[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reproduktion von Ölgemälden und
dergleichen mit Reliefoberfläche unter Verwendung einer vom Original abgenommenen
Reliefform und einer mit dem dem Original entsprechenden Farbbild bedruckten thermoplastischen
Folie, die unter Erwärmung verformt wird.
[0002] Zur Reproduktion beispielsweise von Ölgemälden bietet sich zunächst das Kopieren
an. Gute Kopien erfordern jedoch viel Sachkenntnis und hohen Zeitaufwand, so daß sie
teuer sind und in ihrer Menge nicht der mit der Wohnkultur ansteigenden Nachfrage
nachkommen können. Demgegenüber ergibt zwar der zu hoher Wiedergabetreue in Farbe
und Auflösung entwickelte Mehrfarben-Kunstdruck preiswerte Nachbildungen, jedoch haftet
diesen der Nachteil an, daß die reliefartige räumliche Form des Originals fehlt, die
bei einem Ölgemälde oder einem ähnlichen Kunstwerk auch Ausdrucksmittel des Künstlers
ist und selbst von einem Laien als solches erkannt wird.
[0003] Zur Lösung dieses Problems wurden in der DE-PS 494 894, der FR-PS 15 21 466, der
DE-AS 20 19 699 und der DE-OS 2 352 966 Verfahren angegeben, bei welchen auf einen
originalgetreuen Mehrfarben-Druck an der Bildseite eine transparente Schicht aus Gelatine
bzw. Kunststoff aufgebracht wird, die mittels einer vom Original abgenommenen Form
vor oder nach dem Aufbringen die Reliefgestaltung der Originaloberfläche erhält. Damit
ist zwar an der durchsichtigcn Schicht die reliefartige Oberflächengestaltung nachgeahmt,
ergibt jedoch nicht den gleichen Eindruck wie beim Original, da sie nicht wie im Original
durch die Farbe gebildet ist, so daß also die Wirkung der durch die durchsichtige
Schicht gebildeten Oberfläche außerordentlich stark vom Betrachtungswinkel, der Beleuchtung
und dergleichen abhängig ist.
[0004] Diese Unzulänglichkeiten sind bei Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 ausgeschaltet, die in der FR-PS 14 93 516 sowie der FR-PS 15 48 337 beschrieben
sind. Nach der FR-PS 14 93 516 wird die Reliefform mit Lüftdurchgangslöchern verschen.
Über die Reliefform wird dann unter Paßausrichtung die bedruckte Folie gelegt, über
welcher eine dicke Polystyrolfolie angebracht wird. Die dicke Polystyrolfolie wird
auf die Erweichungstemperatur der Druckfolie erwärmt. Danach wird durch Unterdruck
unterhalb der Reliefform und/oder Uberdruck oberhalb der Polystyrolfolie diese zusammen
mit der Druckfolie in die Vertiefungen der Reliefform gedrückt. Damit erhält die

nach der Wiedererhärten die Oberflachenform des Originals. Das gemäß der FR-PS 15
48 337 entspricht diesem bekannten Verfahren mit der Ausnahme, daß die bedruckte Folie
durch Bestrahlung mit Infrarotlicht anstelle der Kontakterwärmung mittels einer Polystyrolfolie
erwärmt wird und die Formung allein durch
Un-terdruck unterhalb der Reliefform erfolgt. Gegenüber den bei den vorangehend genannten
Verfahren erzielten durchsichtigen Reliefoberflächenschichten stellt die sich ergebende
farbige Reliefoberfläche der Folie eine Verbesserung dar. Da jedoch bei beiden Verfahren
zur Formung der Folie beträchtliche Druckkräfte an derselben wirken, die bei dem ersteren
bekannten Verfahren beispielsweise mit 7 kg/cm angegeben sind, muß die Folie zwangsläufig
eine bestimmte Dicke haben. Dies führt wiederum dazu, daß feine Reliefgestaltungen
nicht mit ausreichender Originalgetreue reproduzierbar sind. Bei manchen Originalen
mag dies zwar nicht von großer Bedeutung sein, jedoch ergibt sich beispielsweise bei
der feinen Maltechnik des Manierismus vornehmlich der Münchner Schule eine merkliche
Abweichung vom Original.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 anzugeben, das preiswerte Reproduktionen mit höchster Originalgetreue
erigibt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 genannten Maßnahmen gelöst.
[0007] Durch die über ihre Dicke bzw. ihre Stärke homogene Erwärmung der bedruckten Folie
auf die Fließtemperatur erfolgt somit ein Einschmelzen der Folie in die Vertiefungen
der Reliefforme Da bei diesem Schmelzvorgang die Folie im wesentlichen durch ihr Eigengewicht
verformt wird und daher an ihr insbesondere im Fließzustand keine starken Kräfte ausgeübt
werden müssen, kann die folie sehr dünn sein, so daß selbst kaum wahrnehmbare Oberflächenformen
getreu nachgebildet werden. Ein weiterer Vorteil der somit ermöglichten Verwendung
einer sehr dünnen Folie liegt darin, daß aufgrund der sehr geringen Wärmekapazität
die zum Bedrucken verwendeten Farben wesentlich kürzer einer Erwärmung ausgesetzt
sind, so daß die Gefahr einer Farbverfälschung verringert ist. Ferner ergibt sich
daraus ein schnellerer Arbeitstakt, da die Zeiten für Erwärmung und Abkühlung kürzer
sind. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die
verwendete Reliefform außerordentlich einfach hergestellt werden kann. Nur in ganz
besonderen Fällen könnte es notwendig sein, für den Ablaß von Lufteinschlüssen unter
der schmelzenden Folie mikroskopisch kleine Öffnungen anzubringen.
[0008] Ein besonderer Vorteil ergibt sich dadurch, daß zugleich mit dem Formen der Folie
auf die Rückseite der Folie eine Stützschicht aufgebracht wird. Dabei wird vorzugsweise
die Stützschicht auf gleiche Weise wie die Folie über ihre Stärke im wesentlichen
homogen auf die Fließtemperatur ihres fließfähigen Bestandteils erwärmt, so daß dieser
zusammen mit der Folie zu der Reliefform hin fließt und damit einen festen Hintergrund
bildet, sobald die Folie die durch die Reliefform gegebene Struktur angenommen hat.
Als Stützfolie wird vorzugsweise ein in Polyvinylchlorid eingelagertes Gewebe verwendet,
wobei zur möglichst originalgetreuen Ausbildung der Reproduktion als Trägermaterial
Leinwand verwendet wird, die mit dem Polyvinylchlorid durchtränkt wird. In diesem
Fall erfolgt durch im wesentlichen homogenes Erwärmen der Folie einerseits und der-Polyvinylchlorid-Schicht.
andererseits ein Einfließen der Folie in die Konturen der Reliefform, das durch das
Nachfließen des Polyvinylchlorids unterstützt ist.
[0009] Da sich bei dem aufgrund der Erwärmung ziemlich plötzlich erfolgenden Absinken der
Folie auf die Reliefform Lufteinschlüsse bilden könnten, ist es vorteilhaft, die Wärmezufuhr
von der Mitte der Folie her auseinandergehend zu den Rändern vorzunehmen.
[0010] Als Erwärmungsverfahren für die Folie bzw. für die Folie zusätzlich der aufgelegten
Stützschicht ergeben sich insbesonderefolgende: eine Erwärmung mittels eines Hochfrequenzfelds,
eine Erwärmung mittels Infrarotstrahlung sowie eine Erwärmung mittels Kontakt-Erwärmung
mit einem elastischen Auflage-Element. Im Vergleich zu dem gemäß den früheren Techniken
angewandten Ober- oder Unterdrücken ergibt dies keine Veränderung insofern, als durch
die Erzeugung des Fließzustands in der Folie bzw. in der Folie zusammen mit der Stützschicht
die Formung entsprechend der Reliefform nicht beeinträchtigt wird, da letztlich sowohl
die Folie als auch die evtl. darüber angebrachte Stützschicht nicht direkt einem Druck
ausgesetzt wird und damit "unbeeinflußt" der Reliefform entsprechende Formen annehmen
kann.
[0011] Die im wesentlichen homogene Erwärmung der Folie sowie auch der Folie zusammen mit
der Stützschicht kann dadurch erfolgen, daß eine Erwärmung durch Hochfrequenzenergie
auf dielektrische Weise in einem Hochfrequenzfeld erfolgt, mit insbesondere hinsichtlich
der Wellenlänge geeignet gewählten Infrarotstrahlen erwärmt wird oder durch Kontakt-Erwärmung
mittels einer Auflage ausreichend hoher Wärmeleitfähigkeit eine plötzliche Durchwärmung
der Folie oder der Folie zusätzlich der Stützschicht erfolgt.
[0012] Obzwar die in Frage kommenden Originale und damit auch die von diesen abgenommenen
Reliefformen an der Oberfläche zumeist rauh genug sind, unter der schmelzenden Folie
befindliche Luft seitlich austreten zu lassen, ist es vorteilhaft, die Erwärmung von
der Mitte beginnend und zum Rand fortschreitend vorzunehmen.
[0013] Als vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahren-s wird die verwendete Reliefform zumindest
an ihrer Formungsfläche galvanisch metallisiert. Damit ist die Formtreue selbst bei
einer hohen
Reproduktionsstückzahl gewährleistet. Ferner ergibt sich durch die Oberflächenmetallisierung
an der ankommenden, schmelzenden Folie eine gute und schnelle Wärmeableitung, so daß
die Folie schnell die richtige endgültige Form annimmt und zudem aufgrund des Abschrekkens
leicht von der Reliefform lösbar ist. Der jeweiligen Oberflächengestalt entsprechend
kann die Reliefform gegebenenfalls - auch bei galvanischer Metallisierung - porös
gestaltet und/oder mit Löchern versehen werden.
[0014] Zur Vermeidung einer übermäßigen Einwirkung von Wärme auf die zum Bedrucken der Folie
verwendeten Farben wird die Folie vorzugsweise mit ihrer bedruckten Seite nach unten
auf die Reliefform aufgelegt. Dadurch wird die Farbschicht schnell von der Reliefform
abgekühlt, wenn sie diese erreicht hat. Vorteilhaft kann hierzu ferner die Reliefform
zusätzlich gekühlt werden.
[0015] Die Erfindung ist nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf
die Zeichnung näher erläutert.
Die Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren zur Formung allein der
Folie.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren bei gleichzeitiger Formung der
Folie sowie Überlagerung der Folie mit einem Stützmaterial.
[0016] Gemäß der Figur 1 wird über eine die Oberflächengestaltung eines Original-Ölgemäldes
oder dergleichen als Negativform wiedergebende Reliefform 1 eine mit dem dem Original
entsprechenden Farbbild bedruckte thermoplastische Folie 2 mit der Bildseite 3 nach
unten gelegt. Die Herstellung der Reliefform erfolgt nach bekannten Verfahren. beispielsweise
kann von dem Original-Ölgemälde ein Negativ-Hartabguß hergestellt werden, bei dem
Polyesterharz verwendet wird. Bei diesem Vorgang können jedoch kleine Schäden entstehen,
so daß also der Künstler sein Einverständnis geben muß und gegebenenfalls Restaurierungen
am Original vornehmen muß. Wenn es sich bei dem Ölgemälde um ein wertvolles Original
eines alten Meisters handelt, kann deshalb dieses Abgußverfahren nicht angewandt werden.
In einem solchen Fall muß daher eine äußerst sorgfältige Kopie herangezogen werden,
die zwar notgedrungen teuer ist, deren Kosten sich jedoch auf eine große Anzahl von
Reproduktionsexemplaren verteilen, so daß sie nicht ins Gewicht fallen. Ein weiterer
Ausweg in einem solchen Fall besteht darin, daß das Original mittels eines Laserstrahls
abgetastet und fotochemisch auf eine Gelatine-Matrize oder dergleichen übertragen
wird. Diese wird dann durch Ausgießen in eine Hartmatrize bzw. in einen Hartabguß
umgesetzt. Auf die Formungsfläche der auf diese Weise hergestellten Polyester-Hartmatrize
wird galvanisch eine Metallschicht 4 aufgebracht.
[0017] Eine besonders vorteilhafte Herstellung der Reliefform 1 ergibt sich dadurch, daß
das Original im sogenannten "Kalt"-Verfahren mit Siliconkautschuk abgegossen wird.
Bei diesem Verfahren entsteht keinerlei Beschädigung des Originals, so daß auch sehr
wertvolle Originale ohne Bedenken abgeformt werden können. Der Siliconkautschuk-Abguß
wird nach entsprechender Abstützung durch eine steife Platte und gegebenenfalls Beschichtung
mittels der Metallschicht 4 als Reliefform 1 verwendet.
[0018] Das Bedrucken der Folie 2 an der Bildseite 3 erfolgt beispielsweise nach dem Offset-Verfahren,
wobei eine Farbaufnahme des Gemäldes mit äußerst genauen Farbwerten ohne Lichtreflexionen
zu genau maßgetreuen Off setfilmen in vier Farben verarbeitet wird. Selbstverständlich
ist hierbei auf äußerst genaue Maßhaltigkeit zu achten. Sowohl bei der Herstellung
dieser Offsetfilme als auch bei der Herstellung der Reliefform können von vorneherein
Paßmarkierungen außerhalb des Bildfelds vorgesehen werden, die dann das Ausrichten
der bedruckten Folie 2 gegenüber der Reliefform 1 erleichtern.
[0019] Zur Durchführung des Verfahrens werden die Metallisierungsschicht 4 einerseits und
eine oberhalb der bedruck
= ten Folie 2 angeordnete Elektrode 5 an einen Hochfrequenzgenerator 6 angeschlossen.
Durch kurzzeitiges Einschalten des Hochfrequenzgenerators 6 wird die Folie dielektrisch
auf ihre Fließtemperatur erwärmt und verformt sich in weniger als 1 Sekunde in die
negativ ausgebildete Formungsfläche der Reliefform 1 hinein. Die Metallisierungsschicht
4 dient dabei einerseits als Elektrode und andererseits als Wärmeableitungsschicht,
die die Bildseite 3 der Folie in ganz kurzer Zeit erstarren läßt und damit die schnelle
und genaue Formung der Folie 2 gewährleistet. Falls die normale Rauhigkeit des Originalgemäldes
und damit der Formungsfläche der Reliefform 1 nicht dafür ausreichen sollte, die Abfuhr
der in den Vertiefungen unterhalb der Folie eingeschlossenen Luft sicherzustellen,
können mikroskopisch kleine Luftkanäle in der Reliefplatte 1 ausgebildet werden, die
beispielsweise bei 7 angedeutet sind. Ferner kann auch die Reliefform 1 zugleich mit
ihrer Metallisierungsschicht 4 mikroskopisch porös ausgebildet werden, so daß die
Luft an der ganzen Fläche der Folie 2 ausweichen kann. Die Elektrode 5 kann je nach
den Gegebenheiten so ausgebildet werden, daß eine.gleichmäßige homogene Erwärmung
der Folie 2 über ihre ganze Stärke und ihre ganzen Ausmaße hinaus gewährleistet ist.
Durch geeignete Formung der Elektrode 5 kann jedoch auch eine etwas höhere oder etwas
früher einsetzende Erwärmung in der Flächenmitte der Folie erfolgen, was beispielsweise
durch Aufteilung der Elektrode 5 und entsprechend zeitlich gestufter Einschaltung
der sich ergebenden Teilelektroden vorgenommen werden kann.
[0020] Die nach dem Verfahren verformte bedruckte Folie 2 ergibt eine extrem genaue Nachbildung
des Originals mit den feinsten Strukturen, so daß auch die nahezu glatt wirkenden
Oberflächenformen bei der Maltechnik beispielsweise des 19. Jahrhunderts originalgetreu
reproduzierbar sind. Das Verfahren ist auch außerordentlich wirtschaftlich, da durch
Wahl einer dünnen Folie ein schnelles Erwärmen und auch ein schnelles Abkühlen erzielbar
ist. Die auf die Reliefform 1 galvanisch aufgebrachte Metallisierungsschicht verändert
die beim Abdruck erzielte Genauigkeit praktisch überhaupt nicht, was beispielsweise
daraus geschlossen werden kann, daß eine derartige Galvanisierung auch bei Schallplattenmatrizen
Anwendung findet. Die Metallisie- . rungsschicht 4 ergibt jedoch eine höhere Lebensdauer
der Reliefform 1 ohne Abnutzungserscheinungen und trägt ferner zu einer schnelleren
Abkühlung der in sie eingeschmolzenen bedruckten Folie bei. Dabei ist besonders die
schnelle Abkühlung der Bildseite 3 der Folie 2 von Bedeutung, da damit die Gefahr
von Farbverfälschungen der benutzten Druckfarben durch die erfolgte Erwärmung verringert
wird. Damit ergibt das Verfahren gegenüber den bekannten Verfahren unter einfacherer
Herstellung einer Form eine höhere Genauigkeit unter schnellerer und kostengünstigerer
Herstellung der Reproduktionen.
[0021] Eine Modifikation ist in Fig. 2 gezeigt. Bei diesem Verfahren wird auf die Folie
2 eine Stützschicht 8 aufgelegt und zugleich mit der Folie 2 der dielektrischen Hochfrequenz-Erwärmung
mittels der Elektrode 5 und der in diesem Fall als Gegenelektrode dienenden Metallisierung
4 der Reliefform unterzogen. Die Elektrode 5 kann hierzu auf die Stützschicht 8 aufgelegt
werden, wodurch eine besonders konzentrierte Hochfrequenz-Erwärmung zu der Reliefform
1 bzw. zu deren Beschichtung 4 hin erfolat. Sobald die Folie 2 und möglichst gleichzeitig
damit ein fließfäniger Bestandteil der Stützschicht 8, die beispielsweise aus PVC-getränkter
Leinwand bestehen kann, auf die Fließtemperatur gebracht sind, sinkt zunächst die
Folie 2 und danach der fließfähige Bestandteil der Stützschicht 8 in die jeweiligen
Formen der Reliefform 1, wobei ein Gewebe der Stützschicht 8 im wesentlichen in seiner
ursprünglichen Form verbleibt. Auf das "Einfließen" der Folie 2, eventuell unter der
Gewichtsbelastung durch das Material der Stützschicht 8, in die entsprechenden Vertiefungen
der Reliefform 1 wirkt in erster Linie die Schwerkraft, die jedoch durch den Auflagedruck
der Elektrode 5 auf die ursprüngliche Schichtung der Folie 2 und der Stützschicht
8 gesteigert werden kann. Die Elektrode 5 kann jedoch auch völlig unabhängig von der
Aufschichtung der Folie 2 und der Stützschicht 8 festgelegt sein, so daß selbst bei
einem Aufliegen der beiden Schichtensich diese nach ihrer zur Fließtemperatur hin
vorgenommenen Erwärmung von der Elektrode 5 lösen und die gewünschte Form einnehmen.
1. Verfahren zur Reproduktion von Ölgemälden und dergleichen mit Reliefoberfläche
unter Verwendung einer vom Original abgenommenen Reliefform und einer mit dem dem
Original entsprechenden Farbbild bedruckten thermoplastischen Folie, die unter Erwärmung
verformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie unter Paßausrichtung auf die
Reliefform aufgelegt wird und über ihre Stärke im wesentlichen homogen auf ihre Fließtemperatur
erwärmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die Folie eine Stützschicht
gelegt wird, die zugleich mit der Folie erwärmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zugleich mit der Folie die
Stützschicht über ihre Stärke im wesentlichen homogen auf die Fließtemperatur ihres
fließfähigen Bestandteils erwärmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützschicht
eine in Polyvinylchlorid eingelassene Gewebeschicht ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe Leinwand ist,
die mit dem Polyvinylchlorid getränkt ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützschicht
durch Eigengewicht und/oder zusätzlichen Druck mittels einer Auflage oder einer Andrückvorrichtung
gegen die Folie gedrückt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Folie bzw. die Folie mit der Stützschicht beginnend von der Mitte der Reliefform fortschreitend
nach außen zu erwärmt wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Folie bzw. die Folie mit der Stützschicht mittels eines elektrischen Hochfrequenzfelds
dielektrisch erwärmt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie
bzw. die Folie mit der Stützschicht durch Infrarotstrahlen erwärmt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie
bzw. die Folie mit der Stützschicht durch Kontakterwärmung mittels einer vorgewärmten
elastischen Auflage hoher Wärmekapazität erwärmt wird.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reliefform mindestens an der der Folie zugewandten Seite galvanisch metallisiert
wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reliefform in mikroskopischem Ausmaß porös ist oder mit Löchern in mikroskopischem
Ausmaß versehen ist.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reliefform gekühlt wird.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reliefform als Negativform ausgebildet wird und die Folie mit der Druckseite auf
die Reliefform aufgelegt wird.