[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrostatischen Aufladen einer dielektrischen
Schicht auf ein vorgegebenes Potential mit Hilfe eines elektrischen Wechselfeldes
und eines elektrostatischen Gleichfeldes sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens.
[0002] Im Stand der Technik ist aus der Literaturstelle "Tappi/February 1967, Vol. 50, No.
2, Seiten 77A-79A" ein elektrofotografisches Entwicklungsverfahren bekannt, bei dem
eine elektrofotografische Schicht mit einer elektrostatischen Oberflächenladung mit
Hilfe einer Elektrode versehen wird, an die sowohl eine hochfrequente Hochspannung
als auch eine Gleichspannung gleichzeitig angelegt werden. Die Elektrode, z.B. ein
sehr dünner Koronadraht oder feine metallische Spitzen, ist nahe einer isolierten
Metallfläche angeordnet und erzeugt infolge der Wechselspannung Luftionen beiderlei
Polarität, von denen diejenigen der entsprechenden Polarität durch die Gleichspannung
zu der elektrofotografischen Schicht hin beschleunigt werden. Insbesondere bei negativer
Spannung der Elektrode treten starke Inhomogenitäten der Luftionen dicht an der Drahtoberfläche
auf und führen zu Ladungsschwankungen, die die Bilderzeugung auf der elektrofotografischen
Schicht in negativer Weise derart beeinflussen, daß beispielsweise eine volle Fläche
einer Vorlage ungleichmäßig wiedergegeben wird. Die Überlagerung des Gleichspannungsfeldes
durch das elektrische Wechselfeld bringt eine Beeinflussung der Entladun
gsspannung der Elektrode mit sich, da diese durch die aufgeprägte Wechselspannung in
der Weise gesteuert wird, daß ausgehend von der vorgegebenen Gleichspannung dieser
die Amplituden der Wechselspannung überlagert werden, wodurch Spannungsspitzen auftreten
können, die zu einem Durchschlag der aufzuladenden Schicht führen.
[0003] Aus der DE-OS 22 31 530 ist ein Verfahren zur elektrofotografischen Aufzeichnung
von Bildern auf einem isolierenden Aufzeichnungsträger bekannt, der über eine Auflageelektrode
gezogen wird, während über der Berührungsstelle mit der Auflageelektrode das Ladungsbild
durch Zeichenelektroden auf der anderen Seite des Aufzeichnungsträgers aufgezeichnet
wird. Hierzu wird eine Elektrodenanordnung verwendet, bei der ein Teilstrom der Korona-Entladung
einer Entladungselektrode durch die Öffnung einer aus Elektroden gebildeten Spaltblende
auf den Aufzeichnungsträger gelangt und dort über der Berührungslinie des Aufzeichnungsträgers
mit der Auflagekante eine Aufladung bewirkt. Der Entladungsteilstrom wird über die
aus vier flachen Elektroden gebildete Blende durch elektrische Bildsignale gesteuert.
Dazu ist mindestens eine der Elektroden in eine Anzahl von Leiterstreifen aufgeteilt,
über die die Signalspannung zugeführt wird.
[0004] Die DE-OS 24 23 245 beschreibt ein Verfahren zur elektrofotografischen Aufzeichnung
von Bildern auf einem isolierenden Aufzeichnungsträger mittels einer Koronaentladung,
von der ein Teil des Entladungsstromes über eine Spaltblende entnommen und für die
Aufladung des Aufzeichnungsträgers verwendet wird. Auch hier wird die bildmäßige Aufladung
durch Steuerspannungen an einer Zeichenelektrode vorgenommen, die sich im Kontakt
mit dem Aufzeichnungsträger an der dem Spalt abgewandten Seite des AufzeichnungsträgeTs
befindet, wobei der elektrische Kontakt zwischen der Zeichenelektrode und dem isolierenden
Aufzeichnungsträger durch die Zuführung einer leitfähigen Kontaktflüssigkeit an die
Kontaktstelle hergestellt wird. Dabei kann die Aufladung des Aufzeichnungsträgers
in strömendem Stickstoff stattfinden.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur schonenden und sicheren elektrostatischen
Aufladung isolierender dielektrischer Schichten unter Vermeidung von Durchschlägen
zu schaffen, mit dem die Größe des Aufladestroms und die Ladungsverteilung bei ausgeprägter
Linearität zwischen dem Aufladestrom und vorgegebener Gleichspannung variierbar und
mit großer Genauigkeit reproduzierbar sind.
[0006] Zugleich soll eine Vorrichtung zur schonenden und sicheren elektrostatischen Aufladung
isolierender dielektrischer Schichten und zur Vermeidung von Durchschlägen dieser
Schichten geschaffen werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren in der Weise gelöst, daß im
Abstand von der Oberfläche der dielektrischen Schicht durch das elektrische Wechselfeld
Ladungsträger erzeugt werden, die unter dem Einfluß des die aufzuladende Schicht durchdringenden
elektrostatischen Gleichfeldes als Aufladestrom auf die Oberfläche der Schicht geleitet
werden.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung besteht die dielektrische Schicht aus einem fotoleitfähigen
und/oder thermoplastischen Aufzeichnungsträger, bei dessen Aufladung zumindest eines
der beiden Spannungsfelder moduliert wird.
[0009] Die weiteren Verfahrensschritte ergeben sich aus den Merkmalen der Verfahrensansprüche
3 bis 18.
[0010] Bei der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist eine Elektrode im Abstand
von der aufzuladenden dielektrischen Schicht angeordnet und an den heißen Ausgang
eines Wechselstromgenerators angeschlossen und ist ferner zwischen dieser Elektrode
und der Schicht eine weitere Elektrode vorgesehen, die mit dem heißen Ausgang eines
Gleichstromgenerators verbunden ist. Hierbei liegt die aufzuladende Schicht auf einer
Gegenelektrode zu der Gleichspannungselektrode auf und befindet sich die Gegenelektrode
auf Massepotential.
[0011] Die weitere Ausgestaltung der Vorrichtung ergibt sich aus den Merkmalen der Patentansprüche
21 bis 45.
[0012] Mit der Erfindung werden die Nachteile der Koronen nach dem Stand der Technik überwunden,
die darin bestehen, daß beim Anlegen einer hohen Gleichspannung an Drahtkoronen oder
Koronennadelspitzen die Steuerung derartiger Koronen zum Erzielen einer vorgegebenen
Aufladungsspannung auf der isolierenden Schicht nur in begrenzter Weise möglich ist,
so daß die Koronen in Verbindung mit zusätzlichen Elektroden in Gestalt von Steuergittern
betrieben werden, wobei jedoch der Wirkungsgrad der Aufladespannung, bezogen auf den
Ladestrom, gering ist. Neben der Schwierigkeit bei der Steuerung der Aufladun
gsspannung ist auch die Qualität der Aufladung oft unbefriedigend, weil Durchschläge
auftreten oder die Aufladung durch Verschmutzung der Koronadrähte oder durch den Abbrand
der Korona-Nadelspitzen schwankt. Mit steigender Baulänge der Koronen häufen sich
derartige Defekte. Da an den Koronen Hochspannungen von einigen Tausend Volt zur Ionisation
angelegt werden müssen, ist es erforderlich, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen
zu treffen.
[0013] Mit der Erfindung werden die Vorteile erzielt, daß in einem hochfrequenten elektrischen
Wechselfeld Ionen erzeugt werden, die gewissermaßen ein Reservoir an Ladungsträgern
bilden, aus dem mit Hilfe des elektrostatischen Gleichfeldes der Aufladestrom auf
die Aufzeichnungsschicht transportiert wird. Dabei ist es möglich, die Wechselspannungselektrode
mit einem Isolierkörper zu umgeben, der ein Dielektrikum darstellt, das die Feldstärke
im Bereich der Gleichspannungselektrode erhöht und gleichzeitig die Elektrode gegen
Verschmutzungen schützt. Durch die Modulationsmöglichkeit der Gleichspannungs- bzw.
der Wechselspannungsversorgung oder des Potentials der Gegenelektrode des Gleichfeldes
ist es möglich, die dielektrische Schicht moduliert bzw. örtlich begrenzt aufzuladen.
[0014] Das Verfahren und die Vorrichtung können mit Vorteil bei der Herstellung elektrofotografischer
Kopien mit Hilfe einer isolierenden Fotoleiterschicht als Aufzeichnungsträger angewandt
werden, der aufgeladen, bildmäßig belichtet und mit Toner entwickelt wird, um das
auf der Fotoleiterschicht entstandene Ladungsbild zu einem sichtbaren Bild zu machen.
Mit Vorteil kann die Erfindung auch bei der elektrofotografischen Herstellung von
Reliefbildern genutzt werden, bei der das fotoleitfähige und zugleich thermoplastische
Aufzeichnungsmaterial zuerst aufgeladen, dann bildmäßig belichtet und bis zur Ausbildung
eines Reliefbildes erwärmt wird. Es ist auch möglich, Toner- bzw. Reliefbilder durch
bildmäßige Aufladung einer rein thermoplastischen Aufzeichnungsschicht zu erzeugen.
[0015] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung, die zeichnerisch dargestellt
sind, näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Schaltungsanordnung einer Ausführungsform
der Vorrichtung nach der Erfindung,
Fig. 2 den Verlauf des Aufladestroms in Abhängigkeit von der an einer im elektrischen
Wechselfeld befindlichen Elektrode anliegenden Gleichspannung sowie den Verlauf des
Aufladestroms ohne elektrisches Wechselfeld,
Fig. 3-5 schematische Schnitt- und Seitenansichten von Elektrodenanordnungen der Vorrichtung.
Fig. 6 eine Elektrodenanordnung mit Abschirmung,
Fig. 7 eine gegenüber Fig. 1 geringfügig abgewandelte Ausführungsform der Vorrichtung,
Fig. 8 den Aufladestrom in Abhängigkeit von der Gleichspannung an der Gleichspannungselektrode
bei verschiedenen Abständen von der Gegenelektrode, mit und ohne elektrisches Wechselfeld,
Fig. 9 eine spezielle Ausführungsform der Gegenelektrode,
Fig. 10 eine gegenüber Fig. 6 abgewandelte, weitere Elektrodenanordnung mit Abschirmung,
Fig. 11 eine Schaltungsanordnung einer anderen Ausführungsform, und
Fig. 12 eine gegenüber Fig. 11 geringfügig abgewandelte Ausführungsform der Erfindung.
[0016] Die Vorrichtung nach Fig. 1 umfaßt einen Gleichspannungsgenerator 1 und einen Wechselspannungsgenerator
2. Der Gleichspannungsgenerator 1 enthält einen Spannungsregler 16, der eine zwischen
Null und einem Maximalwert von einigen kV variable Gleichspannung erzeugt. Parallel
zu dem Ausgang des Gleichspannunasrealers 16 bzw. des Gleichspannungsgenerators 1
ist ein Glättungskondensator 33 geschaltet. In der Leitung zum heißen Ausgang 1
1 des Gleichspannungsgenerators 1 liegt ein Schaltelement 11, das einen Anschluß 14
aufweist, über den eine Spannungsmodulation der Gleichspannung erreicht werden kann.
Der kalte Ausgang 1
0 liegt über eine Leitung 3 auf Massepotential. Die Gleichspannung U des Gleichspannungsgenerators
1 ist zwischen 0 und 20 kV einstellbar und wird von dem heißen Ausgang 1
1 über eine Leitung 4 an eine Elektrode 5 angelegt, die im Abstand zu einer aufzuladenden
dielektrischen Schicht 8 angeordnet ist. Diese dielektrische Schicht 8 ist beispielsweise
ein fotoleitendes und/oder thermoplastisches Aufzeichnungsmaterial, das auf eine gewünschte
Spannung aufgeladen, anschließend bild-oder informationsmäßig belichtet und mit Toner
entwickelt - wird. Es können auch Reliefbilder ausgebildet werden, zu deren Herstellung
die fotoleitende und zugleich thermoplastische Aufzeichnungsschicht aufgeladen, dann
bildmäßig belichtet und zur Ausbildung der Reliefbilder erwärmt wird.
[0017] Der Wechselspannungsgenerator 2 umfaßt einen Spannungsregler 17 und einen Frequenzregler
18, die Bestandteile einer Wechselspannungsquelle 32 sind. Die Wechselspannung des
Wechselspannungsgenerators 2 beträgt 1 bis 10 kV
eff' bei einer Frequenz zwischen 1 und 100 kHz. Der Spannungsregler 17 dient zur Höheneinstellung
der Wechselspannung, während mit dem Frequenzregler 18 die Frequenz der Wechselspannung
abgestimmt wird. Der Wechselspannungsgenerator 2 umfaßt des weiteren einen Trenntransformator
19, der die von der Wechselspannungsquelle 32 gelieferte Wechselspannung hochtransformiert
und eine erdfreie Kaskadenschaltung der Wechselspannung auf den heißen Anschluß 11
des Gleichspannungsgenerators 1 sicherstellt. Hierzu ist der kalte Ausgang 2
0 des Wechselspannungsgenerators 2 mit dem heißen Ausgang 1
1 des Gleichspannungsgenerators 1 verbunden. In die Verbindungsleitung zwischen der
Wechselspannungsquelle 32 und dem Trenntransformator 19 ist ein Schaltelement 10 geschaltet,
über dessen Anschluß 13 eine Spannung zur Modulation der Wechselspannung eingespeist
werden kann. Der heiße Ausgang 2
1 des Wechselspannungsgenerators 2 ist über eine Leitung 6 mit einer Elektrode 7 in
Verbindung, die weiter von der aufzuladenden dielektrischen Schicht 8 entfernt ist
als die Gleichspannungselektrode 5. Die Wechselspannung U~des Wechselspannungsgenerators
2 wird über die Leitung 6 der Wechselspannungselektrode 7 zugeführt. Die auf die Spannung
U
= aufzuladende Schicht 8 liegt auf einer geerdeten Elektrode 9 auf. In die Erdleitung
dieser Elektrode 9, die die Gegenelektrode zu der Gleichspannungselektrode 5 ist,
ist ein Schaltelement 12 geschaltet, über dessen Anschluß 15 eine Spannung eingespeist
werden kann, um das Potential der Elektrode 9 zu verändern.
[0018] Die Elektrode 5 dient zugleich als Gegenelektrode für die Wechselspannungselektrode
7, da der Ausgang 2
0 des Wechselspannungsgenerators 2 mit dem Ausgang 1
1 des Gleichspannungsgenerators 1 zusammengeschaltet und über die Leitung 4 mit der
Gleichspannungselektrode 5 in Verbindung steht.
[0019] Der besondere Aufbau der Vorrichtung ermöglicht eine völlig neue und spezielle Aufladungstechnik.
Zwischen der Gleichspannungselektrode 5, die eine Koronaelektrode für die Aufladung
ist, und der Wechselspannungselektrode 7 Liegt die Wechselspannung U~an. Die Elektrode
5 besteht beispielsweise aus einem dünnen Koronadraht von 50 bis 300 µm Dicke. Es
können jedoch auch andere Aufladungskoronen geeigneter Bauart verwendet werden. Als
Wechselspannungsgelektrode 7 wird eine beliebig geformte Elektrode eingesetzt, deren
Querschnitt und Oberfläche so gestaltet sind, daß in ihrer unmittelbaren Umgebung
keine Ionen erzeugt werden. So kann beispielsweise die Wechselspannungselektrode 7
eine Rundelektrode mit einem Durchmesser von 2 mm sein. Mit Hilfe der Wechselspannungselektrode
7 erfolgt eine Ionisation der Umgebungsatmosphäre der Elektrode 5 und die Größe der
Wechselspannung U~wird ausreichend hoch gewählt, damit auch bei maximalem Aufladestrombedarf
im Bereich der Elektrode 5 eine ausreichende Anzahl der benötigten Ionen zur Verfügung
stehen. Bei starker Ionisation tritt am Umfang der Elektrode 5 ein sichtbares Glimmen
auf.
[0020] Wird die Elektrode 5 mit der Gleichspannung U beaufschlagt, so wird je nach Wahl
der Polarität der Gleichspannung U entweder ein positiver oder ein negativer Aufladestrom
auf die Schicht 8 geleitet. Hierbei besteht über einen weiten Arbeitsbereich ein nahezu
linearer Zusammenhang zwischen dem Aufladestrom I (µA) und der an der Elektrode 5
anliegenden Gleichspannung U
= (kV), wie aus Fig. 2, Kurve a, ersichtlich ist. Diese ausgeprägte Linearität zwischen
Aufladestrom und vorgegebener Gleichspannung ermöglicht eine reproduzierbare Aufladung
der Schicht 8 auf die jeweilige vorbestimmte Gleichspannung. Der Aufladestrom I beginnt
im unteren Strombereich bereits bei Gleichspannungen von wenigen Volt, eventuell bei
einer Spannung kleiner als 1 Volt. Hierzu muß die Wechselspannung äußerst symmetrisch
zum gemeinsamen Erdpotential verlaufen, da Verzerrungen des die Ionen erzeugenden
Wechselfeldes Veränderungen der vorgegebenen Aufladungshöhe hervorrufen würden. Zum
Erzielen einer extrem genauen Aufladungshöhe ist außerdem ein stabiler, gut angepaßter
mechanischer Aufbau der Aufladungsvorrichtung erforderlich. Störende Fremdfelder müssen
ferngehalten oder erforderlichenfalls durch Zuschalten eines geeigneten Kompensationspotentials
ausgeglichen werden.
[0021] Die Kurve b in Fig. 2 zeigt den Aufladestrom in Abhängigkeit der Gleichspannung einer
bekannten Aufladungskorona gleicher Größe, die ohne elektrisches Wechselfeld arbeitet.
Aus Kurve b ist ersichtlich, daß die Aufladung erst bei einer Gleichspannung größer
als 8 kV beginnt und sich sehr schnell asymptotisch der Durchschlagsspannung für die
aufzuladende Schicht nähert, die beispielsweise um 9 kV herum beträgt. Der Aufladestrom
I nach Kurve b, der sich für eine Spannung dicht unterhalb der Durchschlagspannung
ergibt, kann nach Kurve a mit wesentlich kleinerer Gleichspannung erreicht werden,
die etwa um die Koronaeinstzspannung geringer ist. Diese verringerte Gleichspannung
beträgt, wie aus Fig. 2, Kurve a entnommen werden kann, etwa 2,2 kV. Diese um die
Koronaeinsatzspannung reduzierte Gleichspannung, in Verbindung mit der von der Koronaentladung
getrennten Ionenerzeugung mit Hilfe des hochfrequenten elektrischen Wechselfeldes
reduziert die Zahl der Durchschläge der Schicht 8 erheblich. Wird nach der Erfindung
die Gleichspannungselektrode 5 als Koronaelektrode mit der gleichen Spannung wie herkömmliche
Koronaeinrichtungen betrieben, so kann ein wesentlich größerer Aufladestron als bei
den bekannten Korcnaeinrichtungen erzielt werden.
[0022] Die Elektroden 5 und 7 sind zweckmäßigerweise in Elektrodenanordnungen zusammengefaßt,
von denen einige in den Figuren 3 - 5 schematisch dargestellt sind.
[0023] Die Elektrodenanordnung in Fig. 3 umfaßt einen dicken Draht als Wechselspannungselektrode
7 und einen dünnen Draht als Gleichspannungselektrode 5, die durch zwei Isolierstücke
20 gespannt und in ihrer Lage zueinander und zur aufzuladenden Schicht 8 bzw. zur
Gegenelektrode 9 fixiert werden. Für die Elektrode 7 wird beispielsweise ein Draht
aus Kupfer oder aus einem anderen Metall mit 1 bis mehreren Millimetern Durchmesser
verwendet. Anstelle eines Drahtes kann auch ein anderes Profil aus Metall verwendet
werden. Für die Elektrode 5 wird bevorzugt ein Wolfram- oder Stahldraht von etwa 10
bis zu einigen 100 µm Dicke gewählt.
[0024] Ein Abstand 21 zwischen der Elektrode 5 und der aufzuladenden Schicht 8 und ein Abstand
22 zwischen den beiden Elektroden 5 und 7 betragen 1 bis etwa 20 mm. Bei der in Fig.
4 dargestellten Elektrodenanordnung ist die Wechselspannungselektrode 7 von einem
Isolierkörper 23 umschlossen. Hierzu kann beispielsweise die Elektrode 7 in ein Glasrohr
eingeschmolzen oder eingeschoben sein. Dadurch wird erstens eine bessere Isolation
zwischen der Elektrode 7 und der Gleichspannungselektrode 5 erreicht und zweitens
bei gleichgroßer Wechselspannung wie bei der Elektrodenanordnung nach Fig. 3 eine
höhere Feldstärke im Luftraum zwischen der Elektrode 5 und dem Isolierkörper 23 erhalten.
Dies ergibt sich durch die hohe Dielektrizitätskonstante von etwa "5" für Glas im
Vergleich zu Luft, da bekannterweise die Einzelfeldstärken den Dielektrizitätskonstanten
verschiedener Materialien umgekehrt proportional sind.
[0025] Die frei eingespannte Elektrode 5 aus dünnem Draht neigt leicht zu mechanischen Schwingungen,
besonders dann, wenn große Spannlängen vorliegen. Die Schwingneigung kann zum Teil
durch entsprechend große Spannkräfte auf die Elektrode 5 unterdrückt werden. Günstiger
läßt sich das Problem der Schwingneigung der Elektrode 5 mit der Elektrodenanordnung
gemäß Fig. 5 lösen, bei der die Elektrode 5 in direkter Berührung mit der Oberfläche
des Isolierkörpers 23 geführt ist. Hierzu kann die Elektrode 5 in einfacher Weise
auf der Oberfläche des Isolierkörpers 23 aufgespannt oder in die Oberfläche desselben
eingeschmolzen sein. Des weiteren kann die Elektrode 5 galvanisch oder durch Einbrennen
auf den Isolierkörper 23 aufgebracht werden. Eine derartige Elektrodenanordnung mit
auf dem Isolierkörper 23 fixierter Elektrode 5 eignet sich insbesondere für langgestreckte
Koronen bis zu einer Länge von 1 m und darüber hinaus, die beispielsweise in elektrofotografischen
Kopiergeräten zur Herstellung von Kopien von großflächigen Vorlagen wie technischen
Zeichnungen eingesetzt werden.
[0026] Die zuvor beschriebenen Elektrodenanordnungen ermöglichen, wie sehen erwähnt, auch
sehr niedrige Aufladungen der Schicht 8 mit einer Spannung von 1 Volt und darunter,
so daß dadurch eine weitgehende Neutralisation von unerwünschten Oberflächen- bzw.
Restladungen auf elektrofotografischen Aufzeichnungsmaterialien möglich ist. Beispielsweise
werden in-Ionisationskammern eingestrahlte Röntgenintensitätsmuster in entsprechende
Ladungsmuster auf isolierenden Schichten überführt, die nach der Entwicklung mit Toner
sichtbare Bilder der Röntgenintensitätsverteilung ergeben. Dabei kann es vor der Einstrahlung
der Röntgenintensitätsmuster erforderlich sein, Oberflächenladungen auf den isolierenden
Schichten, die beispielsweise durch triboelektrischen Kontakt mit anderen Schichten
entstehen, zu neutralisieren, damit diese sich nicht in unerwünschter Weise-den Ladungsmustern
überlagern können. Die Neutralisation erfolgt zum Beispiel derart, daß die Gleichspannungselektrode
5 auf Erdpotential geschaltet und die Wechselspannungselektrode 7 eine so hohe wechselspannung
empfängt, daß die Restladung beim Vorbeiziehen der Schicht 8 unter der Elektrode 5
verschwindend klein wird. Hierzu muß unter Umständen eine spezielle Elektrodeneinstellung
und Symmetrierung der Wechselspannung vorgenommen und elektrostatische Fremdfelder
ferngehalten oder kompensiert werden.
[0027] Wie schon erwähnt wurde, besteht bei der Vorrichtung nach Fig. 1 die Möglichkeit
von modulierten Aufladungen, für die ein vielseitiger Bedarf vorhanden ist. So ist
es allgemein bekannt, daß bei der Entwicklung von Ladungsbildern mit großen Vollflächen
eine bevorzugte Tonerabscheidung an den Bildrändern stattfindet, wodurch sogenannte
Kantenbilder entstehen, falls keine besonderen Maßnahmen wie das Vorsehen zusätzlicher
Entwicklungselektroden getroffen werden. Eine andere Möglichkeit zum Erzielen einer
vollflächigen Toner abscheidung und zur Verbesserung der Halbtonwiedergabe besteht
in der Rasterung des Ladungsbildes. Hierbei wird im allgemeinen zuerst homogen aufgeladen
und dann rasterförmig belichtet. Es ist auch möglich, die Rasterung mit guter Qualität
als stetiger Raster, beispielsweise mit einer sinusförmigen Ladungsverteilung, oder
als durchmodulierter Raster, beispielsweise mit einer rechtecksförmigen Ladungsverteilung,
zusammen mit der Aufladung in einem Verfahrensschritt aufzubringen. Hierzu reicht
eine Rasterung bis zu 20 Linien/mm, vorzugsweise 5 bis 10 Linien/mm für die Anforderungen
an qualitativ einwandfreie Bürokopien völlig aus.
[0028] Auch für die Halbtondarstellung von Reliefbildern durch Schlierenprojektion müssen
die den Reliefbildern zugrundeliegenden Ladungsbilder gerastert werden. Ebenso sind
Rasterungen bis zu 10 Linien/mm bei der Anwendung der elektrostatischen Reliefbildtechnik
erforderlich, bei der die schnelle Entwicklung durch Verformung ohne Zuführung von
zusätzlichem Entwickler für Röntgenbildaufzeichnungen auf isolierenden verformbaren
Schichten in Ionisationskammern oder auf geeigneten Fotoleiterschichten, beispielsweise
Selenlegierungen, genutzt wird.
[0029] Die Elektrodenanordnung der Vorrichtung eignet sich aufgrund der ausgeprägten Linearität
zwischen Ladestrom und Gleichspannung auch sehr
gut für elektrostatische Kopierer, wie Computer-Ausdrucker und Telekopierer. In diesen
Anwendunqsfällen wird die zeilenweise zerlegte Information als entsprechendes elektrisches
Signal sequentiell dem
Kopierer zugeführt, der auf einem dielektrischen Aufzeichnungsträger zeilenweise, im
allgemeinen mit Hilfe einer Elektrodenmatrix aus einzeln ansteuerbaren Einzelelektroden,
ein entsprechendes Ladungsmuster auf die isolierende Schicht aufbringt. Das Ladungsmuster
wird mit Toner sichtbar gemacht oder erzeugt auf einer durch Wärme verformten Schicht
ein Reliefbild. Dabei ermöglicht die ausgeprägte Linearität zwischen Aufladestrom
und Signalspannung, die hierbei die Gleichspannung ersetzt, eine der jeweiligen Signalspannung
proportionale lokale Flächenladung auf den Aufzeichnungsträger. Entsprechend der Flächenladung
wird Toner abgeschieden oder die Reliefbildtiefe moduliert, so daß eine gute Halbtonwiedergabe
gewährleistet ist. Wegen des großen linearen Aussteuerbereichs der Elektrodenanordnung
können die Halbtöne in kleinen Abstufungen wiedergegeben werden.
[0030] Für periodische, rasterförmige Modulationen zur Erzeugung von rechtecksförmigen Ladungsverteilungen
auf der isolierenden Schicht wird beispielsweise die Wechselspannung des Wechselspannungsgenerators
2 der Vorrichtung nach Fig. 1 über das Schaltelement 10 moduliert. Hierzu werden über
den Anschluß 13 Impulse auf das Schaltelement 10 gegeben, z.B. ein elektromechanisches
Relais, welches geöffnet und geschlossen wird. Nur im geschlossenen Zustand des Schaltelements
10 werden zwischen den Elektroden 5 und 7 Ionen erzeugt. Die verwendeten Relais können
beispielsweise mit 200 Hz betrieben werden. Anstelle von elektromechanischen Relais
können auch elektronische Schalter als Schaltelement 10 verwendet werden, die Schaltfrequenzen
von 100 kH2 und darüber hinaus zulassen.
[0031] Bei einer Schaltfrequenz von 500 Hz können auf einem mit einer Geschwindigkeit von
10 cm/s bewegten Aufzeichnungsträger beispielsweise gerasterte Ladungsmuster aufgebracht
werden, die eine Rasterung von 5 Linien/mm aufweisen.
[0032] Für die modulierte Aufladung werden bevorzugt abgeschirmte Elektrodenanordnungen
verwendet, wie sie in den Fig. 6 und 10 dargestellt sind.
[0033] Bei der Anordnung nach Fig. 6 befinden sich die Gleichspannungselektrode 5 und die
Wechselspannungselektrode 7 mit dem Isolationskörper 23 in einem offenen Abschirmgehäuse
24 aus elektrisch isolierendem Material. Das Abschirmgehäuse 24 weist einen Spalt
25 auf, an dessen Kante die Elektrode 5 liegt und unter dem die Schicht 8 vorbeibewegt
wird. Die Spaltbreite beträgt etwa 1 mm und der Abstand der Elektrode 5 zur Schicht
8 liegt zwischen 5 und 15 mm. Die im Inneren des Abschirmgehäuses 24 erzeugten Ionen
treten durch den Spalt aus und treffen auf die Schicht 8 auf. Das Abschirmgehäuse
24 schirmt die lichtempfindliche Schicht 8 weitgehend gegen ein Koronaleuchten der
Elektrode 5 ab und ermöglicht die Erzeugung der Ionen und die Aufladung innerhalb
einer Schutzgasatmosphäre, beispielsweise aus Stickstoff, der in das Abschirmgehäuse
24 eingeleitet wird und durch den Spalt 25 wieder austritt. Bei der Füllung mit reinem
Stickstoff mit einem Reinheitsgrad von 99 oder besser wird bei sonst unveränderten
Einstellungen der Elektroden der Aufladestrom vergrößert. Darüber hinaus wird durch
einen geringen Überdruck im Koronabereich die Gleichspannungselektrode 5, die als
Koronaelektrode arbeitet, vor Verunreinigungen geschützt.
[0034] Weitere Modulationsmöglichkeiten bestehen über das Schaltelement 11 im Gleichspannungsgenerator
1 und das Schaltelement 12 in der Erdleitung der Gegenelektrode 9. Diese Schaltelemente
11,12 können elektromechanische Relais oder elektronische Schalter sein und werden
über die Anschlüsse 14 bzw. 15 angesteuert. Beim Öffnen der Schaltelemente 11 und
12 werden die bestehenden Kontakte unterbrochen und es können zeitlich wie amplitudenmäßig
variable Signale eingegeben werden. Die Modulation kann auch in der Weise vorgenommen
werden, daß die Schaltelemente 10, 11, 12 so angesteuert werden, daß die bestehenden
Kontakte nicht unterbrochen werden sondern nur das Wechsel- bzw. Gleichfeld während
der Modulationsphase abgeschwächt wird.
[0035] Gut zu übersehende Schaltungsverhältnisse werden bei einer Modulation des Potentials
der Gegenelektrode 9 durch Ansteuerung des Schaltelements 12 über den Anschluß 15
erhalten. Das Schaltelement 12 eignet sich insbesondere für die Ansteuerung durch
sich stark ändernde Signale. Bei zusammengesetzten Signalen, wie sie bei Computer
ausdrucken oder Telekopierern auftreten, wird dann die Elektrode 9 in eine Anzahl
von einzeln ansteuerbaren Elektrodenabschnitten quer über die Aufzeichnungsbreite
zerlegt, über die die isolierende Aufzeichnungsschicht, beispielsweise ein homogenes
dielektrisches Papier oder eine Folie, geführt wird. Die über das Schaltelement 12
eingespeiste Information kann im Bedarfsfall zusätzlich über das periodisch erregte
Schaltelcment 10 gerastert werden.
[0036] Die in Fig. 7 gezeigte Anordnung stimmt im Schaltungsaufbau zum größten Teil mit
der Vorrichtung nach Fig. 1 überein, mit den Unterschieden, daß keine Schaltelemente
vorhanden sind und daß die Gegenelektrode 9 aus Aluminium über einen Gleichstrommesser
26 mit Massepotential verbunden ist. Diese Anordnung diente zur Aufnahme der in Fig.
8 dargestellten Kurven a-d und a'-d'.
[0037] Fig. 8 zeigt den linearen Zusammenhang zwischen dem Aufladestrom I (
/UA) und der Gleichspannung U = (kV) von Kurven a, b, c, d für unterschiedliche Abstände
zwischen der Gleichspannungselektrode 5 und der Gegenelektrode 9. Zu Vergleichszwecken
sind die entsprechenden Kurven a', b', c', d' für die gleichen unterschiedlichen Abstände
zwischen der Gleichspannungselektrode und der Gegenelektrode eingezeichnet, wobei
jedoch die Elektrodenanordnung nur mit Gleichspannung betrieben wird, d.h. kein elektrisches
Wechselfeld vorhanden ist. Die Endpunkte der einzelnen Kurven a - d und a' - d' geben
die Aufladestromstärken kurz vor dem Auftreten von Spannungsdurchschlägen der aufzuladenden
Schicht wieder. Aus den Kurven der Fig. 8 ist zu ersehen, daß bei etwa gleichen Durchschlagsspannungen
für eine Aufladung der Schicht mit Gleichspannung, unterstützt durch ein elektrisches
Wechselfeld, und mit Gleichspannung allein, ohne elektrisches Wechselfeld, im ersteren
Fall die erzielbaren Aufladestromstärken wesentlich über denjenigen des zweiten Falls
liegen.
[0038] Fig. 9 zeigt eine metallische Gegenelektrode 9, beispielsweise eine Kupferschicht,
in die auf einer Seite fotomechanisch Rasterlinien geätzt sind. Diese Gegenelektrode
9 ist mit einer isolierenden Aufzeichnungsschicht 8 beschichtet. Die Rasterlinien
der Gegenelektrode 9 sind mit einem Mittelabgriff 27 eines Potentiometers 28 verbunden,
wobei der Mittelabgriff während der Vorbeibewegung der Gegenelektrode 9 unter der
Gleichspannungselektrode über das einseitig geerdete Potentiometer 28 bewegt wird,
an dem eine Spannung U anliegt. Auf diese Weise kann während der Aufzeichnung an der
Gegenelektrode 9 ein Spannungsabfall von beispielsweise U = -300 V bis 0 V erzeugt
werden, wodurch eine Modulation der Aufzeichnung durch diese Veränderung des Potentials
an der Gegenelektrode 9 erhalten wird.
[0039] Fig. 10 zeigt eine weitere Elektrodenanordnung, die ein Abschirmgehäuse 24 umgibt.
Die Gleichspannungselektrode 5 besteht aus einer Anzahl von einzelnen Metalldrähten,
die in Abständen zueinander und gegeneinander isoliert zwischen zwei facettenartig
handgeschliffenen Glasplatten 30 eingekittet sind. Die Drahtspitzen ebenso wie die
Drahtenden stehen am vorderen bzw. hinteren Ende der Glasplatten 30 vor. Die Drahtenden
weisen Anschlüsse 31 zum Anlegen der Gleichspannung auf. Die Oberfläche der Gegenelektrode
9 ist leicht gekrümmt, so daß ein dielektrisches Papier aus einer isolierenden Deckschicht
8 und einem leitfähigen Papierträger 29 im Bereich der Gegenelektrode 9 seine Bewegungsrichtung
entsprechend der Krümmung der Gegenelektrode 9 ändert. Entsprechend der Anzahl der
Elektrodendrähte 5a, 5b, 5c, ... gibt es genauso viele Anschlüsse 31a, 31b, 31c, ...
an den Drahtenden der Gleichspannungselektroden.
[0040] Fig. 11 zeigt schematisch den Schaltungsaufbau der Vorrichtung, mit der die Elektrodenanordnung
nach Fig. 10 beispielsweise betrieben werden kann. Die Gleichspannungs- elektrode
5 besteht, wie schon erwähnt wurde, aus einzeln ansteuerbaren Elektroden 5a, 5b, 5c,
..., die über eine entsprechende Anzahl von Schaltelementen lla, llb, llc, ... mit
Anschlüssen 14a, 14b, 14c ... spannungsmäßig angesteuert werden. Die Schaltelemente
lla, llb, llc, ... sind mit den Anschlüssen 31a, 31b, 31c, ... der einzelnen Elektroden
5a, 5b, 5c, ... verbunden. Im übrigen entspricht der Schaltungsaufbau demjenigen nach
Fig. l.
[0041] In Fig. 12 ist eine Schaltungsanordnung der Vorrichtung dargestellt, bei der jede
der Elektroden 5, 7 und 9 aus mehreren, voneinander isolierten Einzelelektroden 5a,
5b, ...; 7a, 7b, ...; 9a, 9b, ... besteht. Die Einzelelektroden 5a, 5b, ... der Gleichspannungselektrode
5 und die Einzelelektroden 7a, 7b, ... der Wechselspannungselektrode 7 stehen mit
Schaltelementen lla, llb, ... bzw. lOa, lOb, ... in Verbindung, die über entsprechende
Anschlüsse 14a, 14b, ... bzw. 13a, 13b, ... mit Spannungen zur abschnittsweisen Modulation
der Spannung jeder Einzelelektrode beaufschlagbar sind. Die an die Einzelelektroden
angelegten Spannungen zur Modulation können unterschiedlich groß sein. Die übrigen
Teile der Fig. 12 entsprechen denjenigen der Fig. 11 und 1. Es handelt sich hierbei
um den Wechselspannungsgenerator 2 mit der Wechselspannungsquelle 32, der den Spannungsregler
17 und den Frequenzregler 18 umfaßt, und um den Trenntransformator 19.
[0042] Parallel zu den Ausgängen des Gleichsnannungsreglers 16 bzw. des Gleichspannungsgenerators
1 liegt der Glättungskondensator 33.
[0043] Die von der Vorrichtung nach Fig. 1 her bekannten Schaltelemente 10, 11, 12 sind
durch die zuvor erwähnten Schaltelemente 10a, lOb, ...; 11a, 11b, ... und 1
2a, 12b, .. ersetzt, die mit den entsprechenden Einzelelektroden der Wechselspannungs-,
Gleichspannungs- und Gegenelektrode verbunden sind. Die Schaltelemente 10a, lOb, ...;
12a, 12b,... sind analog zu den Schaltelementen 11a, llb, ... aufgebaut, d.h. sie
können zwischen zwei Stellungen hin und her schalten, je nachdem, ob eine Modulationsspannung
bzw. ein Modulationssignal eingespeist wird oder nicht.
[0044] In den folgenden Beispielen sind Betriebsdaten und Parameter der Vorrichtung angegeben.
Beispiel 1
[0045] Eine Elektrodenanordnung nach Fig. 4 wurde in einer Vcrrichtung nach Fig. 7 eingesetzt.
Im Abstand von 4 mm unterhalb der Gleichspannungselektrode 5 wurde die plattenförmige
Gegenelektrode 9 aus Aluminium angeordnet, die über den Gleichstrommesser 26 mit Erdpotential
verbunden war. Weitere Daten waren:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
50 µm dicker Wolframdraht Isolationskörper 23: 5 mm dickes Polytetrafluoräthylen Länge
der Gleichspannungselektrode 5: 40 cm Wechselspannung: 5 kVeff /30 kHz.
[0046] Die Länge der Gleichspannungselektrode 5, die die Koronaelektrode bildet, entspricht
den üblichen Längen von Koronen in Bürokopierern. Bei +300 V Gleichspannung stellt
sich ein Strom von 2 µA ein, bei +700 V von 11
/uA und bei +1200 V von 22
/uA. Ähnliche Stromwerte wurden beim Anlegen negativer Gleichspannung an eine Gleichspannungselektrode
5 erhalten. Diese Aufladeströme wurden bei Gleichspannungen unterhalb der erforderlichen
Einsatzspannung der Gleichspannungselektrode gemessen. Wurde an die Wechselspannungselektrode
7 kein Wechselfeld angelegt, so fiel der Aufladestrom aus.
[0047] Bei exakter Einstellung der Wechselspannung hinsichtlich ihrer Symmetrie und ihrer
Verzerrungsfreiheit konnte schon bei einer Gleichspannung nahe von 0 Volt ein Aufladestrom
bei angelegtem Wechselfeld an die Wechselspannungselektrode 7 gemessen werden. Bei
der exakten Einstellung ist zu beachten, daß, wenn der Trenntransformator 19 des Wechselspannungsgenerators
2 im Gebiet der Eigenresonanz betrieben wird, wenn auch mit großer Dämpfung, eine
Frequenznachstimmung zu Phasenverschiebungen und Beeinflussungen des Sinusverlaufes
der Wechselspannung führt.
Beispiel 2
[0048] Die Elektrodenanordnung nach Fig. 4 wurde in der Vorrichtung nach Fig. 7 eingesetzt.
Die Daten lauteten:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
100 µm dicker Stahldraht Isolationskörper 23: Glasrohr mit 14 mm Durchmesser Länge
der Gleichspannungselektrode 5: 780 mm Wechselspannung: 5,5 kVeff/30 kHz.
[0049] Die Ergebnisse dieser Messungen, die für Abstände zwischen der Gleichspannungselektrode
5 und der Gegenelektrode 9 von 5,8,10 und 13 mm durchgeführt wurden, sind in Fig.
8 in der Kurven a, b, c und d dargestellt.
Beispiel 3
[0050] Die Messungen des Beispiels 2 wurden mit einer ähnlichen, jedoch längeren Gleichspannungselektrode
durchgeführt. Die Länge der Gleichspannungselektrode 5 betrug 1290 mm und als Wechselspannungselektrode
7 wurde ein 4 mm starker VA-Stahldraht verwendet. Die Abstände zwischen der Gleichspannungselektrode
5 und der Gegenelektrode 9 waren die gleichen wie im Beispiel 2. Die Aufladeströme
betrugen etwa das l,5fache der Werte nach Beispiel 2.
Beispiel 4
[0051] Eine Elektrodenanordnung entsprechend Fig. 5 wurde in der Vorrichtung nach Fig. 7
eingesetzt. Als Gleichspannungs- elektrode 5 wurde ein etwa 1 mm breiter Streifen
aus Gold-Palladium auf einem Isolierkörper 23 aus Keramik von 8 mm Durchmesser aufgebracht
und eingebrannt. Die übrigen Daten waren:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Länge der Gleichspannungselektrode
5: 620 mm Wechselspannung: 3 kVeff/20 kHz
[0052] Der gemessene lineare Stromanstieg in Abhängigkeit von der Gleichspannung, die zwischen
1 und 7 kV variiert wurde, ist in Kurve a in Fig. 2 dargestellt. Wie aus der Kurve
b in Fig. 2 ersichtlich ist, tritt ohne Wechselspannungsunterstützung erst oberhalb
einer Gleichspannung von 8 kV ein Ladestrom auf, wobei oberhalb von 9 kV Spannungsdurchschläge
auf der aufzuladenden Schicht 8 auftraten.
