[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug oder einen Behälter, insbesondere Eisenbahngüterwagen,
mit einem Dach und jeweils mindestens zwei bewegliche Wandteile enthaltenden Seitenwänden,
deren Wandteile in Schließstellung in einer gemeinsamen Ebene angeordnet, mittels
einer Betätigungseinrichtung, z. B. drehbar gelagerter Führungen, in eine vor der
gemeinsamen Ebene liegende Verschiebeebene schwenkbar und in dieser Ebene in Fahrzeug-
oder Bchälterlängsrichtung verschiebbar gehalten sind.
[0002] Den Ausgangspunkt für die Erfindung bilden Güterwagen oder Behälter (Container) mit
Schiebewänden, wie sie beispielsweise durch die DE-PS 16 05 032 bekannt sind. Bei
derartigen Wänden werden die Wandteile vor ihrem Längsverschieben in eine vor der
Schließebene liegende Verschiebeebene geschwenkt, so daß ein leichtes Öffnen auch
dann gewährleistet ist, wenn sich das Ladegut, zumeist Stückgut, bei der Fahrt versetzt
hat. Nachteilig ist allerdings das feste Dach dieser Wagen oder Behälter, das einem
Be- und Entladen durch einen Kran entgegensteht.
[0003] Zum Stand der Technik gehören ferner solche Güterwagen, bei denen die Ladefläche
durch portalartig ausgebildete und teleskopartig ineinanderdchiebnare harben abgdechtist.
Diese Güterwagen, deren Ladefläche für eines men Zugang von den Seiten und von oben
abschnittsweise freigelegt werden kann, dienen vorwiegend dem Transpors von schwerem
Ladegut (z. B. große Blechrollen), das auf der Ladefläche festgelegt wird. Für die
Beförderung von Stückgut sind diese Wagen weniger geeignet, weil bei einem Ladegutversatz
ein Öffnen der Hauben erschwert sein kann. Weiter besteht der Nachteil, daß im Hinblick
auf das Verschieben auch der kleinsten Haube der gesamte Laderaum entsprechend den
Abmessungen dieser Haube eingeschrankt ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Fahrzeug oder den Behälter der gattungsgemäßen
Art unter Beseitigung der aufgezeigten Nachteile zu verbessern, bei dem also insbesondere
ein möglichst großer Laderaum und ein bequemer, auch bei Ladegutversatz erzielbarer
Zugang von den Seiten und von oben geschaffen werden sollen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Wandteile mit insgesamt
das Fahrzeug- oder Behälterdach bildenden, sich jeweils in Länge eines Wandteiles
erstreckenden Dachabschnitten verbunden sind, die bei in Verschiebeebene befindlichen
Wandteilen eine das Längsverschieben zulassende Lage aufweisen.
[0006] Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß jeder Dachabschnitt
von einer einteiligen Dachschale gebildet ist, die an ihren Längsseiten jeweils eine
gelenkige, im Sinne von Hubbewegungen für diese Schale und Schwenkbewegungen für die
beiden in Fahrzeug- oder Behälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandteile gestaltete
Verbindung mit diesen Wandteilen aufweist. Zum Öffnen des so gestalteten Fahrzeuges
oder Behälters werden die gegenüberliegenden Wandteile zusammen mit der zugehörigen
Dachschale über das oder die weiteren in Schließstellung befindlichen Wandteilpaare
mit Dachschalen geschoben.
[0007] Eine besonders einfache, funktions- und fertigungsmäßig günstige Verbindung zwischen
der Dachschale und den Wandteilen besteht gemäß einer nächsten Ausgestaltung der Erfindung
darin, daß die gelenkige Verbindung einen von der Betätigungseinrichtung beaufschlagten,
sich in Länge der Dachschale und des Wandteiles erstreckenden Sclwenkkörper enthält,
der an einer Längsseite mit der Dachsehale und an der anderen Längsseite mit dem Wandteil
verbunden ist.
[0008] Im Hinblick auf eine festigkeitsmäßig vorteilhafte, insbesondere torsionssteife Ausbildung
des Schwenkkörpers sieht ein weiteres Erfindungsmerkmal vor, daß der Schwenkkörper
aus einem Hohlprofil mit darin befindlichen Aussteifungen besteht.
[0009] Um die bereits aufgrund der Gestaltung des durchlaufenden Schwenkkörpers erzielte
Abdichtung zwischen der Dachschale und den Wandteilen noch zu verbessern, liegt es
ferner im Wesen der Erfindung, daß die Dachschale und der Wandteil mit leistenförmigen
Ansätzen versehen sind, die jeweils mit entsprechenden Ansätzen des Schwenkkörpcrs
im Sinne einer Labyrinthdichtung zusammenwirken.
[0010] Um die angehobene Dachschale und die ausgeschwenkten Wandteile in einfacher Weise
zu stabilisieren, sieht ein nächster Gedanke der Erfindung vor, daß die Dachschale
und die Wandtcile im Bereich der Schwenkkörper angeordnete Flansche aufweisen, die
in angehobener Lage der Dachsehale und ausgeschwenkter Stellung der Wandteile gegen
die jeweiligen Schwcnkkörper abgestützt sind. Nach einer weiteren Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Lösung besteht jeder Dachabschnitt aus au den in Fahrzeug- oder
Behälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandtcilen angeformten Hälften, die in geschlossener
Stellung in Längsmitte zusammentreffen Von einem beispielsweise zwei Wandteile pro
Scitcnwand aufweisenden Fahrzeug oder Behälter kann entweder durch Längsverschieben
eines Wandteiles mit Dachhälfte ein Viertel der Ladefläche oder durch Längsverschieben
der gegenüberliegenden Wandtcile mit ihren Dachhälften die halbe Ladefläche freigelegt
werden.
[0011] Um eine solche Schiebewand-Dach-Ausbildung auf möglichst kleinen Wegen aus- oder
einschwenken zu können, besteht ein ergänzendes Merkmal der Erfindung darin, daß die
Hälften jeweils einen in Längsrichtung angeordneten vertikalen Steg aufweisen, von
denen jeder von einem an den Enden eines Spreizhebels gelagerten Rollenpaar umgriffen
wird.
[0012] Eine besonders im Hinblick auf einen größtmöglichen Laderaum günstige Gestaltung
der Dachabschnitte ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung dadurch erreicht,
daß die Dachabschnitte von den Wandteilen ausgehend nach oben hin geneigt und im weiteren
in Richtung auf die Fahrzeug- oder Dehälterlängsmitte mit horizontalen Bereichen ausgebildet
sind.
[0013] Durch die Erfindung steht vorteilhaft ein Fahrzeug oder Behälter mit optimal großem
Laderaum zur Verfügung, der im geöffneten Zustand von den Seiten und von oben frei
zugänglich ist. Für beispielsweise das Fahrzeug ist somit ein betrieblicher Einsatz
sowohl im Sinne eines gedeckten als auch offenen Güterwagens möglich.
[0014] Die Erfindung ist im weiteren anhand in der Zeichnung prinzipartig dargestellter
Ausführungsbeispiele näher er- läutert, Es zeigen
Fig.1 einen Guterwagen im Querschnitt,
Fig. 2 einen Ausschnitt des oberen Bereiches des Güterwagens nach Fig. 1, im vergrößerten
Maßstab,
Fig. 3 einen anderen Güterwagen, ebenfalls im Querschnitt,
Fig. 4 einen nächsten Güterwagen, ausschuittsweise in Draufsicht und im vergrößerten
Maßstab dargestellt.
[0015] An den Wandteilen 1 des Güterwagens nach Fig. 1, die unten in am Untergestell 5 angeordneten,
hier nicht dargestellten Führungen schwenk- und verschiebbar gehalten sind, sind jeweils
oben im Querschnitt ovale Schwenkkörper 3 angelenkt. Diese Schwenkkörper 3 sind andererseits
mit einer einen Abschnitt 2 des Fahrzeugdaohes bildenden Dachschale 2a drehbar verbunden.
Durch Bewegen der unteren Führungen und der Schwenkkörper 3 mittels einer nicht dargestellten
Betätigung gelangen die Wandteile 1 und die Dachschale 2a in die strichpunktiert gezeigte
Lage und können über ein oder mehrere andere Wandteilpaare 1. mit Dachschalen 2a des
Wagens längsverschoben werden.
[0016] Dabei sind die Dachschale 2a und die Wandteile 1 - siehe Fig. 2 - durch gegen die
Schwenkkörper 3 abgestützte Flansche 2c bzw. 1b stabilisiert. Um das Ladegut gegen
Feuchtigkeitscintritt zu schützen, sind die Dachschale 2a und die Wandteile 1 im weiteren
mit leistenförmigen Ansätzen 2b bzw. 1a versehen, die jeweils mit entsprechenden Ansätzen
3a der Schwcnkkörper 3 im Sinne von Labyrinthdichtungen zusammenwirken.
[0017] Unterschiedlich zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 bestehen bei dem Güterwagen
gemäß Fig. 3 die Dachabschnitte 2 aus an den in Qucrrichtung gegenüberliegendem Wandtcilen
1 angeformten Hälften 2d, die in SchlicßStellung in Längsmitte und gegeneinander abgedichtet
zusammeutreffen.
[0018] Bei dem in Fig. 4 gezeigten ebenfalls Wandteilc 1 mit angeformten Daehhälften 2d
aufweisenden Wagen dienen Spreizhebel 4, die mit jeweils an ihren Enden gelagerten
Rollenpaaren 4a vertikale Stege 2e der Dachhälften 2d umgreifen, zum Öffnen und Schließen
der Dachhalften 2d, wobei in der dargestellten Schlicßstellung die Dachhälften 2d
in Längsuritte zusammentreffen.
1. Fahrzeug oder Behälter, insbesondere Eisenbabngüterwagen, mit einem Dach und jeweils
mindestens zwei bewegliche Wandteile enthaltenden Seitenwanden, deren Wandteile in
Schlicßstellung in einer gemeinsamen Ebene angeordnet, mittels einer Betätigungseinrichtung,
z. B. drehbar gelagerter Führangen, in eine vor der gemeinsamen Ebene liegende Verschiebecbene
schwenkbar und in dieser Ebene in Fahrzeug oder Bchälterlängsrichtung verschiebbar
gehalten sind; dadurch gekennzeichnet, daß die Wandteile (1) mit insgesamt das Fahrzeug-
oder Behälterdach bildenden, sich jeweils in Länge eines Wandtciles (1) erstreckenden
Dachabschnitten (2) verbunden sind, die bei in Verschiebeebene befindlichen Wandteilen
(1) eine das Längsverschieben zulassende Lage aufweisen.
2, Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dachabsehnitt
(2) von einer einteiligen Dachschale (2a) gebildet ist, die an ihren Längsseiten jeweils
eine gelenkige, im Sinne von Hubbewegungen für diese Schale (2a) und Schwenkbewegungen
für die beiden in Fahrzeug- oder Dehälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandteile
(1) gestaltete Verbindung mit diesen Wandteilen (1) aufweist.
3. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gelenkige
Verbindung einen von der Bctätigungseinrichtung beaufschlagten, sich in Länge der
Dachschale (2a) und des Wandteiles (1) erstreckenden Schwcnkkörper (3) enthält, der
an einer Längsseite mit der Dachschale (2a) und an der anderen Längsseite mit dem
Wandteil (1) verbunden ist.
4. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkkörper
(3) aus einem Hohlprofil mit darin befindlichen Aussteifungen (3b) besieht.
5. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dachschale (2a) und der Wandteil (1) mit leistenfurmigen Ansätzen (2b bzw. 1a) versehen
sind, die jeweils mit entsprechenden Ansätzen (3a) des Schwenkkörpers (3) im Sinne
einer Labyrinthdichtung zusammenwirken.
6. Fahrzeug oder Behälter nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dachschale (2a) und die Wandteile (1) im Bereich der Schwenkkörper (3) angeordnete
Flansche (2c bzw. 1b) aufweisen, die in angehobener Lage der Dachschale (2a) und ausgeschwenkter
Stellung der Wandteile (1) gegen die jeweiligen Schwenkkörper (3) abgestützt sind.
7. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dachabschnitt
(2) aus an den in Fahrzeug- oder Dehälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandteilen
(1) angeformten Hälften (2d) besteht, die in geschlossener Stellung in Längsmitte
zusammentreffen.
8. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hälften
(2d) jeweils einen in Längsrichtung angeordneten vertikalen Steg (2e) aufweisen, von
denen jeder von einem an den Enden eines Spreizhebels (4) gelagerten Rollenpaar (4a)
umgriffen wird.
9, Fahrzeug oder Behälter nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichmet,
daß die 1)aehabselmitte (2) von den Wandteilen (1) ausgehend nach oben bin geneigt
und im weiteren in Richtung auf die Fahrzeug- oder Behälterlängsmitte mit horizontalen
Bereichen ausgebildet sind.