[0001] Gegenstand der Erfindung sind Mitteldestillat\e des Erdöls, die als Dieseltreibstoffe
oder leichtes Heizöl geeignet sind mit verbesserter Filtrierbarkeit bei Temperaturen
oberhalb und unterhalb des Trübungspunktes und verbessertem Fließverhalten. Neben
den an sich bekanrten Copolymeren werden Monomere als Lösungsvermittler zugesetzt.
[0002] Sogenannte Mitteldestillate, wie Gasöle, Dieselöle oder Eeizöle, wie sie durch Destillation
aus Erdölen gewonnen werden, haben je nach Herkunft des Rohöls unterschiedliche Gehalte
an Paraffinen. Bei tiefen Temperaturen kommt es zur Ausscheidung von Paraffinwachs
in Form plättchenförmiger Kristalle, die teilweise auch noch öl eingeschlossen enthalten.
Hierdurch wird die Fließfähigkeit der Erdöldestillat - Brenn- bzw. Treibstoffe erheblich
beeinträchtigt. Dies führt z.B. im Fall von Dieselkraftstoff zur Verstopfung von Filtern
und damit zur Unterbrechung bzw. nicht gleichmäßigen Zufuhr des Kraftstoffs zu den
Verbrennungsaggregaten wie Motoren oder Düsentriebwerken. Ebenso können Störungen
bei Heizölen im Winter auftreten, wenn derartige Ausscheidungen, bedingt durch tiefe
Temperaturen, auftreten. Aber auch das Fördern von Mitteldestillaten durch Rohrleitungen
über größere Entfernungen kann im Winter durch das Ausfallen von Paraffinkristallen
beeinträchtigt werden.
[0003] Es ist seit langem bekannt, verschiedene Zusätze als Modifikatoren für das Kristallwachstum
den Erdöldestillat-Brenn- und Treibstoffen, insbesondere den Mitteldestillaten, zuzusetzen.
[0004] Derartige Zusätze verändern Größe und Form der Wachskristalle, so daß das öl auch
bei tiefen Temperaturen fließfähig bleibt. Solche Zusätze sind unter der Bezeichnung
"Stockpunktverbesserer" bzw. "Fließverbesserer" oder "Fließpunktverbesserer" bekannt.
Für diesen Zweck wurden z.B. gemäß US-Patentschrift 21 89 924 Kondensationsprodukte
aus chlorierten Paraffinen und Naphthalin verwendet. Um einen ausreichenden Erfolg
zu haben, müssen solche Kondensationsprodukte jedoch in relativ großen Mengen angewandt
werden. Darüber hinaus ist man in neuerer Zeit bestrebt, chlorierte Kohlenwasserstoffe
für diesen Einsatzzweck möglichst auszuschalten, um korrosive Gase, die bei der Verbrennung
entstehen, zu vermeiden.
[0005] Auch die Verwendung öllöslicher bzw. in Erdöldestillaten dispergierbarer Copolymerisate
als Stockpunkt und/oder Fließverbesserer ist wohl bekannt (vgl. z.B. US-Patentschrift
38 32 150).
[0006] Die bisher als Stockpunkt- und Fließverbesserer vorgeschlagenen Polymeren weisen
nun in der praktischen Anwendung bei tiefen Temperaturen, d.h. Temperaturen unterhalb
des Trübungspunktes zwar die beschriebenen Eigenschaften als Modifikatoren bzw. Wachstumshemner
für Paraffinkristalle auf, doch zeigen sie in vielen Fällen bei Temperaturen oberhalb
des Trübungspunktes bis etwa plus 30°C erhebliche Nachtei- \ le. Dies gilt insbesondere
z.B. für Copolymere aus Äthylen und Fettsäurevinylestern bzw. Äthylen und Acrylsäureestern,
die nach bekannten großtechnischen Verfahren durch lösungsmittelfreie Polymerisation
hergestellt werden.
[0007] Insbesondere die in der Praxis verwendeten Dieselmotoren sind je nach Einsatzzweck
mit Filtermaterialien von unterschiedlicher Porenweite ausgestattet. Eine ungehinderte
Kraftstoffzufuhr muß auch unter extremen Bedingungen jederzeit gewährleistet sein.
Besonders im militärischen Bereich verfügen Dieselmotoren über sehr engporige Kraftstoffilter
mit Porenweiten von 2 bis 40 µ. Mehrschichtenfilter aus Materialien stark unterschiedlicher
Porenweite für Grob- und Feinfiltration werden ebenfalls häufig verwendet.
[0008] Umfangreiche Versuche haben gezeigt, daß Copolymere aus z.B. Äthylen und Fettsäurevinylestern
sowie Äthylen und Acrylsäureestern, die nach den bekannten großtechnischen Verfahren
hergestellt werden, stets noch geringe Anteile höhermolekularer in Erdöldestillat-Brenn-
und Treibstoffen teilweise unlöslicher Polymerisationsprodukte enthalten.
[0009] Diese höhermolekularen Polymerisationsprodukte entstehen als Nebenprodukte bei der
radikalischen Polymerisation von Äthylen und z.B. Fettsäurevinylestern bzw. Acrylsäureestern.
In Abhängigkeit von Art und Menge der höhermolekularen Polymerisationsprodukte kann
es deshalb in den. Erdöldestillat-Brenn- und Treibstoffen auch schon bei Temperaturen
oberhalb des eigentlichen Trübungspunktes (d.h. dem Beginn der Ausscheidung von Paraffinwachs)
zu unlöslichen Absetzungen kommen, die bei den engporigen Filtermaterialien bereits
zu Verstopfungen führen können.
[0010] Es bestand daher die Aufgabe, die bekannten Herstellverfahren für Copolymere zu verändern
bzw. geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, um Filterverstopfungen durch geringe Anteile
höhermolekularer Polymerisationsprodukte zu verringern bzw. gänzlich auszuschalten.
[0011] Bei den bekannten Eerstellverfahren für Copolymere aus Äthylen und z.B. Fettsäurevinylestern
bzw. Acrylsäureestern arbeitet man z.B. nach dem Prinzip der Lösungs- bzw. Suspensionspolymerisation
unter Druck bei erhöhten Temperaturen. Bei diesen Verfahren wird nach beendeter Reaktion
das Lösungsmittel und die nicht umgesetzten Monomeren durch Destillation abgetrennt,
wie dies z.B. in der deutschen Patentschrift 25 15 805 beschrieben ist.
[0012] Bei anderen Verfahren zur Herstellung der Copolymeren arbeitet man z.B. vollkommen
ohne Lösungsmittel bei Drücken von 500 bis 2 000 bar und Temperaturen von z.B. 100
bis 350°C, wobei gegen Ende der Reaktion das nicht umgesetzte Äthylen und die nicht
umgesetzten Fettsäurevinylester bzw. Acrylsäurester durch Entspannen des Reaktors
abgetrennt werden. Insbesondere bei den lösungsmittlfreien Polymerisationsverfahren
kann es zur Bildung der in Erdöldestillat-Brenn- und Treibstoffen unlöslichen Anteile
kommen.
[0013] Es wurde nun gefunden, daß man die Löslichkeit der nach an sich bekannten Verfahren
hergestellten Copolymeren aus Äthylen und Fettsäurevinylestern bzw. Äthylen und Acrylsäureestern
in den Erdöldestillat-Brenn- und Treibstoffen durch geringe Mengen der entsprechenden
Monomere beträchtlich verbessern kann. Die als Lösungsvermittler wirkenden Monomere
verursachen im wesentlichen eine Quellung der wachsartigen höhermolekularen Copolymeren,
wodurch bei der praktischen Anwendung, d.h. der Zugabe dieser Copolymeren zu Erdöldestillat,
Brenn- und Treibstoffen eine starke Verbesserung der Löslichkeit für das Copolymere
und damit eine beträchtliche Verbesserung der Filtrier- ' barkeit für das Erdöldestillat
bei Temneraturen oberhalb des Trübungspunktes erreicht wird.
[0014] Demgemäß besteht die Erfindung in Mitteldestillaten des Erdöls, die als Dieseltreibstoffe
oder leichtes Heizöl geeignet sind, mit verbesserter Filtriebarkeit und verbessertem
Fließverhalten mit einem Gehalt geringer Mengen an Modifikatoren in Form von Copolymeren,
ausgewählt aus der Gruppe binärer Copolymerisate aus Äthylen und einem Vinylester
einer C
2- oder C
3-Alkancarbonsäure und binärer Copolymerisate eines C
1- bis C
8-Alkylesters einer C
3- oder C
4-Alkenmonocarbonsäure, wobei die Copolymerisate 60 bis 95 Gew.% Äthylen und 5 bis
40 Gew.% des olefinisch ungesättigten Esters einpolymerisiert enthalten und eine Viskosität
in der Schmelze, gemessen nach DIN 51 562 (ASTM D 445) bei 120°C von 100 bis 5 000
mm
2/sec aufweisen, die dadurch gekennzeichnet sind, daß die Mitteldestillate neben den
Copolymeren 0,1 bis 10 Vol.%, bezogen auf das Copolymere, der monomeren Vinylester
einer C
2- bis C
3-Alkancarbonsäure oder der monomeren C
1- bis C
8-Alkylester einer C
3- oder C
4-Alkencarbonsäure enthalten.
[0015] Die Monomeren sind vorzugsweise in Mengen von 0,5 bis 5 Vol.%, bezogen auf das Copolymerisat,
enthalten.
[0016] Gemäß der Erfindung verwendet man bevorzugt solche binären Copolymere, die durch
Polymerisation von Äthylen und Vinylacetat bzw. Alkylacrylaten ohne Lösungsmittel
bei Drücken von 500 bis 2 000 bar und Temperaturen von 100 bis 350°C, vorzugsweise
200 bis 300°C erhalten werden und die Molgewichte von 500 bis 10 000, vorzugsweise
1 000 bis 5 000, aufweisen. Dabei kann die radikalische Copolymerisation einfach mit
Luft, aber auch durch geeignete proxidische Initiatoren gestartet bzw. durch Zugabe
L geeigneter Regler (z. B. aliphatische Aldehyde) gesteuert werden.
[0017] Nach beendeter Polymerisation werden vorzugsweise das nicht umgesetzte Äthylen und
das Vinylacetat sowie niedrigsiedende Oligomere durch Entspannen des Reaktors abgetrennt
und dem äthylenfreien Copolymeren die lösungsvermittelnden Monomeren nachträglich
zugesetzt.
[0018] Zwar setzt man vorzugsweise die Monomere nachträglich dem Copolymerisat zu. Es ist
jedoch auch möglich, die Polymerisationsmischung vor der Entspannung auf Temperaturen
unterhalb des Siedepunktes der Monomere abzukühlen, so daß außer Äthylen die nicht
umgesetzten Monomere bei der Entspannung nicht oder nur teilweise verdampfen. Auch
eine Kombination beider Maßnahmen ist möglich.
[0019] Als in den Copolymerisaten enthaltene Monomere kommen insbesondere Vinylester von
Carbonsäuren mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise Vinylacetat mit Vinylpropionat
sowie Acrylsäure- und Methacrylsäureester von C
l- bis C
8-Alkanolen, insbesondere Butyl-, Isobutyl-, 2-Äthyl-hexyl- und Laurylacrylat in Betracht.
[0020] Als Ester der Maleinsäure kommen insbesondere Maleinsäuredimethylester oder -dibutylester
in Betracht.
[0021] Wie bereits erwähnt, werden im allgemeinen die als Löslichkeitsvermittler dienenden
Monomeren allein oder in Kombination miteinander den nach den bekannten Verfahren
hergestell ten Copolymeren nachträglich zugesetzt, die in der Regel von sehr zäher
Konsistenz sind und z.B. Viskositäten im Bereich von 100 bis 5 000 mm
2/s bei 120°C haben.
[0022] Zur Viskositätserniedrigung und einfacheren Anwendung werden die Copolymeren meist
in geeigneten Lösungsmitteln, die keine oder nur geringe löslichkeitsverbessernde
Wirkung haben, dispergiert. Verwendung finden dabei z.B. höhersiedende hocharomatische
Produkte, die z.B. mehrfach alkylierte Benzole, Toluole, Xylole, Äthylbenzole und
gegebenenfalls auch höheralkylierte Naphthaline enthalten. Eine andere häufig angewendete
Methode ist die Dispersion der copolymeren Wachse in geeigneten Erdöldestillaten.
Hier werden insbesondere Schwerbenzin, Petroleum, Dieselöl bzw. Gasöl-Fraktionen verwendet.
[0023] Die als Löslichkeitsverbesserer dienenden Monomeren können deshalb sowohl den copolymeren
Wachsen selbst, aber auch den Dispersionen dieser Wachse in geeigneten Dispergiermitteln
zugesetzt werden; erhöhte Temperaturen von z.B. 30 bis 90°C und eine gute Durchmischung
durch Rühren oder Umpumpen sind zweckmäßig.
[0024] Bei Verwendung polymerisationsenpfindlicher ungesättigter Ester, wie Vinylacetat
oder Acrylsäureester oder ungesättigter Oligomerer ist es empfehlenswert, diese durch
Zugabe von technisch üblichen Polymerisationsinhibitoren zu stabilisieren, um eine
nachträgliche Polymerisation dieser Komponenten nach deren Zugabe als Lösungsvermittler
zu vermeiden. Übliche Polymerisationsinhibitoren sind z.B. mehrfach alkylierte Phenole,
stickstoffhaltige aromatische Heterocyclen bzw. alkylierte aromatische Aminophenole
bzw. substituierte oder unsubstituierte Phenylendiamine. Die durch die Inhibitoren
verursachte minimale Verfärbung der Erdöldestillate ist unbedeutend.
[0025] Je nach Molgewicht der verwendeten copolvmeren Wachse bzw. der Dichte und Zusammensetzung
der Dispergiermittel sowie des Anteils der zu dispergierenden copolymeren Wachse kann
es zu Absetzungen der polymeren Wachse in den Dispersionen kommen. Vor allem bei der
Herstellung von Dispersionen mit einem niedrigen Anteil (z.B. 1 bis 50 Gew.%) an copolymeren
Äthylen/Fettsäurevinylester \bzw. Äthylen/Acrylsäureester, sind die erhaltenen Dispersionen
nicht so stabil wie bei höheren Anteilen (z.B. über 50 Gew.%) an copolymerem Wachs.
Es wurde nun zusätzlich gefunden, daß die oben beschriebenen Zusätze von Monomeren
zu copolymeren Wachsen in den angegebenen Konzentrationen auch noch über eine verdickende
Wirkung für die Dispersionen der copolymeren Wachse verfügen.
[0026] Durch Zugabe der Monomeren zu den Dispersionen der copolymeren Wachse wird in vielen
Fällen auch die Stabilität der Dispersionen beträchtlich erhöht. Eine Absetzung der
copolymeren Wachse findet nicht oder lediglich in sehr geringem Ausmaß statt.
[0027] Aus der US-PS 36 27 838 ist bekannt, daß man eine besonders gute Fließpunktverbesserung
erhält, wenn man die Polymerisation so führt, daß stets, selbst am Ende der Reaktion
freies Vinylacetat vorliegt. Aus Spalte 2, Zeilen 2Q und 30 geht jedoch hervor, daß
die Monomeren bei der Aufarbeitung entfernt werden ("The product is stripped free
of solvent a.nd unreacted vinyl acetate under vacuum"). Demnach wird gemäß dieser
Patentschrift ein von Monomeren befreites Produkt verwendet, während gemäß der Lehre
der vorliegenden Erfindung die Monomeren in den Produkten belassen oder zugesetzt
werden.
[0028] Zur Erläuterung der Erfindung sind im folgenden zahlreiche Filtrationsversuche angegeben,
wobei die Viskositäten einer Vielzahl von Dispergiermitteln unter Zugabe der Monomeren
gemessen werden.
[0029] Ein geeigneter Filtrationstest für Erdöldestillat-Treib-' und Brennstoffe, die copolymere
Fließverbesserer enthalten, wird wie folgt durchgeführt :
Zweck der Bestimmung:
[0030] Prüfung der Filtrierbarkit von Erdöldestillaten, die copolymere Fließverbesserer
enthalten, bei Temneraturen oberhalb des Cloud-points.
Kurzbeschreibung des Verfahrens
[0031] Eine bestimmte Menge des zu untersuchenden Erdöldestillates (z.B. Kerosin, Gasöl,
Dieselkraftstoff, Heizöl EL nach DIN 51 601) wird im Wasserstrahlvakuum in Portionen
von je 100 ml über ein Membranfilter, filtriert. Die Durchflußzeiten werden je 100
ml gemessen.
Geräte und Chemikalien
[0032] 5 000 ml Saugflasche Wasserstrahlpumpe Panierfaltenfilter Blaubandfilter Nr. 589
3 0 15 cm 5 000 ml. Glasflasche 100 ml Meßzylinder
[0033] Sartorius-Memhranfilteraufsatz Typ SM 16307 Sartorius-Membranfilter Typ SM 11301
Porengröße 8/u, n-Pentar
Durchführung der Filtration
[0034] Das ausgewählte Erdöldestillat wird vor dem Versuch über ein Papierfaltenfilter filtriert,
um grobe Schwebstoffe und Schmutzteile zu entfernen. Zur Feinreinigung wird die so
vorgereinigte Probe im Wasserstrahlvakuum über ein Blzubandfilter filtriert.
[0035] In 3 000 ml des auf diese Weise vorbehandelten Erdöldestillats werden eine bestimmte
Menge Fließverbessererdispersion oder Cowachse bei Raumtemperatur zugemischt. Die
Filtration des so modifizierten Erdöldestillats über ein Membranfilter erfolgt in
Portionen von je 100 ml. Es wird jeweils die Durchlaufzeit für 100 ml Flüssigkeit
gemessen und graphisch gegen das filtrierte Volumen aufgetragen. Die Zeitachse ist
logarithmisch geteilt.
Auswertung der Bestimmung
[0036] Methode A: Vergleich der so erhaltenen Filtrationskurven.
[0037] Methode B: Quantitative Bestimmung der höhermolekularren, im Erdöldestillat unlöslichen
Anteile an Copolymerwachs.
[0038] Vor der Filtration wird das Membranfilter mit 100 ml n-Pentan gewaschen, getrocknet
und gewogen. Nach erfolgter Filtration des zu untersuchenden Erdöldestillats wird
das Membranfilter erneut mit 100 ml und n-Pentan ölfrei gewaschen, getrocknet und
zurückgewogen. Die Menge an höhermolekularem, im Erdöldestillat, unlöslicher Rückstand
wird angegeben in Gew.% bezogen auf Copolymerwachs.
[0039] Die-vorstehend beschriebene Methode erlaubt die Untersuchung sowohl von nicht modifizierten
Erdöldestillaten, als auch von Erdöldestillaten, die copolymere Wachse oder Dispersionen
bzw. Lösungen dieser Wachse enthalten. Durch Vorversuche gemäß Methode A mit Filtern
verschiedener Porenweiten wird sichergestellt, daß bei Verwendung eines Membranfilters
mit einer Porenweite von 8 µ zwischen Copolymerwachsen mit unterschiedlichen Gehalten
an höhermolekularen Anteilen unterschieden werden kann.
[0040] Außerdem wird mit der Methode A sichergestellt, daß die Filtrationskurven von Erdöldestillat-Treib-
und Brennstoffen, die keine copolymeren Wachse enthalten, keine Zunahme der Filtrationsdauer
mit zunehmendem Piltrationsvolumen zeigen. Die Filtrationsdauer je 100 ml filtrierten
Produkt ist nur von der Viskosität bzw. Dichte des Erdöldestillats abhängig. Nicht
mit copolymeren Wachsen modifizierte Erdöldestillate geben nach Methode A keinen Hinweis
auf Filterverstopfungen.
[0041] Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Erfindung unter Verwendung des vorstehend
beschriebenen Filtrationstestes (Methode A und B).
[0042] Bei Copolymerwachsen mit extrem hohen Anteilen an höhermclekularen Verbindungen,
die üblicherweise stärkere Filterverstopfungen verursachen können, kann der vorstehende
Filtrationstest variiert werden, indem kleinere Volumina (z.B. Portionen zu je 20
ml) filtriert werden. Auf diese Weise kann zwischen sehr ähnlichen Cowachsen, die
alle eine sehr schlechte Filtrationskurve nach Methode A ergeben, deutlicher unterschieden
werden.
[0043] Bei Copolymerwachsen mit extrem geringen Anteilen an höhermolekularen Verbindungen
verstopft das Membranfilter erst bei-größeren Durchsätzen an modifiziertem Erdöldestillat.
(z.B. 10 bis 1001.) In diesem Fall sind auch größere Probevolumina von 500 bzw. 1
000 ml für den Filtrationstest empfehlenswert.
[0044] Die Wirksamkeit des Monomeren-Zusatzes bleibt bei konstanter Temperatur auch nach
längerer Lagerzeit der Dispersionen copolymerer Wachse erhalten.
[0045] Wesentlich für das Filtrierverhalten von mit Fließverbesserern modifizierten Erdöldestillaten
ist jedoch die Temperatur. Es konnte gezeigt werden, daß die Löslichkeit der in den
copolymeren Wachsen enthaltenen geringen Anteile höhermolekularer Verbindungen eine
Funktion der Temperatur ist.
[0046] So erhält man bei Filtrationstesten nach Methode A mit abnehmenden Filtrationstenperaturen
des modifizierten Erdöldestillats für dasselbe Copolymerwachs einen steileren Verlauf
der Filtrationskurven und nach Methode 3 eine entsprechend größere Menge an unter
diesen Bedingungen unlöslichen höhermolekularen Verbindungen im Copolymerwachs.
[0047] Gleichwohl bleibt die stark lösungsvermittelnde Wirkung der erfindunggemäß zu verwendenden
Monomeren auch bei tieferen Temperaturen erhalten, ggfs. sind lediglich die Zugabemengen
der Lösungsvermittler zum Copolymerwachs zu erhöhen.
[0048] Die lösungsvermittelnde Wirkung der Monomeren erstreckt sich auf Temperaturen von
weit oberhalb des natürlichen Trübungspunktes der Erdöldestillate (z.B. 30°C) bis
weit unterhalb des Trübungspunktes (z.B. -40°C). Beim bzw. unterhalb des Trübungspunktes
beginnt bei Erdöldestillaten mit weiter abnehmenden Temperatur die Ausscheidung von
Paraffinkristallen. Durch Zugabe von Äthylen/Fettsäurevinylestern bzw. Äthylen/Acrylsäureestern
als Fließverbesserer werden diese Paraffinkristalle modifiziert und in ihrem Wachstum
gestört, das Öl ist zwar trübe durch ausgeschiedene Paraffine, bleibt aber fließ-
und pumpfähig. Bei Verwendung der copolymeren Fließverbesserern, die noch bestimmte
Mengen an höhermolekularen Anteile mit abnehmenden Temperaturen zunehmend unlöslicher,
so daß sie entweder bereits oberhalb oder auch erst unterhalb des natürlichen Trübungspunkts
der Erdöldestillate zusammen mit den Paraf- finen ausfallen können und zu Störungen
im Kälteverhalten der Erdöldestillate führen. Filter- und Ventilverstopfungen werden
in diesen Fällen demnach nicht durch die in ihrer Kristallform modifizierten Paraffinkristalle
unterhalb des Trübungspunktes hervorgerufen, sondern bereits oberhalb des Trübungspunktes
durch das Ausfallen unlöslicher höhermolekularer Anteile im copolymeren Fließverbesserer.
Für die einwandfreie Wirksamkeit der copolymeren Fließverbesserer ist es deshalb erforderlich,
die Anteile der aufgrund des Polymerisationsprozesses stets vorhandenen höhermolekularen
Verbindungen so gut wie möglich in Lösung zu halten. Dies geschieht durch Zugabe der
erfindungsgemäßen Lösungsvermittler.
Beispiel 1
[0049] In Tabelle 1 sind die physikalischen Daten verschiedener Copolymerwachse auf Basis
Äthylen/Vinylacetat zusammengestellt. Die Tabelle zeigt außerdem die in den Copolymerwashsen
noch vorhandenen Anteile an monomerem Vinylacetat.
[0050] Die in Tabelle 1 aufgeführten Cowachse wurden in verschiedenen Dispergiermitteln
als 50 %ige Dispersionen eingestellt und das Filtrierverhalten verschiedener Gasöle
nach Zugabe von 500 Vol.-ppm der als Fließverbesserer wirksamen Dispersionen nach
Methode A untersucht. Die in den 50 %igen Dispersionen vorhandenen und nach Methode
3 ermittelten höhermolekularen Anteile sind in der Tabelle 2 zusammengestellt. Fig.
1 und 2 zeigt die nach Methode.A bestimmten Filtrationskurven der Cowachse aus Tabelle
2, wobei hier und im folgenden t die Filtrationszeit in Sekunden und v das Filtrationsvolumen
in ml bedeutet.

Wie Tabelle 2 und Fig. 1 und 2 zeigen, weisen alle untersuchten Cowachse in den verwendeten
Dispergiermitteln eine schlechte Filtrierbarkeit (nach Methode A) und entsprechend
große Anteile höhermolekularer Produkte nach Methode B auf. Die nachfolgenden Beispiele
zeigen die Wirkungsweise der beanspruchten Lösungsvermittler.
Beispiel 2
[0051] Das in Tabelle 1 und Fig. 1 bereits erwähnte Cowachs Nr. 1 wurde als 50 %ige Dispersion
in C
4-Oxoalkaholrückstand als Dispergiernittal mit den erfindungsgemäßen Lösungsvermittlern
versatzt. Die so verbesserten Dispesionen wurden in einer Menge von 500 Vol.-ppm einem
Dieselkraftstoff zugemischt und nach Methode A und 3 untersucht.
[0052] Die Wirkung der Lösungsvermittler auf die Menge des im Cowachs Nr. 1 enthaltenen
höhermolekularen Rückstandes zeigt die Tabelle 3. Die Rückstände wurden nach Methode
B bestimmt. In der Fig. 3 sind die zu Tabelle 3 gehörenden Filtrationskurven dargestellt.

Beispiel 3
[0053] Das in Tabelle 1 erwähnte Cowachs Nr. 3 wurde als 50 %ige Dispersion in C
4-Oxoalkoholrückstand eingestellt. Wie Tabelle 2 zeigt wird beim Filtrationstest nach
Methode B eine Menge von 5,6 % höhermolekularer Anteile gefunden. Kurve 5 in Fig.
1 und A in Fig. 4 zeigt entsprechend schlechtes Filtrierverhalten (nach Methode A).
Bei Zugabe von 1 Gew. % Vinylacetat zu der 50 %igen Dispersion von Cowachs Nr. 3 im
C
4-Oxoalkoholrückstand werden nach Zugabe von 500 Vol.- ppm der so verbesserten Dispersion
zu einen Heizöl EL (nach DIN 51601) und dem Filtertest nach Methode B nur noch 0,34
% höhermolekulare Anteile gefunden. Die Kurve B in Fig. 4 zeigt die Filtrationskurven
nach Methode A.
Beispiel 4
[0054] Ein durch Polymerisation ohne Lösungsmittel bei 220°C und 1 500 bar hergestelltes
Copolymerwachs aus Äthylen und Vinylacetat mit einem Vinylacetatgehalt von 28,5 Gew.%,
einer Viskosität (120°C) von 210 mm
2/s; einem mittleren Molekulargewicht von 1 880 und einem Gehalt von 0, 75 Gew.% an
monomerem Vinylacetat (bezogen auf Copolymer) wurde als 50 %ige Dispersion in einem
C
4-Oxoalkoholrückstand eingestellt.
[0055] .Der Filtrationstest nach Methode A wurde nach Zugabe von 500 Vol.-ppm der 50 %igen
Dispersion des Copolymerwachses in C
4-Oxoalkoholrückstand zu einem handelsüblichen Heizöl extra leicht (gemäß DIN 51 601)
durchgeführt. Es wurde die in Fig. 5 dargestellte Filtrationskurve Nr. 1 erhalten.
[0056] Die Abhängigkeit der lösungsvermittelnden Wirkung vom Gehalt an moncmerem Vinylacetat
wurde anschließend durch steigende Zugaben weiterer Mengen an monomerem Vinylacetat
ebenfalls im Filtrationstast nach Methode A aufgezeigt.
[0057] Fig. 5 zeigt die Abhängigkeit der lösungsvermttelnden Wirkung vom Gehalt an monomerem
Vinylacetats in der Dispersion im Filtrationstest nach Methode A. In den Filtrationskurven
2, 3 4 und 5 wurden der 50 %igen Dispersion des Copolymerwachses zusätzlich 0,25,
0,50, 1,0 und 3,0 Gew.% monomeres Vinylacetat zugesetzt.
Beispiel 5
[0058] Ein durch kontinuierliche Polymerisation ohne Lösungsmittel bei 220°C und 1 500 bar
aus Äthylen und Vinylacetat hergestelltes Copolymerwachs mit einen Gehalt von 27,2
Gew.% Vinylaeetat und einer Viskosität bei 120°C von 365 mm
2/s und einem mittleren Molekulargewicht von 2 230 und einem Restgehalt an monomerem
Vinylacetat von 0,55 Gew.% (bezogen auf Copclymer) wird als 40 %ige Dispersion in
Petroleum eingestallt.
[0059] Es wird ein Filtrationstest nach Methode A und B unter Zugabe von 800 vol.-ppm der
40 %igen Dispersion zu einem handelsüblichen Heizöl extra leicht (gemäß DIN 51 601)
durchgeführt. Der Filtertest erfolgt sofort, sowie nach 8 Tagen und 30 Tagen Standzeit
des additivierten Heizöls. Man erhält die zugehörigen Filtrationskurven 1, 2 und 3
in Fig. 6 und nach Methode B einen Anteil höhermolekularer Verbindungen von 9,5 (Kurve
1), 9, 7 (Kurve 2) und 10,1 Gew.% (bezogen auf Cowachs). Weitere Filtrationsteste
nach Methode A und B werden durchgeführt, nachdem zuvor der Dispersion eine Menge
von 0,5 Gew.% monomeres Vinylacetat zugegeben worden war. Von dieser verbesserten
Flieaverbesserer-Dispersion wurden dem gleichen Heizöl ebenfalls 800 Vol.- ppm zugesetzt.
[0060] Der Filtertest des so additivienen Heizöls erfolgt auch hier sofort bzw. nach 8 Tagen
und 30 Tagen.
[0061] Man erhält die zugehörigen Filtrationskurven 4, 5 und 6 in Fig. 6 und nach Methode
B Anteile höhermolskularer Verbindungen von 0,38 % (Kurve 4) und 0,45 % (Kurven 5
und 6).
Beispiel 6
[0062] a) Ein durch kontinuierliche Polymerisation ohne Lösungsmittel bei einer Temperatur
von 245°C und einen Druck von 1 500 bar aus Äthylen und 2-Äthylhexylacrylat hergestelltes
Copolynerwachs mit einem Gehalt von 46,2 Gew.% 2-Äthylhexylacrylat, einer Viskosität
bei (120°C) von 252 mm
2/s und einem mittleren Molekulargewicht von 2 440 wurde als 58 %ige Dispersion in
Petroleum eingestellt, eine Stunde unter Rühren auf 80°C erwärmt, auf Raumtemperaur
abgekühlt und einem Filtrationstest nach Methode A und B unterzogen. Dabei wurde ein
handelsübliches Heizöl (extra leicht) mit 500 ppm der 58 %igen Dispersion versetzt.
Der Filtrationstest wurde nach 24, 48, 108 und 240 Stunden bei Raumtemperatur wiederholt.
Die Menge an polymeren Rückständen und die zugehörigen Filtrationskurven zeigen Tabelle
4 und Fig. 7.
[0063] b) Der 58 %igen Dispersion wurden nun 1 Gew.% Vinylacetat (stabilisiert mit 0,1 %
2,6 Di-tert.-butyl-p-Kresol) zugegeben, die Mischung unter Rühren auf 30°C erwärmt,
auf Raumtemperatur abgekühlt und der Filtrationstest A und B nach Zugabe von 500 ppm
der mit Vinylacetat versetzten Dispersion nach 24, 48, 108 und 240 Stunden bei Rauntemperatur
durchgeführt. Die Mengen an polymeren Rückständen und die zugehörigen Filtrationskurven
enthält Tabelle 4 und Fig. 7. Darin bedeuten t Filtrations- zeit in Sekunden, v Filtrationsvolumen
in ml, die Kurven 1, 2, 3, 4 gemäß, (a) nach 24, 48, 108 und 240 Stunden, die Kurven
5, 6, 7, 8 gemäß (b) nach 24, 48, 108 und 240 Stunden.

Beispiel 7
[0064] Um die Wirkung des Monomerzusatzes bei Durchführung des Filtrationstestes in der
Nähe des Trübungspunktes des modifizierten Erdöldestillats zu zeigen, wird das in
Tabelle 1 beschriebene Copolymerwachs Nr. 1 als 50 %ige Dispersion in einem Oxoalkoholrückstand
aus der Butanolsynthese eingestellt. Die Dispersion wird unter Rühren auf 80°C erwärmt,
auf Raumtemperatur abkühlen lassen und nach einer Standzeit von 36 Tagen bei Raumtemperatur
für den Filtertest A und 3 verwendet. Dazu wird ein handelsübliches Heizöl (extra
leicht) vom Trübungspunkt -2°C mit 500 Gew.-ppm der Dispersion versetzt und in einem
Kühlbad im Verlauf von 35 Minuten auf 0°C abgekühlt. Das so erhaltene öl wird nach
Methode B filtriert. Es wird ein polymerer Rückstand von
130 mg (= 26,2 % bezogen auf Wachsanteil in der Dispersion) erhalten.
[0065] Führt man den gleichen Test nach vorheriger Zugabe von 1 Gew.% Vinylacetat (bezogen
auf Wachs und stabilisiert mit 0,1 % 2,6-Di-tert-butyl-p-Kresol) zu der Dispersion
durch, so erhält man nach Methode B nur einen polymeren Rückstand von 44,2 mg (= 8,8
%).
[0066] Erhöht man die Menge Vinylacetat auf insgesamt 3 Gew.% und verfährt in der gleichen
Weise, so erhält man nur noch 5,5 mg (= 1,1 %) an polymerem Rückstand
Beispiel 8
[0067] In einem Großversuch werden in einer kontinuierlichen Polymerisationsanlage bei einer
Temperatur von 240 bis 250°C und einem Druck von 1 500 bar 30.000 kg eines copolymeren
Wachses aus Äthylen und Vinylacetat mit einem Gehalt von 29.,2 % Vinylacetat, einer
Viskosität (bei 120°C) von 247 mm
2/s und einem mittleren Molekulargewicht von 1 940 hergestellt.
[0068] a) Eine Durchschnittsprobe des Wachses mit einem Gehalt an monomerem Vinylacetat
von 0,6 % wird dann als 50 %ige Dispersion in einem Oxoölrückstand aus der Butanolsynthese
eingestellt. Man versetzt einen handelsüblichen Dieselkraftstoff mit einem cloud-point
von -2°C bei Raumtemperatur mit 500 Gew.-ppm dieser Dispersion, kühlt die Mischung
im Verlauf von 35 Minuten in einem Kühlbzd auf 0°C ab und führt anschließend einen
Filtrationstest nach Methode A und B durch. Es wird einpolynerer Rückstand von 37,2
mg (= 7,4 Gew.% bezogen auf den Wachsanteil in der Dispersion) erhalten.
[0069] b) Werden der 50 %igen Dispersion 2 Gew.% Vinylacetat (bezogen auf Wachs und stabilisiert
mit 0,1 % 2,6-Di-tert.-butyl-p-Kresol) zugesetzt und der oben beschriebene Filtrationstest
bei 0°C wiederbolt, erhält man nur noch 4,1 mg polymeren Rückstand (= 0,83 Gew.% bezogen
auf den Waehsanteil in der Dispersion). Die Filtrationskurven beider Filtrationsteste
zeigt Fig. 8.
Beispiel 9
[0070] In einer wie in Fig. 9 dargestellten kontinuierlich zu betreibenden Apparatur wird
Dieselöl über ein handelsübliches Kraftstoffilter gepumpt. Die Apparatur besteht aus
einem isolierten Vorratsgefäß (B 1) mit einem Volumen von 110 1 für das Dieselöl,
in dem sich eine mit Kühlsole (s) betriebene Kühlschlange befindet, einer Bosch-Kraftstoffpumpe
(P-1) für 0-1,5 bar, einem Kraftstaffiltar (F), Bosch-Nr. 1457434052, mit Differenzdruckmanometer
(PI-2) und einer kontinuierlichen Kraftstoffdurchflußnessung (FI). Weiterhin aind
installiert die Druckmeßstellen PI-1 und PI-3 sowie die Temperaturanzeigen TI-1, TI-2
und TI-3. Die über das Filter F gepumpte Menge Dieselöl wird im Sammelgefäß B-2 (Volumen
110 1) aufgefangen. Pumpe und Filter befinden sich in einer mit Trockeneis betriebenen
Kühlbox, um Temperaturerhöhungen durch Wärmeleitung und Pumpenarbeit zu vermeiden.
[0071] In dieser Apparatur wurden vorher über ein Papierfilter vorgereinigte Gasöle bei
Temperaturen unmittelbar oberhalb ihres Trübungspunktes mit einer Durchflußmenge von
10 1/h über das Filter F gepumpt.
[0072] Sin Kriterium für die Belegung des Kraftstoffilters mit höhemolekularen Anteilen
aus den copolymeren Fließverbesserem ist der Druckanstieg des Differenzdrucksonoceters
PI-2.
[0073] Die Kurven für den jeweiligen Druekverlauf (mm WS) werden gegen die Versuchsdauer
grafisch aufgetragen. Die nachfolgende Fig.10 in der P den Druckabfall in mm Wassersäule
und t die Versuchsdauer in Sekunden bedeuten, zeigt die Ergebnisse mit verschiedenen
copolymeren Äthylen-Vinylacetat-Wachsen als Fließverbesserer mit und ohne Zugabe von
momomerem Vinylacetat.
[0074] Kurve 1: Cowaehs aus Äthylen-Vinylacetat mit 28,1 Gew.-% Vinylaeetat, mittleres Molgewicht
2 160, Schmelzviskosität (120°C) 230 mm
2/s, Gehalt an monomerem Vinylacetat 0,07 Gew.%, als 50 %ige Dispersion in Oxoölrückstand
aus der Butanolsynthese.
Dosierung der Dispersion in Dieselöl: 500 Vol-ppm - ohne weitere Zugabe von Lösungsversittlern
- Temperatur: + 0°C.
[0075] Kurve 2: wrie 1, jedoch nach Zugabe von 0,5 Gew.% an monomerem Vinylacetat (stabilisiert),
bezogen auf Cowachs.
[0076] Kurve 3: wie 2, jedoch mit 1,0 Gew.% an monomerem Vinylacetat.
[0077] Kurve 4: wie 2, jedoch mit 3,0 Gew.% an mononerem Vinylacetat.
Beispiel 10
[0078] Das in Tabelle 1 und Fig. erwähnte Cowachs Nr. 1 wurde als 50 %ige Dispersion in
C
4-Oxoalkoholrückstand als Dispergiermittel mit den erfindungsgemäßen Lösungsvermittlern
versetzt. Die so verbesserten Dispersionen wurden in einer Menge von 500 Vol.-ppm
einem Dieselkraftstoff zugemischt und nach Methode A und B untersucht.
[0079] Die Wirkung der Lösungsversittler auf die Menge des im Cowachs Nr. 1 enthaltenen
höhermolekularen Rückstandes zeigt die folgende Tabelle. Die Rückstände wurden nach
Methode B bestimmt. In der Fig. 11 sind die zur Tabelle 5 gehörenden Filtrationskurven
dargestellt.
