[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Hydroxylammoniumsalzen
durch katalytische Reduktion von Stickstoffmonoxid mit Wasserstoff in verdünnten wäßrigen
Lösungen von Mineralsäuren in Gegenwart von suspendierten Platinträgerkatalysatoren
bei erhöhter Temperatur.
[0002] Es ist bekannt, Hydroxylammoniumsalze durch Reduktion von Stickstoffmonoxid mit Wasserstoff
in verdünnter wäßriger Mineralsäure, z. B. Schwefelsäure, in Gegenwart von Katalysatoren
herzustellen. Als Katalysatoren verwendet man insbesondere Platin oder Platin mit
Zusätzen, wobei das Katalysatormetall auf Trägerstoff niedergeschlagen ist. Solche
Verfahren werden beispielsweise beschrieben in der DE-PS 956 038 und 945 752 oder
den DE-AS 15 67 513 und 24 47 972. Der Platinträgerkatalysator wird in Mengen von
1 bis 33,4 g (vgl. DE-OS 1219453 und 2100 036) je Liter Lösung angewandt. Die dabei
erreichten Raum-Zeit-Ausbeuten betragen bis zu 0,45 Mol umgesetztes Stickstoffmonoxid
pro Stunde und Liter Reaktionsflüssigkeit im Reaktionsraum. Die erzielten Hydroxylaminausbeuten,
bezogen auf umgesetztes Stickstoffmonoxid, liegen bei 78 bis 92 % der Theorie. Da
man bestrebt ist, möglichst hohe Raum-Zeit-Ausbeuten bei dem jeweils angewandten Druck
zu erzielen, bestand weiterhin das Bedürfnis, das Verfahren zu verbessern.
[0003] Es war deshalb die technische Aufgabe gestellt, bei der Herstellung von Hydroxylammoniumsalzen
durch katalytische Reduktion von Stickstoffmonoxid unter den jeweils angewandten Drücken
die Raum-Zeit-Ausbeute zu erhöhen.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst in einem Verfahren zur Herstellung von Hydroxylammoniumsalzen
durch katalytische Reduktion von Stickstoffmonoxid mit Wasserstoff in verdünnten wäßrigen
Lösungen von Mineralsäuren in Gegenwart von suspendierten Platinträgerkatalysatoren
bei erhöhter Temperatur, wobei man je Liter Reaktionslösung 40 bis 700 g Platinträgerkatalysator
anwendet.
[0005] Das neue Verfahren hat den Vorteil, daß man bei unverändert hohen Ausbeuten unter
den jeweils angewandten Drücken wesentlich höhere Raum-Zeit-Ausbeuten, bezogen auf
Stickstoffmonoxid, erzielt. Hierdurch benötigt man bei der Herstellung gleicher Produktionsmengen
kleinere Vorrichtungen, andererseits gelingt es mit den vorhandenen Vorrichtungen,
größere Durchsätze zu erzielen.
[0006] Das neue Verfahren ist insofern bemerkenswert, als ein Zusammenhang zwischen erhöhter
Katalysatormenge und steigender Raum-Zeit-Ausbeute aus dem Stand der Technik bislang
nicht zu entnehmen war. So wurde beispielsweise nach dem in der DE-OS 21 00 036 beschriebenen
Verfahren bei Verwendung von 33,4 g Katalysator pro Liter Lösung eine Raum-Zeit-Ausbeute
von 0,24, gemäß DE-OS 1806537 bei Verwendung von 30,0 g Katalysator eine Raum-Zeit-Ausbeute
von 0,40 Mol umgesetztes Stickstoffmonoxid pro Stunde und Liter Flüssigkeit im Reaktionsraum
erzielt. Es war daher nicht abzusehen, daß man durch eine wesentliche Erhöhung der
Katalysatormenge die Raum-Zeit-Ausbeute bei einer Arbeitsweise unter Atmosphärendruck
fast auf das Doppelte des bisher Bekannten steigern kann. Insbesondere war nicht vorherzusagen,
daß bei einer Arbeitsweise unter erhöhtem Druck die für sich schon zu höheren Raum-Zeit-Ausbeuten
führt (vgl. DE-PS 900213), trotzdem eine ebenso deutliche weitere Steigerung der Raum-Zeit-Ausbeute
durch die Erhöhung der Katalysatormenge möglich ist. Dies gilt umsomehr, als lediglich
die Erhöhung der Menge an Platin bei gleichbleibenden Trägermengen nicht zur Lösung
der gestellten Aufgabe führt.
[0007] In der Regel hält man ein Molverhältnis von Wasserstoff zu Stickstoffmonoxid von
mehr als 1, vorzugsweise von 1,5 : 1 bis 6 : 1 ein. Besonders gute Ergebnisse erhält
man, wenn man darauf achtet, daß in der Reaktionszone ein Molverhältnis von Wasserstoff
zu Stickstoff monoxid von 3,5 bis 5 : 1 aufrechterhalten wird.
[0008] Vorteilhaft verwendet man als Säuren starke Mineralsäuren, wie Chlorwasserstoffsäure,
Salpetersäure, Schwefelsäure oder Phosphorsäure. Geeignet sind auch deren saure Salze,
wie Ammoniumbisulfat. Besonders bevorzugt wird Schwefelsäure verwendet. In der Regel
geht man von 4 bis 6 normalen wäßrigen Säuren aus und läßt im Verlauf der Reaktion
die Säurekonzentration nicht unter 0,2 normal fallen.
[0009] Unter Reaktionslösung versteht man erfindungsgemäß die oben genannte Lösung von Säuren,
die zusätzlich Hydroxylammoniumsalze, Nebenprodukte sowie gelöste Gase enthalten können.
Die Umsetzung führt man vorteilhaft bei Temperaturen von 30 bis 80 °C durch. Besonders
bewährt haben sich Temperaturen von 40 bis 60 °C. In der Regel führt man die Umsetzung
bei Atmosphärendruck oder erhöhtem Druck, z. B. bis zu 30 bar durch. Es ist jedoch
auch möglich, wesentlich höhere Drücke, z. B. bis zu 300 bar. anzuwenden.
[0010] Die Umsetzung wird in Gegenwart von Platinträgerkatalysatoren durchgeführt. Besonders
bewährt haben-sich Platin auf Kohleträger, insbesondere auf Graphit. Vorzugsweise
hat ein solcher Trägerkatalysator einen Gehalt von 0,2 bis 5 Gew.% Platin. Vorteilhaft
enthalten die Katalysatoren zusätzlich ein oder mehrere Elemente der 5. und/oder 6.
Hauptgruppe des periodischen Systems mit einem Atomgewicht >31, ferner Blei und/oder
Quecksilber als vergiftende Mittel. Geeignete Katalysatoren und deren Herstellung
werden beispielsweise beschrieben in der DE-PS 920 963, 956 038, 945 752 oder 1 088
037. Während der Reaktion liegt der Trägerkatalysator als Suspension in der Reaktionslösung
vor.
[0011] Wesentliches Merkmal der Erfindung ist es, daß man je Liter Reaktionslösung 40 bis
700 g Platinträgerkatalysator anwendet. Die obere Grenze der Katalysatorkonzentration
wird lediglich durch das Kriterium der ausreichenden Fließfähigkeit und Filtrierbarkeit
der Suspension begrenzt. Vorzugsweise wendet man 40 bis 400 g Platinträgerkatalysator
an. Falls man Aktivkohle als Träger verwendet, haben sich Mengen von 40 bis 250 g
und falls man Graphit als Träger verwendet, haben sich Mengen von 40 bis 350 g Trägerkatalysator
je Liter Reaktionslösung besonders bewährt.
[0012] Das Verfahren nach der Erfindung läßt sich diskontinuierlich oder kontinuierlich
durchführen. Ein geeignetes kontinuierliches Verfahren wird beispielsweise in der
DE-PS 1 113 448 beschrieben.
[0013] Erfindungsgemäß hergestellte Hydroxylammoniumsalze werden in großem Maßstab zur Herstellung
von Cyclohexanonoxim, einem Vorprodukt für Caprolactam, verwendet.
[0014] Das Verfahren nach der Erfindung sei an folgenden Beispielen veranschaulicht.
Beispiel 1 bis 6
[0015] In einem Druckgefäß mit Rührer werden gemessene Mengen eines Platin-Graphit-Katalysators
mit einem Platingehalt von 0,5 Gew.% in 5 Liter 4,1 n-Schwefelsäure suspendiert. Bei
einem Druck von 1 bzw. 9 bar abs. leitet man unter Rühren gemessene Mengen NO und
H
2 im Volumen-Verhältnis 37 : 63 in den Reaktor ein, den man durch Kühlen auf einer
Temperatur von 40 °C hält. Nicht umgesetzte Gase, die frei bzw. über ein Druckhalteventil
entweichen, werden gemessen und analysiert. Wenn die Schwefelsäure nahezu aufgebraucht
ist, beendet man die Reaktion, entspannt, trennt die Hydroxylaminlösung vom Katalysator
ab und bestimmt die gebildete Menge Hydroxylamin.
[0016] Die näheren Einzelheiten sind aus folgender Tabelle zu entnehmen.
Beispiel 7
[0017] Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, jedoch hat der Katalysator einen Platingehalt
von 5,0 Gew.%. Die Ergebnisse entsprechend Tabelle zeigen, daß lediglich durch Erhöhung
der Platinmenge bei gleichbleibender Trägermenge keine zusätzliche Verbesserung der
Raum-Zeit-Ausbeute erreicht wird.
(Siehe Tabelle Seite 4 f.)
[0018]

1. Verfahren zur Herstellung von Hydroxylammoniumsulfat durch katalytische Reduktion
von Stickstoffmonoxid mit Wasserstoff in verdünnten wäßrigen Lösungen von Schwefelsäure
oder Ammo. niumbisulfat in Gegenwart von suspendierten Platinträgerkatalysatoren bei
erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß man je Liter Reaktionslösung 40 bis
700 g Platinträgerkatalysator anwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man je Liter Reaktionslösung
40 bis 400 g Platinträgerkatalysatoren anwendet.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Platin-Graphit-Trägerkatalysatoren
verwendet.
1. A process for the manufacture of hydroxylammonium sulfate by catalytically reducing
nitric oxide with hydrogen in a dilute aqueous solution of sulfuric acid or ammonium
bisulfate in the presence of a suspended supported platinum catalyst at an elevated
temperature, wherein from 40 to 700 g of supported platinum catalyst are used per
liter of reaction solution.
2. A process as claimed in claim 1, wherein from 40 to 400 g of supported platinum
catalyst are used per liter of reaction solution.
3. A process as claimed in claims 1 and 2, wherein a platinum/graphite supported catalyst
is used.
1. Procédé de préparation de sulfate d'hydroxylammonium par réduction catalytique
d'oxyde azotique avec de l'hydrogène en solutions aqueuses diluées d'acide sulfurique
ou de bisulfate d'ammonium, en présence de catalyseur sur support de platine, à températures
élevées, caractérisé par le fait que l'on utilise, par litre de solution de réaction,
40 à 700 g de catalyseur sur support de platine.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que l'on utilise, par
litre de solution de réaction, 40 à 400 g de catalyseur sur support de platine.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé par le fait que l'on utilise
des catalyseurs sur support platine-graphite.