[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Bohrungen in Gestein,
Erdreich usw., deren Bohrmotor durch eine Drehdurchführung od.dgl. mit einem Bohrgestänge
in Verbindung steht, an dessen Ende ein Schlaggerät angebracht ist.
[0002] Das Bohren stellt einen der wichtigsten und vielseitigsten Sachbereiche im Bergbau
über und unter Tage als Hilfsmittel bei der Gewinnung mineralischer Rohstoffe und
bei der'sonstigen Raumbeschaffung unter Tage durch Sprengarbeit (Sprengloch-B.), zur
Aufsuchung und Förderung von Erdöl und Erdgas (Tief-B.) sowie zur allgemeinen geologischen
und lagerstättenkundlichen Untersuchung (Schürf-B.) dar. In letzter Zeit hat außerdem
das Bohren von Schächten und Hochbrücken zunehmende Bedeutung erlangt (Großlnchbohrung).
Je nach der Gesteinsfestigkeit wird beim Bohren das Verfahren des spanenden, drehenden
Bohrens, des zertrümmernden, schlagenden Bohrens mit Umsetzvorrichtung oder des drehenden
und schlagenden Bohrens (Drehschlagbohren) angewendet.
[0003] Beim schlagenden Bohren findet ein Schlaggerät Verwendung, in dem ein Kolben vor-
und zurückbewegt wird und auf diese Weise bis zu 3000 Schlägen je Minute auf die Bohrstange
überträgt. Eine besondere, von der Kolbenbewegung abhängige Vorrichtung am Schlaggerät
sorgt für ein Umsetzen des Bohrers.
[0004] Zur Abstützung bzw. Verlagerung des Schlaggerätes und zum Andrücken dienen entweder
Druckluftvorschubzylinder oder Lafetten mit besonderem Vorschubmotor. Auf dem Gebiet
des drehend-schlagenden Bohrens hat sich das Versenkhammerbohren besonders bewährt,
da das Schlaggerät im Bohrlochtiefsten arbeitet und nur die Drehbewegung außerhalb
des Bohrloches mittels eines Drehmotors erzeugt wird.
[0005] Beim Versenkhammerbohren ist es bekannt, die Steuerung im Gehäuse des Schlaggerätes
vorzusehen. Dies hat den Nachteil, daß bei sich ändernden Bohrbedingungen eine Steuerung
nur über die Höhe des Andruckes möglich ist, was aber bei einer Verringerung des Andruckes
zu einem erheblichen Leistungsabfall und bei einer Erhöhung zu einer Gefahr der Zerstörung.
der Bohrkrone führt. Die gleichen Nachteile ergeben sich.auch beim Versenkbohren mit
einem hydraulisch beaufschlagten Schlaggerät, da dessen Steuerung sich ebenfalls im
Schlaggerät befindet. Über ein Mchrfachgestänge ergibt sich zwar die Möglichkeit,
Drucköl und Spülmittel getrennt zuzuführen, so daß eine hydraulische Beaufschlagung
und. damit eine höhere Leistung des Schlaggerätes erforderlich ist, nicht aber eine
den jeweiligen Gegebenheiten angepaßte Steuerung der Schlagzahl des Schinggerätes.
[0006] Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung der eingangs genannten Art unter Vermeidung vorerwähnter Nachteile
dahingehend zu verbessern, daß diese unter Beibehaltung der Leistung des Schlaggerätes
eine Anpassung an die jeweils vorhandenen Bohrbedingungen in einfacher Weise ermöglicht.
[0007] Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß die Beaufschlagung des Schlagkolbens
des Schlaggerätes mit Druckmittel mittels eines Impulsgencrators erfolgt, welcher
durch Schlauchleitungen über die Drehdurchführung od.dgl. und das Bohrgestänge sowohl
an den oberseitigen als auch unterseitigen Bereich des den Schlagkolben aufnehmenden
Zylinders angeschlossen ist. Die Frequenz des Impulsgenerators ist einstellbar, wobei
vorteilhaft ein hydraulisches Druckmittel Verwendung findet.
[0008] Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, bei unterschiedlichen Bohrbedingungen,
wie sie z.B. durch verschiedenartige Gesteinsschichten, Lehmeinschlüsse in hartem
Gestein usw. gegeben sein können, über den Impulsgenerator die Schlagfroquenz des
Schlaggerätes zu verändern, so daß jeweils optimale Bedingungen erreicht werden können.
Die Steuerung der Frequenz des Impulsgenerators kann in Abhängigkeit von Änderungen
im Bohrfortschritt, vom anfallenden Bohrklein usw. selbsttätig oder von Hand erfolgen.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist an Hand der Zeichnung näher erläutert,
und zwar zeigt diese in schematischer Darstellung eine Ansicht der Bohrvorrichtung.
[0010] Mit 1 ist der Bohrmotor bezeichnet, welcher durch die Drehdurchführung 2 mit dem
Bohrgostänge 3 in Antriebsverbindung steht. Am unteren Ende des Bohrgestänges 3 ist
das Schlaggerät 4 in Form eines Tieflochhammers angebracht, dessen nicht weiter dargestellter
Schlagkolben auf den Schaft 5 der Bohrkrone 6 schlagend einwirkt.
[0011] An die Drehdurchführung 2 ist über die Leitungen 7,8 der Impulsgenerator 9 angeschlossen,
welcher von dem Motor 10 angetrieben ist. Der Impulsgenerator 9 ist herkömmlicher
Bauart, so daß sich eine Beschreibung der Einzelheiten erübrigt.
[0012] Die Zufuhrleitungen zum Impulsgenerator 9 sind mit 11 und 12 bezeichnet. Die Leitung
13 dient der Zufuhr eines Spülmittels zur Drehdurchführung 2 und über das Bohrgestänge
3 zur Bohrkrone 6.
[0013] Die Ausbildung des Bohrgestänges 3 ist derart, daß insgesamt drei Leitungen innerhalb
des Bohrgestänges 3 zur Verfügung stehen, und zwar eine Leitung für das Spülmittel
und die beiden anderen Leitungen für die wechselweise Zufuhr und Abfuhr des hydraulischen
Druckmittels auf die Ober- oder Unterseite des Schlagkolbens des Schlaggerätes 4.
Zu diesem Zwecke können konzentrisch angeordnete Rohre Verwendung finden, oder aber
auch Rohrbündel aus drei Rohren. Es ist auch möglich, mit einem Bündel von zwei Rohren'zu
arbeiten, wobei die dritte Leitung von einem Ringraum gebildet ist, der zwischen den
beiden Rohren und der Innenwandung der diese umgebenden Bohrstange besteht.
1. Vorrichtung zur Herstellung von Bohrungen in Gestein, Erdreich usw., deren Bohrmotor
durch eine Drehdurchführung od.dgl'. mit einem Bohrgestänge in Verbindung steht, an
dessen Ende ein Schlaggerät vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Beaufschlagung
des Schlagkolbens des Schlaggerätes (4) mit Druckmittel mittels eines Impulsgenerators
(9) erfolgt, welcher über die Drehdurchführung (2) od.dgl. und das Bohrgestänge (3)
sowohl an den oberseitigen als auch unterseitigen Bereich des den Schlagkolben aufnehmenden
Zylinders angeschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz des Schlaggerätes
an dem Impulsgenerator (9) einstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet daß ein hydraulisches
Druckmittel zur Beaufschlagung des Schlaggerätcs (4) Verwendung findet.
4. Vorrichtung noch Anspruch 1 und/oder einem oder mehreren der folgenden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerung der Frequenz des Impulsgenerators (9) selbsttätig
in Abhängigkeit von Änderungen des Bohrfortschrittes erfolgt.