[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung eines nicht gewebten textilen Flächengebildes
aus synthetischen Fasern als Schutzmatte zum Abdecken von zu sprengenden Gegenständen,
wobei diese nicht gewebten textilen Flächengebilde aus rhehreren Bahnen durch Verschweißung
oder Vernähen überlappend verbunden so groß gewählt werden oder durch Überlappen so
verlegt werden, daß das zu sprengende Objekt in beiden Flächenrichtungen mindestens
um 1.5 m überdeckt wird.
[0002] Um bei zivilen Sprengarbeiten, die häufig auch in Wohn- und Industriegebieten in
der Nähe von Objekten durchgeführt werden müssen, die durch unerwünschte Streuungen
keinesfalls beschädigt oder gefährdet werden dürfen, die Detonationswelle und eventuell
fortgeschleuderte Bruchstücke des gesprengten Objekts abzufangen, wurde bisher das
zu sprengende Objekt, besonders an den risikoreichsten Stellen für Splitterstreuung,
mit Strohballen oder anderen druckdämpfenden, an sich relativ starren Materialien,
wie alte Autoreifen, etc., in einer gewissen Distanz gegen die gefährdete Umgebung
so abgedeckt, daß über den Distanzraum sich die Detonationswelle verteilen kann und
in Frontalrichtung von der Abdeckungsvorrichtung abgefangen wird.
[0003] Derartige Abdeck- oder Schutzvorrichtungen sind jedoch Transportkosten- und Lagerraum-intensiv
und erfordern einen fühlbaren Arbeitsaufwand für deren Aufstellung.
[0004] Es konnte nun überraschend gefunden werden, daß Sprengstellen dann einfach und sicher
abgedeckt werden können, wenn sie mit einem Endlosfadenvlies oder Stapelfaservlies
aus Thermoplastfasern lose überdeckt werden, das bestimmten Anforderungen im Kraft-Dehnungsverhalten
entspricht. Diese lose Abdeckung, die über die Sprengstelle in einem gewissen Ausmaß
hinausgehen muß, wird durch die Detonationswelle etwas hochgehoben und fängt die umherfliegenden
Splitter ein, ohne zu zerreißen. Sie kann sogar überraschenderweise mit gutem Erfolg
auch mehrere Male hintereinander eingesetzt werden.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist demnach die Verwendung eines nicht gewebten, textilen
Flächengebildes aus synthetischen Endlosfäden oder Stapelfasern bzw. mehrerer solcher
Flächengebilde, die durch Verbinden, wie Verschweißen oder Vernähen, aneinandergefügt
sind, welche bei Bestimmung des Zug-Dehnungsverhaltens nach DIN 53857
[0006] bei 10% Dehnung eine Reißfestigkeit von 30-100 N/5 cm,
[0007] bei 30 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 100-400 N/5 cm,
[0008] bei 50 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 300-800 N/5 cm,
[0009] bei 70% Dehnung eine Reißfestigkeit von 500-950 N/5 cm und
[0010] bei 90 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 600-1100 N/5 cm sowie ein Flächengewicht
von höchstens 800 g/m
2 besitzen, als Schutzmatte zum Abdecken von zu sprengenden Gegenständen, indem das
zu sprengende Objekt mit dieser Schutzmatte oder mit mehreren dieser Schutzmatten
untereinander überlappend so abgedeckt wird, daß die Schutzmatte oder Schutzmatten
auf jeder Seite mindestens 1,5 m über das Sprengfeld hinausragen.
[0011] Das als Schutzmatte verwendete Vlies kann sowohl durch Nadeln oder auch thermisch
gebunden sein. Als thermoplastisches Material aus dem die erfindungsgemäß verwendete
Schutzmatte hergestellt ist, sind vor allem Polypropylen, kristalline Copolymere aus
Propylen und Äthylen und Polyester zu nennen.
[0012] Soll die Sprengmatte mit hoher Sicherheit und im wiederholten Einsatz ihre Funktion
erfüllen, ist eine Beanspruchung im mittleren Dehnungsbereich 10-80% zweckmäßig, damit
irreguläre Druckstöße bzw. Streusplitterbeschüsse, hervorgerufen durch häufig nicht
vorhersehbare inhomogenitäten im Materialgefüge des Sprengobjektes noch sicher abgefangen
werden können. Ist zur sicheren Abdeckung des Sprengobjektes eine größere Mattenfläche
erforderlich, als es die normale Bahnbreite des Vlieses zuläßt, das für die Herstellung
der Schutzmatte dient, können 2 oder mehrere Vliesbahnen an den Kanten durch überlappendes
Verschweißen oder Nähen verbunden werden, oder aber ist ein 1,5-2 m breites überlappendes,
loses Verlegen auch bereits ausreichend, um die Detonationsdruckwelle sicher abzufangen.
Weiters kann es zweckmäßig sein, die Vliesränder beim Verlegen der Matten jeweils
ca. 0,5 m nach innen auf der Unterseite einzuschlagen. Bei der Verlegung ist darauf
zu achten, daß das Vlies überall beweglich bleibt. Ein Festbinden oder Beschweren
der Matte würde zu deren Verletzung bzw. deren Durchschlagung führen. Vorteilhaft
ist es, daß die an der Oberfläche des Sprengfeldes (unterhalb der Matte) verlegten
detonierenden Zündschnüre, Sprengkapseln, elektrische Brückenzünder und Detonationsverzögerer
mit Sand gegen die Matte abgedeckt sind bzw. soll die Matte vorteilhafterweise mit
einem geringen Abstand von den sprengkräftigen Zündungen verlegt werden.
[0013] Die Gefahr einer statischen Aufladung der Sprengmatte, die zur vorzeitigen und unkontrollierten
Zündung von Detonationszündschnüre usw. führen kann, sollte durch eine antistatische
Behandlung der Matte vor dem Gebrauch ausgeschaltet werden.
[0014] Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung soll anhand der beiliegenden Beispiele
näher erläutert werden.
[0015] Das hiezu verwendete Vlies hat folgende technische Daten :
Polypropylen-Endlosfaservlies, vernadelt.
Vliesstärke : 3,5 mm.
Gewicht : 350 g/m2. Reißdehnung, naßgefroren bei -20 °C : 40 %.
[0016] Zug-Dehnungsverhalten nach DIN 53857 : 100 N/5 cm bei 10 %, 400 N/5 cm bei 30 %,
600 N/5 cm bei 50 %, 700 N/5 cm bei 70 % und 900 N/5 cm bei 90 % Dehnung.
[0017] Durchschlagfestigkeit : Kein Durchschlag bei 30 kg-Fallbär aus 2 m Höhe.
[0018] Dieses Vlies wurde nach einem üblichen Herstellungsverfahren für Endlosfadenvlieseunter
Verspinnen, Verstrecken durch Luft und Ablage auf einem Sieb erhalten.
Beispiel 1
[0019] Sprengung von 4 Stück Betonsockeln (von ehemaligen Mineralöltanks) im Stadtgebiet
in unmittelbarer Nähe einer elektrifizierten Eisenbahnlinie.
[0020] Ausmaß des Sprengobjektes : Länge : 2.40 m. Breite : 0,48 m. Höhe : zwischen 0,90
und 1,40 m. Masse : ca. 1 m
3 pro Sockel. Bewehrung : 10 Stück Torstahl Q 14 mm als Längs- und Torstahlbügel als
Querbewehrung.
[0021] Bohrlöcher : 5 Stück, 36 mm 0, 70-80 cm tief.
[0022] Ladung : 90 g-Gelatine-Donarit 1, Kaliber 30 mm/Bohrloch.
[0023] Besatz : Vollbesatz.
[0024] Zündung : elektrisch mit Zeitstufen 1-5 von Süd nach Nord.
[0025] Zu schützende Objekte : Im Westen : Eisenbahndamm. Im Norden : Straße und Gebäude.
Im Osten : Betriebsgebäude, Feuermauer. Im Süden : Parkplatz und Gebäude.
[0026] Abdeckung des Sprengfeldes : 2 Stück vernadelte Polypropylen-Endlosfaservlies-Matten,
Ausmaß je 5 x 10 m.
[0027] Die Matten wurden von 2 Mann so verlegt, daß sie jeweils ca. 1,5 m über das Sprengfeld
hinausragten, und untereinander 1,5 m überlappten. An den jeweiligen Kanten wurden
sie etwa 1 m weit unterseitig nach innen eingeschlagen.
[0028] Streuwirkung : Auf Grund der Sprengung unerheblich. Einzelne kleine Betonstücke wurden
in ca. 5 m Entfernung vom Sprengfeld vorgefunden. Zustand der Matten nach der Sprengung
: vollkommen einwandfrei.
Beispiel 2
[0029] Sprengung von 4 weiteren Betonsockeln ostwärts des Sprengfeldes. Voraussetzungen
wie im
Beispiel 1.
[0030] Streuwirkung : geringfügig, keinerlei Beschädigungen. Zustand der Matten wie vor
dem Versuch 1 bzw. 2. Auch bei zwei weiteren Versuchen wurden die Matten nicht nennenswert
beschädigt.
Beispiel 3
[0031] Flächensprengung in einem Steinbruch zur Felslockerung für den Schotterabbau.
[0032] Ausmaß : 4 Bohrlöcher 36 mm 0. 0,75 m tief, 1 Bohrloch 36 mm 0, 1,0 m tief.
[0033] Besatzlänge : 60-80 cm (Vollbesatz).
[0034] Bohrlochabstand : ca. 80 cm.
[0035] Ladung : 4 x 130 g und 1 x 178 g Gelatine-Donarit 1, Kaliber 30/200.
[0036] Zündung : Elektrisch. Momentzündung.
[0037] Abdeckung des Sprengfeldes : 1 Stück einer vernadelten Polypropylenendlosfaser-Matte
5 x 5 m, das bedeutet ein Überdeckung von etwa 2 m über das Sprengfeld hinaus.
[0038] Zustand der Matte nach der Sprengung : einwandfrei, keine Beschädigung.
Beispiel 4
[0039] Sprengung von 2 Betonsockeln unter den in Beispiel 2 angegebenen Voraussetzungen.
Es wurde zum Unterschied von Beispiel 2 ein durch Vernadelung verfestigtes Polypropylenstapelfaservlies
folgender Kennzahlen als Abdeckmatte verwendet :
Flächengewicht : 400 g/m2.
[0040] Zug-Dehnungsverhalten nach DIN 53857 : 70 N/5 cm bei 10 %, 300 N/5 cm bei 30 %, 550
N/5 cm bei 50 %, 700 N/5 cm bei 70 % und 800 N/5 cm bei 90 % Dehnung.
[0041] Es konnte bei gleichen Besatz- und Zündbedingungen keine nennenswerte Streuwirkung
und nur ganz geringfügige Beschädigung der Matte festgestellt werden.
1. Verwendung eines nicht gewebten, textilen Flächengebildes aus synthetischen Endlosfäden
oder Stapelfasern bzw. mehrerer solcher Flächengebilde, die durch Verbinden, wie Verschweißen
oder Vernähen, aneinandergefügt sind, welche bei Bestimmung des Zug-Dehnungsverhaltens
nach DIN 53857
bei 10% Dehnung eine Reißfestigkeit von 30-100 N/5 cm,
bei 30 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 100-400 N/5 cm,
bei 50 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 300-800 N/5 cm,
bei 70 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 500-950 N/5 cm und
bei 90 % Dehnung eine Reißfestigkeit von 600-1100 N/5 cm sowie ein Flächengewicht
von höchstens 800 g/m2 besitzen, als Schutzmatte zum Abdecken von zu sprengenden Gegenständen, indem das
zu sprengende Objekt mit dieser Schutzmatte oder mit mehreren dieser Schutzmatten
untereinander überlappend so abgedeckt wird, daß die Schutzmatte oder Schutzmatten
auf jeder Seite mindestens 1,5 m über das Sprengfeld hinausragen.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das nicht gewebte, textile
Flächengebilde thermisch verfestigt ist.
3. Verwendung nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß das nicht gewebte, textile
Flächengebilde durch Vernadeln verfestigt ist.
4. Verwendung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das nicht gewebte,
textile Flächengebilde ein Endlosfadenvlies ist.
5. Verwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Endlosfadenvlies ein
Polypropylen- oder Polyestervlies ist.
1. Use of a non-woven textile sheet-like structure of synthetic continuous filament
or staple fibres, or of a plurality of such sheet-like structures, joined side by
side bonding, such as welding or stitching, which on determination of the tension-elongation
behaviour according to DIN 53,857 have a tensile strength of 30-100 N/5 cm
at 10 % elongation, a tensile strength of 100-400 N/5 cm
at 30 % elongation, a tensile strength of 300-800 N/5 cm
at 50 % elongation, a tensile strength of 500-950 N/5 cm
at 70 % elongation and a tensile strength of 600-1,100 N/5 cm
at 90 % elongation, and a weight per unit area of at most 800 g/m2, as a protective mat for covering articles which are to be explosively blasted, wherein
the object which is to be explosively blasted is covered with this protective mat
or with a plurality of these protective mats overlapping each other, in such a way
that the protective mat or protective mats project, on each side, at least 1.5 m beyond
the blasting zone.
2. Use according to Claim 1, characterized in that the non-woven textile sheet-like
structure is thermally consolidated.
3. Use according to Claim 1, characterized in that the non-woven textile sheet-like
structure is consolidated by needling.
4. Use according to Claims 1 to 3, characterized in that the non-woven textile sheet-like
structure is a continuous filament fleece.
5. Use according to Claim 4, characterized in that the continuous filament fleece
is a polypropylene fleece or polyester fleece.
1. Utilisation d'un article plat textile non tissé constitué par des fils continus
ou des fibres coupées synthétiques, ou de plusieurs articles plats de ce genre, qui
sont assemblés par liaison, par exemple par soudage ou couture, qui présentent, lorsqu'on
détermine les caractéristiques traction-allongement selon la norme DIN 53 857, pour
10% d'allongement, une résistance à la traction de 30 à 100 N/5 cm,
. pour 30 % d'allongement, une résistance à la traction de 100 à 400 N/5 cm,
pour 50 % d'allongement, une résistance à la traction de 300 à 800 N/5 cm,
pour 70 % d'allongement, une résistance à la traction de 500 à 950 N/5 cm, et
pour 90 % d'allongement, une résistance à la traction de 600 à 1 100 N/5 cm, ainsi
qu'un grammage d'au plus 800 g/m2, pour constituer une natte de protection destinée à recouvrir des objets à faire
sauter, en recouvrant l'objet à faire sauter de cette natte de protection ou de plusieurs
de ces nattes de protection qui se recouvrent, de façon que la natte ou les nattes
de protection dépassent du champ d'explosion d'au moins 1,5 m de chaque côté.
2. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'article plat textile
non tissé est consolidé thermiquement.
3. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'article plat textile
non tissé est consolidé par aiguilletage.
4. Utilisation selon les revendications 1 à 3, caractérisée en ce que l'article plat
textile non tissé est une étoffe non tissée de fils continus.
5. Utilisation selon la revendication 4, caractérisée en ce que l'étoffe non tissée
de fils continus est une étoffe non tissée de polypropylène ou de polyester.