[0001] Die Erfindung betrifft ein schienenverfahrbares Arbeitsgerät entsprechend dem Oberbegriff
des Hauptanspruches.
[0002] Eine Vorrichtung der im Oberbegriff gekennzeichneten Art ist beispielsweise aus dem
DE-GM 76 4o 229 bekannt. Dieses bekannte Arbeitsgerät schafft für den Benutzer die
Möglichkeit, aufgrund des schwenkbaren und hebbaren Auslegers eine Vielzahl von Arbeitsvorgängen
ausführen zu können. Darüberhinaus gibt es gewisse Arbeiten, die nur unter Zuhilfenahme
mehrerer Personen durchgeführt werden können, so daß zusätzlich ein anderes an sich
bekanntes Arbeitsgerät erforderlich wäre, das an seiner Oberseite eine hebbare Arbeitsbühne
trägt, die von mehreren Personen betreten werden kann, so daß diese Personen dann
die jeweils anfallenden Arbeiten, wie beispielsweise das Aufhängen von Fahrdraht an
den den Fahrdraht haltenden hakenartigen Elementen oder die Reparatur an Fahrdrähten
vornehmen können.
[0003] Da der schwenkbare Arbeitsstand bei der bekannten Einrichtung über den gesamten Dachbereich
verschwenkbar sein muß, besteht bei dieser Vorrichtung keine Möglichkeit, eine solche
zusätzliche Arbeitsbühne anzuordnen, ohne daß durch diese zusätzliche Arbeitsbühne
der Einsatzbereich des schwenkbaren Auslegers und des daran angeschlossenen Arbeitsstandes
eingeschränkt würde.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein schienenverfahrbares Arbeitsgerät
der bekannten Art zu schaffen, bei welchem trotz vollständiger Einsatzmöglichkeit
des schwenkbaren Auslegers mit Arbeitsstand eine zusätzliche Arbeitsbühne vorgesehen
ist, die in der eingefahrenen und ausgefahrenen Lage sich innerhalb des Fahrzeugbegrenzungsprofils
befindet und die Bewegungsmöglichkeit des ausschwenkbaren Arbeitsstandes nicht beeinträchtigt.
[0005] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten
Merkmale gelöst.
[0006] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0007]
Fig. 1 ein schienenverfahrbares Arbeitsgerät in schematischer Seitenansicht,
Fig. 2 eine Arbeitsbühne auf dem Arbeitsgerät in schaubildlicher Darstellungsweise
und in vergrößerter Darstellung,
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Einrichtung gemäß Fig. 2 und
Fig. 4 eine Frontansicht auf einen Teil eines Arbeitsgerätes, das mit der Arbeitsbühne
ausgerüstet ist.
[0008] Ein schienenverfahrbares Arbeitsgerät 1 in Form eines Fahrzeuges trägt einen Rädsätze
2 aufweisenden Rahmen 3, der in seiner Mitte einen Drehschemel 4 (gestrichelt dargestellt)
mit einem Ausleger 5 aufweist, der an seinem Ende in an sich bekannter Weise mit einem
Arbeitsstand 6 versehen ist. Der Ausleger 5 liegt im vorderen Teil des Daches des
eigentlichen Arbeitsgerätes 1, in dessen Bereich eine Arbeitsbühne 7 vorgesehen ist.
[0009] In dem vom Ausleger in der Ruhelage und von der Arbeitsbühne 7 freien Teil des Daches
des Arbeitsfahrzeuges 1 ist ein Meßbügel 8 vorgesehen, der in die in Fig. 1 dargestellte
Ruhelage und in eine nicht dargestellte Arbeitslage klappbar ist, wobei die Bewegungen
des Meßbügels über eine Fernsehkamera 9 kontrollierbar sind, die ihre Werte in das
Innere des Arbeitsfahrzeuges 1 abgibt, wo nunmehr entsprechende Kontroll- und Aufzeichnungsgeräte
vorgesehen werden können. Die Fernsehkamera ist ebenfalls in vollen Linien in der
Ruhelage und gestrichelt in einer Arbeitslage dargestellt.
[0010] Die Arbeitsbühne 7 enthält ein Rahmenteil 1
0, das aus einem umlaufenden, beispielsweise der Form des Daches angepaßten Rechteck
besteht, das sich über Stützplatten 11 auf der Dachoberseite so großflächig abstützen
kann, daß eine ausreichende Tragfähigkeit erreicht wird. Innerhalb dieses Rahmenteiles
1o und schwenkbar mit entsprechenden Tragelementen mit diesem Rahmenteil verbunden
sind Lenker 12 vorgesehen. Die Arbeitsbühne 7 besteht aus zwei anhebbaren Bühnenplattformen
16 und 2
0, die mit Hilfe der genannten Lenker 12 und weiterer Lenker 14 und 17 anhebbar sind,
wobei die Lenker 14 und 17 am Rahmenteil durch ein Gelenk 15 bzw. 18 angelenkt sind.
Ein Gelenk 19 verbindet den zweiten Lenker 17 mit der Bühnenplattform 16.
[0011] Durch eine entsprechende Bewegung der beiden Lenker 14 und 17 um die Gelenke 15 bzw.
18 kann nunmehr ein Hochschwenken der Bühnenplattform 16 erfolgen, so daß dadurch
ein Führen der Bühnenplattform in die Fig. 1 dargestellte Arbeitslage möglich ist.
[0012] Das Hochschwenken der Bühnenplattform 16 bzw. der Bühnenplattform 2
0, die der Bühnenplattform 16 gegenüberliegt, erfolgt über die beiden Stellzylinder-Kolbenanordnungen
21 bzw. 22, wobei die Kolbenstange 23 bzw. 24 der Zylinder jeweils an einem Torsionsstab
25 bzw. 26 angreift, der starr mit den Lenkern 14 verbunden ist. Die Anlenkung der
Kolbenstange 24 beispielsweise an dem Torsionsstab 26 erfolgt unter Zwischenschalten
einer Winkelscheibe 27, so daß dadurch der erforderliche Hebelarm geschaffen wird.
Durch Einziehen der Kolbenstange 23 bzw. 24 sind die Bühnenplattformen in die in Fig.
1 dargestellte Arbeitslage hebbar.
[0013] Die Bühnenplattformen 16 und 2o können aus begehbaren Gitterrosten gebildet sein;
Zwischenstellungen als Arbeitsstellungen können festgestellt werden. Das Feststellen
erfolgt dabei über hydraulische Sicherheitsventile.
[0014] Die Torsionsstäbe 25 und 26 tragen zur Verwindungssteifigkeit der gesamten Bühnenkonstruktion
bei, wobei zu beachten ist, daß diese Bühnenkonstruktion mit ihrem Rahmenteil 1o den
Drehschemel 4 im Bereich, wo er über die Dachoberfläche hinaussteht,umgreift.
[0015] Bühnenumrandungen 28 und 29 sind als Parallelogrammgestänge ausgebildet, wobei die
einzelnen Vertikalstäbe, beispielsweise der Vertikalstab 3
0, über ein Gelenk 31, ein Gelenk 32 und ein Gelenk 33 schwenkbar mit den vorgesehenen
Horizontalstäben 39 und 4o verbunden ist.
[0016] Der Arretierung dieser Bühnenumrandungen 28 und 29 dienen Feststellbolzen 34.
[0017] An den Stirnseiten können entsprechende Stäbe 35 eingehängt werden, so daß dadurch
die Bühne auf der dem Arbeitstand 6 abgewandten und auch an der anderen Seite geschützt
ist.
[0018] Die Oberkante der beiden Bühnenplattformen 16 und 2o können mit der Oberkante des
Auslegers 5 flächig fluchtend abschließen (Fig. 4). Selbstverständlich ist es auch
möglich, die Bühnenplattformen 16 und 2o so zu gestalten, daß sie mit ihren oberen
Kanten die Oberseite des Auslegers 5 übergreifen, so daß dadurch der Ausleger überdeckt
ist.
[0019] Die Stellzylinder-Kolbenanordnung 21 und 22 ist mit den Zylindern im wesentlichen
horizontal liegend angeordnet. Hierbei sind an entsprechenden Tragbalken 36 bzw.37
taschenartige Aufnahmeräume 38 vorgesehen, in denen die Stellzylinder-Kolbenanordnungen
21 und 22 untergebracht werden können. Hierdurch wird eine raumsparende Anordnung
geschaffen, die es ermöglicht, daß die Bühnenanordnung unterhalb des Auslegers 5 untergebracht
werden kann und somit in zurückgeklappter Lage (Fig. 4) die Arbeit des Auslegers 5
sowohl hinsichtlich der horizontalen Schwenkbewegung wie der vertikalen Hubbewegung
überhaupt nicht behindert.
[0020] Aus Fig. 4 ist weiterhin erkennbar, daß die Bühne innerhalb des Fahrzeugbegrenzungsprofils
"A" angeordnet ist und somit störungslos mitgeführt werden kann.
1. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät mit einem Radsätze tragenden Rahmen, einem auf
wenigstens einen Radsatz wirkenden motorischen Antrieb, einem vom Rahmen getragenen,
Fahrerstände an beiden Stirnseiten des Rahmens aufnehmenden Aufbau und einem unter
Zwischenschalten eines Drehschemels vom Rahmen getragenen, um eine horizontale Achse
heb- und senkbaren Ausleger, der um eine quer zur Längsachse des Auslegers ausgerichtete
Achse schwenkbar einen Kipparm trägt, an dessen anderem Ende um eine quer zu seiner
Längsachse ausgerichtete Achse schwenkbar ein Arbeitsstand angeordnet ist, gekennzeichnet
durch zwei quer zur Längsachse des Arbeitsgerätes (1) im Bereich des Auslegers (5)
in eine Arbeitsstellung zu einer Arbeitsfläche hochschwenk- oder -hebbare Bühnenplattformen
(16 und 2o), die in eine tiefere, andere Arbeits- bzw. Ruhestellung fahrbar sind.
2. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die beiden Bühnenplattformen (16 und 20) an den Ausleger (5) anlegen und mit ihrer Oberseite mit der Oberseite des Auslegers
fluchten.
3. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die beiden Bühnenplattformen (16 und 20) an den Ausleger (5) anlegen und mit Teilflächen den Ausleger übergreifen.
4 Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bühnenplattformen (16 und 20) mit ausklappbaren Bühnenumrandungen (28 bzw. 29) versehen sind.
5. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bühnenumrandungen (28 und 29) als Parallelogrammgestänge ausgebildet und von einer zusammengeklappten
Ruhestellung in eine hochgeklappte Schutzstellung und zurück führbar sind.
6. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bühnenumrandungen (28 und 29) in jeder Arbeitsstellung der Bühne hochklappbar
sind.
7. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet
durch ein auf dem Dach des Arbeitsgerätes (1) anbringbares Rahmengestell (1o),das
die Bühnenplattformen (16und 2o) und die diese haltenden und bewegenden Hilfsmittel
trägt.
8. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bühnenverstellung hydraulisch oder pneumatisch erfolgt.
9. Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stellzylinder-Kolbenanordnungen (21 und 22) der Bühnenverstelleinrichtung im wesentlichen horizontal liegend angeordnet
sind.
1o.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Zylinder schwenkbar am Rahmengestell (10) und jede Kolbenstange (23 bzw. 24) schwenkbar an einem Lenker angeordnet ist, der
schwenkbar am Rahmengestell und schwenkbar an der Bühnenplattform mittelbar oder unmittelbar
angreift.
11.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Rahmengestell (10) rechteckig ausgebildet ist, wobei die Länge des Rechteckes etwa der Hälfte der Dachlänge
des Arbeitsgerätes entspricht.
12.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch aekennzeichnet, daß das Rahmengestell (10) den über das Dach hinausragenden,
oberen Teil des Drehschemels (4) umgreift und sich von dort über das vordere Teil
des Daches erstreckt.
13.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die die Bühnenplattformen (16 und 20) mit dem Rahmen verbindenden Lenker (14 bzw. 17) am vorderen und hinteren Ende sowie
in der Mitte des Rahmengestells (10) angeordnet sind.
14.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch zusätzliche
Lenker zwischen den vorderen . und mittleren Lenkern, wobei an diesen zusätzlichen
Lenkern die Stellzylinder-Kolbenstangen mittelbar angreifen.
15.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch einen zusätzlichen, mittleren Torsionsstab (25 bzw. 26), der
unter Einschalten der zusätzlichen Lenker die vorderen und mittleren Lenker starr
verbindet.
16.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stellzylinder-Kolbenstange an dem Torsionsstab angreift.
17.Schienenverfahrbares Arbeitsgerät nach Anspruch 15 und 16, gekennzeichnet durch
eine Winkelscheibe (27) zwischen Torsionsstab und Stellzylinder-Kolbenstange.