[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von strukturierten Mustern in
Stoffbahnen, bei dem die ursprünglich glatte Stoffbahn zunächst einer maschinellen
Plissierbehandlung unterzogen wird.
[0002] In der Damenmode werden plissierte Stoffe zur Weiterverarbeitung zu Röcken, Kleidern,
Blusen usw. ständig verwendet, wenn auch - beeinflußt von den sich ändernden Modetendenzen
- in mehr oder weniger starkem Umfang. Dabei finden insbesondere maschinenplissierte
Stoffe Verwendung, wobei sich in neuerer Zeit neben den sogenannten Flach- und Stehplissees
auch Stoffe eingeführt haben, die anstelle von gleichmäßig breiten oder tiefen, über
die gesamte Breite einer Stoffbahn verlaufenden Falten mit Faltenmustern unterschiedlicher
Art versehen sind. Solche Stoffe können beispielsweise neben einer Anzahl von schmalen
geradeverlaufenden Plisseefalten wellenförmig verlaufende Falten aufweisen, an die
sich im Wechsel dann wieder geradlinig verlaufende und dann wieder wellenförmig verlaufende
Falten an-. schließen, oder an eine kurze schmale Faltenreihe kann sich eine ähnliche,
jedoch um die halbe Faltenbreite versetzte Faltenreihe anschließen usw. Solche Stoffe,
die als "unregelmäßig plissiert" bezeichnet werden können, sind ebenso wie die Art
und Weise ihrer Herstellung bekannt, wobei über die vorerwähnten Faltenmuster hinaus
eine Vielzahl weiterer möglicher Anordnungen unregelmäßiger Plisseefalten auf Stoffbahnen
bestehen und ausgeführt werden. Im Vergleich zu aus glatten Stoffen hergestellten
Kleidungsstücken hat die Verwendung von plissierten Stoffen der vorerwähnten Art -
abhängig von der Art des Plissees des verarbeiteten Stoffs - einen wesentlich erhöhten
Stoffverbrauch zur Folge, was sich zwangsläufig auch auf die Kosten der aus plissierten
Stoffen hergestellten Kleidungsstücken auswirkt. Außerdem ist die Verarbeitung plissierter
Stoffe zu Kleidungsstücken schwierig und aufwendig, da beginnend mit dem Zuschnitt
des plissierten Stoffs auch bei den nachfolgenden Arbeitsgängen ständig dafür Sorge
getragen werden muß, daß der Verlauf der Plisseefalten im Entwurf entspricht, und
daß beim Vernähen zugeschnittener Stoffstücke nicht versehentlich eine Spannung auf
den Stoff ausgeübt wird, welche die Falten - entgegen dem vorgesehenen Entwurf - auseinanderzieht.
Um dies zu vermeiden, ist zumindest bei dünneren maschinenplissierten Stoffen die
Mitverarbeitung einer untergelegten dünnen Papierbahn erforderlich.
[0003] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von Stoffbahnen anzugeben, die im Stoffmaterial selbst strukturartig gemustert sind,
im Vergleich zu plissierten Stoffen aber bei der Herstellung von-Kleidern mit verringertem
Stoffverbrauch und ohne die geschilderten Erschwernisse verarbeitet werden können.
Außerdem soll das erfindungsgemäße Verfahren auch die zur erzeugten Stoffstruktur
ausgerichtete partielle Bedruckung der Stoffbahn mit einer von ihrer Grundfarbe abweichenden
Farbe und/oder einem abweichenden Muster ermöglichen.
[0004] Ausgehend von einer zuvor einer maschinellen Plissierbehandlung unterzogenen Stoffbahn
wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die maschinenplissierte Stoffbahn
erwärmt und ihre einplissierten Falten verformt werden, worauf die Verformung der
Falten durch Abkühlen der Stoffbahn fixiert wird. Die in der Stoffbahn erzeugte Struktur
wird also vom Muster der verformten Plisseefalten gebildet. Die Verformung der Plisseefalten
erfolgt - je nach Art des Ausgangsplissees - unterschiedlich, jedoch in jedem Falle
zweckmäßig so, daß zumindest ein Teil des in die Plisseefalten eingefalteten Stöffmaterials
in die Ebene der Stoffbahn zurückverformt wird.
[0005] Die partielle Bedruckung der Stoffbahn derart, daß die bedruckten Bereiche mit dem
Strukturmuster ausgerichtet sind, erfolgt in erfindungsgemäßer Weiterbildung dadurch,
daß auf die maschinenplissierte Stoffbahn vor deren Erwärmung eine Bahn aus Thermodruckpapier
geführt und die beiden Bahnen dann in Aufeinanderlage zusammengedrückt und gleichzeitig
auf die zur Übertragung der Farbe und/oder des Musters des Thermodruckpapiers" auf
die Stoffbahn erforderliche Temperatur erwärmt werden, und daß die Bahn aus Thermodruckpapier
nach Übertragung des Musters auf die Stoffbahn wieder entfernt wird.. Zweckmäßig wird
der beim Transfer-Druckvorgang erwärmte Stoff dann sogleich verformt, um eine sonst
erforderliche erneute Erwärmung für den Strukturierungsvorgang einzusparen.
[0006] Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt bei Stoffen mit flachliegenden
Plisseefalten vorzugsweise so, daß die maschinenplissierte Stoffbahn in erwärmtem
Zustand derart gespannt wird, daß die Plisseefalten im wesentlichen glattgezogen werden,
worauf die so gespannte Stoffbahn zu einer Rolle aufgewickelt und in aufgerolltem
Zustand abgekühlt wird. Da die Abkühlung der Stoffbahn in aufgerolltem Zustand mit
auseinandergezogenen Plisseefalten erfolgt, ziehen die Falten sich bei der anschließenden
Verarbeitung nicht wieder in ihre ursprüngliche Lage zurück, sondern der Stoff bleibt
im wesentlichen glatt, wobei aber die beim ursprünglichen Plissiervorgang durch die
Wärme-und Druckeinwirkung erzeugten Faltenkanten als.Kantenmuster erhalten bleiben,
welches die Stoffbahn in der angestrebten Weise strukturiert.
[0007] In der einfachsten Form kann das Verfahren dabei so durchgeführt werden, daß die
maschinenplissierte Stoffbahn in noch von der Plissierbehandlung herrührendem erwärmtem
Zustand, d.h. unmittelbar im Anschluß an die Plissierbehandlung gespannt und aufgerollt
wird. Alternativ kann auch von einer in Form einer Rolle vorliegenden abgekühlten
maschinenplissierten Stoffbahn ausgegangen werden, indem diese kontinuierlich von
der Rolle -abgewickelt und erwärmt, dann gespannt und wieder aufgerollt wird. Für
die Erwärmung und Spannung und das anschließende Aufrollen der Stoffbahn kann dann
ein geeignet ausgebildeter Kalander mit beheizbarer Walze verwendet werden, an dem
eine Aufwickelvorrichtung mit regelbarer Aufwickelgeschwindigkeit angeordnet ist.
[0008] Bei dieser Verfahrensweise ist es auch möglich, die Stoffbahn während des Erwärmungsvorgangs
im Transfer-druckverfahren zu bedrucken, indem auf die von der Rolle abgewickelte
maschinenplissierte Stoffbahn vor der kontinuierlichen Erwärmung eine Bahn aus Thermodruckpapier
geführt, die beiden Bahnen dann in Aufeinanderlage zusammengedrückt und dabei gleichzeitig
auf die zur Übertragung der Farbe und/oder des Musters des Thermodruckpapiers auf
die Stoffbahn erforderliche Temperatur erwärmt werden, wobei die Bahn aus Thermodruckpapier
dann vor dem anschließenden Spannen und Einrollen der Stoffbahn wieder von der Stoffbahn
entfernt wird. Bei der technischen Ausführung wird dann wieder der vorerwähnte Kalander
verwendet, der dann zusätzlich lediglich mit einer Aufnahmeeinrichtung für das auf
die Oberseite der zu bedruckenden plissierten Stoffbahn aufzubringende Thermodruckpapier
und zweckmäßigerweise auch mit einer Aufwickeleinrichtung für die nach dem Druckvorgang
von der Stoffbahn zu trennende Verbrauchtbahn aus Thermodruckpapier versehen ist.
[0009] Wenn das erfindungsgemäße Verfahren bei einer Stoffbahn durchgeführt werden soll,
in die nach einer beidseitigen Abdeckung mit einem Ober- und Unterpapier zunächst
maschinell niedrige Stehplisseefalten eingefaltet worden sind, worauf die gefaltete
Stoffbahn aufgerollt und die Plisseefalten durch anschließende Wärmebehandlung der
Rolle dauerfixiert worden sind, wird erfindungsgemäß so vorgegangen, daß die zuvor
von der Oberpapierbahn befreite, mit Stehplisseefalten versehene Stoffbahn von der
Rolle abgerollt und auf ihre freie Oberseite eine Bahn von Thermodruckpapier aufgebracht
wird, daß die beiden Bahnen dann derart zusammengedrückt werden, daß die Stehplisseefalten
der Stoffbahn partiell eingedrückt werden und mit den eingedrückten Bereichen flächig
auf der Thermodruckpapierbahn anliegen, wobei auf die der Stoffbahn abgewandte Rückseite
der Thermodruckpapierbahn Wärmeenergie zur Einwirkung gebracht wird, welche die Farbe
und/oder das Muster der Thermodruckpapierbahn auf die anliegenden Bereiche der Stoffbahn
überträgt, und daß die Thermodruckpapierbahn dann von,der Stoffbahn getrennt wird.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß bei der partiellen Eindrückung der stehplissierten
Falten keine Faltenverquetschung eintritt, und daß die eingedrückten Bereiche, in
denen das Thermodruckpapier anliegt, mit klarem Druckbild bedruckt werden können,
wobei die Breite der bedruckten Bereiche der Falten sogar durch Variation des Andrucks
des Thermodruckpapiers in gewissem Umfange verändert werden kann, so daß also mehr
oder weniger breite streifenförmige Bereiche der Plisseefalten bedruckt werden können,
was insbesondere bei Verwendung von ein- oder mehrfarbig gemusterten Thermodruckpapieren
reizvolle Effekte ergibt. Durch die beim Druckvorgang auf die zu bedruckenden Bereiche
einwirkende Wärme werden die ursprünglich scharfkantig fixierten Stehplisseefalten
etwas abgerundet, weshalb die Strukturierung des bedruckten Stoffs auch als "Wellenplissee"
bezeichnet wird.
[0010] Bei der Durchführung des vorerwähnten Verfahrens wird die Oberpapierbahn vorzugsweise
bereits vor der Wärmebehandlung zum Zweck der Dauerfixierung der Stehplisseefalten
von der Stoffbahn entfernt und beim anschließenden Aufrollvorgang der gefalteten Stoffbahn
wird eine glatte, d.h. nicht an den Flanken der gelegten Stehplisseefalten anliegende
Mitlaufpapierbahn in die Stoffbahnrolle mit eingerollt_ wobei die Mitlaufpapierbahn
beim anschließenden Druckvorgang vor dem Aufbringen der Thermodruckpapierbahn wieder
entfernt wird.
[0011] Eine rationelle Arbeitsweise im kontinuierlichen Durchlaufverfahren wird dann erreicht,
wenn die mit Stehplisseefalten versehene Stoffbahn und die auf ihr liegende Thermodruckpapierbahn
kontinuierlich so auf die Umfangsfläche einer sich drehenden beheizten Druckwalze
geführt werden, daß die Rückseite der Thermodruckpapierbahn an der Druckwalze anliegt,
und dann die aneinanderliegenden Bahnen durch eine auf der mit der Unterpapierbahn
versehenen Rückseite der Stoffbahn anliegende und die Druckwalze über einen vorgegebenen
Winkelbereich umschlingende und in diesem Umschlingungsbereich mit der Winkelgeschwindigkeit
der Druckwalze mitlaufende Bahn aus filzartigem Material an die Thermodruckpapierbahn
angedrückt werden. Die im Druckbereich mit der Winkelgeschwindigkeit der Druckwalze
umlaufende wärmebeständige Filzbahn verhindert eine Verschiebung der Stoffbahn relativ
zur Thermodruckpapierbahn, so daß ein klares Druckbild erzeugt wird. Durch Veränderung
der (relativ .eringen) Spannung der Filzbahn kann die obenerwähnte Veränderung der
Breite der bedruckten Bereiche eingestellt werden.
[0012] Als Material für die Unterpapierbahn wird zweckmäßigerweise eine Bahn aus gekrepptem
Papier verwendet, welches im Vergleich zu dem beim reinen Stehplissieren verwendeten
Unterpapier steifer ist. Die Kreppung des Papiers gewährleistet, daß keine Verschiebungen
zwischen der Filzbahn und der Unterpapierbahn auftreten, während die erhöhte Steifigkeit
es ermöglicht, den für einen einwandfreien Transfer-Druck erforderlichen minimalen
Andruck der Stoffbahn an das Thermodruckpapier zu erzeugen, ohne daß eine Faltenverquetschung
auftritt.
[0013] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die mit Stehplisseefalten
versehene Stoffbahn vor dem Aufbringen der Thermodruckpapierbahn in Bahnlängsrichtung
so gespannt werden, daß die Stehplisseefalten gegenüber dem ungespannten Zustand etwas
auseinandergezogen sind. Die fertig bedruckte Stoffbahn hat dann im Vergleich zu einem
Druckvorgang ohne solche zusätzliche Spannung niedrigere flachere Wellen.
[0014] Ein ähnlicher Effekt kann auch dadurch erzeugt werden, daß die plissierte Stoffbahn
nach dem Bedrucken und der Entfernung der Thermodruckpapierbahn sogleich auch von
der Unterpapierbahn getrennt und in noch warmem Zustand unter solcher Längsspannung
auf eine Rolle aufgerollt wird, daß die in der Stoffbahn verbleibenden wellenartigen
Falten in aufgerolltem Zustand glattgezogen sind. Ein von dieser Rolle wieder abgerolltes
Stoffstück nimmt dann zwar wieder die Wellenform an, wobei diese Wellen jedoch im
Vergleich zu einer Stoffbahn, die nach dem Bedrucken zusammen mit dem Unterpapier
in ungespanntem Zustand aufgerollt wurde, niedrigere und breitere Wellen hat. Der
bei der Verarbeitung von plissierten Stoffen im Vergleich zu unplissierten Stoffen
sonst in Abhängigkeit von der Faltentiefe wesentlich vergrößerte Stoffverbrauch wird
also verringert. Im Grenzfall, d.h. bei sehr flachen Wellen,wird praktisch der Stoffverbrauch
unplissierter Stoffe erreicht.
[0015] Die Erfindung ist in der folgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung näher
erläutert, und zwar zeigt:
Fig. 1 schematisch eine Seitenansicht eines kurzen Abschnitts einer in bekannter Weise
maschinell mit Flachplissee versehenen Stoffbahn, auf der ein Abschnitt einer Thermodruckpapierbahn
aufgelgt ist;
Fig. 2 eine Seitenansicht des in Fig. 1 gezeigten Abschnitts der Stoffbahn nach Durchführung
des erfindurngsgemäßen Verfahrens;
Fig. 3 eine Draufsicht auf den in Fig. 2 gezeigten Stoffbahn-Abschnitt, der zusätzlich
im Transfer-Drucliverfahren mit einem zu den erfindungsgemäß erhaltenenen Faltenkanten
ausgerichteten streifenförmigen Druckmuster bedruckt ist;
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht eines zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens verwendbaren Kalanders;
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht eines kurzen Abschnitts einer mit einer Unter-und
einer Gberpapisrbahn abgedeckten, in der erfindungsgemäßen Weise zu strukturierenden
und zu bedruckenden Stoffbahn;
Fig. 6 eine Seitenansicht der in Fig. 5 gezeigten Bahn nach dem maschinellen Legen
von Stehplisseefalten;
Fig. 7 eine der Fig. 6 entsprechende Seitenansicht, wobei das Oberpapier jedoch entfernt
ist;
Fig. 8 eine Seitenansicht der in Fig. 7 gezeigten Unterpapier-/Stoffbahn während des
Verformungs- und Transfer-Druckvorgangs;
Fig. 9 eine Seitenansicht einer in der erfindungsgemäßen Weise bedruckten fertigen
Stoffbahn mit relativ engen wellenförmigen Falten;
Fig. 10 eine Seitenansicht einer fertig bedruckten Stoffbahn mit relativ breit-gezogenen
wellenförmigen Falten; und
Fig. 11 eine schematische Seitenansicht eines zur Durchführung des in Verbindung mit
den Figuren 5 bis 10 erläuterten erfindungsgemäßen Verfahrens verwendbaren Kalanders.
[0016] In Fig. 1 ist ein in bekannter Weise mit Flachplisseefalten, d.h. flach aufeinanderliegenden
seitlich zueinander versetzten Falten, versehener Stoffbahn-Abschnitt 10 gezeigt,
der in der erfindungsgemäßen Weise zu einem im wesentlichen glatten, jedoch im Bereich
der Faltenksiten 12 und 14 des ursprünglichen Flachplissees mit parallelen Faltenkarten
12' bzw. 14
1 versehenen Stoffbahn-Abschnitt 10' weiter verarbeitet wird, wie er in Fig. 2 und
3 schematisch dargestellt ist. Auf dem Stoffbahn-Abschnitt 10 ist noch ein Thermodruckpapier-Abschnitt
16 aufgelegt gezeigt, wobei durch die auf diesem Thermodruckpapier-Abschnitt 16 weisende.
