(19)
(11) EP 0 011 195 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.1980  Patentblatt  1980/11

(21) Anmeldenummer: 79104260.9

(22) Anmeldetag:  02.11.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B61D 39/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 15.11.1978 DE 2849515

(71) Anmelder:
  • DUEWAG AKTIENGESELLSCHAFT
    D-47829 Krefeld (DE)
  • VEB Waggonbau Niesky
    DD-8920 Niesky (DD)

(72) Erfinder:
  • Atzorn, Heinz
    D-4150 Krefeld 1 (DE)
  • Frederich, Fritz, Dr.
    D-4150 Krefeld 1 (DE)
  • Lohmann, Heinz
    D-4150 Krefeld 11 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fahrzeug oder Behälter, insbesondere Eisenbahngüterwagen


    (57) Ein Fahrzeug oder ein Behälter, insbesondere ein Eisenbahngüterwagen, weist ein Dach und Seitenwände auf, die jeweils mindestens zwei bewegliche Wandteile (1) enthalten. Diese Wandteile (1) sind in Schließstellung in einer gemeinsamen Ebene angeordnet und mittels einer Betätigungseinrichtung, z.B. drehbar gelagerter Führungen, in eine vor der gemeinsamen Schließebene liegende Verschiebeebene schwenkbar und in dieser Ebene in Fahrzeug- oder Behälterlängsrichtung verschiebbar gehalten. Die Wandteile (1) sind mit Dachabschnitten (2) verbunden, die sich jeweils in Länge eines Wanteiles (1) erstrekken und insgesamt das Fahrzeug-oder Behälterdach bilden. Die Dachabschnitte (2) weisen bei in Verschiebeebene befindlichen Wandteilen (1) eine das Längsverschieben zulassende Lage auf (Fig. 1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug oder einen Behälter, insbesondere Eisenbahngüterwagen, mit einem Dach und jeweils mindestens zwei bewegliche Wandteile enthaltenden Seitenwänden, deren Wandteile in Schließstellung in einer gemeinsamen Ebene angeordnet, mittels einer Betätigungseinrichtung, z. B. drehbar gelagerter Führungen, in eine vor der gemeinsamen Ebene liegende Verschiebeebene schwenkbar und in dieser Ebene in Fahrzeug- oder Bchälterlängsrichtung verschiebbar gehalten sind.

    [0002] Den Ausgangspunkt für die Erfindung bilden Güterwagen oder Behälter (Container) mit Schiebewänden, wie sie beispielsweise durch die DE-PS 16 05 032 bekannt sind. Bei derartigen Wänden werden die Wandteile vor ihrem Längsverschieben in eine vor der Schließebene liegende Verschiebeebene geschwenkt, so daß ein leichtes Öffnen auch dann gewährleistet ist, wenn sich das Ladegut, zumeist Stückgut, bei der Fahrt versetzt hat. Nachteilig ist allerdings das feste Dach dieser Wagen oder Behälter, das einem Be- und Entladen durch einen Kran entgegensteht.

    [0003] Zum Stand der Technik gehören ferner solche Güterwagen, bei denen die Ladefläche durch portalartig ausgebildete und teleskopartig ineinanderdchiebnare harben abgdechtist. Diese Güterwagen, deren Ladefläche für eines men Zugang von den Seiten und von oben abschnittsweise freigelegt werden kann, dienen vorwiegend dem Transpors von schwerem Ladegut (z. B. große Blechrollen), das auf der Ladefläche festgelegt wird. Für die Beförderung von Stückgut sind diese Wagen weniger geeignet, weil bei einem Ladegutversatz ein Öffnen der Hauben erschwert sein kann. Weiter besteht der Nachteil, daß im Hinblick auf das Verschieben auch der kleinsten Haube der gesamte Laderaum entsprechend den Abmessungen dieser Haube eingeschrankt ist.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Fahrzeug oder den Behälter der gattungsgemäßen Art unter Beseitigung der aufgezeigten Nachteile zu verbessern, bei dem also insbesondere ein möglichst großer Laderaum und ein bequemer, auch bei Ladegutversatz erzielbarer Zugang von den Seiten und von oben geschaffen werden sollen.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Wandteile mit insgesamt das Fahrzeug- oder Behälterdach bildenden, sich jeweils in Länge eines Wandteiles erstreckenden Dachabschnitten verbunden sind, die bei in Verschiebeebene befindlichen Wandteilen eine das Längsverschieben zulassende Lage aufweisen.

    [0006] Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß jeder Dachabschnitt von einer einteiligen Dachschale gebildet ist, die an ihren Längsseiten jeweils eine gelenkige, im Sinne von Hubbewegungen für diese Schale und Schwenkbewegungen für die beiden in Fahrzeug- oder Behälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandteile gestaltete Verbindung mit diesen Wandteilen aufweist. Zum Öffnen des so gestalteten Fahrzeuges oder Behälters werden die gegenüberliegenden Wandteile zusammen mit der zugehörigen Dachschale über das oder die weiteren in Schließstellung befindlichen Wandteilpaare mit Dachschalen geschoben.

    [0007] Eine besonders einfache, funktions- und fertigungsmäßig günstige Verbindung zwischen der Dachschale und den Wandteilen besteht gemäß einer nächsten Ausgestaltung der Erfindung darin, daß die gelenkige Verbindung einen von der Betätigungseinrichtung beaufschlagten, sich in Länge der Dachschale und des Wandteiles erstreckenden Sclwenkkörper enthält, der an einer Längsseite mit der Dachsehale und an der anderen Längsseite mit dem Wandteil verbunden ist.

    [0008] Im Hinblick auf eine festigkeitsmäßig vorteilhafte, insbesondere torsionssteife Ausbildung des Schwenkkörpers sieht ein weiteres Erfindungsmerkmal vor, daß der Schwenkkörper aus einem Hohlprofil mit darin befindlichen Aussteifungen besteht.

    [0009] Um die bereits aufgrund der Gestaltung des durchlaufenden Schwenkkörpers erzielte Abdichtung zwischen der Dachschale und den Wandteilen noch zu verbessern, liegt es ferner im Wesen der Erfindung, daß die Dachschale und der Wandteil mit leistenförmigen Ansätzen versehen sind, die jeweils mit entsprechenden Ansätzen des Schwenkkörpcrs im Sinne einer Labyrinthdichtung zusammenwirken.

    [0010] Um die angehobene Dachschale und die ausgeschwenkten Wandteile in einfacher Weise zu stabilisieren, sieht ein nächster Gedanke der Erfindung vor, daß die Dachschale und die Wandtcile im Bereich der Schwenkkörper angeordnete Flansche aufweisen, die in angehobener Lage der Dachsehale und ausgeschwenkter Stellung der Wandteile gegen die jeweiligen Schwcnkkörper abgestützt sind. Nach einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung besteht jeder Dachabschnitt aus au den in Fahrzeug- oder Behälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandtcilen angeformten Hälften, die in geschlossener Stellung in Längsmitte zusammentreffen Von einem beispielsweise zwei Wandteile pro Scitcnwand aufweisenden Fahrzeug oder Behälter kann entweder durch Längsverschieben eines Wandteiles mit Dachhälfte ein Viertel der Ladefläche oder durch Längsverschieben der gegenüberliegenden Wandtcile mit ihren Dachhälften die halbe Ladefläche freigelegt werden.

    [0011] Um eine solche Schiebewand-Dach-Ausbildung auf möglichst kleinen Wegen aus- oder einschwenken zu können, besteht ein ergänzendes Merkmal der Erfindung darin, daß die Hälften jeweils einen in Längsrichtung angeordneten vertikalen Steg aufweisen, von denen jeder von einem an den Enden eines Spreizhebels gelagerten Rollenpaar umgriffen wird.

    [0012] Eine besonders im Hinblick auf einen größtmöglichen Laderaum günstige Gestaltung der Dachabschnitte ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung dadurch erreicht, daß die Dachabschnitte von den Wandteilen ausgehend nach oben hin geneigt und im weiteren in Richtung auf die Fahrzeug- oder Dehälterlängsmitte mit horizontalen Bereichen ausgebildet sind.

    [0013] Durch die Erfindung steht vorteilhaft ein Fahrzeug oder Behälter mit optimal großem Laderaum zur Verfügung, der im geöffneten Zustand von den Seiten und von oben frei zugänglich ist. Für beispielsweise das Fahrzeug ist somit ein betrieblicher Einsatz sowohl im Sinne eines gedeckten als auch offenen Güterwagens möglich.

    [0014] Die Erfindung ist im weiteren anhand in der Zeichnung prinzipartig dargestellter Ausführungsbeispiele näher er- läutert, Es zeigen

    Fig.1 einen Guterwagen im Querschnitt,

    Fig. 2 einen Ausschnitt des oberen Bereiches des Güterwagens nach Fig. 1, im vergrößerten Maßstab,

    Fig. 3 einen anderen Güterwagen, ebenfalls im Querschnitt,

    Fig. 4 einen nächsten Güterwagen, ausschuittsweise in Draufsicht und im vergrößerten Maßstab dargestellt.



    [0015] An den Wandteilen 1 des Güterwagens nach Fig. 1, die unten in am Untergestell 5 angeordneten, hier nicht dargestellten Führungen schwenk- und verschiebbar gehalten sind, sind jeweils oben im Querschnitt ovale Schwenkkörper 3 angelenkt. Diese Schwenkkörper 3 sind andererseits mit einer einen Abschnitt 2 des Fahrzeugdaohes bildenden Dachschale 2a drehbar verbunden. Durch Bewegen der unteren Führungen und der Schwenkkörper 3 mittels einer nicht dargestellten Betätigung gelangen die Wandteile 1 und die Dachschale 2a in die strichpunktiert gezeigte Lage und können über ein oder mehrere andere Wandteilpaare 1. mit Dachschalen 2a des Wagens längsverschoben werden.

    [0016] Dabei sind die Dachschale 2a und die Wandteile 1 - siehe Fig. 2 - durch gegen die Schwenkkörper 3 abgestützte Flansche 2c bzw. 1b stabilisiert. Um das Ladegut gegen Feuchtigkeitscintritt zu schützen, sind die Dachschale 2a und die Wandteile 1 im weiteren mit leistenförmigen Ansätzen 2b bzw. 1a versehen, die jeweils mit entsprechenden Ansätzen 3a der Schwcnkkörper 3 im Sinne von Labyrinthdichtungen zusammenwirken.

    [0017] Unterschiedlich zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 bestehen bei dem Güterwagen gemäß Fig. 3 die Dachabschnitte 2 aus an den in Qucrrichtung gegenüberliegendem Wandtcilen 1 angeformten Hälften 2d, die in SchlicßStellung in Längsmitte und gegeneinander abgedichtet zusammeutreffen.

    [0018] Bei dem in Fig. 4 gezeigten ebenfalls Wandteilc 1 mit angeformten Daehhälften 2d aufweisenden Wagen dienen Spreizhebel 4, die mit jeweils an ihren Enden gelagerten Rollenpaaren 4a vertikale Stege 2e der Dachhälften 2d umgreifen, zum Öffnen und Schließen der Dachhalften 2d, wobei in der dargestellten Schlicßstellung die Dachhälften 2d in Längsuritte zusammentreffen.


    Ansprüche

    1. Fahrzeug oder Behälter, insbesondere Eisenbabngüterwagen, mit einem Dach und jeweils mindestens zwei bewegliche Wandteile enthaltenden Seitenwanden, deren Wandteile in Schlicßstellung in einer gemeinsamen Ebene angeordnet, mittels einer Betätigungseinrichtung, z. B. drehbar gelagerter Führangen, in eine vor der gemeinsamen Ebene liegende Verschiebecbene schwenkbar und in dieser Ebene in Fahrzeug oder Bchälterlängsrichtung verschiebbar gehalten sind; dadurch gekennzeichnet, daß die Wandteile (1) mit insgesamt das Fahrzeug- oder Behälterdach bildenden, sich jeweils in Länge eines Wandtciles (1) erstreckenden Dachabschnitten (2) verbunden sind, die bei in Verschiebeebene befindlichen Wandteilen (1) eine das Längsverschieben zulassende Lage aufweisen.
     
    2, Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dachabsehnitt (2) von einer einteiligen Dachschale (2a) gebildet ist, die an ihren Längsseiten jeweils eine gelenkige, im Sinne von Hubbewegungen für diese Schale (2a) und Schwenkbewegungen für die beiden in Fahrzeug- oder Dehälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandteile (1) gestaltete Verbindung mit diesen Wandteilen (1) aufweist.
     
    3. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gelenkige Verbindung einen von der Bctätigungseinrichtung beaufschlagten, sich in Länge der Dachschale (2a) und des Wandteiles (1) erstreckenden Schwcnkkörper (3) enthält, der an einer Längsseite mit der Dachschale (2a) und an der anderen Längsseite mit dem Wandteil (1) verbunden ist.
     
    4. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkkörper (3) aus einem Hohlprofil mit darin befindlichen Aussteifungen (3b) besieht.
     
    5. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dachschale (2a) und der Wandteil (1) mit leistenfurmigen Ansätzen (2b bzw. 1a) versehen sind, die jeweils mit entsprechenden Ansätzen (3a) des Schwenkkörpers (3) im Sinne einer Labyrinthdichtung zusammenwirken.
     
    6. Fahrzeug oder Behälter nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dachschale (2a) und die Wandteile (1) im Bereich der Schwenkkörper (3) angeordnete Flansche (2c bzw. 1b) aufweisen, die in angehobener Lage der Dachschale (2a) und ausgeschwenkter Stellung der Wandteile (1) gegen die jeweiligen Schwenkkörper (3) abgestützt sind.
     
    7. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Dachabschnitt (2) aus an den in Fahrzeug- oder Dehälterquerrichtung gegenüberliegenden Wandteilen (1) angeformten Hälften (2d) besteht, die in geschlossener Stellung in Längsmitte zusammentreffen.
     
    8. Fahrzeug oder Behälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hälften (2d) jeweils einen in Längsrichtung angeordneten vertikalen Steg (2e) aufweisen, von denen jeder von einem an den Enden eines Spreizhebels (4) gelagerten Rollenpaar (4a) umgriffen wird.
     
    9, Fahrzeug oder Behälter nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichmet, daß die 1)aehabselmitte (2) von den Wandteilen (1) ausgehend nach oben bin geneigt und im weiteren in Richtung auf die Fahrzeug- oder Behälterlängsmitte mit horizontalen Bereichen ausgebildet sind.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht