(19)
(11) EP 0 011 867 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.06.1980  Patentblatt  1980/12

(21) Anmeldenummer: 79104780.6

(22) Anmeldetag:  29.11.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B44F 11/02, B41M 3/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 30.11.1978 DE 2851875

(71) Anmelder: Griebl, Elsa
D-8110 Seehausen/Riedhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Becker, Heinz Wilhelm
    D-8000 München 60 (DE)

(74) Vertreter: Vogeser, Werner, Dipl.-Ing. et al
Patent- und Rechtsanwälte Hansmann, Vogeser, Dr. Boecker, Alber, Dr. Strych, Liedl Albert-Rosshaupter-Strasse 65
D-81369 München
D-81369 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Reproduktionsverfahren für Ölgemälde oder dergleichen


    (57) Verfahren zur Reproduktion von Ölgemälden und dergleichen mit Reliefoberfläche unter Verwendung einer vom Original abgenommenen Reliefform (1) und einer mit dem dem Original entsprechenden Farbbild bedruckten thermoplastischen Folie (2), die unter Erwärmung verformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie unter Paßausrichtung auf die Reliefform aufgelegt wird und über ihre Stärke im wesentlichen homogen auf ihre Fließtemperatur erwärmt wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reproduktion von Ölgemälden und dergleichen mit Reliefoberfläche unter Verwendung einer vom Original abgenommenen Reliefform und einer mit dem dem Original entsprechenden Farbbild bedruckten thermoplastischen Folie, die unter Erwärmung verformt wird.

    [0002] Zur Reproduktion beispielsweise von Ölgemälden bietet sich zunächst das Kopieren an. Gute Kopien erfordern jedoch viel Sachkenntnis und hohen Zeitaufwand, so daß sie teuer sind und in ihrer Menge nicht der mit der Wohnkultur ansteigenden Nachfrage nachkommen können. Demgegenüber ergibt zwar der zu hoher Wiedergabetreue in Farbe und Auflösung entwickelte Mehrfarben-Kunstdruck preiswerte Nachbildungen, jedoch haftet diesen der Nachteil an, daß die reliefartige räumliche Form des Originals fehlt, die bei einem Ölgemälde oder einem ähnlichen Kunstwerk auch Ausdrucksmittel des Künstlers ist und selbst von einem Laien als solches erkannt wird.

    [0003] Zur Lösung dieses Problems wurden in der DE-PS 494 894, der FR-PS 15 21 466, der DE-AS 20 19 699 und der DE-OS 2 352 966 Verfahren angegeben, bei welchen auf einen originalgetreuen Mehrfarben-Druck an der Bildseite eine transparente Schicht aus Gelatine bzw. Kunststoff aufgebracht wird, die mittels einer vom Original abgenommenen Form vor oder nach dem Aufbringen die Reliefgestaltung der Originaloberfläche erhält. Damit ist zwar an der durchsichtigcn Schicht die reliefartige Oberflächengestaltung nachgeahmt, ergibt jedoch nicht den gleichen Eindruck wie beim Original, da sie nicht wie im Original durch die Farbe gebildet ist, so daß also die Wirkung der durch die durchsichtige Schicht gebildeten Oberfläche außerordentlich stark vom Betrachtungswinkel, der Beleuchtung und dergleichen abhängig ist.

    [0004] Diese Unzulänglichkeiten sind bei Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ausgeschaltet, die in der FR-PS 14 93 516 sowie der FR-PS 15 48 337 beschrieben sind. Nach der FR-PS 14 93 516 wird die Reliefform mit Lüftdurchgangslöchern verschen. Über die Reliefform wird dann unter Paßausrichtung die bedruckte Folie gelegt, über welcher eine dicke Polystyrolfolie angebracht wird. Die dicke Polystyrolfolie wird auf die Erweichungstemperatur der Druckfolie erwärmt. Danach wird durch Unterdruck unterhalb der Reliefform und/oder Uberdruck oberhalb der Polystyrolfolie diese zusammen mit der Druckfolie in die Vertiefungen der Reliefform gedrückt. Damit erhält die

    nach der Wiedererhärten die Oberflachenform des Originals. Das gemäß der FR-PS 15 48 337 entspricht diesem bekannten Verfahren mit der Ausnahme, daß die bedruckte Folie durch Bestrahlung mit Infrarotlicht anstelle der Kontakterwärmung mittels einer Polystyrolfolie erwärmt wird und die Formung allein durch Un-terdruck unterhalb der Reliefform erfolgt. Gegenüber den bei den vorangehend genannten Verfahren erzielten durchsichtigen Reliefoberflächenschichten stellt die sich ergebende farbige Reliefoberfläche der Folie eine Verbesserung dar. Da jedoch bei beiden Verfahren zur Formung der Folie beträchtliche Druckkräfte an derselben wirken, die bei dem ersteren bekannten Verfahren beispielsweise mit 7 kg/cm angegeben sind, muß die Folie zwangsläufig eine bestimmte Dicke haben. Dies führt wiederum dazu, daß feine Reliefgestaltungen nicht mit ausreichender Originalgetreue reproduzierbar sind. Bei manchen Originalen mag dies zwar nicht von großer Bedeutung sein, jedoch ergibt sich beispielsweise bei der feinen Maltechnik des Manierismus vornehmlich der Münchner Schule eine merkliche Abweichung vom Original.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 anzugeben, das preiswerte Reproduktionen mit höchster Originalgetreue erigibt.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 genannten Maßnahmen gelöst.

    [0007] Durch die über ihre Dicke bzw. ihre Stärke homogene Erwärmung der bedruckten Folie auf die Fließtemperatur erfolgt somit ein Einschmelzen der Folie in die Vertiefungen der Reliefforme Da bei diesem Schmelzvorgang die Folie im wesentlichen durch ihr Eigengewicht verformt wird und daher an ihr insbesondere im Fließzustand keine starken Kräfte ausgeübt werden müssen, kann die folie sehr dünn sein, so daß selbst kaum wahrnehmbare Oberflächenformen getreu nachgebildet werden. Ein weiterer Vorteil der somit ermöglichten Verwendung einer sehr dünnen Folie liegt darin, daß aufgrund der sehr geringen Wärmekapazität die zum Bedrucken verwendeten Farben wesentlich kürzer einer Erwärmung ausgesetzt sind, so daß die Gefahr einer Farbverfälschung verringert ist. Ferner ergibt sich daraus ein schnellerer Arbeitstakt, da die Zeiten für Erwärmung und Abkühlung kürzer sind. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die verwendete Reliefform außerordentlich einfach hergestellt werden kann. Nur in ganz besonderen Fällen könnte es notwendig sein, für den Ablaß von Lufteinschlüssen unter der schmelzenden Folie mikroskopisch kleine Öffnungen anzubringen.

    [0008] Ein besonderer Vorteil ergibt sich dadurch, daß zugleich mit dem Formen der Folie auf die Rückseite der Folie eine Stützschicht aufgebracht wird. Dabei wird vorzugsweise die Stützschicht auf gleiche Weise wie die Folie über ihre Stärke im wesentlichen homogen auf die Fließtemperatur ihres fließfähigen Bestandteils erwärmt, so daß dieser zusammen mit der Folie zu der Reliefform hin fließt und damit einen festen Hintergrund bildet, sobald die Folie die durch die Reliefform gegebene Struktur angenommen hat. Als Stützfolie wird vorzugsweise ein in Polyvinylchlorid eingelagertes Gewebe verwendet, wobei zur möglichst originalgetreuen Ausbildung der Reproduktion als Trägermaterial Leinwand verwendet wird, die mit dem Polyvinylchlorid durchtränkt wird. In diesem Fall erfolgt durch im wesentlichen homogenes Erwärmen der Folie einerseits und der-Polyvinylchlorid-Schicht. andererseits ein Einfließen der Folie in die Konturen der Reliefform, das durch das Nachfließen des Polyvinylchlorids unterstützt ist.

    [0009] Da sich bei dem aufgrund der Erwärmung ziemlich plötzlich erfolgenden Absinken der Folie auf die Reliefform Lufteinschlüsse bilden könnten, ist es vorteilhaft, die Wärmezufuhr von der Mitte der Folie her auseinandergehend zu den Rändern vorzunehmen.

    [0010] Als Erwärmungsverfahren für die Folie bzw. für die Folie zusätzlich der aufgelegten Stützschicht ergeben sich insbesonderefolgende: eine Erwärmung mittels eines Hochfrequenzfelds, eine Erwärmung mittels Infrarotstrahlung sowie eine Erwärmung mittels Kontakt-Erwärmung mit einem elastischen Auflage-Element. Im Vergleich zu dem gemäß den früheren Techniken angewandten Ober- oder Unterdrücken ergibt dies keine Veränderung insofern, als durch die Erzeugung des Fließzustands in der Folie bzw. in der Folie zusammen mit der Stützschicht die Formung entsprechend der Reliefform nicht beeinträchtigt wird, da letztlich sowohl die Folie als auch die evtl. darüber angebrachte Stützschicht nicht direkt einem Druck ausgesetzt wird und damit "unbeeinflußt" der Reliefform entsprechende Formen annehmen kann.

    [0011] Die im wesentlichen homogene Erwärmung der Folie sowie auch der Folie zusammen mit der Stützschicht kann dadurch erfolgen, daß eine Erwärmung durch Hochfrequenzenergie auf dielektrische Weise in einem Hochfrequenzfeld erfolgt, mit insbesondere hinsichtlich der Wellenlänge geeignet gewählten Infrarotstrahlen erwärmt wird oder durch Kontakt-Erwärmung mittels einer Auflage ausreichend hoher Wärmeleitfähigkeit eine plötzliche Durchwärmung der Folie oder der Folie zusätzlich der Stützschicht erfolgt.

    [0012] Obzwar die in Frage kommenden Originale und damit auch die von diesen abgenommenen Reliefformen an der Oberfläche zumeist rauh genug sind, unter der schmelzenden Folie befindliche Luft seitlich austreten zu lassen, ist es vorteilhaft, die Erwärmung von der Mitte beginnend und zum Rand fortschreitend vorzunehmen.

    [0013] Als vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahren-s wird die verwendete Reliefform zumindest an ihrer Formungsfläche galvanisch metallisiert. Damit ist die Formtreue selbst bei einer hohen Reproduktionsstückzahl gewährleistet. Ferner ergibt sich durch die Oberflächenmetallisierung an der ankommenden, schmelzenden Folie eine gute und schnelle Wärmeableitung, so daß die Folie schnell die richtige endgültige Form annimmt und zudem aufgrund des Abschrekkens leicht von der Reliefform lösbar ist. Der jeweiligen Oberflächengestalt entsprechend kann die Reliefform gegebenenfalls - auch bei galvanischer Metallisierung - porös gestaltet und/oder mit Löchern versehen werden.

    [0014] Zur Vermeidung einer übermäßigen Einwirkung von Wärme auf die zum Bedrucken der Folie verwendeten Farben wird die Folie vorzugsweise mit ihrer bedruckten Seite nach unten auf die Reliefform aufgelegt. Dadurch wird die Farbschicht schnell von der Reliefform abgekühlt, wenn sie diese erreicht hat. Vorteilhaft kann hierzu ferner die Reliefform zusätzlich gekühlt werden.

    [0015] Die Erfindung ist nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.

    Die Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren zur Formung allein der Folie.

    Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren bei gleichzeitiger Formung der Folie sowie Überlagerung der Folie mit einem Stützmaterial.



    [0016] Gemäß der Figur 1 wird über eine die Oberflächengestaltung eines Original-Ölgemäldes oder dergleichen als Negativform wiedergebende Reliefform 1 eine mit dem dem Original entsprechenden Farbbild bedruckte thermoplastische Folie 2 mit der Bildseite 3 nach unten gelegt. Die Herstellung der Reliefform erfolgt nach bekannten Verfahren. beispielsweise kann von dem Original-Ölgemälde ein Negativ-Hartabguß hergestellt werden, bei dem Polyesterharz verwendet wird. Bei diesem Vorgang können jedoch kleine Schäden entstehen, so daß also der Künstler sein Einverständnis geben muß und gegebenenfalls Restaurierungen am Original vornehmen muß. Wenn es sich bei dem Ölgemälde um ein wertvolles Original eines alten Meisters handelt, kann deshalb dieses Abgußverfahren nicht angewandt werden. In einem solchen Fall muß daher eine äußerst sorgfältige Kopie herangezogen werden, die zwar notgedrungen teuer ist, deren Kosten sich jedoch auf eine große Anzahl von Reproduktionsexemplaren verteilen, so daß sie nicht ins Gewicht fallen. Ein weiterer Ausweg in einem solchen Fall besteht darin, daß das Original mittels eines Laserstrahls abgetastet und fotochemisch auf eine Gelatine-Matrize oder dergleichen übertragen wird. Diese wird dann durch Ausgießen in eine Hartmatrize bzw. in einen Hartabguß umgesetzt. Auf die Formungsfläche der auf diese Weise hergestellten Polyester-Hartmatrize wird galvanisch eine Metallschicht 4 aufgebracht.

