[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schleuderrad für Strahlvorrichtungen, bestehend
aus zwei mittels mehrerer Abstandsstücke auf Abstand gehaltener und miteinander verbundener
Kreisringscheiben und radial zwischen die Ringscheiben eingesetzten und mit diesen
lösbar verbundenen Schaufeln, sowie auf die Ringscheibenaußenseite aufsetzbaren Nabenscheiben.
[0002] Bei einer bekannten Ausbildungsform solcher Schaufelräder (DT-OS 1 577 547) werden
die Ringscheiben durch zylindrische Bolzen, die mit ihnen verschweißt oder verschraubt
sind, auf Abstand gehalten und weisen in den einander zugewandten Innenseiten radiale
Nuten auf, in die die Schaufeln eingeschoben und durch besondere Klemmorgane gegen
die Nutkanten gepreßt werden. DieKlemmorgane sind dabei in besonderen in den Ringscheiben
vorgesehenen Ausnehmungen gelagert, stehen unter der Wirkung von Federn und liegen
an Vorsprüngen an, die auf der Oberfläche der Schaufel vorgesehen sind. Die Klemmvorrichtungen
erlauben es, verschlissene Schaufeln aus dem Schaufelrad auszubauen und durch neue
zu ersetzen; sie sind um sie einigermaßen gegen den Abrieb durch umherfliegende Strahlmittelreste
zu schützen, an der Schaufelrückseite angeordnet.
[0003] Der Herstellungsaufwand dieser Schleuderräder ist verhältnismässig groß, da die Scheiben
beim Einbringen der Nuten und der Ausnehmungen einer besonderen Bearbeitung mit ansthliessender
Härtung bedürfen. Die Lager- und Anlageflächen der Klemmelemente müssen ebenfalls
bearbeitet werden, und dasgleiche gilt für die Schaufeln selbst, die wegen der Vorsprünge
und

praktisch nur als Gußteile herstellbar sind und eben- falls zusätzlicher Bearbeitung
wegen der engen Toleranzen der Pafflächen bedürfen. Ringscheiben und Schaufeln müssen
für eine jeweilige Schleuderradgrösse besonders bemessen und gefertigt werden; sie
lassen sich praktisch nicht für andere Schleuderradgrössen verwenden; ein Umstand,
der ebenfalls nicht nur den Herstellungs- sondern auch den Vorratshaltungsaufwand
für Ersatzteile bei Hersteller und Verbraucher vergrössert.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Schleuderräder sc zu verbessern,
daß nicht nur der Herstellungsaufwand erheblich vermindert, sondern auch die Möglichkeit
geschaffen wird, gleiche Teile der Schleuderräder, insbesondere die Ringscheiben,
für Schleuderräder unterschiedlicher Durchmesser,und Breite zu verwenden.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Schaufeln allein die Abstandsstücke für
die Ringscheiben bilden, wobei die Schaufeln ebene Seitenflächen aufweisen, die auf
den ebenfalls ebenen Innenflächen des Ringscheibenpaares aufliegen. Die Schaufeln
sind dabei durch an den aufeinanderliegenden Flächen von Schaufel und Ringscheibe
angeordnete ineinandergreifende Ansätze und Ausnehmungen radial justier- und festlegbar
und beide Ringscheiben werden durch Schraubenbolzen verbunden, die durch eine Bohrung
in den Schaufeln hindurchgeführt sind.
[0006] Es ist bei dieser Ausbildung der Schleuderräder möglich, statt der mit Ansätzen und
bearbeiteten Flächen versehenen gegossenen Schaufeln solche aus blank gezogenem Formstahl
zu verwenden, der ohne jede weitere Bearbeitung auf die gewünschte Schaufel- , länge
abgelängt wurde. Da die Ringscheiben beidseitig nur ebene Flächen mit Bohrungen aufweisen,
können Scheibenpaare gleicher Abmessungen für unterschiedliche Schaufelbreiten verwendet
werden, da der Abstand der beiden ein Paar bildenden Scheiben ausschließlich durch
die Breite der jeweils verwendeten Schaufeln bestimmt wird. Es ist ferner möglich,
Schaufellängen zu verwenden, bei denen die Schaufeln radial über den Ringumfang des
Schaufelpaares hinausraren, so daß sich die mit dem Strahlmittel beaufschlagbare wirksame
Bestrahlungsfläche bei unverändertem Ringscheiben durchmesser vergrössern läßt; dabei
ist es ferner möglich, im gleichen Schleuderrad Schaufelpaare unterschiedlicher Länge
zu verwenden. Die Schaufeln können, da ihr Querschnitt über die gesamte Länge nicht
durch Bearbeitungen oder Ansätze verändert werden muß, im gleich ausgebildeten Schleuderrad
für Rechts- oder Linkslauf des Rades angeordnet werden oder auch ein solches Profil
erhalten, daß beide Schaufelseiten für den Strahlmittelabwurf geeignet sind, so daß
sich das montierte Rad für Rechts- oder Linkslauf verwenden läßt. Da die Ringscheiben
keine Radialnuten aufweisen, besteht die Möglichkeit, die äußeren Ringkanten abzuschrägen
und so die Aufprallwirkung umherfliegender Strahlmittelpartikel abzuschwächen und
damit den Verschleiß auch der Ringscheiben zu vermindern. Die geschilderten besonderen
Merkmale der Ausbildung der Schleuderräder erlauben es auch, diese in vorhandene Strahleinrichtungen
anderer Bauart anstelle der darin verwendeten Schleuderräder einzubauen, da Durchmesser,
Breite, Schaufellänge und Schaufelanzahl in weiten Grenzen veränderbar sind, ohne
daß dazu konstruktive Abänderungen der Schleuderradausbildung notwendig sind.
[0007] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 das Schleuderrad im Radialschnitt,
Fig. 2 die Ansicht eines Schnittes nach der Linie A-A durch Fig. 1, und
Fig. 3 die unterschiedliche Wirkungsweise des Schleuderrades in schematischer Darstellung.
[0008] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, liegen die beiden Ringscheiben 1 und 2 mit ihren einander
zugewandten Innenflächen 1a und 2a auf den Seitenflächen 3a der Schaufeln 3 auf. In
die Seitenflächen 3a der Schaufeln3 und die Innenflächen la bzw. 2a der Scheiben 1
und 2 sind konische Vertiefungen 3b bzw. 1b und 2b eingelassen, die einander gegenüberliegend
zwischen sich Stahlkugeln 4 aufnehmen. In der Ringscheibe 1 sind durchgehende Senkbohrungen
1c für die Schraubenbolzen 5 und deren Köpfe 5a und in der Ringscheibe 2 Sackgewindebohrungen
2c für das Gewindeende 5b der Schraubenbolzen 5 vorgesehen. Der zylindrische Teil
der Schraubenbolzen 5 zwischen dem Kopf 5a und dem Gewindeende 5b ist mit leichtem
Spiel durch eine in den Schaufeln 3 vorgesehene durchgehende Bohrung 3a hindurchgeführt.
[0009] Beim Zusammenbau der Schaufeln 3 mit den Ringscheiben 1 und 2 werden die lose mit
den Seitenflächen 3a auf den Innenflächen la und 2a der Scheiben 1 und 2 aufliegenden
Schaufeln beim Aufpressen beider Scheiben auf die Seitenflächen 3a infolge des Anziehens
der Schraubenbolzen 5 durch das Zusammenwirken der Schrägflächen 1b, 2b und 3b mit
den Kugeln 4 auf die Achsmitte der Scheiben 1 und 2 justiert, die durch die Lage der
konischen Ausnehmungen 1b und 2b zu dieser Achsmitte bestimmt wird.
[0010] Gleichzeitig sind die Schaufeln 3 damit in bezug auf die Scheiben 1 und 2 axial festgelegt.
Die bei dieser Justierunr entstehende Radialbewegung der Schaufeln 3 wird durch die
Schraubenbolzen 5 nicht behindert, da diese - wie geschildertmit einem entsprechend
großen Spiel durch die Bohrungen 3a der Schaufeln 3 hindurchgeführt sind. Die Nabe
6 mit der Nabenscheibe 6a ist mittels der Schrauben 7 so auf die Außenfläche der Rinfscheibe
1 aufgesetzt und befestirt, daß die Nabenscheibe auf den Kopfflächen der Köpfe 5a
der Schraubenbolzen 5 aufliegt und die Schraubenbolzen auf diese Weise drehsichert.
Die Ringkanten 1d bzw. 2d der Ringscheiben 1 und 2 sind abgeschrägt und die äußeren
Enden der Schaufeln 3 ragen beim Ausführungsbeispiel über den äußeren Ringumfang der
Ringscheiben 1 radial nach außen. Die Schaufeln können, wie dies aus Fig. 3 hervorgeht,
unterschiedliche Längen aufweisen und zwar so, daß Paare radial einander gegenüberliegender
Schaufeln 3 länger bemessen sind als die jeweils benachbarten Paare 3'.
[0011] Fig. 3 zeigt die unterschiedliche Grösse der wirksamen Bestrahlungsfläche bei Anwendung
von Schaufelpaaren unterschiedlicher Länge gemäß Fig. 2. Die Absolutbahn des Strahlmittels
auf den kurzen Schaufeln 3' ist als durchgehende Linie B3' und die Verlängerung dieser
Bahn auf den längeren Schaufeln 3 als unterbrochene Linie B3 dargestellt. Die entsprechende
Vergrösserung der Abmaße der wirksam bestrahlten Fläche ist aus den Auftreffpunkten
A3 bzw. A3' zu ersehen.
1. Schleuderrad für Strahlverrichtungen, bestehend aus zwei mittels mehrerer Abstandsstücke
auf Abstand pehaltener und miteinander verbundener Kreisringscheiben und radial zwischen
die Ringscheiben eingesetzter: und mit diesen lösbar verbundenen Schaufeln sowie auf
die Ringscheibenaußenseite aufsetzbaren Nabenscheiben, dadurch gekennzeichnet , daß
die Schaufeln (3) allein die Abstandsstücke für die Ringscheiben (1,2) bilden.
2. Schleuderrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufeln (3) ebene
Seitenflächen (3a) aufweisen, auf den ebenfalls ebenen Innenflächen (la bzw. 2a) des
Ringscheibenpaares (1,2) aufliegen.
3. Schleuderrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufeln (3) durch
an den aufeinanderliegenden Flächen (3a) der Schaufeln (3) und (1a bzw. 2a) der Ringscheiben
(1, 2) angeordnete ineinandergreifende Ansätze und Ausnehmungen radial justier- und
festlegbar sind.
4. Schleuderrad nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die ineinandergreifenden
Ansätze und Ausnehmungen aus je einer in beiden Flächen angeordneten konischen Ausnehmung
(1b, 2b bzw. 3b) und einer darin liegenden losen Stahlkugel (4) bestehen.
5.Schleuderrad nach einem oder mehreren der Ansprüche bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß beide Ringscheiben (1, 2) durch Schraubenbolzen (5) verbunden sind, die durch
eine Bohrung (3c) in den Schaufeln (3) hindurchgeführt sind.
6. Schleuderrad nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Schraubenbolzen
(5) mit leichtem Spiel durch die Bohrung (3c) geführt sind.
7. Schleuderrad nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Abmaße des Spiels
zwischen Schraubenbolzen (5) und Bohrung (3c) dem Maß der bei der Justierung und Festlerunr
der Schaufel (3) möglichen Radialbewegung der Schaufel (3) entsprechen.
8.Schleuderrad nach den Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf (5a
des Schraubenbolzens (5) versenkt in die die Nabenscheibe (6a) der Nabe (6) aufnehmende
Ringscheibe (1) eingesetzt und in eine Gewindesackbohrung (2c) der anderen Ringscheibe
(2) einschraubbar ist, wobei die Kopffläche des Schraubenkopfes (5a) von der Nabenscheibe
(6a) abdeckbar ist.
9.Schleuderrad nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß Paare radial einander gegenüberliegender Schaufeln (3) länger bzw. kürzer bemessen
sind, als die jeweils benachbarten Paare von Schaufeln (3').
10.Schleuderrad nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die äußeren Ringkanten (1d bzw. 2d) der Ringscheiben (1, 2) nach außen zur Achsmitte
hin abgeschrägt sind.