Pfeile a angedeutet werden soll, wie die Farbe und/oder das Muster des Thermodruckpapiers
durch gleichzeitige Wärme- und Druckeinwirkung auf den Stoffbahn-Abschnitt 10 übertragen
werden kann, wobei nur die dem Thermodruckpapier 16 zugekehrten, nicht aber die im
Stoffbahn-Abschnitt 10 doppelt liegenden eingefalteten Bereich der Plisseefalten bedruckt
werden. In Figur 3 sind die bedruckten Bereiche 18 des Stoffbahn-Abschnitts 10' durch
eine Kreuzschraffur veranschaulicht.
[0017] Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nun in Verbindung mit Fig.
4 erläutert, die schematisch einen Kalander 20 mit einer großen drehantreib baron
stählernen Walze 22 zeigt, deren Umfangsfläche durch eine beheizte Ölfüllung auf eine
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderliche Temperatur erhitzbar
ist. An der Walze 22 liegt eine endlose Bahn 24 aus wärmebeständigem Filz an, die
durch Umlenkwalzen 26, 28, 30, 32, 34 und 36 so geführt ist, daß sie die Umfangsfläche
38 der Walze 22 über einen Winkel von mehr als 180
0 umschlingt. Die Umlenkwalze 26 wird zweckmäßig nicht ortsfest, sondern verschieblich
im (nicht gezeigten) Kalandergestell gelagert, so daß durch Veränderung des Drucks
in einem (ebenfalls nicht gezeigten) an der Drehachse der Umlenkwalze 26 angreifenden
Druckluftzylinder die Spannung geändert . werden kann, mit welcher die Filzbahn 24
an der Umfangsfläche 38 der Walze 22 angedrückt ist. Die zu einer Vorratsrolle 4o
aufgewickelte flachplissierte Stoffbahn 1O wird von dieser Vorratsrolle 40 abgerollt
und in den von der Filzebahn 24 umschlungenen Bereich der Umfangsfläche 38 der Walze
22 geführt. Zwischen die Umfangsfläche 38 und die Stoffbahn 10 wird außerdem noch
das von einer Rolle 42 abgerollte Thermodruckpapier 16 geführt. Durch den von der
Filzbahn 24 auf die Stoffbahn 10 und die auf ihr liegende Thermodruckpagerbahn 16
ausgeübten Druck laufen bei angetriebener Walze 22 die Stoffbahn 10, die Thermodruckpapierbahn
16 und die Filzbahn 24 mit einer der Umfangsgeschwindigkeit der Walze 22 entsprechenden
Geschwindigkeit um, ohne daß es zu Verschiebungen zwischen den einzelenen Bahnen kommt.
Durch die Beheizung der Walze 22 wird einerseits ein Transferdruck vom Thermodruckpapier
16 auf die Stoffbahn erhalten und andererseits wird die Stoffbahn erwärmt. Das austretende
Thermodruckpapier wird auf die Rolle 44 aufgewickelt, während die bedruckte und erwärmte
Stoffbahn aif eine Rolle 46 aufgewickelt wird, die bewußt mit einer höheren als der
Umfangsgeschwindigkeit der Walze 22 angetrieben wird, wodurch sie die erwärmte Stoffbahn
so spannt, daß die Plisseefalten im wesentlichen glattgezogen werden. Auf der Rolle
46 ist die Stoffbahn 10' also ohne Falten aufgewickelt.
[0018] Wenn die Stoffbahn 10' nun in dieser glattgezogenen aufgewickelten Form erkaltet,
erhält man die in den Figuren 2 und 3 gezeigte im wesentlichen glatte Stoffbahn 10',
auf der sich jedoch die ursprünglichen Plisseefalten 12 und 14 als Faltenkanten 12'
bzw. 14' noch strukturartig markieren.
[0019] Wenn eine Stoffbahn nach dem erfindungsgemäßen Verfahren nur mit einem Strukturmuster
aus Faltenlcanten versehen werden soll, kann das Thermodruckpapier 16 auch weggelassen
werden.
[0020] Es sei noch erwähnt, daß das beschriebene Verfahren nicht auf maschinell hergestelltes
Flachplissee beschränkt ist, sondern in entsprechender Weise auch für mit sogenanntem
Stehplissee versehene oder unregelmäßig plissierte Stoffbahnen verwendet werden kann,
wobei sich insbesondere bei den zuletzt erwähnten unregelmäßig plissierten Stoffen
ein interessanter Effekt ergibt, wenn diese vor dem Ausziehen der Plisseefalten noch
in der beschriebenen Weise im Trans fer druch-Verfahren bedruckt werden.
[0021] Wenn als Ausgangsprodukt für das erfindungsgemäße Verfahren mit Stehplisseefalten
versehene Stoffbahnen verwendet werden, kann das erfindungsgemäße Verfahren auch in
der nachstehend beschriebenen Weise durchgeführt werden. Da die maschinelle Herstellung
von Stehplissee sowie die hierfür verwendeten Plissiermaschinen bekannt sind, genügt
es hierzu, nachstehend nur kurz einige für den anschließenden Verformungs- und Druckvorgang
wesentliche Besonderheiten herauszustellen.
[0022] Auf die zu plissierende und später zu verformende und zu bedruckende Stoffbahn 110
wird in der in Fig. 5 schematisch veranschaulichten Weise eine Unterpapierbahn 112
und eine Oberpapierbahn 114 aufgelegt, unddie dann dreilagige Bahn 112, 110, 114 wird
in einer bekannten Plissiermaschine in die in Fig.
6 gezeigte gefaltete Form mit stehenden Falten gelegt. Die Fixierung der gelegten Falten
erfolgt in einem Wärmeschrank oder Autoklaven, wofür die in Falten gelegte Stoffbahn
zuvor aufgerollt wird. Zweckmäßigerweise wird das Oberpapier 114 dabei nicht mit eingerollt,
sondern entfernt und statt dessen ein (nicht gezeigtes) glattes Mitlaufpapier zur
Trennung der gefalteten Lagen mit eingerollt. Diese Rolle wird dann stehend in den
Wärme- bzw. Dämpfschrank eingebracht und dort über die erforderliche Behandlungsdauer
gehalten. Nach Abkühlung der dem Wärmeschrank wieder entnommenen Rolle sind die Stehfalten
in der in Fig. 7 erkennbaren Form fixiert. Zur anschließenden Behandlung wird die
Stoffbahn 110 zusammen mit der Unterpapierbahn 112 wieder abgerollt., wobei das dann
nicht mehr erforderliche Mitlaufpapier wieder entfernt wird. Auf die freie Oberseite
der Stoffbahn 110 wird das Thermodruckpapier 116 (Fig. 8) aufgebracht. Die mit Unterpapier
112 abgedeckte Unterseite der Stoffbahn ruht auf einer Bahn 118 aus einem hitzebeständigen
filzartigen Material und auf die Rückseite des Thermodruckpapiers 116 wird mittels
einer in Fig. 8 nur schematisch angedeuteten beheizten Fläche 120 ein solcher Druck
ausgeübt, daß sich die Falten der Verbundbahn 110, 112 in der in Fig. 8 veranschaulichten
Weise verformen. Es ist ersichtlich, daß dann streifenförmige Bereiche 122 beiderseits
der ursprünglichen Vorderkanten der Stehfalten flächig an das Thermodruckpapier 116
anliegen. Durch die von der, beispielsweise von der Umfangsfläche einer beheizten
Druckwalze gebildeten Fläche 120 auf das Thermodruckpapier übertragene Wärme wird
das Druckmuster des Thermodruckpapiers auf die Bereiche 122 übertragen. Je nach Durchführung
des Druckvorgangs entstehen dann die in Fig. 9 bzw. 10 schematisch dargestellten wellenplissierten
Stoffbahnen 110 mit schmaleren und tieferen bzw. breiteren und niedrigeren gewellten
Plisseefalten. Die bedruckten Bereiche 122 erstrecken sich, wie diesen Zeichnungsfiguren
zu entnehmen ist, über die abgerundeten oberen Wellenberge, während der jeweils dazwischenliegende
Wellengrund unbedruckt ist. Die so erzeugten, bedruckten, wellenplissierten Stoffbahnen
stellen ein modisch außerordentlich reizvolles Ausgangsprodukt für die Herstellung
von Kleidern, Röcken, Blusen u.dgl. dar.
[0023] In Fig. 11 ist schematisch ein Kalander 130 zur Durchführung des vorstehend beschriebenen
Verfahrens veranschaulicht. Dieser Kalander 130 besteht im wesentlichen aus einer
großen drehantreibbaren stählernen Druckwalze 132, deren als Druckfläche 120 dienende
Umfangsfläche durch eine beheizte Ölfüllung auf die.erforderliche Temperatur gebracht
wird. Die Filzbahn 118 ist als endlose Bahn ausgebildet, die durch Umlenkwalzen 134,
136, 138, 140, 142 und 144 so geführt ist, daß sie die Umfangsfläche 120 der Druckwalze
132 über einen Winkel von mehr als 180° umschlingt. Die Umlenkwalze 134 wird zweckmäßig
nicht ortsfe
'st, sondern verschieblich im (nicht gezeigten) Druckmaschinengestell gelagert, so
daß durch Veränderung des Drucks in einem (ebenfalls nicht gezeigten) an der Drehachse
der Umlenkwalze 134 angreifenden Druckluftzylinder die Spannung geändert werden kann,
mit welcher die Filzbahn 118 ' an die Umfangsfläche 120 der Druckwalze 132 angedrückt
ist.
[0024] Die sich aus der Stoffbahn 110 und der Unterpapierbahn 112 zusammensetzende stehplissierte
Verbundbahn 110, 112 wird von der Vorratsrolle 146 abgerollt und in den von der Filzbahn
118 umschlungenen Bereich der Umfangsfläche 120 der Druckwalze 132 geführt. Zwischen
die Umfangsfläche 120 und die Bahn 110, 112 wird außerdem noch das von der Rolle 148
abgerollte Thermodruckpapier 116 geführt. Da die Filzbahn 118 im Umscblingungsbereich
mit gleicher Winkelgeschwindigkeit wie die Druckwalze 132 umläuft, erfolgt keine Relativverschiebung
des Thermodruckpapiers relativ zur Bahn 110, 112 im Druckbereich, so daß ein klarer
Transferdruck erhalten wird. Das austretende Thermodruckpapier 116 wird auf die Rolle
150 aufgewickelt, während die bedruckte Bahn 110, 112 auf die Rolle 152 aufgewickelt
wird. Auf dem zwischen dem Austritt aus dem Druckspalt und der Rolle 152 liegenden
Weg kühlt die nunmehr bedruckte Stoffbahn ab, wobei diese Kühlung zusätzlich durch
Aufblasen von Kühlluft gefördert werden kann. Vor dem Aufrollen auf die Rolle 152
kann das Unterpapier noch entfernt werden, oder aber es kann mit eingerollt werden.
[0025] Es it darauf hinzuweisen, daß die sich aus der Stoffbahn 110 und der Unterpapierbahn
112 zusammensetzende Verbundbahn 110, 112 in der Zeichnung aus Gründen der Vereinfachung
der Darstellung als ebene Bahn dargestellt ist. Tatsächlich ist sie jedoch am Eintritt
die in Fig. 7 gezeigte Form mit den scharfgezackten Stehplisseefalten, während sie
nach dem Austritt aus dem Druckspalt die in den Fig. 9 bzw. 10 gezeigte gewellte Form
hat.
[0026] Falls die flacheren Wellen gemäß Fig. 10 erzeugt werden sollen, kann die Rolle 146
mit einer einstellbaren Brense versehen sein, so daß die Bahn 110, 112 gegen die Bremskraft
von der Rolle 146 abgezogen werden muß, wobei sich die Stehplisseefalten auseinanderziehen.
Das Aufwickeln auf der Rolle 152 unter Spannung derart, daß die wellenplissierte bedruckte
Stoffbahn auf der Rolle selbst glatt aufgewickelt ist, fördert ebenfalls das Entstehen
breiterer flacherer Wellenplisseefalten. Solche Stoffbahnen mit flacheren Wellen haben
gegenüber den mit tieferem "Wellenplissee" versehenen Stoffen den Vorteil geringeren
Stoffverbrauchs, der sich im Grenzfall, d.h. bei sehr flachen Wellen praktisch dem
Verbrauch bei der Verarbeitung unplissierter Stoffe annähert.
[0027] Andererseits ist der bei Kleidungsstücken aus Stoffen mit tieferen Wellenfalten dadurch
erreichte modische Effekt, daß bei Bewegungen der Trägerin durch Spannen oder Entspannen
einzelner Stoffpartien die unbedruckten Stoffpartien im Wellengrund mehr oder weniger
stark in Erscheinung treten, gegenüber flacher gewellten Stoffen stärker.
1. Verfahren zur Erzeugung von strukturierten Mustern in ursprünglich glatten Stoffbahnen,
bei dem die glatte Stoffbahn zunächst einer maschinellen Plissierbehandlung unterzogen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die maschinenplissierte Stoffbahn kontinuierlich
fortlaufend erwärmt und ihre einplissierten Falten verformt werden, worauf die Verformung
der Falten durch Abkühlung der Stoffbahn fixiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf die maschinenplissierte
Stoffbahn vor deren Erwärmung eine Bahn aus Thermodruckpapier geführt und die beiden
Bahnen dann in Aufeinanderlage zusammengedrückt und gleichzeitig auf die zur Übertragung
der Farbe und/oder des Musters des Thermodruckpapiers erforderliche Temperatur erwärmt
werden, und daß die Bahn aus Thermodruckpapier nach der Übertragung des Musters auf
die Stoffbahn wieder entfernt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die maschinenplissierte
Stoffbahn in erwärmtem Zustand so gespannt wird, daß die Plisseefalten im wesentlichen
glattgezogen werden, worauf die so gespannte Stoffbahn zu einer/Rolle aufgewickelt
und in aufgerolltem Zustand abgekühlt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die maschinenplissierte
Stoffbahn in noch von der Plissierbehandlung herrührendem erwärmtem Zustand unmittelbar
im Anschluß an die Plissierbehandlung gespannt und aufgerollt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die in Form einer Rolle
vorliegende abgekühlte maschinenplissierte Stoffbahn kontinuierlich von der Rolle
abgewickelt und erwärmt und dann gespannt und wieder aufgerollt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf die von der Rolle
abgewickelte maschinenplissierte Stoffbahn vor der kontinuierlichen Erwärmung die
Bahn aus Thermodruckpapier geführt, die beiden Bahnen dann in Aufeinanderlage zusammengedrückt
und dabei gleichzeitig auf die zur Übertragung der Farbe und/oder des Musters des
Thermodruckpapiers auf die Stoffbahn erforderliche Temperatur erwärmt werden, und
daß die Bahn aus Thermodruckpapier vor dem anschließenden Spannen und Einrollen der
Stoffbahn wieder von der Stoffbahn entfernt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, bei dem in die mit einem Ober- und Unterpapier
beidseitig abgedeckte glatte Stoffbahn zunächst maschinell niedrige Stehplisseefalten
eingefaltet werden, die gefaltete Stoffbahn aufgerollt und die Plisseefalten durch
anschließende Wärmebehandlung der Rolle dauerfixiert werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die von der Oberpapierbahn befreite, mit Stehplisseefalten versehene Stoffbahn
von der Rolle abgerollt und auf ihre freie Oberseite die Bahn von Thermodruckpapier
aufgebracht wird, daß die beiden Bahnen dann derart zusammengedrückt werden, daß die
Stehplisseefalten der Stoffbahn partiell eingedrückt werden und mit den eingedrückten
Bereichen flächig an der Thermodruckpapierbahn anliegen, wobei auf die der Stoffbahn
abgewandte Rückseite der Thermodruckpapierbahn Wärmeenergie zur Einwirkung gebracht
wird, welche die Farbe und/oder das Muster der Thermodruckpapierbahn auf die anliegenden
Bereiche der Stoffbahn überträgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberpapierbahn vor der
Wärmebehandlung zum Zweck der Dauerfixierung der Stehplisseefalten von der Stoffbahn
entfernt und beim anschließenden Aufrollvorgang der gefalteten Stoffbahn eine glatte
Mitlaufbahn in die Stoffbahnrolle mit eingerollt wird und daß die Mitlaufpapierbahn
vor dem Aufbringen der Thermodruckpapierbahn wieder entfernt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Stehplisseefalten
versehene Stoffbahn und die auf ihr liegende Thermodruckpapierbahn kontinuierlich
so auf die Umfangsfläche einer sich drehenden, beheizten Druckwalze geführt werden,
daß die Rückseite der Thermodruckpapierbahn an der Druckwalze anliegt, und daß die
aneinanderliegenden Bahnen durch eine auf der mit der Unterpapierbahn versehene Rückseite
der Stoffbahn anliegende und die Druckwalze über einen vorgegebenen Winkelbereich
umschlingende und in diesem Umschlingungsbereich mit der Winkelgeschwindigkeit der
Druckwalze mitlaufende Bahn aus filzartigem Material an die Thermodruckpapierbahn
angedrückt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Material
für die Unterpapierbahn eine Bahn aus gekrepptem, relativ steifem Papier verwendet
wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
Stehplisseefalten versehene Stoffbahn vor dem Aufbringen der Thermodruckpapierbahn
in .Bahnlängsrichtung so gespannt wird, daß die Stehplisseefalten gegenüber dem ungespannten
Zustand etwas auseinandergezogen sind.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die plissierte
Stoffbahn nach dem Bedrucken und der Entfernung der Thermodruckpapierbahn sogleich
auch von der Unterpapierbahn getrennt und unter solcher Längsspannung auf eine Rolle
aufgerollt wird, daß die in der Stoffbahn verbleibenden wellenartigen Falten in aufgerolltem
Zustand glattgezogen sind.