[0001] Die Erfindung betrifft ein Tütenband gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines derartigen Tütenbandes.
[0002] Im Handel sind Tütenbänder zu Rollen aufgewickelt erhältlich, bei denen aufeinanderfolgende
einzelne Tüten an einem Tragband hängen. Die Tüten sind auf der Rolle flach zusammengefaltet,
lassen sich aber zum Einbringen von Gegenständen in die Tüten durch Anströmen von
Luft öffnen und aufblasen. Dabei liegt der.Luftstrom im wesentlichen in der Ausgangsebene
der zusammengefalteten Tüten und ist gegen den die spätere Einfüllöffnung begrenzenden
Tütenrand gerichtet. Der beim oberen Tütenrand vorgesehene Einschnitt dient dazu,
ein Aufblasen der Tüte zu ovaler oder runder Gestalt aus der Ausgangsebene heraus
zu ermöglichen. Letzteres ist bei den üblichen Maschinen zum Abpacken von Gegenständen
unter Verwendung von Tütenbändern durch Führungen festgelegt.
[0003] In der Praxis hat sich herausgestellt, daß sich beim Anströmen von Luft bei einem
solchen bekannten Tütenband nicht alle Tüten ordnungsgemäß öffnen; oft bleiben bis
zu 20 % der Tüten geschlossen.
[0004] Durch die Erfindung soll daher ein Tütenband geschaffen werden, dessen einzelne Tüten
durch Anströmen mit Luft zuverlässig geöffnet werden können. Es soll ferner ein Verfahren
zur Herstellung eines derartigen Tütenbandes und eine Vorrichtung zur Durchführung
eines solchen Verfahrens angegeben werden.
[0005] Hierzu schafft die Erfindung ein Tütenband gemäß Anspruch 1, ein Verfahren gemäß
Anspruch 13 und gemäß Anspruch 16 sowie eine Vorrichtung gemäß Anspruch 18.
[0006] In der Praxis hat sich gezeigt, daß bei einem Tütenband, bei dem die Tüten in Förderrichtung
beim Abpacken gesehen erfindungsgemäß beim hinteren Rand mit dem Einschnitt versehen
sind, sehr sicher durch Anströmen von Luft geöffnet und aufgeblasen werden. Dies hat
vermutlich zwei Gründe:
Bei den bekannten Tütenbändern werden die den Einschnitten benachbarten Abschnitte
der Tüten geschoben und werden durch Reibungskräfte, welche durch die die Tüten abstützende
Maschinenführung hervorgerufen werden, gebremst. Dabei besteht die Gefahr, daß sich
diese Abschnitte der Tüte umschlagen. Die Tüte wird dann gerade an dem Teil der Einfüllöffnung
zusammengefaltet, wo das Sichöffnen durch den Luftstrom einsetzen soll. Bei dem erfindungsgemäßen
Tütenband werden dagegen die den Einschnitten benachbarten Tütenabschnitte geschleppt.
Durch Reibung an den entsprechenden Führungen der Abpackmaschine werden sie also in
der gewünschten Weise nach außen gezogen; sogar ein anfänglich umgeklappter, dem Einschnitt
benachbarter Tütenabschnitt wird wieder zurückgeklappt.
[0007] In der allerersten Phase des Aufblasens wird ein Teil des dem Einschnitt benachbarten
Rückwandabschnittes der Tüte durch die anströmende Luft zunächst vermehrt an die dahinter
liegende Maschinenführung angedrückt. Bei dem bekannten Tütenband, bei dem dieser
Abschnitt der Tütenrückwand unter Reibung geschoben wird, führt dies zu einer der
öffnungsbewegung entgegenwirkenden Kraft. Bei dem erfindungsgemäßen Tütenband, bei
dem der entsprechende Wandabschnitt gezogen ist, tritt eine derartige, das öffnen
der Tüte hemmende Kraft nicht auf.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in weiteren 'Ansprüchen angegeben.
[0009] Bei einem Tütenband gemäß Anspruch 2 können die einzelnen Tüten innerhalb eines Toleranzbereiches
gleicher Materialstärke abgeschnitten werden. Die Abmessungen dieses Toleranzbereiches
sind bei der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 3 durch die Abmessungen der
Zwischenräume vorgegeben, bei der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 4 durch
die Abmessungen des weiteren Einschnittes vorgegeben.
[0010] Bei einem gemäß Anspruch 5 ausgebildeten Tütenband kann das öffnen der Tüte auch
unter sehr ungünstigen Bedingungen dadurch sichergestellt werden, daß ein senkrecht
zur Ausgangsebene gerichteter Luftstrahl durch die Durchbrechung einer Tüte auf die
Tütenvorderwand gelangt und diese so von der Rückwand abhebt.
[0011] Ist die Durchbrechung gemäß Anspruch 6 beim Ende der ,Einschnitte vorgesehen, so
läßt sie sich auf einfache Weise zusammen mit diesen erzeugen und schließt zugleich
die Einschnitte ab, so daß diese unter Zugkräften nicht mehr weiter einreißen, da
am Ende der Einschnitte keine Kerbwirkung mehr vorliegt.
[0012] Ein Tütenband gemäß Anspruch 7 hat ein einlagiges Tragband. Bei den bekannten Tütenbändern
besteht das Tragband aus zwei miteinander verschweißten Lagen. Das Verschweißen dieser
beiden Lagen bedeutet aber einen zusätzlichen Aufwand, und trotzdem können sie sich
unter ungünstigen Transportbedingungen noch gegeneinander verschieben, was zu Unregelmäßigkeiten
im Betrieb der Abpackmaschine führt.
[0013] Ein Doppeltütenband gemäß Anspruch 8 läßt sich besonders gut zu einer Rolle wickeln,
da es über die gesamte Breite dieselbe Dicke hat und durchgehend ist. Am Einsatzort
läßt sich das Doppel-Tütenband leicht durch mechanische Kräfte in zwei getrennte Tütenbänder
aufteilen. ,
[0014] Mit der Weiterbildung gemäß Anspruch 9 wird erreicht, daß ein noch geringfügig belastbarer
Verbund zwischen den beiden Tütenbändern erhalten wird, die beiden Tütenbänder zugleich
aber auch leicht voneinander getrennt werden können.
[0015] Werden bei Tütenbändern die einzelnen Tüten in der Abpackmaschine nicht genau in
Höhe der in Bahnlängsrichtung verlaufenden Einschnitte abgeschnitten, so kann es insbesondere
bei mit schweren Waren gefüllten Tüten vorkommen, daß die Tüten gegen Ende des Abschneidvorganges
über einen schmalen Materialstreifen noch mit dem Tragband in Verbindung stehen, welcher
durch den zwischen der Schnittlinie und dem Einschnitt liegenden Folienabschnitt gebildet
ist. Dies ist zwar für viele Anwendungsfälle nicht störend, insbesondere beim Abpacken
schwerer Waren und beim Arbeiten mit hoher Geschwindigkeit können sich aber Störungen
in der Führung des Tragbandes und der Tüten ergeben.
[0016] Ein Tütenband gemäß dem Anspruch 10 ist so weitergebildet, daß auch bei nicht genau
mit den Einschnitten fluchtender Schnittlinie ein einwandfreies Abtrennen der Tüten
und eine einwandfreie Führung des Tragbandes erhalten wird, auch dann, wenn das Tütenband
mit schwereren Waren gefüllt wird oder mit großer Geschwindigkeit läuft.
[0017] Das einwandfreie Abtrennen der Tüten wird so ohne Mehraufwand bei der Herstellung
des Tütenbandes erreicht, da es kostenmäßig keinen Unterschied macht, ob der durch
Umlaufmesser oder Trennschweißungen erzeugte Einschnitt, welcher das Aufblasen der
Tüten begünstigt, noch zusätzlich mit einem'abgewinkelten, im wesentlichen transversal
zur Bahnlängsrichtung verlaufenden Abschnitt versehen wird.
[0018] Bei dem Tütenband gemäß Anspruch 10 werden unabhängig von der jeweiligen transversalen
Lage der Schnittlinie innerhalb eines vorgegebenen Abschneidbereiches alle Tüten gleichermaßen
dann abgeschnitten, wenn die Schnittlinie den zugeordneten transversalen Abschnitt
des das Aufblasen begünstigenden Einschnittes erreicht. Die Tüten fallen bei der-beim
Abpacken in der Regel verwendeten Ausrichtung ihrer Längsachse dann unter genau reproduzierbaren
Verhältnissen, insbesondere.unter vorgegebener Orientierung ab. Diese Orientierung
liegt näher bei der ursprünglichen Orientierung der Tüten im Tütenband als bei einem
Tütenband ohne abgewinkelten Abschnitt 30a.
