[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Laufweitenkorrektur von nebeneinander
zu setzenden Buchstaben oder dergleichen Symbolen bei Fotosetzmaschinen nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Im Drucksatz ganz allgemein wie auch im Fotosatz ist jedem Symbol, beispielsweise
jedem Buchstaben, eine bestimmte Breite, auch Dickte genannt, eigen, die beim Absetzen
einer Mehrzahl von Buchstaben nebeneinander die Laufweite des Setzmediums bei Berücksichtigung
der Schriftgröße bestimmt. Beim Bleisatz entspricht die Dickte der Breite der Bleiletter,
während beim Fotosatz die Dickte entweder durch entsprechende Festwertspeicher nach
Anwahl einer dem Symbol eigenen Adresse abfragbar ist oder bei einfacheren Maschinen
auf dem Symbolträger, beispielsweise in Form eines Striches, für jedes Symbol direkt
mit angegeben ist. Im Bleisatz wird die Dickte vorzugsweise als Zeichenbreite bezeichnet,
während im Fotosatz von der Lauf weite gesprochen wird, die beispielsweise für den
Buchstaben W größer als für den Buchstaben I ist, wobei eine Mehrzahl von Zwischendickten
für andere Buchstaben je nach Schriftart denkbar sind, und wobei sich die Laufweite
als das Produkt aus Dickte mal Schriftgröße errechnet. Die Dickte ist somit der Grundwert
der Laufweite, da er bei der Erstellung einer bestimmten Schrift festgelegt wird.
Aus der Forderung, daß jedes Zeichen mit einem anderen der betreffenden Schriftart
untereinander kombiniert werden soll, ergibt sich zwangsläufig für die Laufweite der
einzelnen Symbole ein Kompromiß für die Festlegung des Dicktenwertes.
[0003] Die Tatsache allein, daß verschiedene Symbole verschiedene Laufweiten einnehmen,
genügt jedoch nicht, eine Schrift optisch harmonisch und gleichmäßig genug zu gestalten,
da sich visuell beim Aneinanderreihen, beispielsweise der Buchstaben "V" und "W",
ein anderes Bild ergibt als bei der Buchstabenkombination "V" und "A". Die sich bei
der erstgenannten Kombination der Buchstaben "V" und "W" ergebende visuelle Sperrung
wird beim Bleisatz vielfach dadurch vermieden, daß von der Bleiletter ein bestimmter
Bereich abgefeilt wird, so daß die Buchstabenkombination "VA" optisch näher aneinanderrückt.
Dieser Vorgang der sogenannten Laufweitenkorrektur läßt sich beim Fotosatz einfacher
mit rein elektronischen Mitteln gestalten.
[0004] Für eine bekannte Vorrichtung zum Setzen von Symbolen, insbesondere von Zahlen und
Buchstaben, mit einer Anzahl von Symbolen, Einrichtungen zum Festlegen gewählter Symbole
in bestimmter Stellung, einem Aufzeichnungsmedium zum Aufzeichnen der Symbole und
Einrichtungen zum Bewegen der Symbole und des Aufzeichnungsmediums relativ zueinander,
nachdem ein Symbol auf dem Aufzeichnungsmedium aufgezeichnet wurde, (DE-OS 26 12 815),
ist es bereits bekannt, eine Einrichtung zum örtlichen Festlegen gewählter Symbole
in bestimmter Stellung durch ein Tastenfeld betätigen zu lassen, wobei die Einrichtung
zum Bewegen der Symbole und des Aufzeichnungsmediums relativ zueinander durch einen
Rechner gesteuert wird, und der Rechner derart ausgebildet ist, daß zwei nebeneinander
auf dem Aufzeichnungsmedium angeordnete Symbole identifiziert werden und daß die Einrichtung
zum Bewegen der Symbole und des Aufzeichnungsmediums relativ zueinander derart gesteuert
wird, daß ein gleichmäßiger Abstand zwischen den Symbolen erzeugbar ist.
[0005] Damit ist grundsätzlich eine Aufgabe dahingehend gestellt, die Buchstaben und Zeichen
zur Bestimmung einer Laufweitenkorrektur einer Auswahlvorrichtung zuzuführen, also
einem Rechner oder dergleichen, so daß beim Zusammentreffen von zwei bestimmten sogenannten
parakritischen Zeiche die Grunddickte des jeweils ersten Zeichens in der Setzfolge
mit einem Reduzierwert beaufschlagbar ist, ohne daß jedoch nach dem Stand der Technik
über die aufgabenhafte Formulierung hinaus eine klare Lehre zum technischen Handeln
für die Lösung aufgezeigt ist.
[0006] Nachteilig an dem bekannten Verfahren ist insbesondere, daß jedes Symbol so viele
verschiedene Dicktenwerte haben muß wie Symbole in ihrer Gesamtheit vorhanden sind.
Unter der Annahme, daß zu einem normalen Schriftsatz ca. 110 bis 130 Zeichen bzw.
unterschiedliche Symbole gehören, bedeutet, daß eine Kombinationstabelle oder Matrix
erstellt werden muß von durchschnittlich 120 mal 120, also 14 400 Speicherplätzen,
wobei diese Matrix jeweils dann nur für eine einzige Schriftart verwendbar wäre. Damit
ist eine sehr große Speicherkapazität erforderlich, die dem Rechner zugeschrieben
werden muß, oder es ergibt sich eine für den Bediener der Setzmaschine derart unübersichtliche
visuell zu erfassende Tabelle, daß ihre Benutzung praktisch unmöglich wird.
[0007] Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, ein Verfahren
der im Gattungsteil des Hauptanspruches genannten Art derart zu verbessern und weiter
zu entwickeln, daß bei minimaler Speicherleistung und entsprechend hoher Abfragegeschwindigkeit
eine automatische Laufweitenkorrektur möglich wird der Gestalt, daß der Setzer für
diese Aufgabe keiner besonderen Aufmerksamkeit während des Setzvorganges bedarf, so
daß letzlich die Setzleistung erhöht werden kann.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Hauptanspruchs angegebenen
Merkmale erfindungsgemäß erreicht.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen dieser Aufgabenlösung ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
[0010] Das vorliegende Verfahren hat den Vorteil, daß der Setzer beim Absetzen einer Symbolfolge
nicht mehr wie bisher durch manuelles Eingreifen in den Setzvorgang eine bestimmte
Unterschneidung, also einen Rücktransport zwischen einer Buchstabenkombination, wie
beispielsweise den Buchstaben "L" und "T", vornehmen muß und damit unter höchste Konzentrationsbelastung
und Aufmerksamkeit steht, sondern daß dieses vollautomatisch über eine Speicherelektronik
mit geringstem Aufwand erfolgt. Der elektronische Aufwand ist gegenüber dem oben angesprochenen
bekannten Verfahren mit einem Rechner, der die Kombination aller Symbole mit allen
in einer Schriftart vorhandenen zulassen muß, wesentlich geringer und die Abfragezeit
damit erheblich kürzer. Beim Zusammentreffen zweier bestimmter parakritischer Zeichenkombinationen
wird automatisch die Grunddickte des jeweils im Setzvorgang ersten Zeichens mit einem
Reduzierwert beaufschlagt, so daß es entgegen dem bekannten manuellen Verfahren auch
insofern eine vorteilhaftere Lösung bietet als es dem Setzer nicht mehr überlassen
bleibt, beim Erscheinen dieser oder jeder kritischen Kombination die Laufweite des
Zeichens nach seinem Gutdünken zu reduzieren, was zu einem exakt und beliebig oft
reproduzierbaren Verfahren führt. Die Laufweiten oder Dickten werden nach dem vorliegenden
Verfahren nicht tabellarisch ermittelt sondern auf einfachste Weise rechnerisch, wobei
innerhalb des Rechenvorganges der eingespeicherte Wert der Grunddickte eine Matrix
oder Tabelle passiert, die lediglich 126 Speicher-Plätze benötigt und in der nur die
sogenannten parakritischen Zeichen oder Symbole Berücksichtigung finden, also diejenigen
Zeichen, die bei bestimmter Kombination scheinbar eine größere Breite beanspruchen,
wenn sie mit schmaleren Zeichen kombiniert werden.
[0011] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen beispielsweise
beschrieben werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen allgemeinen Überblick über die Funktionsweise einer Fotosetzmaschine
mit dem zusätzlichen, das erfindungsgemäße Verfahren ermöglichenden elektronischen
Schaltungsteil;
Fig. 2 eine Darstellung der Matrix für die Aufteilung der Symbole einer Schriftart
zur automatischen Laufweitenkorrektur;
Fig. 3 ein Setzergebnis nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in Gegenüberstellung
zu einem solchen ohne Laufweitenkorrektur; und
Fig. 4 die schematische Darstellung der elektronischen Mittel, mit denen die Matrix-Aufteilung
und Vorgabe der Unterschneidungswerte für Buchstabenkombinationen ermöglicht wird.
[0012] Die allgemein übliche Verfahrensweise, nach der moderne Fotosetzmaschinen arbeiten,
interessiert hier nur insoweit, als sie für den Gesamtzusammenhang zur Darstellung
der in das Verfahren eingebauten vorliegenden automatischen Laufweitenkorrektur erforderlich
ist. Die Eingabe eines Zeichens oder dergleichen Symbol durch Niederdrücke einer Tastatur
bedeutet zunächst nur die Anwahl einer dem Symbol zugehörigen Adresse bei gleichzeitiger
Abfrage und Zuteilung einer Grunddickte entsprechend der gewählten Schriftart und
einem dem Schriftgrad entsprechenden Koeffizienten, deren Multiplikationsprodukt die
absolute Breite oder Laufweite ergibt.
[0013] Dieser Wert entspricht dann dem tatsächlichen Platzbedarf des Zeichens auf einer
Zeile; er kann entweder für eine weitere Berechnung der Zeilenlänge gespeichert werden
und/ oder zum Transport des Aufzeichnungsträgers herangezogen werden.
[0014] In Fig. 1 stellt sich der Funktionsablauf einer Fotosetzmschine mit automatischer
Laufweitenkorrektur nach der Erfindung so dar, daß durch das Niederdrücken einer bestimmten
Symboltastatur, also durch die Tastatureingabe 41 und der damit vorgegebene Zeichen-
bzw. Symbolcode 42, die dem Zeichen eigenen codierten Informationen in einen Zeichenspeicher
43 eingegeben werden, und zwar in der Weise, daß der von dem Tastendruck erzeugte
Code zunächst geprüft wird, ob es sich bei der Symboleingabe um ein Zeichen oder eine
Funktionsvorgabe handelt. Diese Prüfung kann mit einer gespeicherten Tabelle vorgenommen
werden oder auch dadurch, daß die Tastatur bereits im Tastencode zwei Codegruppen
anbietet, z. B. einen Zeichencode und einen Funktionstastencode. Die Weiterverarbeitung
des Funktionstastencodes, wie z. B. eine Zeichenlöschung, die Vorgabe eines Zeilenendes
und eines Zeilensprunges oder dergleichen, interessieren im vorliegenden Verfahren
nicht weiter und werden daher hier nicht weiter behandelt. Nachdem der Zeichencode
in den Zeichenspeicher 43 eingegeben worden ist, wird die tatsächliche Laufweite des
Zeichens in einem Multiplizierorgan 44 errechnet, in dem das Produkt aus Dickte mal
Schriftgröße gebildet wird. Für jedes Zeichen einer Schriftart sind die den Zeichen
eigenen Dicktenwfrte in der Fotosetzmaschine vorzugsweise austauschbar gespeichert.
Das Ergebnis des Multipliziervorganges wird dann in den Zeichenspeicher 45 eingetragen
und gleichzeitig einem hier nicht dargestellten Justierwerk für die Ermittlung der
Zeilenlänge und das Ausschließen der Zeile eingegeben.
[0015] Das Ergebnis bzw. der im Zeichenspeicher abgespeicherte Wert wird einer Schaltung
61 zugeführt, die das vorliegende Verfahren ermöglicht und auf die in Verbindung mit
Fig. 4 noch näher eingegangen werden wird. Im Funktionsdiagr nach Fig. 1 stellt sich
der Verfahrensablauf so dar, daß der Zeichencode aus dem Zeichenspeicher auf den Gruppendecoder
46 durchgeschaltet wird, wobei dort die Möglichkeit gegeben ist abzufragen, ob das
Zeichen einer Gruppe angehört, die nicht an der Laufweitenkorrektur teilnimmt; hier
angegeben als Gruppe 17 im Feld 47. Wird dieser Tatbestand mit ja beantwortet, wird
bei 48 eine Information vorgegeben, so daß das nachfolgende Zeichen stets wie das
erste Zeichen einer Zeichenkombination behandelt wird. Wenn in der Logikschaltung
47 festgestellt wird, daß das betreffende Zeichen nicht der Gruppe 17 bzw. derjenigen
Gruppe zugehörig ist, die nicht an der Laufweitenkorrektur tielnimmt, dann wird weiter
untersucht (49), ob das vorherige Zeichen der Gruppe 17 zugehörte oder nicht, wofür
wiederum eine ja-nein-Entscheidung möglich ist, die die Weiterleitung der Information
in zwei Wege aufspaltet, nämlich ein Schieberegister 50, in das jeweils das zweite
Zeichen einer Kombination eingegeben wird, und ein Schieberegister 51, das jeweils
mit dem in der Schreibfolge ersten Zeichen der Kombination beaufschlagt wird unter
gleichzeitigem Löschen der Information im Logikelement 48. Bezüglich weiterer Einzelheiten
wird an dieser Stelle ausdrücklich auf das Diagramm gemäß Fig. 1 verwiesen. Im Blockdiagramm
wird bei 57 und 58 die Laufweite des ersten Zeichens einer Zeichenkombination neu
ermittelt und in den Zeichenspeicher eingetragen. Daraufhin kann die Anzeige des Zeichens
auf einem Dis lay 59, und zwar des jeweils zuletzt eingegebenen Zeichens, erfolgen.
Des weiteren wird die Anzahl der Zeilen im Zeichenspeicher ermIttelt und bei Erreichung
einer maximalen Zahl eine Zeile auf einen Datenträger oder ein Belichtungsorgan 60
ubertragen, wie das im einzelnen gleichfalls schematisch in Fig. 1 dargestellt ist.
Das wesentliche der vorliegenden Erfindung, nämlich der Teil 61 in Fig. 1, wird anhand
der Fig. 2 bis 4 nochmals näher verdeutlicht und nachfolgend beschrieben.
[0016] Wie eingangs ausgeführt, war beim Zusammentreffen sogenannter parakritischer Zeichenkombinationen
der Setzer bisher gezwungen, in den Ablauf einzugreifen, wenn eine Zaufweitenkorrectur
manuell vorgenommen werden sollte, oder die Korrektur wurde mittels eines Rechners
vorgenommen, der jedes Zeichen mit jedem Zeichen zu kombinieren ermöglichte. Gemäß
Fig. 2 wird die Gesamtmenge der Zeichen bzw. Symbole eines Schriftgrades in 17 Gruppen
aufgeteilt, wobei den Gruppen 1 bis 16 die verschiedenen für die Unter schneidungswerte
der Laufweitenkorrektur erforderlichen Charakteristika zugeordnet werden, während
die Gruppe 17 diejenigen Zeichen enthält, die an der Laufweitenkorrektur nicht teilnehmen.
[0017] Die einzelnen Zeichengruppen werden in Zeilen und Reihen angeordnet, wie das Fig.
2 darstellt, so daß sich eine Matrix von 16 mal 16 Reihen und Zeilen ergibt, wobei
die Gruppen an den Reihen 1 bis 16 der Matrix jeweils das in der Setzfolge erste Zeichen
einer parakritischen Zeichenkombination beinhalten, während die Gruppe über den Spalten
1 bis 16 der Matrix jeweils das zweite Zeichen der Zeichenkombination beinhalten.
Die in der Matrix angegebenen Werte an den Kreuzungspuhkten zwischen Reihen und Zeilen
geben dann die Unterschneidungsgrößen dar, um die die jeweilige tatsächliche Dickte
des ersten Zeichens vermindert wird, wobei in Fig. 2 jedes leere Feld für den Unterschneidungswert
Null steht, d. h., daß bei Zeichenkombinationen in diesen Feldern keine Laufweitenkorrektur
erfolgt und erforderlich ist. Fig. 2 zeigt ein Beispiel für die Schriftart "Akzidenz-Grotesk".
[0018] Fig. 3 zeigt als Beispiel eine Satzprobe, in der übermäßig häufig eine sogenannte
parakritische Kombination zusammentrifft. Das erste obere Beispiel wurde auf einer
Fotosetzmaschine gesetzt, ohne Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Man erkennt
sofort, auch ohne typogra fische Kenntnisse, daß der Gesamteindruck dieser Worte un
regelmäßig ist, besonders durch den großen Raum zwischen den Buchstaben VO, OY, YA
und TO.
[0019] Im gleichen Beispiel darunter wurde die Fotosetzmaschine mit dem Verfahren ausgerüstet.
[0020] Bei dem Wort "VOYAGE" wurde erkannt, daß zunächst "VO" einer kritischen Kombination
der Gruppe 1 bis 16 angehört und nach Liste Fig. 2 "V" zu "0" ein Unterschneidewert
von 1 der Dickte von "V" abgezogen werden muß. Danach wurde erkannt, daß die Kombination
"OY" eine kritische ist, so daß die Dickte des "O" um den Wert 9 reduziert werden
muß.
[0021] Das Ergebnis nach dem Durchlauf dieser Wörter im Vergleich zur ersten Satzprobe zeigt
eine deutlich engere Aneinanderreihung der einzelnen Buchstaben, so daß nun ein optimales
Gesamtbild entstanden ist.
[0022] Anhand von Fig. 2 sei ein Beispiel zur Verdeutlichung angesprochen, etwa der Kreuzungspunkt
der Zeichengruppe in der Matrix-Reihe, die "V" enthält, und der Zeichengruppe in der
Matrix-Spalte, die "a" enthält, wofür sich im Feld des Kreuzungspunktes der Wert 4
ergibt. Das bedeutet, daß die Dickte des Zeichens "V" um den Wert 4 verringert wird,
daß alsodie Laufweitenkorrektur mit dem Wert 4 behaftet ist, der ein Maß für die Unterschneidung
zwischen "V" und "a" bildet. Entsprechend lassen sich dann die Unterschnei dungswerte
für das Beispiel in Fig. 3 aus der Gruppenaufteilung gemäß Fig. 2 entnehmen.
[0023] Das vorliegende Verfahren wird, wie Fig. 4 in Verbindung mit Fig.1 zeigt, mittels
eines Gruppendecoders, eines Schieberegisters und eines Speichers realisiert, der
die Liste der Unterschneidungswerte vorgibt.
[0024] Der gemäß Fig. 4 aus dem nicht dargestellten Arbeitsspeicher kommende 7-bit Code,
der die Kennung jedes Zeichens ermöglicht, wird dem Gruppendecoder 46 eingegeben der
aus der Menge aller Zeichen, und zwar im vorliegenden Ausführungsbeispiel maximal
128, die Zeichen den Gruppen 1 bis 17 zuordnet. Bei dem Gruppendecoder 46 kann es
sich hierbei sowohl um einen PROM- als auch un einen RAM-Speicher handeln. Wie dargestellt,
liegen eingangsseitig am Gruppen decoder 46 die Zeichencode als Adresse an, und es
bestehe vier Ausgangsleitungen für den Fall, daß das betreffende Zeichen oder dergleichen
Symbol den Matrix-Gruppen 1 bis 16 angehört und eine Ausgangsleitung 7 für die Gruppe
17, die diejenigen Zeichen zusammenfaßt, die an der Laufweite - korrektur nicht teilnehmen.
Mit anderen Worten Bit 0 bis 3 gibt die Gruppe an der Matrix an, während Bit 7 die
Zugehörigkeit zur Gruppe 17 bestimmt. Die Bits O bis 3 des Gruppendecoders werden
nach Decodierung des 1. Zeichens, für den Fall, daß dieses nicht der Gruppe 17 angehört,
parallel in das 8-Bit Schieberegister 50/51 eingegeben, also ein parallel zu ladendes
Schieberegister mit insgesamt 8 parallelen Ausgängen O' bis 7'. Nach Decodierung des
2. Zeichens wird der gespeicherte 1. Zeichenwert im Schieberegister nach rechts um
4 Bit verschoben und anschließend die Bits 0 bis 3 des Gruppendecoders wieder in die
unteren 4 Bits des Schieberegisters geladen.
[0025] An den Ausgängen des Schieberegisters steht dann ein 8 Bit langer Binärwert an, der
als Adresse im Speicher für die Unterschneidungswerte dient. Der die Liste der Unterschneidungswerte
bildende Speicher ist 128 Bytes groß, wobei 1 Byte = 8 Bit darstellt, so daß diese
Liste praktisch den gesamten Inhalt der 16 mal 16 Reihen und Zeilen aufweisenden Matrix
darstellt. 1 Byte beinhaltet hier 2 Matrix-Speicherplätze, was eine weitere Reduzierung
bedeutet. Das niederwertigste Bit des Schieberegisters gibt an, welcher Teil des Bytes
jeweils gemeint ist (vgl. hierzu auch Fig. 1).
1. Verfahren zur Laufweitenkorrektur von nebeneinander zu setzenden Buchstaben oder
dergleichen Symbolen bei Fotosetzmaschinen, bei dem über eine Tastatur das Symbol
in codierter Form über ein Eingaberegister einem nachgeschalteten Speicher zugeführt wird, dem weitere Informationen
über die absolute Breite des Symbols durch Multiplikation der relativen Breite einer
vorgewählten Schriftart mit einem eingestellten Schriftgrad zugeführt werden, wobei
ein Rechner derart ausgebildet ist, daß zwei nebeneinander auf einem Aufzeichnungsmedium
anzuordnende Symbole relativ zueinander steuerbar in einem Abstand gesetzt werden,
der unter Berücksichtigung bestimmter Symboleigenschaften eine hinlängliche optische
Gleichmäßigkeit ihres Abstandes voneinander vorgibt, dadurch gekennzeichnet , daß
die Gesamtheit aller Symbole einer jeweiligen Schriftart in codierter Form in eine
Mehrzahl von Gruppen in Abhängigkeit von ihren Laufweiten- bzw. Unterschneidungscharakteristika
unterteilt und mit diesen Gruppen eine Matrix gebildet wird, wobei die die Reihe der
Matrix bildenden Gruppen das in der Setzfolge vorstehende und die Gruppen in den Spalten
der Matrix das nachstehende symbol einer laufweiten korrigierbaren Symbolkombination
bilden, und daß die Laufweite des in der Symbolkombination erst abgesetzten Symbols
gegenüber dem nachfolgenden um einen im jeweiligen Kreuzungspunkt der Matrix vorgegebenen
Wert vermindert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß insgesamt siebzehn Gruppen
aus jeder Symbolgesamt heit gebildet werden, wobei die Gruppen 1 bis 16 nach ihren
charakteristischen Unterschneidungswerten ausge wählt werden, und daß die siebzehnte
Gruppe diejenige Symbole enthält, die an der Laufweitenkorrektur nicht teilnehmen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufteilung der
Symbolgesamtheit in Gruppen mittels eines PROM-Gruppendecoders durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufteilung der
Symbolgesamtheit in Gruppen mittels eines RAM-Gruppendecoders vorgenommen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Symbolgesamtheit
derart über einen Decodierer abgefragt wird, daß von vier Ausgangsleitungen desselben
direkt die jeweilige Gruppe angegeben wird, während eine Leitung angibt, ob das Zeichen
einer Laufweitenkorrektur unterliegt oder nicht.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß 256 Matrixplätze mit
128 Bytes abgespeichert werden, wobei der Wert auf maximal 15 begrenzt wird, so daß
zwei Werte in einem Byte (8 Bit) unterbringbar sind, und daß das niedrigste Bit des
Schieberegisters die Selectierung innerhalb dieses Bytes vornimmt.