[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Kippgleitlager für Brücken oder ähnliche Bauwerke,
mit einer ebenen Oberplatte, einer Zwischen- und einer Unterplatte, wobei die Zwischenplatte
längs einer gewölbten Krümmungsfläche auf der Unterplatte verschieblich gelagert,
die Oberfläche der Unterplatte mit einer an ihr befestigten, ihrer Wölbung entsprechend
vorgewölbten Auflage aus korrosionsbeständigem Werkstoff versehen und auf der Unterseite
der Zwischenplatte eine Beschichtung aus einem Werkstoff mit zum Werkstoff der Auflage
der Unterplatte niedriger Reibzahl angebracht ist. Die Erfindung bezieht sich weiterhin
auf ein Verfahren zum Auskleiden der konkav gekrümmten Oberseite der Unterplatte eines
solchen Kippgleitlagers, bei dem eine Auflage aus gut korrosionsbeständigem Material
der Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers entsprechend auf diese aufgebracht
und an ihr befestigt wird.
[0002] Bei Kippgleitlagern für Brücken oder für andere Bauwerke, bei denen schwere Lasten
abgestützt werden müssen, wird herkömmlicherweise die Gleitfläche in der sphärischen
Ebene so ausgeführt, daß dort eine Reibkombination PTFE mit Hartchrom vorliegt. Üblicherweise
ist hierbei die PTFE-Schicht in der konkav gewölbten Oberseite des Lagerunterteiles
gekammert angebracht, während die gegen diese PTFE-Schicht anlaufende, der konkaven
Krümmung der Unterschicht entsprechend konvex angepaßte Krümmung auf der Unterseite
der Zwischenplatte ("Kalotte") auf ihrer Oberfläche hartverchromt wird.
[0003] Es wurde auch bereits die Lösung versucht, die PTFE-Schicht in die kovex gekrümmte
Oberfläche der Kalotte einzulegen und die konkav gekrümmte Oberseite des Lagerunterteils
mit einer Hartchromschicht zu versehen. Dabei hat sich allerdings gezeigt, daß die
Hartverchromung solcher sphärischer, insbesondere konkav ausgeführter Flächen ziemlich
teuer ist und die geforderte Gleichmäßigkeit dieser Schicht nur schwierig hergestellt
werden kann. Gleichzeitig ist ein ziemlich großer manueller Aufwand für die notwendige
Vorpolierung vor dem Verchromungsvorgang und insbesondere auch nach dem Verchromen
nicht zu umgehen. Andererseits ist das Aufbringen einer korrosionsbeständigen Schicht
guter Reibeigenschaften jedoch erforderlich.
[0004] Bisher bekannte Zulassungen von Brückenlagern durch das Institut für Bautechnik,
Berlin, sehen ausschließlich die Anwendung von PTFE auf der einen Reibseite und das
Aufbringen einer Hartchromschicht auf der anderen Reibseite vor. Dies bedeutet, daß
bislang die Hartverchromung bei in Deutschland bauaufsichtlich zugelassenen Lagern
mit allen sich dabei ergebenden Schwierigkeiten in Kauf genommen werden mußte.
[0005] Es ist ein Kippgleitlager nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bekannt (Schweizer
Patentschrift Nr. 421 167), bei dem die Krümmungsfläche der Unterplatte konvex ausgebildet
und die gegen sie anliegende Krümmungsfläche der Zwischenplatte entsprechend konkav
geformt ist. Hierbei erfolgt das Aufbringen der Korrosionsschutzschicht auf die nach
außen geformte (konvexe) sphärische Fläche der Unterplatte, was herstellungstechnisch
gesehen bereits erhebliche Schwierigkeiten aufwirft. Allerdings hat diese bekannte
Lagerkonstruktion sich im praktischen Einsatz bislang noch nicht durchsetzen können:
So erweist sich z.B. wegen des Mittenverschiebungsverhaltens des Schwerpunkts bei
solchen Lagern die Lasteinleitung vielfach als nicht ausreichend günstig. Weiterhin
sind die von der ebenen Gleitfläche zwischen Lageroberteil und Lagerzwischenplatte
beim Auftreten einer Verformungsbewegung des Überbaus aufzunehmenden seitlichen (linearen)
Gleitbewegungen relativ groß, da der Verformungsschwerpunkt des Überbaus mit dem Krümmungsmittelpunkt
der Gleitfläche zwischen Lagerunterteil und Lagerzwischenteil nicht zusammenfällt.
[0006] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein solches bekanntes
Kippgleitlager derart zu verbessern, daß die aufgezeigten Nachteile bei wirtschaftlicher
Herstellmöglichkeit und einfacher Montage weitestgehend vermieden werden und dennoch
das Anbringen einer Hartchromschicht auf der sphärischen Gleitfläche des Lagerunterteiles
nicht erforderlich wird. Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Auskleiden der sphärisch gekrümmten Oberseite der Unterplatte für erfindungsgemäße
Kippgleitlager zu schaffen.
[0007] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird bei einem Kippgleitlager gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1 dadurch gelöst, daß die Gleitfläche der Auflage
wie auch die Krümmungsfläche der Unterplatte konkav ausgebildet sind und die auf der
Unterplatte befestigte vorgewölbte Auflage aus einer einseitig geschliffenen und polierten,
austenitischen Stahlblechscheibe besteht, deren nicht-geschliffene und polierte Oberfläche
der Krümmungsfläche der Unterplatte zugekehrt ist. Vorzugsweise beträgt dabei die
Dicke der vorgewölbten Auflage zwischen 0,75 und 5 mm, wobei in den meisten Anwendungsfällen
vorteilhafterweise eine Stahlblechdicke zwischen 1 mm und 2,5 mm eingesetzt wird.
Die Maßnahmen nach der Erfindung sind ohne große Schwierigkeiten durchführbar und
sie bieten eine einwandfreie und sichere Lösung des angeschnittenen Problems unter
Vermeidung der mit einer Hartverchromung solcher konkav geformter Oberflächen verbundenen
Schwierigkeiten. überdies läßt sich eine erhebliche Verkürzung der Durchlaufzeiten
in der Fertigung solcher Lager erzielen, da wegen der von der sonstigen Lagerherstellung
getrennten Vorverformung der Auflage die Schaffung und Bearbeitung der einzelnen Teile
parallel zueinander erfolgen kann. Die erfindungsgemäßen Kippgleitlager sind insoweit
auch sehr kostengünstig ausführbar, weil die erfindungsgemäß einzusetzenden vorgeformten
gewölbten Auflagen (meist als Teilkugelscheiben ausgeführt) im Handel ohne Schwierigkeiten
als Kaufteil bezogen werden können.
[0008] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen bestechen durch eine besondere Einfachheit der Auskleidung,
wobei der Einsatz einseitig geschliffener und polierter handelsüblicher Lagerbleche
erfolgen kann und eine irgendwie geartete Nachbearbeitung der als Lagerfläche ausgebildeten
konkav gewölbten Gleitfläche der Auflage völlig vermieden ist; denn die handelsüblich
erhältlichen Stahlbleche weisen bereits die vorgeschriebene Oberflächengüte auf. Die
Verwendung handelsüblicher, einseitig geschliffener und polierter austenitischer Stahlblechscheiben
läßt nicht nur die besonders schwierige Bearbeitung konkav gekrümmter Gleitflächen
- die z.B. bei einer Hartverchromung vorgenommen werden müßte - entfallen, sondern
sichert gleichzeitig auch die Durchführung einer formgenauen Verkleidung der Krümmungsfläche
bei gleichzeitig formgenau starrer Einlegung und guter mechanischer Befestigbarkeit
innerhalb des zu fordernden Toleranzbereiches für Radienabweichungen von wenigen Zehntel
Millimetern, die zu erreichen bisher nicht für möglich gehalten wurde. Erst die Erkenntnis
des Zusammenwirkens der verschiedenen erfindungsgemäß beanspruchten Merkmale konnte
in zufriedenstellender Weise den erfindungsgemäß angestrebten Erfolg sicherstellen.
Eine besonders sichere Befestigungsmöglichkeit im Sinne der zu fordernden Betriebssicherheit
läßt sich bei einem erfindungsgemäßen Gleitlager dadurch erzielen, daß die als konkav
vorgewölbte Scheibe ausgebildete Auflage auf der Unterplatte angeklebt und/oder im
Außenbereich ihres Umfanges mit Senkschrauben an der Unterplatte angeschraubt ist.
Vorteilhafterweise wird die konkav vorgewölbte Auflage gegen die konkav ausgebildete
Krümmungsfläche der Unterplatte mittels eines außen an ihrem Umfang angebrachten,
an der Unterplatte anschraubbaren Halteringes verspannt, dessen Innenfläche, wiederum
vorzugsweise, eine Schräge aufweisen kann, die gegen eine entsprechend komplementär
ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage anläuft und dadurch die Scheibe fest
auf den Sitz aufdrückt. Eine andere, vorteilhafte Ausgestaltung kann auch darin bestehen,
daß an der Innenseite des Halteringes eine untere Schräge vorgesehen ist, die gegen
eine entsprechend komplementär ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage anliegt
und die oben in einen radial nach innen gerichteten Haltering-Vorsprung übergeht,
gegen den die obere Umfangskante der Auflage anliegt. Hierdurch wird eine kraft- und
formschlüssige Anpressung der Scheibe gegen ihre Unterlage erreicht, wobei gleichzeitig
auch noch ein Zentrierungseffekt ausgenützt werden kann. Eine weitere, vorteilhafte
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kippgleitlagers besteht auch darin, daß der Haltering
über einen abgerundeten Innenwulst die Stahlblechscheibe in deren Randbereich von
oben her gegen die Unterplatte anpreßt. Bei allen Ausgestaltungen, bei denen die Verwendung
eines Halteringes vorgesehen ist, wird derselbe vorzugsweise über Schrauben gegen
die Unterplatte angedrückt. Dabei kann einfach durch eine entsprechende Variation
der Anzahl der Andruckschrauben eine entsprechend große bzw. variable Andruckkraft
gegen die zu verspannende Scheibe aufgebracht werden. Wenn die Scheibe nicht angeklebt,sondern
nur angeschraubt oder auf ihre Unterlage anderweitig gepreßt ist, empfiehlt es sich,
zur Vermeidung einer Unterrostung auf der konkav gewölbten Oberseite der Unterplatte
eine Korrosionsschutzschicht aufzubringen: eine einfache vorzugsweise Korrosionsschutzschicht
kann man dadurch erzielen, daß man eine 2-fache Beschichtung mit dem sogenannten "Grundanstrich"
vornimmt, der in einem Bereich von etwa 50 gm Schichtdicke liegt, somit zweifach eine
Korrosionsschutzschicht einer Gesamtdicke von ca. 0,1 mm ergibt.
[0009] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des Erfindungsgedankens besteht das für die
vorgewölbte Scheibe eingesetzte austenitische Stahlblech aus einer Chrom-Nickel-Molybdänlegierung,
wobei vorzugsweise der Werkstoff mit der Werkstoffnummer 1.4401 entsprechend DIN 17440
eingesetzt wird (Werkstoffbezeichnung: X 5 Cr Ni Mo 18 10) .
[0010] In den meisten Einsatzfällen erweist sich die Verwendung einer Auflage einer Dicke
von 2,5 mm als besonders günstig.
[0011] Um die Reibverhältnisse in der Kalotten-Reibfläche besonders günstig zu halten, ist
es von großem Vorteil, wenn der der vorgeformten gewölbten Scheibe zugewendete Werkstoffbelag
an der Unterseite der Zwischenplatte aus PTFE besteht und an seiner der vorgeformten
Scheibe zugewendeten Fläche mit Schmiertaschen versehen ist, die ihrerseits vollständig
mit Schmiermittel gefüllt sind.
[0012] Das erfindungsgemäße Lager besticht durch die besondere Einfachheit der Auskleidung,
wobei gleichzeitig die gewünschten Ausführungsgenauigkeiten für solche Lager ohne
Schwierigkeit selbst unter Einsatz handelsüblicher Bleche eingehalten werden können
und auch die aufgezeigten, gewählten Befestigungsmöglichkeiten im Hinblick auf die
geforderte Betriebssicherheit voll zufriedenstellend wirksam sind.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren geht aus von einem Verfahren zum Auskleiden der konkav
gekrümmten Oberseite der Unterplatte eines solchen erfindungsgemäßen Kippgleitlagers,
bei dem eine Auflage aus gut korrosionsbeständigem Material der Krümmungsfläche der
Unterplatte des Lagers entsprechend auf diese aufgebracht und an ihr befestigt wird.
Erfindungsgemäß wird hierbei eine Scheibe aus einseitig geschliffenem und poliertem
austenitischem Stahlblech einer Dicke zwischen 0,75 mm und 5 mm entsprechend der konkav
ausgebildeten Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers, aber mit einer geringen
Überformung in ihrem mittleren Bereich,vorgeformt, wobei die geschliffene und polierte
Seite des Stahlbleches die nicht zur Anlage an die Krümmungsfläche der Unterplatte
bestimmte Gleitfläche der Scheibe ausbildet, und weiterhin die solchermaßen konkav
vorgeformte Auflage sodann unter Verwendung einer auf ihren Außenbereich wirkenden
Befestigung an der Unterplatte in ihrer Endlage auf der konkav gewölbten Krümmungsfläche
der Unterplatte verspannt. Das erfindungsgemäße Verfahren ist einfach und schnell
auszuführen, wobei als Befestigung alle geeigneten Befestigungsmöglichkeiten vorgesehen
werden können. Vorteilhafterweise wird zur verspannenden Befestigung der Auflage aber
deren Außenbereich mittels eines Halteringes gegen die Unterplatte angepreßt; weiterhin
vorzugsweise kann auch die Auflage an der Unterplatte , ggf. noch zusätzlich, verklebt
und/oder verschraubt und/ oder verschweißt werden.
[0014] Bei der Erfindung werden alle Schwierigkeiten, die in Verbindung mit und beim bisher
durchgeführten Aufbringen einer Hartchrom-Oberflächenschicht auftreten, sicher vermieden,
wobei gleichzeitig eine erheblich wirtschaftlichere Herstellung möglich ist. Die erfindungsgemäßen
Lager sind auch schneller und mit besonders großer Gleichmäßigkeit herstellbar, wobei
gleichzeitig die von der ebenen Gleitfläche der Oberplatte aufzunehmenden seitlichen
Auslenkungen beim Auftreten einer Verformungsbewegung des Überbaus kleiner als etwa
beim gattungsgemäßon Gleitlager sind und gleichfalls auch die Lasteinleitung in das
Lager aufgrund des Mittenverschiebungsverhaltens des Schwerpunktes günstiger als beim
gattungsgemäßen Kippgleitlager gehalten werden kann. Weiterhin sind die erfindungsgemäßen
Lager auch viel schneller als beim Aufbringen einer Hartchromschicht herstellbar und
können mit besonders großer Gleichmäßigkeit (besonders kleinen Toleranzen) hergestellt
werden.
[0015] In vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden bei einer
Verklebung zwischen Schale und Unterplatte nur solche Schalenbleche eingesetzt, die
eine Dicke von 2 mm oder weniger, vorzugsweise von 1 mm oder weniger, aufweisen. Hierdurch
läßt sich eine gute Nachverformungsmöglichkeit während des Montage-und Verklebungsvorganges
erzielen. Verwendet man hier dickere Bleche, dann sind die aufzubringenden Nachverformungskräfte
u.U. bei einer Montage relativ hoch, so daß die Belastbarkeit der Klebschicht ggf.
überstiegen werden und es dadurch zu unerwünschten Ablöseerscheinungen kommen könnte.
Verwendet man, wie aufgezeigt, dünnere Blechstärken, insbesondere in den angegebenen
Bereichen, dann wird die vorgeformte Schale einfach mittels eines geeigneten Metallklebers
auf der Unterlage befestigt und kann, worauf bereits hingewiesen wurde, in ihrer vorgewölbten
Form nach dem Abbinden des Klebstoffes zusätzlich auch noch an den Außenkanten mit
Senkschrauben (oder durch Einsatz eines Halteringes, durch Verschweißen o.ä.) zusätzlich
nieder gehalten werden. Bei Verwendung eines Klebemittels ist überdies eine zusätzliche
Vorbehandlung der Stahloberfläche zur Vermeidung von Unterrostung nicht erforderlich.
[0016] Setzt man allerdings für die Befestigung keinerlei Klebemittel ein, so ist es empfehlenswert,
vor dem Einsetzen der Schale auf die gewölbte Krümmungsfläche der Unterplatte zum
Korrosionsschutz einen zweifachen Grundanstrich in einer Gesamtdicke von etwa 0,1
mm aufzutragen.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielshalber im Prinzip noch
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine seitliche Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Kippgleitlagers;
Fig. 2 eine vergrößerte Detaildarstellung der Einzelheit A aus Fig. 1;
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine für die Auskleidung der konkaven Krümmungsfläche des
Unterteiles eines erfindungsgemäßen Lagers einsetzbare vorgeformte Scheibe;
Fig. 4 bis 6 prinzipielle Detaildarstellungen für die Einspannung der vorgeformten
Scheibe mittels eines Halteringes gegen die Unterplatte mit verschiedenen Haltering-Formen.
[0018] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Kippgleitlager ist eine Oberplatte 1 erkennbar, die
auf ihrer Unterseite eben ausgebildet und mit einer gut korrosionsbeständigen Auflageschicht
2 versehen ist. Diese Auflageschicht 2 kann sowohl aus einem nicht rostenden geeigneten
Stahlblech, wie auch aus einer Hartchromschicht bestehen.
[0019] Die Zwischenplatte 4 des Lagers ist an ihrer Oberseite eben und weist dort in gekammerter
Aufnahme eine PTFE-Schicht auf, die etwas über die ebene Oberfläche der Zwischenplatte
4 hinaussteht und mit der Auflage 2 an der Oberplatte 1 im (Reib-)Kontakt steht. Die
Zwischenplatte 4 ist an ihrer Unterseite sphärisch gewölbt, im dargestellten Ausführungsbeispiel
kugelausschnittförmig. In sie ist wiederum in gekammerter Aufnahme eine entsprechend
geformte PTFE-Platte 5 eingelassen, die gegen eine nicht rostende Auflage in der entsprechend
konkav geformten, oben auf einer Unterplatte 7 angeordneten Krümmungsfläche vorgesehen
ist. Diese "Antikorrosionsschicht" ist in Form einer der konkaven Ausgestaltung der
Krümmungsfläche der Unterplatte 7 entsprechend vorgewölbten Scheibe 6 ausgeführt,
die auf der Unterplatte 7 im dargestellten Beispiel mit einer Klebstoffschicht 10
(Fig. 2) und in ihrem Randbereich zusätzlich über in Bohrungen 12 (Fig. 3) eingelassene
Senkkopfschrauben 9 (Fig. 1 bzw. Fig. 2) bebefestigt ist. Die Unterplatte 7 ihrerseits
ist dann auf einem geeigneten Fundament 8 angeordnet, das in Fig. 1 nicht näher ausgestaltet
ist.
[0020] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist die gekammerte PTFE-Reibschicht 5 in der gekrümmten
Unterfläche der Zwischenplatte 4 auf ihrer der Unterplatte zugewendeten Seite mit
schmiermittelgefüllten Schmiertaschen 11 versehen, durch die eine Dauerschmierung
der sphärischen Gleitfläche sichergestellt werden kann.
[0021] Die Oberfläche der vorgeformten Schale 6, d.h. die Seite der Schale 6, die der an
der Zwischenplatte unten befestigten PTFE-Schicht zugewendet ist, ist geschliffen
und poliert. Die Auskleidung der konkaven Oberfläche der Unterplatte 7 erfolgt dabei
folgendermaßen:
Zunächst wird die Unterplatte 7 in ihrer genauen Formgebung hergestellt, wobei (ggf.
auch gleichzeitig und unabhängig hiervon) aus einem laufenden, handelsüblich erhältlichen,
auf der Oberfläche bereits polierten und geschliffenen Metallblech die erforderlichen
vorgeformten gewölbten Schalen 6 durch ein geeignetes Verformungsverfahren hergestellt
werden. Diese gewölbten Schalen werden sodann in die konkav ausgebildete Krümmungsfläche
der Unterplatte 7 eingelegt und dabei dann geeignet miteinander verbunden, z.B. durch
eine vorher dort oder auf der Unterseite der Schale aufgetragene Klebstoffschicht,
ggf. auch durch im Randbereich der vorgewölbten Schale angeordente Senkkopfschrauben
(welche die alleinigen Befestigungsmittel oder auch zur Klebung zusätzliche Befestigungsmittel
darstellen können).
[0022] Bei dem in den Figuren gezeigten Kippgleitlager wurde im Interesse einer guten übersichtlichkeit
auf die Darstellung solcher Maßnahmen verzichtet, die bei solchen Kippgleitlagern
erforderlich bzw. üblich und jedem Fachmann geläufig sind, etwa seitliche Abdichtungen
o.ä.
[0023] Die in Fig. 3 gezeigte runde Form für eine Scheibe 6 stellt nur eine Ausführungsmöglichkeit
einer solchen Scheibe dar. Prinzipiell ist die Verwendung jeder geeigneten, auch nicht-runden
Form für die Scheibe 6 möglich, so insbesondere auch etwa eine Vieleckform (z.B. achteckig),
wobei die Seiten jeweils die Tangente des inneren Nutzungsdurchmessers der Scheibe
6 darstellen.
[0024] In den Fig. 4 bis 6 sind (im Prinzip) verschiedene Möglichkeiten für ein mechanisches
Niederspannen der Scheibe 6 gegen ihre Auflagefläche durch Einsatz eines Halteringes
13 gezeigt, der über Schrauben 9' gegen die Unterplatte 7 angeschraubt werden kann.
Dieses rein mechanische Einspannen der Scheibe 6 setzt ein Verkleben der Scheibe 6
gegen die Unterlage 7 nicht mehr voraus, weshalb hier die Gefahr der Unterrostung
bestehen kann. Aus diesem Grunde ist (zumindest) im Bereich er Auflagefläche der Unterplatte
7 für die Scheibe 6 eine korrosionsverhindernde Schicht 17 auf die Unterplatte 7 aufgebracht.
Diese Korrosions-Schutzschicht 17 ist dabei als zweifache Auftragung des sogenannten
"Grundanstriches" ausgeführt, der in einem Bereich von ca. 50 µm Schichtdicke liegt.
[0025] Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 4 ist der Haltering 13, der über Schrauben 9'
auf der Unterplatte 7 festgespannt ist, mit einer auf seiner Innenseite unten liegenden
Schräge 14 versehen, die gegen eine entsprechende Schräge am Ende der Schicht 6 anliegt.
Wird der Haltering 13 über die Schrauben 9' nun gegen die Unterplatte 7 angespannt,
dann wird infolge der Keilwirkung zwischen den Schrägen des Halteringes 13 und der
Schale 6 eine zunehmende Verspannung der Schale 6 gegen die Unterplatte 7 erreicht,
bis eine völlige Anpassung an die Unterlage und ein absolut fester Sitz vorliegt.
[0026] Der Haltering 13 bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 weist wiederum unten an
seiner Innenseite eine Schräge 14 auf, die jedoch diesmal nicht (wie bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 4) erheblich länger als die Schräge der vorgewölbten Scheibe 6 ausgeführt
ist; vielmehr geht hier die Schräge 14 unmittelbar an der oberen Außenkante der gewölbten
Scheibe 6 in einen radial nach innen vorspringenden Absatz 15 des Halteringes 13 über,
so daß beim Anschrauben des Halteringes 13 an die Unterplatte 7 zum einen die Keilwirkung
über die Schräge 14 (ähnlich wie im Beispiel nach Fig. 4) ausgeübt wird, gleichzeitig
jedoch durch den zwischen der Schräge 14 und dem Vorsprung 15 ausgebildeten Winkel
ein Ausweichen der Scheibe 6 nach oben durch Anliegen an den Vorsprung 15 verhindert
und dadurch zusätzlich ein Niederdrücken des Endes der Scheibe 6 auf die Anlage dort
erzielt wird.
[0027] Auch bei dem Ausführungsbeispiel, das in Fig. 6 gezeigt ist, wird im Endbereich der
vorgewölbten Scheibe 6 ein Niederdrücken derselben durch einen abgerundeten unteren
Innenwulst 16 des Halteringes 13 erzwungen.
[0028] Die vorgewölbte Scheibe 6 ist bei den in den Fig. 4 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispielen
vor ihrem Aufbringen auf die Unterplatte 7 derart vorgeformt, daß in ihrem Zentrum
eine leichte Überformung ausgebildet ist (d.h. der Krümmungsradius ist dort etwas
kleiner als der entsprechende Krümmungsradius auf der Unterplatte 7). Wird die solchermaßen
vorgeformte gewölbte Scheibe 6 dann auf die Unterplatte 7 aufgelegt, dann steht der
Endbereich der Platte 6 etwas von der zugehörigen Auflagefläche ab. Dieses Abstehen
wird sodann durch mechanisches Anpressen über den Haltering 13 wieder abgebaut, was
nicht nur zu einem Anliegen auch des Endbereiches der Scheibe 6 an die Aufnahmefläche
auf der Unterplatte 7 führt, sondern gleichzeitig auch noch einen Spannungsaufbau
innerhalb der Platte 6 derart ausbildet, daß ein besonders festes und sattes Anliegen
der Scheibe 6 auf der Unterlage 7 sichergestellt ist.
1. Kippgleitlager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, mit einer ebenen Oberplatte
(1), einer Zwischen-(4) und einer Unterplatte (7), wobei die Zwischenplatte (4) längs
einer gewölbten Krümmungsfläche auf der Unterplatte (7) verschieblich gelagert, die
Oberfläche der Unterplatte (7) mit einer an ihr befestigten, ihrer Wölbung entsprechend
vorgewölbten Auflage (6) aus korrosionsbeständigem Werkstoff versehen und auf der
Unterseite der Zwischenplatte (4) eine Beschichtung (5) aus einem Werkstoff mit zum
Werkstoff der Auflage (6) der Unterplatte (7) niedriger Reibzahl angebracht ist, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Gleitfläche der Auflage (6) wie auch die Krümmungsfläche der Unterplatte (7)
konkav ausgebildet ist und die auf der Unterplatte (7) befestigte vorgewölbte Auflage
(6) aus einer einseitig geschliffenen und polierten, austenitischen Stahlblechscheibe
besteht, deren nicht-geschliffene und polierte Oberfläche der Krümmungsfläche der
Unterplatte (7) zugekehrt ist.
2. Kippgleitlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgewölbte, einseitig
geschliffene und polierte austenitische Stahlblechscheibe (6) eine Dicke zwischen
0,75 mm und 5 mm, vorzugsweise aber zwischen 1 mm und 2,5 mm aufweist.
3. Kippgleitlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die als konkav
vorgewölbte Scheibe (6) ausgebildete Auflage auf der Unterplatte (7) angeklebt oder
im Außenbereich ihres Umfanges mit Senkschrauben (9) an der Unterplatte (7) angeschraubt
ist.
4. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
konkav vorgewölbte Auflage (6) gegen die konkav ausgebildete Krümmungsfläche der Unterplatte
(7) mittels eines dußen an ihrem Jmfang angebrachten, an der Un ;rplatte (7) anschraubbaren
Halteringes (13) verspannt ist.
5. Kippgleitlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenfläche des
Halteringes (13) eine Schräge (14) aufweist, die gegen eine entsprechend komplementär
ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage (6) anläuft.
6. Kippgleitlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenseite des
Halteringes (13) eine untere Schräge (14) vorgesehen ist, die gegen eine entsprechend
komplementär ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage (6) anliegt und die oben
in einen radial nach innen gerichteten Haltering-Vorsprung (15) übergeht, gegen den
die obere Umfangskante der Auflage (6) anliegt.
7. Kippgleitlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltering (13)
über einen abgerundeten Innenwulst (16) die Stahlblechscheibe (6) in deren Randbereich
von oben her gegen die / Unterplatte (7) anpreßt.
8. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf
der konkav gewölbten Oberseite der Unterplatte (7) eine Korrosionsschutzschicht (17),
vorzugsweise in einer Form als zweifache Beschichtung eines Grundanstriches, aufgebracht
ist.
9. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
austenitische Stahlblech der Auflage (6) aus einer Chrom-Nickel-Molybdän-Legierung
besteht.
10. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auflage (6) eine Dicke von 2,5 mm aufweist.
11. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der der gewölbten Auflage (6) zugewendete Werkstoffbelag an der Unterseite der Zwischenplatte
(4) aus Polytetrafluoräthylen besteht und an seiner der Auflage (6) zugewendeten Fläche
mit schmiermittelgefüllten Schmiertaschen (11) versehen ist.
12. Verfahren zum Auskleiden der konkav gekrümmten Oberseite der Unterplatte eines
Kippgleitlagers nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem eine Auflage aus gut korrosionsbeständigem
Material der Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers entsprechend auf diese aufgebracht
und an ihr befestigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Scheibe aus einseitig
geschliffenem und poliertem austenitischem Stahlblech einer Dicke zwischen 0,75 mm
und 5 mm entsprechend der konkav ausgebildeten Krümmungsfläche der Unterplatte des
Lagers, aber mit einer geringen Uberformung in ihrem mittleren Bereich vorgeformt
wird, wobei die geschliffene und polierte Seite des Stahlbleches die nicht zur Anlage
an die Krümmungsfläche der Unterplatte bestimmte Gleitfläche der Scheibe ausbildet,
und daß die solchermaßen konkav vorgeformte Auflage sodann unter Verwendung einer
auf ihren Außenbereich wirkenden Befestigung an der Unterplatte in ihre Endlage auf
der konkav gewölbten Krümmungsfläche der Unterplatte verspannt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zur verspannenden Befestigung
der Ai- lage deren Außenbereich mittels eines Halteringes gegen die Unterplatte angepreßt
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage an
der Unterplatte zusätzlich verklebt und/oder verschraubt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Verklebung zwischen
Auflage und Unterplatte nur Schalenbleche einer Dicke von 2 mm oder weniger, vorzugsweise
von 1 mm oder weniger,eingesetzt werden.
16. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet,daß vor dem Einsetzen
der Auflage auf die gewölbte Krümmungsfläche der Unterplatte zum Korrosionsschutz
ein zweifacher Grundanstrich in einer Gesamtdicke von etwa 0,1 mm aufgetragen wird.