(19)
(11) EP 0 005 515 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.11.1979  Patentblatt  1979/24

(21) Anmeldenummer: 79101440.0

(22) Anmeldetag:  11.05.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)2E21D 15/60
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 13.05.1978 DE 2821075

(71) Anmelder: Hans Brochier GmbH & Co
D-90482 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Köhler, Hans-Joachim
    D-8503 Altdorf (DE)
  • Hörauf, Lothar
    D-8500 Nürnberg (DE)
  • Conrad, Eckhard U., Dr.-Ing., Dipl.-Ing.
    D-8500 Nürnberg (DE)

(74) Vertreter: Göbel, Matthias, Dipl.-Ing. 
Pruppacher Hauptstrasse 5-7
D-90602 Pyrbaum
D-90602 Pyrbaum (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Ziehen von Schalungstafeln od.dgl.


    (57) Bei einer Vorrichtung zum Herausziehen von Schalungstafeln aus Erdschächten ist eine quer über den Erdschacht greifende Traverse (4) vorgesehen. Die Traverse ist in der Vertikalen mittels durch ein Druckmedium betätigte Kolben bewegbar und weist etwa im Abstand der Breite des Erdschachtes Auflager (5) zum lösbar festen Anhängen von Zugseilen (8) auf.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ziehen von Schalungstafeln od.dgl., insbesondere aus Erdschachten.

    [0002] Es ist bekannte ErdschSchte durch etumpf aneinander gefügte Schalungstafeln abzustützen. Weiterhin ist es be- kannt, daß durch den Erddruck eine Klemmwirkung auf die Schalungstafeln auageübt wird und diese nur umständlich aus den Erdschächten entfernbar sind. Das Ziehen der Schalungstafeln erfolgt vielfach unter Vervendung eines Baggers od.dgl.,der auf Wippe gestellt, durch wechselweines Anziehen und Absenken schlagartige Zugkräfte auf die Schalungstafeln legt. Es ist ferner bekannt, die Schalungstafeln mittels Gleitschienen in Erdschächten zu fixieren. Die so gehaltenen Schalungstateln sind zwar leichter aus den Erdachächten entfernbar, sie bedürfen aber eines großen Hontageaufwandes und machen große Hinterfüllungen sowie eine größere Grabenbreite erforderlich.

    [0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, die unter Ausschaltung der Mängel das Ziehen von Schalungstafeln einfach ermöglicht.

    [0004] Nach der Erfindung wird dies erreicht durch eine durch ein Druckmedium betätigte Kolben in der Vertikalen bewegbare Traverse, die quer über den Erdschacht greift und im Abstand von im wesentlichen einer Schachtbreite Auflager zum lösbar festen Anhängen von mit Anprcssungen od.dgl. versehenen Zugseilen aufweist. Bevorzugt sind die Auflager durch mit der Traverse fest verbundene Anformungen, Ansätze od.dgl, und frei schwenkbar aufgelegten Stützkörpern gebildet. Sie sind zweckmäßig durch übergreifende Bügel auf den Anformungen oder Ansätzen gehalten. Die Vorrichtung ermöglicht nach Befestigen der Zugseile an an den Schalungstafeln ausgebildeten Lochungen, Ösen od.dgl., durch einfache Verschiebevorgänge der Kolben das Ziehen der Schalungstafeln mit vorbestimmten Hub, der durch periodisches Umhängen der Zugseile im Bereich der Auflager beliebig verlängerbar ist.

    [0005] Das Umhängen der Zugseile läßt sich schnell und sicher dadurch bewirken, daß die Anformungene. Ansätze od.dgl. und die Stützkörper gleichseitig Einsteckschlitze für die Zugseile aufweisen, Unebenheiten in der Bodenbeschaffenheit sind ausgleichbar, wenn die Traverse und die beliebig hydraulisch oder pneumatisch verschiebbaren Kolben durch Kugelgelenke kippbeweglich miteinander verbunden sind.

    [0006] In Ausgestaltung der Vorrichtung ist vorgesehen, die Traverse durch einen einstöckigen Profilcisenabschnitt zu bilden und mit Einhängeösen zum Trensport durch Hebczeuge zu versehen.

    [0007] Schließlich sieht die Erfindung noch vor, die Kolben bzw. die Kugelgelenke und die zugeordneten Auflager als Baueinheiten auszubilden, die verschieblich eiustellbar auf der Traverse engeordnet sind, um so unter Beibehaltung der gleichen Traverse an unterschiedlichen Grabenbreiten anpaßbar zu sein. Eine vereinfachte Ausführung der Vorrichtung zur Anpassung an verschiedene Erdschachtbreiten läßt sich noch dadurch erzielen, daß die Kugelgelenke und/oder die Auflager verschieblich an der Traverse angreifen. Als zweckmäßig hat sich ferner gezeigt, wenn bei in ihrer Arbeitsbreite verstellbaren Vorrichtungen aus Fertigungsgründen die Abstände zwischen Kolben und Auflager konstant bleiben.

    [0008] Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung verdeutlicht. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Vorrichtung in Vorderansicht,

    Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1, vergrößert und

    Fig. 3 eine Vorrichtung gemäß abgewandelter Ausbildung in Vorderansicht, schematisch.



    [0009] In den Figuren sind mit 1 hydraulische Zylinder bezeichnet, die Kolben 2 verschiebbar aufhehnen. Mit den Kolben 2 steht über Kugelgelenke 3 eine Traverse 4 in kippbeweglich fester Verbindung, die durch Verschieben der Kolben 2 anhebbar bzw absenkbar sind. Die Traverse 4 ist im wesentlichen durch einen Profileisenabschnitt, z.B. einen Doppel-T-Profil gebildet und mit Auflagern 5 fest versehen, die z.B. durch Anforaungen oder Ansätzen 5' und frei aufgelegten Stützkörpern 5" gebildet sein können. Die StutzkSrper 5" sind dabei nach Art einer Kugelpfanne kippbeweglich auf die Anformungen oder Ansätze 5" aufgelegt und durch Ubergreifende Bügel 6 fixiert. Die Stützkörper 5'' und die Anformungen 5' weisen gleichseitig offene Einsteckschlitze 7 für die Zugseile 8 auf, die mit ihrem anderen Ende an Schalungstafeln 10 anhängbar sind. Die Zugseile 8 tragen in kurzen Abständen Anpressungen 11, die der Abstutzung der Zugseile auf den Stützkörpern 5" dienen. Da- rüber hinaus ist die Traverse 4 mit Ösen 12 versehen, die das Anheben der Vorrichtung mit Hebezeugen erleichtern.

    [0010] Zum Ziehen der Schalungstafeln 10 wird die Vorrichtung, wie in Fig. 1 gezeigt, quer Uber den Erdschacht gestellt. Die Kolben sind in ihre untere Endstellung gebracht und die in den Auflagern 5 abgestützten Zugseile 8 an den Schalungstafeln befestigt. Unter der Wirkung des Druckmediums werden die Kolben 2 in Richtung ihrer äusseren Endstellung bewegt und bewirken das Anheben der Traverse 4 und Über die Zugseile 8 das Ziehen der Schalungstafeln 10. Sind die Schalungstafeln 10 um den Kolbenhub im Erdschacht nach oben bewegt, so kann durch Absenken der Kolben 2 und Umhängen der Zugseile 8 das Ziehen der Schalungstafeln 10 fortgesetzt werden.

    [0011] In Fig. 3 greifen Kolben 2 an einem auf der Traverse 4 verschieblichen Gehäuse 13 mit den Auflagern 5 an. Hierdurch ist erreicht, daß die Auflager 5 mit verschieden großen Abständen zur Anwendung bringbar sind. Die Kugelgelenke 3 gestatten durch entsprechendes Kippen Ausgleichabewcgungen der Traverse 4 bzw. der Kolben 2.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Ziehen von Schalungstafeln od.dgl., insbesondere aus Erdschächten, gekennzeichnet durch eine durch ein Druckmedium betätigte Kolben (2) in der Vertikalen bewegbare Traverse (4), die quer über den Erdschacht greift und im Abstand von im wesentlichen einer Schachtbreite Auflager (5) zum lösbar festen Anhängen von mit Anpressungen (11) od.dgl. versehenen Zugseilen (8) aufveist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflager (5) durch mit der Traverse (4) fest verbundene Anformungen, Ansätze (5') od.dgl. und auf diesen frei aufgelegten Stützkörpern (5") gebildet sind.
     
    3. Vorrichtung nach einen oder beiden der vorhergehenden Aneprücho, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützörper (5") schwenhbeveglich auf die Anformungen, Ansätze (5') od.dgl. aufliegen und durch übergreifende Bügel (6) od.dgl. gehalten sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anfonsungen, Ansätze (5') od.dgl. und die Stützkörper (5") gleichseitig Einsteckschlitze (7) für die Zugseile (8) aufweisen.
     
    5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das die Traverse (4) und die Kolben (2) mittels Kugelgelenken (3) kippbeweglich miteinander verbunden sind.
     
    6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben (2) in Zylinder (1) angeordnet und in diesen hydraulisch oder pneumatisch verschiebbar sind.
     
    7. Vorrichtung nach einen oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Traverse (4) durch einen einstückigen Profileisenabschnitt gebildet ist und Ösen (12) fest aufweist.
     
    e. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehendenAnsprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben (2) bzw. die Kugelgelenke (3) und die zugeordneten Auflager (5) Baueinheiten bilden und daß diese Baueinheiten verschieblich einutellbar zueinander auf der Traverse (4) angeordnet sind.
     
    9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kugelgelenke (3) und/oder die Auflager (5) verschieblich einstellbar en der Traverse (4) angreifen.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht