[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einem Hochspannungs-Leistungsschalter mit einer Hauptschaltstelle
und mit einer beim Ausschalten nach der Hauptschaltstelle öffnenden, mit einem Schaltwiderstand
in Reihe geschalteten Hilfsschaltstelle.
[0002] Schaltwiderstände können sowohl für das Einschalten als auch für das Ausschalten
vorgesehen sein. Beim Einschalten begrenzen diese Widerstände Überspannungen, wie
sie z. B. beim Einschalten unbelasteter Leitungen auftreten können. Beim Abschalten
erleichtern sie die Abschaltung großer Leistungen oder können gleichfalls zur Begrenzung
von Überspannungen dienen, die mit der Abschaltung induktiver Verbraucher, z. B. Drosselspulen,
verbunden sein können. Wird der Schaltwiderstand zum Ausschalten benutzt, so darf
die Hilfsschaltstelle erst nach dem Erlöschen des Lichtbogens an der Hauptschaltstelle
geöffnet und dadurch der Stromkreis vollständig unterbrochen werden. Es kommt daher
darauf an, daß die Hilfsschaltstelle nicht eher geöffnet wird, als der Lichtbogen
an der Hauptschaltstelle erloschen ist. Hierzu ist es bereits bekannt (DE-PS 11 46
941), die Schalteinrichtung der Hilfsschaltstelle durch ein lichtempfindliches Element,
z. B. eine Fotodiode oder einen Fototransistor, zu steuern, um den Augenblick des
Erlöschens des Lichtbogens an der Hauptschaltstelle genau zu erfassen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine möglichst einfache, d. h. rein mechanisch
wirkende Steuereinrichtung für die Hilfsschaltstelle zu schaffen. Trotz der mechanischen
Verbindung des Antriebes der Hilfsschaltstelle mit dem der Hauptschaltstelle soll
jedoch der Ausschaltvorgang der Hauptschaltstelle nicht behindert, d. h. verzögert
oder anderweitig beeinträchtigt werden.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Hilfsschaltstelle
einen von dem Antrieb der Hauptschaltstelle beim Einschalten aufladbaren Kraftspeicher
mit einer Verklinkungseinrichtung besitzt, die in der aufgeladenen Stellung des Kraftspeichers
zwangsläufig einfällt und beim Ausschalten in Abhängigkeit von der Stellung des beweglichen
Schaltstückes der Hauptschaltstelle entriegelbar ist. Die zum Ausschalten der Hilfsschaltstelle
benötigte Energie ist daher im Einschaltzustand des Leistungsschalters gespeichert.
Beim Ausschalten braucht von dem Antrieb der Hauptschaltstelle nur die zur Entriegelung
des Kraftspeichers der Hilfsschaltstelle benötigte sehr geringe Energie aufgebracht
zu werden. Eine Verzögerung der Ausschaltbewegung der Hauptschaltstelle ist damit
nicht verbunden.
[0005] Zz ist vorteilhaft, für die Hauptschaltstelle und die Hilfsschaltstelle eine gemeinsame
Antriebswelle vorzusehen, die mit der Hilfsschaltstelle durch eine Freilaufkupplung
verbunden ist. Durch die Bemessung des von der Freilaufkupplung zurückzulegenden Weges
oder Drehwinkels hat man es in der Hand, bei dem Ausschaltvorgang die Stellung des
beweglichen Schaltstückes der Hauptschaltstelle zu bestimmen, bei welcher der Kraftspeicher
der Hilfsschaltstelle entriegelt werden soll.
[0006] Die Steuereinrichtung der Hilfsschaltstelle kann einen an dem beweglichen Schaltstück
der Hilfsschaltstelle gelenkig angreifenden Hebel umfassen, der mit einem durch die
Freilaufkupplung schwenkbaren Kurbelarm gelenkig verbunden ist, und der Hebel und
der Kurbelarm können in der Einschaltstellung der Hilfsschaltstelle in Ubertotpunktstellung
an einen ortsfesten Anschlag anlegbar sein. Auf diese Weise ist der mit der Hilfsschaltstelle
verbundene Kraftspeicher verriegelt. Als Kraftspeicher eignet sich beispielsweise
eire Schraubendruckfeder. Diese kann mit dem beweglichen Schaltstück der Hilfsschaltstelle
direkt oder über Zwischenglieder verbunden sein.
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[0007] Eine für die Zwecke der Erfindung geeignete Freilaufkupplung kann zwei an der gemeinsamen
Antriebswelle angebrachte und um den Drehwinkel der Antriebswelle beim Ein- und Ausschalten
auseinanderliegende Anschläge für den auf der Antriebswelle gelagerten Kurbelarm umfassen.
Die Anschläge können dabei zweckmäßig durch eine mit einem Ausschnitt versehene Scheibe
ausgebildet sein, die auf der Antriebswelle befestigt ist.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0009] Die Figuren 1 bis 6 zeigen eine gemeinsame Antriebsvorrichtung für die Haupt- und
die Hilfsschaltstelle eines Hochspannungs-Leistungsschalters in verschiedenen Schaltstellungen,
um den Bewegungsablauf zu veranschaulichen.
[0010] Die Hauptschaltstelle 1 umfaßt ein bewegliches stiftförmiges Schaltstück 2 mit einer
Stromzuführung 3 und ein feststehendes Schaltstück 4. Einzelheiten dieser Hauptschaltstelle
sind nicht dargestellt, weil sie für das Verständnis der Erfindung nicht benötigt
werden und im übrigen allgemein bekannt sind. Die Hilfsschaltstelle 5 besitzt gleichfalls
ein stiftförmiges, geradlinig bewegliches Schaltstück 6 mit einer Stromzuführung 7
und einem festen Schaltstück 10. Mit dem feststehenden Schaltstück 10 ist ein Schaltwiderstand
11 verbunden, der den Abschaltvorgang an der Hauptschaltstelle 1 erleichtert. Der
Verbindungspunkt 12 zwischen dem feststehenden Schaltstück 4 der Hauptschaltstelle
1 und dem Schaltwiderstand 11 bildet den einen Anschlußpunkt des Leistungsschalters,
während der andere Anschlußpunkt an dem Getriebe vorgesehen sein kann.
[0011] Für beide Schaltstellen ist eine gemeinsame Antriebswelle 14 vorgesehen, die in nicht
näher dargestellter Weise z. B. durch einen hydraulischen Antrieb derart drehbar ist,
daß das bewegliche Schaltstück 2 mittels eines auf der Antriebswelle 14 sitzenden
Kurbelarmes 15 und eines Schwinghebels 16 von der in der Figur 1 gezeigten Einschaltstellung
in die in Fig. 5 dargestellte Ausschaltstellung und umgekehrt bewegbar ist.
[0012] Die gemeinsame Antriebswelle 14 trägt ferner eine Scheibe 17, die mit einem Ausschnitt
versehen ist, wodurch Anschlagflächen 20 und 21 gebildet sind. Durch diese Anschlagflächen
kann ein Kurbelarm 22 mitgenommen werden, der auf der Antriebswelle 14 schwenkbar
gelagert ist. Eine Kuppelstange 23 bildet eine gelenkige Verbindung des Kurbelarmes
22 mit dem beweglichen Schaltstück 6 der Hilfsschaltstelle 5. Dieses trägt ein Widerlager
24 für eine als Kraftspeicher dienende Schraubendruckfeder 25, die sich mit ihrem
anderen Ende an einem ortsfesten Widerlager 26 abstützt.
[0013] .Wie die Figur 1 zeigt, ist die Kraftspeicherfeder 25 in der Einschaltstellung gespannt,
wobei der Kurbelarm 22 und die Kuppelstange 23 in Ubertotpunktstellung mit ihrem Gelenk
27 an einem ortsfesten Anschlag 30 anliegen. Die Kraftspeicherfeder 25 ist dadurch
in gespannter Stellung verriegelt. Beginnt nun der Ausschaltvorgang durch Drehung
der Antriebswelle 14, so werden der Kurbelarm 15 und die Scheibe 17 in Richtung des
Pfeiles 31 gedreht. Der Schaltstift 2 der Hauptschaltstelle 1 wird hierdurch in dem
gleichen Sinn bewegt, so daß der Schaltstift 2 außer Eingriff mit dem feststehenden
Schaltstück 4 gelangt. Der Schaltstift 6 der Hilfsschaltstelle 5 bleibt zunächst in
Ruhe, weil sich die Anschlagfläche 21 der Scheibe 17 von dem Kurbelarm 22 fortbewegt.
Erst wenn der Schaltstift 2 die Löschdistanz erreicht hat, trifft die Anschlagfläche
20 auf den Kurbelarm 22 (Fig. 3) und bewegt den Gelenkpunkt 27 zwischen dem Kurbelarm
22 und der Kuppelstange 23 von der Anschlagfläche 30 derart ab, daß zunächst die Strecklage.erreicht
und dann überschritten wird (Fig. 4). Die Kraftspeicherfeder 25 kann nun wirksam werden
und den Schaltstift 6 in Ausschaltrichtung verschieben. Es ergibt sich dann die in
der Figur 5 gezeigte Stellung der Haupt- und der Hilfsschaltstelle.
[0014] Die Ausgangslage gemäß der Figur 1 wird dadurch wieder herbeigeführt, daß die Antriebswelle
14 in dem entgegengesetzten Sinn in Richtung des Pfeiles 32 gedreht wird, wobei der
Schaltstift 2 der Hauptschaltstelle 1 mittels des Kurbelarmes 15 und des Schwinghebels
16 in Eingriff mit dem feststehenden Schaltstück 4 und der Schaltstift 6 der Hilfsschaltstelle
5 in Eingriff mit dem feststehenden Schaltstück 10 gelangt. Hierbei ist die Anschlagfläche
21 der Scheibe 17 wirksam, die den Kurbelarm 22 gegen die Kraft der Kraftspeicherfeder
25 dreht, bis die Ubertotpunktstellung gemäß der Figur 1 wieder erreicht ist und der
Gelenkpunkt 27 des Kurbelarmes 22 und der Kuppelstange 23 an dem ortsfesten Anschlag
30 anliegt. Dadurch ist die Energie gespeichert, die für die mechanische Ausschaltbewegung
und für die Löscheinrichtung benötigt wird.
[0015] Soll der Schaltwiderstand 11 als kombinierter Ein- und Ausschaltwiderstand verwendet
werden, so ist es lediglich erforderlich, die Stellung der Anschlagfläche 21 so zu
wählen, daß ein Vorlauf entsteht, der zum Schließen der Hilfsschaltstelle 5 vor der
Hauptschaltstelle 1 führt.
1. Hochspannungs-Leistungsschalter mit einer Hauptschaltstelle und mit einer beim
Ausschalten nach der Hauptschaltstelle öffnenden, mit einem Strombegrenzungswiderstand
in Reihe geschalteten Hilfsschaltstelle, dadurch gekennzeichnet , daß die Hilfsschaltstelle
(5) einen von dem Antrieb (14) der Hauptschaltstelle (1) aufladbaren Kraftspeicher
(25) mit einer Verklinkungseinrichtung (22, 23, 27) besitzt, die in der aufgeladenen
Stellung des Kraftspeichers (25) zwangsläufig einfällt und beim Ausschalten in Abhängigkeit
von der Stellung des beweglichen Schaltstückes (2) der Hauptschaltstelle (1) entriegelbar
ist.
2. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die
Hauptschaltstelle (1) und die Hilfsschaltstelle (5) eine gemeinsame Antriebswelle
(14) besitzen, die mit der Hilfsschaltstelle (5) durch eine Freilaufkupplung (17,
20, 21, 22) verbunden ist.
3. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß an
dem beweglichen Schaltstück (6) der Hilfsschaltstelle (5) ein Hebel (23) gelenkig
angreift, der mit einem durch die Freilaufkupplung (17, 20, 21, 22) schwenkbaren Kurbelarm
(22) gelenkig verbunden ist, und daß der Hebel (23) und der Kurbelarm (22) mit ihrem
gemeinsamen Gelenk (27) in der Einschaltstellung der Hilfsschaltstelle (5) in Übertotpunktstellung
an einen ortsfesten Anschlag (30) anlegbar sind.
4. Hochspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die
Freilaufkupplung zwei an der gemeinsamen Antriebswelle (14) angebrachte und um den
Drehwinkel der Antriebswelle (14) beim Ein- und Ausschalten auseinanderliegende Anschläge
(20, 21) für den auf der Antriebswelle (14) gelagerten Kurbelarm (22) umfaßt.