[0001] Verfahren zum rissicheren, dichten Anschluss eines Asphaltbelages an einen Bauteil,
Satz von Profilen zur Durchführung dieses Verfahrens und nach dem Verfahren erstelltes
Bauwerk.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum rissicheren, dichten Anschluss
eines Asphaltbelages an einen Bauteil, insbesondere Betonteil. Solche Anschlüsse sind
erforderlich bei Betonbrücke und zwar sowohl an den Rändern der Fahrbahn als auch
an den Rändern von Gehsteigen, bei Flachdächern und dergleichen. Die zu diesem Zwecke
übliche Fugenverkittung erweist sich als ungenügend, denn infolge des Schwindens des
Asphaltbelages entstehen bereits bei Abkühlung unter etwa 140
oC, jedenfalls aber später, bei sehr tiefen Temperaturen Risse, die früher oder später
zur Beschädigung des Asphaltbelages und/oder des Bauteils in der Umgebung der Fuge
führen.
[0003] Versuche haben gezeigt, dass zur Erzielung eines dauerhaften rissicheren dichten
Anschlusses eines Asphaltbelages ganz bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen sind.
Diese Bedingungen werden gemäss der Erfindung dadurch erfüllt, dass am Bauteil ein
Anschlussprofil angelegt wird, das den Asphalt beim Aufbringen des Asphaltbelages
mindestens im oberen Teil vom Bauwerk trennt, und dass das Profil nach Fertigstellung
des Asphaltbelages gespreizt wird. Vorzugsweise kann ein V-förmiges Profil verwendet
werden, das durch Einbringen eines Keils bzw. Keilbandes gespreizt wird. Die Erfindung
wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert, die ein Ausführungsbeispiel zeigt.
Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch den massgebenden Teil des Bauwerks unmittelbar
nach erfolgtem Giessen des Asphaltbelags,
Figur 2 zeigt ein Spreizprofil,
Figur 3 zeigt ein Anwendungsbeispiel der Erfindung und
Figur 4 zeigt eine Ausführungsvariante.
[0004] Figur 1 zeigt einen Betonbauteil 1, beispielsweise die Fahrbahn einer Brücke, auf
dessen Boden 2 ein Asphaltbelag 3 aufzubringen ist. Mit der seitlichen Begrenzungswand
4 wird unten ein Trennprofil 5, beispielsweise aus Neopren, eingelegt. Dieses Trennprofil
besteht aus einzelnen Kammerprofilen unterschiedlicher Höhe, die einseitig mit T-förmigen
Verankerungsrippen 6 versehen sind, während die gegenüberliegende Seite flach ausgebildet
ist. Die flachen Seiten sind mittels eines geeigneten Klebers, beispielsweise Neopren-Kleber
mit dem Beton verklebt. Die Trennprofile werden bandförmig in einer bestimmten Breite
hergestellt, wobei immer abwechslungsweise ein höheres und ein niedrigeres Kastenprofil
aufeinander folgen, derart, dass Profile geeigneter Höhe längs den schwächsten Stellen
7 von den Bändern abgerissen werden können. Im vorliegenden Falle sind nur zwei Kastenprofile
erforderlich.
[0005] Ueber dem Trennprofil 5 ist ein V-förmiges Anschlussprofil 8 mit gekammerten Schenkeln
angeordnet. Die eine flache Seite dieses Profils,das Ebenfalls aus Neopren bestehen
kann,ist mittels Neopren-Kleber mit der Seitenwand 4 des Betonteils 1 verklebt. An
der gegenüberliegenden Seite ist auch dieses Anschlussprofil mit T-förmigen Verankerungsrippen
6 versehen. Der keilförmige Zwischenraum zwischen den beiden Schenkeln des Profils
8 ist mit einem bandförmigen Streifen 9 abgeschlossen, der an den schwachen Verbindungsstellen
10 mit den Profilschenkeln leicht abgerissen werden kann. Das Anschlussprofil 8 weist
an der dem Betonteil 1 zugewandten Seite eine hochstehende Lippe 11 auf.
