(19)
(11) EP 0 003 715 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.08.1979  Patentblatt  1979/17

(21) Anmeldenummer: 79810004.6

(22) Anmeldetag:  22.01.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)2E06B 3/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 08.02.1978 AT 863/78

(71) Anmelder: SPS Glasbau Seraphin Pümpel & Söhne Gesellschaft m.b.H.
A-6800 Feldkirch (AT)

(72) Erfinder:
  • Wölfingseder, Hermann, Dipl. Ing.
    A-6800 Feldkirch (AT)
  • Wölfingseder, Werner
    A-6800 Feldkirch (AT)

(74) Vertreter: Werffeli, Heinz R., Dipl.-Ing.ETH. 
Postfach 275 Waldgartenstrasse 12
8125 Zollikerberg-Zürich
8125 Zollikerberg-Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Distanzhalterahmen für Isolierglasscheiben


    (57) Durch die Erfindung wird ein Verfahren vorgeschlagen, mit dem es gelingt, Hohlprofiistäbe (20), die in Ihrer inneren Höhlung (9) hygroskopisches, körniges Material beinhalten, durch Biegevorgänge zu einem Rahmen zu formen, der als Distanzhalterahmen für Isolierglasscheiben dient. Dies geschieht erfindungsgemäß dadurch, daß der Profilstab (20) an seinem eine Schlitzung (5) oder Perforierung aufweisenden Wandabschnitt (4) quer zu seiner Längserstreckung zumindest im Ausmaß der Stärke (s) dieses Wandabschnittes (4) eingeschnitten wird und die durch diesen Einschnitt gebildeten Abschnitte (A, B) des Proflistabes (20) zur Bildung einer Rahmenecke gegeneinander gebogen werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Distanzhalterahmens für Isolierglasscheiben aus einem Hohlprofilstab, dessen Höhlung für die Aufnahme von hygroskopischen Materialien vorgesehen ist und dessen die Innenseite des zu fertigenden Rahmens bildender Wandabschnitt eine vorzugsweise in Längsrichtung des Hohlprofilstabes verlaufende Schlitzung oder Profilierung aufweise sowie auf einen Distanzhalterahmen, der nach diesem Verfahren hergestellt ist.

    [0002] Distanzhalterahmen für Isolierglasscheiben sind in vielfältiger Form bekannt. Sie werden in der Regel aus Leichtmetallprofilen hergestellt. Entsprechend den Seitenlängen des Rahmens werden die Profilleisten abgeschnitten und dann wird derRAhmen aus diesen einzelnen Profilstangen zusammengefügt. Für die Rahmenecken stehen eigene Eckverbinder oder Eckstücke zur Verfügung. Ferner ist es möglich, die Ender der einzelnen Profilstäbe in den Rahmenecken stumpft aneinander stoßen zu lassen oder auch über Gehrungsschnitte zusammen zu fügen. Allen Profilleisten für solche Rahmen ist gemeinsam, daß sie als Hohlprofile ausgebildet sind. Die Höhlung dieser Profile dient der Aufnahme von hygroskopischen Materialien, die in Form von kleinen Kügelchen von einschlägigen Unternehmen auf dem Markt angeboten werden. Über die Schlitzung bzw. Perforierung im Hohlprofil wirkt dieses Material mit dem Innenraum der Isolierglasscheibe in bekannter Weise zusammen. Die erwähnten Ecken des Distanzhalterahmens, seien sie nun durch stumpfes Aneinanderstoßen der Profilstäbe, durch Verbinden derselben in einem Gehrungsschnitt oder durch den Einsatz von Eckwinkeln gebildet, sind bei jeder Isolierglasscheibe sogenannte Schwachstellen, die einer besonders sorgfältigen Ver- und Bearbeitung bedürfen und die trotzdem häufig Anlaß zu Reklamationen bilden, vor allem bei solchen Scheiben, die einer extremen Atmosphäre ausgesetzt sind (beispielsweise Scheiben in Hallenbädern oder in Werkhallen).

    [0003] Die Erfindung zielt daher auf ein Verfahren ab, bei dessen Wanwendung es möglich ist, aus einem Profilstab entsprechender Länge durch winkeliges Umbiegen einzelner Stababschnitte einen Rahmen zu fertigen. Die Stoßstellen der beiden Profilstabenden können dabei in einem geraden Verlauf einer Rahmenseite vorgesehen werden. Auf die dadurch erzielbaren Vorteile wird nachstehend noch im einzelnen eingegangen werden. Gekennzeichnet ist das erfindungsgemäße Verfahren nun dadurch, daß der Profilstab an seinem die Schlitzung oder Perforierung aufweisenden Wandabschnitt quer zu seiner Längsrichtung zumindest im Ausmaß der Stärke dieses Wandabschnittes eingeschnitten wird und die durch diesen Einschnitt gebildeten Abschnitte des Profilstabes zur Bildung einer Rahmenecke gegeneinander gebogen werden.

    [0004] Um die Erfindung zu veranschaulichen, sei sie ahhand verschiedener Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt durch den Rand einer Isolierglasscheibe; die Fig. 2 und 3 in Schrägsicht eine erste Ausführungsform des Verfahrens; die Fig. 4 und 5 in Schrägsicht eine zweite Ausführungsform des Verfahrens; Fig. 6 einen Längsschnitt durch das noch gestreckte Profil nach Fig. 4 im Bereich der für die Eckenbildung vorgesehenen Einschnitte; Fig. 7 die Ansicht der durch Biegen erzielten Rahmenecke nach Fig. 5 und Fig. 8 eine Ansicht eines Rahmens und die Lage der Endstoßstellen.

    [0005] Den Rand einer Isolierglasscheibe im Querschnitt zeigt Fig. 1. Zwei Scheiben 1 und 2 sind voneinander durch einen Rahmen 3 distanziert, der aus einem Leichtmetallprofil 20 gefertigt ist. Das aus Fig. 1 ersichtliche Profil 20 ist an sich bekannt und es istaurch Rollen gebildet. Der Wandabschnitt 4 des Profilstabes 20, der die Innenseite des Rahmens 3 bildet, weist eine Schlitzung 5 auf. Die Seitenflanken 6 sind stufenartig abgesetzt und verjüngen dadurch die Profilbreite im unteren Teil des Profilstabes 20 bzw. auf der Außenseite des Rahmens. Eine dauerelastische Dicht- und Klebemasse 7 liegt einerseits an den Flanken des Profilstabes 20, andererseits an den Glasscheiben 1 und 2 an und sorgt für einen funktionsgerechten Verbund dieser Teile. Der äußere Hohlraum, der von den Scheibenrändern und von der Außenseite des Profilrahmens begrenzt wird, ist mit einer ebenfalls dauerelastischen Dichtungsmasse 8 ausgefüllt. Allen Profilstäben 20, die für die Fertigung solcher Distanzhalterahmen 3 für Isolierglasscheiben verwendet werden, ist gemeinsam, daß sie als Hohlprofile ausgebildet sind. Die Höhlung 9 dieser Profilstäbe 20 nimmt ein hier nicht dargestelltes hygroskopisches Material 9 auf, das über die Schlitzung 5 bzw. über eine eventuelle Perforierung in diesem Wandabschnitt 4 mit dem Innenraum 10 der Scheibe zusammenwirkt. Dieses hygroskopische Material wird von der einschlägigen Industrie in Form von kleinen Kügelchen angeboten. Der Durchmesser dieser Kügelchen liegt ca. bei 1 bis 2 mm.

    [0006] Für die Fertigung eines Rahmens 3, die ausschließlich durch winkeliges Biegen einzelner Profilabschnitte durchgeführt werden soll, wird vorerst ein Profilstab 20 von jener Länge gewählt, die dem Umfang des zu fertigenden Rahmens entspricht. Im Bereich der Biegestellen wird nun der Profilstab (Fig. 2) eingeschnitten, und zwar in jenem Wandabschnitt 4, der die Schlitzung 5 oder Perforierung aufweist. Dieser Einschnitt 11 verläuft quer zur Längserstreckung des Profilstabes. Die Tiefe t des Einschnittes 11 entspricht dabei zumindest der Wandstärke s dieses Randabschnittes e. Anschließend werden nun die durch solche Einschnitte 11 gebildeten Abschnitte A und B des Profilstabes gegeneinander gebogen (Pfeil 12) und dadurch eine Rahmenecke (Fig. 3) gebildet. Die Außenseite des Rahmens verformt sich zwar in diesem Eckbereich nicht unerheblich, wesentlich ist jedoch, daß die Seitenflanken 13 des Profiles sich nicht nach außen wölben, sondern im wesentlichen eben bleiben, wie umfangreiche Versuche bescheinigt haben. Während des Biegevorganges können die Eckzonen bzw. deren Flanken 13 auch fürsorglich in einem Werkstück geführt werden, damit verläßlich ein Aufwölben dieser Flanken im Eckbereich verhindert wird.

    [0007] Eine weitere Entwicklung des Verfahrens besteht nun darin, daß in den vorgesehenen Eckbereichen mehrere parallele Einschnitte 11', vorzugsweise drei solche Einschnitte 11' vorgesehen werden (Fig. 4 und Fig. 6). Zwischen den einzelnen Einschnitten 11' verbleiben Stege 14. Die Breite b der einzelnen Einschnitte 11' entspricht etwa der Breite c der verbleibenden Stege 14. Die Einschnittiefe ist hier etwas größer gewählt, als es der Wandstärke s des Profilstabes 20 entsprechen würde.

    [0008] Beim nachfolgenden winkeligen Umbiegen (Pfeil 12') stoßen die beiden äußeren Begrenzungskanten 15 und 16 dieser Einschnitte aneinander (Fig. 7) und klemmen zwischen sich formschlüssig die Stege 14 ein, wobei ein im wesentlichen gleichmäßiger, in den Flanken der Ecke ebener Materialverlauf erreicht wird. Eine solche Rahmenecke mit der Lage der verformten Einschnitte zeigt in Seitensicht die Fig. 7. Bei einer Profilbreite von ca. 12 mm wird die gesamte Breite B der Einschnitte (Fig. 6) mit ca. 6 mm gewählt. Die Einschnitte sind jeweils ca. 1 mm breit und die dazwischen verbleibenden Stege ca. 1,5 mm. Dies ergibt in der Summe die Einschnittbreite B von 6 mm. Da diese Einschnitte sehr schmal sind, können die Profilleisten bereits vor dieser Bearbeitung oder aber auch nach dem Einschneiden mit dem erwähnten hygroskopischen Material gefüllt werden. Die Endseiten des Profils werden dann verstopft, so daß dieses kugelförmige Material nicht ausfließen kann. Die besondere Form der Einschnitte verhindert ebenfalls das Austreten dieses hygroskopischen Materials. Die Einschnitte werden bei einer abgelängten Profilleiste so gelegt, daß bei dem zu fertigenden Rahmen (Fig. 8) die beiden Profilenden 17 und 18 in einem gerade verlaufenden Teil des zu fertigenden Rahmens liegen. Hier können diese Enden einfach vereinigt werden mit einer geeigneten Kupplung oder mit einem geeigneten Zwischenstück. Dadurch gelangt diese Stoßstelle in einen Bereich des Rahmens, der bei der Fertigung der Isolierglasscheibe fertigungstechnisch leicht zu beherrschen ist. Die früher so gefürchteten Schwachstellen bei diesen Isolierglasscheiben sind daher dank der Erfindung vollständig eliminiert.

    [0009] Wenn die Erfindung hier anhand ein und desselben Profilquerschnittes näher erläutert worden ist, so muß hier noch festgehalten werden, daß sie nicht auf die Anwendung bei solchen Profilen beschränkt ist. Die Erfindung ist auch verwendbar bei anderen Profilformen, wie sie für die Herstellung bei solchen Distanzhalterahmen gebräuchlich sind und die ebenfalls Hohlkammern für die Aufnahme von hygroskopischem Material besitzen. Solche Profile sind in den Fig. 9 bis 12 gezeigt, wobei die Fig. 9 das vorbereitete und Fig. 10 das abgekantete oder umgebogene Profilstück zeigen, und dieses Profil einen einfachen rechteckigen Querschnitt aufweist. Dieses Profil ist durch Rollen gebildet. Das Ausgangsmaterial für dieses Profil war ein flacher Streifen, der durch entsprechende Umlenkrollen zu diesem geschlossenen Kastenprofil gefaltet wurde. Die Fig. 11 zeigt ein gezogenes Profil mit einer Längsperforierung 21, ebenfalls für den Biegevorgang vorbaeitet und Fig. 12 das abgekantete bzw. umgebogene Profil. Solche Profile bestehen in der Regel aus Leichtmetalllegierungen. Es ist jedoch die Erfindung nicht auf solche Leichtmetallprofile beschränkt, sie kann mit Erfolg auch bei solchen Profilen angewendet werden, die beispielsweise aus Stahl gezogen oder gerollt sind. In allen den aufgezeigten Fällen ergibt sich eine exakte einwandfreie innere Stoßkante, die seitlichen Flanken verbleiben im wesentlichen eben, was für diese Rahmenprofile ja außerordentlich wichtig ist und zwar aus Gründen, die schon einleitend dargelegt wurden. Die jeweils äußere Begrenzungsseite wird zwar im Eckbereich nicht unerheblich verformt, dies beeinflußt jedoch die Qualität des Rahmens nicht, im Gegenteil, durch dieseVerformung wird dann im äußeren Eckbereich der Scheibe relativ viel Raum ausgespart, der dann zur Gänze mit Dichtungsmasse ausgefüllt werden kann, so daß gerade in den Bereichen erhöhter Gefährdung das Dichtungsmaterial angehäuft ist.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung eines Distanzhalterahmens für Isolierglasscheiben aus einem Hohlprofilstab, dessen Höhlung für die Aufnahme von hygroskopischen Materialien vorgesehen ist und dessen die Innenseite des zu fertigenden Rahmens bildender Wandabschnitt eine vorzugsweise in Längsrichtung des Hohlprofilstabes verlaufende Schlitzung oder Perforierung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Profilstab (20) an seinem die Schlitzung (5) oder Perforierung aufweisenden Wandabschnitt (4) quer zu seiner Längserstreckung zumindest im Ausmaß der Stärke (s) dieses Wandabschnittes (4) eingeschnitten wird und die durch diesen Einschnitte gebildeten Abschnitte (A, B) des Profilstabes (20) zur Bildung einer Rahmenecke gegeneinander gebogen werden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere unmittelbar nebeneinander liegende, zwischen sich Stege (14) aufweisende Einschnitte (11') vorgesehen werden (Fig. 6).
     
    3. Verfahren nach Anspruch 2,dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (b) der Einschnitte (11') und die Breite (c) der zwischen ihnen befindlichen Stege (14) etwa gleich gewählt wird (Fig. 6).
     
    4. Verfahren nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß drei Einschnitte (11') vorgesehen werden (Fig. 6).
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (b) der Einschnitte kleiner ist als die Körnung des hygroskopischen, von der Höhlung (9) des Profils (20) aufzunehmenden Materials.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für die Einschnitte (11') eine Breite von ca. 1 bis 1,5 mm vorgesehen wird.
     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für die Tiefe (t) der Einschnitte (11') ein Ausmaß gewählt wird, das mindestens der Wandstärke (s) des Hohlprofiles (20) entspricht.
     
    8. Distanzhalterahmen, hergestellt nach dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß seine Ecken durch Biegen des Hohlprofilstabes (20) gebildet sind und der Hohlprofilstab in an sich bekannter Weise stufenartig abgesetzte, die Profilbreite im äußeren Abschnitt verjüngende Seitenflanken aufweist (Fig. 1).
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht