(19)
(11) EP 0 009 510 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.04.1980  Patentblatt  1980/08

(21) Anmeldenummer: 78101048.3

(22) Anmeldetag:  02.10.1978
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B63B 3/38, B63B 7/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE

(71) Anmelder: H.H.I. Messegesellschaft für Handwerk, Handel und Industrie mbH & Co.
D-4600 Dortmund 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Westholt sen., Franz
    D-5790 Brilon (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Textiler Wasserkiel für Sport- und Schlauchboote


    (57) Textiler Wasserkiel (1) für Sportboote und Schlauchboote, welcher zur Stabilisierung und Beschwerung (Ballast) des Bootes mit Wasser gefüllt wird, wobei der Wasserkiel (1) beim Bau der Boote fest eingebaut oder auch nachträglich in bereits bestehende Boote, vorzugsweise Schlauchboote, eingefügt werden kann. Der Wasserkiel ist in Längsrichtung durch eine flexible, textlie Abtrennung (6) in zwei voneinander unabhängige Schlauchkammer geteilt, die wiederum durch zwei oder mehrere textile Abtrennungen (7) in Querrichtung in drei oder mehrere Schlauchkammerab-schnitte aufgeteilt sind, welche je nach Bedarf über Einlassschläuche (4,5) mit Luft oder Wasser gefüllt und auch wieder entleert werden können.
    Das gleiche Prinzip ist verwendbar bei sogenannten Festkielen (z.B. aus Kunststoff, Metall), wobei die Trennung der Schlauchkammern, bzw. Abtrennung der Schlauchkammerabschnitte textil und flexibel oder auch starr ausgestaltet sein können.




    Beschreibung


    [0001] Die Sicherheit eines Bootes hängt im wesentlichen bei Sturm und hohem Wellengang vom Eigengewicht ab. Gerade leichte Sportboote sowie auch Schlauchboote, die oft über Land transportiert werden müssen, sind der Kraft des Windes und Wellenganges hilflos ausgeliefert und stark abtriebs- und kentergefährdet, weil sie einfach zu leicht sind. Außerdem können diese Boote ab einer gewissen Windstärke nicht mehr auf Kurs gehalten werden, weil die Abtriebskräfte, Wind und Wellen, um so stärker wirken, je leichter das Boot ist. Dieses Gewichtsproblem wurde bisher dadurch g,elöst, daß man die Boote künstlich durch die Aufnahme von Blei oder sonstigen Schwermetallen, auch Beton usw. als zusätzlichen Ballast beschwerte. Dieser Ballast mußte fest am tiefsten Punkt des Rumpfes eingebaut werden. Die Gewichtsaufnahme in dieser Art ist jedoch für leichte Sportboote sowie insbesondere Schlauchboote, deren Vorteil in dem einfachen Transport zu Lande liegt, nicht geeignet.

    [0002] Die Erfindung betrifft einen textilen Wasserkiel für leichte Sportboote und insbesondere Schlauchboote, welcher zur Stabilisierung und Beschwerung (Ballast) des Bootes mit Wasser gefüllt werden kann, wobei der Wasserkiel beim Bau fest eingebaut oder auch nachträglich in bereits bestehende Boote, vorzugsweise Schlauchboote, eingefügt werden kann.

    [0003] Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, das Problem dadurch zu lösen, daß als Ballastmaterial Wasser verwandt wird. Der textile Wasserkiel besteht aus zwei in Längsrichtung durch eine flexible, textile Trennung 6 voneinander unabhängigen Schlauchkammern, die wiederum durch zwei oder mehrere Abtrennungen in Querrichtung 7 in drei oder mehreren Schlauchkammerabschnitte aufgeteilt werden, welche wahlweise und auch unterschiedlich mit Wasser oder Luft gefüllt werden können und somit dem jeweiligen Boot durch die Auffüllung des textilen Wasserkiels mit Wasser eine höhere Gewichts-Stabilisierung geben.

    [0004] Die flexible, textile Trennung 6 in Längsrichtung sowie die textilen Abtrennungen 7 in Querrichtung dienen dazu, eine wahlweise Belastung und Stabilisierung des Bootes mit Wasser oder Luft je nach Bedarf zu erreichen. Die textile Abtrennung 7 in Querrichtung hindert das Wasser daran, sich gewichtsmäßig in Längsrichtung des Wasserkiels und somit in Längsrichtung des Bootes zu verlagern. Über drei oder mehrere Einlaßschläuche 4 wird den oberen Schlauchkammerabschnitten Luft zugeführt. Den unteren Schlauchkammerabschnitten wird ebenfalls über drei oder mehrere Einlaßschläuche 5 Wasser zugeführt. Wasser und Luft werden über diese Einlaßschläuche 4, 5 wieder entfernt, wobei das Wasser durch Erzeugen eines zusätzlichen Luftdrucks über die Einlaßschläuche 5 wieder herausgepreßt wird.

    [0005] Das vorstehend beschriebene Prinzip ist ebenso anwendbar bei Wasserkielen, die außen aus Kunststoff, Metall oder ähnlichen. Material bestehen, wobei hier die Abtrennungen 7 nicht aus textilem Gewebe, sondern ebenfalls aus diesen Materialien bestehen können.

    [0006] Die Erfindung ist anhand der Zeichnungen beispielsweise beschrieben.

    [0007] Es zeigen :

    Fig. 1 die Draufsicht eines Bootes mit Wasserkiel in seiner Längsform mit den Einlaßschläuchen 4, 5 für Luft und Wasser sowie den textilen Abtrennungen 7,

    Fig. 2 den Schnitt eines Bootes mit Wasserkiel, wobei der Wasserkiel im Querschnitt mit seiner flexiblen, textilen Trennung 6 bei gefülltem Wasserkiel und 6 a mit luftgefülltem Wasserkiel dargestellt ist,

    Fig. 3 den Schnitt des Bootes, bei dem der Wasserkiel 1 im Längsschnitt mit der texti len Abtrennung 7, getrennt in vier Schlauchkammerabschnitte, zu sehen ist, wobei der erste und dritte Schlauchkammerabschnitt 6 des Wasserkiels wassergefüllt und der zweite und vierte Schlauchkammerabschnitt des Wasserkiels 6 a luftgefüllt dargestellt ist.




    Ansprüche

    1. Textiler Wasserkiel für Sport- und Schlauchboote, dadurch gekennzeichnet, daß der Kiel (1) in Längsrichtung durch eine flexible, textile Trennung (6) zwei voneinander unabhängige Schlauchkammern hat, die wiederum durch zwei oder mehrere textile Abtrennungen (7) in Querrichtung in drei oder mehrere Schlauchkammerabschnitte aufgeteilt wird, welche je nach Bedarf über die Einlaßschläuche (4, 5) mit Luft oder Wasser gefüllt, und auch wieder entleert werden können.
     
    2. Kiel aus Kunststoff, Metall oder ähnlichem festen Werkstoff, dadurch gekennzeichnet, daß der Kiel in Längsrichtung durch eine flexible, textile Abtrennung (6) zwei voneinander unabhängige Kammern hat, die wiederum durch zwei oder mehrere texti le oder feste Abtrennungen (7) in Querrichtung in drei oder mehrere Kammerabschnitte aufgeteilt werden, welche je nach Bedarf über Einlaßschläuche (4, 5) mit Luft oder Wasser gefüllt und auch wieder entleert werden können.
     
    Kurzbeschreibung der Fig. 1 - 3
     
    1 = Wasserkiel
     
    2 = Bootskörper
     
    3 = Bodenplatte
     
    4 = Ein- und Auslaufschlauch für Luft
     
    5 = Ein- und Auslaufschlauch für Wasser
     
    6, 6 a = flexible und textile Trennung in Längsrichtung
     
    7 = textile oder feste Abtrennung in Querrichtung
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht