[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Beschichten
einer sich bewegenden Bahn mit einer Beschichtungsflüssigkeit.
[0002] Es sind eine Vielzahl von Vorrichtungen und Verfahren zum Beschichten von Flüssigkeiten
auf sich bewegende Substrate bekannt. Es können beispielsweise Rakeln verwendet werden,
um den Überzug auf die Unterlage aufzutragen und zu kontrollieren. Es können auch
Rollen zum Auftragen von Überzügen verwendet werden, entweder eine einzelne Rolle,
welche durch einen Vorratsbehälter mit der Beschichtungsflüssigkeit geführt wird und
die Flüssigkeit direkt auf die Unterlage aufträgt oder eine Kombination, beispielsweise
indem die Unterlage zur Kontrolle des Überzugs durch den Spalt benachbarter Rollen
geführt wird. Überzüge können auch direkt in sehr dünnen Schichten auf Unterlagen
extrudiert werden. Die Unterlagen können in einen Vorratsbehälter mit Beschichtungsflüssigkeit
getaucht werden, entweder indem sie sich frei als Bahn bewegen oder um eine Rolle
geführt werden, und Luftpolster oder elastische Abstreifvorrichtungen können verwendet
werden, um das überschüssige Beschichtungsmaterial von der Unterlage zu entfernen.
[0003] Ein frühes Beispiel für eine Abstreifvorrichtung ist in der US-Patentschrift 62 044
beschrieben. Nach diesem patent wird ein statisch angeordnetes Tuch teilweise um eine
Rolie gespannt, um ein Abstreifen von Bronzepulver zu bewirken.
[0004] In der US-Patentschrift 3 688 738 ist eine Beschichtungsvorrichtung beschrieben,
bei der eine Unterlage in Form einer Bahn um eine Rolle geführt wird, welche in die
Beschichtungsflüssigkeit getaucht wird. Eine Abstreifmembran, die sich nicht über
die Rolle hinaus erstreckt, wird verwendet, um überschüssige Beschichtungsflüssgkeit
von der Unterlage zu entfernen und in den Vorratsbehälter zurückzuführen. In speziellen
Ausführungsbeispielen wird zusätzlich ein statisch angeordneter Film angewendet, der
mit der abstreifenden Membran zusammenwirkt. Es ist jedoch im allgemeinen nicht erwünscht,
die Unterlage bis zu ihrem Rand zu beschichten. Überschüssiges Beschichtungsmaterial
löst sich von der Kante der Unterlage, wenn diese weitertransportiert wird. Es ist
auch oft erwünscht, einen nicht beschichteten Rand übrigzulassen. Daher ist die einfache
Vorrichtung, die in der US-Patentschrift 3 688 738 beschrieben ist, beschränkt auf
die Herstellung einer bestimmten Art von Überzügen und auf eine bestimmte Herstellungsgeschwindigkeit.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung
und ein Verfahren zum Beschichten einer Unterlage anzugeben, mit der und mit dem eine
bestimmte Menge Beschichtungsflüssigkeit auf eine Bahn in einer gewünschten Schichtdicke
und -breite unter Erhalt eines sehr glatten, gleichmäßigen Überzugs aufgetragen werden
kann. Die Beschichtungsbreite soll strikt auf eine gewünschte Breite auf der zu beschichtenden
Bahn beschränkt werden können. Außerdem soll die Schichtdicke leicht kontrollierbar
sein und geändert werden können. Das Verfahren soll in der Weise durchführbar sein,
daß eine Rückführung von überschüssigem Beschichtungsmaterial in den Vorratsbehälter
entfällt, und es soll vorzugsweise als kontinuierliches Verfahren durchführbar sein.
Ferner sollen mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung und dem Verfahren Materialien
mit großen Viskositätsunterschieden bis hin zu thixotropen Materialien in beliebigen
Schichtdicken, die dünner als die bei üblichen Verfahren erhältlichen sein können
und mit hohen Beschichtungsgeschwindigkeiten auftragbar sein.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch eine Vorrichtung und ein Beschichtungsverfahren,
das in den Patentansprüchen gekennzeichnet ist.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen niedergelegt.
[0008] Die Erfindung wird anhand der Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine vereinfachte Seitenansicht, teilweise im Schnitt, einer Beschichtungsvorrichtung
gemäß der Erfindung;
Fig. 2 eine Ansicht, ähnlich wie in Fig. 1, einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung und
Fig. 3 eine vereinfachte Seitenansicht einer dritten Ausführungsform gemäß der Erfindung.
[0009] In den Zeichnungen werden in den verschiedenen Figuren die gleichen Komponenten mit
den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Eine Beschichtungsvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung ist in Fig. 1 dargestellt und wird im allgemeinen mit dem Bezugszeichen
10 bezeichnet. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, liegt die Bahn 12 auf der Beschichtungsrolle
14 auf, die drehbar auf einer Achse 15 angeordnet ist und mit einer bestimmten Geschwindigkeit
angetrieben wird. Die Führungsrolle 18 bringt die Bahn 12 mit einem wesentlichen Teil
der Oberfläche der Beschichtungsrolle 14 in Berührung.
[0010] Die Rollen 14 und 18 sind konventionelle Rollen, die in Verfahren zur Beschichtung
verschiedener Unterlagen üblich sind. Die Bahn 12 besteht in den meisten Fällen aus
einem konventionellen Substrat, beispielsweise aus biaxial orientiertem Polyäthylenterephthalat,
welches unter dem Warenzeichen Mylar erhältlich ist, aus Acetaten oder Polyolefinen,
oder anderen üblichen Polymerfilmen, Papier und dgl.
[0011] Der glättende Film 20 wird im wesentlichen statisch zu einem Teil der Bahn 12 benachbart-angeordnet
und erstreckt sich über die Peripherie der Beschichtungsrolle 14. Vorzugsweise erstreckt
sich der glättende Film 20 über einen Großteil der Bahn 12, solange diese mit der
Beschichtungsrolle 14 in Kontakt ist, aber nicht sehr viel weiter über diesen Kontaktbereich
hinaus. Eine Druck ausübende Vorrichtung, beispielsweise eine deformierbare Membran
22, welche auf einem Kern 23 angeordnet und an einem Träger 24 befestigt ist, bringt
den glättenden Film 20 mit der Bahn 12 unter einem bestimmten Druck, welcher eine
Funktion des inneren Drucks der Membran 22 ist, in Kontakt. Der Träger 24 gestattet
eine Bewegung der Membran 22 auf die Rolle 14 zu oder von dieser weg, um die Kontaktfläche
mit derselben zu verändern. Die Leitung 26 ist in Verbindung mit dem Inneren der Membran
22 und auch mit einer den Druck regulierenden Vorrichtung 28, durch die ein Medium,
vorzugsweise Luft, in das Innere der Membran 22 zugeführt wird. Durch die Regulierung
des Innendrucks der Membran 22 bringt die Druck ausübende Membran den glättenden Film
20 mit der Bahn 12 in Kontakt bei einem Druck, welcher leicht durch die den Druck
regulierende Vorrichtung 28 auf einen gewünschten Wert eingestellt werden kann.
[0012] Die Dosierpumpe 32 fördert flüssiges Beschichtungsmaterial von der Zufuhrleitung
34 zu der Dosierleitung 36 mit einer bestimmten Geschwindigkeit, damit ein Vorrat
an flüssigem Beschichtungsmaterial an der Berührungsstelle der Bahn 12 mit dem glättenden
Film 20 vorhanden ist. Die Dosierpumpe 32 wird angetrieben durch den Riemen 38, der
auf der Riemenscheibe 39 der Dosierpumpe 32 einerseits und der Riemenscheibe 40 der
Führungsrolle 18 andererseits angeordnet ist. So wird die gewünschte Menge an flüssigem
Beschichtungsmaterial in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Führungsrolle 18
zugeleitet. Unter stationären Bedingungen kann die Dosierpumpe 32 jedoch auch mit
einer konstanten Geschwindigkeit von einer unabhängigen Vorrichtung (nicht abgebildet)
angetrieben werden.
