[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einer Scheibenspule zur Aufnahme eines Fadenwickels,
insbesondere mit einer Unterfadenspule für eine Doppelsteppstichnähmaschine, mit Haltemitteln
für das Anfangsende des Unterfadens vor dem Aufwickelvorgang auf der Spulvorrichtung
der Nähmaschine.
[0002] Bei einer Doppelsteppstichnähmaschine muß bekanntlich der Unterfadenvorrat auf eine
kleine Scheibenspule aufgewickelt werden, welche danach in eine Spulenkapsel des Greifers
der Nähmaschine eingelegt wird. Das Bewickeln solcher Unterfadenspulen geschieht mittels
kurz Spuler genannter Wickelvorrichtungen, die zur Standardausrüstung einer jeden
Doppelsteppstich--nähmaschine gehören und meist durch den Antriebsriemen der Nähmaschine
in Umdrehung versetzt werden. Das Bewickeln der Unterfadenspule mittels einer Spulvorrichtung
sowie das Abstellen derselben bei voll bewickelter Spule geschieht selbsttätig. Die
Näherin muß lediglich vor Beginn des Wickelns das Ende des aufzuwickelnden Garns an
der Nabe der Spule befestigen. Hierzu wickelt sie einige wenige Wicklungen über die
Spulennabe, wobei der Garnanfang unter einer stramm gezogenen Wicklung fixiert wird.
[0003] Dieser Vorgang beansprucht die volle Aufmerksamkeit der Näherin, wenngleich auch
nur für eine relativ kurze Zeit.
[0004] Durch die deutschen Gebrauchsmusterschriften 1 883 262, 1 885 771 sowie 7 317 042
ist es bekannt, eine Unterfadenspule einer Doppelsteppstichnähmaschine mit Haltemitteln
zum Festklemmen des Fadenanfanges auszurüsten. Hierzu sind an der Spule angebrachte
Klemmfedern vorgesehen, aber auch radiale Einschnitte in der Seitenscheibe zum Einklemmen
des Fadenanfanges. Solche Haltemittel haben zwar den Vorteil, daß die Näherin nicht
mehr mehrere wilde Wicklungen auf die Spule aufbringen muß. Es ist aber auch zeitraubend,
die Spule so zu positionieren, daß der Fadenanfang hinter eine, an einer bestimmten
Umfangs stelle der Spule angebrachte Feder geklemmt werden kann. Eine Feder hat zudem
den Nachteil, daß sie abbrechen kann oder ihre Klemmwirkung im Laufe der Zeit nachläßt.
Die erwähnten Haltemittel haben ferner den Nachteil, den Abzug des Fadenanfanges von
der fast geleerten Spule zu behindern.
[0005] Aus den genannten und anderen Gründen haben sich Spezialspulen der erwähnten Art
nicht durchgesetzt und die Näherin bevorzugt nach wie vor das ersterwähnte-wilde--Aufwickeln
zum Fixieren des Fadenendes an der Nabe der Unterfadenspule.
[0006] Es besteht ein Bedarf, den Fadenanfang eines Spulenwickels rasch und sicher an der
Nabe der Unterfadenspule zu fixieren, ohne die Nachteile bekannter Haltemittel in
Kauf nehmen zu müssen. Diesen Bedarf deckt die Erfindung.
[0007] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, das Einbringen und Fixieren
des Anfangsfadens im Wickelraumbereich einer Unterfadenspule zu vereinfachen. Hierzu
ist die Spule in besonderer Weise ausgebildet, wie in dem nachfolgenden Hauptanspruch
festgelegt ist. Unteransprüche beziehen sich auf vorteilhafte Ausführungen der Erfindung.
[0008] Die Erfindung löst die gestellte technische Aufgabe in besonders vorteilhafter Weise.
Sie ermöglicht, daß insbesondere die heutzutage vielfach vernähten monofilen Garnfäden
ebenfalls sicher und rasch an der Spule zu befestigen sind. Diese Garnart hat bekanntlich
eine hohe Dehnung von bis zu 35 Prozent und ein Fadenende neigt zum plötzlichen "Springen"
, so daß es bisher zeitraubend war und Übung erforderte, einen solchen Garnfaden sicher
auf der Spule zu fixieren.
[0009] Anschließend wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Spule im einzelnen
beschrieben. Die beigegeb ene Zeichnung stellt die erfindungsgemäße Spule, die aus
beliebigem geeigneten Material, z. B. aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff, nach üblichen
Fertigungsverfahren hergestellt sein kann, in einer Halbschnittdarstellung dar. Die
Nabe 1 mit der Bohrung 2 zur Aufnahme der Spule auf die Spindel einer bekannten Spulvorrichtung
an der Nähmaschine verbindet die Seitenscheiben 3 und 3' , die den Wickelraum außerhalb
der Nabe 1 seitlich begrenzen. Die Seitenscheibe 3' weist die übliche radiale Arretiernut
5 auf, die mit einem Zapfen auf einer Spindel einer nicht gezeigten Spulvorrichtung
an der Nähmaschine zwecks Verrastung der Spule während des Wickelvorganges in bekannter
Weise zusammenwirkt. Die Spule dieses Ausführungsbeispiels ist mit zwei im Bereich
der Seitenscheiben 3 und 3' angeordneten Ringnuten 4 und 4' versehen und die Umfangsfläche
der Nabe 1 ist von der Nabenmitte aus gehend zu den Ringnuten 4 und 4' hin gerichtet,
schräg ausgebildet, wobei der Neigungswinkel der beiden Schrägen zur Horizontalen
etwa 10 Grad beträgt.
[0010] Aufgrund der geneigten Umfangsfläche der Nabe 1 rutscht ein um dieselbe gelegter
Fadenanfang sofort in eine Ringnut. Die Nutbreite der Ringnut 4 bzw. 4' ist zweckmäßig
so gehalten, daß sich einige Garnwicklungen relativ straff nebeneinander aufwickeln
lassen, die dann infolge ihres vergrößerten Querschnitts bei nachlassender Straffung
eine Selbstklemmung in der Nut bewirken, die sich am Ende des Fadens bei fast entleertem
Wickel leicht wieder löst. Es ist aber auch möglich, die Nutbreite bestimmten Garnstärken
anzupassen, so daß eventuell bereits eine einzige Garnwicklung genügt, um eine Klemmwirkung
zu erzeugen.
[0011] Die Erfindung ist nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt ; so kann
z. B. die Nutoberfläche ballig ausgebildet sein oder aber nur eine Schräge über ihren
gesamten Umfang aufweisen, die in eine einzige Nut führt.
[0012] Die erfindungsgemäße Spule ist ein Beitrag zur Rationalisierung von Nähvorgängen.
1. Scheibenspule zur Aufnahme eines Fadenwickels, insbesondere Unterfadenspule für
eine Doppelsteppstichnähmaschine, mit Haltemitteln für den Anfang des Unterfadens
vor dem Aufwickelvorgang auf der Spulvorrichtung der Nähmaschine,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Nabe (1) der Scheibenspule wenigstens eine Nut zur Aufnahme des Fadenendes
aufweist und die Umfangsfläche der Nabe (1) zur Nut hin abfallend ausgebildet ist.
2. Scheibenspule gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß je eine Ringnut (4
, 4' ) im Bereich der Seitenscheiben (3, 3' ) der Scheibenspule vorgesehen sind und
daß die Umfangsfläche der Nabe (1) von der Nabenmitte ausgehend zu den Ringnuten (4,
4' ) hin schräg abfallend ausgebildet ist.
3. Scheibenspule gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsfläche der
Nabe (1) ballig ausgebildet ist.