[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft neue Phenoxy-phenyl-sulfinyl- und -sulfonyl-alkancarbonsäure-
Derivate, welche herbizide und das Pflanzenwachstum regulierende Wirkung zeigen, Verfahren
zur Herstellung dieser Derivate, herbizide und das Pflanzenwachstum regulierende Mittel,
welche diese Derivate als Wirkstoffe enthalten sowie die Verwendung der neuen Phenoxy-phenyl-sulfinyl-
und -sulfonyl- alkancarbonsäurederivate oder sie enthaltender Mittel als Herbizide
und/oder zur Regulierung des Pflanzenwachstums.
[0002] Die neuen Phenoxy-phenyl-sulfinyl- und -sulfonyl-alkancarbonsäure-Derivate entsprechen
der Formel I

worin
B einen Rest -OR1, -SR2 oder -NR3R4,
C Wasserstoff, Halogen Nitro, C1-C4 Alkyl oder C1-C4 Alkoxy,
D Halogen, Cyan, Nitro oder Trifluormethyl,
E Wasserstoff, Halogen, Cyan oder Nitro,
p die Zahl 1 oder 2,
Q eine unverzweigte oder verzweigte C1-C4 Alkylenbrücke,
R1 Wasserstoff oder das Kation eines Alkali- oder Erdalkalimetalles, einen C1-C4 Alkylammonio-Rest, der im Alkylteil durch Hydroxyl, Cyan oder C1-C4 Alkoxy substituiert sein kann,
-C1-C18 Alkyl, unsubstituiert oder substituiert durch Halogen, Nitro, Cyan, C1-C8 Alkoxy, Bis (C1-C4 alkyl)-amino,
-C3-C18 Alkenyl, gegebenenfalls Halogen substituiert,
- C3-C8 Alkinyl
-C3-C12 Cycloalkyl,
- Phenyl oder Benzyl, unsubstituiert oder substituiert durch Halogen, C1-C4 Alkyl, C1-C4 Alkoxy, C1-C4 Alkylthio, Nitro, Cyan oder Trifluormethyl;
R2 C1-C18 Alkyl,
- Phenyl- oder Benzyl, unsubstituiert oder substituiert durch Halogen, C1-C4 Alkyl, C1-C4 Alkoxy, C1-C4 Alkylthio, Nitro, Cyan oder Trifluormethyl;
R3 und R4 Wasserstoff, C,-C4 Alkyl oder 2-Methoxyethyl bedeuten.
[0003] Die Alkyl- und Alkenylreste in dieser Definition können verzweigt oder unverzweigt
sein.
[0004] Die vorliegenden Phenoxy-phenylsulfinyl- und -sulfonyl-alkancarbonsäurederivate sind
neue Verbindungen. Phenoxyphenylthio-alkancarbonsäurederivate mit ähnlicher Strucktur,
welche als Ausgangsstoffe zur Herstellung vorliegender Verbindungen benutzt werden
können, sind bekannt. Die FR-PS 285 861 beschreibt Verbindungen, welche pharmakologische
Wirkung zeigen, die DOS 2 223 894 solche mit herbizider Wirkung. Ferner sind herbizid
wirkende Diphenyläther, mit Alkyl- und Alkenylsulfinyl- oder -sulfonylresten in den
DT - OS 2 130 919 und 2 333 848 beschrieben worden. Die Verbindungen der Formel I
besitzen eine herbizide Wirkung, die nicht gegen jede Pflanzenart gleich stark wirkt.
Dadurch entstehen wertvolle Selektivitäten, die es ermöglichen, spezifisch Unkräuter
in Kulturpflanzungen zu bekämpfen, ohne dabei die Kulturpflanzen merklich zu schädigen.
Die beste Wirkung wird im Nachauflaufverfahren in Getreide- und Reiskulturen gegen
breitblättrige Unkräuter erreicht.
[0005] Die Wirkstoffe der Formel besitzen ferner günstige wachstumsregulierende Effekte
(Wuchshemmung). Insbesondere hemmen sie das Waschstum von dicotylen Pflanzen. Beispiele
für die nutzbringende Anwendung der erfindungsgemässen Verbindung sind z.B.
- die Reduktion des veregativen Wachstums bei Soja und ähnlichen Leguminosen, was
zu einer Ertragssteigerung dieser Kultur führt;
- die Hemmung des unerwünschten Wachstums von Geiztrieben bie Tabak, dessen Haupttrieb
man geschnitten hat, was der Ausbildung grösserer und schönerer Blätter zugute kommt;
- die Hemmung des Wachstums von Gras und dikotyledonen Pflanzen, wie Obstbäume,Zierbäume,
Gebüsche und Hecken, zwecks Einsparung an Schnittarbeit.
[0006] Die Verbindungen vorliegender Erfindung sind wenig giftig für Warmblüter und deren
Applikation wirft keine Probleme auf. Die Aufwandmenge liegt zwischen 0.1 und 5 kg
pro Hektar.
[0007] Die Herstellung der neuen Verbindungen der Formel I erfolgt nach an sich bekannten
Methoden und kann aus dem folgenden Formelschema ersehen werden:

[0008] In deisen Formeln haben B, C, D, E, Q und p die unter Formel angegebene Bedeutung
und Hal bedeutet ein Halogenatom, vorzugsweise Chlor oder Brom.
[0009] Man geht beispielsweise von einem gegebenenfalls substituierten Halogenbenzol der
Formel III aus und kondensiert dieses mit einem gegebenenfalls weiter substituierten
Methylthio-phenol der Formel IV in Gegenwart eines säurebindenden Mittels in einem
aprotischen Lösungsmittel bei erhöhter Temperatur zur Phenoxy-methylthio-Verbindung
der Formel V. Diese kann dann weiter mit einem a-Halogenalkancarbonsäurederivat der
Formel VI bei erhöhter Temperatur umgesetzt werden, worauf man zur Phenoxy-phenyl-thio-alkancarbonsäure
der Formel II gelangt. Die Herstellung solcher Phenoxy-phenylthioalkancarbonsäure-Derivate
ist unter anderem auch in der DOS 2 223 894 beschrieben.
[0010] Ein weiterer Weg um zu diesen Phenoxy-phenylthio-alkancarbonsäure-Derivaten der Formel
II zu gelangen, geht ebenfalls von den gegebenenfalls substituierten Halogenbenzolen
der Formel III aus, welche man z.B. mit einer gegebenenfalls im Ring weiter substituierten
Hydroxyphenylthio-alkancarbonsäure der Formel VII kondensiert, in Gegenwart eines
säurebindenden Mittels, wie z.B. einer anorganischen Base, in einem aprotischen Lösungsmittel
bei erhöhter Temperatur. ,
[0011] Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung der neuen Phenoxyphenylsulfinyl-
und -sulfonyl-alkancarbonsäure-Derivaten ist dadurch gekennzeichnet, dass man in an
sich bekannter Weise ein Phenoxy-phenylthio-alkancarbonsäure-Derivat der Formel II
(siehe Formelschema), worin B, C, D, E und Q die unter Formel gegebene Bedeutung haben,
solange mit einem oxydierenden Mittel behandelt, bis die Sulfid-Brücke zur Sulfinyl-(-SO)
oder Sulfonyl-Brücke (-S0
2) oxydiert ist.
[0012] Geeignete oxydierende Mittel für diese Reaktion sind beispielsweise wasserstoffperoxyd,
Sauerstoff oder gegebenenfalls auch Luft, die durch das Reaktionsgemisch geblasen
wird. Ferner kann man das Phenoxy-phenylthio-alkancarbonsäure-Derivat in verdünnte
Natronlauge geben und dann langsam Chlor durch das Reaktionsgemisch blasen.
[0013] Ferner kann man die Verbindungen der Formel I auch herstellen, indem man ein entsprechend
substituiertes Diphenyl-äther-sulfochlorid mit Natriumsulfit zur Sulfinsäure reduziert
und diese, respektive ein Salz derselben, dann mit einem Rest Hal-Q-COB, worin B,
Q und Hal die unter Formel I gegebene Bedeutung haben, umsetzt.
[0014] Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen die Herstellung der Wirkstoffe der Formel
1. Weitere in entsprechender Weise hergestellte Wirkstoffe sind in den anschliessenden
Tabellen aufgeführt. Temperaturangaben beziehen sich jeweils auf Celsius-Grade. Druckangaben
werden in Millibar (mbar) gegeben.
[0015] In einer weiteren Tabelle sind als Zwischenprodukte erhaltene Phenoxy-phenylthio-alkancarbonsäuren
der Formel II aufgeführt.
Beispiel 1
3-(2',4'-Dichlorphenoxy)-6-jod-phenylsulfinyl-essigsäure-methylester
[0016]
a) 12 g 4-Chlor-2-methylmerkapto-nitrobenzol werden in 50 ml Dimethylsulfoxyd mit
10 g 2,4-Dichlorphenol und 2,5 g Natriumhydroxyd auf 160° erhitzt. Nach zwei Stunden
giesst man den Ansatz auf Eis und extrahiert mit Essigester. Die organische Lösung
wird eingedampft und der Rückstand aus Toluol/Hexan umkristallisiert. Man erhält 16
g 2,4-Dichlor-3'-methylmerkapto-4"-nitrodiphenyläther vom Schmelzpunkt 120-122°. Die
katalytische Reduktion in Dioxan mit Raney-Nickel ergibt daraus in nahezu quantitativer
Ausbeute 2,4-Dichlor-3'-methylmerkapto-4'-aminodiphenyläther. Smp. 40-4.2°.
b) 65 g dieser Verbindung werden mit 300 ml Wasser und 144 ml konz. Schwefelsäure
vermischt und auf 0° gekühlt. Durch Umsatz mit einer 5%igen Natriumnitritlösung bei
0-5° bereitet man eine Diazoniumlösung, in die nach einer Stunde bei 0° eine Lösung
von 39,5 g Kaliumjodid in 270 ml Wasser eingetropft wird. Es bildet sich ein klebriger
Niederschlag, der nach 2 Stunden durch Zugabe von Methylenchlorid gelöst wird. Die
organische Phase wird abgetrennt und eingedampft. Der Rückstand wird mehrnals mit
warmem Hexan extrahiert und die vereinigten Hexanextrakte eingeengt und abgekühlt.
Durch Kristallisation erhält man 2,4-Dichlor-3'-methylmerkapto-4-jod-diphenyläther.
c) 10 g 2,4-Dichlor-3'-methylmerkapto-4'-jod-diphenyläther wurden mit 20 ml Bromessigsäuremethylester
10 Stunden am Rückfluss erhitzt, die Reinigung erfolgte chromatographisch an einer
Keiselsäuresäule mit Cyclohexan als Laufmittel. Man erhält nach Verdampfen des Lösungsmittels
7 g 3-(2',4'-Dichlorphenoxy)-6-jod-phenylthio-essigsäuremethylester mit dem Brechungsindex
Nß4 1.6528.
d) 5,4 g dieser Verbindung werden in 100 ml Methylenchlorid langsam mit 2,5 g 86%iger
3-Chlorperbenzoesäure versetzt. Nach zwei Stunden wird mit verdünnter Natronlauge
extrahiert, die organische Phase über Natriumsulfat getrocknet, eingedampft und der
Rückstand aus Toluol/Hexan umkristallisiert. Man erhält 3,5 g der Titelverbindung.
Smp. 120-122°.
Beispiel 2
α-[3-(2'.4'-dichlorphenoxy)-6-chlor-phenyl-sulfonyl]-propionsäuremethylester.
[0017]
a) Eine Lösung von 400 g Di-(2',4'-dichlorphenoxy)-nitrobenzol, 64 g 85%igem Kaliumhydroxyd
und 100 ml Dioxan wird mit 45 g Methylmerkaptan bei 50-70° versetzt. Nach einer Stunde
wird das Lösungsmittel am Vakuum abgezogen und der Rückstand mit Toluol aufgenommen.
Die durch Waschen der Lösung mit verdünnter Natronlauge vom enstandenen 2,4-Dichlorphenol
befreite Lösung wird zu einer siedenden Mischung von 500 g Eisenpulver, 500 g Aethanol
und 50 ml konz. Salzsäure getropft. Nach 15 Stunden Rückfluss wird abgekühlt, alkalisch
gestellt mit 30%iger Natronlauge, vom Eisenschlamm abgesaugt und der Filterkuchen
mit Toluol gewaschen. Die organische Phase des Filtrats wird eingedampft und abdestilliert.
Man erhält 192,5 g 4-(2',4'-Dichlorphenoxy-2-methylmerkapto- anilin. Sdp. 170°/0,1
mbar.
b) 180 g der Verbindung Beispiel 3a werden in 1,5 Liter Eissessig gelöst und mit 153
ml konz. Salzsäure versetzt. Durch Eintropfen einer Lösung von 41,5 g Natriumnitrit
in 100 ml Wasser bei 5° wird eine Diazolösung hergestellt, die nach dem Zerstören
des Nitritüberschusses mit Sulfaminsäure bei 75-90° in 2 Liter einer 18%igen Salzsäure
und 118 g Kupfer(I)chlorid getropft wird. Nach 1 Stunde extrahiert man mit Toluol,
dampft die organische Phase ein und destilliert den Rückstand. Man erhält 172 g 3-(2'-4'-Dichlorphenoxy)-6-chlor-methylmerkaptobenzol,
Sdp. 158°/0,05 mbar.
c) 140 g der Verbindung aus Beispiel 3b wurden mit 105 ml 2-Brom-propionsäuremethylester
und einem Kristall Kaliumjodid 16 Stunden am Rückfluss gekocht. Die anschliessende
Destillation ergibt 150 g a-[3(2',4'-Dichlorphenoxy)-phenol-6-chlorphenyl-thio]-propionsäuremethylester.
Sdp. 186°/0,09 mbar.
d) Die behandlung von 7 g dieser Verbindung mit 8,2 g 3-Chlorperoxy-benzoesäure in
Methylenchlorid analog Beispiel 1 d ergibt 6 g der Titelverbindung in Form eines Oels
vom Brechungsindex nß4 = 1,5890.
Beispiel 3
[0018]

α-[3(2'-Chlor-4'-trifluormethylphenoxy)-6-chlor-phenylsulfinyl]-propionsäuremethylester.
a) 241 g 2-Chlor-5-methoxy-anilin werden unter starkem Rühren zu 310 ml Wasser und
385 ml konz. Salzsäure gegeben, gefolgt von 750 g Eis. Man kühlt die Mischung auf-10°
und gibt auf einmal eine Lösung von 111 g Natriumnitrit in 150 ml Wasser dazu, dabei
steigt die Temperatur auf 10° an. Nach 30 Minuten wird der Nitritüberschuss mit Sulfaminsäure
entfernt und die Lösung durch Filtration geklärt. Diese Diazolösung wird bei 55-60°
zu einer Lösung von 300 ml Wasser, 800 ml Toluol, 225 g Kaliummethylxanthogenat, 85
g Natriumbicarbonat und 75 ml 30%iger Natronlauge getropft.. Nach beendeter, sehr
lebhafter Gasentwicklung trennt man die organische Phase ab. Diese wird mit Wasser
gewaschen und nach dem Trocknen über Natriumsulfat in 100 ml Triäthylamin bei 70°
getropft. 2 Stunden Rückfluss, dann abkühlen und Zugabe von 200 ml 30%iger Natronlauge.
Die organische Phase wird abgetrennt und destilliert. Man erhält 160 g 4-chlor-3-methyl-merkaptoanisol.
Sdp. 138-145°/11 mbar.
152,2 g dieser Verbindung werden analog J.Am.Chem.Soc. 79, 720 zu 110 g 4-Chlor-3-methyl-
merkaptophenol verseift. Sdp. 117-121°/0,03 mbar.
b) 50 g 4-Chlor-3-methylmerkaptophenol, 62 g 3,4-Dichlorbenzotrifluorid und 12 g Natriumhydroxyd
werden in 150 ml Dimethylsulfoxyd 6 Stunden bei 142° verrührt, dann giesst man das
Reaktionsgemisch auf Eis, extrahiert mit Toluol und destilliert die organische Phase
ab. Man erhält 81 g 3-(2'-Chlor-4-trifluormethyl-phenoxy)-6-chlor-thioanisol vom Sdp.
158°/0,4 mbar.
20g dieser Verbindung werden mit 30 ml 2-Brompropionsäuremethylester bei 190° 20 Stunden
verrührt; dann erfolgt Destillation im Kugelrohr. Man erhält 21 g 'a-[3-(2'-Chlor-4'-trifluormethyl-
phenoxy)-6-chlorphenylthio]-propionsäure-methylester. Sdp. 200°/0,13 mbar.
c) 10 g dieser Verbindung werden in Methylenchlorid (200 ml) analog Beispiel 1 mit
3-Chlorperbenzoesäure umgesetzt. Die Aufarbeitung ergibt 9,5 g eines viskosen Oels
mit Brechungsindex n23 = 1,3295.
[0020] Als Zwischenprodukte benötigte Phenoxy-phenylthio-alkancarbonsäure-derivate der Formel
11

[0021] Die Phenoxy-phenylsulfinyl- und - phenylsulfonylalkan-carbonsäure-derivate der Formel
sind stabile Verbindungen, welche in üblichen organischen Lösungsmitteln, wie Alkoholen,
Aethern, Ketonen, Dimethylformamid, Dimethylsulfoxyd etc. löslich sind.
[0022] Die Erfindung betrifft auch herbizide und pflanzenwachstumregulierende Mittel, welche
einen neuen Wirkstoff der Formel I erhalten, sowie Verfahren zur pre- und post-emergenten
Unkrautbekämpfung und zur Hemmung des Pflanzenwuchses von monocotylen und dicotylen
Pflanzen, insbesondere Gräsern, Getreide, Soja und Tabakgeiztrieben.
[0023] Die erfindungsgemässen Mittel können in den üblichen Formulierungen vorliegen.
[0024] Die Herstellung erfindungsgemässer Mittel erfolgt in an sich bekannter Weise durch
inniges Vermischen und Vermahlen von Wirkstoffen der Formel I mit geeigneten Trägerstoffen,
gegebenenfalls unter Zusatz von gegenüber den Wirkstoffen inerten Dispersions- oder
Lösungsmitteln. Die Wirkstoffe können in den folgenden Aufarbeitungsformen vorliegen
und angewendet werden:

[0025] Zur Herstellung fester Aufarbeitungsformen (Stäubemittel, Streumittel, Granulate)
werden die Wirkstoffe mit festen Trägerstoffen vermischt. Als Trägerstoffe kommen
zum Beispiel Kaolin, Talkum, Bolus, Löss, Kreide, Kalkstein, Kalkgrits, Ataclay, Dolomit,
Diatomenerde, gefällte Kieselsäure, Erdalkalisilikate, Natrium- und Kalium- aluminiumsilikate
(Feldspäte und Glimmer), Calcium- und Magnesiumsulfate, Magnesiumoxid, gemahlene Kunststoffe,
Düngemittel, wie Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphat, Ammoniunitrat, Harnstoff, gemahlene
pflanzliche Produkte, wie Getreidemehl, Baumrindemehl, Holzmehl, Nussschalenmehl,
Cellulosepulver, Rückstände von Pflanzenextraktionen, Aktivkohle, etc., je für sich
oder als Mischungen untereinander in Frage.
[0026] Der Gehalt an Wirkstoff in den oben beschriebenen Mitteln liegt zwischen 0,1 bis
95%, bevorzugt zwischen 1 bis 80%. Anwendungsformen können bis hinab zu 0,001% verdünnt
werden. Die Aufwandmengen betragen in der Regel 0,1 bis 10 kg AS/ha, vorzugsweise
0,25 bis 5 kg AS/ha.
[0027] Die in den erfindungsgemässen Mitteln enthaltenen Wirkstoffe beeinflussen das Pflanzenwachstum
in verschiedener Weise. So hemmen, vorzögern oder unterbinden sie in erster Linie
das Wachstum und die Keimung. Es handelt sich dabei also sowohl um pre- und post-emergente
Herbizidwirkung als auch um Wuchshemmung.
[0028] Erfindungsgemässe Mittel, die als aktive Komponente mindestens eine Verbindung der
Formel I enthalten, eignen sich besonders zur Hemmung und Kontrolle des Pflanzenwachstums
von monocotylen und dicotylen Pflanzen, wie Gräsern, Sträuchern, Bäumen, Getreide-
und Leguminosen-kulturen, Zuckerrohr, Tabak, Soja, Zwiebeln- und Kartoffelknollen,
Zierpflanzen, Obstbäumen und Reben.
[0029] Die herbizide Wirkung von erfindungsgemässen und strukturähnlichen, bekannten Verbindungen
wurde im Gewächshaus durch die folgenden Versuche geprüft.
1. Geprüfte Verbindungen
[0030] Die erfindungsgemässen Verbindungen sind durch die Nummer gekennzeichnet, welche
sie in den obenstehenden Tabellen haben. Es wurden folgende bekannte Verbindungen
geprüft:

Verbindung 49 DOS 2 223 894

gemäss FR-PS 2 285 861 oder DOS 2 223 894

Verbindung 6 DOS 2 223 894
[0031] Diese Verbindungen wurden zu einem 25%igen Emülsionskonzentrat oben beschriebener
Zusammensetzung aufgearbeitet, welches dann mit Wasser bis zu der gewünschten Wirkstoffkonzentration
verdünnt wurde.
[0032] Die Prüfung der herbiziden Wirkung erfolgte wie folgt:
Herbizide Wirkung bei Applikation der Wirkstoffe nach dem Auflaufen der Pflanzen (post-emergent).
[0033] Verschiedene Kulturpflanzen und Unkräuter werden aus den Samen in Töpfe im Gewächshaus
aufgezogen, bis sie das 4- bis 6-Blatt-Stadium erreicht haben. Dann werden die Pflanzen
mit wässerigen Wirkstoffemulsionen (erhalten aus dem Emulsionskonzentrat) in verschiedenen
Dosierungen gespritzt. Die behandelten Pflanzen werden dann bei optimalen Bedingungen
von Licht, Begiessung, Temperatur (22-25°C) und Luftfleuchtigkeit (50-70% relativ)
gehalten. Die Auswertung des Versuches erfolgte 15 Tage nach der Behandlung gemäss
folgender EWRC-Wertung (European Weed Research Council):
9 = Pflanze gedeiht normal wie unbehandelte Kontrollpflanze.
8-2 linear, prozentual zunehmende Schädigung der Pflanzen
1 Pflanze abgestorben
- Pflanze nicht geprüft.
[0034] In einem ersten Durchgang wurden alle Verbindungen mit einer Aufwandmenge von 4 kg
pro Hektar auf 7 Pflanzen, mono- sowie dicotyle geprüft. Die Resultate sind in der
folgenden Tabelle. zusammengefaast.

[0035] Einige dieser Verbindungen sind einer noch eingehenderen Prüfung unterzogen worden:

[0036] Einige Verbindungen wurden ausserdem auf ihre selektive Herbizidwirkung in Reiskulturen
geprüft.
Selektive herbizide Wirkung auf Reis im Nachauflaufverfahren
[0037] Reispflänzchen, welche 25 Tage als sind, wurden im Gewächshaus in grosse rechteckige
Eternitschalen verpflanzt. Zwischen die Reihen der Reispflanzen wurden dann Samen
der in Reiskulturen vorkommenden Unkräuter Echinochloa crus galli. Cyperus difformis,
Ammania und Rotala gesät. Die Schalen wurden gut bewässert und bei einer Temperatur
von ca. 25°C und hoher Luftfeuchtigkeit gehalten. Nach 12 Tagen, wenn die Unkräuter
aufgelaufen sind und das 2-3 Blattstadium erreicht haben, wurde die Erde in der Schale
mit einer 2,5 cm hohen Schicht Wasser bedeckt. Der Wirkstoff wurde dann als Emulsionskonzentrat
mittels einer Pipette zwischen die Pflanzenreihen appliziert, wobei man das Emulsionskonzentrat
so verdünnte und auftrug, dass es einer Applikationsmenge im Feld von 4, 2, 1 und
1/2 kg Wirkstoff pro Hektar entsprach. Der Versuch wurde nach 4 Wochen ausgewertet.
Die Resultate sind in der Tabelle 3 zusammengefasst.
Reisversuch
[0038]

[0039] In diesen Versuchen zeigen die erfindungsgemässen Verbindungen generell gute Herbizidwirkung
gegen dikotyle Pflanzen und einige monokotyle Unkräuter. Sie könnten beispielsweise
zur selektiven Bekämpfung, vor allem zweikeimblättiger Unkräuter in Reis und gewissen
Getreiden eingesetzt werden.
[0040] Die bekannten Verbindungen A, B und C zeigten hier keine ausgesprochene Herbizidwirkung,
während die Verbindung D verschieden wirkt und vor allem monokotyle Unkräuter schädigt.
1. Phenoxy-phenyl-sulfinyl- und -sulfonyl-alkancarbonsäure-Derivate der Formel I

worin
B einen Rest -OR1, -SR2 oder -NR3R4,
C Wasserstoff, Halogen, Nitro, C1-C4 Alkyl oder C1-C4 Aloxy,
D Halogen, Cyan, Nitro oder Trifluormethyl,
E Wasserstoff, Halogen, Cyan oder Nitro,
p die Zahl 1 oder 2,
Q eine unverzweigte oder verzweigte C1-C4 Alkylenbrücke,
R1 Wasserstoff oder das Kation eines Alkali- oder Erdalkalimetalles, einen C1-C4 Alkylammonio-Rest, der im Alkylteil durch Hydroxyl, Cyan oder C1-C4 Alkoxy substituiert sein kann,
- C1-C18 Alkyl, unsubstituiert oder substituiert durch Halogen, Nitro, Cyan, C1-C8 Alkoxy, Bis(C1-C4- akyl)-amino,
- C3-C18 Alkenyl, gegebenenfalls Halogen substituiert,
- C3-C8 Alkinyl
- C3-C12 Cycloalkyl,
- Phenyl oder Benzyl, unsubstituiert oder substituiert durch Halogen, C1-C4 Alkyl, C1-C4 Alkoxy, C1-C4 Alkylthio, Nitro, Cyan oder Trifluormethyl;
R2 C1-C18 Alkyl,
- Phenyl- oder Benzyl, unsubstituiert oder substituiert durch Halogen, C1-C4 Alkyl, C1-C4 Alkoxy, C1-C4 Alkylthio, Nitro, Cyan oder Trifluormethyl;
R3 und R4 Wasserstoff, C1-C4 Alkyl oder 2-Methoxyethyl, bedeuten.
2. Die Phenoxy-phenylsulfinyl-alkancarbonsäurederivate der Formel

worin B, C, D, E und Q die unter Formel I, Anspruch 1 gegebene Bedeutung haben.
3. Die Phenoxy-phenylsulfonyl-alkancarbonsäurederivate der Formel

worin B, C, D, E und Q die unter Formel I, Anspruch 1 gegebene Bedeutung haben.
4. α-[3-(2'-Chlor-4'-trifluormethylphenoxy)-6-nitrophenylsulfonyl]-propionsäure-methylester.
5. α-(3-(2',4'-Dichlorphenoxy)-6-chlor-phenylsulfonyl]-propionsäure-methylester.
6. α-[3-(2'-Nitro-4'-trifluormethylphenoxy)-6-chlor-phenoxysulfinyl]-propionsäure-methylester.
7. α-[3-(2'-Nitro-4'-trifluormethylphenoxy)-6-chlor-phenoxysulfonyl]-propionsäure-methylester.
8. Verfahren zur Herstellung der Phenoxy-phenylsulfinyl- und -sulfonyl-alkancarbonsäurederivate
gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man in an sich bekannter Weise Phenoxy-phenyl-
thio-alkancarbonsäurederivate der Formel II

