[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Monofilen aus Polyvinylidenfluorid,
wobei das Polyvinylidenfluorid, nachfolgend stets PVDF genannt, mit einem Extruder
plastifiziert und in einem Extrusionswerkzeug zu Monofilen geformt wird mit nachfolgender
Abkühlung in einem Flüssigkeitsbad. Die zugehörige Vorrichtung umfaßt einen Extruder
mit einem als Mehrlochkopf ausgebildeten Extrusionswerkzeug, bei dem die Düse mit
auf einem Kreisring angeordneten Düsenaustrittsöffnungen ausgebildet ist, urnd einen
flüssigkeitsgekühlten Kühltank mit einer Umlenkwalze und einer Abzugsvorrichtung.
[0002] Bekannte Anlagen zum Extrudieren von Kunststoffäden sind beispielsweise in dem Buch
von Dr.Ing.Schenkel, Kunststoff-Extrudertechnik, Carl Hanser Verlag München (1963)
auf den Seiten 438 bis 444 beschrieben. Bei der Herstellung der Monofile ist auf die
Erzielung einer glatten Oberfläche, eine gute und möglichst geringe Durchmesserabweichungen,
d.h. einen möglichst hohen Rundheitsgrad bei mit Kreisverschnitten auszubildenden
Monofilen zu achten. Diese Anforderungen an Monofile aus PVDF konnten mit den bekannten
Anlagen zum Extrudieren von Monofilen aus Polyäthylen, Polypropylen, Polyamiden, Polystyrol
und Polyvinylchlorid nicht erfüllt werden. PVDF ist ein teilkristalliner thermoplastischer
Kunststoff, dessen Kristallinitätsgrad im wesentlichen von der thermischen Vorbehandlungsgeschichte
abhängt. Durch schnelles Abkühlen nach der Verarbeitung wird ein weitgehend amorphes
Material von hoher Transparenz und guter Flexibilität erzielt, während ein langsames
Abkühlen insbesondere im Temperaturbereich der größten Rekristallisationsgeschwindigkeit,
die für PVDF bei 130 bis 140 °C etwa liegt, zu hochkristallinem Material führt, das
zwar weniger durchsichtig ist, dafür aber bei höherer Dichte einen größeren Zug- und
Biegemodul besitzt und eine verbesserte Druckstandfestigkeit aufweist. Da die Monofile
eine möglichst hohe Formstabilität einerseits und zum anderen eine gute Verstreckbarkeit
aufweisen sollen, ist ein hoher Kristallinitätsgrad erwünscht.
[0003] Die bei der Abkühlung von Polystyrolmonofilen bewährte Luftkühlung bei 110 bis 120
°C erwies sich für die Abkühlung von PVDF-Monofilen als nicht ausreichend, da die
Monofile durch ihr Eigengewicht sehr dünn gezogen wurden, was zu erheblichen Durchmesserschwankungen
und Abweichungen von der gewünschten Querschnittsform führte; darüber hinaus laufen
die Monofile bei der bei der Luftkühlung erforderlichen erheblich langen KÜhlstrecke
sehr unruhig. Aber auch der Einsatz einer Wasserkühlung zum VerfestiGen von PVDF-Monofilen
bringt noch nicht den gewünschten Erfolg, da bei Wasserkühlung die Monofile zu schnell
abgekühlt werden und damit den optimalen Rekristallisationsbereich zu schnell durchlaufen
und damit einen zu geringen Kristallisatinnsgrad und eine entsprechend geringe Formfestigkeit
aufweisen. Diese mangelnde Formfestigkeit führt beispielsweise bei der nachfolgenden
Umlenkung und Weiterführung der Monofile zu unerwünschten Verformungen des Querschnittes.
[0004] Ein weiteres Problem bei der Monofilextrusion besteht in der mit möglichst geringen
Toleranzen gefertigten Monofilen und gleichbleibenden Monofilquerschnitten. Dieser
Forderung ist nicht nur während der Abkühlungsphase der extrudierten Monofile zu erfüllen,
sondern auch bereits während der Extrusion. Dies bedeutet, daß gleiche Fließweglänge
der einzelnen Düsen, gleiche Fließgeschwindigkeiten und ein gleichmäßiges Temperaturfeld
für alle Monofile erforderlich sind. Dennoch stellt sich zusätzlich das Problem, daß
die frisch extrudierten Monofile keine ausreichend glatte Oberfläche aufweisen.
[0005] Die eingangs genannten Anforderungen an PVDF-Monofile werden erfindungsgemäß durch
ein Verfahren erfüllt, bei dem die in dem Extrusionswerkzeug geformten Monofile auf
der letzten Wegstrecke vor dem Verlassen des Extrusionswerkzeuges mit einer um 10
bis 30 °C, vorzugsweise 15 bis 25 °C höheren Temperatur als die vorangehende Extrusionstemperatur
beaufschlagt werden und nach dem Verlassen des Extrusionswerkzeuges gegebenenfalls
unter Zwischenschaltung einer kurzen Luftkühlstrecke in einem Kühlmedium mit einer
Wärmeleitzahl unter 0,40 W/m K, vorzugsweise unter 0,3 W/m K, einer Viskosität des
Kühlmediums bei 100 °C über 0,5 cPas, vorzugsweise über 1,4 cPas und einer Dichte
des Kühlmediums bei 100 °C über 1,1 g/cm
3, vorzugsweise über 1,2 g/cm
3 bei einer Temperatur von 60 bis 140 °C, vorzugsweise 90 bis 110 °C abgekühlt werden.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Herstellung von PVDF-Monofilen mit
glatter Oberfläche, guter Verstreckbarkeit, sehr guter Rundheit und kleinen Abweichun-
gen des Durchmessers unter 2 %, vorzugsweise unter 1 % bei einem Durchmesser der abgekühlten
und noch nicht ver- streckten Monofile zwischen 0,2 und 1,1 mm.
[0007] Mit der zusätzlichen Aufheizung der zu extrudierenden Monofile beim Austritt aus
dem Extrusionswerkzeug wird ein zusätzlicher Glättungseffekt der Oberfläche der Monofile
bewirkt. Eine hohe Kristallinität und Formfestigkeit der extrudierten Profile bei
gleichzeitig geringen Abweichungen von den vorgegebenen Durchmessern wird durch die
Wahl eines Kühlmediums mit einer gegenüber Wasser schlechteren Wärmeleitzahl und höheren
Viskosität erreicht. Die geringe Wärmeleitzahl des Kühlmediums führt zu einer langsameren
Abkühlung der PVDF-Monofile und damit zu einer Verlängerung des Zeitraumes, während
dessen die PVDF-Monofile den Temperaturbereich der größten Rekristallisationsgeschwindigkeit
im Bereich von ca. 130 bis 140 °C durchlaufen. Die mit dem höheren Kristallinitätsgrad
und der damit stärkeren Orientierung ausgebildeten PVDF-Monofile weisen eine höhere
Zug- und Biegefestigkeit und erhöhte Formfestigkeit, so daß erstens bei der Umlenkung
der Monofile im Kühlbad keine Verformung der Monofilquerschnitte mehr eintritt und
sie sich später sehr gut verstrecken lassen. Maßhaltigkeit und Formtreue der PVDF-Monofile
sind durch das erfindungsgemäße Verfahren gegeben.
[0008] Ist die Verweilzeit der PVDF-Monofile im Bereich der optimalen Rekristallinitätstcmperatur
zu kurz, wie beispielsweise bei Luft- und Wasserkühlung, so muß die Zeit zum Erreichen
der erforderlichen Formfestigkeit, um die Monofile später über Umlenkwalzen führen
zu können, ohne sie zu verformen, entsprechend lang in dem gewählten Kühlmedium sein.
Je länger aber die Eintauchtiefe bzw. die Durchlpufzeit in dem Kühlmedium gewählt
ist, desto unruhiger ist die Führung der Monofile. Um möglichst maßgenaue Monofile
zu erhalten, ist jedoch ein vollkommen ruhiger Lauf auch beim Durchlaufen des Kühlmediums
erforderlich. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Eintauchtiefe für die Monofile
zwischen 200 bis 2000 mm, vorzugsweise zwischen 500 bis 1000 mm gewählt. Hierbei ist
mit der Eintauchtiefe die Strecke vom Einlaufen in das Kühlmedium bis zum Umlenken,
gemeint. Bevorzugt wird erfindungsgemäß als Kühlmedium Glycerin verwendet. Da nach
dem Verlassen des Kühlbades in der Regel Kühlmedium, wie beispielsweise Glycerin,
an den Monofilen anhaftet, ist es zweckmäßig, die abgekühlten Monofile von dem anhaftenden
Kühlmedium zu reinigen, beispielsweise mechaniscl mittels Walzen und Schwämmen und
mit einem daran sich anschließenden Wasserbad.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es auch möglich, die Monofile zwischen dem
Austritt aus dem Extrusionswerkzeug und dem Kühlmedium eine Luftstrecke, in der Regel
nur eine kurze zwischen 10 und 250 mm, vorzugsweise zwischen 50 bis 100 mm durchlaufen
zu lassen, ehe sie in das eigentliche Kühlmedium eintauchen.
[0010] Die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens konzipierte Vorrichtung zeichnet
sich dadurch aus, daß die Düse mit den Düsenaustrittsöffnungen von dem Extrusionswerkzeug
thermisch isoliert und mit einer den Kreisring der Düsenaustrittsöffnungen außen und
innen umgebender regelbaren Heizeinrichtung versehen ist und der Kühltank mit einem
gemäß dem Verfahrensanspruch 1 spezifizierten Kühlmedium gefüllt und bei einer regelbaren
Temperatur von 60 bis 140 °C, vorzugsweise 90 bis 110 °C gehalten ist. Durch die erfindungsgemäß
für die Vorrichtung im Auntrittsbereich der Düsen innen- und außenseitig der Düscnaustrittsöffnungen
vorgesehenen Heizeinrichtung wird mit Sicherheit eine ungleiche Schmelztemperierung
ausgeschlossen. Eine ursymmetrische Schmelze und damit. Monofile erwärmang führt nämlich
zu Monofilverformungen und damit zu ungleichmäßigen Querschnitten. Die höhere Beheizung
des Düsenaustrittsbereiches bewirkt eine zusätzliche Glättung der Oberfläche der Monofile.
Um jedoch einen Wärmeabfluß von dem höher geheizten Düsenaustrittsbereich in das übrige
Extrusionswerkzeug zu verhindern bzw. zu verringern, ist die thermische Isolierung
vorgesehen. Die thermische Isolierung des Düsenaustrittsbereiches von dem übrigen
Extrusionswerkzeug kann beispielsweise in der Weise vorgenommen sein, daß die Düse
über einen Stegring mit dem Extrusionswerkzeug verbunden ist, wobei im Bereich des
Stegringes die einzelnen Düsenbohrungen für die Monofile verlaufen. Um den erhöhten
Anforderungen bezüglich de Genauigkeit und Gleichmäßigkeit der PVDF-Monofile gerecht
zu werden, wird auch in Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, daß Extrusionswerkzeug
außen und innen mit Heizeinrichtungen auszustatten.
[0011] Die Erfindung wird in der Zeichnung an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es
zeigen
Fig. 1 und 2 einen schematischen Querschnitt durch eine Anlage zum Herstellen von
PVDF-Monofilen,
Fig. 3 einen Querschnitt durch ein Extrusionswerkzeug,
Fig. 4 eine Aufsicht auf das Extrusionswerkzeug nach Fig. 3 und
Fig. 5 eine grafische Dürstellung der Abweichung des Monofildurchmessers bei unterschiedlichen
Kühlmedien.
[0012] In der Fig. 1 ist schematisch eine Aulage zum Herstellen von PVDF-Monofilen dargestelit,
bei der die Monofile einer Aufwickalvorrichtung zugeführt werden. Das in den Extruder
1 bei beispielsweise 275 °C plastifizierte PVDF wird über das als Mehrlochkopfscheibe
ausgebildete Extrusionswerkzeug zu Monofilen 2 verformt. Nach Durchlaufen einer kurzen
nicht näher bezeichneten Luftstrecke tauchen die Monofile 2 in die Kühlflüssigkeit
5, vorzugsweise Glycerin, das in dem Behälter 4 untergebracht ist, ein. Nach Durchlaufen
einer Kühlstrecke, die vom Eintauchen in das Kühlbad bis zur Achse der in dem Kühlbad
untergebrachten angetriebenen Umlenkwalze 6 bemessen wird, werden die Monofile über
die mit Nuten versehene Umlenkwalze 6 umgelenkt und wieder nach oben aus dem Kühltank
4 herausgeführt und über weitere Umlenkwalzen 8 beispielsweise durch ein nachgeschaltetes
Abtropfbecken 9, für das Glycerin, und ein weiteres nachgeschaltetes Spülbad 10, das
beispielsweise mit Wasser gefüllt ist, über Abzugswalzen 11 zu der Aufwickelvorrichtung
12 geführt.
[0013] In der Fig. 2 ist eine andere Verfahrensvariante zum Herstellen von PVDF-Monofilen
schematisch dargestellt, wobei der Extruder 1 horizontal auf dem Sockel 13 ausgestellt
ist und das Extrusionswerkzeug 3 über den Krümmer 18 mit dem Extruder verbunden ist.
Die Monofile 2 werden nach dem Herausführen aus dem Kühltank 4 über eine Abzugseinrichtung
14 direkt einer nachgeschalteten Reckanlage 15 zugeführt, wonach sie über eine weitere
Abzugsvorrichtung 16 auf die Vorrichtung 17 aufgewickelt werden.
[0014] In den Figuren 3 und 4 ist die erfindungsgemäße Ausbildung des Extrusionswerkzeuges
als Mehrlochkopf dargestellt. Die in dem Extruder 1 plastifizierte Masse wird dem
Extrusionswerkzeug 3 beispielsweise über den Krümmer 18, der außenseitig mit der Heizcinrichtung
19 versehen ist, zugeführt. Das Extrusionswerkzeug 3 ist mit den Verteilerkanälen
31 für die thermoplastische Schemelze ausgebildet und weist bierau im mittleren Teil
den als Einlaufkonus 35 bezeichneten Werkzeugteil auf An die Vertcilcilerkanäle 31
schließt die eigentliche Düse 20 mit den Düsenaustrittsöffnungen 21 bzw. den Düsenbohrungen
22 an. Wie aus der Aufsicht nach Fig. 4 zu ersehen, sind die Düsenaustrittsöffnungen
21 auf einem einzigen Kreisring angeordnet. Das Extrusionswerkzeug 3 mit Düse 2 weist
kurze Fließwege, gleiche Fließweglänge der einzelnen Düsen, praktisch keine Fließgeschwindigkeitsunterschiede,
keine toten Ecken, keine unnötig hohe Scherung auf. Durch eine gleichmäßige Beheizung
des Werkzeuges 3 mit Außenheizungen 32, 33 sowie innerhalb der Einlaufkonus 35 untergebrachte
Heizeinrichtungen 34, beispielsweise in Gestalt von Heizpatronen, werden ebenfalls
Temperaturunterschiede vermieden und ein gleichmäßiges Temperaturfeld gewährleistet.
Um alle Düsenbohrungen 22 und Düsenaustrittsöffnungen 21 gleichmäßig erwärmen zu können,
wurden diese einreihig auf nur einem einzigen Kreisring angeordnet und außenseitig
und innenseitig mit je einer Heizeinrichtung 23, 24 ausgerüstet. Bei mehrreihiger
Anordnung der Düsenaustrittskanäle entsteht bei ausgeschalteter Heizung ein Wärmegefälle
nach außen, bei eingeschalteter Heizung nach innen, diese Temperaturunterschiede führen
zu unterschiedlichen Monofil durchmessern, da kältere Monofile dicker sind bzw. einseitig
erwärmte Monofile infolge des von der Schmelztemperatur abhängigen Schrumpfes verformt
werden. Die um die Düsenaustrittsöffnungen 21 angeordneten Heizeinrichtungen 23 und
24 ermöglichen nicht nur eine gleichmäßige Beheizung sondern zugleich auch eine unabhängige
Beheizung des Düsenaustrittsbereiches von dem übrigen Verteilerbareich innerhalb des
Extrusionswerkzeuges 3. Damit ist es aber auch möglich, die erfindungsgcmäß vorgeschlagene
höhere Beheizung des Düsenaustrittsberciches vorzunehmen, wodurch eine GlättunG der
Monefiloberfläche erreicht wird. Um einen Wärmeabfluß von dem Düscnaustrittsbercich
20 mit den Düsenaustrittsöffnungen 21 auf das Extrusionswerkzeug 3 zu verhindern bzw.
zu verringern, ist der Düsenaustrittsbereich 20 gegenüber dem Extrunionswerkzeug thermisch
isoliert, beispielsweise wie in der Fig. 3 abgesetzt ausgebildet. Hierbei besteht
nur noch über den schmalen Stegring 25, durch den die Düsenbohrungen 22 geführt sind,
eine Verbindung zu dem übrigen Extrusionswerkzeug. In der Fig. 3 sind für die einzelnen
Bereiche beispielsweise die Heiztemperaturen angegeben, woraus ersichtlich wird, daß
der Düsenaustrittsbereich 20 höher beheizt wird als das restliche Extrusionswerkzeug.
Die Düsenaustritts- öffnung 21 weist einen Durchmesser d auf, der etwas größer als
der Durchmesser des extrudierten abgekühlten Monofiles ist, beispielsweise bei einem
Monofildurchmesser von 0,6 mm beträgt der Durchmesser der Düsenaustritts- öffnung
1,4 mm. Diese Werte sind empirisch zu ermitteln. Die Länge 1 der Heizstrecke für den
Düsenaustrittsbereich ist etwa 5 bis 20 x d zu wählen, um im Sinne der Erfindung wirksam
zu werden. Der Düsenbereich 20 wird vorzugsweise etwa 15 bis 25
0 höher beheizt als das übrige Werkzeug und die über den Krümmer 18 einlaufende PVDF-Schmelze.
[0015] Um eine möglichst optimale Abkühlung der extrudierten Monofile 2 zu erreichen, wird
durch ein geeignetes Kühlmedium, wie beispielsweise Glycerin eine langsame Abkühlung
der Monofile 2 bei nicht allzu großen Eintauchtiefen gewährleistet, um ein unruhiges
Laufen der Monofile zu verhindern. Gleichzeitig muß jedoch die Eintauchtiefe wenigstens
so groß gewählt sein, daß eine ausreichende Formverfestigung der Monofile stattgefunden
hat, so daß sie beim Auflaufen auf die Umlenkwalze 6 nicht mehr verformt werden.
[0016] Aus der in der Fig. 5 gezeigten grafischen Darstellung sind die Durchmesserabweichungen
eines mit einer Düsenaustrittsöffnung von 1,4 mm extrudierten und nach der Vertestigung
einen runden Durchmesser von 0,6 mm aufweisenden PVDF-Monofils bei Abkühlung in einem
Glycerinbad mit einer Eintauchlänge von 1000 mm bei unterschiedlichen Kühltemperaturen
und bei Abkühlung in einem Wasserbad bei einer Eintauchtiefe von 2000 mm bei unterschiedlichen
Kühltemperaturen dargestellt. Hieraus ist eindeutig zu ersehen, wie durch die Auswahl
eines Kühlmediums mit schlechter Wärmeleitfähigkeit und höherer Dämpfung die gewünschten
Anforderungen bezüglich der Maßgenauigkeit und Formgenauigkeit des PVDF-Monofils erfüllt
werden können
1. Verfahren zum Herstellen von Monofilen aus Polyvinylidenfluorid, wobei das Polyvinylidenfluorid
mit einem Extruder plastifiziert und in einem Extrusionswerkzeug zu Monofilen geformt
wrird mit nachfolgender Abkühlung in einem Flüssigkeitsbad, dadurch gekenn zeichnet
, d.aß die in dem Extrusionswerkzeug geformten Monofile auf der letzten Wegstrecke
vor dem Verlassen des Extrusionswerkzeuges mit einer um 10 bis 30 °C, vorzugsweise
15 bis 25 °C höheren Temperatur als die vorangehende Extrusionstemperatur beaufschlagt
werden und nach dem Verlassen des Extrusionswerkzeuges gegebenenfalls unter Zwischenschaltung
einer kurzen Luftkühlstrecke in einem Kühlmedium mit einer Wärmeleitzahl unter 0,40
W/m K, vorzugsweise unter 0,3 W/m K, einer Viskosität des Kühlmediums.bei 100 °C über
0,5 cPas, vorzugsweise über 1,4 cPas und einer Dichte des Kühlmediums bei 100 °C über
1,1 g/cm3, vorzugsweise über 1,2 g/cm3 bei einer Temperatur von 60 bis 140 °C, vorzugsweise 90 bis 110 °C angekühlt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Monofile über eine Tiefe
von 200 bis 2000 mm, vorzugsweise 500 bis 1000 mm in das Kühlmedium eintauchen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Kühlmedium Glycerin
verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die abgekühlten Monofile
von dem anhaftenden Kübimedium gereinigt werden.
5. Verfahren nach einem der Anprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Monofile
zwischen dem Austritt aus dem Extrusionswerkzeug und dem Kühlmedium eine Luftstrecke
von 10 bis 250 mm, vorzugsweise 50 bis 100 mm durchlaufen.
6. Vorrichtung zum Herstellen von Monofilen aus Polyvinylidenfluorid nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, mit einem Extruder mit einem als Mehrlochkopf ausgebildeten Extrusionswerkzeug,
bei dem die Düse mit auf einem Kreisring angeordneten Düsenaustrittsöffnungen ausgebildet
ist, und einem flüssigkeitsgekühlten Kühltank mit einer Umlenkwalze und einer Abzugsvorrichtung
dadurch gekennzeichnet, daß die Düse mit den Düsenaustrittsöffnungen von dem Extrusionswerkzewg
thermisch isoliert und mit einer den Kreisring der Düsenaustrittsöffnungen außen und
innen umgebenden regelbaren Heizeinrichtung versehen ist und der Kühltank mit einem
Kühlmedium mit einer Wärmeleitzahl unter 0,40 W/m K, vorzugsweise unter 0,3 W/m K
einer Viskosität des Kühlmediums bei 100 °C über 0,5 cPas, vorzugsweise über 1,4 cPas,
einer Dichte des Kühlmediums bei 100 °C über 1,1 m/cm3, vorzugsweise über 1,2 g/cm3 gefüllt und bei einer regelbaren Temperatur von 60 bis 140 °C, vorzugsweise 90 bis
110 °C gehalten ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse über einen Stegring
mit dem Extrusionswerkzeug verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Extrusionswcrkzeug außen und innen mit einer Heiseinrichtung ausgestattet ist.