(19)
(11) EP 0 004 912 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.10.1979  Patentblatt  1979/22

(21) Anmeldenummer: 79101031.7

(22) Anmeldetag:  04.04.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)2G08B 26/00, H04Q 9/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 19.04.1978 DE 2817090

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Schreyer, Karlheinz
    D-8190 Wolfratshausen (DE)
  • Oberstein, Karla
    D-8021 Neuried (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Gefahrenmeldeanlage


    (57) Gefahrenmeldeanlage, beispielsweise Brandmeldeanlage, mit einer Mehrzahl von Meldern (M1 ... Mn), die über Meldeleitungen (L1 ... Ln) an eine Zentrale (Z) anschaltbar sind. In der Zentrale (Z) ist ein Schreib-Lese-Speicher (SP) vorgesehen, in welchem für jeden an die Meldeleitungen (L1 ... Ln) anschaltbaren Melder (M1 ... Mn) ein Speicherplatz (Sp1, Spn) vorgesehen ist, auf weichem die tatsächliche Belegung des betreffenden Melderplatzes gespeichert ist. Bei jeder Abfrage der Meldeleitungen (L1 ... Ln) werden die von bestimmten Melderplätzen kommenden Melde-signale (a, s) nur dann ausgewertet, wenn für die betreffenden Metderplätze eine Belegung gespeichert ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Gefahrenmeldeanlage mit einer Mehrzahl von über Meldeleitungen an eine Zentrale angeschalteten Meldern, wobei der Zustand der Melder in der Zentrale über Prüfeinrichtungen feststellbar und über eine Auswerteeinrichtung anzeigbar ist.

    [0002] Derartige Meldeanlagen sind bekannt, beispielsweise als öffentliche Feuermeldeanlagen. Im allgemeinen sind diese Anlagen modular aufgebaut; dabei sind an die Anschaltbaugruppen in der Zentrale meist mehrere Leitungen anschließbar. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, den tatsächlich angeschalteten Meldern die richtigen Anzeigen zuzuordnen und dafür zu sorgen, daß nicht beschaltete Leitungen keine Störungsanzeige bewirken.

    [0003] Dies geschieht in herkömmlichen Anlagen beispielsweise dadurch, daß an nicht beschalteten Leitungen eine funktionstüchtige Schnittstelle simmuliert wird, etwa durch ein besonderes Abschlußglied. Es ist aber auch möglich, die Weiterleitung des Alarms mittels spezieller Leitungen zu rangieren und erforderlichenfalls diese Weiterleitung durch Unterbrechen der Leitung zu verhindern. Bei herkömmlichen Anlagen muß in diesen Fällen jeweils ein Eingriff von Hand in die Verdrahtung der Anlage vorgenommen werden. Das erfordert einen erheblichen Zeitaufwand für die Schraub- und Lötverbindungen; außerdem besteht bei solchen Rangierarbeiten stets die Gefahr, daß Leitungen verwechselt und falsch verbunden werden.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gefahrenmeldeanlage der eingangs erwähnten Art zu schaffen, in welcher derartige Rangierungen in der Verdrahtung nicht erforderlich sind. Die Anlage soll auf einfache Weise eine ständige Überwachung der Melderkonfiguration gewährleisten, wobei jede Änderung in der Belegung schnell und einfach in der Zentrale und in der Auswertung berücksichtigt werden kann.

    [0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß in der Zentrale ein Schreib-Lese-Speicher vorgesehen ist, in welchem über eine Eingabevorrichtung die Belegung jeder einzelnen Meldeleitnng einspeicherbar ist, daß weiterhin eine Multiplex-Abfrage-Einrichtung vorgesehen ist, mit welcher die einzelnen Meldeleitungen und die den Meldeleitungen im Schreib-Lese-Speicher zugeordneten Speicherplätze synchron abfragbar sind, und daß die von den Meldeleitungen abgefragten Meldesignale zusammen mit den abgefragten Speichersignalen über eine Vergleichseinrichtung geführt sind und nur dann an die Auswerteeinrichtung weiterschaltbar sind, wenn der zugehörige Speicherplatz eine Belegung anzeigt.

