge
ash, are treated at a high temperature up to 1200°C, in the presence of one or more
of the compounds Na2CO3, CaO, Ca(OH),, MgO and MgS04, whereby the difficultly-soluble phosphates are converted into phosphate compounds
which are highly soluble in water and/or citric acid and which are usable by plants.
2. A process as claimed in Claim 1, characterised in that the high temperature treatment
is carried out at temperatures of between 600 and 1200°C, in particular at a temperature
of 900°C.
3. A process as claimed in Claim 1 and 2, characterised in that the difficultly-soluble
iron phosphates, calcium phosphates and aluminium phosphates are converted by the
high temperature treatment and the addition of lime into CaNaP04, which is usable by plants.
4. A process as claimed in Claim 1 and 2, characterised in that by the addition of
MgO and/or MgS04, the difficultly-soluble phosphates are converted during the high temperature treatment
into Mg3(PO4)2, which is readily usable by plants.
5. A process as claimed in Claim 1 and 2, characterised in that, by the addition of
CaO and/or Ca(OM)2 with the co-operation of sand residues which are contained in the sludge or clarifying
sludge, calcium silicophosphates are produced, which are readily usable by plants.
6. A process as claimed in one of Claims 1 to 5, characterised in that the Na2C03, CaO, Ca(OH)2, MgO and/or MgS04 are added to the sludge or ash, in particular the clarifying sludge or clarifying
sludge ash, before or during the high temperature treatment.
7. A process as claimed in one of Claims 1 to 6, characterised in that the high temperature
treatment is effected in a rotary drum furnace, a rotary tube furnace, or a shelved
furnace.
8. A process as claimed in one of Claims 1 to 6, characterised in that the high temperature
treatment is carried out in a fluidized bed furnace.
9. A process as claimed in one of Claims 1 to 6, characterised in that the high temperature
treatment is carried out in a muffle furnace or melting chamber furnace, that the
clarifying sludge ash is melted and its treatment with the sodium compounds, calcium
compounds and/or magnesium compounds, is effected in the melt.
10. A process as claimed in Claim 1 or 6, characterised in that the clarifying sludge
ash and the Na2C03, CaO, Ca(OH)2, MgO and/or MgSO4 are briquetted and the briquettes are subjected to the high temperature treatment
by mixing with hot ironworks slag.
1. Procédé pour la dissociation de schlamms ou de cendres, notamment de schlamms de
clarification ou cendres de schlamms de clarification avec une fraction de composants
d'engrais minéraux ou attaqués, notamment de composés phosphatés insolubles, caractérisé
en ce que les schlamms ou cendres de schlamms en particulier les schlamms de clarification
sont soumis à un traitement thermique à une haute température jusqu'à 1200°C, en présence
d'un ou plusieurs Na2CO2, CaO, Ca(OH)Z, MgO et MgS04, tel que les phosphates difficilement solubles sont convertis en composés phosphatés
solubles dans l'eau et/ou l'acide citrique, absorbables par les plantes.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le traitement à hautes
températures s'effectue à des températures comprises entre 600 et 1200°C, notamment
à une température de 900°C.
3. Procédé suivant l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les phosphates
difficilement solubles de fer, de calcium et d'aluminium sont convertis, par le traitement
à haute température et par l'addition de chaux, en Ca Na PO4 absorbable par les plantes.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que, par l'addition
de MgO et/ou de MgS04, les phosphates difficilement solubles sont convertis, par le traitement à haute
température, en Mg3 (PO4)2 absorbable par les plantes.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que, par addition
de CaO et/ou de Ca(OH),, et, par co-action des restes de sable contenus dans le schlamm
et le schlamm de clarification, sont formés des silico-phosphates de calcium absorbables
par les plantes.
6. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que,
on ajoute aux schlamms ou aux cendres, notamment schlamms ou cendres de schlamms de
clarification, avant ou pendant le traitement à haute température, Na2CO3, CaO, Ca (OH)2 MgO et/ou MgS04.
7. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que
le traitement à haute température est effectué dans un four à tambour rotatif, à tube
rotatif ou à étages.
8. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que
le traitement à haute température est effectué dans un four à couche fluidisée.
9. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que
le traitement à haute température est effectué dans un four à mouffle ou four à chambre
de fusion, de telle sorte que les cendres de schlamm de clarification soient fondues
et que le traitement avec les composés de sodium, calcium et/ou magnésium, s'effectue
dans la masse fondue.
10. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que
les cendres de schlamms et les composés Na2 C03, CaO, Ca (OH)2, MgO et/ou MgS04 sont compactés en briquettes, et celles-ci sont soumises au traitement à haute température,
par mélange avec des scories d'installations sidérurgiques.