worin B, C, D, E und Q die im Anspruch 1 gegebene Bedeutung haben, solange mit einem
oxydierenden Mittel behandelt, bis die Sulfid-Brücke zur Sulfinyl-(-SO-) oder Sulfonyl-Brücke
(-SO
2-) oxydiert ist.
9. Herbizides und das Pflanzenwachstum regulierendes Mittel, dadurch gekennzeichnet,
dass es als Wirkstoff mindestens ein Phenoxy-phenyl-sulfinyl- oder -sulfonylalkancarbonsäurederivate
der Formel I, Anspruch 1, enthält zusammen mit in der Agrarchemie üblichen inerten
Formulierungshilfsmitteln.
10. Die Verwendung der Phenoxy-phenyl-sulfinyl- oder -sulfonyl-alkancarbonsäurederivate
der Formel I, Anspruch 1, oder sie enthaltender Mittel zur selektiven Bekämpfung von
Unkräutern in Nutzpflanzenkulturen.
11. Die Verwendung der Phenoxy-phenyl-sulfinyl- oder -sulfonyl-alkancarbonsäurederivate
der Formel 1, Anspruch 1, oder sie enthaltender Mittel zur Hemmung des Pflanzenwachstums.
1. Dérivés d'acides phénoxy-phényl-sulfinyl- et -sulfonyl-alcane-carboxyliques de
formule 1

dans laquelle
B représente un reste -OR1, -SR2 ou -NR3R4,
C représente l'hydrogène, un halogène, un groupe nitro, alkyle en C1-C4 ou alcoxy en C1-C4,
D représente un halogène, un groupe cyano, nitro ou trifluorométhyle,
E représente l'hydrogène, un halogène, un groupe cyano ou nitro,
p est égal à 1 ou 2,
Q représente un pont alkylène droit ou ramifié en C1-C4,
R1 représente l'hydrogène ou le cation d'un métal alcalin ou alcalino-terreux, un reste
(alkyle en C1-C4)-ammonio qui peut être substitué dans la partie alkyle par un groupe hydroxy, cyano
ou alcoxy en C1-C4,
- un groupe alkyle en C1-C18 non substitué ou substitué par un halogène, un groupe nitro, cyano alcoxy en C1-C8, bis-(alkyle en C1-C4)-amino,
- un groupe alcényle en C3-C18 éventuellement substitué par un halogène,
- un groupe alcynyle en C3-C8,
- un groupe cycloalkyle en C3-C12,
- un groupe phényle ou benzyle non substitué ou substitué par un halogène, un groupe
alkyle en C1-C4, alcoxy en C1-C4, alkylthio en C1-C4, nitro, cyano ou trifluorométhyle;
R2 représente un groupe alkyle en C1-C18,
- un groupe phényle ou benzyle non substitué ou substitué par un halogène, un groupe
alkyle en C1-C4, alcoxy en C1-C4, alkylthio en C1-C4, nitro, cyano ou trifluorométhyle;
R3 et R4 représentent l'hydrogène, un groupe alkyle en C1-C4 ou 2-méthoxy-éthyle.
2. Les dérivés d'acides phénoxy-phényl-sulfinyl-alcane-carboxyliques de formule

dans laquelle B, C, D, E et Q ont les significations indiquées en référence à la formule
I, revendication 1.
3. Les dérivés d'acides phénoxy-phényl-sulfonyl-alcane-carboxyliques de formule

dans laquelle B, C, D, E et Q ont les significations indiquées en référence à la formule
I, revenidication 1.
4. L'α-[3-(2'-chloro-4'-trifluorométhyl-phénoxy)-6-nitrophényl-sulfonyl]-propionate
de méthyle.
5. L'α-[3-(2',4'-dichlorophénoxy)-6-chloro-phénylsulfonyl]-propionate de méthyle.
6. L'α-[3-(2'-nitro-4'-trifluorométhyl-phénoxy)-6-chloro-phénoxy-sulfinyl]-propionate
de méthyle.
7. L'α-[3-(2'-nitro-4'-trifluorométhyl-phénoxy)-6-chloro-phénoxysulfonyl]-propionate
de méthyle.
8. Procédé de préparation des dérivés d'acides phénoxy-phényl-sulfinyl- et -sulfonyl-alcane-carboxyliques
selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on traite de manière connue en soi
des dérivés d'acides phénoxy-phénylthio-alcane-carboxyliques de formule II,

dans laquelle B, C, D, E et Q ont les significations indiquées dans la revendication
1, par un agent oxydant jusqu'à oxydation du pont sulfure en pont sulfinyle (-SO-)
ou sulfonyle (-SO
2-).
9. Produit herbicide et régulateur de la croissance des végétaux caractérisé en ce
qu'il contient en tant que substance active au moins un dérivé d'acide phénoxy-phényl-sulfinyl-
ou -sulfonyl-alcane- carboxylique de formule I, revendication 1, avec des produits
auxiliaires de formulation inertes usuels dans la chimie agricole.
10. L'utilisation des dérivés d'acides phénoxy-phényl-sulfinyl- ou -sulfonyl-alcane-carboxyliques
de formule I, revendication 1, ou de produits en contenant, dans la lutte sélective
contre les mauvaises herbes dans les cultures de végétaux utiles.
11. L'utilisation des dérivés d'acides phénoxy-phényl-sulfinyl- ou -sulfonyl-alcane-carboxyliques
de formule I, revendication 1, ou de produits en contenant, pour inhiber la crossance
de végétaux.
1. A phenoxyphenylsulfinyl- or -sulfonylalkanecarboxylic acid derivative of the formula
I

wherein
B is a radical -OR1, -SR2 or -NR3R4,
C is hydrogen, halogen, nitro, C1-C4alkyl or C1-C4alkoxy,
D is halogen, cyano, nitro or trifluoromethyl,
E is hydrogen, halogen, cyano or nitro,
p is 1 or 2,
Q is an unbranched or a branched C1-C4alkylene bridge,
R1 is hydrogen or the cation of an alkali metal or alkaline earth metal; a C1-C4alkylammonium radical which can be substituted in the alkyl moiety by hydroxyl, cyano
or C1-C4alkoxy; C1-C4alkyl which is unsubstituted or substituted by halogen, nitro, cyano, C1-C8alkoxy or bis(C1-C4alkyl)amino; C3--C18alkenyl which is unsubstituted or substituted by halogen; C3-C8alkynyl; C3-C12cycloalkyl; phenyl or benzyl, unsubstituted or substituted by halogen, C1-C4alkyl, C1-C4alkoxy, C1-C4alkylthio, nitro, cyano or trifluoromethyl;
R2 is C1-C18alkyl; phenyl or benzyl, unsubstituted or substituted by halogen, C1-C4alkyl, C1-C4alkoxy, C1-C4alkylthio, nitro, cyano or trifluoromethyl; and
R3 and R4 are Cl-C4alkyl or 2-methoxyethyl.
2. A phenoxyphenylsulfinylalkanecarboxylic acid derivative of the formula

wherein B, C, D, E and Q are as defined for formula I in claim 1.
3. A phenoxyphenylsulfonylalkanecarboxylic acid derivative of the formula

wherein B, C, D, E and Q are as defined for formula I in claim 1.
4. α-[3-(2'-Chloro-4'-trifluoromethylphenoxy)-6-nitrophenylsulfonyl]propionic acid
methyl ester.
5. α-[3-(2',4'-Dichlorophenoxy)-6-chlorophenylsulfonyl]propionic acid methyl ester.
6. a-[3-(2'-Nitro-4'-trifluoromethylphenoxy)-6-chlorophenoxysulfinyl]propionic acid
methyl ester.
7. α-[3-(2'-Nitro-4'-trifluoromethylphenoxy)-6-chlorophenoxysulfonyl)propionic acid
methyl ester.
8. A process for the production of a phenoxyphenyl-sulfinyl- or -sulfonylalkanecarboxylic
acid derivative according to claim 1, characterised in that a phenoxy-phenylthioalkanecarboxylic
acid derivative of the formula II

wherein B, C, D, E and Q are as defined in claim 1, is treated with an oxidising agent
until the sulfide bridge is oxidised to the sulfinyl (-SO-) or sulfonyl (-SO
2-) bridge.
9. A herbicidal and plant growth-regulating composition, characterised in that it
contains, as active ingredient, at least one phenoxyphenylsulfinyl- or -sulfonylalkanecarboxylic
acid derivative of the formula I according to claim 1, together with inert formulation
adjuvants conventionally employed in agricultural chemistry.
10. The use of a phenoxyphenylsulfinyl- or -sulfonylalkanecarboxylic acid derivative
of the formula I according to claim 1, or of a composition containing such a compound,
for selectively controlling weeds in crops of useful plants.
11. The use of a phenoxyphenylsulfinyl- or -sulfonylalkanecarboxylic acid derivative
of the formula I according to claim 1, or of a composition containing such a compound,
for inhibiting plant growth.