[0013] Durch den Vorrat 37 an flüssigem Beschichtungsmaterial an der Berührungsstelle des
glättenden Films 20 mit der Bahn 12 wird ein leicht kontrollierbarer Überzug auf der
Bahn 12 erzeugt, wobei der Druck, der durch die Membran 22 erzeugt wird, die Dicke
des Überzugs, und die Dosiergeschwindigkeit durch die Pumpe 32 die Breite des Überzugs
bestimmt. Wenn die Bahn 12 den glättenden Film 20 verläßt, wird ein beschichtetes
Substrat 44 erhalten, bei dem das flüssige Beschichtungsmaterial gleichmäßig über
die Oberfläche der Bahn 12 in glatter und reproduzierbarer Weise verteilt ist.
[0014] An dem zuvor beschriebenen Verfahren und der Vorrichtung können auch verschiedene
Veränderungen vorgenommen werden. So können beispielsweise eine Anzahl von Auslaßöffnungen
36 über der Oberfläche der Bahn 12 vorgesehen sein, wodurch man eine Vielzahl von
beschichteten Streifen auf der Bahn 12 erzeugen kann, welche später in einzelne beschichtete
Abschnitte aufgeteilt werden können. Die Vorratsmenge 37 wird in der Weise kontrolliert,
daß ein Ausbreiten des flüssigen Beschichtungsmaterials bis zum Rand der Bahn vermieden
wird, wodurch das Arbeiten bei hoher Geschwindigkeit erleichtert wird und Ränder in
der gewünschten Breite an der Kante der Beschichtungsrolle 14 von überschüssigem Beschichtungsmaterial
freigehalten werden. Thixotrope, flüssige Beschichtungsmaterialien können leicht in
einem fließfähigen Zustand gehalten werden durch die Scherkräfte, die von dem Material
der Dosierpumpe 32 und der Bahn 12 an der Vorratsstelle 37 ausgeübt werden.
[0015] Eine andere Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 2 dargestellt. Wie gezeigt
wird, ist die Druck erzeugende Vorrichtung in Form einer Membran 22 am Ende eines
zylindrischen Kerns 23' befestigt. Wie auch aus Fig. 2 ersichtlich ist, wird anstelle
der Dosierleitung 36 in Fig. 1 eine Extrusionsdüse 45 verwendet. Die Auslaßöffnung
46 der Extrusionsdüse 45 ist so angeordnet, daß das flüssige Beschichtungsmaterial
auf die Bahn 12 in einer solchen Weise aufgetragen wird, daß es selbst für eine kurze
Zeit der Luft nicht ausgesetzt wird. Obgleich dies der Klarheit halber mit vergrößertem
Abstand dargestellt wird, ist die Bahn 12 zur Extrusionsdüse 45 so angeordnet, daß
die Kontaktstelle mit der Bahn 12 von der externen Umgebung wirksam isoliert wird.
Auf diese Weise ist das flüssige Beschichtungsmaterial, welches durch die Auslaßöffnung
46 extrudiert wird, zwischen der Bahn 12 und der Oberfläche der Extrusionsdüse 45
enthalten. Der glättende Film 20 wird an der Einkerbung 47 der Extrusionsdüse 45 befestigt
und dient dazu, auf das flüssige Beschichtungsmaterial in der in Fig. 1 beschriebenen
Weise einzuwirken, ohne daß jedoch das Beschichtungsmaterial vor Beendigung des Beschichtungsverfahrens
Luft ausgesetzt wird.
[0016] Eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Beschichtungsvorrichtung ist in
Fig. 3 dargestellt und wird mit dem Bezugszeichen 10' bezeichnet. Die Beschichtungsvorrichtung
10' ist den Vorrichtungen gemäß Fign. 1 und 2 ähnlich, mit der Ausnahme, daß der Druck
auf andere Art und Weise erzeugt wird.
[0017] Anstelle der Membran 22 ist eine Druckbahn 48 im wesentlichen statisch auf den Führungsrollen
50 und 51 in der Weise angeordnet, daß sie über einen Teil der Oberfläche der Beschichtungsrolle
14 in Kontakt mit der Bahn 12 ist. Die Druckbahn 48 endet an der Spannrolle 53 und
ist an dieser in der Weise befestigt, daß ein Drehmoment, das auf die Spannrolle 53
ausgeübt wird, den Zug in der Druckbahn 48 erhöht und demzufolge auch den Druck, mit
dem die Druckbahn 48 gegen die Beschichtungsrolle 14 gedrückt wird. Eine Anordnung
zur Änderung des Drehmoments, das auf die Spannrolle 53 ausgeübt wird, beispielsweise
ein fest angeordneter Drehmomenten-Erzeuger 55 ist vorgesehen, um die Einstellung
eines bestimmten Zugs der Druckbahn 48 zu erleichtern. Die Druckbahn 48 kann aus einer
Reihe dünner, flexibler Materialien, beispielsweise aus Polyester wie Polyäthylenterephthalat,
aus Gummi oder anderen Polymerfilmen, Metallen oder sogar aus Papier hergestellt werden.
[0018] Der glättende Film 20 ist statisch zwischen der Druckbahn 48 und der Bahn 12 in der
Weise angeordnet, daß er einen Teil der Bahn 12, die sich in Kontakt mit der Beschichtungsrolle
14 befindet, berührt; er kann sich jedoch auch über den Berührungspunkt mit der Beschichtungsrolle
14 hinaus erstrecken. Wie dargestellt, ist der glättende Film 20 an der Führungsrolle
50 für die Druckbahn befestigt, es sind jedoch auch andere Befestigungsmöglichkeiten
möglich. Wenn keine Extrusiondüse 45, wie in Fig. 2 gezeigt ist, verwendet wird, berührt
die Bahn 12 im allgemeinen die Beschichtungsrolle 14 vor ihrem Kontakt mit dem glättenden
Film 20. Dies ist erforderlich, damit das flüssige Beschichtungsmaterial durch die
Dosierleitung 36 auf die Stelle dosiert werden kann, bei der die Bahn 12 und der glättende
Film 20 zusammentreffen. Wie zuvor angegeben, werden die Beschichtungsmaterialien
sorgfältig durch die Dosierleitung 36 dosiert. Die Dosierpumpe 32 wird vorzugsweise
synchron zu der Geschwindigkeit der Bahn 12 betrieben, so daß mit einer Zunahme der
linearen Geschwindigkeit der Bahn 12 auch eine Zunahme der Dosierleistung der Pumpe
32 verbunden ist. In Fällen, in denen die Bahn 12 mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit
durch die Beschichtungsvorrichtung läuft, können auch vereinfachte Dosiervorrichtungen,
beispielsweise ein Vorratsbehälter mit Beschichtungsmaterial, das einen Druck auf
ein einfach einstellbares Ventil ausübt; verwendet werden. Es sind auch andere Anordnungen
für die Zuleitung des Beschichtungsmaterials möglich, beispielsweise eine Extrusionsdüse
oder ein Verteilerstück (nicht gezeigt) mit vielen Auslaßöffnungen, das eine gleichmäßigere
Verteilung des Beschichtungsmaterials über die Bahn 12 gewährleistet und entweder
eine vollständig beschichtete oder eine in Form von Streifen beschichtete Bahn liefert.
Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere dann, wenn die Eigenschaften des glättenden
Films 20 eine anfängliche vertikale Anordnung dieses Films erforderlich machen, kann
das aufzutragende Material direkt auf den glättenden Film 20 in der Umgebung des Punktes,
an dem er mit der Bahn 12 in Berührung kommt, aufgetragen werden. In allen Ausführungsformen
der Erfindung wird das Beschichtungsmaterial in den tatsächlich erforderlichen Mengen
dosiert, damit kein Beschichtungsmaterial rückgeführt werden muß. Dadurch werden Probleme
der Rückführung des Beschichtungsmaterials, beispielsweise Koagulation, Verunreinigungen,
Einflüsse der Atmosphäre und dgl. vollkommen vermieden.
[0019] Bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtungen 10 oder 10' wird die Bahn 12
in einem Hochdruckbereich gegen die Beschichtungsrolle 14 durch denjenigen Druck gepreßt,
der durch die Membran 20 oder die Druckbahn 48 auf den glättenden Film 20 ausgeübt
wird. Durch Einstellung des Drucks der Membran 22 oder des Zugs in der Druckbahn 48
und darausfolgend der Kraft, mit der der glättende Film 20 gegen die Bahn 12 gedrückt
wird, ist die Dicke des Beschichtungsmaterials, das durch diesen Bereich läuft, leicht
einstellbar. Durch eine fixierte Dosiergeschwindigkeit des Beschichtungsmaterials
wird gleichzeitig die Breite des Überzugs kontrolliert. Bei einer erhöhten Dosiergeschwindigkeit
des Beschichtungsmaterials wird gleichzeitig die Breite des Überzugs vergrößert; und
durch Änderung des Drucks der Membran 20 oder des Zugs der Druckbahn 48 kann die Dicke
leicht eingestellt werden. Unter Produktionsbedingungen können diese Parameter leicht
überwacht werden, indem die Fördermenge der Dosierpumpe 32 kontrolliert wird oder
indem der Druck, der durch die Vorrichtung 28 erzeugt wird oder das Drehmoment, das
auf die Spannrolle 53 durch den fest angeordneten, ein Drehmoment erzeugenden Motor
55 ausgeübt wird, angepaßt werden. Der Motor 55 wird so betrieben, daß er bei Erreichen
des gewünschten Zuges im Band 48 zum Stillstand kommt.
[0020] Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Beschichtungsvorrichtung gemäß der Erfindung
in vorteilhafter Weise die Kontrolle der Dicke und der Breite eines Überzugs auf einer
sich bewegenden Bahn in einem großen Bereich gestattet. Dieses Ergebnis wird erhalten
ohne Anwendung präzis hergestellter Metallkanten oder Düsen zur Schichtdickenkontrolle,
beispielsweise einer Rakel oder einer Extrusionsdüse. Von wesentlicher Bedeutung ist,
daß die Beschichtungsflüssigkeit in der vorliegenden Erfindung nicht zu einem Vorratsbehälter
rückgeführt werden muß, was Verunreinigungen, Koagulation und dgl. verursachen würde,
und daß sie in den meisten Fällen auch keine metallischen Teile berührt. Wenn es gewünscht
wird, können atmosphärische Einflüsse auf die Beschichtungsflüssigkeit ausgeschaltet
werden. Der glättende Film kann leicht ersetzt werden. Er stellt den einzigen Bestandteil
der Beschichtungsapparatur dar, der mit dem Beschichtungsmaterial in Berührung kommt.
Ohne daß man sich auf ein präzis hergestelltes Teil, das der Abnützung unterliegt,
verlassen muß, kann das Beschichtungsverfahren erfindungsgemäß durch einen sorgfältig
eingestellten Hochdruckbereich auf einfache und ökonomische Art und Weise überwacht
werden.
1. Vorrichtung zum Beschichten einer sich bewegenden Bahn mit einer Flüssigkeit,
gekennzeichnet durch
a) eine Beschichtungsrolle (14), die drehbar auf einer Achse (15) angeordnet ist;
b) eine Einrichtung (22, 48) zur Ausübung von Druck auf einen Teil der Oberfläche
der Beschichtungsrolle (14);
c) eine Einrichtung (28, 55) zur Kontrolle des Drucks, der durch die Einrichtung (22,
48) ausgeübt wird;
d) einen glättenden Film (20) bestimmter Länge, wobei sich ein Teil des Film (20)
zwischen der Beschichtungsrolle (14) und der den Druck ausübenden Einrichtung (22,
48) befindet und
e) eine Einrichtung (32/36, 45), die die Dosierung der aufzutragenden Flüssigkeit
mit einer bestimmten Geschwindigkeit, in die, in Bewegungsrichtung der Bahn (12) gesehen,
vor der Berührungstelle von glättendem Film (20) mit der Bahn (12) liegende Umgebung
gestattet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Ausübung
des Drucks eine geschlossene deformierbare Membran (22) ist, die einen Kern (23) umschließt
und an einem Träger (24) befestigt ist, der durch eine Bewegung von und zu der Beschichtungsrolle
(14) eine Änderung der Kontaktfläche der Membran (22) mit der Beschichtungsrolle (14)
gestattet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck innerhalb der
Membran (22) durch ein gasförmiges Medium erzeugt und durch einen Druckmesser (28)
überwacht wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Ausübung
des Drucks eine Druckbahn (48) ist und der Druck durch eine Kontrolle des Zugs in
der Druckbahn (48) überwacht wird.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gegekennzeichnet,
daß die Druckbahn (48) in der Weise statisch auf Führungsrollen (50 und 51) angeordnet
ist, daß sie einem Teil der Oberfläche der Beschichtungsrolle (14) folgt und in diesem
Bereich die zu beschichtende Bahn (12) berührt und daß mindestens ein Ende der Druckbahn
(48) an einer der Rollen, an der ein Drehmoment erzeugt wird, befestigt ist.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckbahn (48) in der Weise statisch auf Führungsrollen (50 und 51) angeordnet
ist, daß sie einem Teil der Oberfläche der Beschichtungsrolle (14) folgt und in diesem
Bereich die zu beschichtende Bahn (12) berührt und daß die Enden der Druckbahn (48)
an einer Spannrolle (53) befestigt sind.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 4 und 6, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Einstellung des Zugs in der Druckbahn (48) ein Drehmoment an der Spannrolle
(53) mittels eines ein Drehmoment erzeugenden Motors (55) erzeugt wird, der in der
Weise betrieben wird, daß er bei Erreichen des gewünschten Zugs in der Druckbahn (48)
zum Stillstand kommt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Dosierung
der aufzutragenden Flüssigkeit eine Dosierpumpe (32) mit einer Dosierleitung (36)
ist, deren Förderleistung auf die Umdrehungsgeschwindigkeit der Beschichtungsrolle
(14) abgestimmt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Dosierung
der aufzutragenden Flüssigkeit eine Extrusionsdüse (45) mit einem Spalt (46), oder
ein Verteilerstück mit mehreren Spalten ist, deren Oberfläche in der Umgebung des
Spalts (46) die zu beschichtende Bahn (12) berührt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der glättende Film (20),
der aus flexiblem Material besteht, zwischen der Einrichtung zur Ausübung von Druck
(22, 48) und der Beschichtungsrolle (14) angeordnet ist und sich über das Ende seiner
Berührungsfläche mit der Beschichtungsrolle (14) hinaus erstreckt.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der glättende Film (20) an der Membran (22) bzw. an der Extrusionsdüse (45) befestigt
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine Auflaufrolle
(18), deren Achse (40) parallel zur Achse (15) der Beschichtungsrolle (14) verläuft,
für die zu beschichtende Bahn (12) vorgesehen ist und die Auflaufrolle (18) derart
angeordnet ist, daß die Berührungsstelle der Tangente an die Rolle (18), die Beschichtungsrolle
(14) und den glättenden Film (20) mit der Beschichtungsrolle (14) und dem glättenden
Film (20) den Bereich (37) definiert, in den die Dosierleitung (36) mündet.
13. Verfahren zum Beschichten einer sich bewegenden Bahn mit einer Flüssigkeit, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Bahn (12) über eine rotierende Beschichtungsrolle (14) geführt
wird, gegen diese ein glättender Film (20) mittels einer Membran (22) oder einer Druckbahn
(48) gedrückt wird, eine Beschichtungsflüssigkeit mit einer vorbestimmten Geschwindigkeit
in die Umgebung der Berührungsstelle der Bahn (12) mit dem glättenden Film (20) zudosiert
wird und der Druck, den die Membran (22) oder die Druckbahn (48) durch den glättenden
Film (22) auf die Bahn (12) ausüben, variiert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtungsflüssigkeiten
mit einer bestimmten Geschwindigkeit, welche auf die lineare Geschwindigkeit der Bahn
(12) abgestimmt ist, zudosiert wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtungsflüssigkeit
durch den Spalt (46) einer Düse (45) zudosiert wird und
daß die Düse (45) in der Umgebung des Spalts (46) die zu beschichtende Bahn (12) berührt,
um atmosphärische Einflüsse auf die aus dem Spalt (46) austretende Beschichtungsflüssigkeit
auszuschließen.