[0019] Mit der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 11 wird ein besonders breiter
Abschneidbereich-erhalten, innerhalb dessen die transversale Lage des zum Abschneiden
der Tüten verwendeten Messers schwanken kann, ohne daß dies auf das Abschneiden der
Tüten einen Einfluß hätte.
[0020] Mit der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 12 wird erreicht, daß in der Abpackmaschine
beim Abschneiden der einzelnen Tüten neben dem wieder zu einer Rolle aufgewickelten
Tragband und den abgetrennten Tüten nicht noch zusätzlich Folienabschnitte anfallen,
welche getrennt beseitigt werden müßten.
[0021] Mit dem Verfahren gemäß Anspruch 13 lassen sich Tütenbänder herstellen, bei denen
die einzelnen Tüten in geringem Abstand aufeinander folgen und am Boden verschlossen
sind.
[0022] Erzeugt man die Einschnitte gemäß Anspruch 14 unter Verwendung von Schneidmessern,
so ist sichergestellt, daß sich die Einfüllöffnung der Tüten beim Anströmen mit Luft
sicher öffnet.
[0023] Mit der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 15 ist sichergestellt, daß der
Einschnitt auf jeden Fall bis zum hinteren Rand einer Tüte durchgeht. Bleibt nämlich
an der hintersten Stelle eines Einschnittes ein Steg stehen, so kann sich die Tüte
nicht aus der Ausgangsebene herauswölben, genau so wie wenn überhaupt kein Einschnitt
vorgesehen wäre.
[0024] Das Verfahren gemäß Anspruch 16 eignet sich zur einfachen Herstellung eines Doppel-Tütenbandes,
wobei die über den Uberlappungsbereich hinausstehenden Randabschnitte der Folienbahnen
jeweils Tragabschnitte für ein fertiges Tütenband bilden.
[0025] Das nach dem Verfahren gemäß Anspruch 16 erhaltene Doppel- Tütenband kann entweder
als solches in den Handel gebracht werden oder gemäß Anspruch 17 an den Trennschweißungen
aufgebrochen und in zwei einfache Tütenbänder zerlegt werden.
[0026] Eine Vorrichtung, wie'sie im Anspruch 18 angegeben ist, benötigt nur eine einzige
Steuereinrichtung für die Schneideinheiten, welche die Einschnitte in den ineinander
geschachtelten Tütensätzen erzeugen.
[0027] Eine Vorrichtung gemäß Anspruch 19 eignet sich besonders gut für eine kontinuierliche
Herstellung eines Tütenbandes.
[0028] Mit der Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 20 wird erreicht, daß die beiden
zugleich erzeugten Tütenbänder durch senkrecht zur gemeinsamen Ausgangsebene angreifende
Kräfte getrennt werden, ohne daß auf die Tüten selbst nennenswerte Zugbelastungen
ausgeübt werden, durch welche die aus sehr dünner Folie gefertigten Tüten verzogen
werden könnten. Ein weiterer Vorteil der Vorrichtung nach Anspruch 20 ist der, daß
die beiden Tütenbänder-nach dem Aufbrechen der Solltrennstellen auch zugleich räumlich
getrennt anfallen.
[0029] Nachstehend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine Aufsicht auf einen Abschnitt eines ersten Tütenbandes, das geschlossene,
eng aufeinander folgende Tüten aufweist;
Fig. 2 eine Ansicht eines Abschnittes eines zweiten Tütenbandes mit in Abstand aufeinander
folgenden, unten offenen Tüten zum Abpacken von Blumen;
Fig. 3 einen ersten Herstellungsabschnitt des Tütenbandes nach Fig. 2;
Fig. 4 einen zweiten Herstellungsabschnitt des Tütenbandes nach Fig. 2;
Fig. 5 eine schematische Ansicht einer Maschine zum Herstellen des Tütenbandes nach
Fig. 2;
Fig. 6 eine Abwicklung der Mantelfläche einer Schweißtrommel der Maschine nach Fig.
5;
Fig. 7 eine Abwicklung der Mantelf.läche einer Trenntrommel der Maschine nach Fig.
5;
Fig. 8 eine erste Ausführungsform eines Tütenbandes ' aus Kunststoffolie, bei dem
das Aufblasen der Tüten begünstigende Einschnitte zusätzlich mit einem transversalen
Abschnitt versehen sind; und
Fig. 9 ein ähnliches Tütenband wie in Fig. 8 dargestellt, wobei jedoch zusätzlich
die in Abpackrichtung hinter den transversalen Einschnitten liegenden Folienteile
entfernt sind.
[0030] Fig. 1 zeigt ein endloses Tütenband bestehend aus einem Tragband 2 und aufeinander
folgenden Tüten 4, die mit ihrer Rückwand an das einlagige Tragband angeformt sind.
Die Vorderwand 6 der einzelnen Tüten endet in einem oberen Rand 8, der die spätere
Einfüllöffnung der Tüte begrenzt. Die Tüten 4 sind durch Trennschweißungen 10 abgeteilt,
die mit einem Abschnitt 10a eine vorgegebene Strecke über dem oberen Rand 8 der Tüten
enden. Auf diese Weise erhält man bei jeder Tüte einen Abschneidbereich 12 mit der
in der Zeichnung angegebenen Breite W, innerhalb dessen das Abschneiden der Tüten
durch eine nicht gezeigte Schneideinrichtung der Abpackmaschine an beliebiger Stelle
erfolgen kann. Der Abschneidbereich ist ebenso wie das Tragband selbst einlagig, so
daß beim Abschneiden der einzelnen Tüten vom Tragband gleichbleibende, gute Schneidbedingungen
vorliegen.
[0031] Im in Förderrichtung beim Abpacken gesehen hinten liegenden Teil der Abschneidbereiche
12 sind Einschnitte 14 vorgesehen, die sich horizontal über etwa ein Drittel der Tütenbreite
erstrecken und geringfügig über die nachfolgende Trennschweißung 10 hinausgeführt
sind. Auf diese Weise wird erreicht, daß der obere Rand der Tüten sich beim Anströmen
von oben mit einem im wesentlichen in der durch die Tüten vorgegebenen Ausgangsebene
liegenden Luftstrom 16 öffnen kann und ovale Form oder die Form eines abgeplatteten
Kreises annehmen kann, wie dies im rechten Teil von Fig. 1 angedeutet ist.
[0032] Für besonders ungünstige Anströmverhältnisse, z. B. lange und enge Tüten, oder bei
Verwendung von Tütenbändern aus solchen Folien, die gut aneinander haften, ist zusätzlich
in der Rückwand der Tüten jeweils ein Loch 18 vorgesehen, durch das ein nicht gezeigter
scharfer Luftstrahl von der Tütenrückseite auf die Vorderwand der Tüten gerichtet
werden kann, wodurch diese etwas abgehoben wird und damit dem in der Tütenebene liegenden
Luftstrom 16 eine größere Angriffsfläche bietet. Auf diese Weise kann der Luftstrom
16 die Tüte leichter vollständig öffnen. Die Löcher 18 sind vorzugsweise beim innen
liegenden Ende der Einschnitte 14 angeordnet, also bei einem mittleren Abschnitt des
oberen Randes 8.
[0033] Das in Fig. 1 gezeigte Tütenband läßt sich wie folgt herstellen:
In eine Folienbahn, deren Breite gleich der des Tragbandes plus der doppelten Tiefe
der Tüten ist, werden die Einschnitte 14 und die Löcher 18 mit exzenterbetätigten
Stanzmessern eingeschnitten. Dann wird der untere Bahnabschnitt zur Bildung der Tütenvorderwand
hochgeklappt und die Trennschweißungen 10 werden um die Strecke W bis über den oberen
Rand der Vorderwand 6 hochgezogen, was z. B. mit einer Schweißtrommel mit entsprechend
langen Schweißrippen erfolgen kann. Dann werden die äußeren Enden der Einschnitte
14, über die die Trennschweißungen hinweggeführt sind, sicherheitshalber noch einmal
aufgebrochen, was durch Zusammenarbeiten der Rollen mit komplementärem, V-förmigem
Profil erfolgen kann. Wo Löcher 18 nicht benötigt werden, erfolgt das Erzeugen der
Einschnitte 14 einfach erst nach dem Erzeugen der Trennschweißungen, wodurch sichergestellt
ist, daß die hinteren Enden der Abschnitte 14 völlig offen sind. Man kann auch zuerst
nur die Löcher 18 einstanzen, dann die Trennschweißungen 10 durchführen und zuletzt
die Einschnitte 14 anbringen.
[0034] Das so hergestellte Tütenband hat nach unten geschlossene Tüten, die sich z. B. zum
Einfüllen von Schüttgut eignen.
[0035] Fig. 2 zeigt ein zum Abpacken von Blumen geeignetes Tütenband mit einem Tragband
20 und in Abstand aufeinanderfolgenden Tüten 22. Die Tütenrückwand ist an das einlagige
Tragband 20 über vorspringende, diskrete Aufhängeabschnitte 24 angeformt. Die Breite
der letzteren senkrecht zur Bandlängsachse ist wiederum mit W bezeichnet. Auf diese
Weise kann das Abschneiden der Tüten vom Tragband wiederum innerhalb eines Toleranzbereiches
im einlagigen Material durchgeführt werden. Die Vorderwand 26 endet wiederum in einem
oberen Rand 28, der die Einfüllöffnung der Tüten begrenzt. In den diskreten Aufhängeabschnitten
24 sind am hinteren Ende Einschnitte 30 vorgesehen. Trennschweißungen 32 verlaufen
schräg zur Bandlängsrichtung geneigt, so daß die einzelnen Tüten nach dem Aufblasen
kegelstumpfförmige Gestalt haben. Die Tüten sind unten offen, wobei die Unterkante
36 der Rückwand der Tüte um die Strecke W über der Unterkante 38 der Vorderwand der
Tüte liegt.
[0036] Anhand der Figuren 3 und 4 wird nun die Herstellung des Tütenbandes nach Fig. 2 besprochen.
[0037] Zwei gleich breite Folienbahnen aus Polyäthylen oder PVC mit einer Dicke von etwa
2g (maximale Dicke 50n) werden um die Breite des Tragbandes gegeneinander versetzt
zusammengeführt. Danach werden die Trennschweißungen 32 ausgeführt, die zum Teil durch
einlagiges Material geführte Abschnitte 44 bzw. 46 aufweisen. Der besseren Verständlichkeit
halber und zur besseren Korrelation mit Fig. 2 ist als Förderrichtung bei der Herstellung
einer Tütenbandvorratsrolle die entgegengesetzte Richtung dargestellt wie die Förderrichtung
beim Abpacken. Man kann natürlich auch die Förderrichtung bei der Herstellung gleich
der beim Abpacken wählen, insbesondere wenn man eine Maschine zur Herstellung eines
Tütenbandes direkt mit einer Abpackmaschine koppeln will, wobei dann das Tütenband
zwischenzeitlich nicht zu einer Rolle aufgewickelt wird.
[0038] Bei der in der Zeichnung dargestellten Herstellung einer Tütenbandrolle werden also
die Einschnitte 30 in Herstellungsförderrichtung gesehen vorne in den Aufhängeabschnitten
24 erzeugt. Beim Wiederabwickeln des Tütenbandes von der Rolle liegen sie dann in
Abpack-Förderrichtung gesehen im hinteren Teil der Aufhängeabschnitte 24. Die Einschnitte
30 sind wiederum etwas über die benachbarte Trennschweißung hinausgeführt.
[0039] Das so erhaltene, noch zusammenhängende Doppel-Tütenband, bei dem die entsprechenden
Teile mit entsprechenden, jedoch mit einem Beistrich versehenen Bezugszeichen versehen
sind, kann als solches in den Handel gebracht werden, um später am Einsatzort längs
der Trennschweißungen in zwei Tütenbänder aufgebrochen zu werden und dann gleichzeitig
zwei Abpackmaschinen zu versorgen. Das Doppel-Tütenband kann aber auch schon bei der
Herstellung auseinandergezogen werden und zu zwei getrennten Vorratsrollen aufgewickelt
werden.
[0040] Fig. 4 zeigt schematisch eine Maschine zur Herstellung zweier getrennter Tütenbänder
ausgehend von zwei Kunststoffolien gemäß dem oben unter Bezugnahme auf die Figuren
3 und 4 beschriebenen Verfahren.
[0041] Die beiden Folienbahnen 40, 42 werden von zwei Vorratsrollen 48, 50 abgezogen, die
schon um die Breite des Tragbandes gegeneinander versetzt sind. Die beiden Folienbahnen
laufen dann gemeinsam in den Walzenspalt zwischen einer Schweißtrommel 52 und einer
mit hitzebeständigem Gummi beschichteten Gegentrommel 54. Die miteinander linienhaft
verschweißten Folienbahnen laufen dann zwischen einer Schneidtrommel 56 und einer
dieser zugeordneten Gegentrommel 58 hindurch. Die Schneidtrommel 56 ist an den den
Einschnitten 30 zugeordneten Stellen mit Messern versehen, ihre Gegentrommel mit entsprechenden
Gegenmessern.
[0042] Die verschweißten und mit Einschnitten versehenen Folienbahnen laufen dann durch
ein Trenntrommelpaar 60, 62, das die beiden Tütenbänder unter Anwendung einer senkrecht
zur Folienbahn gerichteten Kraft auseinanderzieht. Dies erfolgt derart, daß das in
Fig. 4 oben liegende Tütenband nach unten gedrückt wird. Dieses Tütenband wird dann
weiter nach unten umgelenkt und in im wesentlichen unveränderter Orientierung zu der
Tütenbandrolle 64 aufgewickelt. Dabei sind die Tüten durch ein Tragblech 66 abgestützt.
[0043] Das in Fig. 4 unten liegende Tütenband wird nach oben abgezogen, wobei die Tüten
zunächst noch durch ein wendelförmiges Tragblech abgestützt sind. Auf ihm gleiten
die Tüten insgesamt nach oben, wobei aber die Tütenenden bezüglich des zugeordneten
Tragbandabschnittes zunehmend abgesenkt werden. Dort, wo die Tüten des nach oben abgezogenen
Tütenbandes nicht mehr in Berührung zum unteren
Tütenband treten können, endet das Tragblech 68, und durch ein weiteres, wendelförmiges
Tragblech 70 werden die Tüten im gleichen Drehsinne wie beim vorherigen Absenken angehoben,
wobei zugleich das Tragband selbst entsprechend geschränkt wird. Am Ende des Tragbleches
70 sind die Tüten des nach oben abgezogenen Tütenbandes genau so ausgerichtet wie
die des nach unten abgezogenen Tütenbandes, nur sind sie von oben gesehen im wesentlichen
um die Breite des Tütenbandes seitlich versetzt. Das nach oben abgezogene Tütenband
wird zu einer seitlich zur unteren Tütenbandrolle 64 versetzten Tütenbandrolle 72
aufgewickelt.
[0044] Fig. 6 zeigt eine Abwicklung der Mantelfläche der Schweißtrommel 52. Man erkennt
auf die Manteloberfläche aufgesetzte Schweißrippen 74. Diese können z. B. in den Trommelkörper
eingesetzte, mit Schweißkanten versehene Stäbe sein, welche elektrisch beheizt sind.
[0045] Fig. 7 zeigt die Abwicklung der Mantelfläche einer der Trenntrommeln, wobei vorspringende
Mantelflächenabschnitte 76 getüpfelt dargestellt sind, während zurückspringende Mantelflächenabschnitte
78 nicht besonders markiert sind. Die andere Trenntrommel hat genau komplementäre
Gestalt und greift zahnradartig in die erste Trenntrommel ein. Auf diese Weise wird
das Doppel-Tütenband beim Hindurchlaufen durch die Trenntrommeln an den Trennschweißungen
senkrecht zur Bahnebene so stark beansprucht, daß die Trennschweißungen durchbrechen.
Die erhaltenen beiden Tütenbänder laufen so schon in unterschiedlicher Höhe aus dem
Trenntrommelpaar heraus.
[0046] Wie in der Zeichnung symbolisch durch gestrichelte Linien dargestellt ist, sind die
Schweißtrommel, die Schneidtrommel und die Trenntrommel sowie die diesen zugeordneten
Gegentrommeln von einem gemeinsamen Antrieb her synchron angetrieben. Der voreingestellte
Phasenunterschied der Winkelstellung der verschiedenen Trommeln entspricht ihrem Achsabstand
in Herstellförderrichtung gesehen geteilt durch den Trommelradius.
[0047] Die Figuren 8 und 9 zeigen abgewandelte Tütenbänder, bei denen die Einschnitte 30
zusätzlich mit einem transversalen Abschnitt versehen sind. Bei diesen Ausführungsbeispielen
sind Teile, welche obenstehend schon unter Bezugnahme auf die Figuren 2 bis 4 beschriebenen
Teilen entsprechen, mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0048] Fig. 8 zeigt ein zum Abpacken von Blumen geeignetes Tütenband mit einem Tragband
20 und in Abstand aufeinander folgende Tüten 22. Die Tütenrückwand ist jeweils an
das einlagige Tragband 20 über transversal vorspringende diskrete Aufhängeabschnitte
24 angeformt. Zwischen diesen Aufhängeabschnitten 24 liegen verminderte Breite aufweisende
Tragbandabschnitte 24a, deren in der Zeichnung untere Kante mit 24b bezeichnet ist.
[0049] Eine Vorderwand 26 der Tüten 22 endet in einem oberen Rand 28, welcher die Einfüllöffnung
der Tüten begrenzt. In der Zeichnung ist die Richtung, in welcher das Tütenband beim
Abpacken bewegt wird, durch einen Pfeil 29 angedeutet. In den bezüglich der Abpackförderrichtung
hinten liegenden Enden der diskreten Aufhängeabschnitte 24 sind Einschnitte 30 vorgesehen,
welche das Aufblasen der Tüten beim Anströmen mit einem transversal zur Bahnlängsrichtung
verlaufenden, in der Zeichnung von oben nach unten gerichteten Luftstrom erleichtern.
Durch Trennschweißungen 32 gebildete seitliche Kanten der Tüten verlaufen schräg zur
Bandlängsrichtung geneigt, so daß die einzelnen Tüten nach dem Aufblasen kegelstumpfförmige
Gestalt haben. Die Tüten sind unten offen, wobei die Unterkante 36 der Tütenrückwand
um eine Strecke über der Unterkante 38 der Tütenvorderwand liegt, welche gleich dem
Abstand des oberen Randes 28 der Vorderwand 26 von den Kanten 24b ist.
[0050] Die Einschnitte 30 haben an dem der Mitte der Tüten benachbarten Ende einen sich
anschließenden, in transversaler Richtung zum freien Rand des Tragbandes 20, d. h.
in der Zeichnung nach oben verlaufenden Abschnitt 30a, der etwas oberhalb einer die
Kanten 24b verbindenden Geraden liegt.
[0051] In der Zeichnung ist der transversale Abstand zwischen den Kanten 24b der verminderte
Breite aufweisenden Tragbandabschnitte 24a und den Einschnitten 30 mit W bezeichnet.
Innerhalb des so vorgegebenen Abschneidbereiches kann das zum Abtrennen der Tüten
verwendete Messer in beliebiger transversaler Stellung stehen, ohne daß dies auf den
Zeitpunkt des Abtrennens der Tüten oder auf die Orientierung, mit der die Tüten vom
Tragband freikommen, einen Einfluß hätte. Das Tütenband braucht somit bezüglich des
Messers nicht präzise justiert zu werden. Bei einem Tütenband, wie es üblicherweise
zum Abpacken von Blumen verwendet wird, haben die Tüten etwa eine Höhe von 40 cm,
der Abstand W beträgt etwa 20 mm und die Breite der schmalen Tragbandabschnitte 24a
beträgt ebenfalls etwa 20 mm.
[0052] Die in Fig.
9 gezeigte Ausführungsform eines Tütenbandes ist der in Fig. 8 gezeigten fast völlig
gleich. Nur sind die Kanten 24b bis zum oberen Ende der Abschnitte 30a der Einschnitte
30 durchgezogen. Auf diese Weise fallen beim Abschneiden der Tüten 22 keine kleinen
Folienabschnitte an, wie dies beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 der Fall ist, wenn
durch das Messer zugleich auch ein Teil des durch den Einschnitt 30 und den sich an
ihn anschließenden Abschnitt 30a begrenzten Folienlappens abgetrennt wird.
[0053] In der Praxis kann mit den in Fig. 1 und 2 gezeigten Tütenbändern bei den oben angegebenen
Abmessungen mit einer Geschwindigkeit von 12 m/Min. gut gearbeitet werden. Von der
Konstruktion des Tütenbandes her sind Geschwindigkeiten von 30 bis 40 m/Min. erreichbar,
jedoch werden derartig hohe Abpackgeschwindigkeiten beim manuellen Füllen der Tüten
mit einer Ware in der Regel nicht benötigt.
1. Tütenband mit mindestens einem durchgehenden Tragband und an diesem hängenden aufeinander
folgenden Tüten, die beim oberen Tütenrand mit einem im wesentlichen in Bandlängsrichtung
verlaufenden Einschnitt versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte
(14; 30) in Förderrichtung des Tütenbandes beim Abpacken gesehen beim hinteren Rand
der Tüten (4'; 22) vorgesehen sind.
2. Tütenband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte (14; 30)
jeweils in einem unteren, eine Verlängerung der hinteren Tütenwand darstellenden,
vom eigentlichen durchgehenden Tragband vorspringenden, diskreten Aufhängeabschnitt
(12; 24) ausgebildet sind.
3. Tütenband nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen benachbarten Aufhängeabschnitten
(24) Zwischenräume (44) liegen.
4. Tütenband nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Aufhängeabschnitte
(12) durch einen weiteren Einschnitt (10a) voneinander getrennt sind.
5. Tütenband nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch mindestens eine
in den Rückwänden der Tüten (4) ausgebildete Durchbrechung (18).
6. Tütenband nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrechungen (18)
beim Ende der Einschnitte (14) liegen.
7. Tütenband nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragband
(2) eine einlagige Verlängerung der hinteren Tütenwand darstellt.
8. Tütenband nach einem der Ansprüche 1 bis 7,.dadurch gekennzeichnet, daß es zwei
in transversaler Richtung einander gegenüberliegende Tragbänder (20; 20') aufweist,
die kammartig ineinander greifende Tüten (22; 22') tragen und daß die Tragbänder und
die Tüten der beiden Sätze über Solltrennstellen (32) zu einer Bahn zusammengehalten
sind.
9. Tütenband nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß es aus schweißbarem Plastikmaterial
besteht und die Solltrennstellen Trennschweißungen (32) sind.
10. Tütenband nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte
(30) einen sich in im wesentlichen transversaler Richtung zum freien Rand des Tragbandes
(20) erstreckenden Abschnitt (30a) aufweisen.
11. Tütenband nach Anspruch 10, wobei das Tragband zwischen den Tüten liegende Abschnitte
verminderter Breite aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der transversalen
Abschnitte (30a) der Einschnitte (30) im wesentlichen mit den die schmäleren Tragbandabschnitte
(24a) begrenzenden Kanten (24b) fluchten oder geringfügig über diese hinausgeführt
sind.
12. Tütenband nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die die schmäleren Tragbandabschnitte
(24a) begrenzenden Kanten (24b) bis zu den.transversalen Abschnitten (30a) der Einschnitte
(30) durchgeführt sind.
13. Verfahren zum Herstellen eines Tütenbandes nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Folienbahn aus Plastikmaterial in Bahnlängsrichtung
so zusammengefaltet wird, daß die Längskante des einen axialen Bahnabschnittes in
einem Abstand von der Längskante des anderen axialen Bahnabschnittes liegt, der der
Breite des Tragbandes entspricht, daß im wesentlichen transversal zur Längsrichtung
der gefalteten Bahn Trennschweißungen ausgeführt werden, die über die Längskante des
ersten axialen Bahnabschnittes hinausgeführt sind, und daß in dem transversalen Bereich
zwischen den Enden der transversalen Trennschweissungen und der ersten Längskante
die Einschnitte in dem in Förderrichtung beim Herstellen vorderen und in Förderrichtung
beim Abpacken hinteren Abschnitt der Tüten hergestellt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte durch
Schneiden erzeugt werden.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschnitte
geringfügig über die nächstbenachbarte Trennschweißung hinausgeführt werden.
16. Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung zweier Tütenbänder nach einem der Ansprüche
1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Folienbahnen aus Plastikmaterial um die
Breite des Tragbandes transversal gegeneinander versetzt zusammengeführt werden und
daß Trennschweißungen mit transversaler Komponente über den überlappungsbereich der
Folienbahnen hinausgeführt werden.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Doppel-Tütenband zur
Bildung zweier einzelner Tütenbänder an den Trennschweißungen aufgebrochen wird.
18. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 16 oder 17, gekennzeichnet
durch eine Schneidvorrichtung zur Erzeugung der Einschnitte an den beiden Tütensätzen,
welche in Förderrichtung um ein halbes Periodizitätsintervall versetzte, gleichzeitig
periodisch betätigbare Schneideinheiten aufweist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneideinheiten
umlaufende Schneidmesser (56, 58) aufweisen.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18 oder 19, gekennzeichnet durch ein Trenntrommelpaar
mit den Tütenbändern jeweils zugeordneten erhabenen bzw. vertieften Mantelflächenabschnitten
(76, 78).