[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der elektrischen Kabel und Leitungen, die eine
äußere Umhüllung aus Silikonkautschuk aufweisen. Derartige Kabel und Leitungen werden
vor allem dort eingesetzt, wo während des Betriebes hohe Umgebungstemperaturen auftreten.
Umhüllungen aus Silikonkautschuk sind beispielsweise bekannt und üblich bei flexiblen
Aderleitungen sowie bei ein- und mehradrigen Schlauchleitungen; gegebenenfalls besteht
auch die Aderisolierung aus Silikonkautschuk (ETZ-B 1971, Seite 573, DE-OS 26 59 541).
[0002] Silikonkautschuk ist zwar vor allem wegen seiner Temperaturbeständigkeit ein bei
höheren Temperaturen bevorzugter Isolier- und Ummantelungswerkstoff für elektrische
Kabel und Leitungen, doch sind dem Einsatz dieses Werkstoffes wegen seiner verhältnismäßig
niedrigen Werte für die Weiterreißfestigkeit, die Kerbfestigkeit, die Wärmedruckbeständigkeit,
die Wasserdampfpermeation und in gewisser Weise auch für die Flammwidrigkeit Grenzen
gesetzt. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, elektrischen Kabeln und Leitungen,
deren Leiter oder Ader oder aus mehreren Adern bestehende Seele mit einer äußeren
Umhüllung aus Silikonkautschuk umgeben ist, durch eine konstruktive Verbesserung der
Umhüllung einen größeren Anwendungsbereich zu erschließen.
[0003] Gemäß der Erfindung ist bei derartigen Kabeln und Leitungen eine Folie aus wärmebeständigem
Material vorgesehen, die längseinlaufend oder wendelförmig mit überlappenden Bandkanten
zum Rohr geformt und auf der Innenseite der Umhüllung angeordnet oder in die Umhüllung
eingebettet ist und die auf der bzw. den der Umhüllung zugekehrten Fläche(n) silikonisiert
ist.
[0004] Mit einer gemäß der Erfindung vorgesehenen Folie können die physikalischen Eigenschaften
der Umhüllung aus Silikonkautschuk bzw. einer eine solche Umhüllung aufweisenden Ader
oder eines Kabels oder einer Leitung wesentlich verbessert werden, wobei die Art der
Verbesserung von der Art der verwendeten Folie abhängt. Wesentlich ist in allen Fällen
die Silikonbeschichtung der Folie, über die beim Vulkanisieren der äußeren Umhüllung
aus Silikonkautschuk eine innige Verbindung der Folie mit der Umhüllung erreicht wird.
[0005] Als wärmebeständige Folien kommen beispielsweise Kunstostoffolien auf der Basis von
Polymeren oder Elastomeren in Betracht, insbesondere Folien auf der Basis von Polyestern,
Polycarbonaten oder Fluorkunststoffen. Derartige .Folien lassen sich ein- oder beidseitig
silikonisieren. Ordnet man derartige Folien auf der Innenseite einer Silikonkautschukisolierung
einer flexiblen Aderleitung an, so wird durch die Folie ein Eindringen der Silikonkautschukisolierung
in die Zwischenräume des mehrdrähtigen Leiters der flexiblen Ader verhindert, wodurch
die Flexibilität der Ader als Ganzes und die Abstreifbarkeit der Silikongummiisolierung
verbessert werden.
[0006] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die silikonisierte Folie auch aus einer
Metallfolie aus beispielsweise Kupfer oder Aluminium oder aus einer metallkaschieren
Kunststoffolie bestehen. Mit Hilfe derartiger Folien, die ebenfalls in die Umhüllung
aus Silikongummi eingebettet sind oder auf der Innenseite der Umhüllung angeordnet
sind, läßt sich insbesondere die Permeationsbeständigkeit von Silikongummiumhüllungen
gegenüber Heißdampf und Feuchtigkeit wesentlich erhöhen.
[0007] Sofern beabsichtigt ist, zusätzlich oder allein die Zugfestigkeit einer Umhüllung
aus Silikongummi zu verbessern, kann die Folie aus einer dünnen Metallfolie mit einer
Auflage aus einem Glasfasergewebe oder einem Glasfasergitter bestehen. Die Zugkräfte
eines entsprechenden-Kabels oder einer entsprechenden Leitung werden dann im wesentlichen
von der silikonisierten Glasgitter-/ Aluminiumfolie aufgenommen.
[0008] Sofern man im wesentlichen eine Verbesserung der Flammwidrigkeit von Silikongummimänteln
im Auge hat, empfiehlt es sich, eine Folie zu verwenden, die ganz oder teilweise aus
Glimmer besteht, also beispielsweise eine mit Glimmer beschichtete Kunststoff- oder
Metallfolie. Im Brandfall würde die ganz oder teilweise aus Glimmer bestehende Folie
als Flammbarriere wirken. Eine ähnliche Wirkung kann mit Gewebebändern oder Geflechten
aus Glasseide oder Mineralfasern erreicht werden, die ein- oder beidseitig silikonisiert
sind.
[0009] Bei der Herstellung von gemäß der Erfindung ausgebildeten Adern, Kabeln oder Leitungen
wird immer derart vorgegangen, daß zunächst auf den Leiter, die Ader oder die aus
mehreren Adern bestehende Seele eine silikonisierte Folie längseinlaufend oder wendelförmig
aufgebracht wird, gegebenenfalls auf einen zuvor extrudierten Innenmantel aus Silikonkautschuk,
und daß anschließend die äußere Umhüllung aus Silikonkautschuk auf die zum Rohr geformte
Folie extrudiert wird. Beim anschließenden Ausvulkanisieren der äußeren und gegebenenfalls
auch der inneren Umhüllung aus Silikongummi entsteht eine homogene innige Verbindung
zwischen der Folie und der äußeren und gegebenenfalls der inneren Umhüllung.
[0010] Zwei Ausführungsbeispiele einer gemäß der Erfindung aufgebauten elektrischen Leitung
sind in den Figuren 1 bis 3 dargestellt.
[0011] Fig. 1 zeigt im Querschnitt und Fig. 2 in vergrößerter Darstellung im Ausschnitt
eine mehradrige elektrische Leitung 1, deren Adern 2 zur Kabelseele verseilt sind.
Die miteinander verseilten Adern sind zunächst von einer Seelenbespinnung 3 umgeben,
auf die ein Innenmantel 4 aus Silikonkautschuk.aufgebracht ist. Der Innenmantel ist
von einer längseinlaufend zu einem Rohr mit überlappenden Bandkanten geformten Folie
5 umgeben, die aus einer dünnen Aluminiumfolie besteht und beidseitig mit einer Beschichtung
6 aus Silikon versehen ist. Darüber befindet sich die äußere Umhüllung 7 aus ebenfalls
Silikonkautschuk. Die Folie 5 ist mittels der äußeren und der inneren Beschichtung
6 bei der zum Vulkanisieren durchgeführten Wärmebehandlung der inneren und der äußeren
Umhüllungen 4 und 7 mit diesen Umhüllungen innig verbunden. Die Folie 5 stellt eine
Sperre gegenüber der Permeation von Feuchtigkeit und Heißdampf dar. Das in der Figur
dargestellte Kabel ist daher besonders geeignet zum Einsatz in Kraftwerken, d. h.
an Stellen, bei denen mit der Einwirkung von Heißdampf zu rechnen ist.
[0012] Fig. 3 zeigt eine flexible Aderleitung, deren Litzenleiter 10 mit einer Isolierung
11 aus Silikonkautschuk umgeben ist. Auf der Innenseite der Isolierung 11 ist die
silikonbeschichtete Kunststoffolie angeordnet, die mit der Isolierung 11 verschweißt
ist.
1. Elektrisches Kabel oder elektrische Leitung, deren Leiter, Ader oder aus mehreren
Adern bestehende Seele von einer äußeren Umhüllung aus Silikonkautschuk umgeben ist,
gekennzeichnet ' durch eine auf der Innenseite der Umhüllung (7) angeordnete oder
in die Umhüllung (4, 7) eingebettete Folie (5) aus wärmebeständigem Material, die
längseinlaufend oder wendelförmig mit überlappenden Bandkanten zum Rohr geformt ist
und die auf der bzw. den der Umhüllung zugekehrten Fläche(n) silikonisiert (6) ist.
2. Elektrisches Kabel oder elektrische Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Folie aus einem wärmebeständigen Polymer oder Elastomer wie Polyester, Polycarbonat
oder Fluorkunststoff besteht.
3. Elektrisches Kabel oder elektrische Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Folie (5) aus Metall wie Kupfer oder Aluminium oder aus einer metallkaschieren
Kuntstoffolie besteht.
4. Elektrisches Kabel oder elektrische Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Folie aus Aluminium mit einer Auflage aus einem Glasfasergewebe oder einem
Glasfasergitter besteht.
5. Elektrisches Kabel oder elektrische Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Folie ganz oder teilweise aus Glimmer besteht.
6. Elektrisches Kabel oder elektrische Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Folie aus einem Gewebe oder Geflecht aus Glasseide oder Mineralfasern besteht.