[0001] Die Erfindung betrifft eine Klappschachtel, insbesondere für Zigaretten, aus einem
einstückigen Zuschnitt mit an einer Rückwand angelenktem Deckel, der in Schließstellung
einen mit einer Vorderwand verbundenen Kragen umfaßt, wobei der Kragen bzw. eine Kragenvorderwand
im Bereich der Vorderwand durch eine aus einem Zwischenstreifen gebildete Z-förmige
Faltung (Z-Faltung) nach innen zurückgesetzt ist.
[0002] Eine Packung der vorstehenden Art ist beispielsweise bekannt durch die DE-OS 24 26
131. Die Packung besteht hier aus einem einzigen, einstückigen Zuschnitt aus Papier,
Karton od. dgl. Der Kragen ist bei dieser Packung im Bereich der Vorderwand wie auch
an den Seitenwänden durch eine Z-Faltung gegenüber Vorder- sowie Seitenwand nach innen
zurückgesetzt. Durch diese Z-Faltung ist der Kragen einschließlich seiner Kragenlappen
gegenüber der Vorderwand sowie den Seitenwänden um zwei Materiallagen zurückgesetzt.
Der ebenfalls doppellagig ausgebildete Deckel schließt dadurch mit Vorderwand und
Seitenwand in Schließstellung bündig ab.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Klappschachtel der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, die vor allem im Hinblick auf eine wirtschaftliche, maschinelle
Fertigung einfacher aufgebaut ist und darüber hinaus Vorteile in bezug auf die Handhabung
gewährleistet.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Klappschachtel dadurch gekennzeichnet,
daß der Zwischenstreifen gegenüber einer unteren Kante der Kragenvorderwand im überwiegenden
Bereich durch einen quer verlaufenden Trennschnitt abgeteilt und lediglich durch Restverbindungen
mit Z-Faltungen mit dem Kragen verbunden ist, wobei die Restverbindungen gegenüber
der Kragenvorderwand durch etwa quer zum Trennschnitt gerichtete Stichschnitte abgegrenzt
sind, die kürzer sind als die Höhe (Breite) des Zwischenstreifens.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Packungskonstruktion im Bereich der Verbindung zwischen
Vorderwand und Kragen wird einerseits eine erleichterte, maschinelle Fertigung möglich,
weil eine einwandfreie Faltung bei verhältnismäßig schmalem Zwischenstreifen maschinell
durchgeführt werden kann. Statt einer maschinell schwierigen Z-Faltung über die gesamte
Breite der Vorderwand wird bei der Erfindung der Kragen lediglich relativ zu der Vorderwand
in versetzter Ebene verschoben. Z-Faltungen werden lediglich im Bereich der schmalen
Restverbindungen gebildet. Zwischen diesen ist der Zwischenstreifen in voller Breite
gegen die Innenseite der Vorderwand umgefaltet und liegt an dieser an. Die Kragenvorderwand
wiederum legt sich innen gegen den umgefalteten Zwischenstreifen im Bereich einer
Überdeckung. Durch die vorstehende Konstruktion bildet die Vorderwand am Übergang
zum Kragen bzw. zur Kragenvorderwand eine durchgehend umgefaltete, doppellagige, abgerundete
Kante. Dabei wird zweckmässigerweise der Vorgang des Umfaltens des Zwischenstreifens
dadurch erleichtert, daß im Bereich der vorgenannten oberen Kante ein den Querschnitt
des Materials schwächender Einschnitt geführt ist, also ein Schnitt, der sich nur
über einen Teilbereich der Materialstärke erstreckt.
[0006] Weitere Merkmale der Erfindung betreffen die konstruktive Ausgestaltung der Packung.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Klappschachtel wird nachfolgend anhand
der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fi g. 1 nebeneinanderliegende Zuschnitte in ausgebreiteter Stellung,
Fig. 2 einen dem Kragen zugekehrten Bereich eines Zuschnitts gem. Fig. 1 in vergrößertem
Maßstab,
Fig. 3 eine Klappschachtel aus einem Zuschnitt gem. Fig. 1 in perspektivischer Darstellung
bei offenem Deckel, teilweise ausgeschnitten,
Fig. 4 einen Querschnitt IV-IV im Bereich der Vorderwand der Packung, in vergrößertem
Maßstab,
Fig. 5 ebenfalls einen Querschnitt V-V im Bereich der Vorderwand,
Fig. 6 einen Ausschnitt des ausgebreiteten Zuschnitts im Bereich einer Faltkante während
der Querschnittsschwächung des Materials, bei stark vergrößertem Maßstab,
Fig. 7 den Ausschnitt gem. Fig. 6 nach Umfaltung.
[0008] Das gezeigte Ausführungsbeispiel einer Verpackung betrifft eine quaderförmige Klappschachtel
für Zigaretten. Diese besteht aus Vorderwand 10, Rückwand 11, Boden 12 sowie Seitenwänden
13, 14. Letztere sind im überwiegenden Bereich doppellagig ausgebildet, bestehen nämlich
durch jeweils an Vorderwand 10 und Rückwand 11 anschließende Seitenlappen 15 und 16.
[0009] An den oberen Rand der Rückwand 11 schließt ein schwenkbarer Deckel 17 an. Dessen
Deckelrückwand 18 ist einstückig mit der Rückwand 11 verbunden und längs einer Faltachse
19 schwenkbar.
[0010] Der Deckel 17 besteht im übrigen aus Deckeloberwand 20, Deckelvorderwand 21, einem
gegen dessen Innenseite umgefalteten- Verstärkungslappen 22. Die Deckelrückwand 18
und ebenso die Deckelvorderwand 21 sind seitlich mit trapezförmigen Deckelseitenlappen
23 bzw. 24 versehen. Diese bilden deckungsgleich übereinanderliegend die ebenfalls
zweilagigen Deckelseitenwände 25, 26. Weiterhin sind im Bereich des Bodens 12 und
des Deckels 17 Ecklappen 27 bzw. 28 vorgesehen, die am Boden 12 bzw. an der Deckeloberwand
20 der fertigen Packung anliegen.
[0011] An den insoweit beschriebenen Packungszuschnitt schließt im Bereich der Vorderwand
10 ein Kragen 29 an. Dieser ist einstückig mit dem übrigen Teil des Zuschnitts verbunden,
und zwar über Restverbindungen 30, 31. Der Kragen 29 besteht aus Kragenvorderwand
32 als Fortsetzung der Vorderwand 10 sowie seitlichen Kragenlappen 33 im Bereich der
benachbarten Seitenlappen 15.
[0012] Die insoweit beschriebenen Bereiche des Zuschnitts bzw. der Pakkung sind durch Längsfaltlinien
34 und Querfaltlinien 35 gegeneinander abgegrenzt.
[0013] Die seitlichen Zuschnitteile, nämlich die Seitenlappen 15 einerseits und Kragenlappen
33 andererseits sowie die Seitenlappen 16 einerseits und Deckelseitenlappen 23 andererseits
sind jeweils durch schräg gerichtete Trennschnitte 36, 37 über die volle Breite voneinander
abgeteilt. Durch die Schräglage (ca. 80°) der Trennschnitte 36, 37 entstehen entsprechend
schräge Schließkanten der Packung und des Deckels sowie eine untere schräg gerichtete
Kante der Kragenlappen 33.
[0014] Der vorstehend beschriebene Zuschnitt wird in bekannter Weise nach dem Längsfaltverfahren
zu der Packung gem. Fig. 4 gefaltet. Die Faltung des Deckels 17 ist dabei konventionell,
Im Bereich des Kragens 29 sind Besonderheiten vorgesehen.
[0015] Die seitlichen Kragenlappen 33. werden mit einem unteren Verankerungsstreifen 38,
der beispielsweise eine Höhe von etwa 5 mm haben kann, jeweils im oberen Bereich zwischen
den Seitenlappen 15, 16 der Seitenwände 13, 14 eingebettet und hier verankert, insbesondere
durch Klebung. Alternativ können die Lagen auch so geschichtet sein, daß die seitlichen
Kragenlappen 33 vollständig innen an den Seitenwänden 13 bzw. 14 der Packung anliegen.
[0016] In besonderer Weise ist die Verbindung zwischen Kragen 29 und Vorderwand 10 ausgebildet.
Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind seitliche Restverbindungen 30 und 31
von geringer Breite vorgesehen. Außerhalb des Bereichs dieser Restverbindungen 30,
31 ist der Kragen 29 bzw. die Kragenvorderwand 32 von der Vorderwand 10 durch einen
quergerichteten Trennschnitt 40 abgeteilt. Die hier am Rand der Vorderwand 10 liegenden
Restverbindungen 30, 31 sind durch Seiteneinschnitte 41 von den außen angrenzenden
Bereichen des Kragens 29, nämlich den Kragenlappen 33, abgeteilt.
[0017] An den zu den außen liegenden Seitenschnitten 41 gegenüberliegenden Seiten der Restverbindungen
30, 31 sind diese durch kürzere, versetzt liegende Stichschnitte 42 begrenzt. Diese
hier unter einem Winkel verlaufenden, also schräg gerichteten Stichschnitte 42 schließen
an die Enden des quer verlaufenden Trennschnitts 40 an. Die freien Enden der Stichschnitte
42 liegen auf gleicher Höhe wie die zugekehrten Enden der Seitenschnitte 41. Die Verbindung
dieser Enden ist zugleich eine (untere) Faltachse 45 für die Restverbindungen 30,
31 bei der Bildung einer Z-Faltung 43 in diesem Bereich.
[0018] Bei der Herstellung der Packung wird der Kragen 29 durch Relativbewegung gegenüber
der Vorderwand 10 in eine zurückgesetzte Ebene derart verschoben, daß die Restverbindungen
30, 31 gegen die Rückseite der Vorderwand 10 umgelegt werden. Die Restverbindungen
30, 31 sind Teil eines imaginären Zwischenstreifens 44, der die Verbindung zwischen
der Vorderwand 10 und der Kragenvorderwand 32 bildet. Außerhalb des Bereichs der Restverbindungen
30, 31 liegt der Zwischenstreifen 44 umgefaltet an der Innenseite der Vorderwand 10
an. Der Zwischenstreifen 44 ist über die volle Breite der Packung gegenüber der Vorderwand
10 durch eine obere Faltkante 46 abgegrenzt. Diese dadurch doppellagige Faltkante
46 ist zugleich Schließkante für die Packung im Bereich der Vorderseite. Sie schließt
bündig mit der ebenfalls doppellagigen Deckelvorderwand 21 ab.
[0019] Die Abmessungen sind zweckmäßigerweise so gewählt, daß der Zwischenstreifen 44 außerhalb
des Bereichs der Restverbindungen 30, 31 die doppelte Breite des inneren Schenkels
der Z-Faltungen 43 hat, beispielsweise eine Breite bzw. Höhe von 5 mm. Die Z-Faltung
43 hat dadurch verhältnismäßig kleine Abmessungen. Dennoch liegen stabile konstruktive
Verhältnisse vor, weil der an der Innenseite der Vorderwand 10 anliegende Zwischenstreifen
44 eine Verstärkung bildet. Die Kragenvorderwand 32 wird bei der Bildung der Z-Faltungen
43 gegen die Innenseite des umgelegten Zwischenstreifens 44 geführt. Im Bereich zwischen
den Restverbindungen 30, 31 liegt die Kragenvorderwand 32 mit einer Überdeckung 47
von beispielsweise 1 mm Höhe bzw. Breite an. Die Restverbindungen 80, 31 und die Stichschnitte
42 müssen in den Abmessungen so aufeinander abgestimmt sein, daß eine Überdeckung
47 von gewisser Mindestbreite gegeben ist. Der Zwischenstreifen 44 kann im übrigen
mit der Vorderwand 10 und die Kragenvorderwand 32 mit dem Zwischenstreifen 44 durch
Klebung oder dergl. verbunden sein.
[0020] Um das Umfalten des Zwischenstreifens 44 bei der Bildung der Z-Faltungen 43 zu erleichtern,
ist gem. Fig. 6 und 7 der Zuschnitt im Bereich der Faltkante 46 mit einem vorzugsweise
über die volle Breite der Packung durchgehenden Einschnitt 48 versehen. Dieser wird
von der Außenseite des Zuschnitts her so angebracht, daß das Material in diesem Bereich
eine Querschnittsschwächung erfährt, und zwar beispielsweise derart, daß ein Materialrest
49 von 1/3 der Materialstärke bleibt.
[0021] Der Einschnitt 48 wird mit einem besonderen Trennwerkzeug 50 ausgeführt, dessen Schneide
51 V-förmig ausgebildet ist, und zwar mit einem abgerundeten Übergang in den übrigen
Bereich des Trennwerkzeugs 50. Es entstehen dadurch abgerundete Schnittkanten 52 zu
beiden Seiten des Einschnitts 48. Diese abgerundeten Schnittkanten 52 bewirken eine
insgesamt abgerundete Faltkante 46, wenn die durch den Einschnitt 48 gegeneinander
abgegrenzten Zuschnitteile, im vorliegenden Fall die Vorderwand 10 und der Zwischenstreifen
44, um 180
0 gegeneinander umgelegt werden. Diese besondere Technik der Materialschwächung im
Bereich von Faltkanten kann auch anderweitig, also bei anderen Packungskonstruktionen,
zur Anwendung kommen.
[0022] Anstelle des vorstehend beschriebenen Einschnitts 48 kann im Bereich der Faltkante
46 eine den Faltvorgang erleichternde Materialverringerung durch örtliches, nämlich
linienförmiges Zusammendrücken des Zuschnitts bewirkt werden. Hierfür kann ein Quetschwerkzeug
Verwendung finden, welches im Querschnitt etwa dem Trennwerkzeug 50 entspricht, mit
dem Unterschied, daß die untere Schnittkante abgerundet ist. Aufgrund der Gestaltung
eines derartigen Preß- oder Quetschwerkzeugs wird eine im wesentlichen V-förmige Rille
bzw. Nut in den Werkstoff eingepreßt, die den Faltvorgang zur Bildung der Faltkante
46 erleichtert und die ebenfalls abgerundete Kanten im Sinne der Schnittkanten 52
aufweisen kann. Eine solche " Falthilfe" kann auch anderweitig zum Einsatz kommen,
insbesondere wenn verhältnismäßig schmale bzw. kleine Zuschnittbereiche gefaltet werden
müssen.
1. Klappschachtel, insbesondere für Zigaretten, aus einem einstückigen Zuschnitt mit
an einer Rückwand angelenktem Deckel, der in Schließstellung einen mit einer Vorderwand
verbundenen Kragen umfaßt, wobei der Kragen bzw. eine Kragenvorderwand im Bereich
der Vorderwand durch eine aus einem Zwischenstreifen gebildete Z-förmige Faltung nach
innen zurückgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenstreifen (44) gegenüber
einer unteren Kante der Kragenvorderwand (32) im überwiegenden Bereich durch einen
quer verlaufenden Trennschnitt (40) abgeteilt und lediglich durch Restverbindungen
(30, 31) mit Z-Faltung (43) mit dem Kragen (29) verbunden ist, wobei die Restverbindungen
(30, 31) gegenüber der Kragenvorderwand (32) durch unter einem Winkel bzw. etwa quer
zum Trennschnitt (40) gerichtete Stichschnitte (42) abgegrenzt sind, die kürzer sind
als die Höhe (Breite) des Zwischenstreifens (44).
2. Klappschachtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Stichschnitte
(42) etwa über die halbe Höhe des Zwischenstreifens (44) erstrecken.
3. Klappschachtel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragenvorderwand
(32) außerhalb des Bereichs der Restverbindungen (30, 31) mit Überdeckung (47) an
der Innenseite des (umgefalteten) Zwischenstreifens (44) anliegt.
4. Klappschachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Restverbindungen (30, 31) jeweils am Rand der Vorderwand (10) angeordnet und durch
Seitenschnitte (41) gegenüber den seitlich angrenzenden Zuschnitteilen abgeteilt sind.
5. Klapps chachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Zwischenstreifen (44) außerhalb des Bereichs der Restverbindungen (30, 31) mit der
Vorderwand (10) und die Kragenvorderwand (32) mit dem (umgefalteten) Zwischenstreifen
(44) durch Klebung oder dergl. verbunden ist.
6. Klappschachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich einer oberen Faltkante (46) zwischen Vorderwand (10) undZwischenstreifen (44)
ein sich wenigstens über einen Teilbereich der Faltkante (46) erstreckender, materialschwächender
Einschnitt (48) angeordnet ist.
7. Klappschachtel nach Anspruch 6 sowie einem der weiteren Ansprüche, gekennzeichnet
durch eine Ausbildung des Einschnitts (48) derart, daß nach Umfalten der betroffenen
Zuschnittbereiche die Faltkante (46) abgerundete Schnittkanten (52) bildet.
8. Klappschachtel nach Anspruch 7 sowie einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Einschnitt (48) im Querschnitt V-förmig ausgebildet ist mit abgerundeten Schnittkanten
(52).
9. Klappschachtel nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mit
dem Einschnitt (48) zugleich die benachbarten Bereiche des Materials durch entsprechende
Ausbildung eines Trennwerkzeugs (50) geformt sind.
10. Klappschachtel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich der oberen Faltkante (46) zwischen Vorderwand (10) und Zwischenstreifen (44)
eine sich wenigstens über einen Teilbereich der Faltkante (46) erstreckende, materialschwächende
Einkerbung verläuft, die durch Materialzusammenpressung bzw. -quetschung gebildet
ist, vorzugsweise mit V-förmigem Querschnitt und mit abgerundeten Randbereichen.