[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einem Niederspannungs-Leistungsschalter mit einander
stufig übergreifenden seitlichen Außenwänden eines entlang einer Teilfuge in ein Ober-
und ein Unterteil geteilten Isolierstoffgehäuses.
[0002] Ein Leistungsschalter dieser Art ist beispielsweise durch die US-PS 3 943 316 bekannt
geworden. Die stufige Überlappung der Außenwände des Oberteiles und des Unterteiles
des Isolierstoffgehäuses ist dabei so ausgeführt, daß das Oberteil in das Unterteil
eingreift. Auf diese Weise werden die Gehäuseteile zueinander ausgerichtet, und das
Gehäuse wird abgedichtet.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Beibehaltung der durch eine stufige
Überlappung der Gehäuseteile erzielbaren Abdichtung auch die mechanische Festigkeit
des Isolierstoffgehäuses im Bereich der Außenwände gegenüber dem bei Schaltvorgängen
auftretenden Gasdruck zu verbessern. Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht,
daß die Außenwände des Oberteiles die Außenwände des Unterteiles übergreifen. Die
stufige Überlappung ist somit entgegengesetzt wie bei dem bekannten Leistungsschalter
ausgeführt. Man erreicht dadurch, daß die von dem Gasdruck auf die Außenwände des
Unterteiles ausgeübten Spreizkräfte zum Teil in die Außenwände des Oberteiles übergeleitet
werden. Bei gleicher Druckbeanspruchung kann daher für die Außenwände des Unterteiles
eine geringere Materialdicke gewählt werden.
[0004] Die durch die Erfindung erzielte größere Festigkeit des Gehäuses kann aber auch in
anderer Weise ausgenutzt werden, um den Aufbau des Leistungsschalters zu verbessern.
Hierzu kann das Unterteil des Gehäuses in seiner Längsrichtung durchgehende Kammern
für die Strombahnen, und das Oberteil kann wenigstens im Bereich der Lichtbogenkammern
quer zu den Außenwänden verlaufende Verstärkungsrippen besitzen. Die durchgehenden
Kammern des Unterteiles sind vorteilhaft für den Einbau der Strombahn, die aus feststehenden
und beweglichen Schaltstücken sowie biegsamen Leiterbändern, Bimetallstreifen bestehen
kann.
[0005] Für die Kraftübertragung zwischen den Außenwänden ist es vorteilhaft, wenn die Außenwände
im Bereich der Abstufung zusammenwirkende schräge Flächen besitzen. Diese bewirken
eine keilartige Verspannung zwischen den Teilen des Gehäuses.
[0006] Besonders vorteilhaft wirkt sich die Erfindung bei Gehäusen mit ungleicher Teilungshöhe
zwischen dem Unter-und dem Oberteil aus, die auf eine Seitenwand wirkende Umbruchkraft
mit steigender Höhe der Seitenwand zunimmt.
*) weil
[0007] Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
Die Figur 1 zeigt einen Niederspannungs-Leistungsschalter in einer teilweise geschnittenen
Seitenansicht.
In der Figur 2 ist eine Daraufsicht auf das Unterteil eines Niederspannungs-Leistungsschalters-dargestellt.
Die Figur 3 zeigt den Schnitt 111-111 in Fig. 2.
Die Figuren 4 und 5 zeigen einen Quer- und einen Längsschnitt durch das Oberteil des
Gehäuses.
[0008] Der in der Figur 1 vereinfacht dargestellte Leistungsschalter 1 besitzt ein Gehäuse
2 aus Isolierstoff, das zum Beispiel aus einem Formpreßstoff hergestellt sein kann.
Wie die Figur 1 zeigt, ist das Gehäuse 2 in etwa zwei Drittel der Gesamthöhe entlang
einer Teilfuge 8 in ein Oberteil 3 und ein Unterteil 4 geteilt. Die Strombahn erstreckt
sich von einer Anschlußklemme 5 über ein feststehendes Schaltstück 6 und ein bewegliches
Schaltstück 7 sowie über einen biegsamen Leiter 10 und einen Heizleiter 11 zu einer
weiteren Anschlußklemme 12 am anderen Ende des Gehäuses 2. Das bewegliche Schaltstück
7 ist durch einen Schaltstückträger 13 durch eine Schaltwelle 14 bewegbar. An einem
Gelenkbolzen 15, der das bewegliche Schaltstück 7 und den Schaltstückträger 13 verbindet,
greift ein Antriebshebel 16 an, der mit Hilfe eines nicht dargestellten, an sich bekannten
Mechanismus durch einen Betätigungshandgriff 17 von Hand zum Ein- und Ausschalten
verstellbar ist. Aus der in der Figur 1 gezeigten Einschaltstellung ist das bewegliche
Schaltstück 7 unabhängig von dem Betätigungshandgriff 17 auch selbsttätig durch die
bekannten strom-und spannungsabhängigen Auslöser in die Ausschaltstellung überführbar.
[0009] In der Figur 2 ist ein dem Unterteil 4 des Leistungsschalters 1 entsprechendes Gehäuseunterteil
20 dargestellt, wobei zur Verbesserung der Übersichtlichkeit alle Einbauteile fortgelassen
sind. Wie =an erkennt, besitzt das Unterteil 20 drei durchgehende Mammern 21, die
von Trennwänden 22 und Außenwänden 23 begrenzt sind. Jede der Kammern 21 ist ihrer
Länge nach in unterschiedliche Bereiche gegliedert. An einen Klemmenraum 24 schließt
sich der zur Aufnahme der Lichtbogenkammer bestimmte Löschraum 25 und ein mittlerer
Antriebsraum 26 an. Der folgende Auslöseraum 27 erstreckt sich quer über alle Kammern
21 und ist zur Aufnahme eines gemeinsamen Auslöserblockes bestimmt. Den unteren Abschluß
bilden wiederum gesonderte Anschlußräume 30 für jede Kammer 21.
[0010] Die Kammern 21 sind, wie besonders aus der Figur 3 hervorgeht, frei von Trennwänden,
so daß sich die Hauptbestandteile der Strombahn, wie sie das Prinzipbild in Fig. 1
zeigt, weitgehend vormontiert in das Gehäuseunterteil 20 eingesetzt werden kann. Die
Außenwände 23 dieses Unterteiles besitzen außen eine Stufe 31 und eine schräg verlaufende
Fläche 32. Das Oberteil 33 (Fig. 4) besitzt ebenfalls abgestufte Außenwände 34 mit
schrägen Flächen. Die Stufen 35 befinden sich dabei an der Innenseite der Außenwände
34 ebenso wie die schrägen Flächen 36. Beim Aufsetzen des Oberteiles 33 auf das Unterteil
20 greifen daher die äußeren Ränder 37 auf die Außenwände 34 über die abgestuften
Außenwände 23 des Unterteiles 20, wobei die schrägen Flächen 32 der Außenwände 23
in Berührung mit den schrägen Flächen 36 der Außenwände 34 treten. Der im Bereich
der Lichtbogenräume 25 beim Schalten auftretende Druck beansprucht somit nicht nur
die Außenwände 23 des Unterteiles 20, sondern auch die Außenwände 34 des Oberteiles
33. Dies führt zu einer vorteilhaften Verteilung der Kräfte, die eine geringere Dicke
der Außenwände des Gehäuses im Bereich der Lichtbogenräume ermöglicht. Zur mechanischen
Festigkeit im Bereich der Lichtbogenräume tragen noch quer zu den Kammern 21 verlaufende
Rippen 40 des Oberteiles 33 bei (Fig. 5). Im Unterteil sind dagegen, wie bereits erwähnt,
keine quer verlaufenden Wände vorhanden.
[0011] Im Unterschied zu dem beschriebenen Ausführungsbeispiel können die Außenwände des
Unterteiles und des Oberteiles auch ohne schräge Flächen rechtwinklig abgestuft sein.
Die erwünschte Kraftübertragung von den Außenwänden des Unterteiles auf die Außenwände
des Oberteiles wird jedoch durch die schräg verlaufenden Flächen erleichtert. Im betriebsbereit
montierten Zustand werden das Unterteil 20 und das Oberteil 33 durch Schrauben zusammengehalten,
für die in beiden Gehäuseteilen geeignete Öffnungen vorgesehen sind. In der Figur
2 sind vier Schraubenlöcher 41 erkennbar, von denen sich zwei im Bereich der Trennwände
22 nahe den Anschlußräumen 24 . und zwei weitere nahe den Anschlußräumen 30 im Bereich
der Außenwände 23 befinden.
1. Niederspannungs-Leistungsschalter mit einander stufig übergreifenden seitlichen
Außenwänden eines entlang einer Teilfuge in ein Oberteil und ein Unterteil geteilten
Isolierstoffgehäuses, dadurch gekennzeichnet , daß die Außenwände (34) des Oberteiles
(33) die Außenwände (23) des Unterteiles (20) Übergreifen.
2. Niederspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß
das Unterteil (20) des Gehäuses (2) in Längsrichtung durchgehende Kammern (21) für
die Strombahnen und das Oberteil (33) wenigstens im Bereich der Lichtbogenräume (25)
quer zu den Außenwänden (23, 34) verlaufende Verstärkungsrippen (40) besitzt.
3. Niederspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß
die Außenwände (23, 34) des Unterteiles (20) und des Oberteiles (33) im Bereich der
Abstufung zusammenwirkende schräge Flächen (32, 36) besitzen.