[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen mit dem Sieb oder Filz einer Stoffentwässerungsmaschine,
insbesondere Papiermaschine zusammenwirkenden Bauteil, insbesondere Foil, welcher
Hartmaterialteile aufweist, die in ein Material geringerer Härte eingebettet sind,
oder mit einem Material geringerer Härte verbunden sind und sich vorzugsweise über
die ganze Breite der Stoffentwässerungsmaschine erstreckt, sowie auf ein Verfahren
zur Herstellung eines solchen Bauteiles.
[0002] Moderne Papiermaschinen arbeiten heute zumeist mit Kunststoffsieben. Derartige Kunststoffsiebe
laufen mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als die in der Vergangenheit verwendeten
Bronzesiebe. Während Bronzesiebe über Saugerleisten, Foils od.dgl. aus hochmolekularem
Niederdruckpoly- äthylen mit minimaler Abnützung geführt werden konnten, weisen Kunststoffsiebe
insbesondere bei gefülltem Stoff bei Verwendung von Polyäthylen-Foils eine hohe Reibung
und einen starken Verschleiß auf. Es wurde daher bereits vorgeschlagen, zur Verminderung
des durch Kunststoffsiebe bedingten Verschleisses Stahlinserts in die Oberfläche von
Polyäthylenleisten einzubauen. Derartige Stahlinserts waren jedoch auf Grund der hohen
Korrosion unbefriedigend. Es wurde daher in der Folge als Oberflächenmaterial für
mit dem Sieb oder Filz einer Stoffentwässerungsmaschine zusammenwirkende Bauteile
Oxydkeramik vorgeschlagen. Eine solche Oxydkeramik ist aber zum einen sehr teuer und
zum anderen nur schwer und stückweise montier- und adjustierbar. Oxydkeramik wird
in relativ kurzen Segmenten von etwa 200 bis 300 mm hergestellt und weist eine Härte
von etwa 9,2 nach Mohs auf. Die Leisten einer Papiermaschine sollen darüberhinaus
zum Zwecke der ' Reinigung unter dem laufenden Sieb aus der Papiermaschine herausgezogen
werden können. Es wurde daher bereits vorgeschlagen, Oxydkeramikelemente unter Zwischenschaltung
eines Polyesterharzes auf einer Stahlprofilschiene festzulegen. Diese Ausbildung einer
ausziehbaren Leiste als mit dem Sieb einer Stoffentwässerungsmaschine zusammenwirkender
Bauteil ist jedoch mit einer Reihe von Nachteilen verbunden. Bedingt durch die bedeutenden
Unterschiede der Wärmedehnungskoeffizienten von Oxydkeramikmaterial, Epoxyharz und
Chrom-Nickel-Stahl-Leiste kann es an den Stoßstellen der Oxydkeramiksegmente zu geringen
Ausbrechungen und Absplitterungen kommen. Derartig geringe Unebenheiten sind jedoch
für das mit hoher Geschwindigkeit über diese Leiste bewegte Sieb gefährlich und können
zu einem Zerschneiden des Siebes führen. Darüberhinaus ist es für Foils notwendig,
die mit dem Sieb zusammenwirkende Oberfläche im Anschluß an die scharfkantig ausgebildete
Auflaufkante des Siebes abgeschrägt auszubilden, wofür aufwendige Schleifarbeiten
erforderlich sind. Oxydkeramik kann auf Grund ihrer hohen Mohs-Härte nur mit Diamantscheiben
geschliffen werden.
[0003] Die vorliegende Erfindung hat sich nun zur Aufgabe gestellt, einen kostengünstiger
herzustellenden Bauteil der eingangs erwähnten Art zu schaffen, welcher die oben erwähnten
Nachteile vermeidet und in einfacher Weise in der gewünschten Formgebung hergestellt
werden kann. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die erfindungsgemäße Ausbildung im
wesentlichen darin, daß das Material geringerer Härte aus Steatit oder Sondersteatit
besteht. Unter Steatit oder Sondersteatit sollen in der Folge Materialien verstanden
werden, welche in der DIN 40 685, Blatt 1/VDE 0335, Teil 1 auf Seiten 10 bis 17 unter
Typ KER 220 und KER 221 beschrieben werden. Als Eigenschaften der für die Oberfläche
solcher Bauteile bekannten Oxydkeramikelemente gelten im wesentlichen die Daten der
Gruppe 700, insbesondere des Typs KER 710 der gleichen
DIN-Norm. Der erfindungsgemäß verwendete Steatit oder Sondersteatit zeichnet sich zum
einen durch ausgezeichnete Quellsicherheit aus und weist darüberhinaus gegenüber der
bekannten Ausbildung, bei welcher die Oxydkeramikelemente unter Vermittlung von gefüllten
Epoxyharzen mit einer Stahlleiste verbunden war, den Vorteil auf, daß Wärmedehnungsunterschiede
nicht auftreten. Während nämlich Oxydkeramik bei dem in Frage kommenden Temperaturbereich
zwischen 20 und 100 C Längenausdehnungskoeffizienten a
t von 5 - 7 x 10
-6grd
-1 aufweisen,weist Steatit bzw. Sondersteatit Werte zwischen 6 und 9 x 10 grd auf. Die
Rohdichte des erfindungsgemäß verwendeten Materials liegt mindestens zwischen 2,6
und 2,7 kg/dm
3. Steatit bzw. Sondersteatit weist eine Druckfestigkeit von mindestens 850 bis 900
N/mm
2, eine Biegefestigkeit zwischen 120 und 14
0 N/mm2, und eine Mohs-Härte von etwa 7 auf. Während das bisher verwendete Epoxyharz,
beispielsweise Araldit 404, der Firma Ciba-Geigy Wärmedehnungskoeffizienten zwischen
30 und

und Chrom-Nickel-Stahl einen Wärmedehnungs- koeffizienten von etwa

aufweist, zeigt das erfindungsgemäß verwendete Material einen mit der Oxydkeramik
im wesentlichen gleichen Wärmedehnungskoeffizienten, so daß bei der erfindungsgemäßen
Ausbildung Verkrümmungen und Aussplitterungen der Stoßkanten der Oxydkeramik bei Temperaturschwankungen
nicht befürchtet werden müssen. Es muß hiezu berücksichtigt werden, daß Papiermaschinen
eine Breite von ca. 3 m bis zu ca. 9 m aufweisen, so daß sich beispielsweise bei einer
Breite von 4 m und einer Temperaturänderung von 20 auf 50° die errechnete Längenänderung
für das genannte Kunstharz 3,84 mm, für die Oxydkeramik bzw. Sondersteatit von etwa
0,72 mm und für Stahl eine Längenänderung von 1,92 mm ergibt.
[0004] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung ist es nun möglich, lediglich die Auflaufkante
des Bauteiles mit den teuren Oxydkeramiksegmenten zu belegen. Vorzugsweise ist hiezu
das aus Steatit oder Sondersteatit bestehende Material als Formteil, welcher Ausnehmungen
für die Aufnahme der Hartmaterialteile insbesondere von Oxydkeramikteilen aufweist,
ausgebildet, wobei die Hartmaterialteile lediglich im Bereich der Auflaufkante des
Bauteiles vorgesehen sind. Die Ausbildung kann in diesem Fall so getroffen sein, daß
die Ablaufkante des Bauteiles von der Übergangsstelle der Hartmaterialteile auf die
Oberfläche des Steatit oder Sondersteatit ausgehend abgeschrägt ausgebildet ist. Diese
Abschrägung kann bereits bei. dem aus Steatit oder Sondersteatit bestehenden Formteil
verwirklicht sein oder aber nachträglich durch Schleifen hergestellt werden, wobei
Steatit bzw. Sondersteatit mit Siliziumkarbid geschliffen werden kann, ohne daß hiebei
die Oberfläche der Oxydkeramik beeinträchtigt wird, da die Härte des Steatits bzw.
Sondersteatitmaterials um etwa zwei Einheiten der Mohs-Skala geringer ist als die
der Oxydkeramik. Die Oberflächeneigenschaften des Steatits bzw. Sondersteatits sind
den Eigenschaften von Kunstharzen wesentlich überlegen und es hat sich gezeigt, daß
der Abriebverschleiß solcher aus Steatit bzw. Sondersteatit bestehender mit dem Sieb
zusammenwirkender Oberflächen wesentlich geringer ist als der entsprechende Verschleiß
von Kunststoffmaterialien. Die vergleichsweise leichtere Schleifbarkeit des Sondersteatits
bzw. Steatits gegenüber der Oxydkeramik erlaubt nun auch beliebige Ausbildungen der
mit dem Sieb oder Filz zusammenwirkenden Oberfläche und insbesondere eine Ausbildung,
bei welcher diese Oberfläche entsprechend der Siebkettenlinie konkav gekrümmt ausgebildet
ist. Auf diese Weise kann die Entwässerungsleistung einer solchen Leiste wesentlich
verbessert werden, da sich weder Stoffablagerungen bilden können, noch andere die
Blattbildung störende Phänomene auftreten.
[0005] Auch die aus Steatit bzw. Sondersteatit bestehenden keramischen Erzeugnisse können
in der Regel nur in kurzen Längen erzeugt werden. Besonders gute Steifigkeit und geringste
Gefahr eines Aussplitterns der Stoßkante der Oxydkeramik wird erzielt, wenn die aus
Steatit bzw. Sondersteatit bestehenden Segmente mit den insbesondere aus Oxydkeramik
be- ! stehenden Hartmaterialsegmenten in einer Weise verbunden sind, bei welcher zumindest
die in Achsrichtung des Bauteiles aufeinanderfolgenden Stoßstellen der Steatit- bzw.
Sondersteatitsegmente in der Draufsicht gegenüber den Hartmaterialsegmenter versetzt
angeordnet sind. Auf diese Weise wird eine Art Ziege: verband geschaffen, welcher
die Biegesteifigkeit des Bauteiles erhöht. Die Verbindung der Oxydkeramik mit den
aus Steatit oder Sondersteatit bestehenden Segmenten kann hiebei in einfacher Weise
und ohne nennenswerte zusätzliche Schwierigkeiten unter Vermittlung von Kunstharzklebern
erfolgen, deren unterschiedlicher Wärmedehnungskoeffizient durch die Elastizität des
Klebers absorbiert wird. Ein solcher Bauteil kann in einfacher Weise so ausgebildet
werden, daß der aus Steatit oder Sondersteatit bestehende Formteil an seiner dem Sieb
abgewendeten Unterseite eine Nut für das Aufschieben des Bauteiles auf ein entsprechendes
Gegenprofil der Papiermaschinenuriterkonstruktion, insbesondere eines T-Profilbalkens,
aufweist. Eine solche Nut wird auf Grund der geringen Neigung des Bauteiles zum Verwerfen
bei Temperaturunterschieden, welche unter anderem auf die Reibung des mit hoher Geschwindigkeit
über die Leiste geführten Siebes an dem Bauteil zurückzuführen ist, sicher von der
Unterkonstruktion abgezogen werden und nach dem Reinigen ebenso wieder problemlos
aufgeschoben werden. Bei den bekannten Ausbildungen war für ein Abziehen der Leiste
von der Unterkonstruktion in der Regel ein Schlagen auf die Stirnflächen der Leiste
erforderlich und durch die Schlagbeanspruchung war wiederum die Gefahr eines Aussplitterns
der Stoßkanten der Oxydkeramik gegeben. Die Ausbildung kann aber auch so getroffen
sein, daß die Steatit- oder Sondersteatit-Segmente des Formteiles von einer gemeinsamen
Trägerschiene, insbesondere aus Stahl, mit im wesentlichen U-förmigem Profil zu einer
sich über die Breite der Papiermaschine erstreckenden Baueinheit zusammengefaßt sind.
Da die Trägerschiene von den empfindlichen Oxydkeramiksegmenten durch die Steatit-
oder Sondersteatitsegmente des Grundkörpers isoliert ist, treten auch hier keine nennenswerten
Temperaturbeanspruchungen mehr auf.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines solchen Bauteiles ist im wesentlichen
dadurch gekennzeichnet, daß ein Formteil mit Ausnehmungen für die Aufnahme der Hartmaterialteile
aus Steatit oder Sondersteatit extrudiert wird und daß hierauf die Hartmaterialteile
in den Ausnehmungen durch Verkleben, insbesondere mit einem Kunstharzkleber, festgelegt
werden. Steatit bzw. Sondersteatit kann mit hoher Maßgenauig-
keit sowohl im Gußverfahren als auch im Strangpreßverfahren maßgerecht hergestellt werden.
Beim Strangpreßverfahren ergibt sich der Vorteil, daß auch längere Bauteile aus Steatit
oder Sondersteatit mit hoher Maßgenauigkeit hergestellt werden können. Erfindungsgemäß
wird der Formteil aus Steatit oder
Sondersteatit extrudiert. Auf diese Weise wird ein homogener Formteil geschaffen, der
auch nach einem Schleifen, beispielsweise nach der Herstellung des Ablaufwinkels von
0,5 bis 4° an der Ablaufkante des Bauteiles oder nach dem Einschleifen von Berührungskurven
für die Kettenlinie des Siebes die gleiche Oberflächenhärte aufweist wie vor der Schleifbehandlung.
Beim Kokillenguß ist dieses Erfordernis der Homogenität des Materials des Formteiles
nicht in gleichem Aus-
maß gegeben, da hier in der Regel eine härtere Außenfläche und ein geringfügig weicherer
Kern erzielt wird, so daß nach einem Schleifangriff die Oberflächenhärte leidet.
[0007] In einfacher Weise kann der Formteil mit sich in Achsrichtung erstreckenden durchgehenden
Durchbrechungen extrudiert werden, wobei für den Fall, daß es sich bei diesen Durchbrechungen
um sich in Achsrichtung des Bauteiles erstreckende Bohrungen handelt, in diese Bohrungen
in der Folge Spannstangen und/ oder Kühlmittel eingebracht werden können. Die durchgehende
Durchbrechung kann aber auch ein nach unten offenes Profil darstellen, welches für
die Aufnahme des entsprechenden Gegenprofiles der Papiermaschinenunterkonstruktion
bestimmt ist.
[0008] In einfacher Weise kann der erfindungsgemäße Bauteil so hergestellt werden, daß.die
insbesondere aus Oxydkeramikteilen bestehenden Hartmaterialteile mit ihrer zum Zusammenwirken
mit dem Sieb oder Filz bestimmten Oberfläche nach unten auf einer planen Oberfläche
angeordnet werden und aus Steatit oder Sondersteatit bestehende Formteile mit im wesentlichen
gleicher Segmentlänge in Längsrichtung der Hartmaterialseg-
mente versetzt auf die Hartmaterialsegmente unter Zwischenschaltung eines Kunstharzklebers
angepreßt werden.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In dieser zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen
Formteil aus Steatit, Fig. 2 einen Querschnitt durch eine abgewandelte Ausbildung
des Formteiles,
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform mit eingesetzten Oxydkeramiksegmenten,
Fig. 4 eine abgewandelte Ausbildung im gleichen Schnitt wie Fig. 3,
Fig. 5 eine Ansicht auf einen Teilbereich eines erfindungsgemäßen Bauteiles gegen die
Sieblaufrichtung von vorne, und Fig. 6 eine weitere Ausbildung des erfindungsgemäßen
Bauteiles im Schnitt analog der Fig. 3.
[0010] In Fig. 1 ist der Grundkörper 1 als aus Steatit extrudierter Formkörper dargestellt,
welcher Ausnehmungen 2 für die Aufnahme von Oxydkeramiksegmenten aufweist. Die mit
dem Sieb in Berührung kommende Oberfläche dieses Formteiles 1 ist mit 3 bezeichnet
und weist gegenüber der mit den nicht dargestellten Oxydkeramiksegmenten fluchtenden
Ebene 4 einen Ablaufwinkel α von etwa 3° auf. Die Oberfläche 3 ist nach dem Zusammenbau
mit den Oxydkeramikelementen, welche in die Ausnehmung 2 unter Zwischenschaltung eines
Klebers eingesetzt sind, geschliffen und poliert. An seiner der mit dem Sieb in Berührung
stehenden Oberfläche 3 abgewandten Oberfläche 5 weist der Formteil eine Ausnehmung
6 auf, welche über ein entsprechendes nicht dargestelltes Profil der Papiermaschinenunterkonstruktion
eingeschoben werden kann. Der Formteil 1 weist weiters sich in Achsrichtung dieses
Formteiles erstreckende Bohrungen 7 auf, durch welche Zugstangen hindurchgeführt werden
können. Durch diese Bohrungen kann aber auch ein Kühlmittel geleitet werden.
[0011] Bei der Ausbildung nach Fig. 2 sind die Bezugszeichen der Fig. 1 für analoge Teile
beibehalten, wobei sich die Ausnehmung 2' im Bereich der Auflaufkante des Bauteiles
von der Ausnehmung 2 der Fig. 1 unterscheidet. Auch die an der der
- mit dem Sieb zusammenwirkenden Oberfläche 3 gegenüberliegenden Seite 5 vorgesehene
Ausnehmung 6' weicht von der Ausnehmung 6 gemäß Fig. 1 ab. Die Ausnehmung 6' wird
von schräg verlaufenden Seitenwänden 8 begrenzt, wodurch ein Schwalbenschwanzprofil
gebildet wird, welches über ein entsprechendes Gegenprofil der Papiermaschinenunterkonstruktion
geschoben werden kann.
[0012] Bei der Ausbildung nach Fig.3 ist der Formteil 1 aus Steatit in einer im wesentlichen
U-förmigen Trägerschiene 9 angeordnet. Die Oxydkeramikelemente sind mit 10 bezeichnet
und im Bereich der Auflaufkante 11 des als Foil ausgebildeten Bauteiles angeordnet.
Bei dieser Konstruktion schließt an die Trägerschiene 9 eine zweite Profilschiene
12 an, welche das mit einem T-Profil der Papiermaschinenunterkonstruktion zusammenwirkende
C-Profil 13 trägt, wobei der entsprechende Formkörper 14 aus Kunststoff bestehen kann.
[0013] In Fig.4 sind zwei Bauteile im Schnitt entsprechend der Fig.3 dargestellt. Diese
Bauteile sind als Foils ausgebildet und das Sieb ist mit 18 angedeutet. Die Siebkettenlinie
ist in diesem Fall übertrieben dargestellt. Die Sieblaufrichtung wird durchden Pfeil
19 angegeben. Es ist ersichtlich, daß das Sieb in Sieblaufrichtung zunächst auf die
Auflaufkante 1 wieder abläuft. Die Oberfläche dieses Grundkörpers, welche mit dem
Sieb 18 zusammenwirkt, ist hiebei konkav verrundet und die Verrundung ist geringfügig
größer als dies der Siebkettenlinie des Siebes 18-entspricht, so daß sich ein Wasserkeil
zwischen Sieb 18 und der Oberfläche des Grundkörpers ausbilden kann. Dieser Wasserkeil
begünstigt die Entwässerung des Stoffes. Die Ablaufkante des Bauteiles ist somit nicht
wie bei der .Ausbildung nach Fig.3 in einem Winkel ! bis zu 4° abgeschrägt, sondern
entsprechend der Siebkettenlinie konkav, soweit als dies zur Entwässerung notwendig
ist, gerundet geschliffen.
[0014] In Fig.5 ist eine Ansicht auf einen erfindungsgemäßen Bauteil gegen die Sieblaufrichtung
von vorne dargestellt. Die Stoßkanten 15 der Oxydkeramiksegmente 10 liegen bei dieser
Ausführungsform mittig zwischen den Stoßkanten 16 der aus Steatit oder Sondersteatit
bestehenden Segmente 1 des Grundkörpers und sind mit diesen unter Zwischenschaltung
einer Kleberschicht 17 verbunden. Die Papiermaschinenunterkonstruk- tion ist mit 21
angedeutet. Auf dieser Papiermaschinenunterkonstruktion ist mit 22 ein T-Balken angedeutet,
über welchen die Entwässerungsleiste seitlich aufgeschoben werden kann. Das Sieb ist
wiederum mit 18 angedeutet.
[0015] Fig.6 stellt einen Querschnitt analog der Fig.3 durch eine weitere Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Bauteiles dar. Der Grundkörper 1 aus Steatit oder Sondersteatit
weist hiebei an seiner Unterseite'eine Profilnut auf, welche über einen T-Balken der
Papiermaschinenunterkonstruktion auf die Papiermaschine aufgeschoben werden kann.
Die Oxydkeramikelemente sind wiederum mit 10 bezeichnet. Durch die sich in Längsrichtung
des Bauteiles erstreckenden Bohrungen 7 können wieder Spannstangen und/oder Kühlmittel
geführt sein. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Grundkörpers als extrudiertes
Formteil aus Steatit oder Sondersteatit kann die Profilnut 20 wesentlich größer ausgebildet
werden, als dies bisher bei den bekannten Ausbildungen von solchen Nuten zur Befestigung
der Leiste der Fall war. Bei der Darstellung nach Fig.6 ist in dem Hohlraum dieser
Nut eine Zwischenlage 23 aus Filz angeordnet, welche das Aufschieben der Leiste auf
das T-Profil der Unterkonstruktion erleichtert. Da dieser Hohlraum dieser Nut nahezu
beliebig groß gewählt werden kann, kann auf Grund der erfindungsgemäßen Ausbildung
an Stelle dieser Zwischenlage 23 beispielsweise ein hydraulischer oder penumatischer
unter Druck setzbarer Schlauch angeordnet werden. Wenn ein solcher Schlauch unter
Druck gesetzt wird, wird die Leiste angehoben und nach innen ragende Borde 24, welche
das T-Profil der Unterkonstruktion untergreifen, können die genaue Höhenlage im festgelegten
Zustand bestimmen. Auf diese Weise wird eine einfache und sichere Festlegung solcher
Leisten ermöglicht. Dieser Vorteil ergibt sich wiederum nur auf Grund der Ausbildung
des Grundkörpers 1 als extrudierter Formteil, welche beliebige Ausgestaltungen der
Nut ermöglicht.
[0016] Die erfindungsgemäßen Bauteile können als Foils wie dies in der Zeichnung dargestellt
ist, oder aber als Entwässerungsleisten für Saugerkasten ausgebildet sein. Im letzteren
Fall schließen die Oberflächen der Steatit- bzw. Sondersteatitformteile eben an die
Oberfläche der Oxydkeramik an.
1. Mit dem Sieb oder Filz einer Stoffentwässerungsmaschine, insbesondere Papiermaschine
zusammenwirkender Bauteil, insbesondere Foil, welcher Hartmaterialteile aufweist,
die in ein Material geringerer Härte eingebettet sind, oder mit einem Material geringerer
Härte verbunden sind und sich vorzugsweise über die ganze Breite der Stoffentwässerungsmaschine
erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Material geringerer Härte aus Steatit oder Sondersteatit besteht.
2. Bauteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das aus Steatit oder Sondersteatit bestehende Material als Formteil (1), welcher
Ausnehmungen (2) für die Aufnahme der Hartmaterialteile (10), insbesondere von Oxydkeramikteilen
aufweist, gebildet ist.
3. Bauteil nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmungen (2) für die Hartmaterialteile (10) lediglich im Bereich der Auflaufkante
(11) des Bauteiles vorgesehen sind und daß der Formteil (1) von der Oberkante der
Ausnehmung (2) ausgehend bis zur Ablaufkante abgeschrägt ausgebildet ist.
4. Bauteil nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit dem Sieb oder Filz zusammenwirkende Oberfläche (3) des Steatit- oder Sondernsteatitformteiles
entsprechend der Siebkettenlinie (18) konkav gekrümmt ist.
5. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Formteil (1) in Längsrichtung des Bauteiles in Segmente unterteilt ist, welche
mit Hartmaterialsegmenten verbunden sind, wobei die in Längsrichtung des Bauteiles
aufeinander folgenden Stoßstellen (16) der Segmente des Formteiles (1) in der Draufsicht
gegenüber den Stoßstellen (15) der Hartmaterialsegmente versetzt angeordnet sind.
6. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Formteil (1) an seiner dem Sieb abgewendeten Unterseite eine Nut (6, 20) für
das Aufschieben des Bauteiles auf ein entsprechendes Gegenprofil der Papiermaschinenunterkonstruktion,
insbesondere eines T-Profilbalkens, aufweist.
7. Bauteil nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Segmente des Formteiles (1) von einer gemeinsamen Trägerschiene (9), insbesondere
aus Stahl, mit im wesentlichen U-förmigen Profil, zu einer sich über die Breite der
Papiermaschine erstreckenden Baueinheit zusammengefaßt sind.
8. Verfahren zur Herstellung eines Bauteiles nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Formteil mit Ausnehmungen für die Aufnahme der Hartmaterialteile aus Steatit
oder Sondersteatit extrudiert wird und daß hierauf die Hartmaterialteile in den Ausnehmungen,
insbesondere durch Verkleben mit einem wasserbeständigen und quellsicheren Kleber,
beispielsweise mit einem Kunstharzkleber, festgelegt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Formteil mit sich in Achsrichtung erstreckenden durchgehenden Durchbrechungen
extrudiert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die insbesondere aus Oxydkeramikteilen bestehenden Hartmaterialteile mit ihrer
zum Zusammenwirken mit dem Sieb oder Filz bestimmten Oberfläche nach unten auf einer
planen Oberfläche angeordnet werden und aus Steatit oder Sondersteatit bestehende
Formteile mit im wesentlichen gleicher Segmentlänge in Längsrichtung der Hartmaterialsegmente
versetzt auf die Hartmaterialsegmente unter Zwischenschaltung eines Klebers angepreßt
werden.