[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung von im wesentlichen rechteckigen, selbsttragenden,
vorzugsweise gewellten Dachziegeln, die auf Dachtragrahmen oder horizontalen Latten
zu befestigen sind, wobei jeder Ziegel mit einer Überlappung in Bezug auf die benachbarten
Ziegel sowohl in horizontaler Richtung als auch längs der Fallinie des Daches angeordnet
und mit Ausschnitten an zwei diagonal gegenüberliegenden Ecken versehen ist, um die
Notwendigkeit eines Übereinanderlegens der zwei Mittelziegel eines Kreuzes zu vermeiden,
das aus vier Ziegelecken gebildet ist, während eine Änderung in der Überlappungsstrekke
in Richtung der Fallinie des Daches möglich ist.
[0002] Wenn Dachziegel oder Dachplatten mit einer Uberlappung sowohl in der horizontalen
Richtung als auch in der Richtung der Fallinie des Daches verlegt werden, treten Verbindungs-
oder Überlappungskreuze an den Stellen auf, wo die Ecken von vier Ziegeln oder Platten
übereinandergelegt werden. Dieses ist kein ernsthafter Nachteil, wenn mit dünnen Dachplatten,
wie gewellten Metallplatten, gearbeitet wird, jedoch ändert sich die Situation dann,
wenn die Ziegel aus gebranntem Ton, Asbestzement, keramischem Material od.dgl. bestehen
und eine Dicke von 4 bis 5 mm oder mehr haben. Damit zwei Mittelecken in dem Kreuz
aneinanderliegend in der gleichen Ebene anstelle eines Übereinanderliegens angeordnet
werden können, ist es bekannt, zwei diametral gegenüberliegende Ecken mit aneinander
angepaßten Ausschnitten zu versehen, d.h. die Ecke wird durch einen Schrägschnitt
einfach abgeschnitten.
[0003] Wenn mit solchen Ziegeln gedeckt wird, wird eine erste horizontale Reihe von Ziegeln
gewöhnlich an der Dachrinne angelegt. Dann wird eine zweite horizontale Reihe von
Ziegeln so gelegt, daß eine bestimmte Überlappung mit der genannten ersten Reihe auftritt
usw, bis der First des Daches erreicht ist, der schließlich mit besonderen Firstziegeln
od.dgl. gedeckt wird. Wenn die Strecke zwischen den Dachrinnen und dem First nicht
ein Vielfaches der Musterhöhe ist, d.h. der Höhe der Ziegel abzüglich der Überlappungsstrecke,
müssen die Ziegel der obersten Reihe abgeschnitten werden. Um ein solches Abschneiden
zu vermeiden, ist es aus der AT-PS 336 851 bekannt, die Überlappungsstrecke so weit
zu ändern, daß auf irgendeinem Dach, das eine nicht zu kleine Entfernung zwischen
den Dachrinnen und dem First hat, eine Dachdeckung erreicht werden kann, die eine
ganze Anzahl von Ziegelhöhen benutzt. Wenn die Ziegel mit einer Überlappungsstrecke
gelegt werden, die kleiner als die maximal mögliche Überlappungsstrecke ist, werden
die Ziegel mit schräg abgeschnittenen Ecken voneinander beab - standet, so daß ein
Kanal oder ein Durchgang sich zwischen ihnen ergibt, durch den Niederschläge bei ungünstigen
Windbedingungen hindurchgedrückt werden können. Aus der AT-PS 336 851 ist es bekannt,
jeden Dachziegel etwas zu verlängern, daß er sich unter die untere schräg abgeschnittene
Strecke erstreckt, so daß der Eingang zu diesem Durchlaß bis zu einem bestimmten Grade
abgedeckt ist. Es ist jedoch immer noch eine verminderte Abdichtung gegenüber dem
Hindurchgang von Niederschlägen zu erwarten.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung von Dachziegeln zu schaffen, bei der
die Größe der Überlappung geärdert werden kann, ohne daß die Abdichtung gegenüber
einem Hindurchlassen von Niederschlägen vermindert wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß jeder Ausschnitt in verschiedene
Stufen derart abgestuft ist, daß er mindestens zwei Kantenteile hat, die zu den Seitenkanten
des Ziegels parallel sind und sich mit einer kleinen Aussparung an entsprechende Kantenteile
von diagonal benachbarten Ziegeln anpassen. Vorzugsweise sind die zu den Seitenkanten
parallelen Kantenteile der Ausschnittedurch Kantenteile verbunden, die sich senkrecht
zu den Seitenkanten erstrecken. Auf diese Weise wird erreicht, daß der zwischen den
Kanten von zwei mittleren, diagonal benachbarten Ziegeln gebildete Durchlaß oder Kanal
sich längs einer stark gebrochenen Linie erstreckt und mehrere sehr enge Abschnitte
mit dazwischenliegenden breiteren Abschnitten hat, die als Expansionskammern dienen.
Sollten Niederschläge durch den ersten engen Abschnitt des Kanals oder Durchlasses
infolge von Winddruck hindurchgedrückt werden, wird sich die hineingedrückte Luft
in der nachfolgenden Expansionskammer ausdehnen, wodurch sich eine Turbulenz mit einem
Abbau der kinetischen Energie ergibt, so daß Wasser nicht weiter in diesen Durchlaß
eintreten kann, sondern unter der unteren der zwei mittleren Ziegel abläuft. Von den
angepaßten Kantenteilen, die eine kleine Aussparung haben, sollte der in dem von den
gegenüberliegenden Kanten der Ausschnitte gebildeten Kanal am weitesten innen liegende
Kantenteil annähernd längs dem Wellenkamm angeordnet sein, der der Seitenkante am
nächsten liegt. In den Kanal oder den Durchlaß eintretendes Wasser muß dann den ganzen
Weg bis zu einem Wellenkamm gedrückt werden, um einen Weg an der Dachdeckung vorbei
zu finden.
[0006] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind, um die Anordnung der Dachziegel
mit einer sich ändernden Überlappungsstrecke in der Höhenrichtung zu ermöglichen,
ohne daß größere Löcher in irgendeine der Ziegel gebohrt werden müssen, als zum_Hindurchgang
der Befestigungsnägel durch die Ziegel und in die horizontalen Latten erforderlich
ist, geschwächte Teile in Form von langgestreckten Nuten oder Reihen von Ausnehmungen
an derUnterseite von einer oder mehreren der Wellenkämme nahe der oberen Kante des
Ziegels ausgebildet, wobei die Nuten oder Reihen eine solche Länge haben, daß Nagellöcher
nahe der unterenKante der nächsten überlappenden Ziegel immer über einem geschwächten
Teil angeordnet sind, wenn die Ziegel eine Überlappungsstrecke innerhalb eines bestimmten
Bereiches haben. Gemäß einem bevorzugten Gedanken der Erfindung sind also zwei diametral
gegenüberliegende Ecken von Dachziegeln ausgeschnitten, um Ausschnitte zu bilden,
die in verschiedene Stufen derart abgestuft sind, daß sie mindestens zwei zu den Seitenkanten
des Ziegels paralelle Kantenteile haben, die dicht benachbart an angepaßten Kantenteilen
von diagonal benachbartenZiegeln des Daches mit einer kleinen Aussparung liegen, wodurch
der Durchlaß oder die Verbindung, die durch zwei gegenüberliegende, aneinander angepaßte
Kantenteile gebildet ist, zwei parallele, nicht fluchtende Abschnitte mit einem verbindenden,
querlaufenden, vorzugsweise weiteren Abschnitt, der als eine Expansionskammer dient,
hat.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Zeichnung erläutert. Im einzelnen
zeigt:
Fig. 1 die Darstellung eines von vier Ziegeln gebildeten Kreuzes, wobei die Ecke der
obersten Ziegel ausgeschnitten ist, um die zwei mittleren Ziegel zu zeigenund
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II in Fig. 1.
[0008] In Fig. 1 sind Teile von vier gleichen Dachziegeln, 1,2,3 und 4 gezeigt, die mit
einer Überlappung sowohl quer, d.h horizontal, als auch längs, d.h. in Richtung der
Fallinie des Dachs angeordnet sind. Unter jedem Überlappungsbereich in Längsrichtung
sind horizontale Latten 5 angeordnet, an denen die Dachziegel angenagelt sind.
[0009] Die in der Zeichnung gezeigten Ziegel 1 bis 4 sind gewöhnlich in der Reihenfolge
ihrer Bezugszeichen gelegt, so daß der Ziegel 1 auf dem Boden und der Ziegel 4 oben
liegt. Die Ziegel 2 und 3 würden also auch teilweise übereinander angeordnet werden,
wenn die Ziegel nicht mit gestuften Ausschnitten 6 und 7 in ihrer unteren rechten
und ihrer oberen linken Ecke versehen wären. Wenn jede horizontale Reihe von Ziegeln
von rechts nach links anstelle von links nach rechts gelegt wird, muß die untere linke
und die rechte obere Ecke mit den Ausschnitten versehen werden. Jeder Ausschnitt ist
in verschiedene Stufen gestuft und der Ausschnitt 6 wird durch zwei Kantenteile 8
und 9 gebildet, die parallel zu den Seitenkanten 10 und 15 des Ziegels sind. Weitere
Kantenteile 11 und 12, die im wesentlichen senkrecht zu der Seitenkante 10 verlaufen,
erstrekken sich zwischen den beiden Kantenteilen 8 und 9 und zwischen dem Kantenteil
8 und der Seitenkante 10. Der Ausschnitt 7 hat eine im wesentlichen angepaßte Form,
die durch Kantenteile 13 und 14 bestimmt ist, die parallel zu den Seitenkanten 10
und 15 des Ziegels verlaufen. Die Kantenteile 13 und 14 und der Kantenteil 13 und
die Seitenkante 15 sind jeweils durch Kantenteile 16 und 17 verbunden, die sich senkrecht
zu der Seitenkante 15 erstrecken, und die Ecke zwischen dem Kantenteil 17 und der
Seitenkante 15 kann gut gerundet sein, wie dieses bei 18-gezeigt ist. Die Ziegel 1
und 2 sind mit einer bestimmten seitlichen Überlappung a gelegt. Diese Überlappung
ist konstant und kann z.B. durch die Tatsache bestimmt sein, daß die Ziegel gewellt
sind, wobei sich die Kämme in Längsrichtung erstrecken. Wenn cäs in der Zeichnung
gezeigte Ziegelkreuz gelegt ist, haben die Ziegel, eine seitlich feste zwangsläufige
Lage infolge der Wellen, die ineinander greifen, und die Kantenteile 9,13 und 8,14
sind dann jeweils parallel zueinander mit einer kleinen Aussparung in seitlicher Richtung
versehen. Der Kanal zwisehen den Ziegeln 2 und 3 besteht daher aus einem engen Durchlaß
19, einer breiteren Expansionskammer 20 und einem weiteren engen Durchlaß 21. Die
Kämme der gewellten Ziegel sind bei 22 gezeigt und es ist zu erkennen, daß der Abschnitt
21 des Kanals etwa in der Kammlinie 22 angeordnet ist.
[0010] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, kann die Überlappungsstrecke b in der Höhenrichtung des
Daches geändert werden. Die größte Überlappungsstrecke wird erhalten, wenn die Kantenteile
11 und 16, die die Kantenteile der Ausschnitte miteinander verbinden, die parallel
zu den Seitenkanten des Ziegels sind, aneinander anstoßen. Die kleinste Überlappungsstrecke
b ist in Fig. 1 gezeigt. Es ist zu erkennen, daß enge Durchlässe 19 und 21 erheblicher
Länge selbst bei der kleinsten Überlappungsstrecke erhalten werden. Die Verkleinerung
der Expansionskammer 20 infolge einer Vergrößerung der Überlappungsstrecke wird durch
eine wachsende Länge der Abschnitte 19 und 21 und durch die wachsende Überlappungsstrecke
kompensiert.
[0011] An der unteren Kante 23 der Ziegel sind Löcher 24 in einem oder mehreren Wellenkämmen
zum Festnageln des Ziegels vorgesehen. Entsprechende Löcher an der oberen Kante des
Ziegels 25 müßten langgestreckt sein, um die gewünschte Änderung der Uberlappungsstrecke
zuzulassen. Solche großen Löcher würden jedoch die Dichte des Daches beeinträchtigen,so
daß anstelle von ihnen geschwächte Teile in Form von länglichen Nuten 26 an der Unterseite
des Ziegels ausgebildet sind. Wenn ein Nagel durch ein Loch 24 hindurch eingenagelt
wird, trifft er den geschwächten Teil des darunterliegenden Ziegels, macht in diesem
jedoch lediglich ein Loch, das der Dicke des Nagels entspricht. Die gezeigte Ausführungsform
mit geschwächten Teilen anstelle von Durchgangslöchern hat darüberhinaus den Vorteil,
daß der Ziegel auch an Stellen dicht bleibt, wo der Ziegel an seiner oberen Kante
nicht angenagelt werden soll, wie dieses z.B. am oberen Ende eines Halbdaches der
Fall ist.
[0012] Unmittelbar über den Schwächungsnuten 26, die an der Unterseite des Ziegels ausgebildet
sind, können Markierungen an der Oberseite des Ziegels ausgebildet sein, z.B. in Form
von flachen Einsenkungen 27, die: als Führung für den Nagel in Richtung auf die geschwächten
Teile dienen.
[0013] Die Ausbildung der Schwächungsnuten 26 wie auch die Ausbildung der Ausschnitte 6
und 7 beziehen sich auf die Möglichkeit, eine sich ändernde Überlappungsstrecke zu
erhalten, ohne daß die Abdichtung gegen den Hindurchgang von Niederschlägen beeinträchtigt
wird.
[0014] Die Nuten 26 können auch durch Reihen von Ausnehmungen ersetzt werden.
1. Anordnung von im wesentlichen rechteckigen, selbsttragenden, vorzugsweise gewellten
Dachziegeln (1 bis 4), die auf Dachtragrahmen oder horizontalen Latten (5) zu befestigen
sind, wobei jeder Ziegel mit einer Überlappung (a,b) in Bezug auf die benachbarten
Ziegel sowohl in horizontaler Richtung als auch längs der Fallinie des Daches angeordnet
und mit Ausschnitten (6,7) an zwei diagonal gegenüberliegenden Ecken versehen ist,um
die Notwendigkeit eines Übereinanderlegens der zwei mittleren Ziegel (2,3) eines Kreuzes
zu vermeiden, das aus vier Ziegelecken gebildet ist, während eine Änderung in der
Überlappungsstrecke in Richtung der Fallinie des Daches möglich ist, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Ausschnitt (6,7) in verschiedene Stufen derart abgestuft ist, daß er mindestens
zwei Kantenteile (8,9 und 13,14) hat, die zu den Seitenkanten (10,15) des Ziegels
parallel sind und sich mit einer kleinen Aussparung an entsprechende Kantenteile von
diagonal benachbarten Ziegeln anpassen.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Kantenteile (8,9 und
13,14) der Ausschnitte (6,7) parallel zu den Seitenkanten (10,15) und diese Kantenteile
und die benachbarte Seitenkante jeweils durch Kantenteile (11,12, 16,17) miteinander
verbunden sind, die sich senkrecht zu den Seitenkanten erstrecken.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß von den aneinander
mit einer kleinen Aussparung angepaßten Kantenteilen (8,14) der in dem von den einander
gegenüberliegenden Kanten der Ausschnitte (6,7) gebildeten Kanal (19 bis 21) am weitesten
innen liegende Kantenteil etwa längs des Wellenkammes (22) angeordnet ist, der der
Seitenkante am nächsten ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei Löcher (24) zum Festnageln des
Ziegels an einem oder mehreren Wellenkämmen (22) nahe der unteren Kante (23) des Ziegels
vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet , daß geschwächte Teile in Form von länglichen
Nuten (26) oder Reihen von Ausnehmungen an der Unterseite der Wellenkämme nahe der
oberen Kante (25) des Ziegels ausgebildet sind, wobei die Nuten oder Reihen eine solche
Länge haben, daß das Loch (24) in dem nächsten darüberliegenden Ziegel sich immer
über einem geschwächten Teil befindet, wenn die Ziegel eine Überlappungsstrecke (b)
innerhalb des vorgeschriebenen Bereiches haben.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß Markierungen in Form von
flachen Einpressungen (27) an der Oberseite des Ziegels unmittelbar über den Schwächungsnuten
(26) vorgesehen sind, die auf der Unterseite ausgebildet sind.