[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln von Blättern eines Stapels,
mit vertikal verschiebbaren Eckenniederhaltern im Bereich der vorderen Blattecken.
[0002] Aus der DE-AS 26 43 388 ist eine Blattvereinzelungsvorrichtung mit annähernd vertikal
verschiebbaren Eckenniederhaltern im Bereich der vorderen Blattecken bekannt, von
denen jeder am einen Ende eines um ein am anderen Ende befindliches erstes Drehgelenk
schwenkbaren Hebels angebracht ist, wobei die beiden Hebel zu beiden Längsseiten des
Stapels angeordnet sind. Der Hebel ist außerdem um ein zweites, nicht lagefestes Drehgelenk
schwenkbar, das Bestandteil des Hebels ist. An diesem Drehgelenk ist ein Steuerhebel
angelenkt, der ein ortsfest gelagertes Drehgelenk aufweist. Das erste Drehgelenk ist
verschieblich angeordnet.
[0003] Diese Vorrichtung, bei der die Eckenniederhalter an drehbar gelagerten Hebeln befestigt
sind, erfordert einen bestimmten Aufwand, damit die Eckenniederhalter im Bereich der
Vorderkante des Blattstapels annähernd eine Gerade durchlaufen. Hierfür ist ein viergliedriges
Getriebe notwendig und ferner müssen die Eckenniederhalter drehbar gelagert sein.
Bei einer derartigen Vereinzelungsvorrichtung ist die Blattstapelhöhe begrenzt, da
eine Geradführung der Eckenniederhalter nur über einen bestimmten vertikalen Bereich
erzielt,werden kann.
[0004] Bei der in der DE-OS 20 07 594 beschriebenen Blattvereinzelungsvorrichtung sind die
Eckenniederhalter an schwenkbaren Armen angeordnet, die sicr längs den äußeren Seiten
von Führungsschienen erstrecken und führen eine im wesentlichen vertikale Bewegung
auf einer bogenförmigen Bahn aus. Um das vordere Ende des Stapels entsprechend dieser
bogenförmigen Bahn auszurichten, ist eine vordere Anschlageinrichtung vorgesehen,
die zu und aus einer aufrechten Stellung zur Berührung des Stapels bewegt werden kann.
Diese Anschlageinrichtung ist mit einem Anschlagbauteil ausgerüstet, das zwischen
den Eckenniederhaltern angeordnet ist und dessen unteres Ende fest mittels einer geeigneten
Einrichtung mit einer Welle verbunden ist, die drehbar unterhalb der Fläche des Stapeltroges
durch Backen aufgenommen ist.
[0005] Diese bekannte Vorrichtung ist aufwendig, da neben den Armen zum Verschwenken der
Eckenniederhalter noch eine eigene Anschlageinrichtung, die um eine Welle drehbar
sein muß, vorhanden ist, um die bogenförmige, nach unten gerichtete Bahn der Eckenniederhalter
so zu berücksichtigen, daß auch die untersten Blätter des Stapels noch einwandfrei
vereinzelt werden können.
[0006] Eine aus der DE-OS 22 65 l08 bekannte Blattvereinzelungsvorrichtung weist eine Steuervorrichtung
auf, die die Eckenniederhalter im wesentlichen ständig in Berührung mit der Ecke des
Stapels hält, damit diese sich beim Abarbeiten des Stapels auf einem senkrechten Weg
nach unten bewegen. Hierzu ist ein Hebel an einer Seitenplatte gelagert, die bogenförmige
Schlitze besitzt, welche von dem Hebel wegragende Zapfen aufnehmen. Wenn der Hebel
angehoben wird, folgen die Zapfen der langgestreckten, gekrümmten Form der Schlitze,
wodurch sich die Blattvereinzelungsvorrichtung im wesentlichen senkrecht nach unten
bewegt. Das Anheben des Hebels erfolgt mittels einer Nockeneinrichtung.
[0007] Auch bei dieser Blattvereinzelungsvorrichtung sind relativ aufwendige Einrichtungen
vorhanden, um die Eckenniederhalter längs einer nahezu senkrechten Bahn zu bewegen.
[0008] Allen diesen bekannten Blattvereinzelungsvorrichtungen ist gemeinsam, daß die Blattstapelhöhe
begrenzt ist, da eine Geradführung der Eckenniederhalter nur über einen bestimmten
schmalen Bereich erzielt werden kann, wobei zusätzliche Einrichtungen vorhanden sind,
um die Eckenniederhalter längs der Bahn zu bewegen, die im übrigen nahezu senkrecht
verläuft.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, demgegenüber eine Blattvereinzelungsvorrichtung zu
schaffen, die einfach und kostengünstig aufgebaut ist und ohne zusätzliche Einrichtungen
über die gesamte Stapelhöhe eine exakte Vertikalbewegung der Eckenniederhalter ermöglicht
und bei der die Größe der Blattstapelhöhe nur durch die Bauhöhe der Blattstapelvorrichtung,
nicht jedoch durch den bestimmten Bereich beschränkt ist, in welchem eine Geradführung
der Eckenniederhalter erzielt werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Vorrichtung aus zwei Eckenniederhaltern
und einer Leiste, die in Führungsteilen vertikal verschiebbar ist, besteht.
[0011] Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der Patentansprüche
2 bis 10.
[0012] Mit der Erfindung werden die Vorteile erzielt, daß der gerätetechnische Aufwand wesentlich
geringer als bei bekannten Blattvereinzelungsvorrichtungen ist, daß eine unbegrenzte
Stapelhöhe möglich ist und daß bei einem Wechsel des Blattformats keine komplizierten
Verstellbewegungen erforderlich sind, sondern lediglich ein Austauschen der Leiste
oder ein Umstecken eines oder beider Eckenniederhalter aus den Positionen des ursprünglichen
Blattformates in diejenigen Positionen des neuen Blattformates auf der Leiste.
[0013] Im folgenden werden drei zeichnerisch dargestellte Ausführungsbeispiele der Erfindung
näher erläutert.
[0014] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht der Blattvereinzelungsvorrichtung
mit einer Leiste, an der die Eckenniederhalter unlösbar befestigt sind,
Fig. 2a in Explosionsdarstellung eine Leiste der Blattvereinzelungsvorrichtung mit
einem von der Leiste getrennten Eckenniederhalter, und
Fig. 2b eine weitere Ausführungsform einer Leiste der Blattvereinzelungsvorrichtung,
ähnlich der Ausführungsform nach Fig. 2a.
[0015] Die in Fig. 1 dargestellte Blattvereinzelungsvorrichtung besteht aus einer Leiste
1, die zwei Eckenniederhalter 2 trägt, und aus zwei Führungsteilen 3, die auf einem
Bodenblech 6 für die Aufnahme eines Blattstapels 4 angeordnet sind. Bei diesen Führungsteilen
3 handelt es sich um Zylinder, die jeweils einen senkrechten und zur Zylinderachse
parallelen Führungsschlitz 7 zur Aufnahme und zur gleitenden Führung der Enden der
Leiste 1 aufweisen. Die Leiste 1 ist an ihren Enden derart ausgeführt, daß sie in
den Führungsschlitzen 7 nahezu reibungslos gleiten kann und ist beispielsweise aus
Metall gefertigt, damit sie infolge ihres Gewichts auf die Eckenniederhalter 2 einen
ausreichenden Druck zum Niederhalten der Blätter des Stapels ausüben kann. Bei der
Ausführungsform nach Fig. 1 sind die Eckenniederhalter 2 fest, d.h. nicht lösbar,
mit der Leiste 1 verbunden. Der Abstand zwischen den zwei Eckenniederhaltern 2 ist
gleich der Breite oder der Länge eines vorgegebenen Blattformats.
[0016] Der Eckenniederhalter 2 besteht aus einer winkelförmigen Vereinzelungsecke, die von
zwei Winkelflächen 12,13 gebildet wird. An der Oberseite der Vereinzelungsecke ist
eine zwischen den Winkelflächen verlaufende Querstrebe 9 vorhanden, deren Oberkante
mit den Oberkanten der Winkelflächen 12,13 abschließt. Anstelle der Querstrebe 9 kann
auch eine Dreiecksfläche8 vorgesehen sein, die die Stoßecke der beiden Winkelflächen
12,13 nach oben hin abschließt.
[0017] Bevor der Blattstapel 4 auf das Bodenblech 6 aufgelegt wird, wird die Leiste 1 von
den Führungsteilen 3 abgehoben.
[0018] Nachdem der Blattstapel 4 ausgerichtet ist, der beispielsweise zusammen mit seiner
Verpackung 5 auf das Bodenblech 6 aufgelegt wird, wird die Leiste 1 mit ihren Enden
in die Führungsschlitze 7 eingesetzt und liegt wegen ihres Eigengewichts mit den Eckenniederhaltern
2 auf dem obersten Blatt des Stapels 4 auf. Die Leiste 1 mit den Eckenniederhaltern
2 kann als integrales Formteil ausgebildet sein, so daß bei einem Wechsel des Blattformats
die zuerst verwendete Leiste 1 gegen eine neue Leiste 1 ausgetauscht werden kann,
deren Eckenniederhalter 2 einen Abstand entsprechend dem neuen Format besitzen.
[0019] Es bedarf keiner näheren Erläuterungen, daß mit abnehmender Höhe des Blattstapels
4 die Leiste 1 in vertikaler Richtung zu dem Bodenblech 6 absinkt, da die senkrechten
Führungsschlitze 7 in den Führungsteilen 3 nur eine Vertikalbewegung zulassen.
[0020] Die in Fig. 2a dargestellte Leiste 1 weist eine Anzahl Löcher 10 auf, die über die
Länge und symmetrisch zur Mittellinie 11 der Leiste 1 in vorgegebenen Abständen angeordnet
sind und paarweise zusammengehören. Die Abstände zwischen den zusammengehörenden Löchern
10 entsprechen beispielsweise dem DIN A4 und DIN A3-Format. Selbstverständlich können
die Löcher 10 auch andere Abstände untereinander besitzen, die weiteren DIN-Formaten
oder sonstigen international gebräuchlichen Formaten, wie dem Japan B-Format oder
US- oder britischen Formaten entsprechen.
[0021] Bei dieser Ausführungsform der Leiste 1 ist zumindest einer der
Eckenniederhalter 2 lösbar mit der Leiste 1 verbunden. Hierzu besitzt der Eckenniederhalter
2 an einer Außenseite der einen Winkelfläche 12 oder 13 einen Stift 14, der mit einem
der Löcher 10 in der Leiste l in Eingriff bringbar ist. Es können beide Eckenniederhalter
2 lösbar mit der Leiste 1 verbunden sein. In Fig. 2g ist der linke Eckenniederhalter
2 losgelöst von der Leiste 1 gezeigt, während der rechte Eckenniederhalter 2 mit der
Leiste 1 im Eingriff ist.
[0022] Bei der Ausführungsform nach Fig. 2b ist der rechte Eckenniederhalter 2 mit der Leiste
1 fest verbunden, während der linke Eckenniederhalter 2 lösbar mit der Leiste 1 im
Eingriff ist. Durch diese Anordnung kann die Anzahl der Löcher 10 in der Leiste auf
die Hälfte im Vergleich zu der Lochanzahl bei der Ausführungsform nach Fig. 2a verringert
werden. Hierbei muß nur darauf geachtet werden, daß die Leiste 1 im Vergleich zu den
Eckenniederhaltern 2 ein wesentlich größeres Eigengewicht besitzt, damit es zu keinem
Verkanten der Leiste 1 innerhalb der Führungsschlitze 7 kommt.
[0023] Bei den Leisten 1 nach den Fig. 2a, 2b werden bei Wechsel des Blattformats beide
Eckenniederhalter bzw. nur der eine Eckenniederhalter auf der Leiste 1 versetzt.
1. Vorrichtung zum Vereinzeln von Blättern eines Stapels, mit vertikal verschiebbaren
Eckenniederhaltern im Bereich der vorderen Blattecken, dadurch gekennzeichnet, daß
die Vorrichtung aus zwei Eckenniederhaltern (2) und einer Leiste (1), die in Führungsteilen
(3) vertikal verschiebbar ist, besteht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Eckenniederhalter
(2) an der Leiste (1) der Vorrichtung angebracht sind, die mit jedem ihrer beiden
Enden in einem Führungsteil (3) geführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Führungsteile
(3) auf einem Bodenblech (6) für die Aufnahme des Blattstapels angeordnete Zylinder
sind, die einen senkrechten und zur Zylinderachse parallelen Führungsschlitz (7) zur
Aufnahme und gleitenden Führung der Enden der Leiste (1) aufweisen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Eckenniederhalter
(2) aus einer winkelförmigen Vereinzelungsecke mit zu den Winkelflächen (12,13) schräg
verlaufender Querstrebe (9) besteht.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Eckenniederhalter
(2) mit der Leiste (1) fest verbunden ist und der Abstand zwischen zwei Eckenniederhaltern
(2) gleich der Breite oder der Länge eines vorgegebenen Blattformats ist,
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
einer der Eckenniederhalter (2) lösbar mit der Leiste (1) verbunden ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenseite der
einen Winkelfläche (12,13) des Eckenniederhalters (2) ein Stift (14) vorhanden ist,
der mit einem der Löcher (10) in der Leiste (1) in Eingriff bringbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher (10) über die
Länge und symmetrisch zur Mittellinie der Leiste (1) in vorgegebenen Abständen angeordnet
sind und paarweise zusammengehören.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Eckenniederhalter
(2) fest und ein Eckenniederhalter (2) lösbar mit der Leiste (1) verbunden ist, und
daß die Löcher (10) in vorgegebenen Blattformat-Abständen (A3, A4, ...) von der Innenseite
der einen Winkelfläche (12,13) des ortsfesten Eckenniederhalters (2) angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Eckenniederhalter
(2) eine dreiecksförmige Eckfläche (8) aufweist, die mit den Oberkanten der Winkelflächen
(12,13) des Eckenniederhalters (2) abschließt.