[0006] Sind die Profile 5 und 8 gemäss Figur 1 an der Seitenwand des Betonteils 1 angebracht,
wird der Asphaltbelag 3 gegossen, wobei dank den Verankerungsrippen 6 eine zugfeste
Verbindung zwischen den Profilen 5 und 8 einerseits und dem Asphaltbelag anderseits
entsteht. Die Fuge zwischen dem Trennprofil 5 und dem Anschlussprofil 8 braucht nicht
geklebt zu sein, sondern es genügt, wenn diese Profile so eng aufeinander liegen,
dass der Asphalt nicht dazwischen bis an den Bauteil 1 durchdringen kann. Ist der
Asphaltbelag mindestens teilweise erstarrt, wird der Profilstreifen 9 aus dem Profil
ausgerissen und an seiner Stelle wird das keilförmige Spreizprofil gemäss Figur 2
zwischen die Schenkel des Profils 8 eingepresst und damit dieses Profil gespreizt
und elastisch zusammengedrückt. Zugleich entsteht oben ein dichter AbschlES des Spaltes
im Profil 8. Die komplementäre Zahnung an der Innenseite der Schenkel des Profils
8 einerseits und an der Aussenseite des Spreizprofils 12 gemäss Figur 2 anderseits
gewährleistet einen tadellosen Halt des Spreizprofils 12 im Anschlussprofil 8. Im
fertiggestellten Bauwerk mit vollständig ausgekühltem Asphaltbelag 3 ist somit das
Anschlussprofil 8 immer noch elastisch komprimiert und kann somit bei weiterem Schwinden
des Asphaltbelages bei sehr tiefen Temperaturen nicht von diesem Belag oder vom Betonteil
1 losgerissen werden. Es ist auch bei extrem tiefen Temperaturen nicht möglich, dass
der Spreizkeil 12 nach Figur 2 im Profil sich lockert und Wasser oder Verunreinigung
zwischen sich und dem Profil 8 eindringen lässt. Die am Betonteil 4 hochgeführte Lippe
11 verhindert, dass sich im Bereiche der Fuge am Betonteil Moos und Verunreinigungen
ansetzen.
[0007] Es genügt, dass im fertiggestellten Bauwerk das Anschlussprofil 8 dicht mit dem Betonteil
1 und dem Asphaltbelag 3 verbunden bleibt, sodass keinerlei Verunreinigung oder Wasser
eindringen kann. Das Trennprofil 5 dient dagegen lediglich dazu, den Asphaltbelag
beim Giessen von der Seitenwand 4 des Betonteils 1 getrennt zu halten. Dieses Profil
kann beim Schwinden des Asphaltbelags vom Betonteil 1 abgerissen werden.
[0008] Es sind Ausführungsvarianten möglich. So kann die dem Asphaltbelag zugewandte Seite
der Profile 5 und 8 mit Bitumenlack behandelt werden, was beim Giessen des Asphaltbelages
eine noch bessere Verbindung dieser Profile mit dem Asphalt ergibt. Im fertiggestellten
Bauwerk wird aber die Dichtung zwischen dem Anschlussprofil 8 und dem Asphalt in jedem
Falle durch mechanischen Andruck dieses Profiles infolge seiner Spreizung sichergestellt.
[0009] Anstelle gekammerter Profile könnten auch Vollprofile aus Schaumkunststoff verwendet
werden, doch weisen die gekammerten Profile bessere Alterungsbeständigkeit auf.
[0010] Als weitere Ausführungsvariante könnte ein V-förmiges Abschlussprofil mit dünneren,
nicht gekammerten Schenkeln verwendet werden, in welches ein breiteres zur Erhöhung
der Elastizität gekammertes Keilprofil eingepresst werden kann. Es wäre schliesslich
auch möglich, anstelle des ausreissbaren Profilstreifens 9 eine abschliessende Wand
über dem Spalt des Anschlussprofils 8 vorzusehen, welche Wand zum Einpressen des Spreizprofils
aufgeschnitten werden kann.
[0011] Figur 3 zeigt ein Anwendungsbeispiel mit mehreren Fugen, in welchen Anschlussprofile
8 verwendet werden. Der tragende Betonteil 13 einer Brücke ist mit einer Isolation
14 belegt. Auf dem Fahrbahnteil der Brücke sind zwei Asphaltschichten 15 und 16 aufgebracht.
Auf dem unteren Asphaltbelag 15 liegen die Randsteine 17, zwischen welchen und dem
oberen Asphaltbelag 16 ein Anschlussprofil 8 eingelegt ist. Ausserhalb der Randsteine
17 befindet sich ein Gehsteig mit einer Asphaltschicht 18. Zwischen dieser Asphaltschicht
und den Randsteinen 17 einerseits und einem äusseren Abschlussprofil 19 anderseits
ist wiederum je ein Anschlussprofil 8 eingelegt.
[0012] Figur 4 zeigt eine Ausführungsvariante eines Profils, wobei entsprechende Teile gleich
bezeichnet sind wie in Figur 1. Anstelle der T-förmigen Verankerungsrippen sind etwas
weiter auseinanderliegende Verankerungsrippen mit Köpfen 6' kreisrunden Querschnitts
vorgesehen. Es hat sich gezeigt, dass der Asphalt beim Guss besser zwischen derartige
Verankerungsrippen eindringt und eine bessere Verankerung erzielt wird.
[0013] Ausserdem ist ein Trennprofil 5 über eine Rippe 20 mit dem Anschlussprofil 8 verbunden.
Es hat sich gezeigt, dass ein solches Gesamtprofil für die meistens Anwendungsfälle
unverändert verwendbar ist. Gegebenenfalls kann aber das Trennprofil 5 vom Anschlussprofil
getrennt werden und/oder es können zusätzliche Anschlussprofile gemäss Fig. 1 verwendet
werden.
1. Verfahren zum rissicheren, dichten Anschluss eines Asphaltbelages an einen Bauteil,
insbesondere Betonteil,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Bauteil ein Anschlussprofil angelegt wird, das den Asphalt beim Aufbringen
des Asphaltbelages mindestens im oberen Teil vom Bauwerk trennt, und dass das Profil
nach Fertigstellung des Asphaltbelages gespreizt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein V-förmiges Profil durch Einbringen eines Keils gespreizt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Profil mit geschlossenem Hohlraum angelegt wird, das nach dem Einbringen
des Asphaltbelages oben aufgerissen oder aufgeschnitten wird, worauf ein Spreizprofil,
z.B. ein Keilband, in den Hohlraum eingepresst wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Profil mit dem Bauteil verklebt und auf der dem Asphaltbelag zugekehrten
Seite mit Bitumenlack versehen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Bauteil unterhalb des Anschlussprofils Trennprofile angebracht werden.
6. Satz von Profilen zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 - 5,
gekennzeichnet durch
ein spreEbares Anschlussprofil und ein in dasselbe steckbares Spreizprofil, z.B. Keilband.
7. Satz nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anschlussprofil V-förmigen Querschnitt aufweist und ein herausreissbares
Verschlussprofil aufweist.
8. Satz nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anschlussprofil aus gekammertem Kunststoff oder aus Schaumkunststoff besteht
und damit hohe elastische Zusammendrückarbeit aufweist.
9. Satz nach einem der Ansprüche 6 - 8,
gekennzeichnet durch
ein Trennprofil, das bandartig mit mehreren trennbaren Kammerprofilen ausgebildet
ist.
10.Satz nach einem der Ansprüche 6 - 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschluss- und Trennprofile eine flache Seite zum Anschluss an den Bauteil
und eine mit Verankerungsrippen versehene Seite zum Anschluss an den Asphaltbelag
aufweisen.
11. Satz nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Anschluss- und ein Trennprofil trennbar in einem Profil verbunden sind (Fig.
4).
12. Satz nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschluss- und/oder Trennprofile Verankerungsrippen aufweisen, deren Querschnitt
einen kreisförmigen Kopf aufweist (Fig. 4).
13. Bauwerk mit einem Asphaltbelag,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Anschlussstelle des Asphaltbelages am Bauwerk ein Anschlussprofil eingelegt
ist, in das von oben ein Spreizprofil eingesetzt ist.
14. Bauwerk nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anschlussprofil eine sich am Bauwerk anliegende, aufwärts ragende Lippe aufweist.
15. Bauwerk nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet,
dass unterhalb des Anschlussprofils ein Trennprofil zwischen Bauteil und Asphaltbelag
angeordnet ist.
16. Bauwerk nach einem der Ansprüche 13 - 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlussprofil
und das Trennprofil mittels Verankerungsrippen mit dem Asphaltbelag verbunden sind.