[0001] Beschlagteil aus Metall sowie Verfahren und Werkzeug zur seiner Herstellung
b) Technisches Gebiet
[0002] Die Erfindung betrifft ein Beschlagteil aus Metall, insbesondere aus im Querschnitt
flach rechteckigem, schmalem Stab- oder Bandmaterial, wie z. B. Stulpschiene für Treibstangenbeschläge,
welches bzw. welche mit mindestens einem durch Vorlochen und anschließendes Formdrücken
gebildeten Senkloch zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen, insbesondere
Schrauben, versehen ist. Ferner befaßt sich die Erfindung mit einem Verfahren zur
Herstellung solcher Beschlagteile.
[0003] Bei Beschlagteilen der gattungsgemäßen Art aus Metall besteht das Bedürfnis, die
zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen, insbesondere Schrauben, dienenden
Senklöcher auf spanlosem Wege herzustellen, ohne daß das beim Formdrücken des Versenkes
zwangsläufig auftretende Fließverhalten des Werkstoffgefüges zu einer Längen- und/
oder Breiten- änderung des Stab- oder Bandmaterials führt. Ferner besteht das Bedürfnis,
eine Vielzahl solcher Senklöcher mit möglichst wenig Fertigungsaufwand gleichzeitig
in schmalen Stab- oder Bandmaterialabschnitten großer Länge herzustellen.
c) Stand der Technik
[0004] Durch das DE-Gbm 19 47 868 ist es bereits bekannt, Senklöcher in Stulpschienen für
Treibstangenbeschläge ausschließlich auf spanlosem Wege herzustellen. Und zwar wird
hierbei jeweils an der mit dem Senkloch zu versehenden Stelle zunächst in einem ersten
Arbeitsschritt ein zylindrisches Loch ausgestanzt, welches ein bestimmtes Durchmesser-Übermaß
gegenüber dem Nenndurchmesser des späteren Senkloches aufweist. Sodann werden in einem
zweiten Arbeitsschritt mittelts eines konischen Stempels die Versenke eingedrückt.
Bei diesem Drückvorgang wird das die Wandungen des zylindrischen Vorloches begrenzende
Material durch den konischen Teil des Drückstempels verdrängt, wobei es hauptsächlich
in Wirkrichtung der Druckkraft sowie gleichzeitig radial nach einwärts fließt, so
daß sich das vorgegebene Durchmesser-Übermaß zum unteren Ende des Loches hin bis auf
das Nennmaß des Senkloches verringert.
[0005] In der Praxis hat sich diese bekannte Herstellungsart für Senklöcher jedoch als nachteilig
erwiesen, weil nicht verhindert werden kann, daß beim Eindringen des konischen Drückstempel-Abschnitts
in das Vorloch in gewissem Maße auch eine Materialverdrängung in Richtung nach radial
auswärts stattfindet. Dieses Fließverhalten des Materials ist jedoch unerwünscht,
weil hieraus Änderungen der Sollmaße des fertigen Beschlagteils in Länge und Breite
resultieren.
[0006] Es sind auch schon verschiedene Versuche unternommen worden, um das nachteilige Fließen
des Werkstoffs nach radial auswärts beim Drücken des Versenkes zu verhindern.
[0007] So schlägt das DE-Gbm 71 26 465 vor, dem mit Übermaß ausgestanzten Vorloch eine Mehrkant;
insbesondere Sechskantform, zu geben, wobei der Innkreis des Mehrkants einen Durchmesser
hat, welcher größer ist als der Nenndurchmesser des fertigen Senkloches.
[0008] Beim Eindrücken des Versenkes in das Stab- oder Bandmaterial kommt die konische Mantelfläche
des Drückstempels jeweils zuerst in der Mitte der Länge der Kanten des Mehrkants zur
Wirkung, so daß an diesen Stellen das Material in den Bereich der Mehrkantausstanzung
hineinzufließen beginnt; und zwar dergestalt, daß sich von jeder Kante des Mehrkants
aus kreisabschnittförmige in das Senkloch ragende Begrenzungskanten bilden, deren
Innkreis dann wiederum dem Nenndurchmesser des Senkloches entsprechen soll.
[0009] Diese bekannte Ausgestaltung der Senklöcher in schmalem . Stab- oder Bandmaterial,
insbesondere in den im Querschnitt flach rechteckigen Stulpschienen für Treibstangenbeschläge,
hat zwar zu einer geringfügigen Verbesserung im Fließverhalten des Werkstoffes geführt,
das heißt, die beim Eindrücken der Versenke auftretenden Breiten- und Längenänderungen
an der Stulpschiene treten weniger stark in Erscheinung. Es ergibt sich jedoch eine
andere, schwerwiegende Unzulänglichkeit. Die Ausgestaltung des Vorloches als Mehrkant,
insbesondere Sechskant, hat nämlich zur Folge, daß die Biegesteifigkeit des Stab-
oder Bandmaterials, insbesondere der Stulpschienen für Treibstangenbeschläge, überall
dort, wo ein Senkloch vorgesehen ist, bedingt durch die Kerbwirkung an den Mehrkant-Ecken
stark verringert wird. Insbesondere wenn das Stab- oder Bandmaterial große Längenabmessungen
hat, besteht daher leicht Bruchgefahr.
[0010] Auch die DE-OS 26 71 231 befaßt sich mit der spanlosen Ilerstellung von Senklöchern
an im Querschnitt flach rechteckigem, schmalem Stab- oder Bandmaterial, wie beispielsweise
Stulpschienen für Treibstangenbeschläge. Sie basiert auf der durch das DE-Gbm 19 47
868 gegebenen technischen Lehre und geht über diese nur in sofern hinaus, als nach
dem Einstanzen des Vorloches in die Unterseite des Stab- oder Bandmaterials eine zum
Vorloch konzentrische Ringzacke eingeprägt wird, bevor anschließend von der gegenüberliegenden
Seite her das Versenk in das Stab- oder Bandmaterial eingedrückt wird.
[0011] Auch diese bekannte, auf spanlosem Wege bewirkt Herstellung von Senklöchern hat jedoch
noch nicht zum vollen Erfolg geführt, weil beim Eindringen des Senkstempels in das
mit Durchmesser-Übermaß vorgestanzte Loch noch ein Fließen des Materials nach radial
auswärts stattfindet. Und zwar tritt diese Materialverdrängung nach radial auswärts
hauptsächlich in denjenigem Bereich der Stab- oder Bandmaterialdicke ein, welcher
von der Ringzacke entfernt ist. Gerade in diesem Bereich stellt sich nämlich die größte
Materialverdrängung ein, weil dort das Versenk seinen größten Durchmesser hat.
[0012] Bei allen vorstehend beschriebenen Arten der spanlosen Fertigung von Senklöchern
in Beschlagteilen aus Metall ist es nachteilig, daß das durch einen Stanzvorgang zu
fertigende Vorloch gegenüber dem Nennmaß des fertigen Senkloches ein Durchmesser-Übermaß
erhalten muß, um beim anschließenden Eindrücken des Versenkes genügend Freiraum zur
Verfügung zu haben, in welchennn möglichst großer Anteil des verdrängten Materialvolumens
hineinfließen kann.
[0013] Insbesondere dann, wenn im Querschnitt flach rechteckige, schmale Stab- oder Bandmaterialabschnitte
als Stulpschienen für Treibstangenbeschläge benutzt werden sollen, können diese eine
Längenabmessung von mehr als 2 Metern erreichen. Da solche Stulpschienen verteilt
über ihre Länge eine Vielzahl von Senklöchern zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen,
insbesondere Schrauben, erhalten müssen, ist nach den bekannten Herstellungsarten
für die Senklöcher ein beträchtlicher Werkzeugaufwand erforderlich. Dieser hohe Werkzeugaufwand
ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß zumindest das Ausstanzen der Vorlöcher und
das Eindrücken der Versenke in verschiedenen Stationen des Werkzeuges durchgeführt
werden muß. Es ergibt sich damit eine gesamte Länge für das Werkzeug, die mindestens
doppelt so groß wie die Maximallänge der zu fertigenden Stulpschienen ist.
d) Beschreibung der Erfindung
[0014] Zweck der Erfindung ist es, sämtliche sich bei den bekannten Herstellungsarten für
Senklöcher in Beschlagteilen aus Metall einstellenden Nachteile zu beseitigen. Demzufolge
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, für ein Beschlagteil aus Metall der gattungsgemäßen
Art eine Ausgestaltung zu schaffen, welche die spanlose Fertigung der Senklöcher in
einem Arbeitsgang ermöglicht, dabei ein Fließen des Werkstoffs im Bereich der Senklöcher
nach radial auswärts praktisch völlig verhindert und zugleich die Stabilität des Stab-
oder Bandmaterials gegen Biegeverformungen im Bereich der Senklöcher wesentlich erhöht.
Zugleich soll aber auch das Stab- oder Bandmaterial, insbesondere wenn es als Stulpschiene
für Treibstangenbeschläge Verwendung findet im Bereich der zur Aufnahme der Köpfe
von Befestigungselementen, beispielsweise Schrauben, dienenden Senklöcher ein solides
Aussehen erhalten.
[0015] Die Lösung dieser komplexen Aufgabe wird nach der Erfindung in der Hauptsache dadurch
erreicht, daß das Senkloch von einem in Richtung seines größten Durchmessers scharfkantig
und rechtwinklig aus der Hauptebene hochgeprägten, konzentrischen Hals umgeben ist
und dabei eine dem Hals gegenüberliegende Prägevertiefung ebenfalls scharfkantig und
rechtwinklig zur Hauptebene zumindest annähernd mit dem gleichen Durchmesser wie der
Hals eingeformt ist.
[0016] Nach einem weiterbildenden Merkmal hat es sich bewährt, den Durchmesser und die Tiefe
der Prägevertiefung geringfügig größer als den Durchmesser und die Höhe des hochgeprägten
Halses vorzusehen. So kann der Durchmesser der Prägevertiefung beispielsweise um 0,
1 bis 0, 2 mm größer sein als der Durchmesser des Halses. Ihre Tiefe braucht hingegen
nur zwischen 0, 05 und 0, 1 mm größer zu sein als die Höhe des Halses.
[0017] Ein anderes wichtiges Weiterbildungsmerkmal liegt erfindungsgemäß auch darin, daß
das beim Formdrücken des Senkloches verdrängte Material einen innerhalb der Prägevertiefung
liegenden Ringwulst mit gegeneinander und relativ zu den Umfangswandungen der Prägevertiefung
spitzwinklig geneigten Innen- und Außenflanken bilden kann.
[0018] Es hat sich erfindungsgemäß als nachahmenswert erwiesen, das Verhältnis zwischen
dem größten Durchmesser des Senkloches und dem Durchmesser des Halses bzw. der Prägevertiefung
etwa mit 1 : 1,3 vorzusehen, während das Verhältnis zwischen dem kleinsten Durchmesser
- dem Nenndurchmesser - des Senkloches und dem Durchmesser des Halses bzw. der Prägevertiefung
etwa bei 1 : 2, 35 liegt. Empfehlenswert ist es ferner, wenn das Verhältnis der Höhe
des Halses und der Tiefe der Prägevertiefung zur Dicke des Stab- oder Bandmaterials
etwa 1 : 2, 25 beträgt.
[0019] In verfahrenstechnischer Hinsicht zeichnet sich die Erfindung im wesentlichen dadurch
aus, daß zunächst das im Querschnitt flach rechteckige Stab- oder Bandmaterial mit
einem dem Nennmaß des Senkloches entsprechenden Durchmesser gelocht und daraufhin
im gleichen Arbeitshub unmittelbar anschließend einerseits in die Vorlochung das Versenk
sowie andererseits um die Vorlochung herum der Hals mit der Prägevertiefung gedrückt
wird.
[0020] Zumindest während des Lochvorgangs wird dabei außerhalb der Schnittzone eine Richtspannung
auf das Stab- oder Bandmaterial ausgeübt und dabei der Lochvorgang matrizenlos - in
einen Freiraum - durchgeführt.
[0021] Das Fließverhalten des Materials während des Eindrückens der Versenke wird erfindungsgemäß
bezüglich der Fließrichtung und des Fließzeitpunktes so beeinflußt, daß Gefügeverlagerungen
nur innerhalb des unmittelbaren Verformungsbereiches stattfinden können. Das heißt
mit anderen Worten : ein Fließverhalten des Materials radial nach auswärts in die
an den Verformungsbereich angrenzenden Zonen des Stab- oder Bandmaterials tritt nicht
ein.
e) Beschreibung der Zeichnungsfiguren
[0022]
Fig. 1 zeigt in räumlicher Ansichtsdarstellung einen Stab-oder Bandmaterial-Abschnitt
mit zur Aufnahme des Kopfes einer Befestigungsschraube dienendem Senkloch in
Fig. 2 ist ein Schnitt längs der Linie II - II in Fig. 1, und zwar in größerem Maßstab,
wiedergegeben.
f) Wege zur Ausführung der Erfindung
[0023] In den Fig. 1 und 2 der Zeichnung ist ein im Querschnitt flach rechteckiger, schmaler
Stab- oder Bandmaterial-Abschnitt aus Metall gezeigt, der als Beschlagteil für Fenster,
Türen od. dgl. und zwar insbesondere als Stulpschiene für Treibstangenbeschläge Verwendung
findet.
[0024] Solche Stulpschienen 1 werden zur Abdeckung von Profilnuten an der Falzfläche der
Fenster- oder Türflügel verwendet, und dort mit Hilfe von Schrauben befestigt, die
einen sogenannten Senkkopf auf weisen.
[0025] Jede Schraube durchdringt dabei mit ihrem Schaft ein Loch 2 in der Stulpschiene 1,
welches mit einer konischen Ansenkung 3 zur Aufnahme des Schraubenkopfes versehen
ist.
[0026] Im Bereich jedes Senkloches 2, 3 ist die Stulpschiene einerseits mit einem scharfkantig
und rechtwinklig aus ihrer Hauptebene hochgeprägten Hals 4 versehen, der konzentrisch
zur Längsachse 5 des Senkloches 2, 3 angeordnet ist, und einen Durchmesser aufweist,
welcher größer ist als der größte Durchmesser der Ansenkung 3.
[0027] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, das Verhältnis zwischen dem größten Durchmesser
6 der Ansenkung 3 und dem Durchmesser 7 des Halses 4 etwa 1 : 1, 3 zu wählen. Die
Höhe 8 des Halses ist vorteilhaft so bemessen, daß sie sich zur Dicke 9 der Stulpschiene
1 wie 1 : 2, 25 verhält.
[0028] An der dem Hals 4 gegenüberliegenden Breitseite der Stulpschiene 1 ist, ebenfalls
konzentrisch zur Längsachse 5 des Senkloches 2, 3 eine Vertiefung 10 eingeprägt, die
zylindrische Umfangsflächen 11 hat und einen Durchmesser 12 aufweist, welcher geringfügig,
beispielsweise um 0, 1 bis 0, 2 mm größer als der Durchmesser 7 des Halses ist. Die
Prägevertiefung 10 hat dabei eine Tiefe 13, welche geringfügig, beispielsweise um
0, 05 bis 0, 1 mm größer ist als die Höhe 8 des Halses 4.
[0029] Innerhalb der Prägevertiefung 10 ist in Verlängerung des Senkloches 2, 3 ein Ringwulst
14 ausgebildet, welcher relativ zu den Umfangswandungen 11 der Prägevertiefung 10
sowie auch gegeneinander spitzwinklig geneigte Innenflanken 15 und Außenflanken 16
hat. Der engste Durchmesser 17 des Senkloches 2, 3 liegt dabei etwas oberhalb der
im wesentlichen parallel zur Hauptebene der Stulpschiene 1 gerichteten Grundfläche
18 der Prägevertiefung 10, wie das deutlich aus Fig. 2 hervorgeht.
[0030] Das Verhältnis zwischen dem kleinsten Durchmesser 17 des Senkloches 2, 3 und dem
Durchmesser 12 der Prägevertiefung 10 ist vorzugsweise mit 1 : 2, 35 gewählt, so daß
dort genügend Raum zur Ausbildung des Ringwulstes 14 innerhalb des Querschnitts der
Stulpschiene 1 zu Verfügung steht.
[0031] Die Senklöcher 2, 3, die Hälse 4, die Vertiefungen 10 und die Ringwulste 14 werden
an der Stulpschiene 1 in einem einzigen Arbeitsgang auf spanlosem Wege hergestellt.
[0032] Zur Herstellung jedes Senkloches 2, 3 wird mit einem Stempel und einem Gegenstempel
gearbeitet. Sämtliche Stempel sind in den vorbestimmten Abständen in einem beweglichen
Werkzeug-Oberteil gehalten, während die Gegenstempel in entsprechendem Abstand voneinander
innerhalb eines ortsfesten Werkzeug-Unterteils sitzen.
[0033] Zur Herstellung des Senklöcher 2, 3 wird die Stulpschiene in das Werkzeug eingeführt,
nachdem dessen Stempel und Gegenstempel auseinander gefahren sind.
[0034] Bevor der Stempel mit der Stirnfläche eines Lochansatzes auf die Oberseite der Stulpschiene
1 auftrifft, wird die Stulpschiene 1 außerhalb der Schnittzone einer Richtspannung
ausgesetzt. Diese Richtspannung stellt sicher, daß der Lochansatz des Stempels in
das Material der Stulpschiene 1 eindringen kann, ohne daß sich an dieser Stelle eine
Durchbiegung der Stulpschiene 1 ergibt. Auf diese Art und Weise wird mittels des Lochansatzes
am Stempel das Vorloch in der Stulpschiene 1 hergestellt, obwohl der Gegenstempel
an dieser Stelle unterhalb der Stulpschiene 1 einen Freiraum bildet.
[0035] Beim weiteren Niedergehen des Stempels dringt dabei der Senkansatz desselben in das
Vorloch ein, um die Ausformung des Versenkes 3 in der Stulpschiene 1 zu bewirken.
[0036] Unter der Einwirkung des über den Senkansatz auf die Stulpschiene ausgeübten Verformungsdrucks
wird der Gegenstempel gleichzeitig von unten her in das Material der Stulpschiene
1 eingedrückt, und zwar beginnend mit dem durch den Senkansatz des Stempels bewirkenden
Eindrücken der Ansenkung 3.
[0037] Nachdem der Senkabschnitt des Stempels um ein vorbestimmtes Maß in das Vorloch eingedrungen
ist, und sich auch der Gegenstempel von unten her schon etwas in das Material der
Stulpschiene 1 eingegraben hat, trifft der Stempel mit der Stirnfläche einer Ringschulter
auf die Oberseite der Stulpschiene 1 auf.
[0038] Beim weiteren Niedergehen des Stempels wird nun die Stulpschiene 1 bis auf die Stirnfläche
des Gegenstempels niedergedrückt, so daß diese sich von unten her völlig in das Material
der Stulpschienen 1 eingräbt, während gleichzeitig unter der Einwirkung des Verformungsdrucks
Stulpschienenmaterial in einen Ringraum des Stempels einfließt.
[0039] Der Ringraum ist so groß bemssen, daß das durch das Eindringen des Senkabschnitts
in die Stulpschiene verdrängte Material in Richtung gegen den Umfang des Lochansatzes
hin frei fließen kann. Der auf diese Art und Weise innerhalb der Prägevertiefung 10
der Stulpschiene 1 entstehende Ringwulst 14 erhält hierdurch eine kalibrierte Außenflanke
15, jedoch eine unkalibrierte Innenflanke 16. Beide Flanken 15 und 16 sind jedoch
im wesentlichen spitzwinklig gegeneinander geneigt.
[0040] Durch die eigenartige Ausformung eines Halses 4, bei gleichzeitiger Einformung einer
Vertiefung 10 im Bereich jedes Senkloches 2, 3 einer Stulpschiene 1 wird die spanlose
Herstellung dieser Senklöcher 2, 3 ermöglicht, ohne daß hierbei eine Verdrängung von
Stulpschienenmaterial nach radial auswärts stattfindet. Maßänderungen in Richtung
der Breite und Länge der Stulpschiene werden hierdurch vermieden. Die eigenartige
l'ro- filierung der Stulpschiene 1 im Bereich jedes Senkloches 2, 3 bewirkt außerdem
in diesen Bereichen eine Erhöhung der Biegesteifigkeit.
[0041] Da sämtliche Löcher 2 und Ansenkungen 3 einer Stulpschiene 1 in einem einzigen Arbeitsgang
gefertigt werden können, ergibt sich ein relativ geringer Werkzeugaufwand, weil die
Werkzeuge lediglich eine Längenabmessung aufzuweisen brauchen, die etwa der maximalen
Stulpschienenlänge ist.
g) Der gewerbliche Nutzungsbereich
[0042] Die vorstehend beschriebenen und beanspruchten Maßnahmen sind überall dort benutzbar,
wo es darauf ankommt, verhältnismäßig dünnwandige Beschlagteile aus Metall, und zwar
insbesondere aus Stab- oder Bandmaterial, auf spanlosem Wege mit Senklöchern zu versehen,
die zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen, nämlich beispielsweise von Schrauben
dienen.
h) Bezugszeichenübersicht
[0043]
1 Stulpschiene
2 Loch
3 Ansenkung
4 Hals
5 Längsachse
6 Durchmesser
7 Durchmesser
8 Höhe
9 Dicke
10 Vertiefung
11 Umfangsflächen
12 Durchmesser
13 Tiefe
14 Ringwulst
15 Innenflanken
16 Außenflanken
17 Durchmesser
18 Grundfläche
1. Beschlagteil aus Metall, insbesondere aus im Querschnitt flach rechteckigem, schmalem
Stab- oder Bandmaterial, wie z. B. Stulpschiene für Treibstangenbeschläge, welches
bzw. welche mit mindestens einem durch Vorlochen und anschließendes Formdrücken gebildeten
Senkloch zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen, insbesondere Schrauben,
versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Senkloch (2, 3) von einem in Richtung seines größten Durchmessers (6) scharfkantig
und rechtwinklig aus der Hauptebene hochgeprägten, konzentrischen Hals (4) umgeben
ist und dabei eine dem Hals (4) gegenüberliegende Prägevertiefung (10) ebenfalls scharfkantig
und rechtwinklig zur Hauptebene zumindest annähernd mit dem gleichen Durchmesser (12)
wie der Hals (4) eingeformt ist.
2. Beschlagteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Durchmesser (12) und Tiefe (13) der Prägevertiefung (10) geringfügig größer als
Durchmesser (7) und Höhe (8) des hochgeprägten Halses (4) sind.
3. Beschlagteil nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das beim Formdrücken des Versenkes (3) verdrängte Material einen innerhalb der
Prägevertiefung (10) liegenden Ringwulst (14) mit gegeneinander und relativ zu den
Umfangswandungen (11) der Prägevertiefung (10) spitzwinklig geneigten Innenflanken
(15) und Außenflanken (16) bildet.
4. Beschlagteil nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis zwischen dem größten Durchmesser (6) des Senkloches (2, 3) und
dem Durchmesser (7) bzw. (12) des Halses (4) bzw. der Prägevertiefung (10) etwa 1
: 1, 3 beträgt, während das Verhältnis zwischen dem kleinsten Durchmesser (17) des
Senkloches (2, 3) und dem Durchmesser (7) bzw. (12) des Halses (4) bzw. der Prägevertiefung
(10) etwa bei 1 : 2, 35 liegt.
5. Beschlagteil nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis der Höhe (8) des Halses (4) und der Tiefe (13) der Prägevertiefung
(10) zur Dicke (9) des Ausgangsmaterials (1) etwa 1 : 2, 25 beträgt.
6. Verfahren zur Herstellung eines Beschlagteils nach einem oder mehreren der Ansprüchw
1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß zunächst das im Querschnitt flach rechteckige Stab-oder Bandmaterial (1) mit einem
dem Nennmaß (17) des Senkloches (2, 3) entsprechenden Durchmesser gelocht und daraufhin
im gleichen Arbeitshub unmittelbar anschließend einerseits in die Vorlochung das Versenk
(3) sowie andererseits um die Vorlochung herum der Hals (4) und zugleich die Prägevertiefung
(10) gedrückt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest während des Lochvorgangs außerhalb der Schnittzone eine Richtspannung
auf das Stab- oder Bandmaterial (1) ausgeübt und der Lochvorgang matritzenlos - in
einen Freiraum - durchgeführt wird.