[0001] Die vorliegende Erfindung behandelt ein Verfahren zum Stranggiessen von Metall, gemäss
dem Oberbegriff von Anspruch 1 bzw. Anspruch 2.
[0002] Das Gefüge eines im Stranggiessverfahren hergestellten Stranges ist neben anderem
von der Zusammensetzung des Materials und von der Giesstemperatur abhängig. Bei Giesstemperaturen
von nur wenigen Grad Celsius über der Schmelztemperatur überwiegt ein globulitisches,
ungerichtetes und bei Giesstemperaturen mit mehr als 15° über Liquidus ein kolumnares,
gerichtetes Gefüge mit einer starken, zentralen positiven Seigerung der Begleitelemente.
Aus giesstechnischen Gründen muss in der Praxis mit Uebertemperaturen von mehr als
20 °C gegossen werden. Es sind darum schon viele Anstrengungen unternommen worden,
auch beim Stranggiessen mit solchen Uebertemperaturen eine Bramme mit überwiegend
globulitischem, ungerichtetem Gefüge und geringer zentraler Seigerung zu erhalten.
[0003] Beim Stranggiessen von Stahl ist es bekannt, durch magnetisches Rühren der Schmelze
im flüssigen Kern Verbesserungen der Qualität des gegossenen Materials mittels einer
mehr oder weniger starken turbulenten Strömung zu erhalten. Diese Verbesserungen sind
durch verschiedene Verfahren.zum Aufbringen der Schubkräfte auf die Schmelze erzielt
worden.
[0004] Im Stahl sind Legierungs- und Begleitelemente, wie C, Si, Mn, P, S usw. enthalten,
die beim Erstarren zu Seigerungen, insbesondere Zentralseigerungen, führen können.
Solche Seigerungen, wie auch die Kristallstruktur, sind bekanntlich u. a. von der
Höhe der Uebertemperatur abhängig. Durch das elektromagnetische Rühren bzw. durch
die erzeugte turbulente Strömung sollen solche Seigerungen verhindert werden. Das
Erstarrungsgefüge soll derart beeinflusst werden, dass eine möglichst grosse Zone
von dichter, ungerichteter Kristallstruktur erhalten wird. Es hat sich aber gezeigt,
dass durch die lokale starke Bewegung der Schmelze die Erstarrungsfront so beeinflusst
wird, dass sich sogenannte weisse Bänder bilden. Diese weissen Bänder sind negative
Seigerungen, die sich qualitätsverschlechternd auswirken können.
[0005] Beim Vergiessen von Knüppeln oder Vorblöcken ist es zur Verbesserung der Oberflächensowie
der Innenqualität bekannt, die Schmelze im flüssigen Kern mit Hilfe einer elektromagnetischen
Einrichtung in eine um die Stranglängsachse rotierende Bewegung zu versetzen. Hierbei
wird die Rotation mit einem unvollkommenen Drehfeld (drei Magnetpole) erzeugt. Wohl
wird dabei eine feinkörnigere Struktur erhalten, aber das Entstehen eines grossen
weissen Bandes konnte nicht verhindert werden.
[0006] Es ist weiter eine Vorrichtung bekannt, bei der um das Kokillenrohr herum eine elektromagnetische
Einrichtung mit drei Polpaaren angeordnet ist, die den flüssigen Kern in eine um die
Stranglängsachse rotierende Bewegung versetzt. Diese von einem vollkommenen Drehfeld
erzeugte Rotation weist in ihrer Strömung eine ungenügende Turbulenz auf. Die Durchmischung
des flüssigen Stahles ist deshalb unvollkommen, weil sich durch die gleichmässige
magnetische Beaufschlagung der Schmelze keine quer zum Strang wirkende Kraft ergibt.
Diese relativ geringe Turbulenz lässt hinsichtlich der Qualität des gegossenen Produktes
in bezug auf die Oberfläche, die Verteilung der Legierungs- und Begleitelemente, aber
auch auf die innere Struktur, zu wünschen übrig.
[0007] Nach einem bekannten Verfahren werden mit einem elektromagnetischen Wanderfeld Schubkräfte
in Richtung der Stranglängsachse erzeugt, wobei die um den Strang verlaufenden Magnete
zwischen den Rollenpaaren bis zum Sumpfende angeordnet sind. Die entlang des Sumpfes
erzeugte Strömung bringt den gewünschten Bereich von nicht kolumnarem Gefüge und verhindert
das Entstehen von massgebenden Seigerungen, insbesondere der Mittenseigerung und weissen
Bändern. Eine solche Anordnung benötigt durch die Vielzahl der Magnete einen zu grossen
Platz, behindert ein ausreichendes Kühlen des Stranges und ist viel zu aufwendig.
[0008] Mit einem andern bekannten Verfahren für Brammenformate wird versucht, diese weissen
Bänder zu eliminieren, indem mit elektromagnetischen Wanderfeldern, erregt durch zwei
an den Längsseiten sich gegenüber befindliche Magnete, Schubkräfte auf den flüssigen
Stahl erzeugt werden. Diese Schubkräfte sollen so quer zur Stranglängsachse wirken,
dass ein sanftes Anstossen der Strömung an der erstarrten Wand erzielt wird, so dass
die umgelenkte Strömung innerhalb eines begrenzten Bereiches gehalten wird. Dieser
begrenzte Wirkungsbereich ergibt eine ungenügende Zone von dichter, ungerichteter
Kristallstruktur. Im weiteren hat sich gezeigt, dass mit diesem Verfahren die weissen
Bänder nur mangelhaft eliminiert werden können, so dass durch diese Nachteile kein
optimales Produkt erhalten werden kann, was sich z. B. auf das gewalzte Produkt qualitätsmässig
negativ auswirken kann.
[0009] Bei Versuchen mit von Symmetrie in den Phasen beeinflussten Schubkräften mit quer
zur Stranglängsrichtung geradlinig verlaufender Schubrichtung, erzeugt von einem an
der Längsseite einer Bramme angeordneten Rührer, zeigten die Schliffbilder weisse
Bänder und eine breite Zone von Dendriten, was eine ungenügende Qualität des gegossenen
Stahles erbrachte.
[0010] Aus DE-A-1 583 601, die den Oberbegriff von Anspruch 1 und 2 bildet, ist weiter ein
Verfahren zum elektromagnetischen Rühren eines einen flüssigen Kern aufweisenden Stranges
bekannt. Durch ein Drehfeld werden im flüssigen Kern pulsierende Schubkräfte erzeugt,
die eine turbulente Strömung ergeben. Das Drehfeld kann dabei durch geringfügig asymmetrische
Anordnung der Phasen bzw. der Spulen R, S, T unrund sein und unterschiedlich auf die
Schmelze wirkende pulsierende Schubkräfte erzeugen. Trotz der asymmetrischen Anordnung
der Spulen kann noch keine genügend breite Zone von dichter, ungerichteter Kristallstruktur
ohne weisse Bänder erreicht werden.
[0011] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, mit dem eine
optimale Strangqualität erhalten wird. Im besonderen soll eine genügende Zone von
dichter, ungerichteter Kristallstruktur vorhanden sein. Das gegossene Material soll
keine weissen Bänder aufweisen und seigerungsarm sein, insbesondere in bezug auf die
Zentralseigerung.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale von Anspruch 1 bzw. Anspruch
2 gelöst.
[0013] Ueberrachenderweise konnte festgestellt werden, dass bei unterschiedlich auf die
Schmelze wirkenden Schubkräften innerhalb der Felder eine derartige turbulente Strömung
erzeugt wurde, dass trotz hoher Uebertemperatur praktisch keine weissen Bänder im
Schliffbild auftraten sowie die gewünschte Zone von dichter, ungerichteter Kristallstruktur
ohne massgebende Zentralseigerung erreicht wurde.
[0014] In Abhängigkeit der gegebenen Giessparameter kann nach einer vorteilhaften Anwendung
des Verfahrens, von den unterschiedlich wirkenden Schubkräften innerhalb der Felder
eine geradlinig verlaufende Schubrichtung in der Schmelze guer oder längs zur Stranglängsachse
erzeugt werden. Bei grösseren Strangquerschnitten mit quer zur Stranglaufrichtung
verlaufender Schubwirkung wird daher der Platzbedarf zur Erzeugung eines in Stranglaufrichtung
genügend langen Rühreffektes verringert.
[0015] Für Knüppel- und Vorblockformate wird nach einer anderen vorteilhaften Anwendung
von den unterschiedlich wirkenden Schubkräften innerhalb der Felder eine bogenförmig
um die Stranglängsachse verlaufende Schubrichtung in der Schmelze erzeugt. Bei Anwendung
dieses Verfahrens in der Kokille kann neben der besseren Innenstruktur die Strangoberfläche
verbessert werden.
[0016] Vorteilhaft liegen unterschiedlichen Stromstärken in einem Bereich zwischen ca. 10
%-25 %.
[0017] Ueberraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die turbulente Strömung effizienter
wird, wenn, gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung, die schwächere Schubkraft
der einen Phase vor der stärkeren Schubkraft der in Schubrichtung nachfolgenden Phase
wirksam wird.
[0018] Bei Giessbeginn verstreicht eine gewisse Zeitspanne, bevor der flüssige Kern in umlaufende
Bewegung versetzt werden kann. Um dabei möglichst rasch die angestrebte turbulente
Strömung zu erreichen, wird, nach einem zusätzlichen Markmal, die Asymmetrie in der
Strombeaufschlagung der Phasenspulen in der Anfahrperiode von annähernd Null auf einen
vorgegebenen Maximalwert eingestellt. Damit konnte erreicht werden, dass auch der
vorderste Strangabschnitt die gewünschte metallurgische Qualität aufweist.
[0019] Beim erfindungsgemässen Verfahren ergibt sich auf Grund physikalischer Gesetze zusätzlich
zu der in Rührrichtung wirkenden Kraft, eine zwischen Null und einem Maximum pulsierende
Querkraft. Diese überlagerte Kraft wirkt sich durch eine zusätzliche Verstärkung der
Turbulenz dann vorteilhaft aus, wenn, gemäss einem anderen Merkmal der Erfindung,
durch Einstellen der Schubrichtung der Felder die aus der Asymmetrie in den Phasen
resultierende, senkrecht zur Rühreroberfläche verlaufende Kraft von der, dem Strang
zugekehrten Rührer-fläche weg wirksam wird. Hierduch kann eine zusätzliche Qualitätsverbesseung,
insbesondere bei einseitiger Rühreranordnung, erzielt werden.
[0020] Beispiele der Erfindung werden anhand von Figuren näher beschrieben, wobei diese
Figuren folgendes veranschaulichen :
Fig. 1 die Anordnung eines Rührers mit geradlinig verlaufender Schubrichtung zur Durchführung
des Verfahrens in einer Bogenanlage.
Fig. 2 ein Schliffbild eines halben Querschnittes einer Bramme, deren Flüssiger Kern
mit einem quer zum Strang wirkenden Wanderfeld gerührt wurde,
Fig. 3 die Verteilung des Schwefels entlang der Linie 111-111 der Fig. 2.
Fig. 4 ein Schliffbild einds halben Querschnittes einer Bramme, deren flüssiger Kern
gemäss der Erfindung gerührt wurde,
Fig. 5 die Verteilung des Schwefels entlang der Linie V-V der Fig. 4 und
Fig. 6 einen Schnitt durch eine Knüppel- oder Vorblockkokille mit einem, die bogenförmig
verlaufende Schubrichtung erzeugenden Rührer.
[0021] In Fig. 1 ist mit 1 eine gekühlte, gebogenen und oszillierende Kokille zum Giessen
einer Bramme bezeichnet, die aus einem nicht dargestellten Giessgefäss über ein in
die Kokille 1 reichendes Giessrohr mit flüssigem Stahl versorgt wird. Der in der Kokille
1 entstehende, einen flüssigen Kern 3 aufweisende Strang 2 wird in einer der Kokille
1 folgenden gebogenen Strangbahn 4 mit einem Radius von 10 m mit Hilfe von Rollen
5 geführt und gestützt. Zwischen den Rollen 5 sind Sprühdüsen 6 zur weiteren Kühlung
des Stranges 2 angeordnet. Von einem Treib-Richter 7 wird der Strang ausgezogen und
gerichtet.
[0022] In einem Abstand von ca. 5 m unterhalb des Kokillenendes ist ein Rührer in Form eines
Wanderfeld-Magneten 10 bekannter Konstruktion an der Innenseite der Strangbahn 4 angeordnet.
Zwischen dem Magneten 10 und der Innenseite des Stranges 2 sind Rollen 5' aus einem
antimagnetischen Material, beispielsweise rostfreiem Stahl, angebracht. Der Magnet
10 ist zweiphasig aufgebaut. Auch dreiphasige Magnete können Anwendung finden. Die
von Rührer erzeugten Schubkräfte wirken quer zur Stranglängsachse.
