[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einer Doppelsteppstichnähmaschine mit einem umlaufenden
Greifer und einem Spulengehäuse mit eingelagerter Greiferfadenspule, sowie einer Einrichtung
zur Beeinflussung der Bewegung der Nadelfadenschleife während des Stichanzuges.
[0002] Eine Nähmaschine der genannten Gattung ist durch die deutsche Patentschrift 422 546
bekannt. Zur Beeinflussung der Bewegung der Nadelfadenschleife ist bei dieser Maschine
an der Spulengehäusebefestigung eine Blattfeder vorgesehen, die mit einer Nase des
Spulengehäuses zusammenwirkt. Hierdurch wird die Nadelfadenschleife festgehalten und
kurzzeitig eingeklemmt, wobei sich die Feder spannt. Nach Aufhebung der Klemmung infolge
des Fadenanzuges schnellt die Feder. die auf einen geringen Durchmesser zusammengezogene
Schlinge gegen die Nähgutunterseite. Hierdurch wird die Bildung der bekannten unansehnlichen
Knötchen, der sogenannten Püppchen, weitgehend verhindert, die sich insbesondere bei
stark gezwirnten Garnen an der Unterseite des Stoffes zeigen. Eine ähnlich wirkende
Feder wird in der deutschen Patentanmeldung P 27 41 830.0 vorgeschlagen.
[0003] Hiernach nimmt ein einendig eingespannter Federstab als Greifergegenspitze die von
der eigentlichen Greiferspitze abgeworfene Nadelfadenschleife auf, hält dieselbe kurzzeitig
zurück und läßt sie dann ebenfalls infolge der Weiterbewegung des Greifers abschnellen.
Diese beiden Einrichtungen zur Beeinflussung der Nadelfadenschleife lassen dieselbe
auf einen verhältnismäßig geringen Durchmesser zusammenziehen, so daß nur noch wenig
Raum für die Bildung der unerwünschten "Püppchen" verbleibt. Diese Einrichtungen zur
Beeinflussung der Nadelfadenschleife setzen für ihre einwandfreie Funktion voraus,
daß die auf die Nadelfadenschleife sowie auf den hiervon umschlungenen Greiferfaden
einwirkenden Spannungen ein ausgewogenes Verhältnis haben, wie es bei üblichen Nähanwendungen
mit normalem in der Stoffmitte verschlungenen Doppelsteppstich der Fall ist. Wird
jedoch die Nadelfadenspannung relativ zur Greiferfadenspannung schwächer eingestellt,
so behindert der stark gespannte Greiferfaden, der von der unter schwacher Spannung
stehenden Nadelfadenschleife umschlungen wird, den gewünschten "Sprungeffekt", mit
den die Schleife gegen die Stoffunterseite geprellt wird. Solche Anwendungen einer
sogenannten "hoch gezogenen Naht" sind beispielsweise Stickarbeiten mit einer Doppelsteppstichnähmaschine,
wenn die gestickten Muster plastisch aus der Stoffoberfläche heraustreten sollen sowie
auch das Nähen von Knopflöchern gemäß dem Verfahren nach der deutschen Patentschrift
739 559.
[0004] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Beeinflussung
der Bewegung der Nadelfadenschleife zu schaffen, die auch bei unnormalen Fadenspannungsverhältnissen
gleichermaßen sicher funktioniert.
[0005] Die Erfindung löst diese technische Aufgabe durch im Hauptanspruch niedergelegte
Merkmale; weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen
festgehalten.
[0006] Die beigefügten Zeichnungen stellen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar, welches
im nachstehenden Text im einzelnen beschrieben wird.
Fig. 1 zeigt einen Doppelsteppstichgreifer in Seitenansicht mit einem Abschnitt der
Stichplatte sowie mit zwei aufgelegten Stoffzuschnittlagen, die mittels einer sogenannten
hochgezogenen Doppelsteppstichnaht zusammengenäht werden; im Bewegungsweg der von
der Greiferspitze abgeworfenen Nadelfadenschleife liegt als eine Einrichtung zur Beeinflussung
derselben ein Federstab 1;
Fig. 2 ist die Unteransicht der Stichplatte gemäß Fig. 1 mit dem Federstab 1 und seinen
Befestigungselementen an der Stichplatte.
[0007] Greifer 2 in Fig. 1 ist ein umlaufender Greifer üblicher Bauart in Horizontalwellenausführung,
der zu einer nicht gezeigten Doppelsteppstichnähmaschine ebenfalls bekannter Konstruktion
gehört. Die Nadelfadenschleife 3 wurde - nachdem sie in üblicher Weise unter Umschlingung
des aus dem Gehäuse des Greifers 2 austretenden Greiferfadens 4 um den Greifer 2 herumgeführt
worden ist - von der nicht sichtbaren Spitze desselben abgeworfen. Die Nadelfadenschleife
3 steht - wie bekannt - unter dem Einfluß eines nicht gezeigten üblichen Fadenhebels
während der Stichanzugsphase und bewegt sich mit dem umschlungenen Greiferfaden 4
aufwärts, bis daß ihre Bewegung durch einen Federstab 1 aufgehalten wird.
[0008] Der an seinen Enden U-förmig umgebogene Federstab 1 wird in den an der Unterseite
der ausschnittweise gezeigten Stichplatte 7 (Fig. 2) befestigten Spannklötzen 5 und
5' mit den Klemmschrauben 6 und 6' festgehalten. Die Spannklötze 5 und 5' sind derart
angeordnet, daß der Federstab 1 quer zur Nähgutvorschubrichtung NV gerichtet ist und
auch in diese Richtung verdrängt werden kann. Dies geschieht aus der in den Zeichnungen
mit Vollinien dargestellten gestreckten Stellung in die weiter nach rechts liegende,strichpunktiert
gezeichnete durchgebogene Stellung.
[0009] Eine solche Verdrängung geschieht, wenn die Nadelfadenschleife 3 bei ihrer Aufwärtsbewegung
nach dem Verlassen des Greifers 2 den Federstab 1 erreicht, wobei der stärker als
die Nadelfadenschleife 3 gespannte Greiferfaden 4 auf die Schleife zurückhaltend wirkt.
Auf diese Weise kommt es zu einem kurzzeitigen Verweilen der Schleife unter den Federstab
1 (Fig. 1). Der weiterhin einwirkende Fadenanzug bewirkt eine Streckung der Nadelfadenschleife
3, so daß sich eventuoll auf dem Wege vom Greifer 2 zum Federstab 1 gebildete Knötchen
lösen. Es erfolgt nunmehr durch die Weiterbewegung der Schleife eine Verdrängung des
Federstabes 1 in die erwähnte durchgebogene Stellung. Nachdem die noch weiter nach
oben gezogene Nadelfadenschleife 3 die Bewegungsebene des Federstabes 1 passiert hat,
erfolgt die Rückfederung des letzteren in seine gestreckte Ausgangslage. Die Nadelfadenschleife
3 legt jetzt die nur noch kurze Wegstrecke zum Stoff zurück, wo dann - wie erwähnt
- die Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden an der Stoffunterseite stattfindet.
Es ergibt sich ein bisher bei Nähanwendungen mit "hochgezogener Naht" nicht gekanntes
sauberes und fehlerfreies Nahtbild, da gerade hierbei infolge des ungleichmäßigen
Spannungsverhältnisses Knötchen aufzutreten pflegen. Der extrem kurze Weg zwischen
dem unter der Stichplatte angebrachten Federstab zum Stoff wirkt sich zusätzlich günstig
aus, da die unkontrollierte Bewegung der Nadelfadenschleife zwischen Federstab 1 und
Stoff auf ein Minimum reduziert wurde.
[0010] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das geschilderte Ausführungsbeispiel; es
sind zahlreiche andere Ausführungen und Anbringungen des Federstabes, z.B. als einseitig
eingespannter Stab, möglich.
[0011] Die Anwendung der Erfindung wird sich vorwiegend auf Nähanwendungen mit unterschiedlichen
Fadenspannungsverhältnissen erstrecken; jedoch ist auch die Verbesserung des Nahtbildes
einer üblichen Doppelsteppstichnaht mittels der Erfindung denkbar.
1. Doppelsteppstichnähmaschine mit einem umlaufenden Greifer und einem Spulengehäuse
mit eingelagerter Greiferfadenspule, sowie mit einer Einrichtung zur Beeinflussung
der Bewegung der Nadelfadenschleife während des Stichanzuges, dadurch gekennzeichnet
, daß im Bewegungsbereich der Nadelfadenschleife (3) in dem Raum zwischen der Stichplatte
(7) und dem Greifer (2) ein die Nadelfadenschleife (3) kurzzeitig aufhaltender Federstab
(1) angeordnet ist.
2. Doppelsteppstichnähmaschine gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der
Unterseite der Stichplatte (1) zwei Spannklötze (5,5') zum Halten der Enden des Federstabes
(1) vorgesehen sind und daß derselbe aus einer ersten gestreckten Stellung - bei kurzzeitigem
Festhalten der Nadelfadenschleife (3) unter Mitwirkung des von derselben umschlungenen
Greiferfadens (4) - in eine zweite durchgebogene, die Nadelfadenschleife (3) freigebende
Stellung verdrängbar angebracht ist.