[0001] Urethangruppen aufweisende Schaumstoffe finden weite Anwendung, z.B. auf dem Gebiet
der Isolierung, zur Herstellung von Strukturelementen oder für Polsterungszwecke.
[0002] Es ist auch bekannt, Urethangruppen aufweisende Schaumstoffe aus höhermolekularen
Polyolen, z.B. Hydroxylgruppen aufweisenden Polyäthern, Polyisocyanaten, Wasser und/oder
anderen Treibmitteln, in Gegenwart von Katalysatoren, Emulgatoren und Hilfsmitteln
in Blöcken und in Formen herzustellen. Den Emulgatoren und Stabilisatoren fällt dabei
im Reaktionsgemisch die Aufgabe zu, die Reaktionspartner zu homogenisieren und den
gleichzeitig einsetzenden Schaumvorgang zu erleichtern und ein Zusammenfallen der
Schaumstoffe nach Ende der Gasbildung zu verhindern. Die Katalysatoren sollen dafür
sorgen, dass die während der Schaumstoffbildung ablaufenden Vorgänge in das gewünschte
Gleichgewicht gebracht werden und mit der richtigen Geschwindingkeit ablaufen.
[0003] Dabei werden oft mindestens zwei Hydroxylgruppen aufweisende Polyäther, in denen
mindestens ca. 10 % der vorhandenen OH-Gruppen primäre OH-Gruppen sind und die z.B.
ein Molekulargewicht von 400 - 10 000 aufweisen oder mit organischen, ungesättigte
Verbindungen gepfropfte Polyäther in Kombination mit den Polyisocyanaten verwendet,
wobei vielfach spezielle Polyisocyanate eingesetzt werden.
[0004] Als spezielle Polyisocyanate kommen z.B. neben 2,4- und/ oder 2,6-Toluylendiisocyanat,
Gemischen aus Di
-henylmethan- diisocyanaten und Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanaten (rohes MDI),
Kombinationen aus Toluylendiisocyanaten und Polyphenylpolymethylenpolyisocyanaten,
auch sogenannte "modifizierte Polyisocyanate" in Frage, z.B. Lösungen von Biuretgruppen
aufweisenden Polyisocyanaten in biuretgruppenfreien Polyisocyanaten und/oder Lösungen
von mindestens zwei NCO-Gruppen und mindestens eine N.N'-disubstituierte Allophansäureestergruppierung
enthaltenden Polyisocyanaten in Allophansäureestergruppen-freien Polyisocyanaten und/oder
Lösungen von Urethangruppen aufweisenden Polyisocyanaten in Urethangruppen-freien
Polyisocyanaten und/oder Lösungen von Isocyanursäureringe enthaltenden Polyisocyanaten
in Isocyanuratgruppen-freien Polyisocyanaten.
[0005] Die bisher bekannten Urethangruppen aufweisenden Schaumstoffe, hergestellt z, B.
unter Verwendung der "modifizierten Polyisocyanate", weisen indessen oft den Nachteil
auf, dass sie bei der Verschäumung Störungen in Form von Blasen unter den Schaumteil-Aussenseiten
zeigen, die sich auch in das Innere des Schaumteils fortpflanzen können. Dieses Erscheinungsbild
ist ausserordentlich nachteilig, z.B. bei der Fertigung von Formteilen, sei es für
die Möbelindustrie oder Automobilindustrie, da sich z.B. auf feinen Bezugstoffen diese
Blasenbildung deutlich abzeichnet. Durch Einsatz von Polysiloxan-Polyalkylenoxid-Copolymeren,
wie sie als Schaumstabilisatoren handelsublich sind. kann das angeführte Störungsbild
nicht behoben werden, in diesem Fall, selbst bei geringsten Mengen an Stabilise. toren,
ein irreversibeler Schrumpf oder Kollaps auftritt und zu nicht verwertbaren Schaumstoffen
führt.
[0006] Man hat nun bereits versucht, durch Mitverwendung von
bpe- ziellen Siliciumverbindungen das geschilderte Störungsbild bei den Polyurethanschaumstoffen
zu beheben (vgl. DT-OS 2 232 525 und 2 246 400). Diese Versuche haben indessen noch
nicht zu in der Praxis allseits befriedigenden Ergebnissen geführt. Insbesondere hat
sich gezeigt, dass auch bei Mitverwendung der in den Offenlegungsschriften näher beschriebenen
Siliciumverbindungen oft ein Schrumpfen des Schaumstoffs nicht völlig vermieden werden
kann.
[0007] Auch mit der Lehre der DT-OS 2 337 140, wonach Verbindungen der Formel
in der T z.B. CH3
R' z.B. CH2Cl und CH3
a z.B. die Zahl zwei bedeuten, verwendet werden,
wird versucht, die oben erwähnten Störungen zu beheben.
[0008] Wie aus der Beschreibung dieser DT-OS hervorgeht, bedeutet der Index a eine ganze
ungebrochene Zahl. Die Formel (I) gibt somit diskrete Verbindungen (z.B. mit definiertem
Siedepunkt) und keine Gemische mit statistischer Verteilung wieder. Es zeigt sich
aber,
daß diese (diskreten) Verbindungen keine ausreichende stabilisierende Wirkung entfalten.
So ist z.B. die (unter die Formel I fallende) Verbindung

Reinheit: 99.8%ig) nicht einmal in der Lage, solche (handelsüblichen) Schaumstoffsysteme
zu stabilisieren, die in Hinsicht auf Stabilisierung nur wenig anspruchsvoll sind.
[0009] Die DT-OS 2 533 074 versucht zu zeigen, daß (im Gegensatz zur Lehre der GB-PS 795
335) nur durch eine Auswahl niedermolekularer Anteile von 4 bis maximal 12 Siloxyeinheiten
aus linearen Dimethylpolysiloxanen die von der Praxis gewünschten Eigenschaften von
Polyurethanschaumstoffen erhalten werden; bereits geringste Mengen höhermolekularer
linearer Dimethylpolysiloxane sollen angeblich das Eigenschaftsbild erheblich verschlechtern.
Überraschenderweise hat sich jedoch ergeben, daß mit der Verwendung der erfindungsgemäß
einzusetzenden Gemische von organofunktionellen Polysiloxanen keine Einschränkung
dieser Art im nieder- und höhermolekularen Bereich notwendig ist.
[0010] Der Einsatz von diskreten Silicium-Verbindungen sowie von Zusammensetzungen, die
einen zusätzlichen Trennaufwand erfordern, ist naturgemäß wirtschaftlich weniger interessant.
[0011] Es wurde nun.ein Verfahren zur Herstellung von nicht schrumpfenden, Urethangruppen
enthaltenden Schaumstoffen gefunden, wobei die geschilderten Nachteile vermieden werden
können und die Herstellung von einwandfreien Schaumstoffen gelingt.
[0012] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von kalthärtenden,
nicht schrumpfenden, Urethangruppen aufweisenden Schaumstoffen durch Umsetzung von
mindestens zwei aktive Wasserstoffatome aufweisenden Verbindungen vom Molekulargewicht
400 bis 100 000 mit Polyisocyanaten in Gegenwart von Wasser und/oder organischen Treibmitteln,
Siliciumverbindungen und gegebenenfalls in Gegenwart von Katalysatoren und weiteren
Hilfsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß als Silicium- verbindungen Gemische von
Verbindungen der allgemeinen Formel
wobei R einen Alkyl- oder Alkenylrest bis zu 3 C-Atomen, vorzugsweise einen Methylrest,
R einen Chlormethylrest,
R einen Rest R bzw. R,
n' eine ganze oder gebrochene Zahl von 0 bis 9,
n eine ganze oder gebrochene Zahl von 0 bis 9,
und n + n'≤10 bedeuten
und R gleich R wird, wenn n' = 0 ist,
in Mengen von 0,01 bis 2,0 Gew.-%, vorzugsweise 0,1-1,0 Gew.-% bezogen auf die aktive
Wasserstoffatome aufweisende Verbindungen vom Molekulargewicht 400 - 100 000, verwendet
werden.
[0013] Da die Indizes n und n' die mittlere Zusammensetzung der Gemische der Siliciumverbindung
beschreiben, können bei einer Zusammensetzung n + n' = 10 definierte Verbindungen
mit höheren diskreten Indizes auftreten. Dies ist in den Beispielen, wo auf die Herstellung
dieser Verbindungen eingegangen wird, anhand eines Gaschromatogramms näher erläutert.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Gemische von Verbindungen sind durch klassische
Hydrolyse von Chlorsilanen, gefolgt von einer an sich bekannten Äquilibrierung, leicht
und oft in nahezu 100 %iger Ausbeute herstellbar.
[0015] Die mit schaumfähigen Polyurethansystemen gut verträglichen Verbindungsgemische sind
uneingeschränkt in Polyolen lagerfähig, so dass keinerlei Probleme bei der Lagerhaltung
auftreten. Sie begünstigen offensichtlich die Keimbildung beim Schaumvorgang und verleihen
dem Schaumstoffsystem ein ausgezeichnetes Fließvermogen, was im Falle der Herstellung
von Schaumstoffen durch Formgebung bei langen Fließwegen bzw. stark sich verändernden
Querschnitten die Voraussetzung zur optimalen Fertigung darstellt.
[0016] .Erfindungsgemäss werden nicht nur Schaumstoffe erhalten, die hervorragende physikalische
Daten aufweisen, sondern es werden auch Produkte erhalten, die bei einer rein subjektiven
Betrachtungsweise einen guten Eindruck hinterlassen.
[0017] So wirken z.B. der Griff und die Elastizität auf die Prüfperson ausgesprochen "sympathich".
[0018] Ein Vorteil der Erfindung besteht auch darin, dass die erfindungsgemäss zu verwendenden
Verbindungsgemische vortrefflich auf die entsprechenden Schaumstoffsysteme abgestimmt
werden können. Obwohl bekannt ist, dass die Gesamtzahl der Sioxyeinheiten für die
stabilisierende Wirkung verantwortlich ist (DT-AS 2 402 691), wurde durch die vorliegende
Erfindung gefunden, dass durch eine Variation der Organosiloxyeinheiten innerhalb
einer bestimmten Gesamtzahl von Siloxyeinheiten eine zusätzliche Feinabstimmung in
der stabilisierenden Wirkung möglich ist. Hierdurch gelingt es, (je nach Verhältnis
der Indexzahlen n und n' zueinander) die Stabilisierung während des Schäumvorganges
so zu steuern, dass extrem stab-lisatorbedürftige, schäumfähige Polyurethansysteme
einerseits wie auch nahezu sich selbst stabilisierende Systeme andererseits zu hervorragenden,
nicht schrumpfenden Schaumstoffen umgesetzt werden können.
[0019] Als erfindungsgemäß einzusetzende Ausgangskomponenten kommen aliphatische, cycloaliphatische,
araliphatische, aromatische und heterocyclische Polyisocyanate in Betracht, wie sie
z..B. von W. Siefken in Justus Liebiggs Annalen der Chemie, 562, Seiten 75 bis 136,
beschrieben werden, beispielsweise Äthylen-diisocyanat, 1,4-Tetramethylendiisocyanat,
1,6-Hexamethylendifsocyanat, 1,12-Dodecandiisocyanat, Cyclobutan-1,3-diisocyanat,
Cyclohexan-1,3- und -1,4-diisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, 1-Isocyanato-3,3,5-tri-
methyi-5-isocyanatomethyl-cyclohexan (DAS 1 202 785, amerikanische Patentschrift 3
401 190), 2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylendiisocyanat sowie beliebige Gemische dieser
Isomeren, Hexahydro-1,3- und/oder-1,4-phenylene-diisocyanat, Perhydro-2,4'- und/oder
-4,4'-diphenylmethan-diisocyanat, 1,3- und 1,4-Phenylendiisocyanat, 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat
sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Diphenylmethan-2,4'- und/oder -4,4'-diisocyanat,
Naphthylen-1,5-diisocyanat, Triphenylmethan-4,4',4"-triisocyanat, Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate,
wie sie durch Anilin-Formaldehyd-Kondensation und anschließende Phosgenierung erhalten
und z.B. in den britischen Patentschriften 874 430 und 848 671 beschrieben werden,
m- und p-Isocyanatophenylsulfonyl-isocyanate gemäß der amerikanischen Patentschrift
3 454 606, perchlorierte Arylpolyisocyanate, wie sie z.B. in der deutschen Auslegeschrift
1 157 601 (amerikanische Patentschrift 3 277 138) beschrieben werden, Carbodiimidgruppen
aufweisende Polyisocyanate, wie sie in der deutschen Patentschrift 1 092 007 (amerikanische
Patentschrift 3 152 162) beschrieben werden, Diiaocyanate, wie sie in der amerikanischen
Patentschrift 3 492 330 beschrieben werden, Allophanatgruppen aufweisende Polyisocyanate,
wie aie z.B. in der britischen Patentschrift 994 890, der belgiachen Patentschrift
761 626 und der veröffentlichten holländischen Patentanmeldung 7 102 524 beschrieben
werden, Isocyanuratgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie z.B. in der amerikanischen
Patentschrift 3 001 973, in den deutschen Patentschriften 1 022 789, 1 222 067 und
1 027 394 sowie in den deutschen Offenlegungsachriften 1 929 034 und 2 004 048 beschrieben
werden, Urethangruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie s.B. in der belgischen
Patentschrift 752 261 oder in der amerikanischen Patentschrift 3 394 164 beschrieben
werden, acylierte Harnstoffgruppen aufweisende Polyiaocyanate gemäß der deutschen
Patentschrift 1 230 778, Biuretgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie z.B. in
der deutschen Patentschrift
1 101 394 (amerikanische Patentschriften
3 124 605 und 3 201 372) sowie in der britischen Patentschrift 889 050 beschrieben werden,
durch Telomerisationsreaktionen hergestellte Polyisocyanate, wie sie z.B. in der amerikanischen
Patentschrift 3 654 106 beschrieben werden, Estergruppen aufweisende Polyisocyanate,
wie sie zum Beispiel in den britischen Patentschriften 965 474 und 1 072 956, in der
amerikanischen Patentschrift 3 567 763 und in der deutschen Patentschrift 1 231 688
genannt werden, Umsetzungsprodukte der obengenannten Isocyanate mit Acetalen gemäß
der deutschen Patentschrift 1 072 385 und polymere Fettsäureceste enthaltende Polyisocyanate
gemäß der amerikanischen Patentschrift 3 455 883.
[0020] Es ist auch möglich, die bei der technischen Isocyanatherstellung anfallenden, Isocyanatgruppen
aufweisenden Destillationsrückstände, gegebenenfalls gelöst in einem oder mehreren
der vorgenannten Polyisocyanate, einzusetzen. Ferner ist es möglich, beliebige Mischungen
der vorgenannten Polyisocyanate zu verwenden.
[0021] Besonders bevorzugt werden in der Regel die technisch leicht zugänglichen Polyisocyanate,
z.B. das 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren
("TDI"), Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate, wie sie durch Anilin-Formaldehyd-Kondensation
und anschließende Phosgenierung hergestellt werden ("rohes MDI") und Carbodiimidgruppen,
Urethangruppen, Allophanatgruppen, Isocyanuratgruppen, Harnstoffgruppen oder Biuretgruppen
aufweisenden Polyisocyanate ("modifizierte Polyisocyanate").
[0022] Erfindungsgemäß einzusetzende Ausgangskomponenten sind ferner Verbindungen mit mindestens
zwei gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen von einem Molekulargewicht
in der Regel von 400 - 100000. Hierunter versteht man neben Aminogruppen, Thiolgruppen
oder Carboxylgruppen aufweisenden Verbindungen vorzugsweise Polyhydroxylverbindungen,
insbesondere zwei bis acht Hydroxylgruppen aufweisende Verbindungen, speziell solche
vom Molekulargewicht 800 bis 10000, vorzugsweise 1000 bis 6000, z.B. mindestens zwei,
in der Regel 2 bis 8, vorzugsweise aber bis 4, Hydroxylgruppen aufweisende Polyester,
Polyäther, Polythioäther, Polyacetale, Polycarbonate und Polyesteramide, wie sie für
die Herstellung von homogenen und von zellförmigen Polyurethanen an sich bekannt sind.
[0023] Die in Frage kommenden Hydroxylgruppen aufweisenden Polyester sind z.B. Umsetzungsprodukte
von mehrwertigen, vorzugsweise zweiwertigen und gegebenenfalls zusätzlich dreiwertigen
Alkoholen mit mehrwertigen, vorzugsweise zweiwertigen, Carbonsäuren. Anstelle der
freien Polycarbonsäuren können auch die entsprechenden Polycarbonsäureanhydride oder
entsprechende Polycarbonsäureester von niedrigen Alkoholen oder deren Gemische zur
Herstellung der Polyester verwendet werden. Die Polycarbonsäuren können aliphatischer,
cycloaliphatischer, aromatischer und/oder heterocyclischer Natur sein und gegebenenfalls,
z.B. durch Halogenatome, substituiert und/oder ungesättigt sein.
[0024] Als Beispiele hierfür seien genannt: Bernsteinsäure, Adipinsäure, Korksäure, Azelainsäure,
Sebacinsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure, Trimellitsäure, Phthalsäureanhydrid, Tetrahydrophthalsäureanhydrid,
Hexahydrophthalsäureanhydrid, Tetrachlor
phthalsäureanhydrid, Endomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid, Glutarsäureanhydrid,
Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, dimere und trimere Fettsäuren wie Ölsäure,
gegebenenfalls in Mischung mit monomeren Fettsäuren, Terephthalsäuredimethylester
und Terephthalsäure-bis-glykolester. Als mehrwertige Alkohole kommen z.B. Äthylenglykol,
Propylenglykol-(1,2) und -(1,3), Butylenglykol-(1,4) und -(2,3), Hexandiol-(1,6),
Octandiol-(1,8), Neopentylglykol, Cyclohexandimethanol(1,4-Bis-hydroxymethylcyclo-
hexan), 2-Methyl-1,3-propandiol, Glycerin, Trimethylolpropan, Hexantriol-(1,2,6),
Butantriol-(1,2,4), Trimethyloläthan, Pentaerythrit, Chinit, Mannit und Sorbit, Methylglykosid,
ferner Diäthylenglykol, Triäthylenglykol, Tetraäthylenglykol, Polyäthylenglykole,
Dipropylenglykol, Polypropylenglykole, Dibutylenglykol und Polybutylenglykole in Frage.
Die Polyester können anteilig endständige Carboxylgruppen aufweisen. Auch Polyester
aus Lactonen, z.B. ε-Caprolacton oder Hydroxycarbonsäuren, z.B. ω-Hydroxycapronsäure,
sind einsetzbar.
[0025] Auch die erfindungsgemäss in Frage kommenden und sogar bevorzugten, mindestens zwei,
in der Regel zwei bis acht, vorzugsweise zwei bis drei, Hydroxylgruppen aufweisenden
Polyäther sind solche der an sich bekannten Art und werden z.B. durch Polymerisation
von Epoxiden wie Äthylenoxid; Propylenoxid, Butylenoxid, Tetrahydrofuran, Styroloxid
oder Epichlorhydrin mit sich selbst, z.B. in Gegenwart von BF
3, oder durch Anlagerung dieser Epoxide, gegebenenfalls im Gemisch oder nacheinander,
an Startkomponenten mit reaktionsfähigen Wasserstoffatomen wie Wasser, Alkohole, Ammoniak
oder Amine, z.B. Äthylenglykol, Propylenglykol-(1,3) oder -(1,2), Trimethylolpropan,
4,4'-bihydroxy-diphenylpropan, Anilin, Äthanolamin oder Äthylendiamin hergestellt.
Auch Sucrosepolyäther, wie sie z.B. in den deutschen Auslegeschriften 1 176 358 und
1 064 938 beschrieben werden, kommen erfindungsgemäss in Frage. Veilfach sind solche
Polyäther bevorzugt, die überwiegend (bis zu 90 Gew.-%, bezogen auf alle vorhandenen
OH-Gruppen im Polyäther) primäre OH-Gruppen aufweisen. Auch durch Vinylpolymerisate
modifizierte Polyäther, wie sie z.B. durch Polymerisation von Styrol und Acrylnitril
in Gegenwart von Polyäthern entstehen (amerikanische Patentschriften 3 383 351, 3
304 273, 3 523 093, 3 110 695, deutsche Patentschrift 1 152 536) sind geeignet, ebenso
OH-Gruppen aufweisende Polybutadiene.
[0026] Unter den Polythioäthern seien insbesondere die Kondensationsprodukte von Thiodiglykol
mit sich selbst und/ oder mit anderen Glykolen, Dicarbonsäuren, Formaldehyd, Aminocarbonsäuren
oder Aminoalkoholen angeführt. Je nach den Co-Komponenten handelt es sich bei den
Produkten um Polythiomischäther, Polythioätherester oder Polythioätheresteramide.
[0027] Als Polyacetale kommen z.B. die aus Glykolen, wie Diäthylenglykol, Triäthylenglykol,
4,4'-Dioxäthoxydiphcnyldimethylmethan, Hexandiol und Formaldehyd herstellbaren Verbindungen
in Frage. Auch durch Polymerisation cyclischer Acetale lassen sich erfindungsgemaß
geergnete Polyacetale herstellen.
[0028] Als Hydroxylgruppen aufweisende Polycarbonate kommen solche der an sich bekannten
Art in Betracht, die z.B. durch Umsetzung von Diolen wie Propandiol-(1,3), Butandiol-t1,4)
und/oder Hexandiol-(1,6), Diäthylenglykol, Triathylenglykol oder Tetraäthylenglykol
mit Diarylcarbonaten, z.B. Diphenylcarbonat,oder Phosgen hergestellt werden können.
[0029] Zu den Polyesteramiden und Polyamiden zählen z.B. die aus mehrwertigen gesättigten
und ungesättigten Carbonsäuren bzw. deren Anhydriden und mehrwertigen gesättigten
und ungesättigten Aminoalkoholen, Diaminen, Polyaminen und ihren Mischungen gewonnenen,
vorwiegend linearen Kondensate.
[0030] Auch bereits Urethan- oder Harnstoffgruppen enthaltende Polyhydroxylverbindungen
sowie gegebenenfalls modifizierte natürliche Polyole, wie Rizinusöl, Kohlenhydrate
oder Stärke, sind verwendbar. Auch Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden an Phenol-Formaldehyd-Harze
oder auch an Harnstoff-Formaldehydharze sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0031] Vertreter dieser erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen sind z.B. in High Polymers,
Vol. XVI, "Polyurethanes, Chemistry and Technology", verfaßt von Saunders-Frisch,
Interscience Publishers, New York, London, Band I, 1962, Seiten 32-42 und Seiten 44-54
und Band II, 1964, Seiten 5-6 und 198-199, sowie im Kunststoff-Handbuch, Band VII,
Vieweg-Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München, 1966, z.B. auf den Seiten 45-71, beschrieben.
[0032] Selbstverständlich können Mischungen der obengenannten Verbindungen mit mindestens
zwei gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen mit einem Molekulargewicht
von 400 - 100000, z.B. Mischungen von Polyäthern und Polyestern, eingesetzt werden.
[0033] Als erfindungsgemäß gegebenenfalls einzusetzende Ausgangskomponenten kommen auch
Verbindungen mit mindestens zwei gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatcmen
von einem Molekulargewicht 32-400 in Frage. Auch in diesem Fall versteht man hierunter
Hydroxylgruppen und/oder Aminogruppen und/oder Thiolgruppen und/oder Carboxylgruppen
aufweisende Verbindungen, vorzugsweise Hydroxylgruppen und/oder Aminogruppen aufweisende
Verbindungen, die als Kettenverlängerungsmittel oder Vernetzungsmittel dienen. Diese
Verbindungen weisen in der Regel 2 bis 8 gegenüber Isocyanaten reaktionsfähige Wasserstoffatome
auf, vorzugsweise 2 oder 3 reaktionsfähige Wasserstoffatome.
[0034] Als Beispiele für derartige Verbindungen seien genannt: Äthylenglykol, Propylenglykol-(1,2)
und -(1,3), Butylenglykol-(1,4) und -(2,3), Pentandiol- (1 ,5) , Hexandiol-(1,6),
Octandiol-(1,8), Neopentylglykol, 1,4-Bis-Hydroxymethyl-cyclohexan, 2-Methyl-1,3-Propandiol,
Glycerin, Trimethylolpropan, Hexantriol-(1,2,6), Trimethyloläthan, Pentaerythrit,
Chinit, Mannit und Sorbit, Diäthylenglykol, Triäthylenglykol, Tetraäthylenglykol,
Polyäthylenglykole mit einem Molekulargewicht bis 400, Dipropylenglykol, Polypropylenglykole
mit einem Molekulargewicht bis 400,
Dibutylenglykol, Polybutylenglykole mit einem Molekulargewicht bis 400, 4,4'-Dihydroxy
- diphenylpropan, Di-hydroxymethyl-hydrochinon, Äthanolamin, Diäthanolamin, Triäthanolamin,
3-Aminopropanol, Äthylendiamin, 1,3-Diaminopropan, 1-Mercapto-3-amino- propan, 4-Hydroxy-
oder -Amino-phthalsäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure, Hydrazin, N,N'-Dimethylhydrazin,
4,4'-Diaminodiphenylmethan, Toluylendiamin, Methylen-bis-chloranilin, Methylen-bis-anthranilsäureester
Diaminobenzoesäureester und die isomeren Chlorphenylendiamine.
[0035] Auch in diesem Fall können Mischungen von verschiedenen Verbindungen mit mindestens
zwei gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen mit einem Molekulargewicht
von 32-400 verwendet werden.
[0036] Erfindungsgemäß können jedoch auch Polyhydroxylverbindungen eingesetzt werden, in
welchen hochmolekulare Polyaddukte bzw. Polykondensate in feindisperser oder geloster
Form enthalten sind. Derartige modifizierte Polyhydroxylverbindungen werden erhalten,
wenn man Polyadditionsreaktionen (z.B. Umsetzungen zwischen Polyisocyanaten und aminofunktionellen
Verbindungen) bzw. Polykondensationsreaktionen (z.B. zwischen Formaldehyd und Phenolen
und/oder Aminen) direkt in situ in den oben genannten, Hydroxylgruppen aufweisenden
Verbindungen abläufen läßt. Derartige Verfahren sind beispielsweise in den Deutschen
Auslegeschriften 1.168 075 und 1 260 142, sowie den Deutschen Offenlegungsschriften
2 324 134, 2 423 984, 2 512 385, 2 513 815, 2 550.796, 2 550 797, 2 550 833 und 2
550 862 beschrieben. Es ist aber auch möglich, gemäß US-Patent 3 869 413 bzw. .Deutscher
Offenlegungsschrift 2 550 860 eine fertige wässrige Polymerdispersion mit einer Polyhydroxylverbindung
zu vermischen und anschließend aus dem Gemisch das Wasser zu entfernen.
[0037] Bei der Verwendung von modifizierten Polyhydroxylverbindungen der oben genannten
Art als Ausgangskomponente im Polyisocyanate-Polyadditionsverfahren entstehen in vielen
Fällen Polyurethankanststoffe mit wesentlich verbesserten mechanischen Eigenschaften.
[0038] Erfindungsgemäß werden Wasser und/oder leicht flüchtige organische Substanzen als
Treibmittel mitverwendet. Als organische Treibmittel kommen z.B. Aceton, Äthylacetat,
halogensubstituierte Alkane wie Methylenchlorid, Chloroform, Äthyliden-chlorid, Vinylidenchlorid,
Monofluortrichlormethan, Chlordifluormethan, Dichlordifluormethan, ferner Butan, Hexan,
Heptan oder Diäthyläther infrage. Eine Treibwirkung kann auch durch Zusatz von bei
Temperaturen über Raumtemperatur unter Abspaltung von Gasen, beispielsweise von Stickstoff,
sich zersetzenden Verbindungen, z.B. Azoverbindungen wie Azoisobuttersäurenitril,
erzielt werden. Weitere Beispiele für Treibmittel sowie Einzelheiten über die Verwendung
von Treibmitteln sind im Kunststoff-Handbuch, Band VII, herausgegeben von Vieweg und
Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München 1966, z.B. auf den Seiten 108 und 109, 453 bis
455 und 507 bis 510 beschrieben.
[0039] Erfindungsgemäß werden ferner oft Katalysatoren mitverwendet. Als mitzuverwendende
Katalysatoren kommen solche der an sich bekannten Art infrage, z.B. tertiäre Amine,
wie Triäthylamin, Tributylamin, N-Methyl-morpholin, N-Äthyl-morpholin, N-Cocomorpholin
, N,N,N',N'-Tetramethyl-äthylendiamin, 1,4-Diaza-bicyclo-(2,2,2)-octan, N-Methyl-N'-dimethyl-
aminoäthyl-piperazin, N,N-Dimethylbenzylamin, Bis-(N,N-di- äthylaminoäthyl)-adipat,
N,N-Diäthylbenzylamin, Pentamethyldiäthylentriamin, N,N-Dimethylcyclohexylamin, N,N,N',N'-Tetramethyl-1,3-butandiamin,
N,N-Dimethyl-B-phenyläthyl- amin, 1,2-Dimethylimidazol, 2-Methylimidazol. Als Katalyaatoren
kommen auch an sich bekannte Mannichbasen aus sekundären Aminen, wie Dimethylamin,
und Aldehyden, vorzugsweise Formaldehyd, oder Ketonen wie Aceton, Methyläthylkston
oder Cyclohexanon und Phenolen, wie Phenol, Nonylphenol oder Bisphenol in Frage.
[0040] Gegenüber Isocyanatgruppen aktive Wasserstoffatome aufweisende tertiäre Amine als
Katalysatoren sind z.B. Triäthanolamin, Triisopropanolamin, N-Methyldiäthanolamin,
N-Äthyl-diäthanolamin, N,N-Dimethyl-äthanolamin, sowie deren Umsetzungsprodukte mit
Alkylenoxiden, wie Propylenoxid und/oder Äthylenoxid.
[0041] Als Katalysatoren kommen ferner Silaamine mit Kohlenstoff-Silizium-Bindungen, wie
sie z.B. in der deuischen Patentschrift 1 229 290 (entsprechend der amerikanischen
Patentschrift 3 620 984).beschrieben sind, in Frage, z.B. 2,2,4- Trimethyl-2-silamorpholinu
und 1,3-Diäthylazinozethyl-tetramethyl-disiloxan.
[0042] Als Katalysatoren kommen auch stickstoffhaltige Basen wie Tetraalkylammoniumhydroxide,
ferner Alkalihydroxide wie Natriumhydroxid, Alkaliphenolate wie Natriumphenolat oder
Alkalialkoholate wie Natriummethylat in Betracht. Auch Hexahydrotriazine können als
Katalysatoren eingesetzt werden.
[0043] Erfindungsgemäß können auch organische Metallverbindungen, insbesondere organische
Zinnverbindungen, als Katalysatoren verwendet werden.
[0044] Als organische Zinnverbindungen kommen vorzugsweise Zinn(II)-salze von Carbonsäuren
wie Zinn(II)-acetat, Zinn(II)-octoat, Zinn(II)-äthylhexoat und Zinn(II)-laurat und
die Zinn(IV)-Verbindungen, z.B. Dibutylzinnoxid, Dibutylzinndichlorid, Dibutylzinndiacetat,
Dibutylzinndilaurat, Dibutylzinnmaleat oder Dioctylzinndiacetat in Betracht. Selbstverständlich
können alle obengenannten Katalysatoren als Gemische eingesetzt werden.
[0045] weitere Vertreter von erfindungsgemäß zu verwendenden Katalysatoren sowie Einzelheiten
über die Wirkungsweise der Katalysatoren sind im Kunststoff-Handbuch, Band VII, herausgegeben
von Vieweg und Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München 1966, z.B. auf den Seiten 96
bis 102 beschrieben.
[0046] Die Katalysatoren werden.in der Regel in einer Menge zwischen etwa 0,001 und 10 Gew.-%,
bezogen auf die Menge an Verbindungen mit mindestens zwei gegenüber Issocyanaten reaktionsfähigen
Wasserstoffatomen von einem Nolerulargewicht von 400 bis 100000, eingesetzt.
[0047] Erfindungsgemäß können auch oberflächenaktive Zusatzstoffe, wie Emulgatoren und Schaumstabilisatoren,
mitverwendet werden. Als Emulgatoren kommen z.B. die Natriumsalze von Richnusölsulfonaten
oder Salze von Fettsäuren mit Aminen wie ölsaures Diäthylamin oder stearinsaures Diäthanolamin
infrage. Auch Alkali-oder Ammoniumsalze von Sulfonsäuren wie etwa von Dodecylbenzolsulfonsäure
oder Dinaphthylmethandisulfonsäure oder von Fettsäuren wie Ricinolsäure oder von polymeren
Fettsäuren können als oberflächenaktive Zusatzstoffe mitverwendet werden.
[0048] Erfindungsgemäß können ferner auch Reaktionsverzögerer, z.B. sauer reagierende Stoffe
wie Salzsäure oder organische Säurehalogenide, ferner Zellregler der an sich bekannten
Art wie Paraffine oder Fettalkohole oder Dimethylpolysiloxane sowie Pigmente oder
Farbstoffe und Flammschutzmittel der an sich bekannten Art, z.B. Tris-chloräthylphosphat,
Trikresylphosphat oder Ammoniumphosphat und -polyphosphat, ferner Stabilisatoren gegen
Alterungs- und Witterungseinflüsse, Weichmacher und fungistatisch und bakteriostatisch
wirkende Substanzen sowie Füllstoffe wie Bariumsulfat, Kieselgur, Ruß oder Schlämmkreide
mitverwendet werden.
[0049] Weitere Beispiele von gegebenenfalls erfindungsgemäß mitzuverwendenden oberflächenaktiven
Zusatzstoffen und Schaumstabilisatoren sowie Zellreglern, Reaktionsverzögerern, Stabilisatoren,
flammhemmenden Substanzen, Weichmachern, Farbstoffen und Füllstoffen sowie fungistatisch
und bakteriostatisch wirksamen Substanzen sowie Einzelheiten über Verwendungs- und
Wirkungsweise dieser Zusatzmittel sind im Kunststoff-Handbuch, Band VII, herausgegeben
von Vieweg und Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München 1966, z.B. auf den Seiten 103
bis 113 beschrieben.
[0050] Die Reaktionskomponenten werden erfindungsgemäß nach dem an sich bekannten Einstufenverfahren,
dem Prepolymerverfahren oder dem Semiprepolymerverfahren zur Umsetzung gebracht, wobei
man sich oft maschineller Einrichtungen bedient, z.B. solcher, die in der amerikanischen
Patentschrift 2 764 565 beschrieben werden. Einzelheiten über Verarbeitungseinrichtungen,
die auch erfindungsgemäß infrage kommen, werden im Kunststoff-Handbuch, Band VII,
herausgegeben von Vieweg und Höchtlen, Carl-Hanser-Verlag, München 1966, z.B. auf
den Seiten 121 bis 205 beschrieben.
[0051] Bei der Schaumstoffherstellung wird erfindungsgemäß die Verschäumung oft in Formen
durchgeführt. Dabei wird das Reaktionsgemisch in eine Form eingetragen. Als Formmaterial
kommt Metall, z.B. Alluminium, oder Kunststoff, z.B. Epoxidharz, infrage. In der Form
schäumt das schäumfähige Reaktionsgemisch auf und bildet den Formkörper. Die Formverschäumung
kann dabei so durchgeführt werden, daß das Formteil an seiner Oberfläche Zellstruktur
aufweist, es kann aber auch so durchgeführt werden, daß das Formteil eine kompakte
Haut und einen zelligen Kern aufweist..Erfindungsgemäß kann man in diesem Zusammenhang
so vorgehen, daß man in die Form so viel schäumfähiges Reaktionsgemisch einträgt,
daß der gebildete Schaumstoff die Form gerade ausfüllt. Man kann aber auch so arbeiten,
daß man mehr schäumfähiges Reaktionsgemisch in die Form einträgt, als zur Ausfüllung
des Forminneren mit Schaumstoff notwendig ist. Im letztgenannten Fall wird somit unter
"overcharging" gearbeitet; eine derartige Verfahrensweise ist z.B. aus den amerikanischen
Patentschriften 3 178 490 und 3 182 104 bekannt.
[0052] Bei der Formverschäumung werden vielfach an sich bekannte "äußere Trennmittel",-wie
Siliconöle, mitverwendet. Man kann aber auch sogenannte "innere Trennmittel", gegebenenfalls
im Gemisch mit äußeren Trennmitteln, verwenden, wie sie z.B. aus den deutschen Offenlegungsschriften
2 121 670 und 2 307 589 bekanntgeworden sind.
[0053] Selbstverständlich können aber auch Schaumstoffe durch Blockverschäumung hergestellt
werden.
[0054] Erfindungsgemäß Werden bevorzugt kalthärtende Schaumstoffe herzustellen (vgl. britische
Patentschrift 1 162 517, deutsche Offenlegungsschrift 2 153 086).
[0055] Die nach der Erfindung erhältlichen Produkte finden z.B. Anwendung als Polstermaterialien.
Beispiele
[0056] Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Gemische von Siliciumverbindungen
[0057] Durch klassische, an sich bekannte Cohydrolyse wird ein Rohhydrolysat mit der gewünschten
Zusammensetzung hergestellt.
[0058] Das getrocknete Rohprodukt wird - wie ebenfalls bekannt - mit einem sauren Katalysator
äquilibriert.
[0059] Zur näheren Erläuterung sei nachfolgend die Herstellung eines Produktes der globalen
Zusammensetzung

in der n ca. zwei bedeutet, beschrieben:
10 Mol (1430 g) Chlormethyldimethylchlorsilan werden mit
10 Mol (1290 g) Dimethyldichlorsilan vermischt und - über zweit Stunden verteilt -
in 5 Liter Wasser gegeben. Nachdem 30 Minuten gerührt wurde, werden die beiden Phasen
sorgfältig getrennt und das Rohhydrolysat über Na2SO4 getrocknet; anschliessend wird bei 150°C mit 3 % getrockneter Bleicherde während
5 Stunden äquilibriert. Das äquilibrierte vom Katalysator durch Filtration befreite
Produkt ist transparent und nahezu farblos.
[0060] Ausbeute: 1816 g (96 % d.Th.)

: 1.4254
Cl-Wert (lt. Ansatz) : 18.73 %
Cl-Wert (gefunden) : 18.4 %
[0061] Das erhaltene Produkt mit dem Globalindex n ca. 2 wurde gaschromatographisch in seine
diskreten Bestandteile

in denen x eine ganze ungebrochene Zahl bedeutet, zerlegt:

[0062] Die weiteren höhermolekularen Produkte konnten nicht mehr mit Sicherheit identifiziert
werden.
[0063] Wie schon erwähnt, können bei einer Globalzusammensetzung, die durch ca. 2 bestimmt
ist, durchweg definierte, durch ihren Siedepunkt charakterisierte Verbindungen mit
einem Index x auftreten, dessen numerischer Wert grösser oder kleiner n ist.
[0064] a) Die nachfolgend aufgeführten Beispiele 1 - 3 wurden unter absolut identischen
Verfahrens- und Versuchsbedingungen durchgeführt:
[0065] b) Die in den Tabellen aufgeführten Treibreaktionsdaten (Endhöhe, relat. Startzeit,
maximale Schaumgeschwindigkeit, Steigzeit) wurden aus Weg-Zeit-Diagrammen ermittelt,
die mit einem üblichen Wegaufnehmer erhalten wurden. Dabei konnte auch das Schaumverhalten
(Setzen, Schrumpf) registriert werden.
[0066] c) Die Strömungswiderstände wurden nach der Dow-air-flow-Methode in mmWs bestimmt
und sind ein Maß für die Offenzelligkeit.
[0067] Die übrigen mechanischen Werte wurden nach folgenden DIN-Normen gemessen:

Beispiel 1
[0068] A) 50 Gewichtsteile eines auf Trimethylolpropan gestarteten Polypropylenglykols,
das mit Äthylenoxid so modifiziert wurde, dass endständig 90 % primäre Hydroxylgruppen
bei einer OH-Zahl von 28 resultieren, und 50 Gewichtsteile eines auf Trimethylolpropan
gestarteten Polypropylentriols, das mit Äthylenoxid so modifiziert wurde, dass endständig
85 % primäre Hydroxylgruppen resultieren, welches zudem mit Acrylnitril und Styrol
(im Verhältnis 60 : 40 Gew.-%) gepfropft wurde und eine OH-Zahl von 28 aufwies, 2,7
Gewichtsteile Wasser 0,15 Gewichtsteile Diazabicyclo-2,2,2-octan (als Katalysator),
0,08 Gewichtsteile 2,2'-Dimethylaminodiäthyläther .(als Katalysator).
[0069] B) 0,05 Gewichtsteile der Siliziumverbindung der Formel

in welcher R
1 und R
2 für Chloromethyl, R für Methyl, n' für D und n für 1, 2 oder 3 stehen, wurden vermischt
mit
[0070] C) 34,0 Gewichtsteilen eines Gemisches aus 80 Gew.-% Toluylendiisocyanat (2,4- und
2,6-Isomeren im Gewichtsverhältnis 80 : 20 %)und 20 Gew.-% eines Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanates,
welches durch Anilin-Formaldehyd-Kondensation und nachfolgende Phosgenierung erhalten
worden ist, und in einem Päckchen zur Reaktion gebracht.
[0071] D) Man erhält Schaumstoffe mit folgenden Reaktionsdaten und mechanischen Eigenschaften:

[0072] Da immer die gleiche Konzentration der Siliziumverbindungen -unabhängig von n - eingesetzt
wurde, sind die mechanischen Daten der Schaumstoffe bei n = 3 infolge von Geschlossenzelligkeit
in Klammern gesetzt. Die Konzentration von 0,05 Gewichtsteilen der eingesetzten Siliziumverbindung
mit n = 3 war schon zu hoch.
Beispiel 2
[0073] A) 100 Gewichtsteile eines Polyolgemisches gemäss Beispiel 1 A
[0074] B) 1,0 Gewichtsteile einer Siliziumverbindung gemäß der in Beispiel 1 B) genannten
Formel, in welcher R und R für Methyl, R
2 für Chloromethyl, n für 0 und n' für 1,2 oder 3 stehen,wurden vermischt mit.
[0075] C) 34.0 Gewichtsteilen eines Isocyanatgemisches gemäss Beispiel 1 C
und in einem Päckchen zur Reaktion gebracht.
[0076] D) Man erhält Schaumstoffe mit folgenden Reaktionsdaten und mechanischen Eigenschaften:

Beispiel 3
[0077] A) 100 Gewfchtsteile eines Polyolgemisches gemäss Beispiel
1 A.
[0078] B) 1,0 Gewichtsteile einer Siliziumverbindung der in Beispiel 1 B) genannten Formel,
in welcher R und R für Methyl, R
2 für Chloromethyl, n' für 1 und n für 0,02 stehen, wurden vermischt mit
[0079] c) 34.0 Gewichtsteilen eines Isocyanatgemisches gemäss Beispiel 1 C und in einem
Päckchen zur Reaktion gebracht.
[0080] D) Man erhält Schaumstoffe mit folgenden Reaktionsdaten und mechanischen Eigenschaften:
[0081] Die Beispiele 1 bis 3 zeigen, dass es
a) durch die Wahl der obengenannten Siliziumverbinduhg mit unterschiedlichem n oder
b) mit unterschiedlichem n' oder
c) mit unerschiedlicher Kombination von n oder n'
hervorragend möglich ist, die Stabilisierung der Schaumstoffe, die Offenzelligkeiten,
die Endhöhen und das Schaumverhalten gezieit und in weitem Bereich maßgeschneidert
abgestuft einzustellen. Dabei ist die Konzentration je nach Typ der Siliziumverbindung
von extrem geringen bis zu grossen Mengen variabel.
[0082] Die Vernetzungsaktivitäten werden während der Schaumherstellung nicht tangiert, während
die Treibaktivitäten lediglich in der letzten Phase (Steigzeit) etwas beeinflusst
werden.
[0083] Mit der unter Beispiel 1 beschriebenen Rezeptur sowie mit den in Beispiel 2 und 3
beschriebenen Silikonen lassen sich Formschäume herstellen, welche keine Randzonenstörungen
oder Bläschenbildung unter der Oberfläche aufweisen.
[0084] Die nachfolgend aufgeführten Beispiele wurden unter für die Schaumherstellung üblichen
Beidingungen durchgeführt.
Beispiel 4
[0085] A) 100 Gewichtsteile eines auf Trimethylolpropan gestarteten Polypropylentriols,
das mit Äthylenoxid so modifiziert wurde, dass endständig 80 % primäre Hydroxylgruppen
bei einer OH-Zahl von 28 resultieren,
3,2 Gewichtsteile Wasser
0,3 Gewichtsteile Diazabicyclo-2,2,2-octan
2,0 Diäthanolamin
3,0 Glycerin
2,0 Trichloräthylphosphat
[0086] B) 0,9 Gewichtsteile einer Siliziumverbindung gemäß der in Beispiel 1 B) genannten
Formel, in welcher R und R
2 für Chlormethyl, R für Methyl, n' für 3 und n für 3 stehen, wurden vermischt mit
[0087] C) 56,3 Gewichtsteilen eines Allophanat-modifizierten Toluyllendiisocyanats (2,4-
und 2,6-Isomeren im Gewichtsverhältnis 80 : 20 Gew.
-%) des NCO-Gehaltes 40,1.-40,9 %.
[0088] D) Man erhält Schaumstoffe mit folgenden Reaktionsdaten und mechanischen Eigenschaften:

Beispiel 5
[0089] A) 100 Gewichtsteile einer Polyätherdispersion, hergestellt aus einem Polyäther aus
Propylenoxid, Äthylenoxid und Trimethylolpropan (Hydroxylzahl 35, ca. 70 % primäre
Hydroxylgruppen), Toulylendiiscoyanat, 2,4 und 2,6 Isomeres im Gewichtsverhältnis
80 : 20) und Hydrazinhydrat,
3,0 Gewichtsteile Wasser
0,2 Gewichtsteile Diazabicyclo-2,2,2,-octan
2,0 Gewichtsteile (Diäthanolamin ) als Vernetzer
0,15 Gewichteile Zinn (II)-äthylhexoat)
2,0 Gewichtsteile Trichloräthylphosphat
[0090] B) 0,6 Gewichtsteile einer Siliziumverbindung gemäß der in Beispiel 1 B) genannten
Formel, in welcher R
1 und R
2 für Chloromethyl, R für Methyl, n' für 0 und n für 2 stehen, wurden vermischt mit
[0091] C) 38,5 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat (2,4- und 2,6 Isomeres im Gewichtsverhältnis
80 : 20).
[0092] D) Man erhält Schaumstoffe mit folgenden Reaktionsdaten und mechanischen Eigenschaften:
