[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkstück aus durchhärtendem Werkstoff und Bereichen
unterschiedlicher Härte, insbesondere Flanschkolbenbüchse von Kraftstoffeinspritzpumpen.
[0002] Aufgrund unterschiedlicher Beanspruchungsarten ist es für viele Werkstücke, beispielsweise
für Flanschkelbenbuchsen von Kraftstoffeinspritzpumpen, erforderlich, das Werkstuek
mit Bereichen unterschiedlicher Härte auszustatten. Dadureh sollen z.B. Kerbwirkungseinflüsse,
die durch Anbringung eines Gewindes oder von Einstichen hervergsrufep werden von Einstichen
hervergsrufer werden. werden könne. Eine bekanute aufgenommen werden können. Eine
bekannte Methodrist einen durchhärtenden Werkstoff mit mindestens 0,85 % Kohlenstoff
zu verwenden und das Werkstück zur Gänze durchzuharten. In einem eigenen nachfolgenden
Arbeitsgang müssen dann die unter besonderer Beanspruchung, beispielsweise Zug- und
Verdrehspannung, stehenden Partien dureh Anlasssen auf ein dehnfähiges Gefuge gebrecht
Wrden. Das notwendige Anlassen verursacht erhebliche Mehrkosten und bat außerdem den
Nachteil, daß die Grenzen zwischen dem durchgehärteten Bereich und dem angelassenen
Bereich nicht sehr genau definiert sind.
[0003] Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen Werkstoff aus Einsatzstahl zu verwenden,
wobei die stark beanspruchten Bereiche des Werkstückes durch Einsatzhärten widerstandsfähig
gemacht werden. Bereiche, die zur Aufnahme von Zug-und Verdrehspannungen eine geringere
Härte aufweisen müssen, müssen wieder in einem eigenen Arbeitsgang durch Anlassen
dieser Bereiche oder durch Abarbeiten der Einsatzschicht an diesen Bereichen vor dem
Härten des vorher eingesetzten Werkstückes auf die gewünschte Härte bzw. Weichheit
gebracht werden. Auch diese Methode erfordert zusätzlichen Aufwand und verursacht
erhebliche Mehrkosten.
[0004] Schließlich ist es auch möglich, die Werkstücke frei, z.B. mit einem Draht gehalten,
in das Härtebad nur teilweise einzutauchen und damit nur teilweise zu härten. Hier
ergibt sich jedoch der erhebliche Nachteil, daß der nicht ins Härtebad getauchte Bereich
des Werkstückes aufgrund von Wärmeleitung im Werkstück und Strahlungswärme von der
Oberfläche des Härtebades her einer undefinierten Wärmebehandlung unterzogen wird,
sodaß der nicht eingetauchte Teil des Werkstückes ein nicht genau festlegbares Gefüge
erhält.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkstück der eingangs genannten Art
unter Vermeidung der genannten Nachteile zu schaffen. Erfindungsgemäß wird dies dadurch
erreicht,daß das Werkstück so gehärtet ist, daß es in einer Richtung drei definierte
Härtezonen aufweist, nämlich einen gehärteten Endbereich, einen ungehärteten zweiten
Endbereich und einen dazwischenliegenden Übergangsbereich, der wesentlich kürzer ist,
als bei freiem Eintauchen der Werkstücke in das Härtebad. Das Werkstück weist demnach
vorteilhaft definierte Bereiche unterschiedlicher Härte, mit einem relativ kurzen
Übergangsbereich auf, ohne daß zur Herstellung dieser Bereiche ein eigener, hohe Kosten
verursachender Arbeitsgang notwendig wird.
[0006] Die Herstellung der drei definierten Härtezonen des Werkstückes wird nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung durch eine Vorrichtung zum Einsetzen der Werkstücke in das Estebad
besonders erleichtert, die aus einer als Hitzeschild ausgehildeten,

feilweise ebenen Platte besteht, die an der Oberfläche des

aufsehwimmbar oder ber der Oberflache in einem vorbestimmten Aosttand anbringbar ist
und die Offnanen aufueist, in die die warkstueke so einsteckbar sind, daß der nieht
au härtende aweit Enabereich des Werjstückes gegenüber dem Härtebad abgedeckt ist.
Die Platte dient dabei der Halterung der Werkstaeke und gleichziiting als Hitzeschild,
wodureh die an der Plattenoberseite vorstib-nder Teile der werkiticke gegen die von
der Oberfläche des Härtsbades aufsteigende große Hitze abgeschirmt werden. Außerdem
wird durch die Abdeckung bzw. den Hitzeschild die unerwänschte wärmeanstrahlung des
Härtebades stark unerbunden. Nach dem Umsetzen der Platte mit den Werkstäcken in ein
Abschreckbad weisen somit die oberhalb der Platte vorstehenden Teile das weiche Ursprungsgefüge
und die unterhalb der Platte in das Härtebad eingetaucht gewesenen Teile der Werkstücke
das gewünschte harte Gefüvge auf. Zwischen dem gehärteten und dem ungehärteten pereich
erstreckt sich ein verlaufendes Anlaßgefüge, dessen hreite von der Eintauchtiefe der
Werkstücke in das Härtebad bzw. aurch die Lage des werkstückes im Hitzeschild bestimmt
ist.
[0007] Im Hinblick auf viele Anwendungsfille arm es etwunsdid. den zwischen dem gehärteten
und dem ungeharteten Bereieh liegenden Übergangsbereich in seinem Ausmaß vorausbestimmba
zu machen. Dazu kann vorgesehen sein, daß die bestückte ker te unter Einhaltung eines
vorbestimmten Astandes zwischt Unterseite der Platte und Oberfläche des Härtebodes
in das Härtebad einhängbar ist. Die Binhaltung dieses verbestimmter Abstandes kann
beispielsweise auf einfache weise dadurch erreicht werden, daß die Platte mit ihren
Randern auf an der Innenseite des Behälters vorgesehene Anschläge aufgelegt wird,
oder daß sie, an einem Kran hängend, bis zu geünschten Eintauchtiefe bzw. zum gewünschten
Abstand zwischen Platte und Badoberfläche abgesenkt wird.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung kann die Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Werkstücke als Platte mit einem umlaufenden, von der Platte nach oben abstehenden
Rand ausgebildet sein, sodaß die bestückte Vorrichtung auf dem Härtebad schwimmfähig
ist. In diesem Fall muß die mit den Werkstücken versehene Platte lediglich auf das
Härtebad aufgesetzt werden und es ist keine eigene Haltevorrichtung erforderlich.
Der zwischen dem gehärteten und dem ungehärteten Endbereich liegende Übergangsbereich
ist hier durch die Dicke der Platte bestimmt.
[0009] Die gewünschte Trennung in einen ungehärteten und einen gehärteten Bereich wird dann
besonders exakt erreicht, wenn, nach einem weiteren Merkmal der Erfindung, die als
Hitzeschild ausgebildete Platte aus gepreßtem Grafit besteht, da dieser Werkstoff
für die Funktion der Abschirmung besonders geeignet ist.
[0010] In Weiterbildung der Erfindung ist bei der Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Werkstücke vorgesehen, daß die Festlegung der Werkstücke an der Platte durch die Form
des Werkstückes selbst, beispielsweise durch den Flansch der Flanschkolbenbüchse,
oder durch ein am Werkstück anzubringendes Anschlagstück'erfolgt. Damit ist auf einfache
Weise erreicht, daß alle Werkstüeke um genau den gleichen Betrag an der Oberseite
bzw, an der Unterseite der Platte überstehen, ohne daß beim Einstecken der Werkstücke
in die Öffnungen der Platte besondere Sorgfalt und daher Zeit aufgewendet werden muß.
[0011] In Weiterbildung des Erfindungsgedankens kann weiter vorgesehen sein, daß die Länge
des oberhalb der Platte vorstehenden Teiles des Werkstückes durch Distanzhalter zwischen
der Plattenoberfläche und dem der Festlegung des Werkstückes dienenden Teil desselben
oder dem Anschlagstück variabel gestaltbar ist. Damit kann auf sehr einfache Weise
bei festliegender Position der Plattes gegenüber der Oberfläche des Härtebades die
Eintachtiefe der Werkstücke und damit die Länge des zu härtenden Bereiches Verändert
werden. Es ist somit möglich, den Anteil jeder der drei Härtezonen an der Gesamtlänge
des Werkstückes zu verändern. Die Distanshalter können aus ainfachen Boilagscheiben
bestehen oder auch als an der Plattenoberfläche vergesehsne angeformte Ansätze ausgebildet
sein.
[0012] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 einen schematischen Querschnitt durch einenein Härtebad enthaltenden Behälter
mit eingesetzter, mit Werkstücken bestückter Platte,
Figur 2 eine Ausführungsvariante der Platte in Teildarstellung und
Figur 3 einen Schnitt durch eine in die Platte eingesteckte Flanschkolbenbüchse in
größerem Maßstab.
[0013] Fig. 1 zeigt einen Behälter 1, der mit einem Härtesalzbad 2 gefüllt ist. An den Seitenwänden
des Behälters 1 sind Konsolen 3 angeordnet, die in nicht näher dargestellter in der
Höhe verstellbar und fixierbar sind. Auf Absatzen der Konsolen 3 ist eine Platte 4
aufgelegt ,die sfne 7hel zahl von Öffnungen 5 enthält, in die Flanschkolbenbuehuer
6, wie sie für Kraftstoffeinspritspumpen verwendet wrden. eingesteckt sind. Die Flanschkolbenbuchsen
6 liegen mit ihren Flanschen 7 an den Rändern der Öffnungen in der Platte 4 auf, sodaß
sie in ihrer axialen Lage festgeegt sind, Zwischen der Oberfläche 8 des Härtemalzbades
und der Unterseite der Platte 4 ist ein vorbestummter Abstand 9 eibgehalten, der durch
Verändern der Höhenlage der Konsolen 3 den Erfordernissen angepaßt werden kanne
[0014] In Fig. 2 ist eine Ausführungsvariante der Platte 4, nun mit 4' bezeichnet, dargestellt,
die einen umkaufendenRand 10, der von-der Platte 4 nach oben stehend angeordnet ist.
aufweist. In den Öffnungen 5 der Platte 4' sind wieder. Flanschkolbenbüchsen 6 eingesetzt.
wobei zwischen der Plattenoberseite und dem Flansch 7 der Flanschkolbenbüchsen6 Distanzhalter
11 vorgesehen sind. Die Platte 4' liegt direkt auf der Oberfläche 8 des Hërtesalzbades
auf und sie ist nach Einstecken der Werkstueke in die Öffnungen 5 schwimmfähig. Es
erübrigt sich somit bei dieser Ausführungsvariante eine besondere Haltevorrichtung
für die Platte 4'. Die Eintauchtiefe der Flanschkolbenbüchsen 6 in das Härtesalzbad
2 wird durch die Höhe der Distanzhalter 11 bestimmt.
[0015] In Fig. 3 ist eine Flanschkolbenbüchse 6, die in die Öffnung 5 einer Platte 4 eingesteckt
ist, in vergrößertem Maßstab dargestellt. Die Flanschkolbenbüchse 6 weist in ihrer
Längsrichtung mehrere entsprechend der jeweiligen Funktion unterschiedliche Bereiche,
nämlich den Gewindebereich 12, den Flanschbereich 13, den Halsbereich 14 und den die
Zylinderbohrung 15, die Steuerbohrungen 16 und die Dichtfläche 17 beinhaltenden unteren
Bereich 18 auf. Die Flanschkolbenbüchse 6 ist mit geringem Spiel in die Öffnung 5
der Platte 4 eingesteckt und sie liegt mit ihrem Flansch 7 in einer dem Flanschdurchmesser
entsprechenden Ausnehmung an der Oberseite der Platte 4 auf. In Fig. 3 ist strichliert
auch die Oberfläche 8 des Härtesalzbades 2 eingezeichnet.
[0016] Bei der in den Fig. 1 und 3 dargestellten Lage der Platte 4 gegenüber dem Härtesalzbad
2 ergeben sich am Werkstück drei genau definierte Härtezonen: der in das Härtesalzbad
2 eintauchende untere Bereich 18 wird voll der im Härtesalzbad herrschenden Temperatur
ausgesetzt. Im Bereich zwischen der Oberfläche 8 des Härtesalzbades und der Unterseite
der Platte 4 herrscht eine entsprechend der Abstrahlung der Badoberfläche und der
Abschirmwirkung der Platte 4 sich einstellende Lufttemperatur, wodurch der Halsbereich
14 der Flanschkolbenbüchse 6 einer Wärmebehandlung mit niedrigerer Temperatur als
der Badtemperatur unterzogen wird. Der Gewindebeseich 12 und auch ein Teil des Flanschbereiches
13 der Flanschkolbenbüchse 6 liegen eberhalb der Oberseite der Platte 4 und werden
daher durch die Platte 4 gegen die vom Härtebad aufsteigende Hitze abgeschirmt. Wenn
nach einer festgesetzten Behandlungsdauer im Härtesalzbad die Platte 4 samt den Flanschkolbenbüchsen
6 in ein nicht dargestelltes, übliches Abschreckbad umgesetzt wird, verändert sich
das Gefüge der Flanschkolbenbüchse 6 entsprechend der vorhergegangenen Wärmebehandlung.
Der untere Bereich 18 der Flanschkolbenbüchse 6 wird entsprechend der ihm zukommenden
Funktion sehr hart, in der Temperaturzwischenzone im Halsbereich 14 stellt sich ein
verlaufendes Anlaßgefüge ein, wodurch es möglich ist, selbst bei Anordnung von Gewinden
oder Einstichen ohne nachteilige Kerbwirkungseinflüsse auftretende Zug- und Verdrehkräfte
aufzunehmen. Der Flanschbereich 13 und der Gewindebereich 12 behalten ihr weiches
Ursprungsgefüge, sodaß im Flanschbereich die auftretenden Biegespannungen und im Gewindebereich
die auftretenden Zug- und Verdrehspannungen ohne Schaden aufgenommen werden können.
Die Erfindung ermöglicht es daher, drei definierte Härtezonen ohne die sonst notwendige
Nachbehandlung herzustellen. Die Kosten einer nach der Erfindung hergestellten Flanschkolbenbüchse
betragen nur einen Bruchteil jener Kosten, die entstehen, wenn in einem eigenen Arbeitsgang
das Werkstück angelassen oder abgearbeitet werden muß.
1 Werkstäck aus duchhätendem Werkstoff und bereicken unterschiedicher Härte, insbesondere
Flansehkolbenbüchse von Kraftstoffeinspritzpumpen, dadurch gekennzeichnet, daß das
Werkstück (6) so gehärtet ist, daß es in einer Richtung drei definierte Härtezonen
aufweist, nämlich einen gehärteten Endbereich (18). einen ungehärteten sweiten Endbereich
(12, 13) und einen dazwischenliegerden Übergangsbereich (14), der wesentlich kürzer
ist, als bei freiem Eintauchen der Werkstücke in das Härtebad.
2. Vorrichtung zur Herstellung von Werkstücken nach Anspruch 1, zum Einsetzen in das
Härtebad, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer als Hitzeschild ausgebildeten,
zumindest teilweise ebenen Platte (4) besteht, die an der Oberfläche (8) des Härtebades
(2) aufschwimmbar oder über dieser Oberfläche in einem vorbestimmten Abstand anbringbar
ist und die Öffnungen (5) aufweist, in die die Werkstücke (6) so einsteckbar sind,
daß der nicht zu härtende zweite Endbereich (12, 13) des Werkstückes (6) gegenüber
dem Härtebad (2) abgedeckt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (4') einen
umlaufenden, von der Platte (4) nach oben abstehenden Rand (10) aufweist, sodaß die
bestückte Vorrichtung auf dem Härtebad (2) schwimmfähig ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Platte (4,4') aus gepreßtem Grafit besteht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Festlegung
der Werkstücke (6) an der Platte (4,4') durch die Form des Werkstückes (6) selbst,
beispielsweise durch den Flansch (7) der Flanschkolbenbüchse (6), oder durch ein am
Werkstück (6) anzubringendes Anschlagstück erfolgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des oberhalb
der Platte (4,4') vorstehenden Teiles des Werkstückes (6) durch Distanzhalter (11)
zwischen der Plattenoberfläche und dem der Festlegung des Werkstückes (6) dienenden
Teil desselben oder dem Anschlagstück variabel gestaltbar ist.