[0023] Die auf der beschriebenen Anlage gegossenen Brammen hatten ein Format von 1550 mm
x 270 mm. Die Auszugsgeschwindigkeit betrug etwa 0,55 m/min. Beide Phasen wurden zunächst
bei einer Spannung von 200 V mit einer Frequenz von 2 Hz und ca. 1000 Ampere, d. h.
in bekannter Weise, symmetrisch, beaufschlagt. Fig. 2 zeigt das Schliffbild eines
mit einer Uebertemperatur von 29°C gegossenen Stahles mit 0,15% C, 0,025 % S und üblichen
weiteren Begleitelementen, wobei, wie erwähnt, ein konventionelles Rührverfahren angewendet
wurde. Das Schliffbild zeigt eine relativ dünne Randzone 20 mit überwiegend globulitischem
Gefüge. An diese Zone 20 schliesst sich eine Zone 21 mit kolumnarem Gefüge zur Mitte
gerichteter Dendriten an. Der Zone 21 folgt eine Zone 22, die über eine ungerichtete
Kristallstruktur verfügt, heller ist und ein weissen Band darstellt. Dieses Band kann
aus einem Stück bestehen, wie das Bezugszeichen 22 verweist, oder in mehrere Bänder
23, 24, 25 unterteilt sein. Der Zone 22 folgt eine Zone 26 mit dichter, ungerichteter
Kristallstruktur, die in die Mittenseigerung 27 übergeht.
[0024] In Fig. 3 ist das Ergebnis der quantitativen Analyse des Schwefelanteils länge der
Linie 111-111 der Fig. 2 dargestellt. Auf der Ordinate ist der Schwefelgehalt in Prozenten
und auf der Abzisse die Brammendicke aufgetragen. Aus dem Diagramm ist zu erkennen,
dass der Schwefelgehalt im weissen Band (Zone 23, 24, 25) merklich verringert ist.
[0025] Fig. 4 veranschaulicht ein Schliffbild des halben Querschnittes einer nach dem erfindungsgemässen
Verfahren gerührten Bramme. Format des Brammenquerschnittes, Stahlqualität, Auszugsgeschwindigkeit,
Richtung der Schubkräfte und Frequenz waren gleich wie für Fig. 2 beschrieben. Die
Uebertemperatur betrug 43 °C. Die Stärke für den Erregerstrom betrug für die eine
Phase 830 A und für die andere Phase 1000 Ampere. Die eine Phase ist also gegenüber
der anderen Phase mit einem um ca. 20 % höheren Strom beaufschlagt. d. h. die Phasen
der elektromagnetischen Felder sind asymmetrisch. Im Schliffbild ist wiederum eine
Zone 31 mit überwiegend globulitischem Gefüge zu erkennen. Daran anschliessend folgt
eine Zone 32 mit gegen die Mitte der Bramme gerichteten Dendriten Eine schwach ausgebildete
Zone 33 mit einer Kristallstruktur, die keine Ausrichtung zeigt, schliesst sich der
Zone 32 an. Die Mitte der Bramme verfügt über eine Zone 34 mit einer ebenfalls ungerichteten
Kristallstruktur, die aber feiner und dichter als diejenige gemäss Fig. 2 ist.
[0026] Fig. 5 zeigt das Ergebnis der quantitativen Analyse des Schwefelanteils längs der
Linie V-V der Fig. 4. Die Analyse lässt erkennen, dass beim Rühren des flüssigen Kernes
nach dem erfindungsgemässen Verfahren mit der dadurch erzeugten turbulenten Strömung
eine relativ gleichmässige Verteilung des Schwefels erreicht wird. Sowohl die positive
Mittenseigerung als auch die negative Seigerung in der Zone 32 treten zum grossen
Teil nicht mehr auf nur noch unbedeutende weise Bänder sind vorhanden.
[0027] Durch die beschriebene Asymmetrie entstehen Schubkräfte mit unterschiedlicher Schubwirkung
auf die Schmelze, d. h. durch den häufigen, frequenzabhängigen Wechsel zwischen stärkerer
und schwächerer Schubkraft wird die Turbulenz innerhalb der Strömung im flüssigen
Kern wesentlich erhöht. Durch die zeitliche Reihung der schwächeren vor der stärkeren
Schubkraft, d. h. die mit 830 A beaufschlagte Phase wird vor derjenigen mit 1000 A
wirksam, kommt est in Wirkrichtung des Wanderfeldes durch die Periodisch pulsierende
Schubkraft zu Turbulenzerhöhungen.
[0028] Anhand von Schliffbildern hat sich gezeigt, dass im praktischen Giessbetrieb bei
Giessbeginn eine wesentlich längere Zeitspanne bis zum Erreichen eines qualitätsmässig
einwanfreien Gussgefüges verstreicht, wenn anstelle einer annähernd symmetrischen
Betriebsweise des Rührers dieser schon in der Anfahrperiode asymmetrisch betrieben
wird. Es müssen nämlich, um die gewünschte Turbulenz in der Schmelze zu erzielen,
zunächst im Strangkern geschlossene Strömungskreisläufe, sogenannte Strömungswalzen,
ausgebildet werden, in welche sodann auf Grund des Unterschiedes in den Schubkräften
beider Phasen bei asymmetrischer Betriebsweise zusätzliche Turbulenzen integriert
werden. Dies sieht in der Praxis so aus, dass bei Giessbeginn, bis sich eine ausreichende
Strömung im Sumpf des Stranges ausgebildet hat, das Rühren mit nur geringem Unterschied
in der Strombeaufschlagung beider Phasen, z. B. wird Phase 1 mit 1000 und Phase 2
mit annähernd 1000 Ampere beaufschlagt, begonnen wird. Nach Ausbilden der notwendigen
Strömung, d. h. nach Erreichen einer turbulenten umlaufenden Bewegung im flüssigen
Kern, wird auf die schon beschriebene asymmetrische Beaufschlagung umgeschaltet. Auf
diese Weise Konnte der in der Qualität schlechtere, erste Teil der Bramme deutlich
verkürzt werden.
[0029] Es hat sich weiterhin gezeigt, dass auch die Laufrichtung des Wanderfeldes einen
entscheidenden Einfluss auf die Gussqualität ausübt. Beispielsweise kann einem Rühren
quer zum Strang mit einer geradlinig verlaufenden Schubrichtung diese an einer Brammenbreitseite
von links nach rechts oder umgekehrt verlaufen. Der Rührer kann auf einer oder auf
beiden Breitseiten angeordnet sein. Mit der Asymmetrie entsteht eine resultierende,
naturgegebene, senkrecht zur Hauptbewegungskomponente und ebenfalls senkfecht zur
Strangausziehrichtung wirkende Querkraft. Im bevorzugten Fall soll durch Einstellen
der Schubrichtung der Felder die aus der Asymmetrie in den Phasen resultierende, senkrecht
zur Rühreroberfläche verlaufende Kraft von der dem Strang zugekehrten Rührerfläche
weg wirksam sein. Bei gewissen Giessparametern kann ihre Wirkrichtung um 180° gedreht,
d. h. von der Strangmitte weg auf die Stranghaut zu gerichtet, sein.
[0030] Bei Zusammenwirken zweier, einander gegenüberliegender Rührer, z. B. bei dicken Brammen,
können diese vorzugsweise so geschaltet sein, dass ihre Wanderfelder gegeneinander
laufen, damit sowohl die Querkraft des einen als auch die des anderen Wanderteldes
zur Strangmitte hin gerichtet sind.
[0031] Die nach dem beschriebenen Verfahren erzeugte dichtere, ungerichtete Kristallstruktur
sowie die unbedeutenden weissen Bänder ergeben beim Auswalzen der Brammen wesentlich
bessere Eigenschaften des Gewaltzen Produktes. Obendrein wird für die Vorrichtung
zur Erzeugung der optimalen turbulenten Strömung wenig Platz beansprucht.
[0032] Im angeführten Beispiel werden die unterschiedlichen Schubkräfte durch Beaufschlagen
der Windungen mit unterschiedlichen Stromstärken erzeugt. Diese unterschiedlichen
Schubkräfte können aber auch durch unterschiedliche geometrische Ausbildung der Phasenspulen,
z. B. der Windungszahlen, erzeugt werden. Die Wanderfeld-Magnete können auch so angeordnet
werden, dass die unterschliedlichen Schubkräfte in Richtung der Stranglängsachse oder
schräg zu dieser wirken. Anstelle von einem, von einer Strangseite wirkenden Wanderfeld
kann ein zusätzliches Wanderfeld an der anderen Strangseite vorgesehen werden. Bei
Strängen mit lange flüssigen Kernen kann in Stranglängsrichtung mehr als ein Wanderfeld
wirken. Die turbulente Strömung kann auch in der Kokille wirksam sein, wobei die Strömung
vorteilhaft so gehalten wird, dass sie den Badspiegel nicht beeinflusst, um keine
negative Wirkung auf die Oberflächenqualität des Stranges hervorzurufen. Die beschriebene
Asymmetrie kann auch durch das Zusammenwirken mehrerer Rührsegmente im gleichen Rührer
mit unterschiedlicher Beaufschlagung oder geometrischer Ausbildung der Phasenspulen
erreicht werden.
[0033] Anhand von Fig. 6 wird die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens für eine Knüppelkokille
beschrieben, wobei eine bogenförmig verlaufende Schubrichtung eine Drehbewegung der
Schmelze um die Stranglängsachse erzeugt. Mit 51 ist im Schnitt eine Kobille bezeichnet.
Sie besteht aus einem Kokillenrohr 52 aus Kupfer und einem Kokillenmantel 53. Um das
Rohr 52 ist ein Kühlmantel 54 angeordnet. Durch den Raum zwischen Kokille 52 und Kühimantel
54 strömt Kühlwasser. Im Innern der Kokille 52 ist ein Teilerstarrter Strang 60 mit
einem flüssigen Kern 61 gezeigt. Dieser Strang 60 wird mit bekannten Mitteln aus der
Kokille gezogen und weiter gekühlt.
[0034] An jede Seite des Kühlmantels 54 sind Magnetpole 70, 71, 72, 73 angebracht, die mit
je einer Windung 74, 75, 76, 77 versehen sind. Diese Magnetpole werden durch Kühlwasser
im Raum zwischen Kühlmantel 54 und Kokillenmantel 53 gekühlt. Die Windungen 74, 75,
76, 77 sind so geschaltet, dass eine Wanderfeld entsteht. Diese Magnetpole bilden
einen elektromagnetische Felder in den Strang induzierenden Rührer. Entsprechend der
Glessparamater wird dabei die eine Phase gegenüber der anderen, nachfolgenden Phase
mit einem um 10-25 % höheren Strom gespeist. Für einen Knüppel von 100 x 100 mm sind
die Windungen 74 und 76 bei einer Frequenz von 50 Hz und einer Spannung von 50 V mit
400 A und die Windungen 75 und 77 mit 320 A beaufschlagt. Das Wanderfeld erzeugt im
flüssigen Stahl unterschiedlich wirkende Schubkräfte, die auf Grund der beschriebenen
Anordnung der Magnetpole eine Drehbewegung der Schmelze bewirken. Wird trieferes Eindringen
der Rührwirkung oder eine kleinere Rührgeschwindigkeit gewünscht, so wird die Frequenz
entsprechend verringert, speziell bei grossen Wandstärken des Kokillenrohres.
[0035] Die Schaltung kann aber auch so gewählt werden, dass der magnetische Fluss zwischen
den Polpaaren 70, 72 bzw. 71, 73 fliesst und mit Hilfe des magnetischen Feldes die
Drehbewegung auf diese Weise erzeugt wird. Dabei werden die Polpaare 70, 72 beispielsweise
mit 400 A und die Polpaare 71, 73 mit 320 A erregt.
[0036] Für grössere Knüppel- und Vorblockformate kann die Anzahl der Pole erhöht werden.
Anstelle der asymmetrischen Beaufschlagung der Windungen mit Strom können die unterschiedlich
wirkenden Schubkräfte durch unterschiedliche geometrische Ausbildung der Phasenspulen
erzeugt werden, z. B. durch unterschiedliche Windungszahl.
[0037] Die asymmetrische Beaufschlagung mit Strom oder die unterschiedliche geometrische
Ausbildung können auch kombiniert werden. Im angeführten letzten Beispiel ist das
Rühren mit bogenförmig verlaufender Schubrichtung in der Kokille beschrieben worden.
Dieses Rühren kann aber auch in der Sekundärkühlzone Anwendung finden.. Anstelle der
bogenförmig verlaufenden Schubrichtung kann in der Kokille auch die geradlinige, in
Stranglängsrichtung verlaufende Schubrichtung angewendet werden.
[0038] Das erfindungsgemässe Verfahren kann für alle Typen von Stranggiessanlagen mit Durchlaufkokillen
Anwendung finden, auch für Anlagen zum Giessen von Träger-Vorprofilen und von Nichteisenmetallen.
Bei Strängen mit langen, flüssigen Kernen können mehrere Rührer zusammen wirken.
1. Verfahren zum Stranggiessen von Metall, bei dem Schmelze in eine Kokille (1) gegossen,
der entstehende, einen flüssigen Kern (3) aufweisende Strang (2) ausgezogen, geführt
sowie weiter gekühlt (6) und durch mindestens einen elektromagnetische Felder in den
Strang induzierenden Rührer (10) mittels auf die Schmelze wirkender, pulsierender
Schubkräfte eine turbulente Strömung im flüssigen Kern (3) erzeugt wird, wobei diese
unterschiedlich auf die Schmelze wirkenden, pulsierenden Schubkräfte durch Aufbringen
einer vorbestimmten Asymmetrie in den Phasen erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die Windungen (74-77) einer Phasenspule (70-73) gegenüber den Windungen (74-77)
mindestens einer anderen Phasenspule (70-73) der Felder von unterschiedlichen Stromstärken
beaufschlagt werden.
2. Verfahren zum Stranggiessen von Metall, bei dem die Schmelze in eine Kokille (1)
gegossen, der entstehende, einen flüssigen Kern (3) aufweisende Strang (2) ausgezogen,
geführt, sowie weiter gekühlt (6) und durch mindestens einen elektromagnetische Felder
in den Strang induzierenden Rührer (10) mittels auf die Schmelze wirkender, pulsierender
Schubkräfte eine turbulente Strömung im flüssigen Kern (3) erzeugt wird, wobei diese
unterschiedlich auf die Schmelze wirkenden pulsierenden Schubkräfte durch Aufbringen
einer vorbestimmten Asymmetrie in den Phasen erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die vorbestimmte Asymmetrie in den Phasen durch unterschiedliche Windungszahlen
(74-77) einer Phasenspule (70-73) gegenüber mindestens einer andern Phasenspule (70-73)
des Rührers (10) erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass von den unterschiedlich
wirkenden Schubkräften innerhalb der Felder eine geradlinig verlaufende Schubrichtung
in der Schmelze quer oder längs zur Stranglängsachse erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass von den
unterschiedlich wirkenden Schubkräften innerhalb der Felder eine bogenförmige um die
Stranglängsachse verlaufende Schubrichtung in der Schmelze erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Windungen (74-77) der
einen Phasenspule (70-73) gegenüber den Windungen (74-77) der anderen Phasenspule
(70-73) mit einem um 10% bis 25% höheren Strom beaufschlagt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die schwächere
Schubkraft der einen Phase vor der stärkeren Schubkraft der in Schubrichtung nachfolgenden
Phase wirksam wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass die Asymmetrie
in der Strombeaufschlagung der Phasenspulen in der Anfahrperiode von annähernd Null
auf einen vorgegebenen Maximalwert eingestellt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch Einstellen der Schubrichtung
der Felder die aus der Asymmetrie in den Phasen resultierende, senkrecht zur Rühreroberfläche
verlaufende Querkraft von der dem Strang zugekehrten Rührerfläche weg wirksam wird.
1. A method for the continuous casting of metal, wherein molten metal is poured into
a mould (1), the resultant strand (2), having a molten core (3), is withdrawn, guided
and further cooled (6), and turbulent flow is set up in the molten core (3) by means
of pulsating thrust forces acting on the molten metal and produced by at least one
stirring device (10) inducing electromagnetic fields in the strand, wherein these
pulsating thrust forces, acting differently on the molten metal, are set up by applying
a predetermined asymmetry in the phases, characterised in that the windings (74-77)
of one phase coil (70-73) are acted upon by current strengths which are different
from those applied to the windings (74-77) of at least one other phase coil (70-73)
of the fields.
2. A method for the continuous casting of metal, wherein the molten metal is poured
into a mould (1), the resultant strand (2), having a molten core (3), is withdrawn,
guided and further cooled (6), and turbulent flow is set up in the molten core (3)
by means of pulsating thrust forces acting on the molten metal and produced by at
least one stirring device (10) inducing electromagnetic fields in the strand, wherein
these pulsating thrust forces, acting differently on the molten metal, are set up
by applying a predetermined asymmetry in the phases, characterised in that the predetermined
asymmetry in the phases is produced in that one phase coil (70-73) has a different
number of windings (74-77) from at least one other phase coil (70-73) of the stirring
device (10).
3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that a rectilinear thrust
direction, transverse of or along the longitudinal axis of the strand is produced
in the molten metal by the differently acting thrust forces within the fields.
4. A method according to claim 1 or 2, characterised in that a thrust direction, extending
along an arc about the longitudinal axis of the strand, is produced in the molten
metal by the differently acting thrust forces within the fields.
5. A method according to claim 1, characterised in that the windings (74-77) of one
phase coil (70-73) are acted upon by a current which is 10 % to 25 % higher than that
applied to the windings (74-77) of the other phase coil (70-73).
6. A method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that the lower
thrust force of one of the phases becomes effective before the higher thrust force
of the next phase occurring in the thrust direction.
7. A method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that the asymmetry
of the current load of the phase coils is adjusted in the start-up period from approximately
zero to a predetermined maximum value.
8. A method according to claim 3, characterised in that, by adjusting the thrust direction
of the fields, the transverse force, occurring at right angles to the surface of the
stirring means and resulting from the asymmetry in the phases, becomes effective in
the direction away from that face of the stirring means that is presented to the strand.
1. Procédé pour la coulée continue de métal, selon lequel on coule du métal en fusion
dans une lingotière (1), on extrait la barre (2) formée, présentant un coeur (3) liquide,
on la guide et la refroidit (6) davantage et, par des forces de propulsion pulsatoires
agissant sur le métal en fusion, on crée un écoulement turbulent dans le coeur liquide
(3) au moyen d'au moins un agitateur (10) induisant des champs électromagnétiques
dans la barre, ces forces de propulsion pulsatoires, agissant de façon différenciée
sur le métal en fusion, étant produites par application d'une asymétrie préfixée dans
les phases, caractérisé en ce que l'on fait circuler, dans les spires (74-77) d'une
bobine de phase (70-73), un courant d'une intensité qui diffère de l'intensité du
courant parcourant les spires (74-77) d'au moins une autre bobine de phase (70-73)
des champs.
2. Procédé pour la coulée continue de métal, selon lequel on coule le métal en fusion
dans une lingotière (1), on extrait la barre (2) formée, présentant un coeur (3) liquide,
on la guide et la refroidit (6) davantage et, par des forces de propulsion pulsatoires
agissant sur le métal en fusion, on crée un écoulement turbulent dans le coeur liquide
(3) au moyen d'au moins un agitateur (10) induisant des champs électromagnétiques
dans la barre, ces forces de propulsion pulsatoires, agissant de façon différenciée
sur le métal en fusion, étant produites par application d'une asymétrie préfixée dans
les phases, caractérisé en ce que l'on crée l'asymétrie préfixée dans les phases par
des nombres de spires (74-77) d'une bobine de phase (70-73) qui diffèrent par rapport
à au moins une autre bobine de phase (70-73) de l'agitateur (10).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les forces de propulsion
à action différenciée déterminent, à l'intérieur des champs, une direction de propulsion
rectiligne qui passe transversalement à l'axe longitudinal de la barre ou le long
de cet axe par le métal en fusion.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les forces de propulsion
à action différenciée déterminent, à l'intérieur des champs, une direction de propulsion
courbe qui passe dans le métal en fusion autour de l'axe longitudinal de la barre.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les spires (74-77) d'une
bobine de phase (70-73) sont parcourues d'un courant dont l'intensité est supérieure
de 10 à 25 % à l'intensité du courant dans les spires (74-77) de l'autre bobine de
phase (70-73).
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la force de
propulsion plus faible de l'une des phases agit avant la force de propulsion plus
forte de la phase suivante dans la direction de propulsion.
7. Propulsion selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que, dans la
période de démarrage de la coulée, on ajuste l'asymétrie dans l'alimentation électrique
des bobines des phases de pratiquement zéro à une valeur maximale préfixée.
8. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que, par l'ajustement de la
direction de propulsion des champs, on fait agir la force transversale, résultant
de l'asymétrie dans les phases et qui est perpendiculaire à la surface de l'agitateur,
dans le sens de l'éloignement de la face d'agitateur tournée vers la barre.