[0001] Die Erfindung betrifft ein kombiniertes Feucht-Farbwerk für Offsetdruckwerke, mit
an den Plattenzylinder anstellbaren Auftragwalzen, von denen die, in Drehrichtung
des Plattenzylinders gesehen, erste Auftragwalze über eine oleophile Zwischenwalze
an die nächstfolgende Auftragwalze angeschlossen ist und von denen die zweite und
dritte Auftragwalze sowie eventuell folgende Auftragwalzen an je einer Farbreibwalze
anliegen, ferner mit einer Feuchtreibwalze eines Feuchtwerks, die mit der ersten Auftragwalze
zusammenarbeitet.
[0002] Aus der US-PS 3 926 116 sind ein Feucht- und ein Farbwerk bekannt, die während des
Druckens über eine Zwischenwalze miteinander verbunden sind. Diese Zwischenwalze hat
einen oleophilen Mantel und liegt beim Fortdruck an der einzigen Feuchtmittelauftragwalze
sowie an der ersten Farbauftragwalze an. Ihre Aufgabe besteht darin, Farbbestandteile
vom Mantel der Feuchtmittelauftragwalze abzunehmen und dem Farbwerk wieder zuzuführen.
Ihr Mantel soll derart ausgeführt sein, daß er absolut keine Feuchtflüssigkeit annimmt.
[0003] Der Farbfilm eines Farbwerks bei Offsetdruckwerken nimmt bekanntlich über die Platte
ein gewisses Quantum Feuchtmittel auf. Die Aufnahme von Feuchtmittel hängt von der
Beschaffenheit der Farbe ab und währt so lange, bis sich ein Farb-Feuchtmittelgleichgewicht
im Farbwerk eingestellt hat: Während der länger dauernden Periode der Feuchtmittelaufnahme
ändert sich die Farbgebung, also die Abgabe von Farbe an die Platte, ständig.
[0004] Bei der obenerwähnten bekannten Vorrichtung mag vielleicht ein zu starkes Einfärben
der Feuchtwerkswalzen mit Hilfe der Zwischenwalze verhindert werden. Die kritische
Vorfeuchtperiode des Farbwerkes läßt si.eh über diese Zwischenwalze jedoch nicht verkürzen,
weil the besagte Walze arve an begien des Fortdruckens an die Feuchtmittelauftragwalze
angestellt wird. Beim Anfahren nach kürzeren oder längeren Unterbrechungen der Offsetdruckmaschine
fällt somit aufgrund der stetigen Änderung der Farbgebung zwangsläufig Makulatur an.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein schnelles Herstellen des Farb-Feuchtgleichgewichts
vor Druckbeginn sowie die ständige volle Betriebsbereitschaft der Offsetdruckmaschine
während Druckunterbrechungen sicherzustellen, so daß ein minimaler Makulaturanfall
zu verzeichnen ist. Ferner soll ein besseres und stabileres Farb-Feuchtgleichgewicht
während des Fortdruckens erzielt werden.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die erste Auftragwalze in
drei Schaltstellungen verstellbar gelagert sowie durch Reibschluß angetrieben ist
und daß die erste Auftragwalze in den drei Schaltstellungen an dem Plattenzylinder
und/oder an der Feuchtreibwalze und/oder an der Zwischenwalze anliegt.
[0007] Während der Fortdruckstellung liegt erfindungsgemäß die erste Auftragwalze an Plattenzylinder,
Reibwalze und Zwischenwalze an. Zum Zwecke des Vorfeuchtens sowie zum Waschen des
Druckwerks läßt sich die erste Auftragwalze zugleich an Feuchtreib- und Zwischenwalze
anlegen. Soll die Platte vorgefeuchtet werden, liegt die besagte Auftragwalze an der
Feuchtreibwalze und an dem Plattenzylinder an. Will man schließlich während längerer
Druckunterbrechungen den Farb- und Feuchtwerkstei-1 getrennt betriebsbereit halten,
so kann bei abgestellten Auftragwalzen zusätzlich der Kontakt der ersten Auftragwalze
zur Feuchtreibwalze unterbrochen werden, wobei der Kontakt zum Farbwerk über die Zwischenwalze
hergestellt wird.
[0008] Aufgrund dieser vielfältigen Schaltmöglichkeiten der ersten Auftrag- ! walze lassen
sich im Zusammenwirken mit der Zwischenwalze optimale Anfahr- und Fortdruckbedingungen
schaffen. Die oleophile Zwischenwalze, beispielsweise eine kunststoffbezogene Stahlwalze,
bewirkt überdies, daß die erste Auftragwalze nicht nur Feuchtflüssigkeit, sondern
auch bereits etwas Farbe auf die Platte überträgt. In Drehrichtung des Plattenzylinders
gesehen, nimmt der von jeder folgenden Auftragwalze übertragene Anteil Farbe zu, der
Anteil Feuchtflüssigkeit hingegen ab. Der ständige Ausgleich von Feuchtmittel und
Farbe über die Zwischenwalze sowie das Auftragen von Farbe und Feuchtmittel in der
zuvor beschriebenen abgestuften Weise bewirken, daß die Farbe besser auf dem Papier
aufliegt, d.h. , der Druck wirkt brillianter. Darüberhinaus macht der ständige Fluß
von Feuchtmittel und Farbe über die Zwischenwalze die Feuchtgebung unempfindlich gegen
den Einfluß des Plattenzylinderkanals und gegenüber der bei einem bestimmten Druckauftrag
gegebenen Aufteilung von druckenden und nichtdruckenden Stellen. So findet beispielsweise
bei getrennten Farb-Feuchtwerken ein ungenügender Austausch der Farb-Wasser-Emulsion
dann statt, wenn auf einer Plattenoberfläche von 1 m
2 nur wenige cm
2 druckende Fläche gegeben sind. Ein sogenannter Farbaufbau auf den ersten Walzen wird
dadurch auch begünstigt.
[0009] Bei einer Weiterbildung des kombinierten Feucht-Farbwerkes für Offsetdruckwerke nach
der Erfindung mit an den Plattenzylinder anstellbaren Auftragwalzen, von denen die,
in Drehrichtung des Plattenzylinders gesehen, erste Auftragwalze über eine Zwischenwalze
an die nächstfolgende Auftragwalze angeschlossen ist und von denen die zweite und
dritte Auftragwalze sowie eventuell folgende Auftragwalzen an je einer Farbreibwalze
anliegen, ferner mit einer Feuchtreibwalze, die mit der ersten Auftragwalze zusammenwirkt,
sowie einer mit einer Tauchwalze zusammenwirkenden Dosierwalze, welche die Feuchtflüssigkeit
der Feuchtreibwalze zuführt, ist die Tauchwalze stationär gelagert, die Dosierwalze
im Abstand zur Tauchwalze einstellbar angeordnet, für das Antreiben der Tauchwalze
mit veränderbarer Geschwindigkeit ein gesonderter Antrieb vorgesehen, die Dosierwalze
über den Tauchwalzenantrieb angetrieben und die Dosierwalze in der Anstellzone zur
Feuchtreibwalze gegenläufig.
[0010] Diese Gegenläufigkeit der Dosierwalze zur Feuchtreibwalze gestattet eine nahezu horizontale
Anordnung der Feuchtwalzenreihe, wobei der für die Feuchtgebung interessante Mantelflächenteil
der Dosierwalze von oben her einsehbar ist. Die visuelle Kontrollmöglichkeit des Feuchtmittelfilms
auf der Dosierwalze hinter dem Dosier- oder Abquetschspalt zwischen der Tauchwalze
und der Dosierwalze erleichtert wesentlich die Walzenjustierung. Außerdem ist es von
entscheidender Bedeutung, daß durch den gewählten Drehsinn von Tauch-und Dosierwalze
ein Feuchtmittelrückfluß aus dem ersten Walzenspalt in den Feuchtmittelbehälter möglich
ist. Schließlich schafft die erwähnte horizontale Anordnung der Feuchtwalzenreihe
eine gute Zugänglichkeit für eventuell unterhalb der Feuchtreibwalze anzubringende
weitere Feuchtwalzen.
[0011] Aus der US-PS 3 433 155 ist bereits ein kombiniertes Feucht-Farbwerk bekannt, dessen
Feuchtreibwalze, die von einer Tauchwalze über eine Dosierwalze gespeist wird, mit
der ersten Auftragwalze zusammenarbeitet. Da in ihrer Anstellzone Feuchtreibwalze
und Dosierwalze gleichen Drehsinn aufweisen, müssen wegen des Zurückfließens des Feuchtmittels
vom Spalt zwischen Tauch- und Dosierwalze die beiden letztgenannten Walzen übereinander
angeordnet sein. Dadurch ist der für die Feuchtung interessante Mantelflächenteil
der Meßwalze einer visuellen Kontrolle entzogen.
[0012] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich durch eine derartige
Wahl des Übersetzungsverhältnisses der unter Reibschluß aneinander anliegenden Dosier-
und Tauchwalze, relativ zum Übersetzungsverhältnis des von dem Achszapfen der Tauchwalze
abgeleiteten Zahnradtriebs der Dosierwalze aus, daß die Umfangsgeschwindigkeit der
Dosierwalze geringfügig größer ist als diejenige der Tauchwalze. Hierdurch wird ein
ständiges Anliegen der treibenden Flanken des Zahnradantriebs der Dosierwalze bewirkt.
Der zwischen Tauch- und Dosierwalze entstehende Schlupf säubert vorteilhafterweise
den Mantel der Tauchwalze.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die sowohl mit der ersten
als auch mit der zweiten Auftragwalze zusammenarbeitende Zwischenwalze traversierbar
angeordnet. Das Traversieren verhindert Farbaufbau auf der ersten Auftragwalze und
Schablonieren durch die Auftragwalzen.
[0014] Alle zuvor beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung können nach einem Verfahren
zum schnellen Einstellen des Farb-Feuchtgleichgewichts sowie zum ausgewogenen Einfärben
und Einfeuchten einer Offsetdruckplatte während des Fortdrucks arbeiten, welches die
im Anspruch 11 aufgezeigten Verfahrensschritte aufweist. Eine nach diesem Verfahren
in Betrieb gesetzte und betriebene Offsetdruckmaschine produziert praktisch keine
Makulatur.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren kann eine vorteilhafte Abwandlung erfahren, indem
bei kurzer Druckunterbrechung die erste Auftragwalze an der Platte angestellt bleibt,
während die übrigen Auftragwalzen abgestellt werden und die Zwischenwalze von der
ersten Auftragwalze abgehoben wird, und indem durch Schaltung der Maschine auf Fortdruck
das Arbeitsverfahren bei der Stufe Uberfeuchten der Platte einsetzt.
[0016] Eine andere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
daß bei längerer Druckunterbrechung die erste Auftragwalze sowohl von der Platte als
auch von der Feuchtreibwalze abgestellt und an die Zwischenwalze angestellt wird und
daß nach Schaltung der Maschine auf Fortdruck das Arbeitsverfahren bei der Stufe Vorfeuchten
des Farbwerks beginnt.
[0017] Die erfindungsgemäße Anordnung des kombinierten Feucht-Farbwerks läßt auch ein Waschen
der Walzen einschließlich sogar der Dosierwalze zu, ohne daß dabei die Platte benetzt
wird. Die Tauchwalze ist vom Waschvorgang ausgenommen. Die einzelnen Schritte des
erfindungsgemäßen Waschverfahrens bestehen darin, daß beim Waschen des kombinierten
Feucht-Farbwerks die Dosierwalze von der Tauchwalze abgehoben wird, wobei das Dosierwalzenantriebszahnrad
vom Tauchwalzenantrieb getrennt wird und wobei die Stellung der übrigen Walzen derjenigen
des Vorfeuchtens des kombinierten Feucht-Farbwerks entspricht. Das Waschverfahren
kann nur eingeleitet werden, wenn das Dosierwalzenantriebszahnrad vom Tauchwalzenantrieb
getrennt ist. Untersuchungen haben ergeben, daß mit dem in Richtung des Feuchtmittelkastens
zurückfließenden Teilstromes des Feuchtmittelfilms über die verchromte Feuchtreibwalze
hinweg Farbpartikel transportiert werden. Diese setzen sich in der Regel auf der mit
einem oleophilen Mantel versehenen Dosierwalze ab. Ein regelmäßiges Mitwaschen der
Dosierwalze verhindert also, daß sich das Feuchtmittel im Feuchtmittelkasten mit Farbe
anreichert. Dadurch wird die ständige Betriebsbereitschaft erhöht.
[0018] Die Erfindung wird durch ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung erläutert.
[0019] Es zeigt:
Fig. 1 Den schematischen Aufbau der in der Nähe des Plattenzylinders vorgesehenen
Walzen eines kombinierten Feucht-Farbwerks nach der Erfindung,
Fig. 2 dasselbe kombinierte Feucht-Farbwerk in der Schaltstellung "Vorfeuchten Feuchtwerk",
Fig. 3 das kombinierte Feucht-Farbwerk in der Schaltstufe "Vorfeuchten Farbwerk",
Fig. 4 dasselbe kombinierte Feucht-Farbwerk in der Schaltstufe "Vorfeuchten Druckplatte",
Fig. 5 dasselbe kombinierte Feucht-Farbwerk in der Schaltstufe "Uberfeuchten der Druckplatte",
Fig. 6 das kombinierte Feucht-Farbwerk nach Figur 1 in der Schaltstufe "Fortdruck",
Fig. 7 das nämliche kombinierte Feucht-Farbwerk während einer kurzen Druckunterbrechung.
Fig. 8 die Schaltstellung aller Walzen des kombinierten Feucht-Farbwerks nach Fig.
1 während einer langen Druckunterbrechung und
Fig. 9 die während des Waschvorgangs eingestellte Walzenstellung des kombinierten
Feucht-Farbwerks nach Fig. 1.
[0020] Die in den Figuren 1 bis 9 gezeigte Ausführungsform eines kombinierten Feucht-Farbwerks
nach der Erfindung hat fünf Auftragwalzen 1 bis 5, die an den Plattenzylinder 6 anstellbar
und von diesem abstellbar gelagert sind. Die in Drehrichtung des Plattenzylinders
6 gesehen erste Auftragwalze 1 ist mit der nächstfolgenden Auftragwalze 2 über eine
Zwischenwalze 7 verbunden. Die Auftragwalzen 2 und 3 haben Kontakt mit einer Farbreibwalze
8 und die beiden letzten Auftragwalzen 4 und 5 mit einer Farbreibwalze 8'. Im übrigen
ist der Farbwerksstrang mit weiteren, nicht gezeigten Walzen in bekannter Art versehen.
Der ersten Auftragwalze 1 wird Feuchtmittel mit Hilfe der Tauchwalze 9 über die Dosierwalze
10 und die mit der Auftragwalze 1 zusammenarbeitende Farbreibwalze 11 zugeführt. Die
Tauchwalze 9 taucht in das Feuchtmittel 12 des Feuchtmittelkastens 13 ein. Mit der
Feuchtreibwalze 11 kann auch noch eine gestrichelt dargestellte Speicherwalze 14 zusammenarbeiten,
die jedoch nur bei bestimmten Druckarbeiten vorgesehen wird.
[0021] Die fünf Auftragwalzen 1 bis 5 weisen eine farbfreudige, elastische Oberfläche auf.
Die Mantelfläche der Zwischenwalze 7 ist gleichfalls oleophil ausgeführt. Sie kann
beispielsweise aus Rilsan bestehen. In gleicher Weise ist auch die Mantelfläche der
beiden Farbreibwalzen 8 und 8' ausgebildet. Die Feuchtreibwalze 11 besitzt eine elektrolytisch
aufgerauhte Chromoberfläche, wohingegen die Dosierwalze 10 einen Gummimantel aufweist.
Die Mantelfläche der Tauchwalze 9 wiederum besteht aus einer elektrolytisch aufgerauhten
Chromschicht. Je nach dem Einsatz der Speicherwalze 14, ob in einem Alkohol- oder
in einem normalen Feuchtwerk, ist sie entweder mit einem Gummimantel oder mit einem
Textilüberzug versehen.
[0022] Die Lager- und Einstellmittel aller Walzen, sofern sie nicht ausdrücklich beschrieben
werden, entsprechen den in der Drucktechnik allgemein bekannten Ausführungen. Die
drei Reibwalzen 7, 8 und 11 sind formschlüssig angetrieben, die fünf Auftragwalzen
1 bis 5 und die Zwischenwalze 7 jedoch nur mittels Reibschluß. Die mit einem wesentlich
geringeren Durchmesser als die benachbarten Auftragwalzen 1 und 2 versehene Zwischenwalze
7 ist traversierbar gelagert. Das Traversieren, unterstützt von der höheren Drehzahl
der Zwischenwalze 3, verglichen mit der Drehzahl der benachbarten Auftragwalzen 1
und 2, wirkt dem Schablonieren entgegen.
[0023] Wie Figur 2 zeigt, ist die Tauchwalze 9 direkt durch einen gesonderten Motor 15 mit
im Verhältnis zur Umfangsgeschwindigkeit des Plattenzylinders 6 variablen Umfangsgeschwindigkeit
antreibbar. Auf einen der beiden Achszapfen 16 der Tauchwalze 9 ist ein Stirnzahr-rad
17 vorgesehen, das mit einem weiteren Stirnzahnrad 18 kämmt, welches sich auf einen
der Achszapfem 19 der Dosierwalze 10 befindet. Die Dosierwalze 10 wird also praktisch
mit der gleichen Umfangsgeschwindigkeit wie die Tauchwalze 9 angetrieben. Das Übersetzungsverhältnis
der unter Reibschluß aneinander anliegenden Dosier- und Tauchwalze relativ zum Übersetzungsverhältnis
des von dem Achszapfen 16 der Tauchwalze 9 abgeleiteten Zahnradantriebs 17, 18 der
Dosierwalze 10 ist jedoch derart gewählt, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Dosierwalze
10 geringfügig größer ist als diejenigen der Tauchwalze 9. Dadurch wird sichergestellt,
daß die treibenden Flanken des Stirnzahnrades 17 stets an den Zahnflanken des getriebenen
Stirnzahnrades 18 auf dem Achszapfen 19 der Dosierwalze 10 anliegen.
[0024] Die Tauchwalze 9 ist stationär gelagert. Die Dosierwalze 10 hingegen ist im Abstand
zur Tauchwalze einstellbar angeordnet. Darüberhinaus kann durch Verstellung der Dosierwalze
10 der Spalt bzw. der Anpreßdruck in der Anstellzone zwischen der Feuchtreibwalze
11 und der Dosierwalze 10 durch Verstellung der letztgenannten Walze eingestellt werden.
Auftragwalze 1 ist über Lagerbügel 20 um die Drehachse der Feuchtreibwalze 11 verschwenkbar
angeordnet. Die Schwenkung bewirkt ein Schaltnocken 21, der von einer nicht dargestellten
Stufenschaltung getätigt wird, und der mit einer Schaltnase 22 der Lagerbügel 20 zusammenarbeitet.
Einstellbare Druckfedern 23 üben eine derartige Kraft auf die Lagerbügel 20 aus, daß
die Schaltnase 22 stets in Richtung zum Schaltnocken 21 gedrückt wird.
[0025] Die Auftragwalze 1 ist in den Lagerbügeln 20 exzentrisch gelagert, derart, daß durch
Verschwenken eines Rollenhebels 24 die Mantelfläche der Auftragwalze 1 von der Mantelfläche
der Feuchtreibwalze 11 um den Spalt 25 getrennt wird. Das Abheben der Auftragwalze
1 von der Feuchtreibwalze 11 bewirkt eine Laufrolle 26, die sich am Rollenhebel 24
befindet, und die in eine Ausnehmung 27 einer Steuerkurve 28 in dieser Schall Stellung
eingefallen ist. Die Steuerkurve 28 ist koaxial zur Feuchtreibwalze 11 und mit den
Lagerbügeln 20 verschwenkbar angebracht.
[0026] Die Zwischenwalze 7 und die Auftragwalze 2 sind auf gemeinsamen Lagerbügeln 29 drehbar
und justierbar gelagert. Sie sind um die Drehachse der Farbreibwalze 8 verschwenkbar
angeordnet. Eine mit den Lagerbügeln 29 fest verbundene Stellnase 30 wird von einer
Druckfeder 31 gegen einen Schaltnocken 32 gepreßt. Mittels dieses Schaltnockens 32
kann die Auftragwalze 2 um den Spalt 33 vom Plattenzylinder 6 abgehoben werden. Dabei
wird auch die Zwischenwalze 7 um denselben Winkel mitverschwenkt. Darüberhinaus ist
die Zwischenwalze 7 in den Lagerbügeln 29 für sich mittels der Druckfedern 34 verfedert
gelagert, so daß sie sich auf die einzelnen Stellungen der beiden benachbarten Auftragwalzen
1 und 2 einstellen kann. In der in Figur 2 dargestellten Schaltstellung ist übrigens
die Auftragwalze 1 durch Betätigen des Schaltnockens 21 um den Spalt 35 von der Mantelfläche
des Plattenzylinders 6 abgehoben.
[0027] Beim Anfahren der Offsetdruckmaschine entspricht die Walzenstellung gemäß Figur 2
der ersten Schaltstufe. Der Hauptschalter ist eingeschaltet. Die Stromversorgung aller
Betriebsstellen ist sichergestellt. Die Feuchtmittelumwälzung hat den Betrieb aufgenommen.
[0028] Nach Betätigung des Druckschalters "Betrieb" treibt der Motor 15 die Tauchwalze 9
und die Dosierwalze 10 mit erhöhter Drehzahl, beispielsweise mit 200 Umdrehungen/min
an. Der Hauptmotor ist noch nicht eingeschaltet. Daher stehen auch der Plattenzylinder
und alle übrigen Walzen des kombinierten Feucht-Farbwerks noch still. Während dieser
Anlaufphase, in welcher normalerweise das sogenannte Anlaufwarnsignal gegeben wird,
erfolgt somit das Vorfeuchten des aus Tauchwalze 9 und Dosierwalze 10 bestehenden
Feuchtwerksteils. Nach dieser wählbaren Zeitspanne von beispielsweise 3 Sekunden wird
die Tauchwalzendrehzahl auf 10 Umdrehungen/min heruntergeregelt. Der Feuchtwerksteil
ist betriebsbereit.
[0029] Automatisch wird nach dem Anlaufwarnsignal der Hauptmotor in Betrieb gesetzt. Der
Plattenzylinder 6 und die dargestellten Walzen 11, 1, 7, 2 und 8 sowie die übrigen
nicht gezeigten Walzen des kombinierten Feucht-Farbwerks beginnen zu rotieren. Die
Drehrichtung der Reibwalze 11 ist jedoch derart, daß sie in der Anstellzone der Drehrichtung
der Dosierwalze 10 entgegengerichtet ist. Eine nicht gezeigte Stufenschaltung hat
über den Schaltnocken 21 und die Schaltnase 22 die Lagerbügel 20 im Uhrzeigersinne
etwas weiter verschwenkt. Dabei ist die Laufrolle 26 aus der Ausnehmung 27 der Steuerkurve
28 herausgelangt und hat die Auftragwalze 1 an die Feuchtreibwalze 11 angelegt. Gleichzeitig
ist auch durch das Verschwenken der Lagerbügel 20 , wie Figur 3 zeigt, die Auftragwalze
1 mit der Zwischenwalze 7 in Berührung gelangt.
[0030] In dieser Schaltstellung aller Walzen erfolgt das Vorfeuchten des Farbwerks. Während
einer einstellbaren Zeitspanne von 0 bis 5 Sekunden fließt ein Feuchtmittelstrom von
der Tauchwalze 9 über die Zwischenwalze 10, die Feuchtreibwalze 11, die Auftragwalze
1 und die Zwischenwalze 7 in den Farbwerksteil des kombinierten Feucht-Farbwerks hinein.
Gleichzeitig gelangt auch über die Zwischenwalze 7 vom Farbwerksteil etwas Farbe auf
die erste Auftragwalze 1.
[0031] Das Vorfeuchten währt so lange, bis der Farbwerksstrang des kombinierten Feucht-Farbwerks
mit Fauchfflüssigkeit gesättigt ist, d. h. bis Farbe und Fechtmittel einen Gleichgewichtszustand
eingenommen baben der each ständig beim Fortdrucken herrscht. In dieser Schaltsufe
hat die erste Auftragwalze den größten Abstand von der Oberfläche des Plattenzylinders
6 erreicht. Dieser Abstand ist durch den Spalt 36 angedeutet. Die übrigen Auftragwalzen
2 bis 5 haben ihre Lage nicht verändert.
[0032] Während dieses Vorfeuchtens des Farbwerkteiles rotieren die Tauchwalze 9 und die
Dosierwalze 10 mit erhöhter Drehzahl, beispielsweise mit 200 Umdrehungen/min. Nach
Beendigung des Vorfeuchtens des Farbwerksteiles wird die Drehzahl von Tauch- und Dosierwalze
wieder auf 10 Umdrehungen/min reduziert.
[0033] Über die nicht dargestellte Stufenschaltung erfolgt nun, wie in Figur 4 dargestellt,
das Anstellen der Auftragwalze 1 an den Plattenzylinder 6. Dabei trennt sich die Auftragwalze
1 von der Zwischenwalze 7 um den Spalt 37. Mit der Feuchtreibwalze 11 bleibt die Auftragwalze
1 weiterhin in Kontakt. Die mit niedriger Drehzahl, beispielsweise 10 Umdrehungen/min,
rotierende Tauchwalze 9 und Dosierwalze 10 führen der Feuchtreibwalze 11 und damit
auch der Auftragwalze 1 geringe Mengen Feuchtmittel zu, die auf die Platte des Plattenzylinders
6 aufgebracht werden. In dieser Schaltstufe wird somit die Platte vorgefeuchtet und
erhält außerdem bereits etwas Farbe.
[0034] Nach Beendigung des Vorfeuchtens der Platte kann der Knopf "Druck-An" gedrückt werden.
Nun sorgt eine weitere nicht dargestellte Stufenschaltung für den Ablauf der nächsten
Schaltstufen. Vorerst bleibt, wie Figur 5 zeigt, die Stellung aller Walzen unverändert.
Es ist also lediglich Auftragwalze 1 angestellt, während die übrigen Auftragwalzen
2 bis 5 noch abgestellt sind. Die Drehzahl von Tauchwalze 9 und Dosierwalze 10 wird
für eine einstellbare Zeitspanne von beispielsweise 0 bis 5 Sekunden wieder erhöht,
z. B. auf 200 Umdrehungen/min, so daß kurzfristig der Platte eine größere Menge Feuchtmittel
zugeführt Disse Sohaltetufe wird daher "Uberfeuchten der Platte" genannt.
[0035] Nach der Uberfeuchtperiode wird die Drehzahl der Tauch- 9 und Dosierwalze 10 wieder
heruntergeregelt und der Drehzahl der Maschinengeschwindigkeit angepaßt. Die automatische
Stufenschaltung sorgt nun für das selbsttätige Regeln der Drehzahl des Motors 15 sowie
für das Anstellen der übrigen Auftragwalzen 2 bis 5, wie aus Figur 6 hervorgeht. Da
sowohl der Farbwerksteil des kombinierten Feucht-Farbwerks als auch die Platte durch
Vorfeuchtung in einen solchen Zustand versetzt wurden, wie er während des Fortdrucks
herrscht, fällt während des mit dem Anstellen der Auftragwalzen synchronisierten Papierlaufs
keine Makulatur an. Das Öffsetdruckwerk ist voll betriebspereit. Eine Veränderung
der Farbgebung tritt nicht ein.
[0036] Die eigenartige Anordnung der Walzen, nämlich der Kontakt der ersten Auftragwalze
mit der Feuchtreibwalze 11 und der Zwischenwalze 3 bewirkt, daß die erste Auftragwalze
1 vornehmlich Feuchtmittel 12 aber zu einem geringeren Ausmaß auch Farbe auf die Platte
aufbringt, während die nächstfolgenden Auftragwalzen 2 bis 5, je nach ihrer Entfernung
von der ersten Auftragwalze, weniger Feuchtmittel, dafür aber um so mehr Farbe der
Platte zuführen. Die überbrückende Zwischenwalze 7 sorgt nun dafür, daß dieses Verhältnis
des abgestuften Aufbringens von Farbe und Feuchtmittel aufrechterhalten bleibt, so
daß, wie Versuche ergaben, die Farbe hervorragend aufliegt, d. h. sich ein brillianter
Druck einstellt. Wird durch nichtdargestellte Meßeinrichtungen oder durch Auswertung
des Druckproduktes ein zu starker Anteil von Feuchtmittel in der verwendeten Feuchtmittel-Farbenimulsion
festgestellt, so wird kurzfristig die Drehzahl des Motors 15 und damit der Tauchwalze
9 sowie der Dosierwalze 10 auf eine Minimaldrehzahl von beispielsweise 10 Umdrehungen/min
heruntergeregelt. Diese Regelung erfolgt selbsttätig. Dadurch ist gewährleistet, daß
das Farbe-Feuchtmittelgeleichgewicht stets erhalten bleibt.
[0037] In Figur 6 ist die spezielle Lagerung der Dosierwalze 10 dargestellt. Die besagre
Walze kann, wie vorher schon erwähnt, sowohl in Richtung auf die Tauchwalze 9 als
auch in Richtung auf die Feuchtreibwalze 11 verstellt werden. Die Achszapfen 19 der
Dosierwalze 10 ruhen auf schwenkbaren und verstellbaren Lenkern 40, die unter dem
Druck einer Feder 41 stehen, und die die Achszapfen 19 jeweils gegen zwei Stellschrauben
42 und 43 anlegen. Diese Stellschrauben 42 und 43 sind etwa in einem Winkel von 900
zueinander angeordnet. Durch Betätigen der Stellschraube 42 wird der Spalt bzw. Anpreßdruck
in der Anstellzone zw ischen Feuchtreibwalze 11 und Dosierwalze 10 eingestellt. Eine
Verstellung der Stellschraube 43 verändert den Anpreßdruck zwi- /und schen der Tauchwalze
9 der Dosierwalze 10. Die Achszapfen 19 der Dosierwalze 10 sind mit einer Stellfläche
44 versehen. Durch Drehen der Achszapfen 19 kann die Stellfläche 44 mit der Stellschraube
43 in Kontakt gelangen. Dadurch wird mittels der Kraft der Druckfeder 41 die Dosierwalze
10 von der Tauchwalze 9 abgehoben. Die Einjustierung des gewünschten bzw. erforderlichen
Feuchtfilms wird dadurch sehr erleichtert, daß derjenige Mantelflächenteil der Dosierwalze
10, welcher dem Abquetschspalt zwischen Tauchwalze 9 und Dosierwalze 10 folgt, gut
von oben her eingesehen werden kann.
[0038] Erfolgt infolge eines Stoppers beispielsweise aufgrund eines Schräg-oder Doppelbogens
eine kurze Druckunterbrechung, deren Ursache beispielsweise in einer Zeitspanne von
30 Sekungen behebbar ist, so werden automatisch, wie Figur 7 zeigt, die Auftragwalzen
2, 3, 4 und 5 abgehoben. Der Einfachheit halber sind die Auftragwalzen 3 bis 5 nicht
mehr dargestellt. Mit dem Verschwenken der Lagerbügel 29 wird auch die Zwischenwalze
7 von der ersten Auftragwalze 1 abgehoben. Damit ist die Zufuhr von Farbe unterbrochen.
Die erste Auftragwalze 1 bleibt aber weiterhin an den Plattenzylinder 6 angestellt.
Da jedoch mit Abstellung der oben erwähnten Auftragwalzen 2 bis 5 auch die Drehzahl
der Ta.uchwalze 9 und der Dosierwalze 10 auf eine minimale Drehzahl von beispielsweise
10 Umdrehungen/min heruntergeregelt worden ist, wird während dieser kurzen Unterbrechung
der Platte des Plattenzylinders 6 in geringem Ausmaß über die Feuchtreibwalze 11 und
die erste Auftragwalze 1 Feuchtmittel zugeführt. Weil der abgestellte Farbwerksteil
weiterrotiert, bleiben also beide Teile des kombinierten Feucht-Farbwerks für diese
kurze Periode voll betriebsbereit. Desgleichen auch die Platte.
[0039] Ist die Ursache des Stoppers in der gesetzten Zeitspanne behoben worden, so kann
von dem Bedienenden der Fortdruckknopf gedrückt werden und das Anlaufverfahren der
Maschine setzt bei der Stufe "Überfeuchten der Druckplatte"ein, d. h., die Drehzahl
der Tauchwalze 9 und der Dosierwalze 10 wird durch erhöhten Antrieb vom Motor 15 auf
etwa 200 Umdrehungen/min kurzzeitig wieder hinaufgesetzt, so daß zunächst die Platte
kurzfristig überfeuchtet wird, worauf dann, wie oben schon beschrieben, das Herabregeln
der Tauch- und Dosierwalzendrehzahl auf die Maschinendrehzahl erfolgt und die übrigen
Auftragwalzen synchron zum Papierlauf angestellt werden, wobei natürlich auch die
Zwischenwalze 7 wieder mit der ersten Auftragwalze 1 in Kontakt gebracht wird.
[0040] Ist hingegen eine längere Unterbrechung der Offsetdruckmaschine notwendig, sei es,
daß zähe Farbe einen Bogen bis zum Plattenzylinder befördert hat, oder sei es, daß
die Gummizylinder gewaschen werden müssen, so erfolgt,wie in Figur 8 gezeigt ist,
das gleichzeitige automatische Abstellen aller Auftragwalzen 1 bis 5 vom Plattenzylinder
6, wobei die nicht dargestellte Stufenschaltung über den Schaltnocken 21 und die Schaltnase
22 die erste Auftragwalze 1 derart weit verschwenkt, daß die Rolle 26 in die Ausnehmung
27 der Steuerkurve 28 einfällt, wodurch aufgrund ihrer exzentrischen Lagerung die
Auftragwalse 1 um den Spalt 25 von der Feuchtreibwalze 11 abgehoben wird. Der Motor
15 treibt die Tauchwalze 9 und die Dosierwalze 10 in dieser Schaltstellung nur noch
mit der verringerten Drehzahl von beispielsweise 10 Umdrehungen/min an. Überhaupt
sei erwähnt, daß, solange der Hauptschalter der Maschine eingeschaltet ist, d. h.
die Stromversorgung an allen Stellen der Maschine erfolgt, Tauchwalze 9 und Dosierwalze
10 auch nach Abstellen des Hauptmotors stets mit der Minimaldrehzahl angetrieben sind.
[0041] Will der Bedienende am Ende der längeren Unterbrechung die Maschine wieder in Gang
setzen, so braucht er nur den Fortdruckknopf zu betätigen und die erwähnten Stufenschaltungen
sorgen für ein automatisches Abwickeln des gesamten Anlaufverfahrens, d.h. , es wird
zunächst das Feuchtwerksteil, dann der Farbwerksteil und darauf die Platte vorgefeuchtet
und schließlich erfolgt vor Anstellen der übrigen Auftragwalzen das kurzfristige Uberfeuchten
der Platte. Somit ist sowohl beim normalen Anfahren nach längerem Stillstand der Maschine
als auch nach kürzeren und längeren Unterbrechungen des Fortdrucks gewährleistet,
daß die Maschine beim Einsetzen des Papierlaufes voll druckfähig ist und praktisch
ohne Makulaturanfall arbeitet.
[0042] Für das Waschen des kombinierten Farb-Feuchtwerks ist, wie Figur 9 ausweist, die
Schaltstufe "Vorfeuchten Farbwerk" einzustellen. Zusätzlich müssen von Hand die Achszapfen
19 der Meßwalze 10 derart gedreht werden, daß die Stellfläche 44 der Stellschraube
43 gegenübersteht, wodurch die Dosierwalze 10 von der Tauchwalze 9 um den Spalt 45
abgehoben wird. Dabei kommen auch das auf dem Achszapfen 16 befestigte Stirnzahnrad
17 und das auf dem Achszapfen 19 angebrachte Stirnzahnrad 18 außer Eingriff. Der Motor
15 treibt nunmehr mit niedriger Drehzahl, beispielsweise 10 Umdrehungen/min, die Tauchwalze
9 an. Die Dosierwalze 10 hingegen ist durch eine besondere Lage der Stellschraube
42 etwas stärker an die Feuchtreibwalze 11 angestellt. Diese besondere Lage der Stellschraube
42 besteht darin, daß ihre Symmetrieachse sich nicht mit der Verbindungslinie zwischen
der Drehachse der Dosierwalze 10 und der Drehachse der Feuchtreibwalze 11 in beider
normalen Betriebsstellung deckt, sondern geringfügig davon abweicht, so daß beim Abstellen
der Dosierwalze 10 von der Tauchwalze 9 ein grösserer Druck in der Anstellzone zwischen
Dosierwalze 10 und Feuchtreibwalze 11 erzeugt wird.
[0043] Die Rauhigkeit der Chromoberfläche der Feuchtreibwalze 11 ist ausreichend, um sowohl
die Dosierwalze 10 als auch die Auftragwalze 1 mit Zwischenwalze 7 während des nun
einsetzenden Waschvorganges anzutreiben. Es muß erwähnt werden, daß ein Anstellen
des Waschvorganges erst dann möglich ist, wenn durch Verdrehen der Achszapfen 19 in
die in Figur 9 gezeigte Stellung ein nicht dargestellter Endschalter betätigt wird.
Da, wie Versuche ergeben haben, trotz des hydrophilen Charakters der Oberfläche der
Feuchtreibwalze 11 mit dem in Richtung Feuchtmittelkasten 13 zurückfließenden Feuchtmittelfilms
Farbpartickelchen auf die Mantelfläche der an sich oleophilen Dosierwalze 10 gelangen
und sich dort ablagern, ist ein Waschen der Dosierwalze 10 mit allen übrigen Walzen
mit Ausnahme der Tauchwalze äußerst vorteilhaft.
[0044] Ein bedeutender Vorteil der Gegenläufigkeit von Feuchtreibwalze 11 und Dosierwalze
10 in beider Anstellzone sei hier noch nachgetragen. Bei Filmfeuchtwerken, z. B, gemäß
der US-PS 3 433 155, deren Dosier- und Feuchtreibwalze in der Anstellzone gleichläufig
zusammenarbeiten, kann sich bei zu starkem Anstellen ein Absperreffekt in der Anstellzone
einstellen. Ungenügende Wasserführung ist die Folge.
[0045] Die Gegenläufigkeit von Feuchtreibwalze 11 und Dosierwalze 10 in der Anstellzone
vermeidet dies. Erfolgt hier eine zu starke Anstellung, so kann ein Absperreffekt
nie entstehen, da das Feuchtmittel zwangsweise abgenommen wird. Ein Feuchtwerksteil
nach der Erfindung ist deshalb gegen Einstellungsfehler der Walzen 10, 11 unempfindlich.
[0046] Es sind auch Abwandlungen der dargestellten Ausführungsform der Erfindung denkbar.
So läßt sich beispielsweise die Zahl der Auftragswalzen je nach den Erfordernissen
variieren. Ferner kann man den Durchmesser der Zwischenwalze gleich oder größer als
denjenigen der angrenzenden Auftragwalzen ausführen. Dies ermöglicht eine Ausbildung
der Antriebsmittel der Zwischenwalze zur Verwirklichung eines großen Verreibungshubes.
TEILELISTE
[0047]
1 erste Auftragwalze
2
3 Auftragwalzen
4
5
6 Plattenzylinder
7 Zwischenwalze
8 Farbreibwalze
8' "
9 Tauchwalze
10 Dosierwalze
11 Feuchtreibwalze
12 Feuchtmittel
13 Feuchtmittelkasten
14 Speicherwalze
15 Motor
16 Achszapfen
17 Stirnzahnrad
18 "
19 Achszapfen
20 Lagerbügel
21 Schaltnocken
22 Schaltnase
23 Druckfedern
24 Rollenhebel
25 Spalt
26 Laufrolle
27 Ausnehmung
28 Steuerkurve
29 Lagerbügel
30 Stellnase
31 Druckfeder
32 Schaltnocken
33 Spalt
34 Druckfedern
35 Spalt
36
37
38
39
40 Lenker
41 Feder
42 Stellschrauben
43 "
44 Stellfläche
45 Spalt
46
47
48
49
50
1. Kombiniertes Feucht-Farbwerk für Offsetdruckwerke, mit
a) an den Plattenzylinder anstellbaren Auftragwalzen,
b) von denen die, in Drehrichtung des Plattenzylinders gesehen, erste Auftragwalze
über eine oleophile Zwischenwalze an die nächstfolgende Auftragwalze angeschlossen
ist und
c) von denen die zweite und dritte Auftragwalze sowie eventuell folgende Auftragwalzen
an je einer Farbreibwalze anliegen, ferner mit
d) einer Feuchtreibwalze eines Feuchtwerks, die mit der ersten Auftragwalze zusammenarbeitet,
dadurch gekennzeichnet, daß
e) die erste Auftragwalze (1) in drei Schaltstellungen verstellbar gelagert sowie
f) durch Reibschluß angetrieben ist und daß
g) die erste Auftragwalze (1) in den drei Schaltstellungen an dem Plattenzylinder
(6) und/oder an der Feuchtreibwalze (11) und/ oder an der Zwischenwalze (7) anliegt.
2. Kombiniertes Feucht-Farbwerk für Offsetdruckwerke, mit
a) an den Plattenzylinder anstellbaren Auftragwalzen,
b) von denen die, in Drehrichtung des Plattenzylinders gesehen, erste Auftragwalze
über eine Zwischenwalze an die nächstfolgende Auftragwalze angeschlossen ist und
c) von denen die zweite und dritte Auftragwalze sowie eventuell folgende Auftragwalzen
an je einer Farbreibwalze anliegen, ferner mit
d) einer Feuchtreibwalze, die mit der ersten Auftragwalze zusammenwirkt, sowie
e) einer mit einer Tauchwalze zusammenwirkenden Dosierwalze, welche die Feuchtflüssigkeit
der Feuchtreibwalze zuführt,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
f) die Tauchwalze (9) ist stationär gelagert,
g) die Dosierwalze (10) ist im Abstand zur Tauchwalze (9) einstellbar angeordnet,
h) für das Antreiben der Tauchwalze (9) mit veränderbarer Geschwindigkeit ist ein
gesonderter Antrieb vorgesehen,
i) die Dosierwalze (10) ist über den Tauchwalzenantrieb angetrieben und
j) die Dosierwalze (10) ist in der Anstellzone zur Feuchtreibwalze (11) gegenläufig.
3. Kombiniertes Feucht-Farbwerk für Offsetdruckwerke nach Anspruch 2,
gekennzeichnet durch
eine derartige Wahl des Übersetzungsverhältnisses der unter Reibschluß aneinander
anliegenden Dosier- (10) und Tauchwalze (9) relativ zum Übersetzungsverhältnis des
von dem Achszapfen (16) der Tauchwalze (9) abgeleiteten Zahnradantriebs (17, 18) der
Dosierwalze (10), daß die Umfangsgeschwindigkeit der Dosierwalze (10) geringfügig
größer ist als diejenige der Tauchwalze (9).
4. Kombiniertes Feucht-Farbwerk nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Dosierwalze (10) relativ zur Feuchtreibwalze (11) einstellbar gelagert ist.
5. Kombiniertes Feucht-Farbwerk für Offsetdruckwerke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten Auftragwalze (1,2) zusammenarbeitende
Zwischenwalze (7) traversierbar angeordnet ist.
6. Kombiniertes Feucht-Farbwerk nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser der Zwischenwalze (7) wesentlich kleiner als derjenige der benachbarten
Auftragwalzen (1,2) ist.
7. Kombiniertes Feucht-Farbwerk nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
alle Auftragwalzen (1 - 5) mittels Stufenschaltungen vom Plattenzylinder (6) gemeinsam
ab- und an diesen wieder anstellbar angeordnet sind.
8. Kombiniertes Feucht-Farbwerk nach Anspruch 1 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die erste Auftragwalze (1) unabhängig von den übrigen Auftragwalzen (2-5) von der
abgestellten Zwischenwalze (7) ab- und an den Plattenzylinder (6) anstellbar gelagert
ist.
9. Kombiniertes Feucht-Farbwerk nach Anspruch 1 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
in abgestellter Lage aller Auftragwalzen (1-5) die erste Auftragwalze (1) über gesonderte
Schaltmittel (24, 26, 27, 28) von der Feuchtreibwalze (11) zusätzlich abstellbar ist.
10. Kombiniertes Feucht-Farbwerk nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Oberfläche der Feuchtreibwalze (11) eine hohe Rauhigkeit aufweist.
11. Verfahren zum schnellen Erreichen des Farb-Feuchtegleichgewichts sowie zum ausgewogenen
Einfärben und Einfeuchten einer Offsetplatte während des Fortdrucks bei einem kombinierten
Feucht-Farbwerk für Offsetdruckwerke nach Anspruch 1 und gegebenenfalls in Kombination
mit einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 10,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschrit- te:
a) Durch kurzzeitiges Antreiben der Tauchwalze (9) und der Dosierwalze (10), vorzugsweise
mit erhöhter Drehzahl, wird während des Maschinenstillstandes dieser Feuchtwerksteil
vorgefeuchtet.
b) Während bei laufender Maschine die Auftragwalzen (1-4) von der Platte noch abgestellt
sind, erfolgt durch Anstellen der ersten an der Zwischenwalze (7) anliegenden Auftragwalze
(1) an die Feuchtreibwalze (11) die Vorfeuchtung des gesamten Farb-Feuchtwerkes, vorzugsweise
mit erhöhter Drehzahl der Tauchwalze (9).
c) Die erste Auftragwalze (1) wird von der Zwischenwalze (7) abgestellt und an den
Plattenzylinder (6) angestellt, wobei der Kontakt mit der Feuchtreibwalze (11) aufrechterhalten
bleibt, so daß die Platte vorzugsweise mit niedriger Drehzahl der Tauchwalze (9) vorgefeuchtet
und mit einem gewissen Anteil frischer Farbe versorgt wird.
d) Während einer einstellbaren Zeitspanne wird die Platte bei erhöhter Tauchwalzendrehzahl
und gleicher Walzenstellung wie beim Vorfeuchten gemäß e) überfeuchtet.
e) Alle übrigen Auftragwalzen (1 -5) werden an den Plattenzylinder zwecks Fortdrucks
angestellt, wobei die erste bereits vorher angestellte Auftragwalze (1) und die Zwischenwalze
(7) wieder in Kontakt gelangen.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) bei kurzer Druckunterbrechung die erste Auftragwalze (1) an der Platte angestellt
bleibt, während die übrigen Auftragwalzen (2-5) abgestellt werden und die Zwischenwalze
(7) von der ersten Auftragwalze (1) abgehoben wird und daß
b) durch Schaltung der Maschine auf Fortdruck das Arbeitsverfahren bei der Stufe Überfeuchten
der Druckplatte einsetzt.
13. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) bei längerer Druckunterbrechung die erste Auftragwalze (1) sowohl von der Platte
als auch von der Feuchtreibwalze (11) abgestellt und an die Zwischenwalze (7) angestellt
wird und daß
b) nach Schaltung der Maschine auf Fortdruck das Arbeitsverfahren bei der Stufe Vorfeuchten
des Farbwerks beginnt.
14. Verfahren nach den Ansprüchen 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß,
solange der Hauptschalter eingeschaltet ist, bei allen kurzen und längeren Druckunterbrechungen
Tauchwalze (9) und Dosierwalze (10) stets mit verminderter Drehzahl weiterlaufen.
15, Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) beim Waschen des kombinierten Feucht-Farbwerks die Dosierwalze 10) von der Tauchwalze
(9) abgehoben wird,
b) wobei das Dosierwalzenantriebszahnrad vom Tauchwalzenantrieb getrennt wird und
c) wobei die Stellung der übrigen Walzen derjenigen des Vorfeuchtens des Farbwerks
entspricht.
16. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
in der Waschstellung die Dosierwalze (10) stärker an die Feuchtreibwalze (11) angestellt
wird.