[0001] Entwicklung eine gute Haftung auf dem Träger, insbesondere auf Kupfer, und eine gute
Resistenz gegenüber Ätzlösungen und galvanischen Bädern.
[0002] Die hierfür erforderlichen, in wäßrig-alkalischen Lösungen löslichen, mindestens
aber quellbaren Bindemittel haben häufig den Nachteil, der belichteten Schicht eine
gewisse Sprödigkeit zu.verleihen. Das gilt insbesondere für solche Bindemittel, die
wegen ihres Gehalts an Monomereinheiten, die dem Polymerisat eine höhere Glastemperatur
verleihen, zur Vermeidung des Kaltflusses der unbelichteten Schicht besonders bevorzugt
werden. Derartige Bindemittel sind z. B. in der US-PS 3 930 865 beschrieben.
[0003] Auch Monomere mit mehr als zwei polymerisierbaren Gruppen im Molekül, die wegen der
hohen Vernetzungsdichte ihrer Belichtungsprodukte an sich besonders vorteilhaft sind,
führen in der Regel zu Belichtungsprodukten, die relativ spröde sind, insbesondere
wenn die Belichtung über das optimale Maß hinaus ausgedehnt wird.
[0004] Man kann generell sagen, daß photopolymerisierbare Schichten, deren Kaltfluß im unbelichteten
Zustand genügend klein ist, und die nach der Belichtung eine gute Haftungam Trägermetall,
eine gute Entwicklerresistenz und Beständigkeit gegen Ätzlösungen und galvanische
Bäder aufweisen, verhältnismäßig sprö.de Belichtungsprodukte bilden. Das gilt besonders
bei Oberbelichtungen, d. h. es verbleibt für die Verarbeitung derartiger Schichten
in der Regel nur ein sehr geringer Belichtungsspielraum, wenn.man eine. optimale Kombination
Die Erfindung betrifft ein photopolymerisierbares Gemisch, das polymere Bindemittel,
polymerisierbare Verbindungen und Photoinitiatoren enthält.
[0005] Derartige Gemische werden in der Reproduktionstechnik zur Herstellung von Druckplatten,
Photoresists, d. h. Ätz- und Galvanoreservagen, und - ggf. farbigen - Reliefbildern
verwendet.
[0006] Eine besondere Gruppe derartiger Gemische, die zur Photoresistherstellung dienen,
wird als trockene photopolymerisierbare Schicht auf einem temporären Schichtträger
aus einer transparenten flexiblen Kunststoffolie verwendet, wobei- die Schicht unter
Druck und Erwärmen auf einen bildmäßig zu modifizierenden Träger aus Metall, z. B.
eine Kupferplatte, laminiert, dort belichtet und zum Photoresist entwickelt wird.
Die Schichten sollen bevorzugt die Eigenschaft haben, sich mit wäßrigen, normalerweise
wäßrig- alka.lischen Entwicklerlösungen entwickeln zu lassen. Derartige Materialien
und Verarbeitungsverfahren sind z. B. in der DE-AS 15 22 515 und den DE-OS 20 64 079
und 23'61 041 beschrieben.
[0007] Besonders die in den genannten Offenlegungsschriften beschriebenen Schichten zeigen
bei wäßrig-alkalischer von Eigenschaften erreichen will. Ein weiteres Verspröden kann
schließlich auch beim Lagern oder Handhaben der Produkte bei Tageslicht eintreten.
[0008] Durch die erhöhte Sprödigkeit der belichteten und auch der unbelichteten Photoresistschicht
treten bei der Weiterverarbeitung, z..B. der Herstellung gedruckter Schaltungen, erhebliche
Schwierigkeiten auf. Diese Schwierigkeiten bestehen darin, daß beim Beschneiden der
mit dem Trockenresist kaschierten Kupferleiterplatten die spröde Resistschicht zur
Bildung von Flittern neigt, die eine erhebliche Verschmutzung und Störung bei der
Weiterverarbeitung zur Folge haben können. Zum anderen brechen die spröden Resistüberhänge
beim Ätzen in den üblichen Sprühätzmaschinen leicht ab, oder es kommt zum Abplatzen
feinerer Details der Photomasken in ungünstigen Galvanobädern, insbesondere bei Goldbädern,
bei denen die Stromausbeute relativ gering ist (z. B. 45 % bis herab zu 25 %). Hierbei
verursacht der entstehende Wasserstoff leicht ein Abplatzen von spröden Resistmasken.
[0009] Die hier beschriebenen Probleme sind zwar für die genannte Kombination von Schichtbestandteilen
und Verarbeitungsbedingungen noch nirgends deutlich aufgezeigt worden. Man hat sich
aber schon grundsätzlich mit dem Problem der Sprödigkeit von photopolymensierbaren
Schichten beschäftigt und zu seiner Lösung den Zusatz von Weichmachern empfohlen.
So werden in der DE-AS 23 27 513, Spalte 14, als Weichmacher für bestimmte Typen photopolymerisierbarer
Schichten Dibutylphthalat und andere Ester aromatischer und aliphatischer Dicarbonsäuren,
Glykolester, Polyglykole, Alkyl- und Arylphosphate, bestimmte Sulfonamide und andere
Verbindungen genannt. Diese und andere ähnliche Weichmacher werden auch in der US-PS
3 192 194, Spalte 4, und in der DE-AS 23 37 645, Spalte 12, genannt.
[0010] Alle hieraus bekannten Weichmacher haben in alkalisch ent- wickelbaren photopolymerisierbaren
Schichten der oben bezeichneten.Art bestimmte Nachteile. Viele sind mit den erforderlichen
alkalilöslichen Bindemitteln nicht verträglich und schwitzen bei der Lagerung aus
der unbelichteten oder aus der belichteten Schicht aus. Andere haben zwar eine gute
Weichmacherwirkung und sind gut verträglich, ergeben aber Schichten mit zu hohem Kaltfluß
in unbelichtetem Zustand. Andere wiederum setzen die Entwicklerresistenz der belichteten
Schichtteile, deren Beständigkeit gegen galvanische Bäder oder deren Haftung auf dem
metallischen Träger zu stark herab.
[0011] Aufgabe der Erfindung war es, durch Auffinden neuer Weichmacher für photopolymerisierbare
Gemische eine Schichtkombination vorzuschlagen, die die oben aufgezeigten Nachteile
nicht aufweist. Insbesondere sollte die unbelichtete Schicht einen geringen Kaltfluß
aufweisen und bei der Lagerung unverändert homogen bleiben. Die Schicht sollte nach
der Belichtung eine hohe Vernetzungsdichte und damit hohe Entwickler- und Galvanoresistenz
sowie eine gute Haftung auf metallischen Trägern, insbesondere auf Kupfer, aufweisen,
jedpch auch bei beträchtlicher. Oberbelichtung noch flexibel sein.
[0012] Die Erfindung geht aus von einem photopolymerisierbaren Gemisch, das ein polymeres,
in wäßrig-alkalischen Lösungen lösliches oder mindestens quellbares Bindemittel, eine
zur Additionspolymerisation befähigte Verbindung mit mindestens zwei Acryl- oder Methacrylsäureestergruppen
im Molekül und einem Siedepunkt oberhalb 100° C, einen Photoinitiator und einen Weichmacher
enthält.
[0013] Das erfindungsgemäße Gemisch ist dadurch gekennzeichnet, daß der Weichmacher eine
Verbindung der Formel I

ist, worin
R1 ein Wasserstoff- oder Halogenatom oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
R2 ein Wasserstoffatom, eine OH-Gruppe oder ein Alkylrest mit 1 - 4 Kohlenstoffatomen,
R3 ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe,
R4 einen Alkyl- oder Alkenylrest mit 1 bis 20 C-Atomen und
n Null oder eine Zahl von 1 bis 20 bedeutet,
wobei R
4 mindestens 4 C-Atome hat, wenn n Null oder 1 ist.
[0014] Das erfindungsgemäße Gemisch enthält im allgemeinen 1 bis 30 Gew.-% der neuen Weichmacher,
bezogen auf die Menge der nichtflüchtigen Bestandteile. Vorzugsweise werden 10 bis
25 Gew.-% zugesetzt. Bei mehr als 30 Gew.-% Zusatz werden auch noch belichtete Schichtbereiche
mit ausgezeichneter Flexibilität und anderen vorteilhaften Eigen- - schaften erhalten,
jedoch zeigt dann die unbelichtete Schicht meist schon einen merklichen Kaltfluß,
der bei der Anwendung als Trockenresistfolie stören kann. Wenn. es nicht beabsichtigt.
ist, das Gemisch in Form der trockenen unbelichteten Schicht in aufgerollter Form
längere Zeit zu lagern, wenn also das Gemisch in gelöster Form als Flüssigresist gelagert
und unmittel bar vor der Anwendung auf. einen Träger aufgebracht werden soll, fällt
dieser Nachteil nicht ins Gewicht, so daß auch höhere Konzentrationen,etwa bis zu
40 Gew.-% Weichmacher, angewendet werden können.
[0015] Wenn die Weichmacher Oxyalkyleneinheiten enthalten, also n ungleich Null ist, sind
diese Einheiten bevorzugt Oxyäthyleneinheiten (R
3 = H). Die Anzahl n der Oxyalkyleneinheiten ist vorzugsweise 1 bis 6. Eine besonders
hohe Galvanoresistenz wird mit Verbindungen mit n = 3 und R
3 = H erzielt.
[0016] Der Rest R
4 ist von einem ungesättigten oder vorzugsweise gesättigten geradkettigen oder verzweigten
aliphatischen Alkohol mit 1 bis 20 C-Atomen abgeleitet. Auch wenn n größer als 1 ist,
hat der Rest R
4 vorzugsweise 4 bis 20 C-Atome. Umgekehrt werden auch bei R
4 mit 4 oder mehr C-Atomen solche Verbindungen bevorzugt, in denen n mindestens 1 ist.
Im Falle von n = 0 hat der Rest R
4 vorzugsweise mindestens 6 C-Atome.
[0017] Beispiele für Alkohole R
4 OH, die zur Herstellung geeigneter Weichmacher verwendet werden können, sind Methanol,
Isopropanol, Isoamylalkohol, n-Hexanol, 2,4-Dimethyl-hexanol, Isooctanol, Decanol,
Octadecylalkohol und Geraniol.
[0018] Als Hydroxybenzolcarbonsäuren, die zur Herstellung von Verbindungen der Formel I
verwendet werden können, sind z. B. Salicylsäure, 4-Hydroxy-3-chlor-benzoesäure, 2,5-Dihydroxy-4-äthyl-benzoesäure,
2,4-Dihydroxy-benzoesäure, 4-Brom-3-hydroxy-benzoesäure und 2-Hydroxy-4-chlor-6-methyl-benzoesäure
geeignet. Wenn R
1 ein Halogenatom bedeutet, ist es vorzugsweise Chlor oder Brom. Verbindungen mit R
1 = Wasserstoff oder Alkyl werden im allgemeinen bevorzugt.
[0019] Die neuen Weichmacher weisen eine gute Verträglichkeit mit den übrigen Bestandteilen
der Schicht, insbesondere mit den weiter unten beschriebenen bevorzugten Bindemitteln
und Monomeren auf. Sie zeigen auch bei längerer Lagerung bei höheren Temperaturen,
z. B. bei 50 oder 100° C, keine Neigung zur Auswanderung aus der Schicht. Auch in
den gebräuchlichen sauren galvanischen Bädern findet keine Auswanderung statt. Mit
den Weichmachern werden photopolymerisierbare Schichten erhalten, die vor und vor
allem auch nach der Belichtung ausgezeichnet flexibel sind. Sie ergeben bei Kombination
mit geeigneten Bindemitteln und Mönomeren Schichten, die nur geringen oder gar keinen
Kaltfluß aufweisen. Es zeigte sich ferner, daß bei Verwendung der beschriebenen Weichmacher
die Galvanoresistenz der beli
ch- teten Schicht, insbesondere gegenüber sauren Goldbädern, in überraschender Weise
im Vergleich zu der weichmacherfreien Schicht erhöht wird, obwohl andere, bekannte
Weichmacher die Galvanoresistenz häufig verschlechtern. Die erwünschte Kombination
von schwer miteinander zu vereinbarenden Eigenschaften bleibt auch bei erheblicher
Oberbelichtung der Schicht erhalten, so daß dem Verbraucher die kostspielige und mühsame
Aufgabe erspart bleibt; für jede Vorlage und Belichtung die optimale Belichtungszeit
genau zu ermitteln.
[0020] Die Verbindungen der Formel I mit n = 1 oder darüber sind in der Literatur bisher
nicht beschrieben. Die Verbindungen mit n = 0 sind teilweise bekannt; so ist der 2-Athyl-hexylester
der 4-Hydroxybenzoesäure als Weichmacher für Polyamide und Polyvinylchlorid beschrieben.
Er wird häufig zusammen mit N-Alkyl-phenylsulfonamid oder N-Alkyl-toluolsulfonamid
genannt (z. B. in der DE-AS 12 83 796 und der US-PS 3 395 060). Aus diesen Druckschriften
geht jedoch nicht hervor, daß der Weichmacher auch für photopolymerisierbare Gemische
der oben genannten Art geeignet ist. Das als äquivalent beschriebene N-Alkyltoluolsulfonamid
ist hierfür z. B. völlig ungeeignet und kristallisiert oder schwitzt aus der festen
Mischung aus.
[0021] Die erfindungsgemäßen Weichmacher sind leicht aus Alkoholen durch azeotrope Veresterung
mit aromatischen Carbonsäuren zugänglich. Als Alkohole finden Anwendung:
a) aliphatische einwertige Alkohole mit 4 bis 20 C-Atomen,
b) Polyglykolmonoalkyläther, die durch Umsetzung von aliphatischen, einwertigen Alkoholen
mit 1 bis 20 C-Atomen mit Äthylenoxid oder Propylenoxid erhalten werden.
[0022] Die Herstellung von Polyglykolmonoalkyläthern aus Alkoholen und Alkylenoxiden ist
bekannt. Solche Verbindungen sind im Handel erhältlich.
[0023] Die erfindungsgemäßen photopolymerisierbaren Gemische enthalten ferner polymere,
vorzugsweise thermoplastische, in wäßrig-alkalischen Lösungen lösliche oder mindestens
quellbare Bindemittel. Derartige Polymere enthalten Gruppen, die im alkalischen Medium
Salze bilden, z. B. COOH, PO
3H
2, SO
3NH
2, SO
2NHCO oder OH-Gruppen. Bevorzugt werden Pölymere mit Carboxylgruppen. Geeignete Bindemittel
sind Maleinatharze, Polymerisate aus N-(p-Toluolsulfonyl)-carbaminsäure-(ß-methacryioyloxy)-äthylester
und Mischpolymerisate derartiger Monomerer, Styrol-Maleinsäureanhydrid-Mischpolymerisate
und insbesondere Mischpolymerisate von Acryl- und Methacrylsäure. Die letzteren können
als Comonomere Alkylacrylate und -methacrylate, wovon mindestens ein Teil Alkylgruppen
mit 4 bis 15 C-Atomen hat, und zusätzlich zu diesen Styrol, ein substituiertes Styrol,
Acrylnitril, Benzylacrylat oder ein ähnliches Monomeres enthalten, das ein Homopolymerisat
mit einer Glastemperatur Tg von mindestens 80° C bildet. Derartige bevorzugte Bindemittel
sind in den US-PS 3 804 631 und 3 930 865 beschrieben. Das Bindemittel soll ein mittleres
Molekulargewicht von mindestens 10000, vorzugsweise von etwa 20000.bis 200000 haben.
Die Säurezahl beträgt im allgemeinen 50 bis 250, vorzugsweise 100 bis 200. Besonders
bevorzugt werden Terpolymerisate aus Methacrylsäure, einem Alkylmethacrylat mit 4
bis 12 C-Atomen im Alkylrest und Styrol oder einem substituierten Styrol. Die Menge
der Bindemittel beträgt im allgemeinen 20-80, bevorzugt 35-65 Gew.-% der nichtfluchtigen
Bestandteile des Gemischs.
[0024] Die erfindungsgemäßen Gemische enthalten ferner polymerisierbare Verbindungen mit
mindestens zwei Acryl- oder Methacrylsäureestergruppen im Molekül. Derartige Verbindungen
sind in großer Zahl bekannt und für die Herstellung photopolymerisierbarer Gemische
gebräuchlich. Beispiele sind Äthylenglykoldiacrylat, Di-, Tri- und Polyäthylenglykoldiacrylat,
Hexandiol-(1,6)-diacrylat, Trimethylolpropantriacrylat, Trimethyloläthandiacrylat,
Pentaerythrittriacrylat, Neopentylglykoldiacrylat, Diglycerindiacrylat sowie die entsprechenden
Methacrylate. In Kombination mit den Estern können auch Amide der Acryl- und Methacrylsäure
verwendet werden, z. B. Methylenbis-acrylamid, Hexamethylenbis-acrylamid oder Xylylenbis-methacrylamid.
Bevorzugt werden Acryl- und Methacrylsäureester, die im Molekül mindestens zwei Urethangruppen
enthalten, da diese Monomeren Belichtungsprodukte mit guter Flexibilität und Haftung
auf Metallen ergeben. Diese Verbindungen können auch Biuret- und ggf. Carbonsäureamidgruppen
enthalten. ,Derartige Verbindungen sind in den DE-OS 20 64 079 und 23 61 041 sowie
der US-PS 3 850 770 beschrieben. Beispiele sind.Reaktionsprodukte von 2 Molen Hydroxyalkylacrylat
oder -methacrylat mit 1 Mol Diisocyanat, z. B. Hexamethylendiisocyanat,2,2,4-Trimethyl-hexamethylendiisocyanat,
Isophorondiisocyanat, Dicyclohexylmethandiisocyanat und Tolylendiisocyanat. Aliphatische
und cycloaliphatische Diisocyanate mit 2 bis 12 C-Atomen werden generell bevorzugt,
von diesen wiederum solche mit mindestens einer seitenständigen Methylgruppe. Mit
Vorteil werden ferner Monomere verwendet, die noch mindestens eine Oxyalkyleneinheit,
besonders Oxyäthyleneinheiten, im Molekül enthalten. Beispiele sind die Reaktionsprodukte
von Hydroxygruppen enthaltenden Acryl.aten und Methacrylaten mit Diisocyanaten, die
durch partielles Umsetzen einfacher Diisocyanate, wie sie oben genannt wurden, mit
Diolen, z. B. Hexandiol, Diäthylenglykol, Triäthylenglykol, Pentaäthylenglykol, Tripropylenglykol
und dgl. erhalten worden sind. Diese Verbindungen mit endständigen Isocyanatgruppen
können eine oder mehrere Diol- bzw. Polyäthergruppen enthalten.
[0025] Besonders bevorzugt werden polymerisierbare Verbindungen, die durch Umsetzen der
genannten bevorzugten Diisocyanate mit . Di-, Tri- oder Tetraäthylenglykol im Molverhältnis
2 : 1 bis 1,1 : 1 und Umsetzen des Reaktionsprodukts mit 1 Mol 2-Hydroxyäthylmethacrylat
je 1 Äquivalent Isocyanatgruppen erhalten werden.
[0026] Bei der bevorzugten Anwendung der Gemische zur Herstellung von Trockenresistfolien
werden generell die Methacrylate bevorzugt. Besonders bevorzugt werden polymerisierbare
Verbindungen mit zwei endständigen polymerisierbaren Doppelbindungen. Die Monomeren
werden im allgemeinen in einer Menge von 10 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 50
Gew.-%, bezogen auf die nichtflüchtigen Bestandteile der Gemisches, eingesetzt.
[0027] Als Photoinitiatoren können eine Vielzahl von Substanzen Verwendung finden. Beispiele
sind Benzoin, Benzoinäther, Mehrkernchinone, z. B. 2-Äthyl-anthrachinon, Acridinderivate,
z. B. 9-Phenyl-acridin, 9-p-Methoxyphenyl-acridin, 9-Acetylamino-acridin, Benz(a)acridin,
Phenazinderivate, z. B. 9,10-Dimethyl-benz(a)-phenazin, 9-Methyl-benz(a)phenazin,
10-Methoxy-benz(a)phenazin, Chinoxalinderivate, z. B. 6,4',4"-Tr-imethoxy-2,3-diphenyl-chinoxalin,
4',4".-Dimethoxy-2,3-diphenyl-5-aza-chinoxalin, Chinazolinderivate und dergl. mehr.
Ihre Menge beträgt im allgemeinen 0,1 bis 10 Gew.-% der nichtflüchtigen Bestandteile
des Gemisches.
[0028] Das erfindungsgemäße Gemisch kann außer Monomeren, Weichmachern, Photoinitiatoren
und Bindemitteln noch eine Reihe weiterer üblicher Zusätze enthalten, z. B. Inhibitoren
zur Verhinderung der thermischen Polymerisation der Monomeren, Haftvermittler, Wasserstoffdonatoren,
sensitometrische Regler, Farbstoffe, Farbpigmente, ungefärbte Pigmente,'Farbbildner
und Indikatoren.
[0029] Diese Bestandteile sind zweckmäßig so auszuwählen, daß sie in dem für den Initiierungsvorgang
wichtigen aktinischen Wellenlängenbereich möglichst nicht zu stark absorbieren.
[0030] Das erfindungsgemäße photopolymerisierbare Gemisch kann in bekannter Weise als Lösung
oder Dispersion in den Handel gebracht werden, die vom Verbraucher insbesondere zur
Herstellung von Ätzschutzschichteh verwendet wird. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet
für die erfindungsgemäßen Gemische sind Trockenresistfolien, die aus einer auf einem
temporären - Träger, z. B. einer transparenten Kunststoffolie, befindlichen fertigen
Photoresistschicht bestehen und die vom Verbraucher auf.die bildmäßig zu ätzende oder
zu galvanisierende Unterlage kaschiert werden und dort belichtet und entwickelt werden,
wobei vor dem Entwickeln der temporäre Träger entfernt wird.
[0031] Das erfindungsgemäße Gemisch eignet sich besonders gut für diese Anwendungsform.
Es kann aber auch in Form eines vprsensibilisierten Kopiermaterials auf einem geeigneten
Träger, z, B. auf Aluminium oder Zink, für die photomechanische Herstellung von Offset-
oder Hochdruckformen fabrikmäßig hergestellt werden. Es ist ferner zur Herstellung
von Reliefbildern, Siebdruckschablonen, Farbprüffolien und dergl: geeignet. Seine
Vorteile kommen in allen den Fällen zur Geltung, wo es auf gute und dauerhafte Flexibilität
der belichteten Schicht bei geringem Kaltfluß der unbelichteten Schicht sowie hohe
Resistenz der belichteten Schicht gegen aggressive Chemikalien ankommt.
[0032] Die Herstellung der lichtempfindlichen Materialien unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Gemisches erfolgt in bekannter Weise. So kann man die Mischung in einem Lösungsmittel
aufnehmen und die Lösung bzw. Dispersion durch Gießen, Sprühen, Tauchen, Antragen
mit Walzen usw. auf den vorgesehenen Träger als Film aufbringen und anschließend trocknen.
Dicke Schichten (z. B. von 250 um und darüber) kann man auch durch Extrudieren oder
Verpressen als selbsttragende Folie herstellen, welche dann auf den Träger laminiert
wird.
[0033] Als Träger für die zu Kopierschichten verarbeiteten Gemische kommen Metalle, z. B.
Aluminium, Zink, Kupfer, Stahl, Chrom, Messing und andere Metallegierungen; Siebdruckschablonenträger,
z. B. aus Nickel oder Perlongaze; und Kunststoffolien in Frage, wobei die Kunststoffolien,
z. B. Polyesterfolien, speziell oberflächenbehandelt sein können.
[0034] Die Kopierschichten werden in bekannter Weise belichtet und entwickelt. Als Entwickler
sind Wäßrige, vorzugsweise wäßrigalkalische Lösungen, z. B. von Alkaliphosphaten oder
Alkalisilikaten, geeignet, denen gegebenenfalls kleine Mengen, z. B. bis zu 10, vorzugsweise
weniger als 5, Gew.-% an wassermischbaren organischen Lösungsmitteln oder auch Netzmittel
zugesetzt werden können. Die Entwicklung kann von Hand oder in handelsüblichen Sprüh-
oder Bürstentwickfungsgeräten erfolgen.
[0035] Die erfindungsgemäßen Gemische lassen sich, wie oben erwähnt, für.die verschiedensten
Anwendungsgebiete einsetzen. Mit besonderem Vorteil werden sie zur Herstellung von
Photoresist- bzw. Ätzschutzschichten auf metallischen Trägern verwendet. Vor allem
sind sie zur Anwendung auf Trägern aus Kupfer geeignet. Die ausgezeichnete Haftung
und Flexibilität der belichteten Schichtteile bewährt sich bei diesen bevorzugten
Anwendungsformen nicht nur während der Entwicklung, sondern auch während einer nachfolgenden.Atzung
des Trägers, bei der die Schichten eine gute Flexibilität und Ätzresistenz zeigen.
[0036] Die Gemische lassen sich besonders gut in der Form sogenannter Trockenresistmaterialien,
wie sie oben erwähnt wurden, einsetzen und handhaben, da sie sich auch trocken zu
gut haftenden Schichten auf Metallträger übertragen lassen. In diesem Fall sind als
temporäre Trägerfolien besonders Polyesterfolien geeignet.
[0037] Die folgenden Beispiele erläutern einzelne Ausführungsformen' des erfindungsgemäßen
Gemischs. Wenn nichts anderes angegeben ist, sind Prozentzahlen und Mengenverhältnisse
in Gewichtseinheiten zu verstehen.
Beispiel 1a
[0038] Eine Lösung aus:
6,5 g eines Terpolymerisats aus n-Hexylmethacrylat, Methacrylsäure und Styrol (60
: 30 : 10 Gew.-Teile) mit einem mittleren Molgewicht von ca. 35000,
2,8 g eines polymerisierbaren Diurethans, das durch Umsetzung von 1 Mol 2,2,4-Trimethyl-hexamethylendiisocyanat
mit 2 Molen Hydroxyäthylmethacrylat erhalten wurde,
2,8 g eines polymerisierbaren Polyurethans, das durch Umsetzung von 11 Molen 2,2,4-Trimethyl-hexamethylendiisocyanat
mit 10 Molen wasserfreiem Triäthylenglykol und weitere Umsetzung des Reaktionsprodukts
mit 2 Molen Hydroxyäthyl-methacrylat hergestellt - wurde,
0,2 g 9-Phenyl-acridin,
0,1 g 3-Mercapto-propionsäure-2,4-dichlor-anilid,
0,035 g eines blauen Azofarbstoffs, erhalten durch Kuppeln von 2,4-Dinitro-6-chlor-benzoldiazoniumsalz
mit 2-Methoxy-5-acetylamino-N-cyanoäthyl-N-hydroxyäthyl- anilin und
2,8 g des Esters von 2,6-Dihydroxy-benzoesäure mit Diäthylenglykol-mono-2-äthylhexyläther
in
35 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
wird auf eine biaxial verstreckte und thermofixierte Poly- äthylenterephthalatfolie
der Stärke 25
/um so aufgeschleudert, daß nach dem Trocknen bei 100° C ein Schichtgewicht von 28
g/m
2 erhalten wird.
[0039] Man erhält eine Trockenresistfolie, die mit einer handelsüblichen Laminiervorrichtung
bei 120° C auf eine mit 35
/um starker Kupferfolie kaschierte Phenoplast-Schichtstoffplatte laminiert und 8 Sekunden
mit einem handelsüblichen Belichtungsgerät belichtet wird. Als Vorlage dient eine
Strichvorlage mit Linienbreiten und Abständen bis herab zu 80
/um.
[0040] Nach der Belichtung wird die Polyesterfolie abgezogen und die Schicht in einer 0,8
%igen Na
2C0
3-Lösung in einem Sprühentwicklungsgerät 50 Sekunden lang entwickelt.
[0041] Die Platte wird dann 30 Sekunden mit Leitungswasser gespült, 1 Minute in einer 25
%igen Ammoniumperoxydisulfat-Lösung angeätzt und sodann nacheinander in den folgenden
Elektrolytbädern galvanisiert:
1.) 40 Minuten in einem Kupferelektrolytbad der Firma Blasberg, Solingen, Typ "Feinkornkupferplastic-Bad"
Stromdichte: 2 A/dm2
Metallaufbau: ca. 20 um
2.) 10 Minuten in einem Nickelbad Typ "Norma" der Firma Blasberg, Solingen
Stromdichte: 4 A/dm2
Metallaufbau: 6 um und
3.) 15'Minuten in einem Goldbad Typ "Autronex N" der Firma Blasberg, Solingen
Stromdichte: 0,6 A/dm2
Metallaufbau: 2,5um
[0042] Die Platte zeigt keinerlei Unterwanderungen oder Beschädigungen.
[0043] Die Platte kann sodann in 5 %iger KOH-Lösung bei 50° C entschichtet und das freigelegte
Kupfer in den üblichen Ätzmedien weggeätzt werden.
[0044] Die oben beschriebene Trockenresistfolie ist auch bei 10-facher überbelichtung, also
auch noch nach 80 Sekunden Belichtungszeit mit dem oben beschriebenen Belichtungsgerät
völlig flexibel. Dies kann man zeigen, wenn man einen etwa 2 cm breiten und 20 cm
langen Streifen aus Trägerfolie und Schicht im belichteten Zustand mit der Hand dehnt.
Hierbei läßt sich der 10-fach überbelichtete Trockenresiststreifen ohne Platzen oder
Reißen der Schicht auf mindestens das Doppelte der Länge bei Zimmertemperatur verstrecken.
[0045] Diese Flexibilität ist in vielen Verarbeitungsschritten, wie Beschneiden nach dem
Laminieren, Ätzen und Galvanisieren in
Goldbädern u. a. von ausschlaggebendem Vorteil. Die oben beschriebene Trockenresistfolie
hat ferner einen sehr geringen Kaltfluß im unbelichteten Zustand, der das Lagern von
Rollen auch über lange Zeit ohne Ausquellen der Resistschicht an den Rändern ermöglicht.
Beispiele 1b bis 1 g
[0046] Statt des in Beispiel 1a beschriebenen Weichmachers können auch folgende Weichmacher
benutzt werden:
-1b)2,8 g des Esters aus 2,4-Dihydroxy-benzoesäure und Diäthylenglykol-mono-2-äthylhexyl-äther
Schichtgewicht: 29 g/m2
Belichtungszeit: 6 Sekunden
Verarbeitung: wie oben mit gleich guten Galvanoresistenzen
Flexibilität: auch bei 10-facher Belichtungszeit noch dehnbar ohne Reißen oder Verspröden
der Schicht
1c) 2,8 g des Esters aus 2,6-Dihydroxy-benzoesäure und Triäthylenglykol-mono-2-äthylhexyl-äther.
Ergebnis: wie oben, bei einem Schichtgewicht von 27 g/m2
1d) 2,8 g des Esters aus 2,6-Dihydroxy-benzoesäure und Tripropylenglykol-mono-2-äthylhexyl-äther.
Ergebnis: wie oben, Schichtgewicht: 27 g/m2
1e) 2,8 g des Esters aus 2,6-Dihydroxy-benzoesäure und Hexaäthylenglykol-mono-2-äthylhexyl-äther
Ergebnis: wie oben, Schichtgewicht: 2.7 g/m2
1f) 2,8 g des Esters aus 4-Hydroxy-toluol-2-carbonsäure und Diäthylenglykol-monohexyläther.
Ergebnis: wie oben, Schichtgewicht: 32 g/m2
1g) 2,8 g 4-Hydroxy-toluol-2-carbonsäure-n-hexylester
Ergebnis: wie oben,
Schichtgewicht: 32 g/m2
Vergleichsbeispiel 1h
[0047] Stellt man eine Lösung aus
6,5 g des Terpolymerisats von Beispiel 1a
2,8 g des Diurethans " 1a
2,8 g des Polyurethans " 1a
0,2 g 9-Phenyl-acridin
0,1 g 3-Mercapto-propionsäure-2,4-dichlor-anilid und
0,035 g des in Beispiel 1a angegebenen Farbstoffs
in
35 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
her (also ohne Zusatz von Weichmacher), dann erhält man eine Trockenresistfolie, die
auch bei einfacher Belichtungszeit schon relativ spröde ist und nach Erhöhen der Belichtung
um 50 % beim Dehnen mit den Händen reißt und splittert.
Vergleichsbeispiel 1i
[0048] Eine Lösung von
6,5 g des Terpolymerisats aus Beispiel 1a
5,6 g des Diurethans " 1a
2,8 g des Polyurethans " 1a
0,2 g 9-Phenyl-acridin
0,1 g 3-Mercapto-propionsäure-2,4-dichlor-anilid und
0,035 g des in Beispiel 1a genannten Farbstoffs in
35 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
wird wie in Beispiel 1a auf eine Trägerfolie aufgebracht, so daß eine Schicht von
30 g/m
2 erhalten wird. Auch diese Folie wird bereits bei 10 Sekunden Belichtungszeit spröde
und splittert.
Beispiel 2a
[0049] Eine Lösung von
6,5 g des in Beispiel 1a beschriebenen Terpolymerisats
2,8 g des in Beispiel 1a genannten Diurethans
2,8 g des in Beispiel 1a genannten Polyurethans
0,2 g 9-Phenyl-acridin
0,1 g 3-Mercapto-propionsäure-2,4-dichlor-anilid
0,035 g des in Beispiel 1a genannten Farbstoffs und
2,8 g eines Weichmachers, der aus 4-Hydroxy-benzoesäure durch azeotrope Veresterung
mit Triäthylenglykol-mono-tridecyläther (technisches Produkt) erhalten wird, in
35 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
wird wie in Beispiel 1a beschrieben zu einer Trockenresistfolie mit einem Schichtgewicht
von 28 g/m
2 verarbeitet.
[0050] Die Belichtung mit dem in Beispiel 1a verwendeten Belichtungsgerät liefert bereits
nach 8 Sekunden eine optimal belichtete Leiterplatte, die nach dem Entwickeln in 0,8
%iger Na
2CO
3-Lösung eine originalgetreue Wiedergabe der Linienvorlage liefert.
[0051] Auch bei 10-facher überbelichtung ist der Resist noch dehnbar und knickt und reißt
nicht.
Beispiel 2b
[0052] Statt des in Beispiel 2a angegebenen Weichmachers werden 2,8 g des Salicylsäureesters
von Triäthylenglykolmonoäthyläther verwendet.
[0053] Schichtgewicht der Trockenresistfolie: 29,4 g/m
2
[0054] Belichtungszeit: 10 Sekunden
[0055] Entwicklung : 70 Sekunden in 0,8 %iger Na
2CO
3-Lösung
[0056] Galvanoresistenz: sehr gut, auch im Goldbad (s. Beispiel 1a)
[0057] Flexi-bilität: auch bei 80 Sekunden Belichtungszeit noch voll flexibel ohne Reißen
oder Splittern beim Dehnen der Resistschicht.
Beispiele 2c - 2g
[0058] Gleich gute Ergebnisse werden erhalten, wenn man als Weichmacher in der Rezeptur
2a jeweils 2,8 g'der folgenden Verbindungen verwendet:
2c) Ester aus 4-Hydroxy-benzoesäure und Triäthylenglykolmonobutyläther
2d) Ester aus 4-Hydroxy-benzoesäure und 2-Äthyl-hexanol
2e) Ester aus 4-Hydroxy-benzoesäure und Isotridecylalkohol
2f) Ester aus 3-Hydroxy-benzoesäure und 2-thyl-hexanol
2g) Ester aus 4-Hydroxy-benzoesäure und Hexaäthylenglykol- mono-2-äthylhexyl-äther.
[0059] In jedem Falle werden bei Schichtgewichten um 30 g/m
2 und stark überbelichteten Trockenresistfolien (z. B. mit den in Beispiel 1a verwendeten
Belichtungsgerät auch noch bei 160 Sekunden Belich tungszeit) noch flexible Schichten
erhalten. Die Galvanoresistenzen sind ausgezeichnet.
Beispiel 3a
[0060] Eine Lösung von
6,5 g des in Beispiel 1a angegebenen Terpolymerisats
5,0 g eines polymerisierbaren Polyurethans, das durch Umsetzen von 2 Molen 2,2,4-Trimethyl-hexamethylendiisocyanat
und 1 Mol Triäthylenglykol und weiteres Umsetzen des Reaktionsprodukts mit 2 Molen
Hydroxyäthylmethacrylat hergestellt wurde
2,8 g 4-Hydroxy-benzoesäure-2-äthylhexylester
0,2 g 9-Phenyl-acridin und
0,025 g des Farbstoffs "Disperse Red" (C.J. 179) in
25 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
wird wie in Beispiel 1a beschrieben auf eine Polyesterfolie aufgeschleudert und getrocknet,
so daß ein Schichtgewicht von 52 g/m
2 erhalten wird. Es wird durch eine Filmvorlage, die Liniengruppen verschiedener Linienbreite
aufweist, mit dem in Beispiel 1a angegebenen Belichtungsgerät 20 Sekunden belichtet.
[0061] Nach 120 Sekunden Entwicklung im Sprühentwickler mit 0,8 %iger Sodalösung werden
noch Linien der Breite 50
/um aufgelöst. Die Prüfung der Galvanoresistenz in den in Beispiel 1a beschriebenen
Galvanobädern einschließlich des Goldbades liefert gute Ergebnisse, ohne daß im kritischen
Goldbad das übliche Abplatzen von Resistlinien oder eine Unterwanderung beobachtet
wird.
[0062] Die Flexibilität ist auch bei 160 Sekunden Belichtungszeit noch sehr gut.
[0063] Die Entwicklerresistenz beträgt auch in den 50um breiten Linien noch mindestens 6
Minuten.
Beispiel 3b (Vergleichsbeispiel)
[0064] Läßt man in Beispiel 3a den Weichmacher fort, dann erhält man schon bei einfacher
Belichtung verhältnismäßig spröde Schichten, die beim Verbiegen brechen und sich nicht
dehnen lassen. Die Galvanoresistenz in dem in Beispiel 1a beschriebenen Goldbad ist
nicht ausreichend.
Beispiel 3c (Vergleichsbeispiel)
[0065] Ersetzt man in Beispiel 3a den Weichmacher durch die gleiche' Menge (2,8 g) des dort
verwendeten Monomeren, d. h. verwendet man insgesamt 7,8 g des Monomeren ohne Zusatz
eines Weichmachers, dann erhält man die gleichen schlechten Ergebnisse wie in Beispiel
3b.
Beispiel 4a
[0066] Eine Lösung von
6,5 g des in Beispiel 1a angegebenen Terpolymerisats,
5,0 g des in Beispiel 3a angegebenen polymerisierbaren Polyurethans,
2,8 g des 4-Hydroxy-benzoesäureesters von Triäthylenglykol-mono-2-äthylhexyläther,
0,2 g 9-Phenyl-acridin und
0,025 g des Farbstoffs "Disperse Red" (C.J. 179) in
25 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
wird wie in Beispiel 1a beschrieben auf eine Polyesterfolie aufgeschleudert und getrocknet,
so daß ein Schichtgewicht von 51 g/m
2 erhalten wird. Bei Verarbeitung in der in Beispiel 3a angegebenen Weise werden im
wesentlichen gleiche Ergebnisse wie dort erhalten.
Beispiel 4b (Vergleichsbeispiel)
[0067] Beispiel 4a wird wiederholt mit der Ausnahme, daß statt des dort angegebenen Weichmachers
die gleiche Menge Diisodecyladipat verwendet wird. Die Verbindung ist als Weichmacher
für Polymere handelsüblich. Bereits bei 15 Sekunden Belichtung wird die Schicht spröde.
Außerdem ist die Haftung auf Kupfer schlecht.
Beispiel 4c (Vergreichsbeispiel)
[0068] Beispi'el 4a wird wiederholt mit der Ausnahme, daß statt des dort angegebenen Weichmachers
die gleiche Menge
c 1) Polyester aus Adipinsäure und 1,2-Propandiol oder
c 2) Polyester aus Adipinsäure und Butandiol
verwendet wird. Beide Verbindungen sind handelsübliche Weichmacher. Bereits bei einfacher
Belichtungszeit (20 Sekunden) werden spröde Resistschichten erhalten. Diese Schichten
haften außerdem schlecht auf Kupfer.
Beispiel 5a
[0069] Eine Lösung von
6,5 g des in Beispiel 1a angegebenen Terpolymerisats,
5,0 g des in Beispiel 1a angegebenen polymerisierbaren Diurethans,
2,8 g 4-Hydroxy-benzoesäure-nerolidylester,
0,2 g 9-Phenyl-acridin und
0,025 g des Farbstoffs "Disperse Red" (C.J. 179) in
25 g Methyläthylketon und
2 g Äthanol
wird wie in Beispiel 1a beschrieben auf eine Polyesterfolie aufgeschleudert und getrocknet,
so daß ein Schichtgewicht von 50 g/m
2 erhalten wird. Die Verarbeitung erfolgt wie in Beispiel 3a. Auch nach Überschreiten
der erforderlichen Belichtungszeit um 200 % ist die belichtete Resistschicht noch
genügend flexibel.
Beispiel 5b (Vergleichsbeispiel)
[0070] Beispiel 5a wird wiederholt mit der Ausnahme, daß der dort angegebene Weichmacher
durch die gleiche Menge N-Äthyl-p-toluolsulfonamid (handelsüblicher Weichmacher) ersetzt
wird. Unmittelbar nach der Herstellung der Resistschicht behält dies-e bei Normal-
und überbelichtung eine gute Flexibilität. Bereits nach 2 bis 3 Tagen Lagerung der
unbelichteten Schicht werden nach der Belichtung Versprödungserscheinungen festgestellt.
Nach 4 Wochen Lagerung ist der Weichmacher zu einem erheblichen Teil ausgewandert,
und die Resistfolie ist nicht mehr verwendbar.
Beispiel 5c (Vergleichsbeispiel)
[0071] Beispiel 5a wird wiederholt mit der Ausnahme, daß der dort angegebene Weichmacher
durch die gleiche Menge
c 1) Diisooctylphthalat oder
c 2) Trikresylphosphat
ersetzt wird. Man erhält bereits bei einfacher Belichtungszeit (20 Sekunden) spröde
Schichten.
[0072] Bei Verwendung der gleichen Menge
c 3) Polyäthylenglykol mit dem mittleren Molekulargewicht 1000
als Weichmacher wird eine Schicht erhalten, die nicht mehr ausreichend auf Kupfer
haftet.