[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das Verfahren und die Vorrichtung zur Reaktivierung
der Schmelzkleberschicht eines beschichteten Dübels und zum Einschlagen desselben
in die Bohrung eines Werkstücks.
[0002] Bekanntlich dienen Dübel zum Verbinden von Holzwerkstücken und werden dazu zunächst
etwa bis zur Hälfte in die vorbc reitete Bohrung des ersten Werkstückes eingeschlagen
und gleichzeitig eingeleimt. Aus der DE-OS 24 34 751 ist dazu ein tragbares Einschlaggerät
bekannt, bei dem die in einem Magazin gespeicherten Dübel einem Führungskanal zugeführt
werden. Dort wird die Schmelzkleberschicht des ersten Dübels durch einen Heißluftstrom
reaktiviert, d.h. erhitzt und damit in einen klebefähigen Zustand gebracht. Der Dübel
wird anschließend mit dem Einschlagstößel in die vorbereitete Bohrung des Werkstückes
eingeschlagen, wo die Schmelz kleberschicht rasch erstarrt, sodaß sich der Dübel fest
mit dem Werkstück verbindet.
[0003] Dieses bekannte Verfahren benötigt nun Einrichtungen zum Erhitzen der Luft und eine
Reihe von Steuerorganen, die die richtige zeitliche Abfolge von Reaktivierung der
Schmelzkleberschicht und Einschlagen des Dübels gewährleisten. Diese Einrichtungen
verteuern das Gerät und künnen bei robustem Betrieb zu Störungen führen. Außerdem
ist zusätzliche Luft für die Heißluft notwendig.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu schaffen, mit dem die Dübel auf einfache und billige Art eingeschlagen werden können.
Das Einschlaggerät soll robust sein, möglichst wenig Zusatzteile und eine hohe Lebensdauer
aufweisen. Die Störanfälligkeit soll möglichst gering sein.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Dübel vor dem Einschlagen durch eine Düsenbohrung
getrieben wird, deren Innendurchmesser kleiner ist als der Außendurchmesser des beschichteten
Dübels.
[0006] Bei Einschlagversuchen mit beschichteten Dübeln hat es sich nämlich überraschenderweise
herausgestellt, daß in einem solchen Fall die Schmelzkleberschicht reaktiviert wird.
Der Schmelzkleber wird durch die starke Reibung an der Wand der Düsenbohrung klebefähig,
sodaß der Dübel nach dem Einschlagen in die Dübelbohrung in diese eingeleimt wird.
[0007] Bei einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung weist die Düsenbohrung eine trichterförmige
Einlaufzone auf, die den Dübel mit dem anhaftenden Schmelzkleber verdichtet, ohne
den Schmelzkleber abzustreifen. Bei der Weiterbewegung des Dübels durch die zylindrische
Düsenbohrung wird dann der Schmelzkleber bis zur Klebefähigkeit erwärmt.
[0008] Bei den Versuchen hat es sich weiterhin als vorteilhaft herausgestellt, den Innendurchmesser
der Düsenbohrung kleiner zu machen als den Außendurchmesser des unbeschichteten Dübels.
Weist also dieser einen Außendurchmesser von 8 mm auf, dann hat seine Schmelzkleberschicht
einen Außendurchmesser von 8,6 mm. Der Innendurchmesser der Düsenbohrung wird dann
zweckmäßigerweise zu 7,8 mm gewählt, er kann jedoch in dem Bereich von 7,6 mm bis
7,8 mm liegen. Beim Durchtreiben des beschichteten Dübels durch die Düsenbohrung werden
also sowohl Schmelzkleberschicht als auch Dübel zusammengedrückt. Die Schmelzkleberschicht
weist jedoch nach dem Austritt aus der Düsenbohrung wieder eine Außendurchmesser von
8,4 mm auf.
[0009] Bei einem anderen Außendurchmesser des Dübels ist de Innendurchmesser der Düsenbohrung
in einem den Dübeldurchmessern entsprechenden Verhältnis diesem anzupassen.
[0010] Die vorliegende Erfindung ermöglicht es auf überraschend einfache Weise, die Schmelzkleberschicht
eines Dübels vor dem Einschlagen zu reaktivieren. Zum eigentlichen Einschlaggerät
sind keine teuren und anfälligen Zusatzteile notwendig, das Einschlaggerät ist robust,
billig im Betrieb und weist eine hohe Lebensdauer auf.
[0011] Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0012] Im folgenden sind Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher beschrieben.
[0013] Es zeigen:
Fig. 1 Seitenansicht eines Teils des Einschlaggerstes gemäß Erfindung, teilweise in
der Symmetrieebene geschnitten.
Fig. 2 Schnitt nach Linie II - II in Fig. 1.
Fig. 3 Vergrößerter Schnitt durch eine Düse gemäß Erfindung.
Fig. 4 Vergrößerter Schnitt durch eine weitere Ausführungsform einer Düse gemäß Erfindung.
[0014] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Einschlaggerät handelt es sich um ein bekanntes, druckluftbetriebenes
Einschlaggerät, bei dem in einem Gehäuse 1 mit Zylinder 2 der Schlagkolben 3 mit Eintreibstößel
4 auf-und abbewegbar gelagert ist. Der Schlag von Schlagkolben 3 wird über einen Abzugshebel
5 ausgelöst.
[0015] Mit dem Gehäuse 1 ist eine Führungsplatte 6 durch Schrauben 7 fest verbunden. Diese
Führungsplatte 6 weist einen Führungskanal 8 auf, der mit dem Eintreibstößel 4 fluchtet.
[0016] Am Gehäuse 1 ist weiterhin ein Magazin 9.befestigt, in dem die zu einem Streifen
10 verbundenen Dübel 11 bereitliegen. Sie werden durch einen federbelasteten Magazinschieber
12 in Richtung Führungskanal 8 gedrückt.Die Dübel sind in bekannter Weise über einen
Teil ihrer Länge mit einer Schmelzkleberschicht 13 überzogen, die die Dübel gleichzeitig
miteinander verbindet. Ein erster Dübel 11 befindet sich im Führungskanal 8 und liegt
an dessen Rückwand an. Der Außendurchmesser des Dübels sei mit d
1, der Außendurchmesser der Schmelzkleberschicht mit d
2 bezeichnet.
[0017] An der Führungsplatte 6 ist mit Schrauben 14 ein Mundstück 15 befestigt, in dem eine
Düse 16 angeordnet ist. Diese Düse 16, in Fig. 3 vergrößert gezeigt, weist eine zylindrische
Düsenbohrung 17 mit einem Innendurchmesser d
3 und eine trichterförmige Einlaufzone 18 auf. Die Einlaufzone 18 besteht aus einem
ersten, kegelstumpfförmigen Abschnitt 19, der dem Führungskanal 8 zugekehrt ist und
einen verhältnismäßig großen Kegelwinkel aufweist. Er dient zum Zentrieren des einzuschlagenden
Dübels.
[0018] Zwischen dem ersten Abschnitt 19 und der Düsenbohrung 17 verläuft ein zweiter, ebenfalls
kegelstumpfförmiger Abschnitt 20, der einen verhältnismäßig kleinen Kegelwinkel aufweist
und in dem die Verdichtung und Reaktivierung der Schmelzkleberschicht stattfindet.
Für den zweiten Abschnitt hat sich ein Kegelwinkel von 6° als besonders vorteilhaft
erwiesen, er kann jedoch, je nach Schmelzkleber, im Bereich zwischen 4
0 und 10° liegen.
[0019] Während die Einlaufzone 18 der Düse 16 nach Fig. 3 besonders einfach zu fertigen
ist, zeigt Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer Düse 21, deren Erzeugende 22
ier Einlaufzone 23 eine kontinuierliche Krümmung aufweist, die, von einem verhältnismäßig
großen Kegelwinkel beim Einlauf ausgehend, allmählich tangential in die zylindrische
Düsenbohrung 17 übergeht.
[0020] Unmittelbar über der Einlaufzone 18 ist das Mundstück 15 mit einem Durchbruch 24.versehen,
durch den Schmelzkleber rückstände selbst austreten oder leicht entfernt werden können.
[0021] Zum Einschlagen eines Dübels 11 wird das Einschlaggerät in bekannter Weise mit seinem
Mundstück 15 auf ein Werkstück 25 aufgesetzt, sodaß die Düsenbohrung 17 mit der Bohrung
26 des Werkstücks fluchtet. Nach Betätigung von Abzugshebel 5 gelangt Druckluft von
einer nicht dargestellten Druckluftquelle in den Zylinder 2 über Schlagkolben 3 und
treibt diesen zusammen mit dem Eintreibstößel 4 in Richtung Werkstück, sodaß der im
Führungskanal 8 bereitliegende, erste Dübel 11 vom Streifen 10 abgerissen und in Richtung
Düsenbohrung 17 getrieben wird. Dort wird sowohl die Schmelzkleberschicht 13 als auch
der Dübel 11 in der beschriebenen Weise verdichtet, sodaß der Schmelzkleber reaktiviert
und erwärmt wird. Der Dübel wird somit nach dem Einschlagen in die Bohrung 26 und
nach dem Erstarren des Schmelzklebers mit dem Werkstück 25 fest verleimt. Nach Loslassen
von Abzugshebel 5 kehrt Schlag-kolben 3 wieder in seine obere Ruhestellung zurück
und Magazinschieber 12 befördert den Streifen 10 und damit den nächsten Dübel 11 in
den Führungskanal 8.
[0022] Die Erfindung läßt sich auch vorteilhaft bei elektromagnetisch angetriebenen Einschlaggeräten
oder auch bei stationär angeordneten Dübeleintreibvorrichtungen verwenden.
[0023] Mit "Schmelzkleber" sei ein beliebiger thermoplastischer Kunststoff bezeichnet, der
mit Füllstoffen vermischt sein kann und der beim Erhitzen in einen klebefähigen Zustand
übergeht.
1) Verfahren zur Reaktivierung der Schmelzkleberschicht eines beschichteten Dübels
und zum Einschlagen desselben in die Bohrung eines Werkstücks dadurch gekennzeichnet
, daß der Dübel (11) vor dem Einschlagen durch eine Düsenbohrung (17) getrieben wird,
deren Innendurchmesser d3 kleiner ist als der Außendurchmesser d2 des beschichteten Dübels.
2) Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem Führungskanal
zur Aufnahme des einzuschlagenden Dübels und einem im Führungskanal gleitenden Einschlagstößel,
dadurch gekennzeichnet , daß am Austrittsende des Führungskanals (8) ein Mundstück
(15) mit der mit dem Eintreibstößel (4) fluchtenden Düsenbohrung (17) anqeordnet ist.
3) Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch/gekennzeichnet , daß der Innendurchmesser
d3 der Düsen bohrung (17) im Bereich zwischen 95% und 97,5% des Außendurchmessers d1 des unbeschichteten Dübels (11) liegt.
4) Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Düsenbohrung
(17) an ihrem dem Führungskanal (8) zugekehrten Ende mit einer trichterförmigen Einlaufzone
(18) fluchtend verbunden ist.
5) Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaufzone (18) aus
zwei kegelstumpfförmigen Abschnitten (19,20) besteht,wobei der Kegelwinkel des dem
Führungskanal (8) zugekehrten Abschnitts (19) wesentlich größer ist als der Kegelwinkel
des anderen Abschnitts (20).
6) Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß der Kegelwinkel des dem
Führungskanal (8) abgekehrten Abschnitts (20) zwischen 4° und 10° liegt und vorzugsweise
6° beträgt.
7) Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Erzeugende (22) der
Einlaufzone (23) eine kontinuierliche Krümmung aufweist.
8) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Mundstück
(15) auswechselbar mit dem Gehäuse (1) verbunden ist.
9) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Mundstück
(15) über der Einlaufzone (18) mit einem Durchbruch (24) versehen ist.