[0001] Die Erfindung betrifft ein Schleuderrad für Schleucerstrahlmaschinen mit zwei rotierenden,
durch Distanzstücke auf Abstand gehaltene Radscheiben, einer Mehrzahl von gleichmässig
über den Umfang verteilten, mit Seitenleisten versehenen, in radialen Nuten von innen
einschiebbaren Schleuderschaufeln und mit die Schleuderschaufeln in radialer Richtung
nach aussen haltenden festen Anschlägen.
[0002] Durch die DT-PS 23 11 866 ist ein Schleuderrad der eingangs genannten Art bekanntgeworden,
bei welchem die Länge der Schleuderschaufeln kleiner ist als der Durchmesser des von
den inneren Kanten der Schleuderschaufel in eingebautem Zustand umschriebenen zentralen
Raumes. Damit aber auch zum Auswechseln die Schleuderschaufeln vom zentralen Raum
des Schleuderrades her montierbar sind, ist es erforderlich, dass die Oeffnung der
vorderen Radscheibe als auch die Oeffnung der vorderen Schleuderradabdeckung im Durchmesser
grösser sind als die gesamte Länge derSchleuderschaufel.
[0003] Die Aussendurchmesser der Radscheiben sind somit abhängig von der Länge der-Schleuderschaufel,
wodurch keine optimale Auslegung des Schleuderrades, bezüglich seiner Schleuderwirkung
bei gleichzeitig geringen rotierenden Massen möglich ist. Eine Erhöhung der Abwurfgeschwindigkeit
bei gleichbleibender Drehzahl durch Verwendung längerer Schleuderschaufeln ist somit
bei dem hier gezeigten Schleuderrad ebenfalls nicht möglich. Die Distanzstücke zwischen
den Radscheiben bilden gleichzeitig die Anschläge für den Halt der Schleuderschaufeln
nach aussen, wodurch es erforderlich ist, dass jeder Schleuderschaufel ein Distanzstück
zugeordnet werden muss. Dadurch werden die Distanzstücke und somit auch die meist
schwächere vordere Radscheibe unnötig durch die Fliehkraft der rotierenden Schleuderschaufeln
belastet.
[0004] Bei Schleuderrädern mit von aussen nach innen einschiebbaren Schleuderschaufeln (DT-PS
21 15 354) ist es zwar möglich, beliebig lange Schleuderschaufeln in ein vorgegebenes
Schleuderrad einzubauen, hierbei sind aber zum Halt der Schleuderschaufeln nach aussen
bewegliche Anschläge in Form von auf den Distanzbolzen drehbaren Büchsen erforderlich.
Derartige Anschläge sind jedoch sehr aufwendig und ausserdem können sie durch die
eingeklemmten Strahlmittelteilchen oft nur mit grosser Kraftanstrengung und mit Spezialwerkzeugen
bewegt werden, damit die Schleuderschaufeln von aussen ausgewechselt werden können.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Schleuderrades der eingangs
genannten Art, bei welchem die Länge der Schleuderschaufeln für eine optimale Auslegung
des Schleuderrades bzw. für eine Anpassung der Abwurfgeschwindigkeit des Strahlmittels
an das zu behandelnde Putzgut beliebig wählbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches
gelöst.
[0007] Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich nach den weiteren Ansprüchen.
[0008] Durch die erfindungsgemässe Abmessungsabhängigkeit zwischen den Schleuderschaufeln
und den Radscheiben kann jede Schleuderschaufel in einer zur Schleuderradachse verdrehten
Lage von aussen zwischen den Radscheiben eingeschoben werden, bis sich die Seitenleisten
im zentralen freien Raum befinden und dann von innen her in den Nuten der Radscheiben
bis zu einem festen Anschlag zurückgeschoben werden. Bei diesem Schleuderrad können
trotz Verwendung vorteilhafter fester Anschläge und dadurch bedingtes Einschieben
der Schleuderschaufeln in die Nuten von innen von den Schleuderradabmessungen unabhängig
beliebig lange Schleuderschaufeln verwendet werden.
[0009] Als Vorteil ergibt sich daraus eine jeweils optimale Auslegung des Schleuderrades
bezüglich der gewünschten Abwurfgeschwindigkeit des Strahlmittels bei gleichzeitig
geringer Schwungmasse des Schleuderrades und einfacher Montage bzw. Demontage der
Schleuderschaufeln.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles mit den Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
Fig 1 einen axialen Schnitt durch das erfindungsgemässe Schleuderrad,
Fig 2 einen Schnitt entlang der Linie II - II von Fig 1 mit einer nicht vollständigen
Schleuderschaufelbestückung,
Fig 3 einen Schnitt entsprechend Fig 2 während einer Einbauphase der Schleuäerschaufeln
und
Fig 4 eine Ansicht in Richtung A von Fig 3 während einer weiteren Einbauphase.
[0011] Das Schleuderrad nach Fig 1 und 2 ist an einer durch einen Motor antreibbaren Antriebswelle
1 drehfest befestigt. Eine, die wellenseitige Seitenwand bildende Radscheibe 3 ist
an einem Flansch 2 der Antriebswelle 1 mittels Schrauben 29 befestigt, während eine
die vordere Seitenwand bildende Radscheibe 4 mittels Distanzstücken 5 in einem bestimmten
Abstand von der Radscheibe 3 gehalten ist.
[0012] Eine Anzahl Schleuderschaufeln 6 ist zwischen den Radscheiben 3 und 4 in radialer
Richtung gleichm&ssig verteilt angeordnet, deren äussere Kanten über den Aussendurchmesser
der Radscheiben 3, 4 hinausragen, während ihre inneren Kanten 22 jedoch nicht bis
zur Drehachse des Schleuderrades reichen und dadurch einen zentralen freien Raum 7
bilden.
[0013] Das Schleuderrad ist in einem Gehäuse 8 eingeschlossen, das an einer Stelle am Umfang
für den Austritt des durch das Schleuderrad weggeschleuderten Strahlmittels offen
ist.
[0014] Im zentralen freien Raum 7 ist eine Vorrichtung für die Strahlmittelzuführung und
für die Regelung des Schleuderstrahles angeordnet. Diese Vorrichtung besteht aus einem
zylinderförmigen Reglerkorb 9 mit einer Austrittsöffnung 10 für das Strahlmittel.
Der Reglerkorb 9 ist am Gehäuse 8 befestigt und in einer Zentralöffnung 27 des Gehäuses
5 zentriert. Die Lage der Austrittsöffnung 10 kann durch eine Drehbewegung gegenüber
dem Gehäuse 8 eingestellt werden, wodurch die Richtung der vom Schleuderrad geschleuderten
Strahlmittelteilchen festgelegt wird.
[0015] Im Inneren des Reglerkorbes 9 ist ein Laufrad 11 angeordnet, welches zur Vorbeschleunigung
des Strahlmittels cient und zusammen mit einer Zentrierplatte 12 mit einer Schraube
13 zentrisch an der Antriebswelle 1 befestigt ist. Zentrierplatte 12 und Laufrad 11
können auch wie in der Fig 1 dargestellt, aus einem Stück bestehen. Ein im Reglerkorb
9 zentriertes und am Gehäuse 8 befestigtes Zuführrohr 14 dient zur Strahlmittelzufuhr
in das Innere des Laufrades 11.
[0016] Die Schleuderschaufeln 6 sind mit Seitenleisten 15 versehen, welche bei Einsetzen
der Schleuderschaufeln in radialen, sich gegenüberstehenden Nuten 16 der Radscheiben
3, 4 zu liegen kommt. Die Länge der Nuten 16 entspricht der Länge der Seitenleisten
15, so dass im eingebauten Zustand die Seitenleisten 15 nicht über den Aussendurchmesser
der Radscheiben 3, 4 hinausragen.
[0017] Die Seitenleisten 15 und die Nuten 16 müssen nur so lang sein, als dies für die Uebertragung
der Umfangskräfte vcn den Schleuderschaufeln 6 auf die Radscheiben 3 und 4 ohne zu
hohe Flächenpressungen und für eine sichere Führung der Schleuderschaufeln 6 erforderlich
ist.
[0018] Der zentrale freie Raum 7 muss zum Einschieben der Schleuderschaufeln 6 in die Nuten
16 von innen her im Durchmesser geringfügig grösser sein als die Länge der Seitenleisten
15. Da in diesem Raum 7 auch der Reglerkorb 9 angeordnet ist, wird diese Bedingung
meist bereits durch die erforderlichen Abmessungen des Reglerkorbes 9 erfüllt (siehe
Fig 3).
[0019] Der über die Seitenleisten hinausragende Teil 17 der Schleuderschaufel 6 weist seitlich
der Wurfflächen je einen erhöhten Rand 18 auf, der zur Führung des Strahlmittels dient.
Die Breite 19 des Teiles 17, einschliesslich der Ränder 18, ist kleiner als die freie
Distanz 20 zwischen den Radscheiben 3 und 4 (siehe Fig 1 und 4).
[0020] Die Schleuderschaufeln 6 weisen an der Aussenfläche einer Seitenleiste 15 einen Materialvorsprung
21 auf. Dieser, einen rechteckigen Querschnitt aufweisende Materialvorsprung 21, erstreckt
sich von der inneren Kante 22 über eine Teillänge der Seitenleiste 15. Das, der Schaufel-Abwurfkante
zugekehrte Ende des Materialvorsprunges 21, wird durch zwei zueinanderlaufende schräge
Flächen 23 und eine senkrecht zur Einschubrichtung verlaufende Anschlagfläche 24 gebildet.
An der wellenseitigen Radscheibe 3 sind am inneren Ende der Nuten 16 Ausnehmungen
25 angeordnet, deren kreisbogenförmiges äussere Ende eine Anlagefläche 26 ist. Diese
Anlagefläche 26 bildet zusammen mit der Anschlagfläche 24 des Materialvorsprunges
.einen festen Anschlag 30, welcher den Einschubweg begrenzt und die Schleuderschaufeln
6 in radialer Richtung nach aussen hält. Gegen innen werden die Schleuderschaufeln
6 durch die äussere Umfangsfläche der Zentrierplatte 12 gehalten.
[0021] Es sind auch andere Ausführungsformen von festen Anschlägen 30 möglich, wie z.B.
ein an der Radscheibe angeordneter Zapfen, welcher mit einer Anschlagfläche an der
Seitenleiste der Schleuderschaufel zusammenwirkt.
[0022] Durch die Anordnung der festen Anschläge 30, nur an der wellenseitigen Radscheibe
3, werden die durch die Rotation an den Schleuderschaufeln 6 entstehenden Fliehkräfte
direkt von dieser Radscheibe 3 auf die Antriebswelle 1 und deren Lagerung übertragen.
Die äussere Radscheibe 4 und die Distanzstücke 5 sind mit diesen Fliehkräften nicht
belastet, wodurch es möglich wird, eine geringere Anzahl Distanzstäcke 5 anzuordnen.
In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist nur zwischen jeder zweiten Schleuderschaufel
6 ein Distanzstück 5 fest mit den beiden Radscheiben 3, 4 verbunden.
[0023] Das Auswechseln durch Verschleiss oder Beschädigung unbrauchbarer Schleuderschaufeln
6 geschieht folgendermassen (siehe auch Fig 3 und 4). Zuerst muss das Zuführrohr 14
für das Strahlmittel vom Gehäuse 8 entfernt werden, wodurch der Reglerkorb 9, das
Laufrad 11, die Zentrierplatte 12 und die Schraube 13 frei zugänglich werden. Durch
Lösen der Schraube 13 können die Zentrierplatte 12 und das Laufrad 11 zusammen mit
dem Reglerkorb 9 in axialer Richtung durch die Zentralöffnung 27 herausgezogen werden.
Dann sind die Schleuderschaufeln 6 frei, so dass sie nach innen in den zentralen Raum
7 bewegt werden können. Durch Entfernen einer oberen Abdeckung 28 des Gehäuses 8 sind
die Schleuderschaufeln von aussen her zugänglich. Durch Drücken von aussen werden
die meist festsitzenden Schleuderschaufeln 6 nach innen geschoben, bis die Seitenleisten
15 aus den Nuten 16 austreten. Dies wird durch gegenüber der Länge der Seitenleisten
15 grösseren Durchmesser des freien Raumes 7 ermöglicht.
[0024] Der über die Seitenleisten 15 hinausragende Teil 17 der Schleuderschaufeln 6 befindet
sich dabei noch zwischen den beiden Radscheiben 3 und 4. Da nun die Breite 19 dieses
Teiles 17 geringfügig kleiner ist als die Distanz 20 der Radscheiben 3 und 4, kann
nun die Schleuderschaufel 6 um ihre Längsachse geschwankt werden, so dass sie zur
Schleuderachse einen spitzen Winkel einnimmt (siehe Fig a In dieser Lage kann die
Schleudersenaufel 6 nach aussen herausgezogen werden.
[0025] Die Ersatzschaufeln kônnen nun in gleich schräger Stellung zwischen den Radscheiben
3, 4 hineingeschoben wergen, bis sie nach einer Scnwenkung in eine zur Schleuccrachse
parallele Lage von innen her mit ihren Seitenleisten 15 in die Nuten 16 eingefahren
werden kennen. Durch radiales Herausschieben der Schleudcrschaufeln 6 bis zum Anschlag
des Materialvorsprunges 21 in der Ausnehmung wird die äussere Endstellung der Schleuderschaufeln
ereicht. Dann kennen die Zcntrierplatte 12, das Laufrad 11 und der Reglerkorb 9 wieder
eingebaut werden, wobei durch die Zentrierplatte 12 die eingebauten Scrleuderschaufeln
6 nach innen gehalten werden.
[0026] Durch die Anordnung eines Distanzstückes 5 zwischen jeder zweiten Schleuderschaufel
6, ist auch bei kleinen Raddurchmessern zwischen dem Distanzstück 5 und einer bereits
eingebauten Schleuderschaufel 6 so viel Platz vorhanden, dass die dazwischen zu montierende
Schleuderschaufel in schräger Lage von aussen her eingeschoben werden kann. Weiterhin
wird durch die Anordnung des festen Anschlages 30 nur an einer Radscheibe ebenfalls
das schräge Einfahren der Schleuderschaufel erleichtert.
[0027] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Nuten 16 und die Seitenleisten 15 zwecks
besserer Demontage keilförmig ausgebildet. Selbstverständlich können auch die Nuten
und die Seitenleisten mit zueinander parallelen Flächen ausgeführt werden.
[0028] Das erfindungsgemässe Schleuderrad ermöglicht, die Verwendung beliebig langer Schleuderschaufeln,
welche unabhängig von der Grösse der Radscheiben über diese hinausragen, wobei gleichzeitig
die festen Anschläge für den Halt der Schleuderschaufeln nach aussen ein Auswechseln
von Schleuderschaufeln ohne spezielle Werkzeuge leicht ermöglichen.
1. SchleucerrAd für Schleuderstrahlmaschinen mit zwei rotierenden durch Distanzstücke
auf Abstand gehaltene Radscheiben, einer Mehrzahl von gleichniässig über den Umfang
verteilten, mit Seitenleisten versehenen, in radialen Nuten der letzteren von innen
einschiebbaren Schleuderschaufeln und mit die Schleuderschaufeln in radialer Richtung
nach aussen haltenden festen Anschlägen, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der
Seitenleisten (15) der Schleuderschaufeln (6) kleiner ist, als der Durchmesser des
von den inneren Kanten (22) der Schleuderschaufeln (6) gebildeten zentralen freien
Raumes (7) des Schleuderrades und dass die Breite (19) des über die Seitenleisten
(15) nach aussen hinausragenden Teiles (17) der Schleuderschaufeln (6) geringfügig
kleiner ist als die freie Distanz (20) zwischen den beiden Radscheiben (3, 4).
2. Schleuderrad nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen jeder
zweiten über dem Umfang angeordneten Schleuderschaufel (6; ein Distanzstück (5) zwischen
den Radscheiben (3, 4) angeordnet ist.
3. Schleuderrad nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder
Schleuderschaufel (6) nur ein Anschlag 30 angeordnet ist, welcher aus einem am inneren
Ende einer Seitenleiste (15) befindlichen Materialvorsprung (21) besteht.
4. Schleuderrad nach Patentanspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Materialvorsprung
(21) bei montierter Schleuderschaufel in eine an der wellenseitigen Radscheibe (3)
angeordneten Ausnehmung (25) eingreift.