(19)
(11) EP 0 006 621 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.01.1980  Patentblatt  1980/01

(21) Anmeldenummer: 79102161.1

(22) Anmeldetag:  28.06.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E01D 19/04, E04B 1/36
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT NL

(30) Priorität: 04.07.1978 DE 2829309

(71) Anmelder: GLACIER GMBH - DEVA WERKE
D-35260 Stadtallendorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Greb, Gerhard
    D-6315 Mücke 2 (DE)
  • Baigent, Maurice G.
    Broadway Ilminster/Somerset (GB)

(74) Vertreter: Geyer, Werner, Dr.-Ing. et al
Patentanwälte GEYER & FEHNERS Perhamerstrasse 31
80687 München
80687 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Kippgleitlager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, mit Ober-, Zwischen- und Unterplatte, und Verfahren zum Auskleiden der gekrümmten Oberseite der Unterplatte solcher Kippgleitlager


    (57) Bei einem Kippgleitlager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, mit Ober- (1), Zwischen- (4) und Unterplatte (7) sowie einer gekrümmten Gleitfläche zwischen Unterplatte (7) und Zwischenplatte (4), ist auf der gekrümmten Oberfläche der Unterplatte (7) eine entsprechend deren Wölbung vorgewölbte Auflage (6) aus korrosionsbeständigem Werkstoff und auf der Unterseite der Zwischenplatte (4) eine Beschichtung (5) aus einem Gleitwerkstoff vorgesehen. Zur Verbesserung des Betriebsverhaltens solcher Lager bei einfachem Aufbau und unter Vermeidung einer Hartverchromung für die sphärische Fläche der Unterplatte (7) sind die Gleitfläche der Auflage (6) wie die Krümmungsfläche der Unterplatte (7) konkav geformt, wobei die Auflage (6) aus einer einseitig geschliffenen und polierten, austenitischen Stahlblechscheibe besteht, deren nicht-geschliffene und polierte Oberfläche der Krümmungsfläche der Unterplatte (7) zugekehrt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Kippgleitlager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, mit einer ebenen Oberplatte, einer Zwischen- und einer Unterplatte, wobei die Zwischenplatte längs einer gewölbten Krümmungsfläche auf der Unterplatte verschieblich gelagert, die Oberfläche der Unterplatte mit einer an ihr befestigten, ihrer Wölbung entsprechend vorgewölbten Auflage aus korrosionsbeständigem Werkstoff versehen und auf der Unterseite der Zwischenplatte eine Beschichtung aus einem Werkstoff mit zum Werkstoff der Auflage der Unterplatte niedriger Reibzahl angebracht ist. Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zum Auskleiden der konkav gekrümmten Oberseite der Unterplatte eines solchen Kippgleitlagers, bei dem eine Auflage aus gut korrosionsbeständigem Material der Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers entsprechend auf diese aufgebracht und an ihr befestigt wird.

    [0002] Bei Kippgleitlagern für Brücken oder für andere Bauwerke, bei denen schwere Lasten abgestützt werden müssen, wird herkömmlicherweise die Gleitfläche in der sphärischen Ebene so ausgeführt, daß dort eine Reibkombination PTFE mit Hartchrom vorliegt. Üblicherweise ist hierbei die PTFE-Schicht in der konkav gewölbten Oberseite des Lagerunterteiles gekammert angebracht, während die gegen diese PTFE-Schicht anlaufende, der konkaven Krümmung der Unterschicht entsprechend konvex angepaßte Krümmung auf der Unterseite der Zwischenplatte ("Kalotte") auf ihrer Oberfläche hartverchromt wird.

    [0003] Es wurde auch bereits die Lösung versucht, die PTFE-Schicht in die kovex gekrümmte Oberfläche der Kalotte einzulegen und die konkav gekrümmte Oberseite des Lagerunterteils mit einer Hartchromschicht zu versehen. Dabei hat sich allerdings gezeigt, daß die Hartverchromung solcher sphärischer, insbesondere konkav ausgeführter Flächen ziemlich teuer ist und die geforderte Gleichmäßigkeit dieser Schicht nur schwierig hergestellt werden kann. Gleichzeitig ist ein ziemlich großer manueller Aufwand für die notwendige Vorpolierung vor dem Verchromungsvorgang und insbesondere auch nach dem Verchromen nicht zu umgehen. Andererseits ist das Aufbringen einer korrosionsbeständigen Schicht guter Reibeigenschaften jedoch erforderlich.

    [0004] Bisher bekannte Zulassungen von Brückenlagern durch das Institut für Bautechnik, Berlin, sehen ausschließlich die Anwendung von PTFE auf der einen Reibseite und das Aufbringen einer Hartchromschicht auf der anderen Reibseite vor. Dies bedeutet, daß bislang die Hartverchromung bei in Deutschland bauaufsichtlich zugelassenen Lagern mit allen sich dabei ergebenden Schwierigkeiten in Kauf genommen werden mußte.

    [0005] Es ist ein Kippgleitlager nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bekannt (Schweizer Patentschrift Nr. 421 167), bei dem die Krümmungsfläche der Unterplatte konvex ausgebildet und die gegen sie anliegende Krümmungsfläche der Zwischenplatte entsprechend konkav geformt ist. Hierbei erfolgt das Aufbringen der Korrosionsschutzschicht auf die nach außen geformte (konvexe) sphärische Fläche der Unterplatte, was herstellungstechnisch gesehen bereits erhebliche Schwierigkeiten aufwirft. Allerdings hat diese bekannte Lagerkonstruktion sich im praktischen Einsatz bislang noch nicht durchsetzen können: So erweist sich z.B. wegen des Mittenverschiebungsverhaltens des Schwerpunkts bei solchen Lagern die Lasteinleitung vielfach als nicht ausreichend günstig. Weiterhin sind die von der ebenen Gleitfläche zwischen Lageroberteil und Lagerzwischenplatte beim Auftreten einer Verformungsbewegung des Überbaus aufzunehmenden seitlichen (linearen) Gleitbewegungen relativ groß, da der Verformungsschwerpunkt des Überbaus mit dem Krümmungsmittelpunkt der Gleitfläche zwischen Lagerunterteil und Lagerzwischenteil nicht zusammenfällt.

    [0006] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein solches bekanntes Kippgleitlager derart zu verbessern, daß die aufgezeigten Nachteile bei wirtschaftlicher Herstellmöglichkeit und einfacher Montage weitestgehend vermieden werden und dennoch das Anbringen einer Hartchromschicht auf der sphärischen Gleitfläche des Lagerunterteiles nicht erforderlich wird. Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Auskleiden der sphärisch gekrümmten Oberseite der Unterplatte für erfindungsgemäße Kippgleitlager zu schaffen.

    [0007] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird bei einem Kippgleitlager gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 dadurch gelöst, daß die Gleitfläche der Auflage wie auch die Krümmungsfläche der Unterplatte konkav ausgebildet sind und die auf der Unterplatte befestigte vorgewölbte Auflage aus einer einseitig geschliffenen und polierten, austenitischen Stahlblechscheibe besteht, deren nicht-geschliffene und polierte Oberfläche der Krümmungsfläche der Unterplatte zugekehrt ist. Vorzugsweise beträgt dabei die Dicke der vorgewölbten Auflage zwischen 0,75 und 5 mm, wobei in den meisten Anwendungsfällen vorteilhafterweise eine Stahlblechdicke zwischen 1 mm und 2,5 mm eingesetzt wird. Die Maßnahmen nach der Erfindung sind ohne große Schwierigkeiten durchführbar und sie bieten eine einwandfreie und sichere Lösung des angeschnittenen Problems unter Vermeidung der mit einer Hartverchromung solcher konkav geformter Oberflächen verbundenen Schwierigkeiten. überdies läßt sich eine erhebliche Verkürzung der Durchlaufzeiten in der Fertigung solcher Lager erzielen, da wegen der von der sonstigen Lagerherstellung getrennten Vorverformung der Auflage die Schaffung und Bearbeitung der einzelnen Teile parallel zueinander erfolgen kann. Die erfindungsgemäßen Kippgleitlager sind insoweit auch sehr kostengünstig ausführbar, weil die erfindungsgemäß einzusetzenden vorgeformten gewölbten Auflagen (meist als Teilkugelscheiben ausgeführt) im Handel ohne Schwierigkeiten als Kaufteil bezogen werden können.

    [0008] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen bestechen durch eine besondere Einfachheit der Auskleidung, wobei der Einsatz einseitig geschliffener und polierter handelsüblicher Lagerbleche erfolgen kann und eine irgendwie geartete Nachbearbeitung der als Lagerfläche ausgebildeten konkav gewölbten Gleitfläche der Auflage völlig vermieden ist; denn die handelsüblich erhältlichen Stahlbleche weisen bereits die vorgeschriebene Oberflächengüte auf. Die Verwendung handelsüblicher, einseitig geschliffener und polierter austenitischer Stahlblechscheiben läßt nicht nur die besonders schwierige Bearbeitung konkav gekrümmter Gleitflächen - die z.B. bei einer Hartverchromung vorgenommen werden müßte - entfallen, sondern sichert gleichzeitig auch die Durchführung einer formgenauen Verkleidung der Krümmungsfläche bei gleichzeitig formgenau starrer Einlegung und guter mechanischer Befestigbarkeit innerhalb des zu fordernden Toleranzbereiches für Radienabweichungen von wenigen Zehntel Millimetern, die zu erreichen bisher nicht für möglich gehalten wurde. Erst die Erkenntnis des Zusammenwirkens der verschiedenen erfindungsgemäß beanspruchten Merkmale konnte in zufriedenstellender Weise den erfindungsgemäß angestrebten Erfolg sicherstellen. Eine besonders sichere Befestigungsmöglichkeit im Sinne der zu fordernden Betriebssicherheit läßt sich bei einem erfindungsgemäßen Gleitlager dadurch erzielen, daß die als konkav vorgewölbte Scheibe ausgebildete Auflage auf der Unterplatte angeklebt und/oder im Außenbereich ihres Umfanges mit Senkschrauben an der Unterplatte angeschraubt ist. Vorteilhafterweise wird die konkav vorgewölbte Auflage gegen die konkav ausgebildete Krümmungsfläche der Unterplatte mittels eines außen an ihrem Umfang angebrachten, an der Unterplatte anschraubbaren Halteringes verspannt, dessen Innenfläche, wiederum vorzugsweise, eine Schräge aufweisen kann, die gegen eine entsprechend komplementär ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage anläuft und dadurch die Scheibe fest auf den Sitz aufdrückt. Eine andere, vorteilhafte Ausgestaltung kann auch darin bestehen, daß an der Innenseite des Halteringes eine untere Schräge vorgesehen ist, die gegen eine entsprechend komplementär ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage anliegt und die oben in einen radial nach innen gerichteten Haltering-Vorsprung übergeht, gegen den die obere Umfangskante der Auflage anliegt. Hierdurch wird eine kraft- und formschlüssige Anpressung der Scheibe gegen ihre Unterlage erreicht, wobei gleichzeitig auch noch ein Zentrierungseffekt ausgenützt werden kann. Eine weitere, vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kippgleitlagers besteht auch darin, daß der Haltering über einen abgerundeten Innenwulst die Stahlblechscheibe in deren Randbereich von oben her gegen die Unterplatte anpreßt. Bei allen Ausgestaltungen, bei denen die Verwendung eines Halteringes vorgesehen ist, wird derselbe vorzugsweise über Schrauben gegen die Unterplatte angedrückt. Dabei kann einfach durch eine entsprechende Variation der Anzahl der Andruckschrauben eine entsprechend große bzw. variable Andruckkraft gegen die zu verspannende Scheibe aufgebracht werden. Wenn die Scheibe nicht angeklebt,sondern nur angeschraubt oder auf ihre Unterlage anderweitig gepreßt ist, empfiehlt es sich, zur Vermeidung einer Unterrostung auf der konkav gewölbten Oberseite der Unterplatte eine Korrosionsschutzschicht aufzubringen: eine einfache vorzugsweise Korrosionsschutzschicht kann man dadurch erzielen, daß man eine 2-fache Beschichtung mit dem sogenannten "Grundanstrich" vornimmt, der in einem Bereich von etwa 50 gm Schichtdicke liegt, somit zweifach eine Korrosionsschutzschicht einer Gesamtdicke von ca. 0,1 mm ergibt.

    [0009] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des Erfindungsgedankens besteht das für die vorgewölbte Scheibe eingesetzte austenitische Stahlblech aus einer Chrom-Nickel-Molybdänlegierung, wobei vorzugsweise der Werkstoff mit der Werkstoffnummer 1.4401 entsprechend DIN 17440 eingesetzt wird (Werkstoffbezeichnung: X 5 Cr Ni Mo 18 10) .

    [0010] In den meisten Einsatzfällen erweist sich die Verwendung einer Auflage einer Dicke von 2,5 mm als besonders günstig.

    [0011] Um die Reibverhältnisse in der Kalotten-Reibfläche besonders günstig zu halten, ist es von großem Vorteil, wenn der der vorgeformten gewölbten Scheibe zugewendete Werkstoffbelag an der Unterseite der Zwischenplatte aus PTFE besteht und an seiner der vorgeformten Scheibe zugewendeten Fläche mit Schmiertaschen versehen ist, die ihrerseits vollständig mit Schmiermittel gefüllt sind.

    [0012] Das erfindungsgemäße Lager besticht durch die besondere Einfachheit der Auskleidung, wobei gleichzeitig die gewünschten Ausführungsgenauigkeiten für solche Lager ohne Schwierigkeit selbst unter Einsatz handelsüblicher Bleche eingehalten werden können und auch die aufgezeigten, gewählten Befestigungsmöglichkeiten im Hinblick auf die geforderte Betriebssicherheit voll zufriedenstellend wirksam sind.

    [0013] Das erfindungsgemäße Verfahren geht aus von einem Verfahren zum Auskleiden der konkav gekrümmten Oberseite der Unterplatte eines solchen erfindungsgemäßen Kippgleitlagers, bei dem eine Auflage aus gut korrosionsbeständigem Material der Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers entsprechend auf diese aufgebracht und an ihr befestigt wird. Erfindungsgemäß wird hierbei eine Scheibe aus einseitig geschliffenem und poliertem austenitischem Stahlblech einer Dicke zwischen 0,75 mm und 5 mm entsprechend der konkav ausgebildeten Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers, aber mit einer geringen Überformung in ihrem mittleren Bereich,vorgeformt, wobei die geschliffene und polierte Seite des Stahlbleches die nicht zur Anlage an die Krümmungsfläche der Unterplatte bestimmte Gleitfläche der Scheibe ausbildet, und weiterhin die solchermaßen konkav vorgeformte Auflage sodann unter Verwendung einer auf ihren Außenbereich wirkenden Befestigung an der Unterplatte in ihrer Endlage auf der konkav gewölbten Krümmungsfläche der Unterplatte verspannt. Das erfindungsgemäße Verfahren ist einfach und schnell auszuführen, wobei als Befestigung alle geeigneten Befestigungsmöglichkeiten vorgesehen werden können. Vorteilhafterweise wird zur verspannenden Befestigung der Auflage aber deren Außenbereich mittels eines Halteringes gegen die Unterplatte angepreßt; weiterhin vorzugsweise kann auch die Auflage an der Unterplatte , ggf. noch zusätzlich, verklebt und/oder verschraubt und/ oder verschweißt werden.

    [0014] Bei der Erfindung werden alle Schwierigkeiten, die in Verbindung mit und beim bisher durchgeführten Aufbringen einer Hartchrom-Oberflächenschicht auftreten, sicher vermieden, wobei gleichzeitig eine erheblich wirtschaftlichere Herstellung möglich ist. Die erfindungsgemäßen Lager sind auch schneller und mit besonders großer Gleichmäßigkeit herstellbar, wobei gleichzeitig die von der ebenen Gleitfläche der Oberplatte aufzunehmenden seitlichen Auslenkungen beim Auftreten einer Verformungsbewegung des Überbaus kleiner als etwa beim gattungsgemäßon Gleitlager sind und gleichfalls auch die Lasteinleitung in das Lager aufgrund des Mittenverschiebungsverhaltens des Schwerpunktes günstiger als beim gattungsgemäßen Kippgleitlager gehalten werden kann. Weiterhin sind die erfindungsgemäßen Lager auch viel schneller als beim Aufbringen einer Hartchromschicht herstellbar und können mit besonders großer Gleichmäßigkeit (besonders kleinen Toleranzen) hergestellt werden.

    [0015] In vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden bei einer Verklebung zwischen Schale und Unterplatte nur solche Schalenbleche eingesetzt, die eine Dicke von 2 mm oder weniger, vorzugsweise von 1 mm oder weniger, aufweisen. Hierdurch läßt sich eine gute Nachverformungsmöglichkeit während des Montage-und Verklebungsvorganges erzielen. Verwendet man hier dickere Bleche, dann sind die aufzubringenden Nachverformungskräfte u.U. bei einer Montage relativ hoch, so daß die Belastbarkeit der Klebschicht ggf. überstiegen werden und es dadurch zu unerwünschten Ablöseerscheinungen kommen könnte. Verwendet man, wie aufgezeigt, dünnere Blechstärken, insbesondere in den angegebenen Bereichen, dann wird die vorgeformte Schale einfach mittels eines geeigneten Metallklebers auf der Unterlage befestigt und kann, worauf bereits hingewiesen wurde, in ihrer vorgewölbten Form nach dem Abbinden des Klebstoffes zusätzlich auch noch an den Außenkanten mit Senkschrauben (oder durch Einsatz eines Halteringes, durch Verschweißen o.ä.) zusätzlich nieder gehalten werden. Bei Verwendung eines Klebemittels ist überdies eine zusätzliche Vorbehandlung der Stahloberfläche zur Vermeidung von Unterrostung nicht erforderlich.

    [0016] Setzt man allerdings für die Befestigung keinerlei Klebemittel ein, so ist es empfehlenswert, vor dem Einsetzen der Schale auf die gewölbte Krümmungsfläche der Unterplatte zum Korrosionsschutz einen zweifachen Grundanstrich in einer Gesamtdicke von etwa 0,1 mm aufzutragen.

    [0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielshalber im Prinzip noch näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine seitliche Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Kippgleitlagers;

    Fig. 2 eine vergrößerte Detaildarstellung der Einzelheit A aus Fig. 1;

    Fig. 3 eine Draufsicht auf eine für die Auskleidung der konkaven Krümmungsfläche des Unterteiles eines erfindungsgemäßen Lagers einsetzbare vorgeformte Scheibe;

    Fig. 4 bis 6 prinzipielle Detaildarstellungen für die Einspannung der vorgeformten Scheibe mittels eines Halteringes gegen die Unterplatte mit verschiedenen Haltering-Formen.



    [0018] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Kippgleitlager ist eine Oberplatte 1 erkennbar, die auf ihrer Unterseite eben ausgebildet und mit einer gut korrosionsbeständigen Auflageschicht 2 versehen ist. Diese Auflageschicht 2 kann sowohl aus einem nicht rostenden geeigneten Stahlblech, wie auch aus einer Hartchromschicht bestehen.

    [0019] Die Zwischenplatte 4 des Lagers ist an ihrer Oberseite eben und weist dort in gekammerter Aufnahme eine PTFE-Schicht auf, die etwas über die ebene Oberfläche der Zwischenplatte 4 hinaussteht und mit der Auflage 2 an der Oberplatte 1 im (Reib-)Kontakt steht. Die Zwischenplatte 4 ist an ihrer Unterseite sphärisch gewölbt, im dargestellten Ausführungsbeispiel kugelausschnittförmig. In sie ist wiederum in gekammerter Aufnahme eine entsprechend geformte PTFE-Platte 5 eingelassen, die gegen eine nicht rostende Auflage in der entsprechend konkav geformten, oben auf einer Unterplatte 7 angeordneten Krümmungsfläche vorgesehen ist. Diese "Antikorrosionsschicht" ist in Form einer der konkaven Ausgestaltung der Krümmungsfläche der Unterplatte 7 entsprechend vorgewölbten Scheibe 6 ausgeführt, die auf der Unterplatte 7 im dargestellten Beispiel mit einer Klebstoffschicht 10 (Fig. 2) und in ihrem Randbereich zusätzlich über in Bohrungen 12 (Fig. 3) eingelassene Senkkopfschrauben 9 (Fig. 1 bzw. Fig. 2) bebefestigt ist. Die Unterplatte 7 ihrerseits ist dann auf einem geeigneten Fundament 8 angeordnet, das in Fig. 1 nicht näher ausgestaltet ist.

    [0020] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist die gekammerte PTFE-Reibschicht 5 in der gekrümmten Unterfläche der Zwischenplatte 4 auf ihrer der Unterplatte zugewendeten Seite mit schmiermittelgefüllten Schmiertaschen 11 versehen, durch die eine Dauerschmierung der sphärischen Gleitfläche sichergestellt werden kann.

    [0021] Die Oberfläche der vorgeformten Schale 6, d.h. die Seite der Schale 6, die der an der Zwischenplatte unten befestigten PTFE-Schicht zugewendet ist, ist geschliffen und poliert. Die Auskleidung der konkaven Oberfläche der Unterplatte 7 erfolgt dabei folgendermaßen:

    Zunächst wird die Unterplatte 7 in ihrer genauen Formgebung hergestellt, wobei (ggf. auch gleichzeitig und unabhängig hiervon) aus einem laufenden, handelsüblich erhältlichen, auf der Oberfläche bereits polierten und geschliffenen Metallblech die erforderlichen vorgeformten gewölbten Schalen 6 durch ein geeignetes Verformungsverfahren hergestellt werden. Diese gewölbten Schalen werden sodann in die konkav ausgebildete Krümmungsfläche der Unterplatte 7 eingelegt und dabei dann geeignet miteinander verbunden, z.B. durch eine vorher dort oder auf der Unterseite der Schale aufgetragene Klebstoffschicht, ggf. auch durch im Randbereich der vorgewölbten Schale angeordente Senkkopfschrauben (welche die alleinigen Befestigungsmittel oder auch zur Klebung zusätzliche Befestigungsmittel darstellen können).



    [0022] Bei dem in den Figuren gezeigten Kippgleitlager wurde im Interesse einer guten übersichtlichkeit auf die Darstellung solcher Maßnahmen verzichtet, die bei solchen Kippgleitlagern erforderlich bzw. üblich und jedem Fachmann geläufig sind, etwa seitliche Abdichtungen o.ä.

    [0023] Die in Fig. 3 gezeigte runde Form für eine Scheibe 6 stellt nur eine Ausführungsmöglichkeit einer solchen Scheibe dar. Prinzipiell ist die Verwendung jeder geeigneten, auch nicht-runden Form für die Scheibe 6 möglich, so insbesondere auch etwa eine Vieleckform (z.B. achteckig), wobei die Seiten jeweils die Tangente des inneren Nutzungsdurchmessers der Scheibe 6 darstellen.

    [0024] In den Fig. 4 bis 6 sind (im Prinzip) verschiedene Möglichkeiten für ein mechanisches Niederspannen der Scheibe 6 gegen ihre Auflagefläche durch Einsatz eines Halteringes 13 gezeigt, der über Schrauben 9' gegen die Unterplatte 7 angeschraubt werden kann. Dieses rein mechanische Einspannen der Scheibe 6 setzt ein Verkleben der Scheibe 6 gegen die Unterlage 7 nicht mehr voraus, weshalb hier die Gefahr der Unterrostung bestehen kann. Aus diesem Grunde ist (zumindest) im Bereich er Auflagefläche der Unterplatte 7 für die Scheibe 6 eine korrosionsverhindernde Schicht 17 auf die Unterplatte 7 aufgebracht. Diese Korrosions-Schutzschicht 17 ist dabei als zweifache Auftragung des sogenannten "Grundanstriches" ausgeführt, der in einem Bereich von ca. 50 µm Schichtdicke liegt.

    [0025] Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 4 ist der Haltering 13, der über Schrauben 9' auf der Unterplatte 7 festgespannt ist, mit einer auf seiner Innenseite unten liegenden Schräge 14 versehen, die gegen eine entsprechende Schräge am Ende der Schicht 6 anliegt. Wird der Haltering 13 über die Schrauben 9' nun gegen die Unterplatte 7 angespannt, dann wird infolge der Keilwirkung zwischen den Schrägen des Halteringes 13 und der Schale 6 eine zunehmende Verspannung der Schale 6 gegen die Unterplatte 7 erreicht, bis eine völlige Anpassung an die Unterlage und ein absolut fester Sitz vorliegt.

    [0026] Der Haltering 13 bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 weist wiederum unten an seiner Innenseite eine Schräge 14 auf, die jedoch diesmal nicht (wie bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4) erheblich länger als die Schräge der vorgewölbten Scheibe 6 ausgeführt ist; vielmehr geht hier die Schräge 14 unmittelbar an der oberen Außenkante der gewölbten Scheibe 6 in einen radial nach innen vorspringenden Absatz 15 des Halteringes 13 über, so daß beim Anschrauben des Halteringes 13 an die Unterplatte 7 zum einen die Keilwirkung über die Schräge 14 (ähnlich wie im Beispiel nach Fig. 4) ausgeübt wird, gleichzeitig jedoch durch den zwischen der Schräge 14 und dem Vorsprung 15 ausgebildeten Winkel ein Ausweichen der Scheibe 6 nach oben durch Anliegen an den Vorsprung 15 verhindert und dadurch zusätzlich ein Niederdrücken des Endes der Scheibe 6 auf die Anlage dort erzielt wird.

    [0027] Auch bei dem Ausführungsbeispiel, das in Fig. 6 gezeigt ist, wird im Endbereich der vorgewölbten Scheibe 6 ein Niederdrücken derselben durch einen abgerundeten unteren Innenwulst 16 des Halteringes 13 erzwungen.

    [0028] Die vorgewölbte Scheibe 6 ist bei den in den Fig. 4 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispielen vor ihrem Aufbringen auf die Unterplatte 7 derart vorgeformt, daß in ihrem Zentrum eine leichte Überformung ausgebildet ist (d.h. der Krümmungsradius ist dort etwas kleiner als der entsprechende Krümmungsradius auf der Unterplatte 7). Wird die solchermaßen vorgeformte gewölbte Scheibe 6 dann auf die Unterplatte 7 aufgelegt, dann steht der Endbereich der Platte 6 etwas von der zugehörigen Auflagefläche ab. Dieses Abstehen wird sodann durch mechanisches Anpressen über den Haltering 13 wieder abgebaut, was nicht nur zu einem Anliegen auch des Endbereiches der Scheibe 6 an die Aufnahmefläche auf der Unterplatte 7 führt, sondern gleichzeitig auch noch einen Spannungsaufbau innerhalb der Platte 6 derart ausbildet, daß ein besonders festes und sattes Anliegen der Scheibe 6 auf der Unterlage 7 sichergestellt ist.


    Ansprüche

    1. Kippgleitlager für Brücken oder ähnliche Bauwerke, mit einer ebenen Oberplatte (1), einer Zwischen-(4) und einer Unterplatte (7), wobei die Zwischenplatte (4) längs einer gewölbten Krümmungsfläche auf der Unterplatte (7) verschieblich gelagert, die Oberfläche der Unterplatte (7) mit einer an ihr befestigten, ihrer Wölbung entsprechend vorgewölbten Auflage (6) aus korrosionsbeständigem Werkstoff versehen und auf der Unterseite der Zwischenplatte (4) eine Beschichtung (5) aus einem Werkstoff mit zum Werkstoff der Auflage (6) der Unterplatte (7) niedriger Reibzahl angebracht ist, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Gleitfläche der Auflage (6) wie auch die Krümmungsfläche der Unterplatte (7) konkav ausgebildet ist und die auf der Unterplatte (7) befestigte vorgewölbte Auflage (6) aus einer einseitig geschliffenen und polierten, austenitischen Stahlblechscheibe besteht, deren nicht-geschliffene und polierte Oberfläche der Krümmungsfläche der Unterplatte (7) zugekehrt ist.
     
    2. Kippgleitlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgewölbte, einseitig geschliffene und polierte austenitische Stahlblechscheibe (6) eine Dicke zwischen 0,75 mm und 5 mm, vorzugsweise aber zwischen 1 mm und 2,5 mm aufweist.
     
    3. Kippgleitlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die als konkav vorgewölbte Scheibe (6) ausgebildete Auflage auf der Unterplatte (7) angeklebt oder im Außenbereich ihres Umfanges mit Senkschrauben (9) an der Unterplatte (7) angeschraubt ist.
     
    4. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die konkav vorgewölbte Auflage (6) gegen die konkav ausgebildete Krümmungsfläche der Unterplatte (7) mittels eines dußen an ihrem Jmfang angebrachten, an der Un ;rplatte (7) anschraubbaren Halteringes (13) verspannt ist.
     
    5. Kippgleitlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenfläche des Halteringes (13) eine Schräge (14) aufweist, die gegen eine entsprechend komplementär ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage (6) anläuft.
     
    6. Kippgleitlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenseite des Halteringes (13) eine untere Schräge (14) vorgesehen ist, die gegen eine entsprechend komplementär ausgebildete Schräge am Außenumfang der Auflage (6) anliegt und die oben in einen radial nach innen gerichteten Haltering-Vorsprung (15) übergeht, gegen den die obere Umfangskante der Auflage (6) anliegt.
     
    7. Kippgleitlager nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltering (13) über einen abgerundeten Innenwulst (16) die Stahlblechscheibe (6) in deren Randbereich von oben her gegen die / Unterplatte (7) anpreßt.
     
    8. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf der konkav gewölbten Oberseite der Unterplatte (7) eine Korrosionsschutzschicht (17), vorzugsweise in einer Form als zweifache Beschichtung eines Grundanstriches, aufgebracht ist.
     
    9. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das austenitische Stahlblech der Auflage (6) aus einer Chrom-Nickel-Molybdän-Legierung besteht.
     
    10. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage (6) eine Dicke von 2,5 mm aufweist.
     
    11. Kippgleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der der gewölbten Auflage (6) zugewendete Werkstoffbelag an der Unterseite der Zwischenplatte (4) aus Polytetrafluoräthylen besteht und an seiner der Auflage (6) zugewendeten Fläche mit schmiermittelgefüllten Schmiertaschen (11) versehen ist.
     
    12. Verfahren zum Auskleiden der konkav gekrümmten Oberseite der Unterplatte eines Kippgleitlagers nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem eine Auflage aus gut korrosionsbeständigem Material der Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers entsprechend auf diese aufgebracht und an ihr befestigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Scheibe aus einseitig geschliffenem und poliertem austenitischem Stahlblech einer Dicke zwischen 0,75 mm und 5 mm entsprechend der konkav ausgebildeten Krümmungsfläche der Unterplatte des Lagers, aber mit einer geringen Uberformung in ihrem mittleren Bereich vorgeformt wird, wobei die geschliffene und polierte Seite des Stahlbleches die nicht zur Anlage an die Krümmungsfläche der Unterplatte bestimmte Gleitfläche der Scheibe ausbildet, und daß die solchermaßen konkav vorgeformte Auflage sodann unter Verwendung einer auf ihren Außenbereich wirkenden Befestigung an der Unterplatte in ihre Endlage auf der konkav gewölbten Krümmungsfläche der Unterplatte verspannt wird.
     
    13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zur verspannenden Befestigung der Ai- lage deren Außenbereich mittels eines Halteringes gegen die Unterplatte angepreßt wird.
     
    14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage an der Unterplatte zusätzlich verklebt und/oder verschraubt wird.
     
    15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Verklebung zwischen Auflage und Unterplatte nur Schalenbleche einer Dicke von 2 mm oder weniger, vorzugsweise von 1 mm oder weniger,eingesetzt werden.
     
    16. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet,daß vor dem Einsetzen der Auflage auf die gewölbte Krümmungsfläche der Unterplatte zum Korrosionsschutz ein zweifacher Grundanstrich in einer Gesamtdicke von etwa 0,1 mm aufgetragen wird.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht