[0001] Dialkoxyphosphonoalkylcarbamate besitzen Bedeutung als Flammschutzmittel für Textilgut,
insbesondere von solchem auf Basis natürlicher oder regenerierter Cellulose. Ein technisch
interessantes Verfahren zur Herstellung dieser phosphorhaltigen Produkte besteht in
der Umsetzung von Dialkylphosphiten mit Alkenylcarbamaten in Gegenwart von Peroxiden
als Katalysatoren (DT-QSen 20 24 280 und 23 12 090). Bei diesem Verfahren sollen zur
Vermeidung von Nebenreaktionen und zur Verbesserung der Ausbeute die Dialkylphosphite
im Uberschuss, und zwar in der 2 - 4fachen (DT-OS 20 24 280) bzw. 1,5 - 5fachen (DT-OS
23 12 090) molaren Menge - bezogen auf das jeweils nur 1 olefinisch ungesättigte Gruppe
enthaltende Alkenylcarbamat - eingesetzt werden. Demgemäss werden in den
Ausführungsbeispie- len der DT-OSen die peroxidischen Katalysatoren in Mengen von ca.
10 - 20 Gew.-%, bezogen auf das Carbamat, verwendet.
[0002] Dieses Verfahren hat jedoch verschiedene Nachteile, insbesondere muss der Uberschuss
an Dialkylphosphit abdestilliert werden. Das so zurückgewonnene Phosphit ist aber
durch zahlreiche Nebenprodukte verunreinigt, die - wenn überhaupt - nur schwer abtrennbar
sind, sodass deswegen die Rentabilität des Verfahrens und damit das Verfahren selbst
verbesserungsbedürftig erschien.
[0003] Entgegen dem Vorurteil obiger DT-OS, man müsse für die beschriebene Umsetzung das
Dialkylphosphit im Überschuss ein setzen, um Nebenreaktioonen zu vermeiden, wurde,
nun gefunden, dass bei einem Molverhältnis von Dialkylchosphit: olefinisch ungesättigte
Gruppen in dem Carbamat von etwa 1 : 1 nicht nur Verfahrensprodukte gleicher Qualität
und gleicher Ausbeute erhalten werden, wie bei dem bisher bekannten Verfahren, sondern
dass diese weniger unerwünschte saure Anteile enthalten, sodass die Säurezahl der
Produkte deutlich niedriger liegt. Diese Säurezahl ist für die weitere Verarbeitung
- insbesondere die Methylolisierung - von Bedeutung. Während nach der eingangs erwähnten
Dt-OS 20 .24 280 - siehe deren Beispiele! - dieser Weiterverarbeitung eine Reinigung
an einer Aluminiumoxyd-Säure vorgeschaltet werden muss, lassen sich die nach dem erfindungsgemässen
Verfahren enthaltenen Produkte direkt weiterverarbeiten.
[0004] Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von Dialkoxyphosphonoalkylcarbamaten
der Formel

in der R
1 und R
2 = gleiche oder verschiedene Alkylreste mit 1 - 4 C-Atomen,
R3 = H oder die CH3-Gruppe,
R4 = H, (C1-C4)-Alkyl oder die Gruppe

worin A = (C2-C4)-Alkylengruppe,
n = 1 oder 2,
durch Umsetzung von Dialkylphosphiten der Formel

in der R1 und R2 die gleiche Pedeutung wie in Formel (I) haben, mit Alkenylcarbameter der Formel

in der R3 und n die gleiche Bedeutung wie in Formel (I) haben, und
R4' = H, (C1-C4)-Alkyl oder die Gruppe

worin A, n, und R3 die bei den Formeln (I) und (II) angegebenen Bedeutungen haben,
bei erhöhter Temperatur und in Gegenwart von Peroxiden als Katalysatoren, das dadurch
gekennzeichnet ist, dass man die Dialkylphosphite (III) und die Alkenylcarbamate (IV)
- wenn in diesen R
4' = H oder eine (C
1-C
4)-Alkylgruppe - im Molverhältnis ca. 1 : 1 bzw. - wenn in den Alkenylcarbamaten (IV)
R
4' = die Gruppe (V) - im Molverhältnis 2 : 1 einsetzt.
[0005] Wenn in den Alkenylcarbamaten (IV) R
4 = die Gruppe (V), besitzen diese im Molekül 2 olefinisch ungesättigte Gruppen, sodass
in diesem Fall das Molverhältnis Dialkylphos- phit : Alkylenearbeunat ca. 2 : 1 begyündet
ist. Es muss als durchaus überraschend angesehen werden, dass bei dem erfihdungsgemässen
Verfahren die Umsetzung von 1 Mol Dialkylphosphit mit ca. 1 Mol olefinisch ungesättigte
Gruppen im Alkenylcarbamat durchgeführt werden kann und dabei entgegen den in den
DT-OSen 20 24 280 und 23 12 090 geschilderten Nachteilen die Reaktionsprodukte in
guten Ausbeuten und befriedigender Reinheit anfallen.
[0006] Als Dialkylphosphite der Formel (III) kommen für das er- findugsgemasse Verfahren
z.B. Dimethylphosphit, Methyl- äthylphosphit, Diäthylphosphit, Dipropylphosphit und
Di- butylphosphit etc. zum Einsatz; bevorzugt sind. Dimethyl- und
Diäthylphosphit.
[0007] Als Alkehylcarbamate (IV) kommen z.B. in Frage: Allylcarbamat, Methallylcarbamat,
2-Methylbuten-(1)-yl-carbamat, Buten-(1)-yl-carbamat, N,N'-Äthylen-bis-(allylcarbamat).
Bevorzugt sind Allyl- und Methallylcarbamat, insbesondere Allylcarbamat.
[0008] Die Reaktions-Temperaturen werden zweckmässig im Intervall von ca. 120° bis 170°
C, vorzugsweise ca. 130° bis 150° C, gewählt.
[0009] Als Peroxid-Katalysatoren kommen z.B. in Frage: Di-tert.-butylperoxid, tert.-Butyl-peroxybenzoat,
2,5-Dimethyl- bis-2,5-(peroxybenzoat), Benzoylperoxid. Überraschenderweise zeigt tert.-Butylperoxybenzoat
eine bevorzugte und besonders ausgeprägte katalytische Wirksamkeit. Die Katalysatoren
werden zweckmässig in einer Menge von ca. 1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise ca. 2 bis 4
Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des eingesetzten Alkenylcarbamats, verwendet.
[0010] Inerte Lösungsmittel können verwendet werden. Als solche finden z.B. Verwendung Alkohole
und Äther. Auch das Endprodukt kann als Lösungsmittel verwendet werden. Im all- gemeinen
wird jedoch in Abwesenheit von Lösungsmitteln gearbeitet.
[0011] Es ist zweckmässig, unter Inertgasschutz zu arbeiten. Als solche Inertgase sind vor
allem Stickstoff, Argon, Kohlendioxid geeignet.
[0012] Das Verfahren wird zweckmässig und besonders bevorzugt derart durchgeführt, dass
das Dialkylphosphit unter Inertgasatmosphäre auf die erforderliche Reaktionstempera-
tur erhitzt und dann das Alkenylcarbamat, vermischt mit dem Peroxid, zudosiert wird.
Die Umsetzung ist nach 2 bis 6 Std. beendet. Der Umsatz beträgt dann im allgemeinen..
über 90 % d. Th. Die Ausgangsstoffe können in an sich üblicher Weise auch in anderer
Reihenfolge zur Umsetzung gebracht werden. Nicht zu empfehlen ist jedoch das gemeinsame
Aufheizen der vorgemischten Komponenten, da dies nicht nur bei technischen Ansätzen
zu Zersetzungen führen kann.
[0013] Das Verfahren kann sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich durchgeführt
werden. Zur Reinigung der erhaltenen Reaktionsprodukte werden gegebenenfalls verwendete
Lösungsmittel abdestilliert. Weiterhin können bis zu einer Innentemperatur von ca.
120 - 150° C und bei einem Druck von ca. 0,1 bis 5 Torr nicht umgesetzte Anteile an
den Ausgangsstoffen abdestilliert werden. Häufig ist jedoch selbst diese einfache
Massnahme für die Weiterverarbeitung nicht erforderlich. Die Produkte des erfindungsgemässen
Verfahrens sind dann in ihrer Reinheit den nach dem Verfahren der DT-OSen 20 24 280
und 23 12 090 hergestellten Produkten bei sonst gleichen Eigenschaften da- durch überlegen,
dass sie darüber hinaus deutlich weniger saure Anteile (Säurezahl = mg zur Neutralisation
von 1 g Substanz nötige KOH : ca. 10- 15, gegenüber ca. 30 - 40 der Produkte nach
den genannten DT-OSen) enthalten, was für den Einsatz in der Praxis sehr erwünscht
ist. Sie können ohne weitere Reinigungsmassnahmen zur Herstellung von Mitteln zur
Flammhemmung verwendet werden.
[0014] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern, ohne sie jedoch zu
begrenzen.
Beispiel 1
[0015] 220 g Dimethylphosphit werden unter Stickstoffatmosphäre und bei lebhaftem Rühren
auf 140 - 145° C erhitzt. Dann wird ein Gemisch von 202 g Allylcarbamat und 6 g tert.-
Butylperoxybenzoat innerhalb von 5 Std. eingetropft. Es wird 1 Std. bei 140 - 145°
C nachgerührt. Anschliessend wird bei 1 - 2 Torr bis zu einer Innentemperatur von
140° C andestilliert. Dabei destillieren 11 g ab. Es verbleiben ca. 400 g 3-Dimethoxyphosphonopropylcarbamat.
Das entspricht einer Ausbeute von ca. 95 % d. Th.
Beispiel 2
[0016] 220.g Dimethylphosphit werden unter Stickstoffatmosphäre und bei lebhaftem Rühren
auf 150 - 155° C erhitzt. Dann wird ein Gemisch von 202 g Allylcarbamatund 6 g tert.
- Butylperoxybenzoat innerhalb von 2,5 Std. eingetropft. Es wird 1 Std. bei 150° C
nachgerührt. Anschliessend wird bei 0,8 bis 1,5 Torr bis zu einer Innentemperatur
von 140° C andestilliert. Dabei destillieren 5 g ab. Es verbleiben 410 g 3-Dimethoxyphosphonopropylcarbamat.
Das entspricht einer Ausbeute von über 95 % d. Th.
Beispiel 3
[0017] 82 g Dimethylphosphit werden unter Stickstoffatmosphäre und bei lebhaftem Rühren
auf 140° C erhitzt. Dann wird zunächst während ca. 1.3 Std. ein Gemisch von 60 g Methallylcarbamat
und 2,0 g tert.-Butylperoxybenzoat, anschliessend während 40 Min. ein Gemisch von
26 g Methallylcarbamat und 2,0 g tert.-Butylperoxybenzoat eingetropft. Es wird 1 Std.
bei 135° C nachgerührt. Dann wird bei 0,5 - 1 Torr andestilliert bis zu einer Innentemperatur
von 115° C. Es destillieren 7.5 g ab. Es verbleiben 164 g 3-Dimethoxyphos- phono-2-methylpropylcarbamat.
Das entspricht einer Ausbeute von ca. 95 % d. Th.
Beispiel 4
[0018] 80 g Dimethylphosphit werden unter Stickstoffatmosphäre und bei lebhaftem Rühren
auf 150° C erhitzt. Dann wird ein Gemisch von 94 g 2-Methylbuten-(1)-yl-carbamat und
4 g Di-tert.-butypsroxid während 2 Std. zugetropft. Anschliessend wird 1 Std. bei
145°C nachgerührt. Dann wird bei 1 Torr bis zu einer Innentemperatur von 140° C andestilliert.
Es destillieren 4 g ab. Man erhält 173 g 4-Dimethoxyphosphono-2-methylbutylcarbamat.
Das entspricht einer Ausbeute von über 95 % d. Th.
Beispiel 5
[0019] 99 g Diäthylphosphit werden unter Stickstoffatmosphäre und bei lebhaftem Rühren auf
150° C erhitzt. Dann wird ein Gemisch von 94 g 2-Methylbuten-(1)-yl-carbamat und 3,8
g Di-tert.-butylperoxid während 2 Std. zugetropft. Anschliessend wird 1 Std. bei 145°
C nachgerührt. Dann wird bei 0,6 Torr bis zu einer Innentemperatur von 136° C andestilliert.
Es destillieren 3
g ab. Man erhält 192 g 4-Diäth- oxyphosphono-2-methylbutylcarbamat. Das entspricht
einer Ausbeute von über 95 % d. Th.
Beispiel 6
[0020] 40 g Dimethylphosphit werden unter Stickstoffatmosphäre und unter lebhaftem Rühren
auf 140° C erhitzt. Dann wird ein Gemisch von 45 g Dimethylphosphit, 88 g N,N'-Äthylen-
bis-(allylcarbamat) und 4 g tert.-Butylperoxybenzoat, das auf 50° C gehalten wird,
während 2 Std. eingetropft. Dann wird bei 0,5 Torr bis zu einer Innentemperatur von
145° C andestilliert. Es destillieren 5 g ab. Man erhält 172 g N,N
1-Äthylen-bis-(3-dimethoxyphosphonopropylcarbamat). Das entspricht einer Ausbeute von
ca. 95 % d. Th.
1. Verfahren zur

carbamaten der Formel

in der R
1 and R
2 = gleiche oder verschiedene Alkylreste mit 1 - 4 c-Atomen,
R3 = H oder die CH3-Gruppe,
R4 = H, (C1 -C4 ) -Alkyl oder die Gruppe

worin A = (C2-C4)-Alkylengruppe,
n = 1 oder 2,
durch Umsetzung von Dialkylphosphiten der Formel

in der R1 und R2 die gleiche Bedeutung wie in Formel (I) haben, mit Alkenylcarbamaten der Formel

in der R3 und n die gleiche Bedeutung wie in Formel (I) haken, und
R4' = H, (C1-C4)-Alkyl oder die Gruppe

worin A, n und R3 die bei den Formeln (I) und (II) angegebenen Bedeutungen haben, bei erhöhter Temperatur
und in Gegenwart von Peroxiden als Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, dass , man
die Dialkyl-phosphite (III) und die Alkenylcarbamate (IV) - wenn in diesen R4' = H oder eine (C1-C4) -Alkylgruppe - im Molverhältnis ca. 1: 1 bzw. - wenn in den Alkenylcarbamaten (IV)
= die Gruppe (V) - im Molverhältnis ca. 2 : 1 einsetzt.
2. Verfahren nach Ansoruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Dialkylphosphite
der Formel (III) Dimethyl-oder Diäthylphosphit verwendet.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als Alkenylcarbamate
der Formel (IV) Allyl-oder Methallylcarbamatè, insbesondere Allylcarbamat, verwendet.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Umsetzung
bei einer Temperatur von ca. 120 - 170° C, insbesondere von ca. 130 - 150° C, durchführt.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Peroxid-Katalysator
tert.-Butylperoxybenzoat verwendet.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass man den Peroxid-Katalysator
in einer Menge von ca. 1 - 5 Gew.-%, insbesondere von ca. 2 - 4 Gew.-%, bezogen auf
das eingesetzte Alkenylcarbamat (IV), verwendet.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass man das Dialkylphosphit
(III) unter Inertgasatmospäre auf Reaktionstemperatur erhitzt und dann das Alkenylcarbamat
(IV), vermischt mit dem Peroxid-Katalysator, zudosiert.