    [0017] Eine besonders vorteilhafte Herstellung der Reliefform 1 ergibt sich dadurch, daß das Original im sogenannten "Kalt"-Verfahren mit Siliconkautschuk abgegossen wird. Bei diesem Verfahren entsteht keinerlei Beschädigung des Originals, so daß auch sehr wertvolle Originale ohne Bedenken abgeformt werden können. Der Siliconkautschuk-Abguß wird nach entsprechender Abstützung durch eine steife Platte und gegebenenfalls Beschichtung mittels der Metallschicht 4 als Reliefform 1 verwendet.

    [0018] Das Bedrucken der Folie 2 an der Bildseite 3 erfolgt beispielsweise nach dem Offset-Verfahren, wobei eine Farbaufnahme des Gemäldes mit äußerst genauen Farbwerten ohne Lichtreflexionen zu genau maßgetreuen Off setfilmen in vier Farben verarbeitet wird. Selbstverständlich ist hierbei auf äußerst genaue Maßhaltigkeit zu achten. Sowohl bei der Herstellung dieser Offsetfilme als auch bei der Herstellung der Reliefform können von vorneherein Paßmarkierungen außerhalb des Bildfelds vorgesehen werden, die dann das Ausrichten der bedruckten Folie 2 gegenüber der Reliefform 1 erleichtern.

    [0019] Zur Durchführung des Verfahrens werden die Metallisierungsschicht 4 einerseits und eine oberhalb der bedruck= ten Folie 2 angeordnete Elektrode 5 an einen Hochfrequenzgenerator 6 angeschlossen. Durch kurzzeitiges Einschalten des Hochfrequenzgenerators 6 wird die Folie dielektrisch auf ihre Fließtemperatur erwärmt und verformt sich in weniger als 1 Sekunde in die negativ ausgebildete Formungsfläche der Reliefform 1 hinein. Die Metallisierungsschicht 4 dient dabei einerseits als Elektrode und andererseits als Wärmeableitungsschicht, die die Bildseite 3 der Folie in ganz kurzer Zeit erstarren läßt und damit die schnelle und genaue Formung der Folie 2 gewährleistet. Falls die normale Rauhigkeit des Originalgemäldes und damit der Formungsfläche der Reliefform 1 nicht dafür ausreichen sollte, die Abfuhr der in den Vertiefungen unterhalb der Folie eingeschlossenen Luft sicherzustellen, können mikroskopisch kleine Luftkanäle in der Reliefplatte 1 ausgebildet werden, die beispielsweise bei 7 angedeutet sind. Ferner kann auch die Reliefform 1 zugleich mit ihrer Metallisierungsschicht 4 mikroskopisch porös ausgebildet werden, so daß die Luft an der ganzen Fläche der Folie 2 ausweichen kann. Die Elektrode 5 kann je nach den Gegebenheiten so ausgebildet werden, daß eine.gleichmäßige homogene Erwärmung der Folie 2 über ihre ganze Stärke und ihre ganzen Ausmaße hinaus gewährleistet ist. Durch geeignete Formung der Elektrode 5 kann jedoch auch eine etwas höhere oder etwas früher einsetzende Erwärmung in der Flächenmitte der Folie erfolgen, was beispielsweise durch Aufteilung der Elektrode 5 und entsprechend zeitlich gestufter Einschaltung der sich ergebenden Teilelektroden vorgenommen werden kann.

    [0020] Die nach dem Verfahren verformte bedruckte Folie 2 ergibt eine extrem genaue Nachbildung des Originals mit den feinsten Strukturen, so daß auch die nahezu glatt wirkenden Oberflächenformen bei der Maltechnik beispielsweise des 19. Jahrhunderts originalgetreu reproduzierbar sind. Das Verfahren ist auch außerordentlich wirtschaftlich, da durch Wahl einer dünnen Folie ein schnelles Erwärmen und auch ein schnelles Abkühlen erzielbar ist. Die auf die Reliefform 1 galvanisch aufgebrachte Metallisierungsschicht verändert die beim Abdruck erzielte Genauigkeit praktisch überhaupt nicht, was beispielsweise daraus geschlossen werden kann, daß eine derartige Galvanisierung auch bei Schallplattenmatrizen Anwendung findet. Die Metallisie- . rungsschicht 4 ergibt jedoch eine höhere Lebensdauer der Reliefform 1 ohne Abnutzungserscheinungen und trägt ferner zu einer schnelleren Abkühlung der in sie eingeschmolzenen bedruckten Folie bei. Dabei ist besonders die schnelle Abkühlung der Bildseite 3 der Folie 2 von Bedeutung, da damit die Gefahr von Farbverfälschungen der benutzten Druckfarben durch die erfolgte Erwärmung verringert wird. Damit ergibt das Verfahren gegenüber den bekannten Verfahren unter einfacherer Herstellung einer Form eine höhere Genauigkeit unter schnellerer und kostengünstigerer Herstellung der Reproduktionen.

    [0021] Eine Modifikation ist in Fig. 2 gezeigt. Bei diesem Verfahren wird auf die Folie 2 eine Stützschicht 8 aufgelegt und zugleich mit der Folie 2 der dielektrischen Hochfrequenz-Erwärmung mittels der Elektrode 5 und der in diesem Fall als Gegenelektrode dienenden Metallisierung 4 der Reliefform unterzogen. Die Elektrode 5 kann hierzu auf die Stützschicht 8 aufgelegt werden, wodurch eine besonders konzentrierte Hochfrequenz-Erwärmung zu der Reliefform 1 bzw. zu deren Beschichtung 4 hin erfolat. Sobald die Folie 2 und möglichst gleichzeitig damit ein fließfäniger Bestandteil der Stützschicht 8, die beispielsweise aus PVC-getränkter Leinwand bestehen kann, auf die Fließtemperatur gebracht sind, sinkt zunächst die Folie 2 und danach der fließfähige Bestandteil der Stützschicht 8 in die jeweiligen Formen der Reliefform 1, wobei ein Gewebe der Stützschicht 8 im wesentlichen in seiner ursprünglichen Form verbleibt. Auf das "Einfließen" der Folie 2, eventuell unter der Gewichtsbelastung durch das Material der Stützschicht 8, in die entsprechenden Vertiefungen der Reliefform 1 wirkt in erster Linie die Schwerkraft, die jedoch durch den Auflagedruck der Elektrode 5 auf die ursprüngliche Schichtung der Folie 2 und der Stützschicht 8 gesteigert werden kann. Die Elektrode 5 kann jedoch auch völlig unabhängig von der Aufschichtung der Folie 2 und der Stützschicht 8 festgelegt sein, so daß selbst bei einem Aufliegen der beiden Schichtensich diese nach ihrer zur Fließtemperatur hin vorgenommenen Erwärmung von der Elektrode 5 lösen und die gewünschte Form einnehmen.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Reproduktion von Ölgemälden und dergleichen mit Reliefoberfläche unter Verwendung einer vom Original abgenommenen Reliefform und einer mit dem dem Original entsprechenden Farbbild bedruckten thermoplastischen Folie, die unter Erwärmung verformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie unter Paßausrichtung auf die Reliefform aufgelegt wird und über ihre Stärke im wesentlichen homogen auf ihre Fließtemperatur erwärmt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die Folie eine Stützschicht gelegt wird, die zugleich mit der Folie erwärmt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zugleich mit der Folie die Stützschicht über ihre Stärke im wesentlichen homogen auf die Fließtemperatur ihres fließfähigen Bestandteils erwärmt wird.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützschicht eine in Polyvinylchlorid eingelassene Gewebeschicht ist.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe Leinwand ist, die mit dem Polyvinylchlorid getränkt ist.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützschicht durch Eigengewicht und/oder zusätzlichen Druck mittels einer Auflage oder einer Andrückvorrichtung gegen die Folie gedrückt wird.
     
    7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie bzw. die Folie mit der Stützschicht beginnend von der Mitte der Reliefform fortschreitend nach außen zu erwärmt wird.
     
    8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie bzw. die Folie mit der Stützschicht mittels eines elektrischen Hochfrequenzfelds dielektrisch erwärmt wird.
     
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie bzw. die Folie mit der Stützschicht durch Infrarotstrahlen erwärmt wird.
     
    10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie bzw. die Folie mit der Stützschicht durch Kontakterwärmung mittels einer vorgewärmten elastischen Auflage hoher Wärmekapazität erwärmt wird.
     
    11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reliefform mindestens an der der Folie zugewandten Seite galvanisch metallisiert wird.
     
    12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reliefform in mikroskopischem Ausmaß porös ist oder mit Löchern in mikroskopischem Ausmaß versehen ist.
     
    13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reliefform gekühlt wird.
     
    14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reliefform als Negativform ausgebildet wird und die Folie mit der Druckseite auf die Reliefform aufgelegt wird.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht