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EP 0 003 783 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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01.07.1981 Patentblatt 1981/26 |
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Anmeldetag: 12.02.1979 |
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Verfahren zum Abkühlen eines Garnstopfens
Yarn wad cooling method
Procédé de refroidissement d'un bouchon de fil
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE DE FR GB IT |
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Priorität: |
22.02.1978 DE 2807490
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.09.1979 Patentblatt 1979/18 |
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Anmelder: BAYER AG |
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51368 Leverkusen (DE) |
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Erfinder: |
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- Herold, Heiko
D-4040 Neuss 21 (DE)
- Herold, Richard
D-4047 Dormagen (DE)
- Klee, Rudolf Jürgen, Dr.
D-4047 Dormagen (DE)
- Muschelknautz, Edgar, Dr.
D-5090 Leverkusen (DE)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] In der DE-A-2053354 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem ein heißer Garnstopfen
durch Durchblasen von Luft abgekühlt wird. Das Verfahren ist wenig flexibel, bei Änderung
der Behandlungstemperatur oder der Fadenstärke ändert sich das Reibverhalten des Stopfens,
das Temperaturprofil ist ungleichmäßig.
[0002] In einer in der DE-A-2 236 024 beschriebenen Vorrichtung wird der heiße Stopfen auf
bewegte Siebe oder Bänder abgelegt und beim Abziehen umgelenkt. Der Stopfen wird,
da er nicht seitlich geführt ist, mit einem fein verdüsten Flüssigkeitsnebel benetzt.
Vor dem Aufwickeln muß der Faden getrocknet werden. Die Auflösung des Stopfens geschieht
häufig nicht am Ende, sondern an Schwachstellen, die nicht ausreichend gekühlt worden
sind.
[0003] Es wurde nun ein Verfahren zum Abkühlen eines Garnstopfens gefunden, bei dem der
Stopfen durch eine Kühlstrecke mit Stangenführung geschoben, innerhalb dieses Bereiches
mit einer Flüssigkeit gekühlt und beim Abziehen vom Stopfen umgelenkt wird, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß die Stangenführung aus mindestens drei nur einseitig am Anfang
der Kühlstrecke eingespannten elastischen Stangen besteht und der trockene, heiße
Stopfen in der Kühlstrecke von einem oder mehreren geschlossenen Flüssigkeitsstrahlen
getroffen wird.
[0004] Der Stopfen wird wirkungsvoll gleichmäßig über den gesamten Querschnitt abgekühlt.
Der aus der Kühlstrecke austretende Garnstopfen ist in seiner Struktur so einheitlich,
daß beim Abzug des Fadens sich der Faden am Ende des Stopfens ablöst und nicht der
Stopfen wegen innerer Fehlstellen zerdehnt wird. Das garantiert einen ruhigen Fadenlauf.
Beim Umlenken wird die anhaftende Flüssigkeit durch Zentrifugalkräfte abgeschleudert;
dadurch ist es nicht erforderlich, den Faden noch gesondert zu trocknen. Insgesamt
lassen sich die vorbeschriebenen Nachteile mit dem erfindungsgemäßen Verfahren vermeiden;
auch braucht die Kühlflüssigkeit wegen der Stangenführung in der Kühlstrecke nicht
vernebelt zu werden.
[0005] Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Garnstopfen durch eine Kühlstrecke mit einer
Stangenführung bewegt wird, die nicht in Kontakt mit dem heißen Stauchteil steht.
Es wird dadurch ein Wärmeübergang vom Stauchteil zur Kühlstrecke vermieden und das
erfindungsgemäße Verfahren ist noch wirkungsvoller.
[0006] Es ist überraschend, daß zwischen Stauchteil und Kühlstrecke ein ungeführter Raum
vorhanden sein kann; der Abstand kann bis zum 5fachen des Stopfendurchmessers betragen,
ohne das eine besondere Führung des Stopfens erforderlich ist. Es kommt bei einem
solchen Abstand noch nicht zu einem Ausknicken des Stopfens beim Einlaufen in die
Kühlstrecke.
[0007] Das Verfahren ist für heute übliche, hohe Abzugsgeschwindigkeiten geeignet. Das Filamentgarn
kann bei ruhigem Fadenlauf mit 2000 m/min und mehr abgezogen werden.
[0008] Vorteilhafterweise werden die Parameter an der Texturierdüse, beispielsweise Druck
und Temperatur, so eingeregelt, daß das Ende des ungekühlten Stopfens sich in Laufrichtung,
das des gekühlten Stopfens sich gegen die Laufrichtung des Fadens bewegt. Der Flüssigkeitsstrahl
trifft dann immer auf das Stopfenende. Bei Parallelschaltung mehrerer Texturiervorrichtungen
lassen sich so die Haltezeiten in den einzelnen Temperaturbereichen exakt gleichlang
gestalten.
[0009] In der Zeichnung ist beispielhaft eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
dargestellt. Das Filamentgarn 1 wird in der Texturierdüse 2 gestaucht und von Stangen
3, die am Ausgang der Texturiervorrichtung befestigt sind, geführt. Es gelangt dann
in die Kühlstrecke, die in diesem Fall nicht direkt mit- der Texturiervorrichtung
verbunden ist. Der heiße Garnstopfen ist in dem Spalt 4 nicht geführt; es wurden dadurch
keine Störungen beobachtet. Die Kühlstrecke besteht aus einer Halterung 5, an der
4 elastische Stangen 6 einseitig befestigt sind. Die Fläche zwischen den Stangen 6
ist größer/gleich der Fläche des Stauchteils der Texturierdüse. Ein Flüssigkeitsstrahl
7, der aus der Düse 8 austritt, kühlt schnell und gleichmäßig den Garnstopfen ab.
Die Texturiervorrichtung ist so eingestellt, daß sich dort, wo keine Flüssigkeit mehr
auf den Stopfen trifft, der Stopfen aufzulösen beginnt. Der Faden 9 wird abgezogen,
wobei er durch die Rolle 10 scharf umgelenkt wird; ein praktisch trockener Faden kann
aufgewickelt werden.
Beispiel
[0010] Bei der Texturierung eines Polyesterfadens von 200 dtex/34 f wird ein Stopfen von
4 mm Durchmesser gebildet. Vor dem Eintritt in die Kühlstrecke hat er eine Temperatur
von 160°C. Das aus einer Düse mit einer 0,5 mm-Bohrung austretende Wasser kühlt den
Stopfen gleichmäßig auf 70°C ab. Der Faden wird über einen Stift von 6 mm Durchmesser
um 280° umgelenkt. In diesem Beispiel werden pro Stunde 3 kg Filamentgarn verarbeitet.
1. Verfahren zum Abkühlen eines Garnstopfens, bei dem das Garn (1) in einer Texturierdüse
(2) gestaucht, der Stopfen durch eine Kühlstrekke mit Stangenführung (3) geschoben,
innerhalb dieses Bereiches mit einer Flüssigkeit gekühlt und das Garn beim Abzug vom
Stopfen umgelenkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stangenführung aus mindestens
drei nur einseitig am Anfang der Kühlstrecke eingespannten elastischen Stangen (3)
besteht und der trockene, heiße Stopfen in der Kühlstrecke von einem oder mehreren
geschlossenen Flüssigkeitsstrahlen getroffen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch Regelung der Parameter
an der Texturierdüse (2) das Ende des Stopfens durch den auftreffenden Flüssigkeitsstrahl
fixiert wird.
1. A method of cooling a yarn stopper, in which the yarn (1) is compressed in a texturing
nozzle (2), the stopper is pushed through a cooling section having rod guide means
(3), is cooled within this region with a liquid and the yarn is deflected as it is
drawn from the stopper, characterised in that the rod guide means consists of at least
three elastic rods (3) clamped at one end only at the beginning of the cooling section
and the dry, hot stopper is struck in the cooling section by one or more continuous
liquid jets.
2. Process according to claim 1, characterised in that by regulating the parameters
at the texturing nozzle (2) the end of the stopper is fixed by the liquid jet striking
against it.
1. Procédé de refroidissement d'un tampon de filé, dans lequel le filé (1) est refoulé
dans une buselure de texturation (2), le tampon est déplacé à travers une étendue
de refroidissement avec guidage par barres (3), est refroidi à l'intérieur de cette
étendue avec un liquide et le filé lors du tirage du tampon est dévié, caractérisé
en ce que le guidage par barres consists en au moins trois barres élastiques (3) fixées
d'un seul côté seulement au début de l'étendue de refroidissement et en ce que le
tampon chaud sec est frappé dans l'étendue de refroidissement par un ou plusieurs
jets de liquides rapprochés.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que par le réglage des paramètres
à la buselure de texturation (2), l'extrémité du tampon est fixée par un jet de liquide
qui le frappe.