    [0006] Der Schreib-Lese-Speicher enthält also die gesamte Anlagenkonfiguration entsprechend der Belegung der einzelnen Meldeleitungen. Die einzelnen Speicherplätze werden über ein Eingabeelement, beispielsweise eine Tastatur, beschrieben. Durch die Vergleichseinrichtung wird sichergestellt, daß eingehende Meldungen mit den eingespeicherten Elementen verglichen werden, und daß Störungsmeldungen oder Alarmmeldungen nur dann weitergegeben werden, wenn die betreffende Leitung belegt, wenn also der Melder in den betreffenden Speicherplatz als vorhanden eingetragen ist. Als Vergleichseinrichtung kann vorzugsweise ein Mikrocomputer Verwendung finden.

    [0007] Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.

    [0008] Die einzige Figur zeigt ein Schaltbild für eine Gefahrenmeldeanlage mit einer Zentrale Z, von der aus einzelne Meldelinien L1 ... Ln zu den Meldern M1 ... Mn fuhren. Die Meldeleitungen führen jeweils zu einer Melderanschaltung MA1 ... MAn, in welcher die Leitung bzw. die angeschlossenen Melder auf ihren Zustand überprüft werden. Je nach diesem Zustand erscheint an einem der drei Ausgänge ein Signal r für Ruhezustand, a für Alarmzustand oder s für Störungsmeldung.

    [0009] Nimmt man als Beispiel die Verwendung von Diodenmeldern an, wie bei M1 dargestellt, so ergeben sich diese Melde- signale in folgender Weise: Von der Melderanschaltung MA1 wird ein Wechselstrom oder ein Gleichstrom mit abwechselnder Polarität auf die Meldeleitung L1 gegeben. Solange der Alarm-knopf K im Ruhezustand ist, fließt die eine Halbwelle des Leitungsstroms über die Diode D1 und ergibt in der Melderanschaltung MA1 das Ruhesignal r. Wird der Alarmknopf K gedrückt, so fließt die andere Halbwelle des Leitungsstroms über die Diode D2 und ergibt in der Melderanschaltung MA1 das Alarmsignal a. Bei Leitungsunterbrechung kann überhaupt kein Strom über den Melder M1 fließen. Dies wird in der Melderanschaltung als Störungssignal s ausgewertet. Dieses Störungssignal wird auch erzeugt, wenn durch einen Leitungskurzschluß beide Halbwellen empfangen werden können. Ist kein Melder an die Leitung angeschlossen, so würde dies ebenfalls als Störungssignal gemeldet, wenn nicht in der Zentrale entsprechende Vorkehrungen getroffen würden.

    [0010] In der Zentrale werden über eine Multiplex-Abfrageeinrichtung (dargestellt als Drehwähler) MX1 und MX2 die einzelnen Melderanschaltungen MA1 bis MAn zyklisch abgefragt, und zwar über die Abfrageeinrichtung MX1 die Ausgänge a für das Alarmsignal und über die Abfrageein- . richtung MX2 die Ausgänge s für Störungssignale. Für die Ruhesignale r ist eine Abfrageeinrichtung im allgemeinen nicht erforderlich, da der Ruhezustand nicht eigens angezeigt zu werden braucht. Sobald an einer Melderanschaltung ein Alarm- oder Störungssignal erscheint, wird es über die Vergleichseinrichtung VG der Alarmauswertung AA oder der Störungsauswertung AS zugeführt.

    [0011] Um jedoch Meldungen nur dann auszuwerten, wenn die betreffende Leitung auch beschaltet ist, ist in der Zentrale weiterhin ein Schreib-Lese-Speicher SP vorgesehen, in dessen einzelnen Speicherplätzen Sp1 ... Spn die Belegung jeder Meldeleitung L1 bis Ln gespeichert ist. Über eine Eingabevorrichtung, etwa eine Tastatur T, wird . bei Inbetriebnahme der Anlage in jeden Speicherplatz ein Belegtzustand eingegeben, wenn an der zugehörigen Leitung ein Melder hängt. Ist also der Melder M1 angeschaltet, so wird der Kontakt T1 geschlossen, und am Ausgang des Speicherplatzes Sp1 erscheint eine logische Eins. Die Speicherausgänge werden durch eine Multiplex-Abfrageeinrichtung MX7 synchron mit den Melderanschaltungen abgefragt, das abgefragte Signal wird ebenfalls der Vergleichseinrichtung VG zugeführt. Über die Koinzidenzglieder AN1 und AN2 werden die Alarmsignale a und die Störungssignale s über die Vergleichseinrichtung nur dann an die Auswerteschaltungen weitergegeben, wenn der betreffende Speicherplatz als belegt festgestellt wurde. Die Funktionen der Vergleichseinrichtung und der Multiplex-Abfrage-Einrichtungen können natürlich von einem Mikrocomputer mit entsprechender Programmierung und mit einem zugeordneten Schreib-Lese-Speicher durchgeführt werden.

    [0012] Die Alarmauswertung AA und die Störungsauswertung AS enthalten jeweils eine Multiplex-Ausgabevorrichtung MX4 und MX5, über die ein Alarmsignal a oder ein Störungssignal s einer bestimmten Meldeleitung in der Anzeigeeinrichtung zur Einschaltung der jeweils zugehörigen Leuchtdiode AD1 ... ADn bzw. SD1 ... SDn verwendet wird. Um die Anzeige zu stabilisieren, ist jeder Leuchtdiode jeweils ein Flip-Flop AF1 ... AFn bzw. SF1 ... SFn zugeordnet. Das Alarmsignal wird darüber hinaus einem bistabilen Alarmschalter BAS zugeführt, der in üblicher Weise akustischen Alarm gibt oder die Alarmmeldung an eine übergeordnete Zentrale weiterschaltet.


    Ansprüche

    1. Gefahrenmeldeanlage mit einer Mehrzahl von über Meldeleitungen an eine Zentrale angeschalteten Meldern, wobei der Zustand der Melder in der Zentrale über Prüfeinrichtungen feststellbar und über eine Auswerteeinrichtung anzeigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zentrale (Z) ein Schreib-Lese-Speicher (SP) vorgesehen ist, in welchem über eine Eingabevorrichtung (T) die Belegung jeder einzelnen Meldeleitung (L1 ... Ln) einspeicherbar ist, daß weiterhin eine Multiplex-Abfrage-Einrichtung (MX1, MX2, MX7) vorgesehen ist, mit welcher die einzelnen Meldeleitungen (L1 ... Ln) und die den Meldeleitungen (L1 ... Ln) im Schreib-Lese-Speicher (SP) zugeordneten Speicherplätze (Sp1 ... Spn) synchron abfragbar sind, und daß die von den Meldeleitungen (L1 ... Ln) abgefragten Meldesignale (a,s) zusammen mit den abgefragten Speichersignalen über eine Vergleichseinrichtung (VG) geführt sind und nur dann an die Auswerteeinrichtung (AA, AS) weiterschaltbar sind, wenn der zugehörige Speicherplatz (Sp1 ...Spn) eine Belegung anzeigt.
     
    2. Gefahrenmeldeanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Auswerteeinrichtung (AA, AS) eine Multiplex-Ausgabe-Einrichtung (MX4, MX5) vorgesehen ist, welche synchron mit der Multiplex-Abfrage-Einrichtung (MX1, MX2, MX7) steuerbar ist und an deren Ausgängen jeweils den einzelnen Meldeleitungen zugeordnete Anzeigeeinrichtungen (AD1 ... ADn, SD1 ... SDn) anschaltbar sind.
     
    3. Gefahrenmeldeanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Vergleichseinrichtung (VG) und als Multiplex-Abfrage-Einrichtung (MX1, MX2, MX7) bzw. als Multiplex-Ausgabe-Einrichtung (MX4, MX5) ein Mikroprozessor mit angeschaltetem Speicher verwendet ist.
     
    4. Gefahrenmeldeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Eingabevorrichtung eine Tastatur (T) verwendet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht