[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Webeschaft mit aus aus Kunststoff bestehenden
Hohlprofilstäben gebildeten Schaftstäben, die ggf.
geräuschdämpfende Einlagen aufweisen können.
[0002] Vorrichtungen der vorstehend genannten Art sind beispielsweise aus der OE-PS 202
079 bekanntgeworden. Hierbei können die Hohlprofilstäbe mit Holz oder sonstigen Füllelementen
versehen sein, die der Versteifung der Profilstäbe dienen. In dem DE-GM 75 16 825
wird vorgeschlagen, bei aus Metall bestehenden Schaftstäben zusätzliche aus Schaumstoff
od. dgl. bestehende Überzüge oder Ansätze vorzusehen, die der Geräuschdämpfung dienen.
Schließlich wird in der DE-OS 26 27 450 vorgeschlagen, daß bei hohlprofilförmigen
Schaftstäben ein schwingungsdämpfender Werkstoff eingesetzt wird, der aus Gummi oder
Kunststoff bestehen kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Webeschaft zu schaffen, der mit Schaftstäben
ausgerüstet werden kann, die aus einem Kunststoffprofil bestehen, die bei niedrigem
Gewicht die erforderliche Tragfestigkeit besitzen, wobei gleichzeitig aber weitgehend
Geräuschdämpfungen und Verschleißerscheinungen ausgeschaltet sind.
[0004] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten
Maßnahmen gelöst, insbesondere dadurch, daß der eigentliche Schaftstab aus einem U-
oder hohlprofilförmigen, vorzugsweise glasfaserverstärktem Kunststoffteil besteht,
das zur Tragschienenseite hin eine Metallprofilschiene aufweist, die materialschlüssig
mit den Innenwandungen der freien Schenkel oder der Außenseite der Kunststoffschiene
verbunden sind, z.B. durch Verkleben.
[0005] Durch die Kombination zwischen einem Kunststoffprofil und einer Metallprofilschiene
wird ein Schaftstab gewichtsgünstiger geschaffen, der einerseits geräuschdämmend ausgebildet
ist, andererseits aber die erforderliche Tragfestigkeit aufweist., so daß selbst bei
langen und großen Stäben ohne Schwierigkeit der Einsatz von Kunststoff vorgenommen
werden kann.
[0006] Die in den Unteransprüchen gekennzeichneten zusätzlichen Maßnahmen tragen zur Geräuschdämpfung
und zur Festigkeit des erfindungsgemäßen Webeschaftes bei.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert.
Die Zeichnungen zeigen dabei in
Fig. 1 rein schematisch eine Ansicht auf einen Webeschaft gemäß der Erfindung, in
Fig. 2 in einer auseinandergezogenen Darstellungsweise die den eigentlichen Webeschaft
gemäß der Erfindung bildenden einzelnen Bauteile und in
Fig. 3 eine abgeänderte Ausführungsform des Kupplungsteiles.
[0008] In Fig. 1 ist mit 1 allgemein ein Webeschaft bezeichnet, der zwei Schaftstäbe 2 und
3 aufweist, die an ihren Stirnenden an Seitenstreben 4 und 5 festgelegt sind. Die
Schaftstäbe 2 und 3 tragen über Tragschienenhalter 6 Litzentragschienen 7 und 8, die
der Halterung und Führung der in der Zeichnung nicht dargestellten Litzen dienen.
[0009] Bei 9 ist ein Kupplungsteil zum Anschluß einer in der Zeichnung nicht dargestellten
Antriebsplatine erkennbar und mit 10 und 11 sind Führungsaufsätze bezeichnet, die
dazu dienen, die Schaftstäbe 2 und 3 sicher zu führen, so daß bei einer größeren Länge
dieser Schaftstäbe 2 und 3 diese Schaftstäbe sich bei der Auf- und Abwärtsbewegung
gegenseitig nicht berühren können.
[0010] Aus der Darstellung in Fig. 2 ist erkennbar, daß der eigentliche Schaftstab 3 aus
einem im wesentlichen U-förmigen Kunststoffprofil besteht mit den Schenkeln 12 und
14, die an ihrer zur Litzentragschiene 8 hingerichteten Seite offen enden. In dieses
offene Ende des Schaftstabes 3 wird eine Metallprofilschiene 15 einge-. setzt und
materialschlüssig mit der Innenseite der Schenkel 12 und 14 des Schaftstabes 3 beispielsweise
durch Verkleben verbunden.
[0011] Der Schaftstab 3 besteht vorzugsweise aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff,
wie er an sich zum Stand der Technik gehört. Die Metallprofilschiene 15 weist an ihren
Endbereichen Ausfräsungen auf, wobei eine Ausfräsung bei 16 in Fig. 2 erkennbar ist.
Durch diese Ausfräsung kann auch bei eingebautem Schaftstab 3 ein Tragschienenhalter
eingesetzt werden, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einer metallischen
Tragplatte 17 und einem aus Kunststoff bestehenden Tragkopf 18 besteht, wobei der
Tragkopf 18 eine an das Profil der Metallprofilschiene 15 angepaßte Ausfräsung aufweist
und dadurch auf der Metallprofilschiene hin und her verschoben werden kann, falls
dies erforderlich ist. Durch die Anordnung der Metallprofilschiene 15 wird die Möglichkeit
geschaffen, daß bei einheitlicher Aus- bildung des Schaftstabes 3 dieser sowohl für
einen reiterlosen Webeschaft wie auch für eine Schiebereiteranordnung verwendet werden
kann,
[0012] Der Führungsaufsatz 11 ist an dem Schaftstab 3 beispielsweise angeklebt oder sonstwie
befestigt.
[0013] Der Schaftstab 3 wird an der Seitenstrebe 4 unter. Zwischenschaltung eines aus elastischem
Werkstoff bestehenden Zwischenstückes 19 angesetzt und an dieser Seitenstrebe 4 über
Befestigungsschrauben 20 und Widerlagerzylinder 21 gehalten. Zum Zweck der Halterung
ist das Endteil des Schaftstabes 3 mit Kunststoff oder einer ähnlichen harten tragfähigen
Masse voll ausgefüllt und dann mit Bohrungen versehen, wobei die in der Zeichnung
erkennbaren Bohrungen 22 der Aufnahme der Widerlagerzylinder 21 dienen. Die Widerlagerzylinder
21 weisen radial verlaufende Bohrungen 23 auf, die mit Innengewinde versehen sind,
wobei dieses Innengewinde mit einem Außengewinde 24 der Befestigungsschrauben 20 kämmen
kann. Die Schrauben durchqueren den Steg 25 der Seitenstrebe 4, entsprechende Bohrungen
in dem Zwischenstück 19 führen durch in der Zeichnung nur gestrichelt dargestellte
Bohrungen zu den Bohrungen 22 und kämmen hier nunmehr mit dem Innengewinde 23.
[0014] Das Zwischenstück 19 hat aufgrund seiner Elastizität die Aufgabe, Schwingungsübertragungen
aus der Seitenstrebe 4 in den Schaftstab 3 und umgekehrt nach Möglichkeit auszuschließen.
[0015] Von dem Tragschienenhalter 6 wird die eigentliche Litzentragschiene 8 getragen, die
bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus Stahl bestehen kann und zusätzlich zu
ihrer Halterung über den Tragschienenhalter 6 an dem Webeschaft 3 an entsprechenden
Haltern 26 befestigt ist, wobei dieser.Halter 26 ortsfest an den Seitenstreben 4 angeordnet
ist aber eine auswechselbare Halterungsmöglichkeit für die Litzentragschiene 8 schafft.
[0016] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Halter 26 mit einer 'Klappe 27
versehen, die um einen in der Zeichnung nur gestrichelt dargestellten Drehbolzen geschwenkt
werden kann und dadurch das Endteil der Litzentragschiene festlegt, daß dieses Endteil
auf einen Nocken 28 innerhalb des Halters 26 aufgesetzt werden kann, wobei zum Zweck
der Aufnahme des Nockens die Ausnehmung 29 im Ende der Litzentragschiene 8 vorgesehen
ist.
[0017] Der Anschluß des Webeschaftes an den Antrieb erfolgt über eine in der Zeichnung nicht
dargestellte Antriebsplatine, die mit dem Schaftstab 3 gekuppelt sein muß. Derartige
Kupplungseinrichtungen gehören im Prinzip zum Stand der Technik.
[0018] Das eingesetzte Kupplungsteil gemäß der Ausführung in Fig. 2 ist mit 9 bezeichnet
und besteht aus einem Schloßteil 30, das durch einen Verschlußdeckel 31 nach außen
hin abgeschlossen werden kann, wobei der Verschlußdeckel 31 über Schrauben 32 leicht
zu öffnen und zu verschließen ist. Im Inneren des Schloßteiles 30 ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel ein Nocken 33 vorgesehen, der eine aus Kunststoff bestehende Ummantelung
34 auswechselbar trägt, wobei diese Ummantelung sowohl als Verschleißteil wie auch
als geräuschdämpfendes Teil zwischen dem Schaftstab 3 und der Antriebsplatine dient.
Das Teil 34 kann leicht ausgewechselt werden und es ist daher bei der erfindungsgemäßen
Einrichtung bei entsprechenden Verschleißerscheinungen nur erforderlich, das Teil
34 auszuwechseln, der gesamte Schaftstab 3 kann weiterhin im Webeschaft verbleiben.
[0019] Die Festlegung des Kupplungsteiles 9 am Schaftstab 3 erfolgt über die beiden in der
Zeichnung mit 35 und 36 bezeichneten Gabelteile, die in ihrer Formgebung so gestaltet
sind, daß sie in den Raum des Schaftstabes 3 eingeführt werden können. Hier erfolgt
ein materialschlüssiges Festlegen, beispielsweise durch Verkleben. Zusätzlich weist
das Kupplungsteil 9 an seiner zur Litzentragschiene hingerichteten Endseite eine Ausfräsung
auf, die der Aufnahme der Metallprofilschiene 15 dient, so daß die Metallprofilschiene
15 über die gesamte Länge des Schaftstabes 3 verläuft und dabei die ggf. zu mehreren
vorgesehenen Kupplungsteilen 9 fest zusätzlich in den Schaftstab 3 mit einbindet.
[0020] Das Kupplungsteil 9 besteht aus Metall, beispielsweise Aluminium, wobei durch die
unterschiedliche Materialwahl die Übertragung sich addierender Schwingungen gleichzeitig
ausgeschaltet wird.
[0021] Da die Anordnung eines abnehmbaren verschlußdeckels u.U. aufwendig ist, wird gemäß
einer abgeänderten Ausführungsform eine Anordnung vorgeschlagen, bei welcher auch
ein auswechselbares Verschleißteil einsetzbar ist, trotz der Tatsache, daß das eigentliche
Schloßteil als nur an einer Seitenkante offenes, kastenförmiges Bauteil hergestellt
wird, wobei durch diese offene Seite die Antriebsplatine eingreift. Hierdurch ist
es möglich, . das eigentliche Schloßteil geschlossen herzustellen und beispielsweise
durch Gießen zu erzielen, wobei das Verschleißteil, dadurch, daß es C-förmig ausgebildet
ist,
[0022] leicht durch die Antriebsplatine selbst auf den Verbindungsnocken aufgepreßt werden
kann, wobei die Entnahme des Verschleißteiles nach Entnehmen der Antriebsplatine durch
Zerstören des einen Schenkels leicht möglich ist.
[0023] Diese Ausführungsform ist in Fig. 3 dargestellt.
[0024] Mit 103 ist ein Teil eines Schaftstabes bezeichnet, der an seiner einen Seitenkante
eine Metallprofilschiene 115 trägt.
[0025] Der Antrieb erfolgt durch den Einbau eines Kupplungsteiles 109. Dieses Kupplungsteil
109 besteht aus einem mittleren Schloßteil 130 und zwei seitlichen, sich daran anschließenden
Gabelteilen 135 und 136, die in den Hohlraum des eigentlichen Schaftstabes 103 eingreifen.
Innerhalb des Schloßteiles 130 ist ein Verbindungsnocken 133 vorgesehen, wobei bei
140 die Antriebsplatine dargestellt ist.
[0026] In der Zeichnung ist in größerem Maßstab herausgezeichnet der Verbindungsnocken 133
erkennbar, der von einem Verschleißteil 134 umgeben wird, das aus Kunststoff besteht
und gleichzeitig geräuschdämpfend wirkt. Dieses Verschleißteil 134 ist C-förmig ausgebildet
und umgreift den Verbindungsnocken 133.
[0027] Das Einsetzen dieses Verschleißteiles erfolgt dadurch, daß das Teil durch die Unterkante
der Antriebsplatine 140 selbst um den Verbindungsnocken 133 herumgelegt wird. Hierdurch
ist trotz geschlossenem kastenförmigen Schloßteil der Einbau eines geräuschdämpfenden
Verschleißteiles möglich.
[0028] Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, daß trotz fest eingebundener Schaftstäbe
3 in die Seitenstreben 4 ein Auswechseln der Litzentragschiene durch Verschieben der
Tragschienenhalter J8 möglich ist, wodurch Reparaturen des Webeschaftes erheblich
erleichtert werden.
[0029] Die der Führung des Webeschaftes innerhalb des Webmaschinengestells dienenden Einrichtungen,
die an den Seitenstreben 4 angreifen, sind aus Übersichtlichkeitsgründen in der Zeichnung
nicht dargestellt.
1. Webeschaft mit aus aus Kunststoff bestehenden Hohlprofilstäben gebildeten Schaftstäben,
die ggf. geräuschdämpfende Einlagen aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaftstab
(2, 3) an seiner zum Webeschaftinneren hingerichteten Seite (Litzentragschienenseite)
eine Metallprofilschiene (15) aufnimmt, die in das offene Profil des Schaftstabes
eingesetzt ist oder den hohlprofilförmigen Schaftstab aufnimmt.
2. Webeschaft nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallprofilschiene
(15) materialschlüssig z.B. durch Verkleben in oder an dem hohlprofilförmigen Schaftstab
(3) gehalten ist.
3. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaftstab
(3) aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt ist.
4. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Endteile
des Schaftstabes (3) mit einem tragfähigen Kunststoff ausgefüllt sind und Längs- und
Querbohrungen (22) zur Aufnahme von Befestigungsschrauben (20, 21) aufweisen.
5. Webeschaft nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch - einen relativ großen Umfang
aufweisende Widerlagerzylinder (21) mit einer radial ausgerichteten, Innengewinde
aufweisenden Bohrung (23) zur Aufnahme einer durch eine Seitenstrebe (4) geführten
Befestigungsschraube (20).
6. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch ein zwischen
die Seitenstrebe (4) und das Stirnende des Schaftstabes (3) einschaltbares, das Stirnprofil
des Schaftstabes abdeckendes Zwischenstück (19) aus elastischem Werkstoff.
7. Webeschaft nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Zwischenstück (19)
mittels Zapfen (19a, 19b) in die Seitenstrebe (4) und den Schaftstab (3) eingreift.
8. Webeschaft nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungsteil
(9, 109) zwischen Antriebsplatine und Schaftstab (3, 103) einstückig aus einem mittleren
Schloßteil (30, 130) und zwei sich seitlich anschließenden Gabelteilen (35, 36, 135,
136) besteht, wobei die Gabelteile (35, 36, 135, 136) in den Profilraum der hohlprofilförmigen
Schaftstabteile (3, 103) eingreifen und hier materialschlüssig,z.B. durch Verkleben,gehalten
sind.
9. Webeschaft nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Schloßteil (30, 130)
kastenförmig ausgebildet ist und einen oder mehrere Verbindungsnocken (33) besitzt,
die dem Anschluß der Antriebsplatine dienen.
10. Webeschaft nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Verbindungsnocken
(33, 133) ein geräuschämpfendes Verschleißteil (34, 134) tragen.
11. Webeschaft nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschleißteil
(134) C-förmig ausgebildet ist.
12. Webeschaft nach Anspruch 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallprofilschiene
(15) in der äußeren Randkante des Kupplungsteiles (9) eingelassen und festgelegt ist.
13. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kupplungsteil (9, 109) aus Metall besteht.
14. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
Metallprofilschiene (15) einen oder mehrere Tragschienenhalter (6) unter Zwischenschaltung
eines Kunststofftragkopfes (18) verschiebbar trägt.
15. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
von den Tragschienenhaltern (6) getragenen Litzentragschienen (8) in an den Seitenstreben
befestigten Haltern (26) endseitig auswechselbar gelagert sind.
16. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
Metallprofilschiene (15) aus Aluminium oder einer sonstigen Leichtmetallegierung besteht.
17. Webeschaft nach einem der Ansprüche 1, 2 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß die
Metallprofilschiene (15) über die gesamte Länge des Schaftstabes (3) durchläuft.