[0001] umfangreiche Umkristallisationen notwendig. Man erhält ca. 80 % Ausbeute des Diastereomeren,
das nach Spaltung (+)-Mandelsäure ergibt (A. Mackenzie, J. Chem. Soc. 75 (1899) 966).
[0002] Bei der Spaltung von DL-Mandelsäure mit (+)-Phenyläthylamin unter Verwendung äquimolarer
Mengen in Wasser als Lösungsmittel sind zur. Erhöhung der optischen Reinheit auch
mehrere Umkristallisationen erforderlich. Es werden ca. 86 % Ausbeute an Diastereomeren
erhalten, die nach Spaltung des kristallisierten Salzes (-)-Mandelsäure liefern (A.
W. Ingersoll et al., J. Amer. Chem. Soc. 55 (1933) 411).
[0003] Die hohe Ausbeute lässt sich nur durch eine umfangreiche Aufarbeitung der insgesamt
eingesetzten grossen Lösungsmittelmenge erreichen.
[0004] Das Verfahren zur Spaltung von DL-Mandelsäure mit (-)-Ephedrin unter Verwendung äquimolarer
Mengen in Äthanol als Lösungsmittel lieferte eine Ausbeute von höchstens 85 % der
Diastereomeren. Nach Spaltung des kristallisierten Salzes erhält man (-)-Mandelsäure.
Zur Erhöhung der optischen Reinheit der Mandelsäure sind mehrere Umkristallisationen
der Diastereomeren erforderlich. Spätere Nacharbeiten können die Ausbeuteangaben nicht
bestätigen. Es werden nur 70 % Ausbeute erhalten (R. Roger, J. Chem. Soc. 1935, 1544).
[0005] Die Spaltungen mit Morphin, Strychnin und Cinchonidin sind nur unvollständig beschrieben.
Strychnin ist ausserdem sehr giftig, so dass eine praktische Verwendung nicht in Betracht
kommt.
[0006] In den neueren Veröffentlichungen-über Racematspaltungen von DL-Mandelsäure tritt
neben L-Phenylalanin immer stärker die Spaltung an optisch aktiven Polymeren durch
Chro-
[0007] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur chemischen.Spaltung racemischer Mandelsäure
und Herstellung insbesondere von D(-)-Mandelsäure.
[0008] Neben der allgemeinen Verwendbarkeit von optisch aktiven Mandelsäurederivaten zur
Racematspaltung von Aminen stellt die D(-)-Mandelsäure ein wichtiges Zwischenprodukt
zur Herstellung halbsynthetischer Cephalosporine dar.
[0009] Verfahren zur Spaltung von DL-Mandelsäure in die optischen Antipoden sind bekannt.
Sie verlaufen über die Bildung diastereomerer Salze mit optisch aktiven Verbindungen,
insbesondere mit optisch aktiven Aminen. In den "Tables of Resolving Agents and Optical
Resolution", S. H. Wilen, 1972, Notre Dame, Indiana, werden Conchonin, Cinchonidin,
Phenyläthylamin, Ephedrin, Strychnin und Morphin als Spaltungsreagenzien für DL-Mandelsäure
aufgeführt.
[0010] Bei der Spaltung von DL-Mandelsäure mit Cinchonin unter Verwendung äquimolarer Mengen
in Wasser als Lösungsmittel muss die Kristallisation des diastereomeren Salzes durch
Animpfen bei einer bestimmten höheren Temperatur eingeleitet werden. Zur Erhöhung
der optischen Reinheit sind matographie oder Ionenaustauscheffekte in den Vordergrund
,(G. Blaschke, Chem. Ber. 107, (1974) 237). Das jeweilige Trägermaterial ist dabei
mit optisch aktiven Aminen behandelt worden. Die Spaltungen verlaufen jedoch meist
en- vollständig und haben bislang noch keine technische Verwertung gefunden.
[0011] Die in den praktisch nutzbaren Mandelsäure-Racematspaltungen eingesetzten optisch
aktiven Amine sind sehr teuer und haben ausserdem relativ hohe Molekulargewichte,
so dass der Einsatz grösserer Mengen notwendig wird.
[0012] Es bestand daher die Aufgabe, für die Racematspaltung von DL-Mandelsäure ein billiges
Spaltun
gsmittel mit möglichst niedrigem Molgewicht und hohem Wirkungsgrad bereitzustellen.
[0013] Das Prinzip der Racematspaltung durch fraktionierte Kristallisation diastereomerer
Salze ist dem Fachmann bereits bekannt. Die fraktioniert kristallisierten Salze sind
leicht hydrolysierbar und das gewünschte Enantiomere wird unter Ausnutzung der Säure-Basen-Eigenschaften
der Partner von der optisch aktiven Hilfsverbindung getrennt. Eine Voraussage darüber,
welche-Verbindungen besonders gute Trennungsergebnisse liefern, ist nicht möglich
(G. L. Eliel, Stereochemie der Kohlenstoffverbindungen, Weinheim 1966, S. 60 ff).
[0014] Es wurde nun überraschend gefunden, dass die genannte Aufgabe dadurch gelöst werden
kann, dass man DL-Mandelsäure in einem oder einer Mischung mehrer Lösungsmittel aus
der Gruppe Wasser, niedere aliphatische Alkohole und Ketone mit D(-)-2-Aminobutanol-.(1)
umsetzt, das auskristallisierende diastereomere Salz von der Mutterlauge abtrennt
und anschliessend die in Kristallisat und Mutterlauge enthaltenen diastereomeren Salze
mit Säuren oder Basen nach an sich bekannten Methoden jeweils in die optisch aktiven
Säuren und D(-)-2-Aminobutanol auftrennt.
[0015] D(-)-2-Aminobutanol-(1) lässt sich leicht aus dem racemischen 2-Aminobutanol-(1) durch
Racematspaltung mit L(+)-Weinsäure gewinnen (DE-PS 1 243 206). Es zeigt eine hohe
Racemisierungsbeständigkeit und kann ohne grossen Aufwand durch Destillation gereinigt
werden. 2-Aminobutanol-(1) hat ein vergleichsweise niedriges Molekulargewicht und
zeigt ausgezeichnete Lösungseigenschaften in den zur Racematspaltung verwendeten Solventien.
Nach erfolgreicher Spaltung kann das eingesetzte Amin nach den üblichen Methoden zurückgewonnen
und dem Prozess erneut zugeführt werden.
[0016] Die optisch aktiven Formen von 2-Aminobutanol-(1) sind bereits als Racematspaltungsreagenzien
in Gebrauch. Man musste jedoch auf Grund des Standes der Technik (z.B. Tables of Resolving
Agents and Optical Resolution) erwarten, dass nur Basen, die ein grosses Molekül,
bevorzugt ein sekundäres oder tertiäres Stickstoffatom, enthalten, für die Racemattrennung
der Mandelsäure geeignet sind..
[0017] Im vorliegenden Fall ist es überraschend, dass nach der erfindungsgemässen Umsetzung
eine Gesamtausbeute von ca 90 % an reinem optisch aktivem Mandelat erhalten werden
kann, und zwar weitgehend unabhängig vom verwendeten Lösungsmittel.
[0018] Bei Wahl der geeigneten Konzentration ist es möglich, ein diastereomeres Salzpaar
zur Ausfällung zu bringen, das bereits ohne Umkristallisation eine hohe, für die Weiterverarbeitung
geeignete optische Reinheit aufweist.
[0019] Bei Einsatz von D(-)-2-Aminobutanol-(1) kristallisiert aus Wasser, niederen Alkanolen
und Ketonen wie z.B. Aceton, das (-).(-)-Salzpaar. Bedingungen für ausreichende Reinheit
und Ausbeuten über 90 % können durch Variation der

[0020] Eine Reihe von Versuchen mit verschiedenen Lösungsmitteln und nach Zusammensetzung
und Konzeatration unterschiedlichen Lösungsmittelgemischen ergab, dass unterschiedliche
Konzentrationen Veränderungen in Ausbeute und optischer Reinheit des diastereomeren
Salzpaares bewirken. Eine für das jeweilige Lösungsmittel günstigste Konzentration
lässt sich durch Experimente eingrenzen. Wasser als Verdünnungsmittel der Alkanole
senkt allgemein die Ausbeuten, nimmt aber wenig Einfluss auf die Diastereomereninheit
der Salze.
[0021] Zur Racematspaltung der DL-Mandelsäure kann das optisch aktive Aminobutanol in Anteilen
zwischen 0,5 und 1,0 Äquivalenten eingesetzt werden. Bevorzugt werden äquimolare Mengen
von Mandelsäure und Aminobutanol verwendet, da auf diese Weise die höchsten Ausbeuten
erzielt werden.
[0022] Die bei den oben erwähnten Versuchen erhaltenen Produkte wurden zur Reinigung des
kristallisierten Salzes mit 5 - 20 ml Äthanol gewaschen. Durch mehrfache Umkristallisationen
wurde [α]

= -80,3° als höchste optische Drehung des kristallinen diastereomeren Salzes gemessen.
Salze mit spezifischen Drehungen von mindestens -79,0° ergaben nach der sauren Spaltung
eine optisch aktive D(-)-Mandelsäure von mindestens 96,5% optischer Reinheit [α]

= -152,3°)
[0023] Zur Berechnung der optischen Reinheit der Mandelsäure wurden die in der Literatur
gefundenen höchsten spezifi- schen Drenwerte zum Vergleich herangezogen:
[α]

= -157,5° (Wasser, C = 3,2) (R. Roger, J. Chem. Soc. 1935, 1544).
[α]

= -157,3° (Wasser, C = 1,4 ) (Schwab et al., Z-. physiol. Chem. 215, (1933) 121).
[0024] Für das noch nicht literaturbekannte Salz der D(-)-Mandelsäure mit D(-)-2-Aminobutanol-(1)
wurden folgende Kennwerte ermittelt:
Fp = 130° - 131° C (Äthanol) [α]

= -80,3° (C = 2, H2O)
1H-NMR (D2O): δ(Na-TMS) 0,90 (t, 3); 1,55 (m, 2); 2,9 - 3,9 (m, 3); 4,83 (s, 5); 4,98 (s, 1);
745 (m, 5).
[0025] Elementaranalyse für C
12H
19NO
4 ber.: C 59,7 %; H 7,9 %; N 5,8 %; gef.: C 59,8 %; H 7,7 %; N 5,8 %.
[0026] Die Erfindung soll durch folgende Beispiele ohne Einschränkung der Allgemeingültigkeit
erläutert werden:
Beispiel 1 :
[0028] In ähnlicher Weise wurden die folgenden Beispiele ausgeführt, bei denen das Molverhältnis
Mandelsäure / Aminobutanol, bzw. die Menge und die Zusammensetzung des Lösungsmittels
variiert wurden. Die Ansatzgrösse betrug jeweils 0,1 Mol. Die Fehlerbreite der spez.
Drehungen ist mit ± 0,5° anzusetzen.