Beispiel 5
[0053] Eine Fotoleiterschicht von 10 µm Dicke aus gleichen molaren Anteilen Poly-N-Vinylcarbazol
und Trinitrofluorenon, die auf einem leitfähigen Träger aus aluminisierter Polyesterfolie
aufgetragen sind, wurden auf eine Gleichspannung von -800 V aufgeladen.
[0054] Hierzu wurde die Fotoleiterschicht 8 in 5 mm Abstand unter der Gleichspannungselektrode
5 der Elektrodenanordnung nach Fig. 6 mit einer Geschwindigkeit von 30 cm/s vorbeigeführt.
Weitere Daten lauteten:
Wechselspannungselektrode 7:.1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
100.um dicker Stahldraht Länge der Gleichspannungselektrode 5: 300 mm Isolationskörper
23: Glasrohr von 14 mm Durchmesser Abschirmgehäuse 24: 3 mm dicker Kunststoff Spaltbreite:
3 mm An die Gleichspannungselektrode 5 wurde eine Gleichspannung U= = -80C V angelegt.
[0055] Die Abstimmung des Wechselspannungsgenerators 2 in Abhängigkeit vom geometrischen
Aufbau der Elektrodenanordnung erfolgt über den Spannungsregler 17 und Frequenzregler
18. Im Regelbereich U
~ für Wechselspannung = 1 bis 5,7 kV
eff war zunächst die Spannung auf der Fotoleitschicht 8 kleiner als die vorgegebene Gleichspannung,
stieg jedoch mit größer werdender Wechselspannung bis auf den vorgegebenen Sollwert
an. Bei einer Wechselspannung U~ = 5,7 kV
eff war die Spannungshöhe relativ unabhängig von der Frequenz und entsprach dem vorgegebenen
Gleichspannungswert. Der größte Aufladestrom bei dieser Wechselspannung wurde bei
34 kHz bei einer Halbwertsbreite von etwa ± 4 kHz gemessen.
[0056] Im Regelbereich U~ =5,7 bis 10 kV
eff wurde in Abhängigkeit von der Frequenzeinstellung die Fotoleiterschicht 8 teilweise
geringfügig höher, teilweise niedriger als auf -800 V aufgeladen.
[0057] Die Aufladung der Fotoleiterschicht auf -800 V erfolgte unter den angegebenen Bedingungen
insgesamt gesehen mit guter Reproduzierbarkeit und ohne Durchschläge der Fotoleiterschicht.
Nach der Aufladung wurde bildmäßig belichtet, mit Toner entwickelt und das Tonerbild
auf Papier übertragen.
Beispiel 6
[0058] Eine fotoleitende thermoplastische Aufzeichnungsschicht 8 auf einem Polyesterträger
von 50
/um Stärke, der auf einer Glasplatte mit einer transparenten, leitfähigen Schicht aufliegt,
wurde auf +5200 V aufgeladen.
[0059] Die Aufzeichnungsschicht 8 bestand aus einer etwa 1 µm dicken Teilschicht aus Brompyrenharz,
dem 1/5 Gewichtsanteil Dicyanomethylentrinitrofluorenon und 1/2 Gewichtsanteil eines
Copolymeren aus Vinylchlorid und Vinylacetat zugesetzt waren. Darüber befand sich
eine zweite, etwa 0,5 µm dicke Teilschicht aus dem Glycerinester des hydrierten Kolophoniums.
[0060] Die Elektrodenanordnung wurde wie im Beispiel 5 eingestellt, nur mit dem Unterschied,
daß die Gleichspannung an der Gleichspannungselektrode 5 +5200 V betrug. Die Aufladung
erfolgte reproduzierbar, ohne daß Durchschläge auf der Aufzeichnungsschicht auftraten.
[0061] Nach der Aufladung wurde mit interferierendem Licht eines He/Ne-Lasers ein Intensitätsmuster
von 820 Linien/mm eingestrahlt, danach wurde während einer Zeitdauer von 1/10 s die
Aufzeichnungsschicht auf 70 °C erwärmt, dabei entstand ein Reliefgitter, welches das
eingestrahlte Laserlicht beugte.
Beispiel 7
[0062] Auf einer Polyesterfolie von 50 µm Dicke wurde in einer Ionisationskammer ein dem
eingestrahlten Röntgenintensitätsmuster entsprechendes Ladungsbild erzeugt, das mit
Toner sichtbar gemacht wurde. Dabei traten auch in intensitätsgleichen Stellen Dichteschwankungen
der abgeschiedenen Tonermenge auf. Diese Schwankungen wurden durch eine nachfolgende
neutralisierende Aufladung der Polyesterfolie mit folgender Elektrodenanordnung vermieden:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
Wolframdraht mit 50 µm Durchmesser Isolationskörper 23: Glasrohr mit 9 mm Außendurchmesser
[0063] Im Abstand von 5 mm zu der Polyesterschicht wurde die Gleichspannungselektrode 5
und im Abstand von 10 mm bis zum Außendurchmesser des Isolationskörpers 23 die Wechselspannungselektrode
7 angeordnet. Die Gleichspannungselektrode 5 wurde auf Erdpotential gelegt und die
Wechselspannungselektrode 7 zunächst mit 3 kV
eff betrieben. Die Polyesterschicht wurde mehrfach unter der Gleichspannungselektrode
5 vorbeibewegt. Hierbei wurde die Wechselspannung schrittweise bis auf 4,5 kV
cff erhöht. Zur weiteren Neutralisation der Restladung auf der Polyesterfolie wurde zur
Symmetrierung der Wechselspannung deren Frequenz, ausgehend von 35 kHz schrittweise
im Bereich zwischen 30 und 40 kHz verändert, bis eine optimale Ladungsneutralisation
erhalten wurde. Die Frequenz betrug dabei 32 kHz.
[0064] Mit diesen Einstellungen konnte die Polyesterfolie soweit neutralisiert werden, daß
auf der Oberfläche nur noch eine Restspannung von 1,5 V mit einem berührungslos arbeitenden
elektrostatischen Spannungsmeßgerät gemessen wurde.
Beispiel 8
[0065] Eine thermoplastische Aufzeichnungsschicht 8 auf einem Polyesterträger von 50
/um Dicke wurde auf +5 kV rasterförmig aufgeladen. Die 20
/um dicke Aufzeichnungsschicht bestand aus einem Glykolester des hydrierten Kolophoniums.
[0066] Das Aufzeichnungsmaterial wurde auf einer geerdeten Unterlage in 5 mm Abstand von
der Gleichspannungselektrode 5 unter einer Elektrodenanordnung nach Fig. 6 mit einer
Geschwindigkeit von 10 cm/s vorbeibewegt. Die übrigen Daten lauteten:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
50 µm dicker Wolframdraht Isolationskörper 23: Glasrohr mit 9 mm Durchmesser, Spaltbreite
1 mm Wechselspannung: 5 kVeff/30 kHz Abstand zwischen den Elektroden 5 und 7: 6,5 mm
[0067] Zur Modulation der Aufladespannung der Aufzeichnungsschicht wurde mit dem Schaltelement
10 nach Fig. 1 die Wechseispannung periodisch unterbrochen, wozu an den Anschluß 13
ein Frequenzgenerator angeschlossen wurde. Das Schaltelement 10, das aus einem integrierten
Halbleiterschalter bestand, ermöglichte eine praktisch verzögerungsfreie Steuerung
der Wechselspannung.
[0068] Die Impulsdauer wie die Totzeit, in der der Schalter geöffnet bzw. geschlossen war,
betrug jeweils 10 ms. An der Gleichspannungselektrode 5 la
g eine Gleichspannung von +5 kV an.
[0069] Nach der rasterförmigen Aufladung wurde das Aufzeichnungsmaterial mit Warmluft von
etwa 50 °C erwärmt, wobei ein Reliefgitter von 5 Linien/mm entstand.
Beispiel 9
[0070] Das Beispiel 8 wurde wiederholt, wobei der rasterförmigen Aufladung ein weiteres
Ladungsmuster überlagert wurde. Dazu wurde das rasterförmig aufgeladene Aufzeichnungsmaterial
zusammen mit der leitfähigen Unterlage in eine Ionisationskammer eingebracht. Die
leitfähige Unterlage bestand aus einer 5x5 cm großen Glasplatte mit einer leitfähigen
transparenten Schicht mit verstärkten Elektroden an gegenüberliegenden Seiten. Die
Plattenelektroden wurden an nach außen führenden Leitungen angeschlossen. Oberhalb
dieser Platte befand sich in einem Abstand von 1 cm eine zweite transparente Elektrode.
Das Gehäuse der Ionisationskammer bestand aus 15 mm dickem Plexiglas. Die Kammer wurde
evakuiert und mit Xenon unter leichtem Überdruck gefüllt. Die Elektrode mit der aufliegenden
Aufzeichnungsschicht wurde auf Erdpotential gelegt und an die obere Elektrode eine
Spannung von -8 kV gelegt. Vor der Röntgenexpositτon mit 80 kV-Röntgenstrahlen wurde
ein flacher Bleikeil in den Strahlengang gebracht. Beim Erwärmen der unteren Elektrode
durch einen Spannungsstoß von 70 V für eine Dauer von 0,1 s entstand auf der thermoplastischen
Aufzeichnungsschicht ein Reliefbild, das mit einer Schlierenoptik ausgelesen wurde.
In den Bereichen abgeschwächter Röntgenstrahlung durch den Bleikeil waren dessen Umrisse,
überlagert von einer linienförmigen Rasterstruktur, zu erkennen. Die Rasterintensität
nahm mit der Dicke des Bleikeils bei der Röntgenexposition zu, wodurch eine entsprechende
Halbtonwiedergabe des Eleikeils ermöglicht wurde.
Beispiel 10
[0071] Eine 300/um dicke Selenschicht auf einer 2 mm dicken Aluminiumplatte wurde mit einer
20 µm dicken thermoplastischen Aufzeichnungsschicht, bestehend aus dem Glykolester
des hydrierten Kolophoniums, beschichtet. Mit den Einstellungen des Beispiels 8 erfolgte
eine gerasterte Aufladung auf +1800 V, wobei mit Röntgenstrahlen von 80 kV durch einen
flachen Bleikeil hindurch bestrahlt und mit Warmluft erwärmt wurde. Dabei entstand
ein Reliefbild des Bleikeils, das mit einer Reflexions-Schlierenoptik ausgelesen wurde.
An den durch den Bleikeil vor der Röntgenexposition geschützten Stellen war das Reliefbild
linienförmig gerastert. Die Rasterintensität nahm mit der Dicke des Bleikeils bei
der Röntgenexposition zu, wodurch ein Halbtonbild des Bleikeils erhalten wurde.
Beispiel 11
[0072] Auf eine isolierende Aufzeichnungsschicht 8 wurde ein Ladungsmuster mit entsprechend
variablen Eingangsdaten aufgebracht.
[0073] Die Aufzeichnungsschicht 8 wurde im Abstand von 5 mm unter einer Elektrodenanordnung
nach Fig. 6 mit einer Geschwindigkeit von 45 cm/s vorbeigeführt. Die übrigen Daten
lauteten:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
50/um dicker Wolframdraht Isolationskörper 23: Glasrohr von 9 mm Durchmesser, Wechselspannung:
5 kVeff/30 kHz Gleichspannung: - 300 V
[0074] Die Elektrodenanordnung mit einer Spaltbreite von 1 mm wurde in einer Vorrichtung
nach Fig. 1 eingesetzt, wobei die Modulation über den Anschluß 15 des Schaltelements
12 in der Masseleitung der Gegenelektrode 9 erfolgte.
[0075] Die Gegenelektrode 9 bestand aus einer Kunststoffplatte mit einer Kupferbeschichtung,
wie sie zur Herstellung von Leiterplatten benutzt werden. In die als Gegenelektrode
9 geschaltete Kupferscnicht wurden fotomechanisch Rasterlinien geätzt, wie dies aus
Fig. 9 ersichtlich ist. Während der Aufzeichnung wurde an der Gegenelektrode 9 ein
Spannungsabfall von -300 V bis 0 V erzeugt.
[0076] Bei der Entwicklung mit Flüssigtoner wurde auf der Aufzeichnungsschicht 8 entlang
der Laufstrecke zunehmend mehr Toner abgeschieden. Das auf Papier übertragene Tonerbild
ließ die Schwärzungszunahme längs der Laufstrecke deutlich erkennen und die Rasterlinien
der Gegenelektrode 9 wurden eindeutig wiedergegeben. Es traten keine Durchschläge
der Aufzeichnungsschicht 8 auf.
Beispiel 12
[0077] Auf eine isolierende thermoplastische Aufzeichnungsschicht 8 wurde unter Bildung
von Reliefstrukturen ein Ladungsmuster entsprechend variablen Eingangsdaten aufgebracht.
[0078] Die Aufzeichnungsschicht 8 bestand aus einer 20,um dicken Schicht des Glykolesters
des hydrierten Kolophoniums auf einer 50 µm dicken Polyesterfolie und wurde nach den
Einstellungen des Beispiels 11 aufgeladen, wobei die vorgegebene Gleichspannung U_
= -5kV betrug. Die Wechselspannung von 5 kV
eff und 30 kHz wurde über das Schaltelement 10 und den Anschluß 13 von einem Frequenzgenerator
mit 3kHz periodisch moduliert.
[0079] Beim Entwickeln der Aufzeichnungsschicht 8 mit Warmluft von etwa 50 °C wurde ein
Reliefbild der Gegenelektrode 9 erhalten. Längs der Laufstrecke nahm die Relieftiefe
zu. Bei der Projektion mit einer Schlierenoptik stellte sich die Gegenelektrode 9
in Laufrichtung zunehmend dunkler dar.
Beispiel 13
[0080] Auf die isolierende Aufzeichnungsschicht 8 eines dielektrischen Papiers mit einem
leitfähigen Papierträger 29 wurde ein Ladungsmuster mit entsprechend variablen Eingangsdaten
aufgebracht. Das dielektrische Papier wurde etwa in 0,5 mm Abstand unter einer Elektrodenanordnung
nach Fig. 10 mit einer Geschwindigkeit von 25 cm/s vorbeibewegt. Die übrigen Daten
lauteten:
Wechselspannungselektrode 7: 1,8 mm dicker Kupferdraht Gleichspannungselektrode 5:
einzelne Wolframdrähte mit 150 µm Dicke, die in Abständen von etwa 300 /um gegeneinander isoliert angeordnet waren Wechselspannung: 5 kVeff/30 kHz
[0081] Die Spaltbreite des Abschirmgehäuses 24 betrug 1 mm. Die Elektrodenanordnung wurde
in einer Vorrichtung nach Fig. 11 eingesetzt. Die Gleichspannung U wurde über die
parallel zueinander liegenden Schaltelemente lla, llb, 11c, ... an die zugehörigen
Einzelelektroden 5a, 5b, 5c, ... angelegt. An die Anschlüsse 14a, 14b, 14c, ... der
Schaltelemente lla, llb, llc, ... wurden die einzelnen Steuersionale zur Ansteuerung
der Einzelelektroden 5a, 5b, 5c, ... gegeben.
[0082] Zuerst wurden alle Drahtenden über die Anschlüsse 31a, 31b, 31c, ... leitend miteinander
verbunden und es wurde ähnlich wie im Beispiel 11 über einen Potentiometerabgriff
27 (
Fig. 9) eine sich von -500 V bis 0 V stetig ändernde Gleichspannung U an die Drahtenden
der Einzelelektroden angelegt. Bei der Entwicklung mit Flüssigtoner wurde auf dem
dielektrischen Papier in Laufrichtung zunehmend weniger Toner abgeschieden. Dabei
entstanden keine strichförmigen Schreibspuren der einzelnen Elektroden 5a, 5b, 5c,
.... Es traten keine Durchschläge auf und die Halbtonwiedergabe war durchwegs zufriedenstellend.
Die Linienzüge benachbarter Einzelelektroden fügten sich trennlinienfrei zusammen,
so daß optisch der Übergang von einer Einzelelektrode auf die benachbarte Einzelelektrode
nicht feststellbar war.
[0083] Bei diesem Beispiel wurde auch nur an eine einzelne Elektrode, beispielsweise die
Elektrode 5a, oder eine Gruppe von Einzelelektroden eine Gleichspannung U
= = -500 V angelegt, während die übrigen Einzelelektroden auf Erdpotential lagen. Die
angelegte Gleichspannung wurde dann während der Aufzeichnung des öfteren unterschiedlich
lang unterbrochen. Das mit Flüssigtoner entwickelte Bild zeigte in Laufrichtung und
quer dazu Schreibspuren bis zu einer Breite von etwa 0,3 mm herab. Es traten keine
Durchschläge auf.
1. Verfahren zum elektrostatischen Aufladen einer dielektrischen Schicht auf ein vorgegebenes
Potential mit Hilfe eines elektrischen Wechselfeldes und eines elektrostatischen Gleichfeldes,
dadurch gekennzeichnet, daß im Abstand von der Oberfläche der dielektrischen Schicht
durch das elektrische Wechselfeld Ladungsträger erzeugt werden, die unter dem Einfluß
des die aufzuladende Schicht durchdringenden elektrostatischen Gleichfeldes als Aufladestrom
auf die Oberfläche der Schicht geleitet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dielektrische Schicht
aus einem photoleitfähigen und/oder thermoplastischen Aufzeichnungsträger besteht,
bei dessen Aufladung zumindest eines der beiden Spannungsfelder moduliert wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrische
Wechselfeld in seiner Stärke variabel ist und so eingestellt wird, daß die Ionisation
der Umgebungsatmosphäre bis zum Sättigungswert erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnete daß während der Aufladung der
dielektrischen Schicht das Potential der Gegenelektrode des Gleichfeldes moduliert
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch Regulierung der Gleichspannung
des elektrostatischen Gleichfeldes zwischen Null und einem vorgegebenen Maximalwert
ein Aufladestrom von O bis zu einem entsprechenden Maximalwert in nahezu linearer
Abhängigkeit von der Gleichspannung erhalten wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz des elektrischen
Wechselfeldes im Bereich von 5 bis 100 kHz einstellbar ist.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselfeld spannungsmäßig
moduliert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselfeld durch von
außen aufgeprägte Spannungen moduliert wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselfeld
mit periodischen Rechtecksspannungsimpulsen moduliert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselfeld mit einer
informationsmäßigen Span- nung moduliert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleichfeld spannungsmäßig
moduliert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleichfeld periodisch
moduliert wird.
13. Verfahren nach den Ansprüchen 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleichfeld
mit einer informationsmäßigen Spannung moduliert wird.
14. Verfahren nach den Ansprüchen 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Modulation
des Gleichfeldes in diskreten Raumabschnitten quer zur dielektrischen Schicht erfolgt.
15. Verfahren nach den Ansprüchen 7 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselfeld
und das Gleichfeld moduliert werden.
16. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgeladene
dielektrische Schicht durch einen Ionenstrom oder durch elektromagnetische Strahlung
beaufschlagt wird, um die elektrostatische Aufladung zu modifizieren.
17. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß zum Löschen
von Restladungen von vorhergegangenen Aufladungen die dielektrische Schicht auf Nullpotential
aufgeladen wird.
18. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufladung
in einer Fremdgasatmosphä-' re erfolgt.
19. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Elektrode (7) im Abstand von der aufzuladenden dielektrischen
Schicht (8) angeordnet und an den heißen Ausgang (2.) eines Wechselspannungsgenerators
(2) angeschlossen ist und daß zwischen dieser Elektrode (7) und der Schicht (8) eine
weitere Elektrode (5) vorgesehen ist, die mit dem heißen Ausgang (11) eines Gleichspannungsgenerators (1) verbunden ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die aufzuladende Schicht
(8) auf einer Gegenelektrode (9) zu der Gleichspannungselektrode (5) aufliegt und
daß die Gegenelektrode (9) auf Massepptential liegt.
21. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 20, dadurch gekennzeichnet, daß der kalte
Ausgang (20) des Wechselspannungsgenerators (2) mit dem heißen Ausgang (11) des Gleichspannungsgenerators (1) verbunden ist.
22. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichspannung
U= des Gleichspannungsgenerators (1) zwischen Null und 20 kV einstellbar ist.
23. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselspannung
des Wechselspannungsgenerators (2) 1 bis 10 kVeff bei einer Frequenz zwischen 1 und 100 kHz beträgt.
24. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der an sich bekannte
Wechselspannungsgenerator (2) eine Wechselspannungsquelle (32) aus einem Spannungsregler
(17) zur Höheneinstellung der Wechselspannung und einen Frequenzregler (18) zur Abstimmung der Frequenz der Wechselspannung enthält.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechselspannungsgenerator
(2) einen Trenntransformator (19) umfaßt, der die von der Wechselspannungsquelle (32)
zugeführte Wechselspannung hochtransformiert und eine erdfreie Kaskadenschaltung der
Wechselspannung auf den heißen Anschluß (11) des Gleichspannungsgenerators (1) bildet.
26. Vorrichtung nach den Ansprüchen 24 und 25, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
die Wechselspannungsquelle (32) und den Trenntransformator (19) ein Schaltelement
(10) geschaltet ist, dem über einen Anschluß (13) eine Spannung zur Modulation der
Wechselspannung zuführbar ist.
27. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß in die
Leitung zum heißen Ausgang (11) des Gleichspannungsgenerators (1) ein Schaltelement (11) geschaltet ist, das über
einen Anschluß (14) mit einer Spannung zur Modulation der Gleichspannung beaufschlagbar
ist.
28. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 20, dadurch gekennzeichnet, daß in die
Erdleitung der Gegenelektrode (9) ein Schaltelement (12) geschaltet ist, das über
einen Anschluß (15) mit einer Spannung zur Veränderung der Spannung der Gegenelektrode
(9) beaufschlagbar ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Elektroden
(5,7) aus mehreren, voneinander isolierten Einzelelektroden (5a, 5b, 5c, ...; 7a,
7b, 7c, ...) besteht.
30. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode (9)
aus mehreren, voneinander isolierten Einzelelektroden (9a, 9b, 9c ...) besteht.
31. Vorrichtung nach den Ansprüchen 29 und 30, dadurch gekennzeichnet, daß jede der
Einzelelektroden (5a, 5b, 5c, ...; 9a, 9b, 9c, ...) der Gleichspannungs-Elektrode
(5) bzw. der Gegenelektrode (9) mit einem Schaltelement (lla, llb, llc, ...; 12a,
12b, 12c, ...) in Verbindung steht, das über einen entsprechenden Anschluß (14a, 14b,
14c, ...; 15a, 15b, 15c, ...) mit einer Spannung zur abschnittsweisen Modulation der
Gleichspannung bzw. zur Veränderung der Spannung der einzelnen Gegenelektroden beaufschlagbar
ist und daß die an die Einzelelektroden angelegten Spannungen unterschiedlich groß
sind.
32. Vorrichtung nach den Ansprüchen 26 bis 28 und 30, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schaltelement (10; 11; 12; 10a; lOb; ...; lla; llb,...; 12a; 12b; ...) ein elektromechanischer
Schalter wie ein Relais oder ein elektronischer Schalter ist.
33. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichspannungselektrode
(5) aus einem Koronadraht mit einem Durchmesser von 5 µm bis 2 mm besteht.
34. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichspannungselektrode
(5) ein Metallband mit rechteckigem oder einem Bandquerschnitt ist, der eine Dicke
zwischen 5 µm und 2 mm besitzt.
35. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 29, dadurcn gekennzeichnet, daß die Gleichspannungselektrode
(5) aus einer Nadelanordnung mit voneinander isolierten, einzeln ansteuerbaren Nadeln
besteht.
36. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß ein Isolierkörper (23)
die Wechselspannungselektrode (7) umschließt.
37. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichspannungselektrode
(5) von dem die Wechselspannungselektrode (7) umhüllenden Isolierkörper (23) in einem
Abstand von 1 bis 10 mm angeordnet ist.
38. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichspannungselektrode
(5) direkt an dem die Wechselspannungselektrode (7) umschliessenden Isolierkörper
(23) anliegt.
39. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 36 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand zwischen der Gleichspannungselektrode (5) und der Wechselspannungselektrode
(7) 1 bis 20 mm beträgt.
40. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 und 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselspannungselektrode
(7) aus einem Metalldraht mit einem Durchmesser von 1 bis 20 mm oder aus einem Metallprofil
mit einem Querschnitt entsprechender Dicke zu dem Drahtdurchmesser besteht.
41. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19, 20 und 29, 30, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand zwischen der Gleichspannungselektrode (5) und der Gegenelektrode (9) 1
bis 20 mm beträgt.
42. Vorrichtung nach den Ansprüchen 19 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Gleichspannungselektrode (5) und der dielektrischen Schicht (8) eine lichtundurchlässige
Abschirmung (24) angeordnet ist.
43. Vorrichtung nach Anspruch 42, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmung (24)
der Gleichspannungselektrode (5) einen Austrittsspalt (25) für den Aufladestrom aufweist.
44. Vorrichtung nach den Ansprüchen 42 und 43, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmung
(24) eine Hülle, gefüllt mit Fremdgas, bildet.
45. Vorrichtung nach den Ansprüchen 42 bis 44, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich
der Gleichspannungselektrode (5) unter Überdruck steht.