[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kaltverformen von Metalldraht mit mindestens
einer Gruppe von rund um eine Verformungsöffnung für den Draht in einem Werkzeughalter
sternförmig angeordneten Verformungsrollen.
[0002] Derartige Vorrichtungen dienen der Herstellung glatter oder gerippter Drähte und
haben im Vergleich zu Drahtzieheinrichtungen mit Verformung des Drahtes in der Ziehdüse
den Vorteil einer geringeren Abnützung der Werkzeuge. Bei größeren Verformungsgeschwindigkeiten
kommt es jedoch zu Schwierigkeiten mit der Kühlung der Verformungsrollen.
[0003] Aus der AT-PS 240 314 ist eine Vorrichtung zum Kaltverformen von Metalldraht bekannt,
bei der die Verformungsrollen in einem Werkzeughalter verstellbar gelagert und mit
einer Innenkühlung ausgestattet sind. Die Verformungsrollen weisen Bohrungen für den
Durchfluß eines Kühlmittels auf, die über entsprechende Bohrungen in den Rollenachsen
und im Werkzeughalter an einen Kühlmittelkreislauf angeschlossen sind. Auch diese
Kühlung hat sich als nicht ausreichend erwiesen, selbst wenn für die bei Ziehdüsen
übliche Schmierung gesorgt wird.
[0004] Die Schwierigkeiten mit der Kühlung sind bedingt durch die auf engen Raum zusammengedrängte
Bauweise des Werkzeughalters mit den Verformungsrollen, die wegen der notwendig kleinen
Abmessungen der letzteren unvermeidlich ist.
[0005] Bei Vorrichtungen (vgl. z.B. AT-PS 309 366), in welchen mehrere Gruppen von rund
um die Verformungsöffnung sternförmig angeordneten z.B. je drei oder sechs Verformungsrollen
hintereinander auf den zu verformenden Draht einwirkend gelagert sind, sind die Schwierigkeiten
mit der Kühlung noch vervielfacht.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Kühlung und Schmierung bei einer solchen
Vorrichtung zum Kaltverformen von Metalldraht zu verbessern und damit höhere Verformungsgeschwindigkeiten
zu ermöglichen. Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art
im wesentlichen dadurch gelöst, daß am Werkzeughalter eine Anzahl von Düsen rund um
die Achse des Metalldrahtes angeordnet ist, deren Spritzrichtungen auf die Verformungsöffnung
der Gruppe von Verformungsrollen weisen, durch welche eine Schmiermittelemulsion zuführbar
ist. Dadurch wird eine wirksame Außenkühlung und zugleich Schmierung der Verformungsrollen
direkt im Bereich der Verformungsöffnung erreicht. Dadurch, daß die Düsen rund um
die Achse des Metalldrahtes angeordnet und auf die Verformungsöffnung gerichtet sind,
wird nicht nur die Kühlung und Schmierung im kritischen Bereich verbessert, sondern
es wird, da die Schmiermittelemulsion bei einer solchen Anordnung, auch den Draht
selbst trifft, an diesen anhaftender Walzzunder entfernt und damit eine Verbesserung
der Oberflächenqualität des verformten Drahtes erreicht.
[0007] Gemäß der Erfindung sind vorzugsweise vor und hinter jeder Gruppe bzw. je zwei Gruppen
von Verformungsrollen Düsen mit entgegengesetzter Spritzrichtung angeordnet, deren
Spritzrichtungen auf die Verformungsöffnung oder -öffnungen weisen. Es wird auf diese
Weise jede Verformungsrolle von zwei Seiten her im Bereich der Verformungsöffnung
beaufschlagt, wodurch die Kühlung noch weiter verbessert wird.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Anordnung so getroffen,
daß zwei Gruppen von Verformungsrollen vorgesehen sind, wobei in Achsrichtung des
Drahtes gesehen die Verformungsrollen der einen Gruppe gegenüber den Verformungsrollen
der anderen Gruppe versetzt sind, daß an den voneinander abgewendeten Seiten der beiden
Gruppen der Verformungsrollen Düsen vorgesehen sind, wobei die Düsen so angeordnet
sind, daß die Strahlen der Schmiermittelemulsion zwischen den Verformungsrollen der
näher gelegenen Gruppe hindurch auf die entferntere Gruppe von Verformungsrollen treffen.
Auf diese Weise kann mit einer geringeren Anzahl von Düsen das Auslangen gefunden
werden, wobei trotzdem die Verformungsrollen beider Gruppen im Bereich der Verformungsöffnungen
von beiden Seiten mit der Schmiermittelemulsion beaufschlagt und gekühlt werden. Es
können hiebei einzelne Düsen unmittelbar auf den Zwischenraum zwischen den Verformungsrollen
der näher gelegenen Gruppe gerichtet sein oder es können die Randstrahlen der aus
den Düsen austretenden Schmiermittelemulsion die Verformungsrollen der entfernter
gelegenen Gruppe treffen, so daß die aus den Düsen austretende Schmiermittelemulsion
besser ausgenützt wird.
[0009] Zweckmäßig sind die Düsen nur wenig geneigt zur Achse des Metalldrahtes angeordnet.
Hiebei sind vorzugsweise die Spritzrichtungen der Düsen unter 10 bis 25
0 gegen die Achse des Metalldrahtes geneigt. Durch diese geringe Neigung der Spritzrichtungen
zur Achse des Drahtes wird erreicht, daß die Schmiermittelemulsion möglichst in die
Verformungsöffnung hineingelangt. Diese geringe Neigung ist insbesondere bei einer
Anordnung von Vorteil, bei welcher die Strahlen der Schmiermittelemulsion oder Teile
dieser Strahlen zwischen den Verformungsrollen der näher gelegenen Gruppe hindurch
auf die Verformungsrollen der entfernter gelegenen Gruppe treffen, da bei einer solchen
geringen Neigung der Achse des Metalldrahtes die Strahlen oder Teile der Strahlen
noch im Bereich der Verformungsöffnung auf die Verformungsrollen der entfernter gelegenen
Gruppe auftreffen.
[0010] Die Düsen können zweckmäßig in axialen Deckeln des Werkzeughalters versenkt angeordnet
sein.
[0011] Um den Verlust von am verformten Draht anhaftender Schmiermittelemulsion zu vermeiden,
ist vorteilhaft, die Achse des Metalldrahtes anschließend an den Austritt desselben
aus den Verformungsrollen mit gegen die Laufrichtung des Metalldrahtes angeordneten
Druckluftdüsen zu umgeben.
[0012] Unterhalb des Werkzeughalters mit den Verformungsrollen kann ein Auffangbehälter
für die Schmiermittelemulsion angeordnet sein. Von dort kann die Schmiermittelemulsion
nach einer Siebung und Filterung wiederum zu den Düsen ' im Inneren des Werkzeughalters
gepumpt werden.
[0013] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert, in deren einziger Figur
eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Kaltverformen von Metalldraht schematisch in
Seitenansicht dargestellt ist.
[0014] Die Vorrichtung weist zwei Gruppen 1, 2 von je rund um eine Verformungsöffnung 3
für den Draht 4 sternförmig angeordneten Verformungsrollen 15 auf. Jede Gruppe 1,
2 besteht aus drei Verformungsrollen 15, die in Winkeln von je 120
0 zueinander angeordnet sind, wobei in der Zeichnung zwecks besserer übersichtlichkeit
nur je zwei Verformungsrollen eingezeichnet sind. Selbstverständlich kann eine Rollengruppe
auch mehr als drei, z.B. sechs Verformungsrollen 15 umfassen. Die Verformungsrollen
beider Gruppen 1, 2 sind auf hier nicht näher erläuternde Weise radial einstellbar
in einem mit 5 bezeichneten Werkzeughalter gelagert.
[0015] In axialen Deckeln 6 des Werkzeughalters 5 sind mit 7 bezeichnete Düsen rund um die
Achse des Metalldrahtes 4 verteilt angeordnet, welche über eine Ringkammer 8 und eine
Bohrung 9 im Deckel 6 an eine bei 10 angedeutete Schmiermittelemulsion-Zufuhrleitung
angeschlossen sind. Die Spritzrichtungen der Düsen 7 sind auf die Verformungsöffnung
3 der Gruppe 1 bzw. 2 von Verformungsrollen hin ausgerichtet. Die aus den in der Zeichnung
links angeordneten.Düsen 7 austretenden Strahlen der Schmiermittelemulsion können
zu einem großen Teil ungehindert zwischen den benachbarten Verformungsrollen 15 der
Rollengruppe 1 hindurch auf die nächste Gruppe 2 von Verformungsrollen 15 gelangen,
die gegenüber der Rollengruppe 1 drehversetzt sind. Analoges gilt für die aus den
in der Zeichnung rechts angeordneten Düsen 7 austretenden Strahlen von Schmiermittelemulsion
bezüglich der Rollengruppen 2 und 1.
[0016] Wie die Zeichnung zeigt, sind die vor und die hinter den beiden Gruppen 1, 2 von
Verformungsrollen 15 befindlichen Düsen 7 jeweils mit entgegengesetzter Spritzrichtung
angeordnet, wobei alle Düsen 7 zur Achse des Metalldrahtes 4 nur wenig geneigt sind.
[0017] Der Werkzeughalter 5 mit den Verformungsrollen ist von einem Gehäuse 11 mit beiderseitigen
Durchlaßöffnungen für den Metalldraht umgeben. Unterhalb des Werkzeughalters 5 ist
ein Auffangbehälter 12 für die Schmiermittelemulsion angeordnet, aus welchem die Emulsion
nach Siebung und Filterung wiederum zur Zufuhrleitung 10 gepumpt werden kann.
[0018] Knapp außerhalb des Gehäuses 11, anschließend an den Austritt des Metalldrahtes 4
aus den Verformungsrollen (vgl. die mit dem Pfeil bezeichnete Durchlaufrichtung des
Drahtes 4) ist die Achse des Metalldrahtes 4 von gegen die Laufrichtung desselben
angeordneten Druckluftdüsen 13 mit einer bei 14 angedeuteten Zuführungseinrichtung
für Druckluft umgeben. Die Druckluft hält die Schmiermittelemulsion innerhalb des
Gehäuses 11 zurück.
[0019] Die Verformungsrollen 15 der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung sind antriebslos.
Der Draht 4 wird durch die Verformungsöffnung 3 mittels einer in der Zeichnung nicht
dargestellten Ziehmaschine in bekannter Weise hindurchgezogen. Selbstverständlich
ist es aber auch möglich, die Verformungsrollen mit einem Antrieb auszustatten, in
welchem Fall dann die Ziehmaschine entfallen kann.
[0020] Die Verformungsrollen 15 können in bekannter Weise zum Bearbeiten von glattem Draht,
oder mit Rillen zum Einwalzen eines Profils in den Draht ausgebildet sein.
1. Vorrichtung zum Kaltverformen von Metalldraht mit mindestens einer Gruppe von rund
um eine Verformungsöffnung für den Draht in einem Werkzeughalter sternförmig gelagerten
Verformungsrollen, dadurch gekennzeichnet, daß am Werkzeughalter (5) eine Anzahl von
Düsen (7) rund um die Achse des Metalldrahtes (4) angeordnet ist, deren Spritzrichtungen
auf die Verformungsöffnung (3) der Gruppe (1 bzw. 2) von Verformungsrollen (15) weisen,
durch welche eine Schmiermittelemulsion zuführbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor und hinter jeder Gruppe
bzw. je zwei Gruppen (1, 2) von Verformungsrollen Düsen (7) mit entgegengesetzter
Spritzrichtung angeordnet sind, deren Spritzrichtungen auf die Verformungsöffnung
oder -öffnungen (3) weisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Gruppen (1
und 2) von Verformungsrollen (15) vorgesehen sind, wobei in Achsrichtung des Drahtes
(4) gesehen die Verformungsrollen (15) der einen Gruppe (1 oder 2) gegenüber den Verformungsrollen
(15) der anderen Gruppe (2 oder 1) versetzt sind, daß an den voneinander abgewendeten
Seiten der beiden Gruppen (1 und 2) der Verformungsrollen (15) Düsen (7) vorgesehen
sind und daß die Düsen (7) so angeordnet sind, daß die Strahlen der Schmiermittelemulsion
zwischen den Verformungsrollen (15) der näher gelegenen Gruppe (1 oder 2) hindurch
auf die entferntere Gruppe (2 oder 1) von Verformungsrollen (15) treffen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen
(7) nur wenig geneigt zur Achse des Metalldrahtes (4) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche -1bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Spritzrichtungen
der Düsen (7) unter 10° bis 250 gegen die Achse des Metalldrahtes (4) geneigt sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen
(7) in axialen Deckeln (6) des Werkzeughalters (5) versenkt angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß anschließend
an den Austritt des Metalldrahtes (4) aus den Verformungsrollen die Achse des Metalldrahtes
(4) von gegen die Laufrichtung desselben angeordneten Druckluftdüsen (13) umgeben
ist.