[0001] Es ist bekannt, daß bei bestimmten optischen Aufhellern insbesondere bei solchen
aus der Reihe der Bis-triazinylstilben-di-sulfonate Vergrünungen auftreten, wenn sie
Waschmittel zugesetzt werden, die sekundäre Alkansulfonate enthalten. Die Vergrünungen,
die besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und längerem Lagern bei erhöhter Temperatur
auftreten, sind aber unerwünscht, da die Waschmittelindustrie besonders bei Haushaltsmitteln
auf einen rein weißen oder blauen Farbton Wert legt. Da man auf der einen Seite auf
die sekundären Alkansulfonate als Tensid nicht verzichten möchte und man auf der anderen
Seite den günstigen Preis, das gute Ziehvermögen und den hohen Weißgrad der zur Vergrünung
neigenden Waschmittelaufheller ausnützen will, stellt sich die Aufgabe, diese Aufheller
so zu modifizieren, daß eine Verfärbung von Waschpulvern, die derartige Aufheller
enthalten, auch bei längerer feuchter Lagerung nicht auftritt.
[0002] Es wurde nun gefunden, daß man solche Verfärbungen verhindern kann, wenn man die
optischen Aufheller zuvor mit Polyvinylalkohol behandelt. Gegenstand der Erfindung
sind somit farbstabile Präparationen von Waschmittelaufhellern, die aus einem oder
mehreren optischen Aufhellern der Formel

und 1 bis 100 Gew.-% Polyvinylalkohol, bezogen auf das Gewicht des Aufhellers, bestehen.
[0003] Als Polyvinylalkohol kommt sowohl voll - wie auch teilverseifter Polyvinylalkohol
in Frage. Der Verseifungsgrad liegt zwischen ca. 60 und 100 %, vorzugsweise zwischen
80 und 100 %. Der mittlere Polymerisationsgrad des Polyvinylalkohols beträgt 300 bis
10 000, vorzugsweise 450 bis 5500. Außer Homo-Polyvinylalkohol können auch Mischpolymerisate
verwendet werden wie beispielsweise Acrylamidcopolymere, Estercopolymere, Copolymere
mit Allylderivaten oder auch modifizierte Polyvinylalkohole bzw. mit Athylenglykol
gepfropfte Polyvinylalkohole. Die Herstellung der erfindungsgemäßen Präparationen
geschieht in der Weise, daß man den optischen Aufheller in der erforderlichen Menge
in einer wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol fein verrührt und das Gemisch anschließend
trocknet. Der dabei anfallende Trockenkuchen wird dann pulverisiert. Nach einer bevorzugten
Verfahrensweise wird die Aufhellerpräparation nach bekannten Methoden in einer Sprühanlage
getrocknet, beispielsweise bei Sprüheingangstemperaturen von 150 bis 350°C, vorzugsweise
200 bis 220°C.
[0004] Die oben.beschriebene Art der Präparierung eignet sich im Prinzip für alle optischen
Aufheller, die in Waschpulvern mit einem Gehalt an sekundären Alkansulfonat einen
Farbumschlag erleiden. Wegen ihrer praktischen Bedeutung kommen im wesentlichen die
drei eingangs aufgeführten Aufheller in Frage. Diese können als 100 % reine Wirksubstanz
vorliegen, in der Praxis wird man aber meistens von der Handelsware ausgehen, die
nur ca. 70 Gew.-% Wirksubstanz enthält. Der Rest sind Stellmittel wie Natrium-carbonat,
-chlorid, -sulfat und geringe Mengen Polyäthylenglykole.
[0005] Das Verhältnis von Polyvinylalkohol zu Aufheller, entweder in seiner reinen Form
oder als Handelsware, soll nicht unter 1 Gew.-% liegen, bezogen auf den Aufheller,
vorzugsweise nicht unter 5 Gew.-%. Die Verhinderung des Farbumschlags nimmt mit steigendem
Gehalt an Polyvinylalkohol zu, so daß eine obere Grenze eher durch wirtschaftliche
Uberlegungen zu ziehen ist. Erfahrungsgemäß bringt eine Menge von über 200 Gew.-%
Polyvinylalkohol keine wesentliche Verbesserung mehr. Im allgemeinen werden 10-50
Gew.-% Polyvinylalkohol bezogen auf den Aufheller ausreichen. Wichtig für die erfindungsgemäßen
Aufhellerpräparationen ist es, den Polyvinylalkohol als wäßrige Lösung oder in angelöster
Form mit dem Aufheller zusammen zu bringen. Trocken hergestellte Mischungen dagegen
zeigen nur einen wenig ausgeprägten Effekt.
