[0001] Die Erfindung betrifft Mittel, die flucrsubstituierte 3-Vinyl-2,2-dimethyl-cycloprcpancarbonsäure-(3-phencxy-
benzyl)-ester-Derivate enthalten und zum Schutz ven Wolle gegen Befall und Fraßschäden
durch keratinverdauende Schädlinge geeignet sind, sowie Verfahren zur Behandlung von
Wolle mit diesen Mitteln.
[0002] Es ist bekannt, daß fluersubstituierte Cyclopropancarbonsäurephenoxybenzylester,
z.B. 3-(2,2-Dichlorcvinvl)-2, 2-dimethyl-cyclepropancarbonsäure-(4-fluoro-3-phenoxy-
benzyl)-ester, starke insektizide und akariside Eigenschaften aufweisen (vgl. Deutsche
Offenlegungssehriften 2 709 264 und 2 730 515S) 264 und 2 730 515).
[0003] Weiter ist bereits bekannt, daß bestimmte Cyclopropan-carbonsäure-phenexybenzylester,
z.B. 3-(2,2-Dichlere- vinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(3-phenoxy- benzyl)-ester
("Permethrin"), (vgl. Pestic., Sci. 1977, 8, 279-283) und z.B. 3-(2,2-Dimethylvinyl)-2,2-dimethyl-
cyclopropancarbonsäure-(3-phenoxybenzyl)-ester (vgl. JP-058341) zur Bekämpfung von
Textilschädlingen verwendet werden können.
[0004] Die Wirkung von Permethrin gegen Textilschädlinge ist jedoch insbesondere bei niedrigen
Aufwandmengen nicht zufriedenstellend und wird zudem durch Waschen oder chemische
Reinigung der Textilien vermindert.
[0005] Es wurde nun gefunden, daß fluorierte 2-Vinyl-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(3-phenoxyphenyl)-esterDerivate,
insbesondere solche der Formel

in welcher
R1 für Wasserstoff, Alkyl oder Halogen,
R2 für Alkyl, Halogen oder für gegebenenfalls durch Halogen substituiertes Phenyl,
R3 für Wasserstoff, Cyano oder Äthinyl oder
R4 für Wasserstoff oder Halogen stehen,
sehr gut zur Behandlung von Wolle, Wolltextilien und wollhaltigen Textilien als Fraßschutz
gegen Keratinschädlinge geeignet sind.
[0006] Die Formel (I) schließt alle Stereoisomeren, optischen Isomeren und deren Mischungen
ein.
[0007] Überraschenderweise zeigen die Cyclopropancarbonsäurephenoxybenzylester der Formel
(I) einerseits eine erheblich höhere Wirkung gegen Keratinschädlinge als die aus dem
Stand der Technik bekannte Verbindungen analoger Konstitution und gleicher Wirkungsrichtung,
und andererseits bleibt ihre Schutzwirkung auch bei wiederholtem Waschen oder Chemischreinigen
praktisch unvermindert erhalten.
[0008] In Formel (I) haben die Alkylreste vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatome. Halogen'steht
im Fall von R
1 und
R2 bevorzugt für Chlor oder Brom und im Fall von R
4 bevorzugt für Fluor oder Chlor.
[0009] Besonders hervorzuheben sind Verbindungen der Formel (I) in der
R1 und R2 gleich sind und für Methyl, Chlor oder Brom stehen,
R3 für Wasserstoff, Cyano oder Äthinyl und
R4 für Wasserstoff oder Fluor stehen.
[0010] Die Verbindungen der Formel (I) sind bereits bekannt (vgl. DE-OS 2
.709 264 und deutsche Anmeldungen P 27 30 515 und P 27 39 854). Die Verbindungen können
nach den dort beschriebenen Verfahren hergestellt werden. Als Beispiele für besonders
bevorzugte Verbindungen seien genannt:
3-(2-Methyl-propen(1)yl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure(4-fluoro-3-phenoxy-benzyl)-ester
und -(4-fluoro-3-phenoxy-α -cyano-benzyl)-ester,
3-(2,2-Dichloro-vinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(4-fluoro-3-phenoxy-benzyl)-ester,
-(4-fluoro-3-phenoxy- α-cyano-benzyl)-ester und -(4-fluoro-3-phenoxy-α-äthinyl-benzyl)-ester
sowie
3-(2,2-Dibromo-vinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(4-fluoro-3-phenoxy-benzyl)-ester,
-(4-fluoro-3-phenoxy-α-cyano-benzyl)-ester und -(4-fluoro-3-phenoxy-α-äthinyl-benzyl)-ester.
[0011] Von Interesse sind ferner:
3-(2-Methyl-propen(1)yl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(4-fluoro-3-(4-fluoro-phenoxy)-α-cyano-benzyl)-ester,
3-(2,2-Dichloro-vinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(4-fluoro-3-(3-fluoro-phenoxy)-benzyl-ester,
-(4-fluoro-3-(3-fluoro-phenoxy)- α-cyano-benzyl)-ester, -(4-fluoro-3-(4-fluoro-phenoxy)-benzyl)-ester
und -(4-fluoro-3-(4-fluoro-phenoxy)-α -cyano-benzyl)-ester, 3-(2,2-Dibromo-vinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(4-fluoro-3-(3-fluoro-phenoxy)-benzyl)-ester,
(4-fluoro-3-(3-fluoro-phenoxy)-α-cyano-benzyl)-ester und -(4-fluoro-3-(4-fluoro-phenoxy)-
α-cyano-benzyl)-ester sowie 3-(2-Chloro-2-(4-chloro-phenyl)-vinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarbonsäure-(4-fluoro-3-phenoxy-d-cyano-benzyl)-ester.
[0012] Zu den Keratinschädlingen gehören
aus der Ordnung der Tineidae (echte Motten)
z.B. Tineola bisselliella (Kleidermotte), Tinea pellionella (Pelzmotte) und Hofmannophila
pseudopretella (Samenmotte)
und aus der Reihe der Käfer die Larven zweier Gattungen der Dermestidae (Speckkäfer),
z.B. Anthrenus verbasci (Wollkraut-Blütenkäfer), Anthrenus pimpinellae (Bibernell-Blütenkäfer)i -Anthrenus scrophilariae (Gemeiner Teppichkäfer), Anthrenus fasciatus (Bebänderter
Teppichkäfer), Attagenus Pellio (Gefleckter Pelzkäfer) und Attagenus piceus (Dunkler
Pelzkäfer).
[0013] Die Anwendung kann praktisch in allen Bearbeitungszuständen und allen in der Textilindustrie
üblichen
Naßprozessen an Wolle, Wolltextilien und wollhaltigen Textilien erfolgen. Das Wollschutzmittel
kann beispielsweise dem Färbebad vor dem üblichen Färbeprozeß zugesetzt werden, es
kann aber auch beim Waschen von Wolle appliziert werden. Bevorzugt wird die Behandlung
in wäßrigem Medium durchgeführt.
Beispiel 1
[0014] 1000 kg Rohwolle werden nach dem Kontinue-Waschprozeß pro Stunde in einem Leviathan
gewaschen und mottenecht ausgerüstet. Dazu wird im letzten Bottich des Leviathans
die Flotte mit verdünnter Essigsäure auf einen pH-Wert unterhalb 7 eingestellt und
mit 0,02 g/1 der Verbindung der DE-OS 2 709 264, Beispiel 6, versetzt. Die Behandlung
erfolgt bei 40-45°C,
[0015] Zur Aufrechterhaltung der Wirkstoffkonzentration im Behandlungsbad erfolgt ein Nachsatz
von 0,02 % Wirkstoff, bezogen auf Warengewicht. Dieser Nachsatz wird als wäßrige Lösung
während der gesamten Behandlungszeit dem Bad kontinuierlich zugegeben. Die so behandelte
Rohwolle besitzt einen guten Schutz gegen Motten - und Käferfraß, der auch gegen wiederholte
Wäschen beständig ist. Die Wolle kann so ohne Beeinträchtigung ihrer technologischen
Eigenschaften allen in der Textilindustrie üblichen Weiterverarbeitungsprozessen zugeführt
werden.
Beispiel 2
[0016] Wollgarn wird bei 40°C im Flottenverhältnis 1:10 in ein Behandlungsbad gebracht,
das pro Liter Wasser

enthält. Anschließend wird auf Siedetemperatur erhitzt und die Färbung auf übliche
Weise fertiggestellt. Es wird eine gelbgefärbte Wolle erhalten, die einen guten Schutz
gegen Motten- und Käferfraß besitzt, der auch gegen wiederholte Wäschen beständig
ist.
Beispiel 3
[0017] Teppichgarn, das aus einer Wolle-Polyamid-Mischung im Verhältnis 80:20 besteht, wird
bei 40°C im Flottenverhältnis 1:25 in ein Behandlungsbad gebracht, das pro Liter Wasser

enthält. Anschließend wird auf Siederemperatur erhiazt und die Färbung auf übliche
Weise fertiggeszellt. Der gelbgefärbte Wollanteil des so behandelten Tsppichgarnes
besitzt einen guten Schutz gegen Motten- und Käferfraß, der gegen wiederholte Wäschen
beständig ist.
Beispiel 4
[0018] Ein Wolle-Polyester-Mischgewebe (Verhältnis 45:55) wird bei 40°C im Flottenverhältnis
1:25 in ein Behandlungsbad gebracht, das pro Liter Wasser

enthält. Anschließend wird auf Siedetemperatur erhitzt und die Färbung in üblicher
Weise fertiggestellt. Der Wollanteil des Ton-in-Ton gefärbten Gewebes besitzt einen
guten Schutz gegen Motten- und Käferfraß, der auch gegen wiederholte Wäschen beständig
ist. Die Farbstoffangaben beziehen sich auf Colour-Index (1971) Band 1 und 2.
1. Mittel zum Schutz von Wolle gegen Befall und Fraßschäden durch Keratinschädlinge,
gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem fluorsubstituierten 3-Vinyl-2,2-dimethyl-cyclopropan-carbonsäure-(3-phenoxybenzyl)-ester.
2. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem Ester der Formel

in welcher
R1 für Wasserstoff, Alkyl oder Halogen,
R2 für Alkyl, Halogen oder für gegebenenfalls durch Halogen substituiertes Phenyl,
R3 für Wasserstoff, Cyano oder Äthinyl und
R4 für Wasserstoff oder Halogen stehen.
3. Mittel Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Gehalt an einem Ester der Formel des
Anspruchs 2, in der
R1 und R gleich sind und für Methyl, Chlor oder Brom stehen,
R3 für Wasserstoff, Cyano oder Äthinyl und
R4 für Wasserstoff oder Fluor stehen.
4. Verfahren zur Behandlung von Wolle zum Schutz gegen Befall und Fraßschäden durch
Keratinschädlinge, dadurch gekennzeichnet, daß man die Wolle mit einem fluorsubstituierten
3-Vinyl-2,2-dimethyl-cyclopropan-carbonsäure-(3-phenoxybenzyl)-ester behandelt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Wolle mit einem
Ester des Anspruchs 2 behandelt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung in wäßrigem
Medium vornimmt.