[0006] Der Verfärbungs- bzw. Vergrünungseffekt zeigt sich besonders deutlich bei Waschmittelpulvern,
die als Anionentenside Alkansulfonate, ganz besonders sek. Alkansulfonate enthalten.
Unter diesem Begriff sind auch Mischungen aus mono und polyfunktionellen sek. Alkansulfonaten
etwa in Form ihrer Na-Salze zu verstehen. Die sek. Alkansulfonate besitzen zwischen
10 und 30 C-Atome. Entsprechend den technischen Anforderungen kann der Gehalt an Alkansulfonaten
im Waschmittelpulver dabei . zwischen 0 und 30 % liegen. Die sek. Alkansulfonate können
auch im Gemisch mit anderen Tensiden, beispielsweise mit Alkylbenzolsulfonaten oder
auch nichtionischen Tensiden, eingesetzt werden. Der Gehalt an Alkylbenzolsulfonat,
z. B. Na-Dodecylbenzolsulfonat bzw. nichtionischem Tensid, z.B. ein 8-fach oxäth
ylierte
r C12-C15 Alkohol, kann dabei zwischen 0 und 100 % betragen.
[0007] Die so hergestellten Aufhellerpräparationen werden dem Waschpulver in den hierfür
in der Praxis üblichen Mengen zugemischt. Üblicherweise enthalten Waschpulver 0,1
bis 0,5 Gew.-% an optischen Aufhellern. Die sonstige Zusammensetzung des Waschpulvers
ist dem Fachmann weitgehend bekannt.
Beispiel 1:
[0008] Zu 25 ml einer 4 %igen wäßrigen Lösung eines Polyvinylalkohols mit einem mittleren
Polymerisationsgrad (
P) von 530 und einem Verseifungsgrad von 88 % werden 10 g eines Aufhellers der Formel
I in handelsüblicher Einstellung (ca. 70 %ig, Rest NaCl) gegeben. Die Mischung wird
bei 50°C im Trockenschrank getrocknet und anschließend pulverisiert. Das Produkt zeigt
keine Farbveränderung und enthält 10 Teile des Aufhellers und 1 Teil Polyvinylalkohol.
[0009] 0,11 g dieser Präparation werden eingerührt in 20 g einer wäßrigen Slurry aus 60
% sek. Alkansulfonat mit einer
C-
Kettenverteilung von C
13 bis C
18 und 40 % Wasser. Die Farbe dieses Gemisches bleibt auch nach 14 Tagen unverändert
weiß. Hält man dagegen ein Gemisch aus 20 g der erwähnten Slurry und 0,1 g des oben
erwähnten Aufhellers in seiner unbehandelten Form.30 - 40 Stunden bei Raumtemperatur,
so hat sich das ursprünglich rein weiße Produkt grün gefärbt.
[0010] Präpariert man 10 Teile des oben erwähnten Aufhellers nur mit 0,1 Teilen Polyvinylalkohol
und arbeitet diese Präparation in die obige Alkansulfonat-Slurry ein, so tritt nach
40 Stunden eine leichte Vergrünung auf, die aber wesentlich geringer ist als bei der
unbehandelten Probe.
Beispiel 2:
[0011] 1 Gew.-Teil eines Aufhellers der Formel I in handelsüblicher Einstellung mit einem
Wirksubstanzgehalt von ca. 70 % wird, wird wie in Beispiel 1 beschrieben, mit 178
Gew.-Teilen Polyvinylalkohol (P 530, Verseifungsgrad 88 %) behandelt. 0,278 g dieser
Präparation werden in 20 g einer 60 %igen wäßrigen Slurry eines sek. Alkansulfonats
(C
13-C
18) eingerührt. Auch nach 14 Tagen konnte keine farbliche Veränderung beobachtet werden,
während eine Vergleichsprobe mit dam unbehandelten Aufheller bereits nach 40 Stunden
intensiv vergrünt.
Beispiel 3:
[0012] 22 g einer Mischung aus
40 Gew. Teilen Pentannatriumtriphosphat
20 Gew. Teilen Natriumperborat-tetrahydrat
14 Gew. Teilen Natriumsulfat
6 Gew. Teilen Natriummetasilikat 5 H20
2 Gew. Teilen Magnesiumsilikat
3 Gew. Teilen Carboxymethylcellulose
3 Gew. Teilen Fettalkohol (C16-C18)
[0013] werden mit 15 ml Wasser versetzt und in diese Slurry werden 3 g sek. Alkansulfonat
(60 %ig) und 0,22 g einer Aufhellerpräparation eingearbeitet, die man analog zu Beispiel
1 erhält durch Präparation von 10 Teilen des Aufhellers der Formel I in handelsüblicher
Einstellung (ca. 70 %ig) und 1 Teil Polyvinylalkohol. Nach 4 Tagen bei 50°C im Trockenschrank
ist die Probe unverändert weiß. Enthält diese Slurry dagegen den Aufheller in seiner
unpräparierten Form, so tritt nach 3-4 Tagen bei 50°C eine grüne Färbung auf.
[0014] Bei dieser Trocknung fällt ein Pulver an, das zu Preßlingen geformt und weitere 6
Wochen gelagert wird. Eine anschließende Bestimmung des Weißgrads ergab einen Wert
von 104 (Berger) bei der Probe mit dem präparierten und von 93 bei dem unpräparierten
Aufheller. Zu nahezu gleichen Ergebnissen gelangt man, wenn beide Preßlinge in einer
Klimakammer bei 22°C und 65 % relativer Luftfeuchte gelagert werden.
[0015] Ein Teil des Pulvers wurde außerdem 7 Wochen bei 20 - 25°C in einer gesättigten Wasserdampfatmosphäre
aufbewahrt. Es trat keine Veränderung des Farbtons auf bei Verwendung des präparierten
Aufhellers. Bei der Probe mit dem unpräparierten Aufheller dagegen verstärkte sich
der grüne Farbton.
Beispiel 4:
[0016] 10 g des Aufhellers I in handelsüblicher Einstellung (70 %ig) werden in je 25 ml
einer £8 %igen wäßrigen Polyvinylalkohol-Lösung gegeben, getrocknet und pulverisiert.
0,13 g dieser Präparation werden zusammen mit 3 g sek. Alkansulfonat (30 %ig) in eine
Slurry gegeben auf 22 g eines handelsüblichen aufhellerfreien Waschmittels und 15
ml Wasser. Für die Präparation des Aufhellers wurden folgende PVA-Typen verwendet:

[0017] Weiterhin wurde ein durch Aufpfropfen mit 15 - 20 % Äthylenglykol modifizierter Polyvinylalkohol
mit einem mittleren Polymerisationsgrad von 460 eingesetzt.
[0018] Die so hergestellte Waschpulver-Slurry wurde bei 50°C 3 Tage im Trockenschrank gelagert.
Keine der Proben mit dem präparierten Aufheller vergrünte, während eine Vergleichsprobe
mit 0,1 g des unbehandelten Aufhellers nach 48 Stunden intensiv vergrünt.
Beispiel 5:
[0019] Wie in Beispiel 4 beschrieben werden 14 g eines handelsüblichen Waschmittel-Aufhellers
der Formel II (ca. 50 %ig) in 25 ml einer 8 %igen PVA-Lösung (P = 530, Verseifungsgrad
88 %) eingerührt, getrocknet und pulverisiert. Das so hergestellte Produkt enthält
14 Teile Aufheller und 2 Teile PVA. 0,17 g dieser Präparation werden in 3 g sek. Alkansulfonat
(60 %ig) eingerührt und die Mischung einer Slurry aus 22 g eines handelsüblichen Waschmittels
ohne Aufheller und 15 ml Wasser hinzugefügt. Vergleichend dazu wird eine Waschmittelprobe
mit 0,14 g unbehandeltem Aufheller der Formel II und 3 g sek. Alkansulfonat (60 %ig)
versetzt und beide Proben bei 50°C im Trockenschrank während 3 Tage aufbewahrt. Die
Vergleichsprobe zeigt eine leichte Vergrünung, während die Testprobe ihren ursprünglich
weißen Aspekt beibehält.
Beispiel 6:
[0020] Wie bei Beispiel 4 beschrieben, werden 7,0 g eines handelsüblichen Aufhellers der
Formel III (100 % WS) in.25 ml einer 8 %igen PVA-Lösung (P = 530, Verseifungsgrad
88 %) eingerührt, getrocknet und pulverisiert. Das so hergestellte Produkt enthält
neben 7 Teilen des Aufhellers 2 Teile Polyvinylalkohol. Davon werden 0,084 g in 3
g sek. Alkansulfonat (60 %) eingerührt (C-Kettenverteilung
C14-C
18) und diese Mischung einer Slurry aus 22 g eines handelsüblichen Waschpulvers ohne
Aufheller und 15 ml H
20 zugegeben.Eine Vergleichsprobe unter Verwendung von 0,07 g des gleichen Aufhellers
(jedoch ohne Präparierung mit Polyvinylalkohol) wird hergestellt und beide Proben
im Trockenschrank bei 50°C 3 Tage aufbewahrt. Dabei ist eine leichte Vergrünung der
Vergleichsprobe zu beobachten, während die Testprobe ihren ursprünglich weißen Aspekt
beibehält.
Beispiel 7:
[0021] Eine Mischung aus 350 g eines handelsüblichen Aufhellers der Formel I in seiner weißen
bis pastellfarbenen Mo
difi-kation (70 %ig) mit einer Lösung von 135 g PVA (P = 52
0, Verseifungsgrad 80 %) in 800 ml Wasser wird in einer
Sprühtrocknungsanlage mit einer Sprühturm-Eingangstemperatur von 210 - 215°C, einer
Luftaustrittstemperatur von 110 - 115°C und einem Luftdruck von 4 bar Überdruck versprüht,
wobei die Düsengeschwindigkeit ca. 32 000
U/Minute beträgt. Das versprühte trockene Produkt ist ein weißes bis pastellfarbenes
Pulver, das ca. 28 % PVA enthält.
[0022] 110 g des so präparierten Aufhellers werden einer Waschpulverslurry folgender Zusammensetzung
zugemischt:

[0023] Die Slurry wird mit einer Heißsprühanlage für Gegenstrom mit einer Lufteingangstemperatur
von 320°C und einer Luftausgangstemperatur von 95°C über eine Einstoffdüse (0 = 3.5
mm) und einem Pumpenenddruck von 70 bar Überdruck versprüht. Das so anfallende weiße
Pulver wird auf einen Gesamtwassergehalt von 30 % gebracht und bei 50°C im Trockenschrank
gelagert.
[0024] Während eine Vergleichsprobe, gesprüht unter Verwendung von 80 g des unbehandelten
Aufhellers der Formel I (WS 70 %) nach 24 Stunden unter gleichen Bedingungen eine
eindeutige Grünfärbung aufweist, bleibt das Waschmittelpulver, das den präparierten
Aufheller enthält, rein weiß.
Beispiel 8:
[0025] 0,13 g einer Mischung aus 1,7 g des Aufhellers der Formel II, präpariert gemäß Beispiel
5, 0,84 g des Aufhellers der Formel III, präpariert gemäß Beispiel 6 und 1,3 g des
Aufhellers der Formel I, präpariert gemäß Beispiel 4 unter Verwendung eines Polyvinylalkohols
mit dem Verseifungsgrad 99 % und einem mittleren Polymerisationsgrad P = 2000 werden,
wie in Beispiel 4 beschrieben, zusammen mit 3 g sek. Alkansulfonat (60 %ig) in ein
aufhellerfreies Waschpulver gegeben, dem vorher 15 ml Wasser zugesetzt wurde. Die
Mischung wurde drei Tage bei 50°C gelagert. Eine Vergrünung konnte dabei nicht beobachtet
werden.